Kostenlose Kreditkarte

Die besten Kreditkarten, die viel können und nichts kosten

Das Wichtigste in Kürze

  • Viele Banken verlangen Jahresgebühren für ihre Kreditkarten. Mit Finanztip finden Sie kostenlose Kreditkarten, bei denen auch sonst kaum weitere Gebühren anfallen.
  • Die Anbieter holen sich das Geld für die Umsätze der Kreditkarte entweder wenige Tage später, nur einmal im Monat oder in Raten vom Konto des Kunden zurück. Das hat für Verbraucher Vor- und Nachteile und ist ein wichtiges Kriterium bei der Wahl der richtigen Karte.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Girokonto am Tag der Kreditkartenabrechnung ausreichend gedeckt ist. Zahlen Sie nicht in Raten, auch wenn die Bank dies anbietet.
  • Beachten Sie unsere Tipps, um zusätzlich Geld zu sparen.

Die besten Angebote...

...mit monatlicher Abbuchung:
DKB (Visa)
keine Jahresgebühr, weltweit kostenloses Abheben

...mit sofortiger oder zeitnaher Abbuchung:
ING-Diba (Visa)
Kombination mit Girokonto
keine Jahresgebühr, kostenloses Abheben in der Eurozone

...mit optionaler Ratenzahlung:
1-Plus-Card von Santander (Visa)
keine Jahresgebühr, teure Ratenzahlung, Komplettüberweisung möglich, weltweit kostenloses Abheben

Barclaycard (Visa)
keine Jahresgebühr, teure Ratenzahlung, Komplettüberweisung möglich, weltweit kostenloses Abheben

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Um die 100 Euro jährlich für die Kreditkartengebühr und dann noch jedes Mal 3 Euro für das Abheben am Geldautomaten? Das ist ganz schön teuer. Einige Verbraucher zahlen viel zu viel für ihre Kreditkarte. Denn es gibt kostenlose Karten, die den teuren in den wichtigsten Punkten in nichts nachstehen.

Damit Sie sich nicht durch das Kleingedruckte kämpfen müssen, haben wir den Markt analysiert und empfehlen Ihnen die besten kostenlosen Kreditkarten. In unserem Übersichtsartikel zum Thema Kreditkarten erklären wir Ihnen zudem, wie Sie eine Kreditkarte beantragen.

Zu wem passt eine kostenlose Kreditkarte?

Kostenlose Kreditkarten eignen sich für die meisten Verbraucher. Denn dafür entfallen nicht nur die Jahresgebühren, oft verlangen die Banken bei diesen Angeboten auch kaum oder keine Gebühren für das Abheben und Bezahlen. Damit sparen Sie im Vergleich zu teureren Produkten und müssen in den meisten Fällen kaum auf eine Leistung des Anbieters verzichten.

Dass die Karten dann beispielsweise keine Versicherungen oder Tankrabatte enthalten, ist in der Regel kein Drama. Denn entweder lohnen sich diese Leistungen nur für bestimmte Verbraucher, oder aber es gibt wesentlich bessere Produkte, die Sie einzeln abschließen können. Kurz: Die kostenlosen Karten funktionieren beim Bezahlen und Abheben genauso gut wie teurere Karten.

Unser Rechenbeispiel zeigt: Das günstigste Angebot kann mehr als 90 Euro im Jahr weniger kosten als eine zufällig ausgewählte Kreditkarte.

Beispiel für Kreditkarten-Kosten

Stadtsparkasse Münchengünstigstes Angebot
Jahresgebühr29 €¹0 €
Partnerkarte29 €0 €
zweimal 200 € in Fremdwährung abheben17,22 €0 €
500 € in Fremdwährung bezahlen8,75 €0 €
zweimal 200 € am Automaten abheben10,22 €0 €
insgesamt94,19 €0 €

¹ Mastercard Standard
Quellen: Preislisten Stadtsparkasse München; Santander, Barclaycard (Stand: 8. Oktober 2018)

Mittlerweile gibt es auch Anbieter von Gold- und Platinkarten, die damit werben, keine Jahresgebühr zu erheben. Solche Angebote analysieren wir ausführlich in unserem Ratgeber Gold- und Platinkarten. Die Anbieter holen sich die Jahresgebühr oft über andere, teils versteckte Kosten wieder zurück. Die Karten eignen sich daher nur für wenige Kunden.

