Bafa & KfW-Förderung für Heizungen

Nachhaltig und sparsam heizen, dank Fördermitteln

Ines Rutschmann
Expertin für Energie
21. Juli 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Wenn Du mit Solarwärme, einer Wärmepumpe oder Biomasse heizen willst, übernimmt der Staat bis zu 35 Prozent der Kosten für die neue Heizung.
  • Tauschst Du Deinen Ölkessel gegen eine Heizung auf Basis erneuerbarer Energien, gibt es eine Prämie obendrauf.
  • Fördermittel kannst Du auch bekommen, wenn Du neue Heizkörper, effiziente Pumpen oder Heizungsthermostate installieren, Wände dämmen oder neue Fenster einbauen lässt.
  • Willst Du Dein Haus energetisch sanieren und mit erneuerbaren Energien heizen, trägt der Staat bis zu 50 Prozent der Kosten.
So gehst Du vor
  • Lass Dich beraten: Die Energieberatung der Verbraucherzentrale erklärt, welche Heizungsanlage für Dich infrage kommt.
  • Den Zuschuss für eine neue Heizung und ihre Optimierung zahlt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Willst Du Dein Haus energetisch sanieren und die Heizung erneuern, ist die KfW-Bank der Ansprechpartner.
  • Den Förderantrag musst Du jeweils vor Vertragsabschluss stellen.

Die meisten Hausbesitzer heizen mit Öl oder Gas. Nach Angaben des Bundesverbands des Schornsteinfegerhandwerks sind dabei rund drei Millionen Ölheizungen und etwa vier Millionen Gasheizungen seit mehr als 20 Jahren in Betrieb. Diese Kessel sollten ausgetauscht werden – spätestens nach 20 Jahren empfiehlt die Heizungswirtschaft die Außerbetriebnahme. Im Zuge eines Kesseltauschs bietet sich der teilweise oder vollständige Umstieg auf erneuerbare Energien an. Dafür gibt es Fördermittel.

Warum solltest Du Deine Gas- oder Ölheizung erneuern?

Es gibt vier Gründe, eine Öl- und Gasheizung zu ersetzen: 

  1. Ist eine Heizung schon älter, arbeitet sie mit hoher Wahrscheinlichkeit ineffizient und verursacht unnötige Kosten. Trägt Deine Heizung ein Effizienzlabel, kannst Du an diesem ablesen, wie sparsam oder verschwenderisch sie mit dem Brennstoff umgeht. 
  2. Einen Konstanttemperatur-Kessel (auch Standard-Heizkessel genannt) für Heizöl oder Erdgas musst Du nach 30 Betriebsjahren stilllegen oder ausbauen. Dabei gibt es eine Ausnahme: Wenn Du mindestens seit 1. Februar 2002 im eigenen Haus lebst und dieses nicht mehr als zwei Wohnungen hat, darf ein Standardkessel auch länger als 30 Jahre laufen (§ 73 GEG).
  3. Seit 2021 erhebt der Staat eine CO2-Steuer auf Heizöl und Erdgas. Die Kosten dafür steigen mindestens bis 2026 Jahr um Jahr. Damit erhöhen sich vermutlich auch Deine Heizkosten immer stärker.
  4. Das Heizen mit Erdgas oder Heizöl setzt Kohlendioxid frei, das den Klimawandel befeuert. Das ist nicht der Fall, wenn Du mit erneuerbaren Energien heizt.

Alternativen zum Heizen mit Öl und Gas

Es gibt verschiedene Alternativen zur Öl- oder Gasheizung. Nicht jede Option muss Dir offen stehen, aber Du solltest in der Regel die Wahl zwischen zwei Alternativen haben.

