Heizölportal-Test 2022

Heizöl bestellen – trotz Preisschock so günstig wie möglich

Ines Rutschmann
Finanztip-Expertin für Energie
12. Mai 2022
Das Wichtigste in Kürze
  • Wer Heizöl braucht, findet über Vergleichsportale günstige Angebote.
  • Wir haben die Preise auf fünf Heizölportalen verglichen: Heizoel24 und Esyoil zeigten meist die günstigsten Angebote.
So gehst Du vor
  • Beobachte die Heizölpreise über einen längeren Zeitraum. Abonniere dazu am besten die kostenlosen Newsletter der Heizölportale.
  • Vergleiche die Angebote auf mehreren Portalen. Wir empfehlen Heizoel24 und Esyoil. Du kannst aber auch noch ein drittes Portal nutzen.
  • 2022 ist Heizöl deutlich teurer als die Jahre zuvor. Überlege, ob Du auf eine andere Heiztechnologie umsteigen willst.

Seit Anfang 2022 ist Heizöl so teuer wie nie zuvor. Rohöl ist teurer geworden aufgrund einer weltweit wieder anziehenden Nachfrage nach der Corona-Pandemie. Seit 2021 erhebt Deutschland zudem den CO2-Preis auf Heizöl. 2022 macht dieser den Brennstoff rund 9,6 Cent pro Liter teurer.

Der Einmarsch Russlands in die Ukraine hat den Weltmarkt Anfang 2022 zusätzlich aufgewühlt. Setzt Deutschland den geplanten Importstopp für russisches Erdöl bis Jahresende 2022 um, könnte dies nochmals zu steigenden Preisen für Heizöl führen, insbesondere in Ostdeutschland. Zum Jahreswechsel 2023 erhöht sich auch der CO2-Preis erneut: voraussichtlich um 1,3 Cent pro Liter (netto). Mit Mehrwertsteuer sind es rund 1,5 Cent pro Liter mehr. Wird Dir Heizöl bis 31. Dezember geliefert, zahlst Du noch den geringeren Satz. 

Welches Heizölportal hat die günstigsten Preise?

Es gibt eine Vielzahl von Vergleichsrechnern für Heizöl. Fünf voneinander unabhängige Vergleichsportale haben wir bei unserer Internetrecherche identifiziert, die uns bereits aus unseren vorangegangenen Tests von 20172018 und 2020 bekannt waren. Drei weitere Portale, die wir in der Vergangenheit testeten, lieferten bei ersten Vorabfragen keine Ergebnisse, sodass wir sie nicht in den jüngsten Test aufnahmen. Die fünf aktiven Portale sind (alphabetisch sortiert):

  • Brennstoffboerse
  • Esyoil
  • Fastenergy
  • Heizoel24
  • tanke-guenstig

Wir verwendeten für unsere Testabfragen wieder die aus den vorangegangenen Test auch genutzten Postleitzahlen für 14 verschiedene Orte. Es sind Städte und Gemeinden, die sich über ganz Deutschland verteilen – von der Landgemeinde mit wenigen Tausend Einwohnern über Kleinstädte, kleinere Großstädte bis hin zu Millionenstädten. Die Abfragen erfolgten für alle Postleitzahlen zu zwei unterschiedlichen Zeitpunkten: einmal Anfang April 2022 und einmal Mitte Mai 2022 – für jeweils die Standardsorte bei unterschiedlicher Menge.

Was haben wir auf den Portalen abgefragt?

Auf den fünf Portalen fragten wir Angebote mit diesen Angaben für die erwähnten 14 Postleitzahlen ab:

  • in fünf Orten: 1.500 Liter für eine Lieferstelle
  • in weiteren fünf Orten: 3.000 Liter für eine Lieferstelle
  • in weiteren vier Orten: 5.000 Liter für eine und für zwei Lieferstellen

Sowohl im April als auch im Mai haben wir die Preise abgefragt, um validere Ergebnisse im 2022 so angespannten Heizölmarkt zu erhalten. Die unterschiedlichen Mengen haben wir abgefragt, um zu erkennen, wie stark sich der Preis pro Liter verändert, je größer die Abnahmemenge ist. Als Sorte wählten wir Standard-Heizöl extraleicht schwefelarm, denn es wird am stärksten nachgefragt und kostet in der Regel am wenigsten. Diese Sorte ist nach DIN 51603-1 genormt. Auf den Portalen heißt das Öl „Standard“, „Normal“ oder einfach „das Günstige“. 

