Heizölportal-Test 2018

Mit diesen Vergleichsportalen finden Sie einen günstigen Händler für Heizöl

Ines Rutschmann Stand: 22. November 2018
Das Wichtigste in Kürze
  • Wer Heizöl benötigt, findet über Vergleichsportale günstige Händler und bekommt auch jeweils deren Lieferzeiten angezeigt.
  • Die Heizöl-Händler stellen ihre Angebote auf den Portalen selbst ein und können Preise und Lieferfristen jederzeit ändern.
  • Wir haben Preise auf acht Heizöl-Portalen geprüft. Nur drei zeigten Angebote für alle getesteten Postleitzahlen.
  • Die günstigsten Angebote fanden wir auf fünf Portalen; am häufigsten auf Heizoel24 und Esyoil.
So gehen Sie vor
  • Der Markt für Heizöl ist im Winterhalbjahr 2018/2019 turbulent: Die Preise sind hoch und die Lieferzeiten lang.
  • Wenn Sie Heizöl brauchen, schieben Sie die Bestellung nicht lange auf. Planen Sie den Kauf mindestens sechs Wochen im Voraus.
  • Wählen Sie eine kleinere Menge, mit der Sie über den Winter kommen. Sie können Ihre Tanks später komplett füllen, wenn sich der Markt beruhigt hat.
  • Vergleichen Sie die Angebote auf Heizoel24 und Esyoil. Entscheiden Sie sich für einen günstigen Händler mit kurzer Lieferfrist.

Im Herbst 2018 ist der Heizöl-Markt in Deutschland aus den Fugen geraten: Die Preise sind unabhängig von der Entwicklung des Rohölpreises am Weltmarkt nach oben geklettert und liegen seither auf einem deutlich höheren Niveau. Die Lieferzeiten haben sich verlängert – nicht überall, aber in vielen Regionen. Der Grund: Der Heizöl-Transport zu Wasser ist eingeschränkt, weil der Pegel der Flüsse niedrig ist – es hat im gesamten Jahr zu wenig geregnet. Nur dort, wo ein See-Hafen nicht weit ist, sind Verbraucher von dieser Entwicklung weniger betroffen.

Umso wichtiger ist es nun, dass Sie trotzdem preisgünstige Heizöl-Angebote finden. Deshalb haben wir Vergleichsportale für Heizöl im Herbst 2018 untersucht.

So haben wir acht Heizöl-Portale getestet

Wir fanden über eine Suche auf Google sieben voneinander unabhängige Vergleichsportale für Heizöl-Preise. Ein achtes Portal haben wir aus unserem vorangegangenen Test von 2017 übernommen. Diese acht von uns untersuchten Portale sind (alphabetisch sortiert):

  • Brennstoffboerse
  • Brennstoffhandel
  • Enxa
  • Esyoil
  • Fast Energy
  • Heizoel24
  • Oelbestellung
  • tanke-guenstig

Wir verwendeten für unsere Testabfragen 14 verschiedene Orte. Es handelt sich um dieselben wie in unserem vorherigen Test von 2017. Es sind Städte und Gemeinden, die sich über ganz Deutschland verteilen. Von der Landgemeinde mit wenigen Tausend Einwohnern über Kleinstädte, kleinere Großstädte bis hin zu Millionenstädten ist alles dabei. Die Abfragen für diese Orte erfolgte für ihre Postleitzahl. Bei Großstädten mit verschiedenen Postleitzahlen wählten wir eine - wieder die wie auch im Test von 2017.

Die Abfragen nahmen wir vom 30. Oktober bis 6. November 2018 in zwei Durchgängen vor. Wir fragten dabei stets die der DIN-Norm 51603-1 entsprechende Sorte Heizöl ab. Diese Sorte bezeichnen die Portale als „Normal“, „Standard“ oder einfach „Heizöl schwefelarm“. Doch egal, wie der Name lautet: Das Heizöl hat stets die gleiche Qualität. Und das bedeutet: Die Angebotspreise für diese Sorte lassen sich zwischen den einzelnen Portalen vergleichen.

Zwei Abfrage-Runden mit unterschiedlichen Bestellmengen

Am ersten Durchgang nahmen alle acht gefundenen Vergleichsportale teil. Wir erhoben auf diesen für alle 14 Postleitzahlen Angebote für eine Bestellmenge von 3.000 Litern. Die weiteren Einstellungen wurden so offen wie möglich gewählt, um das Erheben von Zuschlägen auszuschließen. Das bedeutet: die Lieferfrist ist auf jedem Portal so lang wie möglich, die Lieferzeit so flexibel wie möglich, der Schlauch so kurz wie möglich. Die Bezahlung erfolgt in bar. Es gibt nur eine Abnahmestelle. Es reicht ein Standard-Tankwagen zur Lieferung. Diese Parameter wählten wir, sofern sie sich einstellen ließen.