  • Mit Holzpellets und anderen Holzbrennstoffen heizt Du klimaneutral und obendrein günstiger als mit Öl oder Gas. Auf Holzbrennstoffe erhebt der Staat bislang keine CO2-Steuer, auch wenn bei der Verbrennung von Holz Kohlendioxid entsteht. Es wird aber nur die Menge CO2 freigesetzt, die die Bäume während ihres Wachstums aufgenommen haben.
  • Eine Wärmepumpe entzieht dem Boden oder der Luft Energie. Je nachdem, wie stark die Umweltwärmequelle ist, heizt die Wärmepumpe mit Strom zu, um auf eine höhere Heiztemperatur zu kommen. Verwendest Du dabei Ökostrom, heizt Du CO2-frei.
  • Solarthermische Anlagen nutzen die Wärme der Sonnenstrahlung. Allerdings kannst Du mit einer solarthermischen Anlage allein kein Haus in Deutschland beheizen, aber einen erheblichen Teil Deines Warmwasserbedarfs decken.
  • Die vierte Alternative ist Nah- oder Fernwärme aus erneuerbaren Energien. Dafür brauchst Du aber ein Unternehmen, das entsprechende Anlagen errichtet und Dir den Anschluss an das Wärmenetz anbietet. Bietet Dir ein Unternehmen dies an, dann prüfe, aus welchen Quellen es die Wärme gewinnt.

Wer fördert Heizungstausch und energetische Sanierung?

Der Bund fördert den Einbau neuer Heizungen, die erneuerbare Energien nutzen. Egal, ob Du selbst in Deinem Haus wohnst oder es vermietest.

Heizungstausch und einzelne energieeffiziente Maßnahmen

Für ein Bestandsgebäude kannst Du bis zu 50 Prozent der Kosten für eine neue Heizung als Zuschuss vom Bund erhalten. Das zugehörige Förderprogramm heißt Bundesförderung effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM).

Bis Ende 2020 lautete der Name des Förderprogramms Marktanreizprogramm (MAP) – „Heizen mit erneuerbaren Energien“ und ging Anfang 2021 im BEG auf. Die neue Bundesförderung bündelt dabei nicht nur die Zuschüsse für den Austausch einer Heizungsanlage auf Basis erneuerbarer Energien, sondern auch die Förderung zur Optimierung der Heizung sowie einzelne Maßnahmen, um das Wohnhaus energieeffizienter zu machen.

Du hast bei jeder Maßnahme, die Du anschieben willst, die Wahl: Möchtest Du „nur“ einen Zuschuss auf Deine Investitionen beantragen oder die Maßnahme über einen Kredit finanzieren und einen Tilgungszuschuss erhalten? Reine Zuschüsse beantragst Du beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa); zinsgünstige Kredite mit Tilgungszuschuss bei der KfW-Bank über das Programm 262. Die Höhe der Zuschüsse ist dabei gleich.

Welche Heizungstechnologien und einzelnen Maßnahmen Bafa und KfW fördern und was Dir das bringt, erfährst Du im nächsten Abschnitt. Du kannst beim Austausch der Heizung oder anderen einzelnen Maßnahmen auch einen Energieeffizienz-Experten zu Rate zu ziehen – die Kosten für die Beratung kannst Du bei den förderfähigen Kosten einbringen.

Willst Du Dein Haus stärker energetisch sanieren und die Heizungsanlage erneuern, fördert dies der Staat seit Juli 2021 mit bis zu 55 Prozent der Kosten.

Energieeffizienter Neubau und Altbau

Mitte 2021 sind zwei weitere Teile des BEG in Kraft getreten: Einer zum Neubau oder der vollständigen Sanierung von Wohngebäuden (BEG WG) und einer für Nichtwohngebäude wie Geschäftshäuser (BEG NWG). In diese Teile werden die bisherigen Programme der KfW-Bank zur energetischen Sanierung und zum Bau eines Effizienzhauses überführt. Auch den Tausch einer Heizungsanlage fördert nunmehr die KfW, wenn Du aus Deinem Haus ein energieeffizientes machst.

Willst Du Deinen Altbau oder Neubau energetisch sanieren oder aber ein Energieeffizienzhaus kaufen oder errichten, fördert Dich die KfW mit einem zinsgünstigen Kredit mitsamt Tilgungszuschuss oder nur mit einem Zuschuss, wenn Du keinen Kredit über die Bank möchtest. Der Tilgungszuschuss oder Zuschuss ist umso größer, je niedriger der Energiebedarf des Hauses nach der Sanierung sein wird. Die Fördermittel decken dabei auch die Kosten für eine Heizung auf Basis erneuerbarer Energien. Nicht gefördert werden dagegen die Kosten für den Einbau einer neuen Ölheizung, Gasheizung oder einer Stromspeicherheizung.

