Bafa & KfW-Förderung für Heizungen

Nachhaltig und sparsam heizen, dank Fördermitteln

Ines Rutschmann
Expertin für Energie
22. Januar 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Wenn Du mit Solarwärme, einer Wärmepumpe oder Biomasse heizen willst, übernimmt der Staat bis zu 35 Prozent der Kosten für die neue Heizung.
  • Tauschst Du Deinen Ölkessel gegen eine Heizung auf Basis erneuerbarer Energien, gibt es eine Prämie obendrauf.
  • Fördermittel kannst Du auch bekommen, wenn Du neue Heizkörper, effiziente Pumpen oder Heizungsthermostate installieren, Wände dämmen oder neue Fenster einbauen lässt.
So gehst Du vor
  • Lass Dich beraten: Die Energieberatung der Verbraucherzentrale erklärt, welche Heizungsanlage für Dich infrage kommt.
  • Die Zuschüsse für eine neue Heizung, ihre Optimierung oder eine bessere Dämmung des Hauses zahlt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Den Antrag musst Du vor Vertragsabschluss stellen.

Die meisten Hausbesitzer heizen mit Öl oder Gas. Nach einer Studie des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft sind dabei rund 3 Millionen Ölheizungen und etwa 2,7 Millionen Gasheizungen seit mindestens 20 Jahren in Betrieb. Für diese Kessel ist es an der Zeit für einen Tausch – spätestens nach 20 Jahren empfiehlt die Heizungswirtschaft die Außerbetriebnahme. Im Zuge eines Kesseltauschs bietet sich der teilweise oder vollständige Umstieg auf erneuerbare Energien an. Dafür gibt es Fördermittel. 

Warum solltest Du Deine Gas- oder Ölheizung erneuern?

Es gibt vier Gründe, eine Öl- und Gasheizung zu ersetzen: 

  1. Ist eine Heizung schon älter, arbeitet sie mit hoher Wahrscheinlichkeit ineffizient und verursacht unnötige Kosten. Trägt Deine Heizung ein Effizienzlabel, kannst Du an diesem ablesen, wie sparsam oder verschwenderisch sie mit dem Brennstoff umgeht. 
  2. Einen Konstanttemperatur-Kessel (auch Standard-Heizkessel genannt) für Heizöl oder Erdgas musst Du nach 30 Betriebsjahren stilllegen oder ausbauen. Dabei gibt es eine Ausnahme: Wenn Du mindestens seit 1. Februar 2002 im eigenen Haus lebst und dieses nicht mehr als zwei Wohnungen hat, darf ein Standardkessel auch länger als 30 Jahre laufen (§ 73 GEG). Nach Angaben des Bundesverbands des Schornsteinfegerhandwerks gibt es in Deutschland rund 3,5 Millionen Standard-Ölkessel und 1,6 Millionen Standard-Gaskessel.
  3. Seit 2021 erhebt der Staat eine CO2-Steuer auf Heizöl und Erdgas. Die Kosten dafür steigen mindestens bis 2026 Jahr um Jahr. Damit erhöhen sich vermutlich auch Deine Heizkosten immer stärker. 
  4. Das Heizen mit Erdgas oder Heizöl setzt Kohlendioxid frei, das den Klimawandel befeuert. Du kannst aber auch mit erneuerbaren Energien heizen.

Alternativen zum Heizen mit Öl und Gas

Mit Holzpellets heizt Du klimaneutral und obendrein günstiger als mit Öl oder Gas. Auf Pellets wie auch auf alle anderen Holzbrennstoffe erhebt der Staat keine CO2-Steuer. Oder Du nutzt eine Wärmepumpe: Diese entzieht dem Boden oder der Luft Energie. Je nachdem, wie stark die Umweltwärmequelle ist, heizt die Wärmepumpe mit Strom zu, um auf eine höhere Heiztemperatur zu kommen. Solarthermische Anlagen nutzen die Wärme der Sonnenstrahlung. Allerdings kannst Du mit einer solarthermischen Anlage allein kein Haus in Deutschland beheizen, aber einen erheblichen Teil Deines Warmwasserbedarfs decken. Die vierte Alternative ist Nah- oder Fernwärme aus erneuerbaren Energien. Dafür brauchst Du aber ein Unternehmen, das entsprechende Anlagen errichtet und Dir den Anschluss an das Wärmenetz anbietet.

Wer fördert Heizungstausch und energetische Sanierung des Hauses?

Der Bund fördert den Einbau neuer Heizungen, die erneuerbare Energien nutzen. Egal, ob Du selbst in Deinem Haus wohnst oder es vermietest. Für ein Bestandsgebäude kannst Du bis zu 50 Prozent der Kosten für eine neue Heizung als Zuschuss vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) erhalten. Das zugehörige Förderprogramm heißt Bundesförderung effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM). 