Wer keine kostenlose oder Gold-Kreditkarte erhält, kann es mit einer Prepaid-Karte versuchen. Die bekommen auch Menschen mit schlechterer Bonität. Allerdings sind die Gebühren oft unübersichtlich und in manchen Fällen recht hoch. Diese Karten sind deshalb nur für bestimmte Zielgruppen interessant, wie Sie in unserem Ratgeber Prepaid-Kreditkarte genauer nachlesen können.

Welche Abbuchungsart passt zu Ihnen?

Die Anbieter buchen den Umsatz unterschiedlich oft vom Giro- oder Kreditkartenkonto des Karteninhabers ab. Das hat Vor- und Nachtteile, je nach Kartentyp.

Charge - Bei Charge-Kreditkarten werden die Umsätze gesammelt und einmal im Monat abgebucht. Dadurch erhalten Sie bis zum Zeitpunkt der Verrechnung einen kostenlosen Kredit. Sie können so auch Ihren Dispo umgehen: Falls Sie knapp bei Kasse sind, nutzen Sie die Kreditkarte zum Bezahlen und Abheben anstatt der Girocard. Wichtig dabei ist, dass vor dem Abbuchen wieder genug Geld auf dem Konto ist. Deshalb müssen Sie darauf achten, wie viel Sie mit der Kreditkarte ausgeben.

Debit - Die Bank verrechnet die Kreditkarten-Abbuchungen taggenau mit dem Guthaben auf Ihrem Girokonto. Ausnahme sind sogenannte Deferred-Debit-Kreditkarten, bei diesen dauert es ein paar Tage. Debit-Karten sind eine gute Wahl für Sie, wenn Sie die volle Kostenkontrolle über Ihre Ausgaben behalten wollen. Allerdings bekommen Sie keinen kostenlosen Kredit, denn bei Debit-Karten handelt es sich eigentlich nicht um Kreditkarten. Falls nicht genug Guthaben auf dem Girokonto liegt, rutschen Sie in den Dispo. Reicht Ihr Dispo nicht aus, wird die Zahlung geblockt. Manche Banken blocken die Zahlung bereits, wenn nicht genug Guthaben auf dem Konto liegt.

Einige Hotel- oder Mietwagenanbieter akzeptieren zudem keine Debit-Kreditkarten. Falls Sie viel unterwegs sind, kann das zu Schwierigkeiten führen. Fragen Sie also besser bereits vor dem Buchen nach, ob es später vor Ort Probleme geben könnte.

Revolving - Bei Revolving-Kreditkarten können Sie Ihre Ausgaben in Raten zurückzahlen – mit Zinsen. Diese Sollzinsen sind im Vergleich etwa zu einem Ratenkredit deutlich höher. Deshalb sollten Sie auf diese Option verzichten. Meist besteht die Möglichkeit, den Umsatz auch auf einen Schlag zu zahlen. Entweder Sie überweisen den Betrag oder die Bank bucht den Saldo automatisch ab. Letzteres ist jedoch nicht bei allen Revolving-Karten möglich. Sie müssen bei solchen Angeboten immer selbst aktiv werden und die komplette Summe bezahlen, um die hohen Zinsen zu vermeiden.

Tipp: Falls Ihr Anbieter den Saldo nicht automatisch abbucht, stellen Sie sich dafür am besten eine monatliche Erinnerung in Ihrem Handy oder E-Mail-Programm ein.

Welche kostenlosen Kreditkarten empfiehlt Finanztip?

