Wechselkurse

So finden Sie die günstigsten Reiseländer

Arne Düsterhöft
& Co-Autor
Stand: 04. Juli 2017
Das Wichtigste in Kürze
  • Wie viel Sie sich im Urlaubsland leisten können, beeinflussen sowohl das Preisniveau am Reiseziel als auch der aktuelle Wechselkurs.
  • Innerhalb Europas gibt es erhebliche Unterschiede bei der Kaufkraft in einzelnen Ländern.
  • Besonders viel für ihr Geld bekommen deutsche Touristen in Polen und Ungarn. Aber auch Portugal und Griechenland sind günstig.
  • Deutlich mehr zahlen Urlauber in Großbritannien, Schweden und Dänemark. In den Niederlanden und Österreich ist das Preisniveau ebenfalls etwas höher als in Deutschland.
  • Als preisgünstige Fernreiseziele eignen sich Ägypten, Südafrika, Indien und Russland. In den USA und in Japan müssen Sie etwas tiefer in die Tasche greifen.
So gehen Sie vor
  • Wer sein Reiseziel geschickt aussucht, kann günstiger in Urlaub fahren.
  • Wollen Sie das Preisniveau im Urlaubsland abschätzen, können Sie sich an Daten der Wirtschaftsorganisation OECD und am sogenannten Big-Mac-Index orientieren.
  • Schwächelt der Euro, zahlen Sie außerhalb der Euro-Zone eher drauf. Dann kann es sich lohnen, über einen Urlaub innerhalb der Währungsunion nachzudenken.
  • Auf der Suche nach günstigen Flügen in Ihr Traumland helfen Flugsuchmaschinen im Internet. Wir empfehlen flug.idealo.de und Kayak.
  • Vermeiden Sie unnötige Kosten, indem Sie im Ausland eine Kreditkarte nutzen, mit der Sie kostenlos Geld abheben und bezahlen können.

Dank des Euro müssen Sie sich im Urlaub innerhalb der Eurozone nicht mehr mit Wechselkursen herumschlagen. 1 Euro bleibt 1 Euro, egal ob am Strand auf den Kanaren, im Skiurlaub in Österreich oder beim Wandern in Italien. Das bedeutet jedoch nicht, dass Sie sich mit demselben Euro in jedem Land gleich viel leisten können. In einigen Staaten der Eurozone bekommen Sie mehr für Ihr Geld als in anderen.

Günstige Reiseziele innerhalb der Eurozone

Schnäppchenjäger sollten über einen Urlaub in Polen nachdenken. Bei den östlichen Nachbarn bekommen Deutsche für einen mitgebrachten Euro Waren im Gegenwert von 1,89 Euro im Vergleich zum Preisniveau in Deutschland. Das hat die Wirtschaftsorganisation OECD ermittelt. Sie misst die Kaufkraft in verschiedenen Ländern. Diese ist ein Indikator für das Preisniveau vor Ort und hilft, den Wert der eigenen Reisekasse innerhalb der Eurozone zu vergleichen.

Doch nicht nur an der polnischen Ostseeküste oder der Masurischen Seenplatte können Touristen für wenig Geld entspannen. Fast genauso preiswert wie Polen ist Ungarn, gefolgt von Portugal, Griechenland und Spanien.

In den Niederlanden, Großbritannien und Schweden sind die Preise hingegen höher als hierzulande. In Dänemark müssen Urlauber für den gleichen Warenkorb sogar gut ein Viertel mehr bezahlen.

Blind verlassen sollten sich Reisende auf die OECD-Erhebung allerdings nicht. Da sie viele verschiedene Dienstleistungen und Waren mit einbezieht, ist es immer möglich, dass touristische Angebote in Urlaubsorten doch teurer sind.

Kaufkraft innerhalb der Eurozone

LandKaufkraft
Polen1,89 €
Ungarn1,76 €
Portugal1,21 €
Griechenland1,19 €
Spanien1,11 €
Italien1,01 €
Deutschland1,00 €
Frankreich0,97 €
Österreich0,96 €
Niederlande0,93 €
Großbritannien0,87 €
Schweden0,87 €
Dänemark0,74 €

Quelle: OECD (Stand: April 2017)

Big-Mac-Index als Anhaltspunkt fürs Preisniveau

Einen weiteren Hinweis darauf, wie teuer oder günstig einzelne Länder sind, gibt der sogenannte Big-Mac-Index. Weil Sie den Burger fast überall auf der Welt kaufen können, erlaubt er einen einfachen Vergleich der Preisniveaus. Je billiger der Big Mac in einem Land, desto schmaler darf Ihr Reisebudget tendenziell sein. Allerdings ist der Burger in einigen Ländern ein Luxusprodukt, das sich viele Einheimische nicht leisten können. Der Index kann also nur einen ersten Eindruck des Preisniveaus vermitteln, lokale Produkte können deutlich günstiger sein.