Bis Ende 2020 lautete der Name des Förderprogramms Marktanreizprogramm (MAP) - „Heizen mit erneuerbaren Energien“ und ging 2021 im BEG auf. Die neue Bundesförderung bündelt dabei nicht nur die Zuschüsse für den Austausch einer Heizungsanlage auf Basis erneuerbarer Energien, sondern auch die Förderung zur Optimierung der Heizung sowie einzelne Maßnahmen, um das Wohnhaus energieeffizienter zu machen

Zum 1. Juli 2021 treten zwei weitere Teile des BEG in Kraft: Jener zum Neubau oder der vollständigen Sanierung von Wohngebäuden (BEG WG) und jener für Nichtwohngebäude wie Geschäftshäuser (BEG NWG). In diese Teile werden die Programme der KfW-Bank zur energetischen Sanierung oder zum Bau eines Effizienzhauses überführt. Bis 30. Juni 2021 kannst Du noch die bisherigen Programme nutzen

  • Die komplette energetische Sanierung des Hauses fördert die KfW über das Programm 430 mit einem Investitionszuschuss. Alternativ kann Du über das Programm 151 einen zinsgünstigen Kredit inklusive Tilgungszuschuss zur Finanzierung der kompletten Sanierung erhalten.
  • Baust Du ein neues Haus, kommt das Programm 153 infrage – auch die Kosten für den Einbau einer Heizung auf erneuerbaren Energien kannst Du hier einbringen. 
  • Willst Du nur einzelne Arbeiten finanzieren, etwa das Dach dämmen, erhältst Du über das Programm 152 einen zinsgünstigen Kredit. Dabei ist es nicht möglich, den KfW-Kredit mit einem Zuschuss vom Bafa zu verbinden.  

Die KfW gibt auch Ergänzungskredite, die sich mit der Bafa-Förderung kombinieren lassen – für den Austausch der alten Heizung gegen eine neue auf Basis erneuerbarer Energien. So kannst Du eine umweltfreundliche neue Heizung über den Zuschuss des Bafa und einen zinsgünstigen Kredit der KfW finanzieren (Programm 167). Die Ergänzungskredite gehen zum 1. Juli 2021 im BEG auf.

Seit 2020 kannst Du bis zu 20 Prozent der Kosten für eine energetische Sanierung auch von der Steuer absetzen. Das schließt die Erneuerung der Heizung ein. Voraussetzung ist, dass Du selbst im Eigenheim wohnst und bei der Investition, die Du von der Steuer absetzen willst, keine Fördermittel über das Bafa oder die KfW erhältst.

Welche Heizungen fördert das Bafa?

Setzt Du auf erneuerbare Energien, kannst Du von den Zuschüssen des Bafa profitieren. Die Zuschüsse gibt es dabei seit 2021 aber nicht mehr für den Einbau von Heizanlagen in Neubauten, sondern nur noch für bestehende Wohnhäuser. Ist Deine bisherige Heizung mindestens zwei Jahre in Betrieb, kannst Du Fördermittel für den Einbau dieser Systeme erhalten:

  • Solarthermie-Anlagen
  • Biomasse-Heizungen (auf Basis von Holzpellets oder Hackschnitzel oder Scheitholz) 
  • Wärmepumpen 
  • Gas-Brennwertheizungen – wenn sie mit einer solarthermischen Anlage, einer Wärmepumpe oder einem Biomassekessel kombiniert sind

Bei einem Gas-Brennwertkessel ist es dabei möglich, zu diesem binnen zwei Jahren eine Wärmepumpe, eine solarthermische Anlage oder einen Biomassekessel nachzurüsten. Die Gasheizung muss aber ab Einbau bereits „renewable ready“ sein – also über die Steuerungs- und Regelungstechnik einer Hybrid-Heizung verfügen. Bindet die Heizung von Anfang an erneuerbare Energien ein und ist somit als Hybrid-Heizung voll funktionsfähig, liegt der Fördersatz des Bafa höher.