Es gibt zahlreiche kostenlose Kreditkarten, mit denen Sie bargeldlos bezahlen, sich im In- und Ausland mit Bargeld versorgen sowie Hotels oder Mietwagen buchen können. Wir empfehlen die folgenden Angebote, bei denen Sie außerdem in der Eurozone kostenlos Bargeld abheben können. Einzelheiten zu unserer Untersuchung lesen Sie am Ende dieses Artikels.

Karten mit monatlicher Abbuchung (Charge)

Visa-Karte der Deutschen Kreditbank (DKB)
Zum Girokonto der DKB gehört neben der Girocard eine gute Visa-Karte. Kunden müssen volljährig sein und die von der Bank erwünschte Bonität mitbringen, um das Konto samt Karte zu bekommen. Ein regelmäßiger Geldeingang ist nicht notwendig.

Die DKB teilt ihre Kunden allerdings auf: Im ersten Jahr erhalten alle Kunden dieselben Konditionen, danach ändert sich dies. Wenn dann mindestens 700 Euro monatlich auf Ihrem Konto eingehen, gelten Sie als Aktivkunde.

Die Konditionen sind besser als für diejenigen, bei denen weniger als 700 Euro eingehen. Die Bank verlangt auch nach dem ersten Jahr keine Gebühren, falls Sie als Aktivkunde mit der Kreditkarte in einer fremden Währung bezahlen oder in einer anderen Währung Geld abheben. Geht weniger Geld ein, fällt ab dem zweiten Jahr beim Abheben und Bezahlen außerhalb der Eurozone eine Gebühr in Höhe von 1,75 Prozent des Betrages an.

Bei der Kreditkarte handelt es sich um eine Charge-Karte. Die Bank schichtet das Geld zum monatlichen Abbuchungstermin automatisch vom Giro- auf das Kartenkonto um. Reicht das Guthaben nicht aus, rutschen Sie in den Dispokredit und müssen Zinsen zahlen. Auch in diesem Fall gibt es Unterschiede zwischen den Kundengruppen: Gehen mindestens 700 Euro monatlich ein, beträgt der Dispozins 6,9 Prozent. Bei Geldeingängen darunter liegt er bei 7,5 Prozent.

Egal, zu welcher Kundengruppe Sie gehören: Sie können mit der Kreditkarte nur Beträge ab 50 Euro abheben.

Deutsche Kreditbank (DKB)
Kombination von Girokonto mit Visa-Karte

  • keine Jahresgebühr
  • monatliche Abrechnung
  • bessere Konditionen im ersten Jahr und ab 700 Euro Geldeingang im Monat (Aktivkunden)
  • kostenlos Bargeld abheben in der Eurozone (Aktivkunden: weltweit)
  • 1,75 Prozent Fremdwährungsgebühr beim Bezahlen und Abheben (Aktivkunden: keine Gebühr)
  • Bargeldabhebungen erst ab 50 Euro

Karten mit sofortiger Abbuchung (Debit)

Visa-Karte der ING-Diba
Die ING-Diba bietet zum Girokonto eine Debit-Karte von Visa kostenlos an. Beim Bezahlen und Abheben in einer anderen Währung müssen Sie grundsätzlich 1,75 Prozent zahlen. Auch die ING-Diba lässt beim Abheben am Automaten nur Beträge von mehr als 50 Euro zu, in der Eurozone ist das kostenlos.

Interessant an der Kreditkarte: Es handelt sich um eine sogenannte Deferred-Debit-Kreditkarte. Das bedeutet, der Umsatz wird erst nach drei Tagen abgebucht. Die Karte wird der ING-Diba zufolge durch diese Verzögerung beim Abbuchen von Visa als Kreditkarte eingeordnet. Als Kunde der Bank dürften Sie beim Buchen von Mietwagen und Hotels deshalb weniger Probleme haben als mit einer reinen Debit-Karte.