Die weiteren Einstellungen wählten wir bei allen Abfragen so offen wie möglich – aus zwei Gründen: Um das Erheben von Zuschlägen auszuschließen und um die Angebotspreise zwischen den einzelnen Portalen vergleichen zu können. Denn auf manchen Portalen lassen sich lediglich die Liefermenge, die Zahl der Abnahmestellen und die Postleitzahl festlegen. Sofern es möglich war, wählten wir daher diese Parameter: 

  • Lieferfrist so lang wie möglich,  
  • Lieferzeit so flexibel wie möglich, 
  • Schlauch so kurz wie möglich, 
  • Bezahlung ohne Mehrkosten 
  • es reicht ein Standard-Tankwagen zur Lieferung.  

Vier Portale zeigten für alle 14 Postleitzahlen mindestens ein Angebot: Heizoel24, Esyoil, Fastenergy und tanke-guenstig. Bei Brennstoffboerse erhielten wir in beiden Abfragerunden für die jeweils selben sechs Postleitzahlen kein Angebot. Auf Heizoel24, Esyoil, tanke-guenstig und Brennstoffboerse fanden wir die günstigsten Angebote. 

Zwei Portale liegen wieder vorn: Heizoel24 und Esyoil

Es zeigte sich wie auch im Test 2020, dass Heizoel24 am häufigsten das Angebot mit dem günstigsten Preis zeigte – von den 28 Abfragen 16-mal. Dahinter folgt Esyoil, das achtmal den günstigsten Preis anzeigte. Zweimal lieferte Brennstoffboerse das Angebot mit den niedrigsten Kosten und zweimal tanke-guenstig. 

Dabei nehmen sich Heizoel24 und Esyoil in der Regel nicht viel: Im Schnitt weicht das preiswerteste Angebot, das auf einem der fünf Portale erscheint um 0,7 Prozent vom günstigsten auf Heizoel24 ab. Bei Esyoil sind es 1,5 Prozent.

Trotzdem gibt es einzelne stärkere Abweichungen, etwa in der Mai-Abfrage für eine Postleitzahl bei 1.500 Litern Bezug. Dabei war das Angebot von Heizoel24 rund 265 Euro billiger als das auf Esyoil. Ähnlich teurer waren auch die Angebote auf tanke-guenstig und Fastenergy. Bei den April-Abfragen stellten wir zwei größere Abweichungen zwischen Heizoel24 und Esyoil fest: Bei der Liefermenge von 1.500 Litern war das günstigste Angebot für einen Musterhaushalt bei Esyoil rund 2,5 Prozent (oder 160 Euro) billiger als bei Heizoel24. Das günstigste Angebot für 5.000 Liter bei einer Lieferstelle war wiederum bei Heizoel24 rund 6 Prozent (oder rund 400 Euro) billiger als bei Esyoil. 

Wir empfehlen weiterhin eine Abfrage über Heizoel24 und Esyoil – die Preise sind in der Regel günstig und für jeden abgefragten Ort werden mehrere Angebote gezeigt. Wir raten aber auch, immer mehrere Portale abzurufen. Es kann immer sein, dass ein Angebot auf einem Portal deutlich unter denen der anderen liegt. Damit Du die Angebote adäquat vergleichen kannst, rufe sie auf jedem Portal immer am selben Tag ab. Überlegst Du, gemeinsam mit anderen zu bestellen, prüfe zuerst, ob sich die Sammelbestellung wirklich lohnt: In unseren Abfragen waren die günstigsten Angebote für eine Sammelbestellung mit zwei Abnehmern von 5.000 Litern knapp einen Cent pro Liter günstiger als bei der Lieferung von 3.000 Litern an eine Abnahmestelle. 

Preise pro Liter im April 2022

Bestell-
menge
niedrigster
günstigster
Preis 
höchster
günstigster
Preis

Durchschnittspreis

der günstigsten
Angebote

1.500 Liter1,26 Euro/Liter1,49 Euro/Liter1,35 Euro/Liter
3.000 Liter1,24 Euro/Liter1,37 Euro/Liter1,30 Euro/Liter
5.000 Liter1,23 Euro/Liter1,39 Euro/Liter1,31 Euro/Liter

Quelle: Finanztip-Erhebung (Stand: 6. April 2022)
In den Durchschnittspreis sind die Preise aller fünf Portale aus unseren Abfragen im April 2022 eingegangen. Alle Preise sind auf die zweite Stelle nach dem Komma gerundet. 