Die Förderhöhe variiert und richtet sich nach den Maßnahmen, die umgesetzt werden. Ersetzt Du eine Ölheizung durch eine klimafreundlichere Anlage, gibt es eine Austauschprämie. Seit 2021 gibt es für Biomasse-Heizungen einen Innovationsbonus, wenn die Feinstaubemissionen der Anlage unter einem bestimmten Niveau liegen – 2,5 Milligramm pro Kubikmeter dürfen es maximal sein. Auch den Anschluss an ein Nah- oder Fernwärmenetz kannst Du Dir bezuschussen lassen, wenn die gelieferte Energie zu mindestens 25 Prozent aus erneuerbaren Quellen gewonnen wird. Sind es mindestens 55 Prozent, ist der Zuschuss höher. Schließlich fördert das Bafa auch andere Heizungstechnologien, wenn sie mindestens 80 Prozent der Wärme aus erneuerbaren Energien gewinnen. Was unter diesen „innovativen Heizungstechnologien“ zu verstehen ist, wird nicht weiter ausgeführt. Denkbar wäre etwa eine Brennstoffzellenheizung, wenn Du diese zumindest vorwiegend mit Ökostrom betreibst.

Fördersätze für Heizungen mit erneuerbaren Energien

 regulärer
Fördersatz      

mit Austauschprämie
(Ausbau einer Ölheizung)

Solarthermie30 %nicht möglich
Biomasse35 %45 %
Biomasse mit Innovationsbonus40 %50 %
Wärmepumpe35 %45 %
Hybrid-Heizung mit ausschließlich erneuerbaren Energien35 %45 %
Biomasse-Hybridheizung mit anderen erneuerbaren Energien und Innovationsbonus40 %50 %
Anschluss an Nah- oder Fernwärmenetz bei Lieferung erneuerbarer Energien 30 % / 35 %40 % / 45 %
Innovative Heizungstechnik mit erneuerbaren Energien35 %45 %
Gas-Hybridheizung mit erneuerbaren Energien 30 %40 %
Renewable-Ready-Gasheizung20 %30 %

Quelle: BEG EM (Stand: 30. Dezember 2020)
Gefördert werden alle Kosten zur Anschaffung und Installation der neuen Heizung, Ausbau der alten Heizung, Umbau des Schornsteins sowie Bohrungen für Erdwärmepumpen. Der Einbau einer Heizung wird nur in Bestandsgebäuden gefördert.

Wie kannst Du Deine Heizung optimieren?

Willst Du Deine Heizung noch nicht austauschen, kannst Du mit anderen Maßnahmen ihre Effizienz steigern. Dadurch benötigst Du weniger Brennstoff und schonst Deinen Geldbeutel. Die Investitionen spielen sich dadurch innerhalb weniger Jahre von selbst wieder ein. Zudem gibt es Fördermittel: über das Bafa.

Die Bundesförderung energieeffiziente Gebäude (BEG) unterstützt Dich bei einzelnen Maßnahmen – 20 Prozent der förderfähigen Kosten kannst Du als Zuschuss erhalten. Förderfähig sind die Kosten für Material, Handwerks- oder Ingenieurarbeiten und mehr, aber stets nur die Netto-Beträge dieser Kosten. Das Investitionsvolumen muss dabei bei mindestens 300 Euro brutto liegen. Maximal gibt es 60.000 Euro pro Wohnung. Förderfähig sind folgende Maßnahmen:

  • hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage samt Einstellung der Heizkurve
  • Ersatz bestehender Pumpen durch Hocheffizienzpumpen sowie Anpassung von Vorlauftemperatur und Pumpenleistung
  • Optimierung der Wärmepumpe
  • Einbau von Flächenheizsystemen und Anpassung der Rohrleitungen
  • Austausch von Heizkörper gegen Niedertemperatur-Heizkörper und Heizleisten 
  • Einbau von Wärmespeichern im Gebäude oder in seiner Nähe
  • Dämmung von Rohrleitungen
  • Einbau und Ersatz von Mess-, Steuer- und Regelungstechnik wie elektronischer Heizungsthermostate, Wärmemengenzähler oder Smart Meter

Um einen Zuschuss zu erhalten, ist in jedem Fall ein hydraulischer Abgleich durchzuführen. Ist dies nicht möglich, ist ein normgerechter Heizungscheck vorzunehmen.

Ein hydraulischer Abgleich sorgt dafür, dass sich die Wärme in Deinem Haus gleichmäßig verteilt. Das kann nötig sein, wenn Du Dein Heizverhalten geändert hast – beispielsweise einzelne Räume weniger beheizt, weil ein Kind ausgezogen ist oder nachdem Du neue Fenster eingebaut hast. Die Folge: Dein Kessel heizt viel stärker als nötig. In der Regel sparen Verbraucher nach einem hydraulischen Abgleich zehn Kilowattstunden Brennstoff pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr ein, hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) berechnet. 