Entscheidest Du Dich für einen Kredit mit Tilgungszuschuss, ist das KfW-Programm 261 das richtige. Möchtest Du nur von einem Zuschuss auf Deine Investitionskosten profitieren, läuft der Antrag über das Programm 461. Die Höhe der Zuschüsse sind identisch, egal, ob Du einen Kredit mit Tilgungszuschuss oder nur einen Zuschuss zu Deinen Investitionskosten wählst.

Für Bestandsgebäude gilt:

  • Um eine Förderung zu erhalten, muss Du Dein Wohnhaus mindestens auf den Effizienzstandard 100 bringen. Dann erstattet Dir die KfW 27,5 Prozent der Kosten.
  • Maximal ist die Förderung, wenn Dein Wohnhaus nach der Sanierung dem Effizienzstandard 40 entspricht. Dann erhältst Du 45 Prozent der Kosten von der KfW.
  • Steht Dein Haus unter Denkmalschutz, beträgt der Zuschuss für die energetische Sanierung 25 Prozent. Einen bestimmten Effizienzstandard musst Du bei der Sanierung nicht erreichen, da Du in der Wahl der Maßnahmen nicht frei bist.
  • Decken erneuerbare Energien zu mindestens 55 Prozent Deinen Wärmebedarf nach Sanierung und Heizungstausch, erhöht sich der Tilgungszuschuss oder Zuschuss um jeweils 5 Prozentpunkte. Dabei darfst Du keine weitere Förderung beanspruchen wie etwa nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz, um Strom aus einer eigenen Photovoltaikanlage oder einem Windrad zu vermarkten. Der Bedingung entsprichst Du mit einer Wärmepumpe, einem Biomasseheizkessel sowie dem Anschluss an ein Wärmenetz, über das Du zu mindestens 25 Prozent erneuerbare Wärme beziehtst. 

Als Bestandsgebäude gilt ein Wohnhaus, wenn der zugehörige Bauantrag oder die Bauanzeige vor mehr als fünf Jahren gestellt wurde. Die Zuschüsse sind dabei begrenzt – auf 120.000 Euro der förderfähigen Kosten beziehungsweise des Kreditbetrags. Erneuerst Du auch die Heizung und nutzt danach überwiegend erneuerbaren Energien, liegt die Grenze bei 150.000 Euro. Maximal kannst Du also für ein älteres Wohnhaus 82.500 Euro als Zuschuss erhalten (für Effizienzstandard 40 und eine neue klimafreundliche Heizung).

Der Effizienzstandard besagt, dass ein neues oder saniertes Gebäude nur noch einen Teil des Energiebedarfs eines vergleichbaren Gebäudes – eines sogenanntes Referenzgebäudes – haben darf. Wie hoch dieser Energiebedarf ist, hängt von Nutzfläche, Geometrie und Ausrichtung des jeweiligen Hauses ab. Es gibt daher keine einheitlichen Werte pro Quadratmeter Wohnfläche. Ein Effizienzhaus 40 soll etwa noch höchstens 40 Prozent der Energie für Heizung, Warmwasser, Lüftung und Kühlung des Referenzgebäudes benötigen.

Für Neubauten gilt:

  • Um eine Förderung zu erhalten, muss der Neubau, den Du sanierst oder errichtest, mindestens den Effizienzstandard 55 erreichen. Dann zahlt Dir die KfW 15 Prozent der Kosten als Zuschuss.
  • Maximal ist die Förderung, wenn das Haus nach Abschluss der Arbeiten den Effizienzstandard 40 Plus hat. Dann erhältst Du 25 Prozent der Kosten von der KfW.
  • Kannst Du künftig Deinen Wärmebedarf zu mindestens 55 Prozent mit erneuerbaren Energien decken, erhöht sich der Tilgungszuschuss oder Zuschuss für ein Effizienzhaus 55 und ein Effizienzhaus 40 um jeweils 2,5 Prozentpunkte. Aber: Du darfst keine weitere Förderung nutzen, etwa nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz.

Die Zuschüsse sind auch hier auf 120.000 Euro der förderfähigen Kosten oder des Kreditbetrags begrenzt. Heizt Du überwiegend mit erneuerbaren Energien oder entspricht das Haus dem Standard 40 Plus, kannst Du bis zu 150.000 Euro Kosten ansetzen. Für ein Effizienzhaus 40 Plus kannst Du damit bis zu 37.500 Euro als Zuschuss erhalten.

