Kinderkonto

Das erste Girokonto für Ihr Kind

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei Kinderkonten nehmen die Banken in der Regel keine Grundgebühr für Konto und Karte.
  • Da Kinder nicht oder nur beschränkt geschäftsfähig sind, müssen die Eltern der Kontoeröffnung zustimmen.
  • Das Geld auf dem Taschengeldkonto gehört dem Kind. Sie dürfen das Kinderkonto nicht nutzen, um mit dem steuerlichen Freibetrag der Kinder selbst Geld zu sparen.
  • Kinder dürfen sich nicht verschulden. Sie sind durch das Bürgerliche Gesetzbuch geschützt.

So gehen Sie vor

  • Wählen Sie das passende Konto für Ihr Kind aus. Schauen Sie dabei auch auf die Gebühren für Erwachsene, insbesondere wenn Ihr Kind bald volljährig wird.
  • Suchen Sie die nötigen Unterlagen für das Eröffnen des Kinderkontos zusammen. Dazu gehört zum Beispiel die Geburtsurkunde des Kindes.
  • Fragen Sie Ihre Bank, inwieweit Sie die Kontofunktionen einschränken können und entscheiden Sie, wie Ihr Kind das Konto nutzen darf.
  • Falls nötig: Erteilen Sie einen Freistellungsauftrag oder beantragen Sie eine Nichtveranlagungsbescheinigung für das Kinderkonto.

Irgendwann ist es soweit: Ihr Kind hat öfter mit Geld zu tun und es wird Zeit für das erste eigene Girokonto. Die Banken verlangen in der Regel keine oder zumindest keine hohen Gebühren für ein solches Konto. Kosten entstehen den Eltern also nicht, wenn sie diesen Schritt gehen. Ganz problemlos geht das Ganze aber trotzdem nicht.

Welches Konto soll es sein?

Bei der Auswahl eines Kinderkontos sollten Sie darauf achten, dass die Bank keine Grundgebühr für das Konto und die dazugehörigen Karten verlangt. Das ist meist der Fall. Das bedeutet, dass es für Kinder eine wesentlich breitere Auswahl an preiswerten Girokonten gibt als für Erwachsene. Um die Auswahl etwas einzuschränken, sollten Sie überprüfen, ob womöglich an anderer Stelle Kosten entstehen, zum Beispiel fürs Überweisen oder Geldabheben.

Ihr Kind sollte zudem leicht an Bargeld kommen, es sollte ein gut ausgebautes Automatennetzwerk geben. Damit kommen die Sparkassen und Volksbanken in Frage, aber auch Direktbanken, die die kostenlose Bargeldversorgung über eine Kreditkarte ermöglichen.

Falls Ihr Kind etwas älter ist, sollten Sie daran denken, dass Filialbanken die Gebühren meist anheben, sobald Ihr Kind nicht mehr die Bedingungen für die preiswerten Konten erfüllt. Haben Sie sich für eine Filialbank entschieden, wird es dann also Zeit auf ein anderes, preiswerteres Konto umzusteigen. Einige Banken schalten das Konto mit der Volljährigkeit auf wesentlich teurere Modelle um, bei anderen gibt es hingegen preiswerte Studentenkonten. Also muss das Kind dann nicht sofort wechseln.

Tipp: Falls es bei Ihrem Kinderkonto nicht möglich ist Bargeld einzuzahlen, kann Ihr Kind das Geld auch einfach Ihnen geben, zum Beispiel für den Einkauf. Sie überweisen es dann auf das Konto des Kindes. Das wird zum Beispiel ein Thema, falls Sie ein Kinderkonto bei einer Direktbank eröffnen und das Kind etwa von den Großeltern ein Geldgeschenk erhält.

Andere Bankprodukte für Kinder

Banken bieten für Kinder nicht nur Girokonten an. Bei einigen Geldhäusern gibt es auch gut verzinste Sparkonten und Tagesgelder. Die Kinder sparen bei solchen Produkten oft mit höheren Zinsen als volljährige Kunden. Sie können jedoch nicht so viel Geld anlegen wie sie wollen, die Banken legen für diese Anlagen wesentlich niedrigere Grenzen für die Maximalanlage fest oder verzinsen größere Summen niedriger. Eltern können auch ein Depot für das Kind bei einer Bank eröffnen und so bereits Geld in Fonds anlegen.

Falls Sie sich zwischen mehreren Jugendkonten entscheiden müssen, kontrollieren Sie also auch, ob die Bank weitere gute Produkte für Kinder im Programm hat. Das erleichtert womöglich die Auswahl.