Als preiswertes Fernreiseziel zeigt sich Ägypten: Dort ist der Big Mac mit 1,40 Euro am günstigsten. Auch Russland und Südafrika sind laut Burger-Index preiswerte Urlaubsregionen. Ebenfalls günstig lässt es sich mit 2,38 Euro in Indien Burger essen – allerdings kostet der Big Mac dort 2017 rund ein Drittel mehr als im Vorjahr. In der Türkei dagegen fiel der Preis in dem Zeitraum von 3,17 Euro auf 2,63 Euro. Ausschlaggebend war der Kursverfall der türkischen Lira. Zum Vergleich: In der Eurozone müssen Kunden durchschnittlich 3,88 Euro für den Burger zahlen.

Vergleichsweise viel kostet er im Ursprungsland des Fast Foods, den USA (4,83 Euro). Auch in Kanada (4,31 Euro) und Australien (4,08 Euro) liegt das Preisniveau höher.

Nur in Landeswährung abheben

Wenn Sie außerhalb der Eurozone am Automaten mit der Kreditkarte Geld abheben, wählen Sie die Abrechnung in Landeswährung. Für die Umrechnung in Euro zahlen Sie andernfalls hohe Extra-Gebühren. Einige Banken verlangen außerdem Zusatzkosten für das Zahlen in Fremdwährungen. Welche Kreditkarte auf Reisen am günstigsten ist, steht im Ratgeber über Kreditkarten im Ausland.

Den richtigen Zeitpunkt für die Reise abpassen

Bei einem Urlaub außerhalb der Eurozone entscheidet auch der Wechselkurs darüber, ob Sie viel oder wenig für Ihr Geld bekommen. Steht etwa der US-Dollar gerade verhältnismäßig stark da oder liegt der japanische Yen im Keller, kann sich das merklich auf die Reisekasse auswirken. Wenn Sie im Auge behalten, wie sich die Währung im Traumurlaubsland entwickelt und den richtigen Zeitpunkt für die Reise abpassen, können Sie ordentlich sparen.

Nur auf den aktuellen Wechselkurs zu schauen, reicht aber nicht aus, um herauszufinden, ob der Moment günstig für eine Reise ist. Auch die Preisentwicklung im Land spielt eine Rolle. Wenn Produkte und Dienstleistungen vor Ort deutlich teurer werden, vermindert das den Währungsvorteil. Dieser Preisanstieg drückt sich in der Inflationsrate aus.

Da der Euro in den vergangenen Jahren eher schwächelt, können Urlauber durch den Wechselkurs momentan kaum ein Schnäppchen machen. Reisen in die meisten Urlaubsländern sind eher teurer geworden.

Türkei und Norwegen sind etwas günstiger

Sowohl die türkische Lira als auch die norwegische Krone sind seit 2014 preiswerter gegenüber dem Euro geworden. In der Türkei ist der Wechselkurs 2017 sogar um knapp ein Drittel günstiger. Allerdings ist das Land auch ein gutes Beispiel dafür, wie die Inflation den Wertgewinn wieder auffressen kann. Was Sie beim Wechseln mehr ins Portemonnaie bekommen, müssen Sie an der Kasse auch direkt wieder oben drauf legen.

Russland und USA teurer geworden

Der Big-Mac-Index zeigt klar, dass Russland immer noch ein sehr preiswertes Reiseland ist. Obwohl der Rubel im Verhältnis zum Euro recht niedrig steht, ist ein Urlaub in Russland im Vergleich zu 2014 durch die hohe Inflation sogar teurer geworden.

In den USA hingegen macht sich der starke Dollarkurs im Urlaub bemerkbar. Wollten Sie schon immer mal die Vereinigten Staaten besuchen, kostet Sie das 2017 gut ein Viertel mehr als noch drei Jahre zuvor.

Achtung: Auch auf die Sicherheitslage schauen

Weil ein Reiseland günstig ist, heißt das noch lange nicht, dass es auch ein sicheres Ziel ist. Achten Sie bei der Wahl auch auf die politische Lage, etwa in Ägypten oder in der Türkei. Auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes finden sich aktuelle Sicherheitshinweise und Reisewarnungen.

Autor
Arne Düsterhöft
& Co-Autor
Jens Tartler

Stand: 04. Juli 2017


* Was der Stern bedeutet:

Wir wollen mit unseren unabhängig recherchierten Empfehlungen möglichst viele Menschen erreichen und ihnen mehr finanzielle Freiheit ermöglichen. Daher sind unsere Inhalte kostenlos und anzeigenfrei im Internet verfügbar. Unsere aufwendige redaktionelle Arbeit finanzieren wir so:

Unsere unabhängigen Experten untersuchen regelmäßig Produkte und Dienstleister. Nur wenn sie dann ein besonders verbraucherfreundliches Angebot empfehlen, kann der entsprechende Anbieter einen Link zu diesem Angebot setzen lassen. Solche Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen (*). Geld erhalten wir, wenn Sie diesen Link z.B. klicken oder beim Anbieter dann einen Vertrag abschließen. Ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet, hat keinerlei Einfluss auf unsere Empfehlungen. Was Ihnen unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Sie als Verbraucher ist.

Mehr zu unserer Arbeitsweise lesen Sie hier.