ING-Diba
Kombination von Girokonto mit Visa-Karte

  • keine Jahresgebühr
  • kostenloses Abheben in der Eurozone
  • Deferred-Debit-Karte: Abbuchung erst nach drei Tagen
  • 1,75 Prozent Fremdwährungsgebühr beim Bezahlen und Abheben
  • Bargeldabhebungen erst ab 50 Euro

Karten mit optionaler Ratenzahlung (Revolving)

Bei Revolving-Kreditkarten können Sie Ihre Schulden in teuer verzinsten Raten zurückzahlen. Das sollten Sie vermeiden und immer die gesamten Schulden tilgen. Manche Anbieter machen Ihnen das einfach und buchen das Geld auf Wunsch selbst ab.

Achtung: Das ist bei unseren Empfehlungen Santander und Barclaycard nicht der Fall. Lediglich die jeweils fällige Rate wird regelmäßig vom Referenzkonto abgebucht. Sie können bei diesen Kreditkarten kein automatisches Abbuchen der kompletten Summe einstellen.

Die Kreditzinsen sind bei Revolving-Karten typischerweise sehr hoch. Falls Sie diese Kosten vermeiden wollen, müssen Sie selbst aktiv werden, indem Sie die komplette Rechnung einmal im Monat begleichen. Ansonsten kann die Kreditkarte eine teure Angelegenheit werden. Wir raten zudem davon ab, die zusätzlich angebotene Ratenschutzversicherungen abzuschließen.

Barclaycard Visa
Mit der kostenlosen Revolving-Kreditkarte von Barclaycard können Sie weltweit Geld abheben, ohne Gebühren zu zahlen. Dies gilt auch für das weltweite Bezahlen. Eine Mindestsumme beim Abheben gibt es bei diesem Anbieter nicht.

Die Karte bekommen Sie, ohne ein Girokonto bei Barclaycard zu eröffnen. Den Umsatz bezahlen Sie entweder selbst von einem Konto bei einer anderen Bank ein oder lassen Barclaycard das Geld in Raten abbuchen (Teilzahlungsoption). In diesem Fall müssen Sie Kreditzinsen in Höhe von effektiv 18,38 Prozent im Jahr zahlen. Finanztip rät von der Ratenoption ab. Sollten Sie Ihre Schulden komplett tilgen, bleibt Ihr Kartenumsatz bis zu 28 Tage nach der monatlichen Rechnungsstellung zinsfrei. Das bedeutet, dass Sie im besten Fall für 59 Tage einen kostenlosen Kredit bekommen.

Die Barclaycard fordert beim Antrag Ihre Erlaubnis, eine sogenannte Bankauskunft bei Ihrer Hausbank einzuholen. Dafür kann die Hausbank Gebühren von Ihnen verlangen. Barclaycard zufolge nutze das Unternehmen das Recht zum Einholen einer Bankauskunft aber nur in Einzelfällen. Bei einer Bankauskunft informiert die eigene Bank eine andere, wie es um die wirtschaftlichen Verhältnisse des Kunden steht. Das passiert vor allem dann, wenn jemand bei einer fremden Bank einen Kredit beantragt.

Barclaycard
Visa

  • keine Jahresgebühr
  • weltweit kostenlos Bargeld abheben
  • weltweit kostenlos bezahlen
  • Bank bucht Schulden in Raten ab
  • Kunden müssen ganzen Betrag überweisen, um Zinsen zu vermeiden

1-plus-Visa-Card von Santander
Die Bank Santander bietet ihre 1-plus-Visa-Card ohne Jahresgebühr an. Die Karte bekommen Sie mit und ohne Girokonto des Geldhauses. Das Abheben und Bezahlen mit der Kreditkarte ist in jeder Währung kostenlos. Auch eventuelle Gebühren von automatenbetreibenden Banken, wie sie beispielsweise in den USA beim Abheben manchmal vorkommen, erstattet Santander auf Anfrage.