Wie Du die Fördermittel zum Sanieren bei der KfW beantragst, erfährst Du im Ratgeber energieeffizientes Sanieren. Voraussetzung ist dabei, dass Du einen Energieeffizienz-Experten zum Bau oder der Sanierung hinzuziehst. Die Kosten für den Experten trägt die KfW zur Hälfte.

2023 wechselt die Zuständigkeit bei der Vergabe der reinen Zuschüsse: Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle nimmt dann die Anträge entgegen und zahlt die Zuschüsse nach Abschluss der Baumaßnahmen aus. Kredite mit Tilgungszuschuss werden dagegen weiterhin von der KfW-Bank bewilligt.

Steuererleichterung, wenn Du keine Fördermittel nutzt

Seit 2020 kannst Du bis zu 20 Prozent der Kosten für eine energetische Sanierung auch von der Steuer absetzen. Das schließt die Erneuerung der Heizung ein. Voraussetzung ist, dass Du selbst im Eigenheim wohnst und bei der Investition, die Du von der Steuer absetzen willst, keine Fördermittel über das Bafa oder die KfW erhältst.

Welche Heizungen fördern Bafa und KfW?

Willst Du lediglich Deine Heizung tauschen, aber Dein Haus nicht vollständig energetisch sanieren, kannst Du von staatlichen Zuschüssen profitieren, wenn Du künftig mit erneuerbaren Energien heizt. Geregelt ist das im Programm Bundesförderung energieeffiziente Gebäude für Einzelmaßnahmen (BEG EM). Bei Heizungen im Neubau, ist eine Förderung nur möglich, wenn Du zu mindestens 55 Prozent mit erneuerbaren Energien heizen wirst. Ist Deine bisherige Heizung mindestens zwei Jahre in Betrieb, kannst Du höhere Fördermittel für Austausch gegen diese Systeme erhalten:

  • Solarthermie-Anlagen
  • Biomasse-Heizungen (auf Basis von Holzpellets oder Hackschnitzel oder Scheitholz) 
  • Wärmepumpen 
  • Gas-Brennwertheizungen – wenn sie mit einer solarthermischen Anlage, einer Wärmepumpe oder einem Biomassekessel kombiniert sind

Bei einem Gas-Brennwertkessel ist es möglich, zu diesem binnen zwei Jahren eine Wärmepumpe, eine solarthermische Anlage oder einen Biomassekessel nachzurüsten. Die Gasheizung muss aber ab Einbau bereits „renewable ready“ sein – also über die Steuerungs- und Regelungstechnik einer Hybrid-Heizung verfügen. Bindet die Heizung von Anfang an erneuerbare Energien ein und ist somit als Hybrid-Heizung voll funktionsfähig, liegt der Fördersatz höher. Die Förderung von solchen Gasheizungen gibt es nur über die BEG EM, also für Einzelmaßnahmen wie einen Heizungstausch. 

Die Förderhöhe variiert und richtet sich nach den Maßnahmen, die umgesetzt werden. Ersetzt Du eine Ölheizung durch eine klimafreundlichere Anlage, gibt es eine Austauschprämie. Seit 2021 gibt es für Biomasse-Heizungen einen Innovationsbonus, wenn die Feinstaubemissionen der Anlage unter einem bestimmten Niveau liegen – 2,5 Milligramm pro Kubikmeter dürfen es maximal sein. Auch den Anschluss an ein Nah- oder Fernwärmenetz kannst Du Dir bezuschussen lassen, wenn die gelieferte Energie zu mindestens 25 Prozent aus erneuerbaren Quellen gewonnen wird. Sind es mindestens 55 Prozent, ist der Zuschuss höher. Schließlich fördern Bafa und KfW auch andere Heizungstechnologien, wenn sie mindestens 80 Prozent der Wärme aus erneuerbaren Energien gewinnen. Was unter diesen „innovativen Heizungstechnologien“ zu verstehen ist, wird nicht weiter ausgeführt. Denkbar wäre etwa eine Brennstoffzellenheizung, wenn Du diese zumindest vorwiegend mit Ökostrom betreibst.