Wie eröffnen Eltern ein Girokonto für ihr Kind?

Erwachsene können relativ einfach ein Girokonto eröffnen: Sie müssen lediglich ein Konto aussuchen, das Antragsformular im Internet oder auf Papier ausfüllen und unterschreiben und ihre Identität nachweisen – entweder per Post- oder per Video-Ident.

Für Minderjährige ist das Eröffnen eines Kontos jedoch schwieriger. Kinder, die jünger sind als 7 Jahre, sind nicht geschäftsfähig und können keine Verträge abschließen. Ab dem 7. Lebensjahr sind Minderjährige beschränkt geschäftsfähig. Sie können Verträge abschließen, die Eltern müssen aber immer zustimmen, denn kaum ein Vertrag bringt rechtlich nur Vorteile (BGB § 107).

Deshalb müssen Eltern auch der Kontoeröffnung zustimmen. Dafür reicht nicht ein Elternteil, auch falls die Eltern sich getrennt haben. Hat ein Elternteil das alleinige Sorgerecht, muss es dies mit dem Sorgerechtsbeschluss nachweisen. Dies gilt auch bei unverheirateten Eltern mit gemeinsamem Sorgerecht. Haben die Eltern unterschiedliche Familiennamen, ist zudem die Heiratsurkunde für das Eröffnen des Kinderkontos wichtig. Die Identität des Kindes weisen die Eltern mit der Kopie der Geburtsurkunde nach, die Eltern müssen sich über ihre Ausweise identifizieren. Welche Unterlagen wie von den Banken verlangt werden, ist immer von der einzelnen Bank abhängig. Getrennte Eltern, die das Konto nicht gemeinsam in der Filiale eröffnen oder die Post-Ident-Unterlagen zusammen unterschreiben wollen, sollten mit der ausgewählten Bank Kontakt aufnehmen, um zu erfahren, ob die Bank eine Lösung für solche Fälle anbietet.

Eine Ausnahme gibt es: Sollte der Minderjährige einen Arbeitsvertrag haben, dann kann er ein Konto ohne die Zustimmung der Eltern eröffnen (BGB § 113). Allerdings müssen die Eltern dann vorher dem Arbeitsvertrag zustimmen. Beim Eröffnen bringen die Minderjährigen den Vertrag dann mit. Für Auszubildende gilt diese Ausnahme nicht.

Was ist das Besondere an einem Kinderkonto?

Eltern können die Funktionen eines Jugendkontos einschränken. So können Sie zum Beispiel bei einigen Banken festlegen, wieviel Geld Ihr Kind abheben kann. Auch dem Überweisen sind Grenzen gesetzt, meist dürfen ganz junge Kinder überhaupt nicht überweisen, später dann nur, nachdem die Eltern zugestimmt haben. Die Kinder haben deshalb bei vielen Banken vor einem bestimmten Alter keinen eigenen Zugang zum Online- oder Mobile-Banking. Wie genau das Konto eingeschränkt wird und werden kann, hängt von der gewählten Bank ab.

Zum Taschengeldkonto gehört meist eine Girocard, mit der die Kinder Geld abheben oder bezahlen können. Einige Banken geben auch Prepaid-Kreditkarten mit dem Kinderkonto aus. Manchmal gehört auch eine echte Kreditkarte zum Jugendkonto, einen Kreditrahmen bekommen die Kinder jedoch nicht. Grund dafür ist, dass sich Minderjährige nicht verschulden dürfen. Deshalb richten Banken ihnen auch keinen Dispo ein.

Wem gehört das Geld?

Auch wenn Sie dabei sein müssen, wenn Ihr Kind unter dem eigenen Namen ein Konto eröffnet und Sie sehr viel Kontrolle über das Geld haben – das Geld gehört Ihrem Kind, egal ob es auf dem Girokonto oder vielleicht auf einem Tagesgeldkonto liegt. Das gilt auch dann, falls Ihr Kind das Geld für etwas anderes ausgibt als eigentlich von Ihnen vorgesehen.

Kinder haben einen eigenen Steuerfreibetrag. Sie können für das Geld der Kinder auch eine Nichtveranlagungsbescheinigung beantragen oder aber Freistellungsaufträge erteilen. Das dürfen Sie jedoch nicht für die eigene Geldanlage ausnutzen, um so Steuern zu sparen.