Als Extraleistung erhalten die Kunden weltweit 1 Prozent Rabatt für Tankrechnungen von bis zu 400 Euro im Monat, wenn sie an der Tankstelle mit der Visa-Karte bezahlen. Pro Jahr können sie also bis zu 48 Euro extra kassieren.

Die Kreditzinsen sind mit 13,98 Prozent effektiv recht hoch. Deshalb sollten Sie die festeingestellte Ratenoption nicht nutzen und Ihre Schulden immer komplett tilgen. Dazu müssen Sie monatlich den kompletten Betrag auf das Kartenkonto überweisen.

Santander
1-plus-Visa-Card

  • keine Jahresgebühr
  • weltweit kostenlos Bargeld abheben
  • weltweit kostenlos bezahlen
  • Bank bucht Schulden in Raten ab
  • Kunden müssen ganzen Betrag überweisen, um Zinsen zu vermeiden

Kombination aus Kreditkarte und Girokonto

Es gibt weitere gute Angebote, die Girokonto und Kreditkarte kombinieren, um das Geldabheben weltweit kostenlos zu ermöglichen. Wir empfehlen sie allerdings nicht als Kreditkarten-Produkte, da Kunden zum kostenlosen Abheben in der Eurozone die Girocard nutzen müssen:

Comdirect-Girokonto - Bei der Comdirect gehört eine Visa-Kreditkarte (Charge) zum Girokonto. Kostenlos damit Geld abheben können Kunden aber nur außerhalb der Europäischen Union, Islands, Liechtensteins und Norwegens. Mit der Girocard dagegen heben Verbraucher in diesen Ländern kostenlos Geld ab.

Norisbank-Girokonto - Mit der Kreditkarte (Charge) der Norisbank können Kunden nur im Ausland kostenlos Geld abheben. Diese Mastercard gehört zum kostenlosen Girokonto. Mit der Girocard zum Konto ist das Abheben in Deutschland kostenlos.

1822mobile - Die Sparkassen-Tochter 1822direkt hat ein Smartphone-Konto entwickelt, mit dem Sie weltweit kostenlos abheben können. In Deutschland müssen Sie dafür aber zur Girocard greifen und an einen Sparkassen-Automaten gehen. In allen anderen Ländern benutzen Sie die Kreditkarte zum Abheben. Die Visa-Karte zum Konto ist eine Charge-Karte.

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Auf welche Kosten müssen Sie bei Kreditkarten achten?

Bei der Suchen nach der passenden Kreditkarte sollten Sie auf bestimmte Gebühren achten. Die machen meistens den größten Teil der Kosten aus. Diese Gebühren finden Sie in den Preis- und Leistungsverzeichnissen der Banken.

Abhebegebühr - Die Abhebegebühr kann anfallen, wenn Sie im In- oder Ausland Bargeld an Geldautomaten oder Schaltern abheben.

Aber Achtung: Verwechseln Sie die Abhebegebühr nicht mit der Automatengebühr. Ihre kartenausgebende Bank kann Abhebegebühren verlangen, der Automatenbetreiber seine eigenen Gebühren. Deshalb kann es vorkommen, dass eine Bank mit weltweit kostenlosem Abheben wirbt, in bestimmten Ländern aber dennoch am Automaten Kosten entstehen. Die ersetzt die eigene Bank meist nicht. Unter unseren Empfehlungen ist die Santander die Ausnahme: Sie erstattet auf Kundenantrag die Automatengebühren.

Fremdwährungsgebühr - Diese Gebühr kann beim Bezahlen und Geldabheben in anderen Währungen als dem Euro anfallen. Sie wird meistens als Prozentsatz des fälligen Betrages genannt.

Kreditzinsen - Diese können in unterschiedlichen Formen anfallen. Entweder als Dispozins, falls Sie die Karte über das Kontoguthaben hinaus nutzen oder aber das Konto nicht rechtzeitig zur Rechnungsstellung wieder aufgefüllt haben. Oder auch als Zinsen, falls Sie die Ratenoption der Kreditkarte nutzen.