Fördersätze für Heizungen mit erneuerbaren Energien

 regulärer
Fördersatz

mit Austauschprämie
(Ausbau einer Ölheizung)

Solarthermie30 %nicht möglich
Biomasse35 %45 %
Biomasse mit Innovationsbonus40 %50 %
Wärmepumpe35 %45 %
Hybrid-Heizung mit ausschließlich erneuerbaren Energien35 %45 %

Biomasse-Hybrid-Heizung mit

anderen erneuerbaren Energien

und Innovationsbonus

40 %50 %

Anschluss an Nah- oder

Fernwärmenetz bei Lieferung

erneuerbarer Energien 

30 % /

35 %

40 % /

45 %

Innovative Heizungstechnik mit

erneuerbaren Energien

35 %45 %

Gas-Hybrid-Heizung mit

erneuerbaren Energien 

30 %40 %
Renewable-Ready-Gasheizung20 %30 %

Gefördert werden alle Kosten zur Anschaffung und Installation der neuen Heizung, Ausbau der alten Heizung, Umbau des Schornsteins sowie Bohrungen für Erdwärmepumpen. Der Einbau einer Heizung wird nur in Bestandsgebäuden mit diesen Sätzen gefördert. Der Fördersatz beim Anschluss an ein Nah- oder Fernwärmenetz beträgt 30 Prozent, wenn die gelieferte Wärme zu mindestens 25 Prozent auf erneuerbaren Energien beruht, und sie beträgt 35 Prozent, wenn die gelieferte Wärme zu mindestens 55 Prozent aus erneuerbaren Energien stammt. 
Quelle: BEG EM (Stand: 30. Dezember 2020)

Wie kannst Du Deine Heizung optimieren?

Willst Du Deine Heizung noch nicht austauschen, kannst Du mit anderen Maßnahmen ihre Effizienz steigern. Dadurch benötigst Du weniger Brennstoff und schonst Deinen Geldbeutel. Die Investitionen spielen sich dadurch innerhalb weniger Jahre von selbst wieder ein. Zudem gibt es Fördermittel: über das Bafa Zuschüsse und über die KfW Kredite mit Tilgungszuschuss.

Die Bundesförderung energieeffiziente Gebäude (BEG) unterstützt Dich bei einzelnen Maßnahmen – 20 Prozent der förderfähigen Kosten kannst Du als Zuschuss erhalten. Förderfähig sind die Kosten für Material, Handwerks- oder Ingenieurarbeiten sowie die Mehrwertsteuer darauf. Das Investitionsvolumen muss dabei bei mindestens 300 Euro brutto liegen. Maximal gibt es 60.000 Euro pro Wohnung. Förderfähig sind folgende Maßnahmen:

  • hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage samt Einstellung der Heizkurve
  • Ersatz bestehender Pumpen durch Hocheffizienzpumpen sowie Anpassung von Vorlauftemperatur und Pumpenleistung
  • Optimierung der Wärmepumpe
  • Einbau von Flächenheizsystemen und Anpassung der Rohrleitungen
  • Austausch von Heizkörper gegen Niedertemperatur-Heizkörper und Heizleisten 
  • Einbau von Wärmespeichern im Gebäude oder in seiner Nähe
  • Dämmung von Rohrleitungen
  • Einbau und Ersatz von Mess-, Steuer- und Regelungstechnik wie elektronischer Heizungsthermostate, Wärmemengenzähler oder Smart Meter

Um einen Zuschuss zu erhalten, ist in jedem Fall ein hydraulischer Abgleich durchzuführen. Ist dies nicht möglich, ist ein normgerechter Heizungscheck vorzunehmen.

Ein hydraulischer Abgleich sorgt dafür, dass sich die Wärme in Deinem Haus gleichmäßig verteilt. Das kann nötig sein, wenn Du Dein Heizverhalten geändert hast – beispielsweise einzelne Räume weniger beheizt, weil ein Kind ausgezogen ist oder nachdem Du neue Fenster eingebaut hast. Die Folge: Dein Kessel heizt viel stärker als nötig. In der Regel sparen Verbraucher nach einem hydraulischen Abgleich zehn Kilowattstunden Brennstoff pro Quadratmeter Wohnfläche im Jahr ein, hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) berechnet. 