Eine ältere Umwälzpumpe gehört in der Regel zu den Stromfressern im Haus. 400 bis 600 Kilowattstunden benötigt sie im Jahr. Eine hocheffiziente Pumpe verbraucht 80 Prozent weniger – also nur noch 80 bis 120 Kilowattstunden. Die Kosten von 400 Euro für die neue Pumpe hast Du nach vier bis fünf Jahren wieder drin. Mit der Bafa-Förderung rechnet sich die Investition schon nach drei Jahren.

Wie beantragst Du die Bafa-Förderung?

Eine Förderung über das Bafa zu beantragen, ist vergleichsweise einfach.

Bevor Du einen Vertrag mit einem Fachbetrieb abschließt, also auch vor Baubeginn, musst Du den Förderantrag stellen. Das geht online über ein Portal. Hast Du vom Bafa eine elektronische Bestätigung über den Eingang Deines Antrags erhalten, kannst Du einen Installateur mit dem Einbau der Heizung beauftragen. Zur Beantragung der Förderung sollte Dir aber schon ein Kostenvoranschlag vorliegen, damit Du die Investitionshöhe angeben kannst. 

Willst Du Dein Haus teilweise energetisch sanieren, musst Du einen Energieeffizienz-Experten hinzuziehen. Dieser beschreibt dem Bafa zunächst, welche Arbeiten sinnvoll sind und ausgeführt werden sollen. Erst dann kannst Du den Förderantrag einreichen. Eine Datenbank mit Energieeffizienz-Experten bietet die Deutsche Energieagentur.

Ist der Förderantrag gestellt, können die Arbeiten beginnen. Du kannst aber auch warten, bis das Bafa über den Antrag entschieden hat. Bei der Beantragung legst Du ein Passwort für den Zugriff auf Deinen Antrag im Portal fest. So kannst Du dort jederzeit den Bearbeitungsstand einsehen. Wartest Du die Entscheidung des Bafa ab, weißt Du, ob Du die Förderung wirklich bekommst und hast finanzielle Sicherheit. Zudem verkürzt Du die Zeit, die bis zur Zahlung des Zuschusses vergeht. Bedenke von vornherein: Die Investitionssumme musst Du erst einmal allein aufbringen, den Zuschuss gibt es nach Abschluss der Bauarbeiten. Wird der Antrag bewilligt, erhältst Du einen Zuwendungsbescheid. Danach hast Du 24 Monate Zeit, Dein Vorhaben umzusetzen. Diese 24 Monate nennt das Bafa Bewilligungszeitraum.

Spätestens sechs Monate nach Ablauf des Bewilligungszeitraums musst Du erklären, welche Kosten entstanden sind. Dazu stellt das Bafa ein Online-Formular (namens „Verwendungsnachweis“) über das Portal bereit, auf das Du folgende Dokumente hochlädst: 

  • Nachweis der Ausgaben (Rechnungen, tabellarische Übersicht über die Ausgaben)
  • Fachunternehmererklärung des beauftragten Handwerkbetriebs 
  • Verwendungsnachweisformular (auf der Website des Bafa bereitgestellt)
  • ein Formular, mit dem Du den Wahrheitsgehalt Deiner Angaben bestätigst; dieses erhältst Du mit dem Zuwendungsbescheid
  • den technischen Projektnachweis, wenn ein Energieeffizienz-Experte involviert war

Hast Du den Verwendungsnachweis geführt, überweist das Bafa den Zuschuss. 

Wer berät Dich?

Bei Deinem Heizungsvorhaben hast Du bestimmt viele Fragen: Was ist technisch möglich? Wie wichtig ist mir der Umweltschutz? Wie viel Geld möchte ich ausgeben? Welche Fördermittel kann ich beantragen? Eine individuelle Beratung ist daher sinnvoll.

Die erste Anlaufstelle ist die Energieberatung der Verbraucherzentralen. Sie ist kostenfrei vor Ort, am Telefon oder per Mail möglich. Dort erfährst Du, welche Heiz- und Fördermöglichkeiten für Dich persönlich infrage kommen. Außerdem kommen die Experten der Energieberatung auf Wunsch zu Dir nach Hause. Dieser Detail-Check kostet 30 Euro, für Einkommensschwache ist er kostenfrei. Der Energieberater kann Dich individuell über Fördermittel informieren und dann zusätzlich auf spezifischere Dinge eingehen, die nur vor Ort geklärt werden können, etwa den Zustand der Heizung beurteilen.

Einen sehr umfangreichen, dafür aber kostenaufwendigen Dienst bieten Dir Energieberater. Um einen solchen zu finden, kannst Du das Portal des Bundes nutzen. Auch für die Energieberatung gibt es Fördermittel beim Bafa. Der Energieberater inspiziert dabei nicht nur Deine Heizung, sondern das gesamte Haus und macht Vorschläge zur energetischen Sanierung des Gebäudes.

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