Außerdem gibt es noch weitere Gebühren, beispielsweise die Kosten für eine Ersatzkarte oder für eine Zweit- beziehungsweise Partnerkarte.

Was ist bei Kreditkarten sonst noch wichtig?

Bei Kreditkarten geht es um mehr als nur um Gebühren und Abbuchungsarten. Auf diese Punkte sollten Sie daher ebenfalls achten:

Kontaktloses Bezahlen - Mit immer mehr Kreditkarten können Sie über den Funkstandard NFC (Near-Field Communication) kontaktlos mit der Kreditkarte bezahlen. Dazu halten Sie einfach die Karte an das Kassenterminal, schon sind Sie mit dem Bezahlen fertig. Bei niedrigen Summen klappt das ohne Eingabe der PIN und auch ohne Unterschrift. Visa hat dafür eine Grenze von 50 Euro festgelegt, Mastercard 25 Euro.

In der Regel lässt sich NFC bei den Kreditkarten deutscher Banken nicht ausschalten. Wer sich deshalb mit seiner Karte unwohl fühlt, kann zumindest eine Hülle nutzen, die NFC unterdrückt. Diese gibt es oft kostenlos von der Bank zur Karte dazu.

Kontaktlos bezahlen mit unseren Kreditkarten-Empfehlungen

BankNFC
DKBja
ING-Diba ja
Barclaycardja
Santandernein

Quellen: Anbieter (Stand: Oktober 2018)

Bezahlen und Abheben immer in lokaler Währung - Wenn Sie außerhalb der Eurozone unterwegs sind, werden Sie beim Bezahlen oder Abheben mit der Kreditkarte häufig gefragt, ob die Summe in Euro abgerechnet werden soll. Wählen Sie immer die lokale Währung. Denn falls Sie sich für den Euro entscheiden, rechnet der Betreiber des Geldautomaten die fremde Währung um und schlägt eine hohe Gewinnspanne auf. Bei der lokalen Währung hingegen wird der Betrag meist über einen im Internet einsehbaren Wechselkurs des Kreditkartenanbieters umgerechnet, der deutlich günstiger ist.

Gleiches gilt, wenn Ihnen am Automaten bereits ein Umrechnungskurs angeboten wird. Dieser Kurs ist in der Regel teurer als der des eigenen Anbieters. Heben Sie deshalb auch in solchen Fällen ohne Währungsumrechnung ab. 

Visa oder Mastercard - Kostenlose Kreditkarten bieten sowohl Visa als auch Mastercard an. Die beiden Firmen haben keinen direkten Kontakt zum Karteninhaber, sondern vergeben Lizenzen an Banken und Sparkassen. Daher gibt es unzählige Kreditinstitute, die diese Kreditkarten anbieten. Den Banken steht es frei, Ihnen die Kreditkarte kostenlos zur Verfügung zu stellen. Sowohl Visa als auch Mastercard werden weltweit akzeptiert. Wir raten Ihnen, die Entscheidung für eine Kreditkarte von den Kosten abhängig zu machen.

Weitere Kreditkartenanbieter sind American Express und Diners Club, von denen Sie meist direkt eine Kreditkarte erhalten. Diese Karten werden jedoch von weniger Händlern akzeptiert als Mastercard und Visa. Das liegt zum Beispiel daran, dass die Kosten für Mastercard und Visa auf der Händlerseite reguliert sind, bei Amex und Diners Club jedoch nicht. Bezahlen Sie mit einer solchen Karte, entstehen den Händlern womöglich höhere Kosten.

Unseriöse Anrufe - Bei Kreditkarten geht es nicht immer seriös zu. So kann es passieren, dass die Karten per Telefon angeboten werden. Mancher Geschäftemacher erweckt dabei den Anschein, dass es sich um die Nachfolgekarte Ihrer aktuellen Kreditkarte handele. Dahinter steckt womöglich ein Angebot, bei dem Sie für die Karte sehr hohe Gebühren zahlen müssen, und das per Nachnahme. Informieren Sie sich daher immer zu den Gebühren und verlassen Sie sich nicht auf die Angaben bei solchen Anrufen.