Eine ältere Umwälzpumpe gehört in der Regel zu den Stromfressern im Haus. 400 bis 600 Kilowattstunden benötigt sie im Jahr. Eine hocheffiziente Pumpe verbraucht 80 Prozent weniger – also nur noch 80 bis 120 Kilowattstunden. Die Kosten von 400 Euro für die neue Pumpe hast Du nach vier bis fünf Jahren wieder drin. Mit der Förderung rechnet sich die Investition schon nach drei Jahren.

Für welche Einzelmaßnahmen am Haus gibt es Zuschüsse?

Über die BEG EM fördern Bafa und KfW nicht nur den Einbau klimafreundlicher Heizungen und die Optimierung von bestehenden Heizanlagen, sondern auch einzelne Maßnahmen am Haus, um den Wärmeschutz, den Gebäudeschutz oder den Wohnkomfort zu erhöhen. Dazu gehören etwa:

  • Dämmung von Außenwänden
  • Maler- und Putzarbeiten
  • Dämmung von Rollladenkästen
  • Maßnahmen zum Sturm-, Hagel- und Schlagregenschutz
  • Maßnahmen zur Schalldämmung
  • Erneuerung von Dachrinnen
  • Erhalt und Neuanlage von Dachbegrünungen
  • Austausch von Dachziegeln
  • Dämmung des Dachs
  • Dämmung der Kellerdecke oder obersten Geschossdecke
  • Einbau und Erneuerung von Türen und Toren
  • Einbau oder Erneuerung von Fensterbänken
  • Modernisierung von Fenstern
  • Einbau oder Erneuerung von Rollladenkästen
  • Maßnahmen zum Schutz vor Sommerhitze (sommerlicher Wärmeschutz)

Diese Aufzählung ist nicht vollständig. Über das BEG EM werden weitere Maßnahmen gefördert. Einsehen kannst Du die gesamte Liste auf der Seite des Bafa.

Für jede einzelne Maßnahme kannst Du vom Bafa einen Zuschuss in Höhe von 20 Prozent der förderfähigen Kosten erhalten. Zu diesen zählen neben den Kosten für Materialien und die Handwerksleistung auch die Mehrwertsteuer, sofern Du keinen Vorsteuerabzug geltend machst. Möchtest Du einzelne Maßnahmen per Kredit finanzieren, dann wende Dich an die KfW-Bank. Über das Programm 262 erhältst Du ein zinsgünstiges Darlehensowie einen Tilgungszuschuss in Höhe von 20 Prozent. 

Voraussetzung für die Förderung ist jeweils, dass die Maßnahme, für die Du einen Antrag stellst, mindestens 2.000 Euro kostet. Außerdem musst Du einen Energieeffizienz-Experten bei der Planung der Baumaßnahmen einbinden. Die Kosten für diesen kannst Du wiederum zur Hälfte gefördert bekommen. Du kannst für mehrere einzelne Maßnahmen in einem Kalenderjahr einen Förderantrag stellen. Der Zuschuss ist aber gedeckelt – pro Wohnung bekommst Du maximal 12.000 Euro. Deine förderfähigen Kosten lägen dann bei 60.000 Euro. Die geförderten Maßnahmen müssen zudem mindestens zehn Jahre Wirkung entfalten können – Du darfst geförderte Rollläden oder Fenster dementsprechend nicht früher wieder abbauen.

Wie beantragst Du die Förderung über das Bafa?

Eine Förderung über das Bafa zu beantragen, ist vergleichsweise einfach.

Bevor Du einen Vertrag mit einem Fachbetrieb abschließt, also auch vor Baubeginn, musst Du den Förderantrag stellen. Das geht online über ein Portal. Hast Du eine elektronische Bestätigung über den Eingang Deines Antrags erhalten, kannst Du einen Installateur mit dem Einbau der Heizung beauftragen. Zur Beantragung der Förderung sollte Dir aber schon ein Kostenvoranschlag vorliegen, damit Du die Investitionshöhe angeben kannst. 

Willst Du Dein Haus teilweise energetisch sanieren, musst Du einen Energieeffizienz-Experten hinzuziehen. Dieser beschreibt der jeweiligen Institution zunächst, welche Arbeiten sinnvoll sind und ausgeführt werden sollen. Erst dann kannst Du den Förderantrag einreichen. Eine Datenbank mit Energieeffizienz-Experten bietet die Deutsche Energieagentur.