Auch falls Sie Hartz IV beziehen ist es wichtig, dass das Konto auf den Namen des Kindes läuft und das Geld dem Kind gehört: Kinder haben auch bei Hartz IV einen eigenen Freibetrag. Wenn das Kind nicht über ein eigenes Konto spart, rechnen die Ämter das Geld zum Vermögen der Eltern hinzu, was die Hartz-IV-Zahlungen negativ beeinflusst.

Welche Probleme kann es beim Bezahlen geben?

Da Kinder keine Schulden machen dürfen, können sie ihr Konto in der Regel beim Einkaufen nicht überziehen. Ist zu wenig Geld auf dem Konto, scheitert das Zahlen mit der Karte. Es gibt jedoch eine Ausnahme: Beim elektronischen Lastschriftverfahren (ELV), also beim Bezahlen mit der Girocard und Unterschrift, wird nicht geprüft, ob das Konto gedeckt ist. Das kann dazu führen, dass Kinder einkaufen, der Händler das Geld nicht bekommt und deshalb ein Inkasso-Schreiben verschickt. Das ist nicht weiter verwunderlich, da weder Händler noch Inkasso-Unternehmen wissen, wie alt der Käufer ist.

Dem können Banken, Händler aber auch Verbraucher entgegenwirken. So können die Banken die Karten so kennzeichnen, dass die Händler über die Kasse erkennen, dass es sich um die Karte eines Minderjährigen handelt und Guthaben zum Bezahlen notwendig ist. Oder die Händler verlangen bei Kindern immer, dass sie die PIN eingeben. Die Minderjährigen können auch die Eingabe der PIN erzwingen („Anwenderauswahl“). Dazu müssen sie am Kassenterminal eine andere Zahlweise auswählen, bevor sie die Karte einschieben. Damit das alles klappt, erklären die Kinder besser dem Kassierer, was sie tun wollen und warum.

Inkasso-Schreiben bei Kindern

Falls das Konto des Kindes aufgrund des Lastschriftverfahrens überzogen wird, können Sie versuchen, die Sache zu klären, ohne die Inkasso-Gebühren zu zahlen. Da in solchen Fällen das Konto nicht gedeckt war, greift der Taschengeldparagraf (BGB § 110) nicht. Der besagt, dass Kinder Dinge kaufen können, wenn sie das Geld für den Einkauf bekommen haben, sie frei darüber verfügen dürfen und schon bezahlt haben. Die Eltern müssen in solchen Fällen dem Kauf nicht mehr zustimmen.

Bei einem ungedeckten Konto fehlt es aber genau an der Bezahlung, der Kaufvertrag ist bis zur Einwilligung der Eltern „schwebend unwirksam“, wie die Juristen sagen. Sollte in einem solchen Fall ein Inkasso-Schreiben eintreffen, schreiben Sie am besten dem Händler, weisen ihn auf das Alter des Kindes hin und erklären, dass Sie nicht mit dem Kauf einverstanden sind.

Um die Gebühren der Bank für die Rücklastschrift werden Sie vermutlich nicht herumkommen. Schließlich ist das das Werkzeug, mit dem die Bank verhindert, dass das Kind sich verschuldet.

Bei der Recherche zum Thema ELV unterstützte uns der Handelsverband Deutschland.

Finanztip Newsletter

  • Jede Woche die besten Tipps
  • Absolut kostenlos
  • 100% werbefrei
Was der Stern* neben Links bedeutet

Ein Stern* neben einem Link bedeutet, dass Finanztip vom verlinkten Anbieter möglicherweise bezahlt wird: manchmal, sobald Sie den Link klicken – oft nur dann, wenn Sie einen Vertrag abschließen. So finanzieren wir unseren Service und können ihn kostenlos anbieten. Wichtig ist: Auf den Preis, den Sie zahlen, wirkt sich das nicht aus. Und wir verlinken nur auf Angebote, die unsere unabhängigen Experten und Redakteure zuvor uneingeschränkt empfohlen haben. Das hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Sie als Verbraucher ist. Erst wenn das geklärt ist, verhandelt eine andere Abteilung über eine mögliche kostenpflichtige Verlinkung. Mehr zu unserer Arbeitsweise lesen Sie hier.

Artikel verfasst von

Josefine Lietzau

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Josefine Lietzau ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Bereits während ihres Studiums der Germanistik und Anglistik war sie für die Redaktionen der Grünen Liga, der Jüdischen Zeitung und der Superillu tätig. Nach ihrem Magister-Abschluss absolvierte Josefine Lietzau ein Volontariat bei den Online-Verbraucherportalen Banktip und Posttip, wo sie im Anschluss als Redakteurin arbeitete.