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So haben wir getestet

Vergleich kostenlose Kreditkarten 2018
Bei unserem Kreditkarten-Test im September/Oktober 2018 haben wir ausschließlich kostenlose Kreditkarten berücksichtigt. Über eine Google-Suche haben wir eine Grundgesamtheit aus den Karten zusammengestellt, die wir mit den Schlagworten „Kreditkarten kostenlos“ und „Kreditkarten Vergleich“ auf den ersten fünf Suchergebnisseiten gefunden  haben. Dabei haben wir auch die Karten mit in den Test genommen, die auf Portalen gelistet waren, die wir im Zuge der Suche entdeckt haben.

Folgende Karten-Typen haben wir nicht berücksichtigt, auch wenn der Anbieter keine Jahresgebühr verlangt:

  • Studentenkarten
  • Businesskarten
  • Prepaid-Karten
  • regional gebundenen Karten
  • Karten, die nur für bestimmte Altersgruppen passten
  • Kreditkarten, die zu einem kostenpflichten Girokonto gehörten
  • Kreditkarten, die zu einem Girokonto gehörten, dass nur bei Geldeingang kostenlos war
  • Karten, die nur im ersten Jahr kostenlos waren
  • Karten, die nur bei einem bestimmten Umsatz kostenlos waren
  • Karten, die nur in Aktionszeiträumen kostenlos abgeschlossen werden konnten
  • White-Label-Versionen (Kopien) von Karten, die sich bereits für den Test qualifiziert haben


Die 22 übrig gebliebenen Karten haben wir auf die Kosten für das Abheben untersucht. Für eine Empfehlung mussten die Karten mindestens diese Kriterien erfüllen:

  • Das Abheben in Deutschland muss kostenlos sein, da wir Kreditkarten als Einzelprodukt untersucht haben und nicht als Kombination mit einem Girokonto und der Girocard.
  • Das Abheben in der Eurozone muss kostenlos sein, da Kreditkarten insbesondere für Reisen gebraucht werden.
  • Das Abheben darf nicht auf eine bestimmte Anzahl oder Maximalsumme begrenzt sein.

Die diesen Kriterien entsprechenden vier Karten haben wir auf ihre Abbuchungsart untersucht. Finanztip bevorzugt sogenannte Charge-Karten, da bei diesen das Abbuchen automatisch erfolgt und die Nutzer einen Kredit erhalten. Debit-Karten sind in unseren Augen eher zweite Wahl: Verbraucher haben mit diesen Karten zwar mehr Kontrolle über ihre Finanzen, müssen dafür aber Probleme beim Buchen von Hotels und Mietwagen in Kauf nehmen. Revolving-Karten, bei denen Beträge in Raten vom Girokonto abgebucht werden, eignen sich nur für gut organisierte Menschen. Deshalb landen sie auf Platz drei.

Von Finanztip 2018 empfohlene Kreditkarten

Bank / KreditkarteKartenunternehmen / KartenartFremdwährungsgebühr beim Bezahlenweltweit kostenloses Abheben
DKB Visa / Charge 1,75 % / 0 %¹ Eurozone/weltweit¹
ING-Diba Visa / Debit1,75 % Eurozone
Barclaycard Visa / Revolving keine weltweit
Santander 1Plus Card Visa / Revolving keine weltweit

¹ abhängig vom Kundenstatus
Quelle: Websites der Anbieter (Stand: Oktober 2018)

Weitere im Oktober 2018 untersuchte Kreditkarten

Es gibt darüber hinaus Karten, mit denen die Sie kostenlos abheben können, die es nicht in die Reihe der Finanztip-Empfehlungen geschafft haben. Das lag daran, dass das kostenlose Abheben begrenzt war entweder durch Anzahl oder Summe.