Preise pro Liter im Mai 2022

Bestell-
menge
niedrigster
günstigster
Preis 
höchster
günstigster
Preis

Durchschnittspreis

der günstigsten
Angebote

1.500 Liter1,30 Euro/Liter1,52 Euro/Liter1,36 Euro/Liter
3.000 Liter1,28 Euro/Liter1,48 Euro/Liter1,34 Euro/Liter
5.000 Liter1,27 Euro/Liter1,36 Euro/Liter1,32 Euro/Liter

Quelle: Finanztip-Erhebung (Stand: 11. Mai 2022)
In den Durchschnittspreis sind die Preise aller fünf Portale aus unseren Abfragen im Mai 2022 eingegangen. Alle Preise sind auf die zweite Stelle nach dem Komma gerundet. 

Mehr dazu im Ratgeber Ölheizung betreiben und Heizöl kaufen

  • Über eine Portalabfrage erhältst Du günstige Angebote für Heizöl.
  • Unsere Anbieter-Empfehlung: Heizoel24, Esyoil
  • Ab 2026 darfst Du eine neue Ölheizung nur noch unter bestimmten Bedingungen installieren. Ein Standardkessel ist nach 30 Jahren auszubauen.

Zum Ratgeber

Wie bestellst Du günstig Heizöl?

Willst Du 2022 so günstig wie möglich Heizöl kaufen, solltest Du die Preise beobachten, aber die Bestellung nicht zu lange aufschieben – auch wenn Deine Tanks noch ausreichend gefüllt sind. Im Frühling haben die Verhandlungen innerhalb der Europäischen Union zu einem Importstopp von russischem Erdöl begonnen. Wird dieses beschlossen, können die Heizölpreise wieder stärker anziehen. 

Deutschland plant unabhängig von einer Einigung aller EU-Länder ein Öl-Embargo bis zum Jahresende 2022. Die Raffinerien in Leuna (Sachsen-Anhalt) und Schwedt (Brandenburg) sollen dann Rohöl über Ostsee-Häfen geliefert bekommen. Im Notfall soll Heizöl per Lkw aus anderen Teilen Deutschlands zu den Tanklagern transportiert werden. Wie sich die Änderungen auf die Heizölpreise auswirken, wird sich zeigen. Willst Du dabei dem Risiko stärker steigender Heizöl-Preise vorbeugen, dann befülle Deine Tanks bis Spätsommer

Vergleiche dazu die Preisentwicklung auf Heizölportalen. Beachte dabei: Die Preise sind eine Momentaufnahme. Hast Du in der Vergangenheit die Erfahrung gemacht, dass ein bestimmtes Portal das günstigste Angebot für Dich hat, so muss dies nicht weiterhin der Fall sein. Die Händler haben es in der Hand, welchen Heizölpreis sie auf welchem Portal einstellen. Zusätzlich kannst Du die Preise bei einem Anbieter auch direkt aufrufen: In unseren bisherigen Tests zeigte sich, dass die Preise von Anbietern auf den Portalen eher günstiger sind als bei den Anbietern direkt.

Die Abfrage auf einem Portal ist denkbar einfach: Gib Deine Postleitzahl und die gewünschte Liefermenge an. Dann erscheinen Angebote für die Standardsorte und für jeweils einen Abnehmer. Diese Angebote beinhalten in der Regel keine Extragebühren wie beispielsweise für eine Expresslieferung oder eine Ratenzahlung. Veränderst Du die Einstellungen in der Suchmaske entsprechend, verteuern sich die Angebote. Du kannst zudem für eine Sammelbestellung mehrere Abnehmer auswählen oder Angebote für eine andere Heizölsorte aufrufen.

Ist Dein Ölkessel älter als 20 Jahre, dann beginne zu überlegen, wie lange Du noch mit Heizöl heizen willst. In den deutschen Klimaschutzplänen ist für Ölheizungen kein Platz mehr vorgesehen. Die Bundesregierung plant dabei eine neue Vorschrift: Ab 2024 sollen neu installierte Heizungen in Wohnhäusern zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien arbeiten. Damit wäre der Einbau einer neuen Ölheizung unwirtschaftlich – sie könnte nur im Teillastbetrieb laufen. 

Wann Du einen bestehenden Ölkessel ausbauen musst und welche alternativen Technologien in Frage kommen, erfährst Du in unserem Ratgeber Heizöl.

Welche Fördermittel es für den Austausch der Ölheizung gegen eine klimafreundliche Heizung gibt, erläutern wir im Ratgeber Förderung der Heizung.

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