Ist der Förderantrag gestellt, können die Arbeiten beginnen. Du kannst aber auch warten, bis das Bafa über den Antrag entschieden hat. Bei der Beantragung legst Du ein Passwort für den Zugriff auf Deinen Antrag im Portal fest. So kannst Du dort jederzeit den Bearbeitungsstand einsehen. Wenn Du die Entscheidung des Bafa abwartest, weißt Du später, ob Du die Förderung wirklich bekommst und hast dadurch finanzielle Sicherheit. Zudem verkürzt Du die Zeit, die bis zur Zahlung des Zuschusses vergeht. Bedenke von vornherein: Die Investitionssumme musst Du erst einmal allein aufbringen, den Zuschuss gibt es nach Abschluss der Bauarbeiten. Wird der Antrag bewilligt, erhältst Du einen Zuwendungsbescheid. Danach hast Du 24 Monate Zeit, Dein Vorhaben umzusetzen. Diese 24 Monate nennt das Bafa Bewilligungszeitraum.

Spätestens sechs Monate nach Ablauf des Bewilligungszeitraums musst Du erklären, welche Kosten entstanden sind. Dazu stellt das Bafa ein Online-Formular (namens „Verwendungsnachweis“) über das Portal bereit, auf das Du folgende Dokumente hochlädst: 

  • Nachweis der Ausgaben (Rechnungen, tabellarische Übersicht über die Ausgaben)
  • Fachunternehmererklärung des beauftragten Handwerkbetriebs 
  • Verwendungsnachweisformular (auf der Website des Bafa bereitgestellt)
  • ein Formular, mit dem Du den Wahrheitsgehalt Deiner Angaben bestätigst; dieses erhältst Du mit dem Zuwendungsbescheid
  • den technischen Projektnachweis, wenn ein Energieeffizienz-Experte involviert war

Hast Du den Verwendungsnachweis geführt, überweist das Bafa den Zuschuss. 

Wie beantragst Du die Förderung über die KfW?

Willst Du den Umbau Deiner Heizung mit einem Kredit finanzieren, musst Du dazu zunächst eine Bank suchen. Das kann Deine Hausbank sein, aber auch eine andere. Mit dieser besprichst Du, dass Du einen zinsgünstigen Kredit mit Tilgungszuschuss der KfW nutzen möchtest. Die Bank beantragt den Kredit bei der KfW für Dich.

Hast Du den Kreditvertrag mit der Bank geschlossen und hat die KfW die Förderung zugesagt, kannst Du den Bauauftrag vergeben. Nach Abschluss der Arbeiten reichst Du eine Bestätigung der Fachfirma darüber an Deine Bank. Diese leitet sie an die KfW weiter, die Dir dann den Tilgungszuschuss gutschreibt.

Die KfW erläutert auf ihrer Internetseite, wie Du eine Bank für den Kreditvertrag findest und was Du beim Gespräch mit dieser beachten solltest.

Wer berät Dich?

Bei Deinem Heizungsvorhaben hast Du bestimmt viele Fragen: Was ist technisch möglich? Wie wichtig ist mir der Umweltschutz? Wie viel Geld möchte ich ausgeben? Welche Fördermittel kann ich beantragen? Eine individuelle Beratung ist daher sinnvoll.

Die erste Anlaufstelle ist die Energieberatung der Verbraucherzentralen. Sie ist kostenfrei vor Ort, am Telefon oder per Mail möglich. Dort erfährst Du, welche Heiz- und Fördermöglichkeiten für Dich persönlich infrage kommen. Außerdem kommen die Experten der Energieberatung auf Wunsch zu Dir nach Hause. Dieser Detail-Check kostet 30 Euro, für Einkommensschwache ist er kostenfrei. Der Energieberater kann Dich individuell über Fördermittel informieren und dann zusätzlich auf spezifischere Dinge eingehen, die nur vor Ort geklärt werden können, etwa den Zustand der Heizung beurteilen.

Einen sehr umfangreichen, dafür aber kostenaufwendigen Dienst bieten Dir Energieberater. Um einen solchen zu finden, kannst Du das Portal des Bundes nutzen. Auch für die Energieberatung gibt es Fördermittel beim Bafa. Der Energieberater inspiziert dabei nicht nur Deine Heizung, sondern das gesamte Haus und macht Vorschläge zur energetischen Sanierung des Gebäudes.

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