Kreditkarten, bei denen das kostenlose Abheben begrenzt ist

Bank / KreditkarteKartenunternehmenFremdwährungsgebühr beim Bezahlenkostenloses AbhebenEinschränkungen beim Abheben
Consorsbank²Visa 1,75 % Eurozone Abheben nur bei Beträgen von mehr 50 Euro kostenlos
Ferratum Mastercard 0 % weltweit 4 x im Monat kostenlos
Fidor Smart Card Mastercard 1,5 % Eurozone 2 x im Monat kostenlos
O2 Banking Mastercard 1,75 % Eurozone 3 x im Monat kostenlos
N26 Standard¹ Mastercard 1,75 % weltweit in Deutschland 5 x kostenlos bei Hauptkonto, sonst 3 x kostenlos im Monat
Revolut¹ Mastercard 0 % (abhängig von Währung) weltweit 200 Euro monatlich
Transferwise Mastercard abhängig von Währung weltweit 200 britische Pfund monatlich

¹ Anbieter hat die Daten nicht bestätigt.
Quelle: Websites der Anbieter (Stand: Oktober 2018)

Zu den Finanztip-Empfehlungen gehörte bisher die Consorsbank. Sie führt zum 1. November 2018 Gebühren ein, falls die Summe beim Abheben geringer ist als 50 Euro. Damit erfüllt sie nicht mehr das Empfehlungskriterium „kostenloses Abheben in Deutschland und der Eurozone“ und fällt aus den Empfehlungen heraus. Bislang war es bei der Consorsbank gar nicht möglich, weniger als 50 Euro abzuheben.

Falls Sie bereits Kunde der Bank sind, heißt das jedoch nicht, dass Sie die Bank zwingend wechseln müssen. Das gilt insbesondere, wenn Sie meist mindestens 50 Euro am Automaten  holen.

Des Weiteren gibt es zahlreiche Kreditkarten, bei denen zum Beispiel das Abheben in Deutschland etwas kostet oder aber die Kunden immer für das Abheben bezahlen müssen.

Weitere im September/Oktober 2018 untersuchte Kreditkarten

Bank / KreditkarteKartenunternehmenFremdwährungsgebühr beim Bezahlenkostenloses Abheben
1822direktVisa1,75 %weltweit, außer Deutschland
Advanzia¹MastercardkeineZinsen ab Abhebungszeitpunkt
PaybackAmerican Express2 %nicht möglich
ComdirectVisa1,75 %außerhalb der Eurozone
Consors FinanzMastercard0 %Zinsen ab Abhebungszeitpunkt/beim Abheben von weniger 300 Euro zusätzliche Gebühren
Hanseatic Bank GenialcardVisa1,75 %nicht möglich
Deutschland Kreditkarte ClassicVisa1,75 %nicht möglich
International Card Services B.V.Visa1,85 % oder 2 %²Eurozone ohne Deutschland
NorisbankMastercard1,75 %weltweit, außer Deutschland
TargobankVisa2 % Wechselkurszuschlag + 1,85 % Entgelt für Auslandseinsatznur an Targobank-Automaten in Deutschland
Tchibocard PlusMastercard1,5 %nur an Commerzbank-Automaten in Deutschland

¹ Es gibt fünf Karten mit gleichem Leistungsspektrum, die unter anderem Namen vertrieben werden.
² Hängt davon ab, ob Europäische Union oder nicht.
Quelle: Websites der Anbieter (Stand: September/Oktober 2018)

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Artikel verfasst von

Josefine Lietzau

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Josefine Lietzau ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Bereits während ihres Studiums der Germanistik und Anglistik war sie für die Redaktionen der Grünen Liga, der Jüdischen Zeitung und der Superillu tätig. Nach ihrem Magister-Abschluss absolvierte Josefine Lietzau ein Volontariat bei den Online-Verbraucherportalen Banktip und Posttip, wo sie im Anschluss als Redakteurin arbeitete.