Nur drei Portale zeigten für alle 14 Postleitzahlen mindestens ein Angebot: Heizoel24, Esyoil und Fast Energy. Bei tanke-guenstig und Oelbestellung erhielten wir jeweils für eine Postleitzahl kein Angebot. Die Portale Brennstoffhandel, Brennstoffboerse und Enxa lieferten jeweils für sieben Postleitzahlen kein Angebot.

Die Angebote auf Heizoel24, Esyoil, Fast Energy und tanke-guenstig waren im Schnitt die günstigsten. Zugleich wichen die Bestpreise der einzelnen Portale maximal am wenigsten voneinander ab. Damit erfüllten diese vier Portale unsere Anforderungen im ersten Testdurchgang. Um sicher zu entscheiden, welche Portale wir empfehlen können, erhoben wir in einem zweiten Durchgang weitere Daten.

Wir variierten die Bestellmengen und die Abnahmestellen. Alle anderen Einstellungen blieben wie im ersten Durchgang bestehen. Wir riefen die Preise für eine Abnahmestelle bei 1.000 Litern Liefermenge ab, für zwei Abnahmestellen bei 5.000 Litern Liefermenge und für vier Abnahmestellen bei 10.000 Litern Liefermenge.

Heizoel24 und Esyoil liefern die meisten günstigen Angebote

Die Ergebnisse aus beiden Abfrage-Durchgängen gingen für die verbliebenen vier Portale in die Auswertung ein. Es zeigte sich, dass Heizoel24 am häufigsten das Angebot mit dem günstigsten Preis zeigte – von insgesamt 56 Abfragen 39-mal oder zu rund 70 Prozent. Dahinter folgt Esyoil – zu rund 29 Prozent zeigte das Portal das günstigste Angebot.

Im Unterschied zueinander nehmen sich Heizoel24 und Esyoil nicht viel: Im Schnitt sind die Angebote auf Heizoel24 um ein bis zwei Prozent günstiger als bei Esyoil. Das bedeutet bei einer Bestellung von 1.000 Litern einen Preisunterschied von insgesamt 17 Euro, bei 3.000 Litern von 11 Euro und bei 5.000 Litern von 39 Euro.  

Maximal überragen die Preise auf Esyoil um 4 bis 6 Prozent die jeweils günstigsten Angebote auf einem anderen Portal. Bei Heizoel24 beträgt die maximale Abweichung 2 bis 5 Prozent.

Häufigkeit des günstigsten Preises je Portal und Abfrage

abgefragte Bestellmenge

Heizoel24EsyoilFast Energy

Tanke-guenstig

1.000 Liter

10-mal3-mal1-mal-

3.000 Liter

5-mal3-mal2-mal

1-mal

5.000 Liter

9-mal4-mal-

1-mal

10.000 Liter

11-mal3-mal--

Quelle: Finanztip-Erhebung (Stand: 6. November 2018). Liegt die Summe der günstigsten Preise pro Bestellmenge über 14, so haben mehrere Portale für eine Postleitzahl gemeinsam den günstigsten Preis angezeigt. Bei der Abfrage für 3.000 Liter zeigte Oelbestellung viermal den günstigsten Preis.

Fast Energy zeigte viermal das günstigste Angebot. Im Schnitt lagen die Preise auf dem Portal um 4 bis 5 Prozent über dem günstigsten Angebot auf einem anderen Portal. Maximal waren es 8 bis 12 Prozent. Tanke-guenstig lieferte dreimal das günstigste Angebot. Auf diesem Portal überragten die Preise im Schnitt um 3 bis 14 Prozent die jeweils günstigsten. Die höchste Abweichung stellten wir bei der Abfrage für eine Abnahmemenge von 1.000 Litern fest – um bis zu 33 Prozent lag der von tanke-guenstig gezeigte Angebotspreis über dem günstigsten auf einem anderen Portal.

Auffällig auf allen Portalen ist aber, wie stark sich die Heizöl-Preise von Region zu Region unterscheiden. Im Süden und Westen von Deutschland zahlen Verbraucher im Herbst 2018 deutlich mehr als im Norden und Osten. Am größten ist der Unterschied zwischen Esens in Niedersachsen und Lindau in Bayern: Rund 20 Prozent zahlen Verbraucher in Lindau mehr als in Esens – bei 3.000 Litern Bestellmenge bedeutet das einen Preisunterschied von mehr als 500 Euro.

Starke Abweichungen für günstigste Heizöl-Preise je nach Region

Ort und Postleitzahl

günstigster Preis für 1.000

Liter in Euro

günstigster Preis für 3.000

Liter in Euro

Esens, 26427

772,90

2.306,93

Hamburg, 20095

785,40

2.259,81

Berlin, 10785

859,18

2.452,59

Potsdam, 14467868,70

2.476,87

Dortmund, 44135

915,70

2.597,18

Leipzig, 04103

917,49

2.560,40

Dippoldiswalde, 01744

920,70

2.531,13

Drensteinfurt, 48317929,87

2.624,31

Köln, 50667

938,43

2.597,18

München, 80997

967,47

2.804,59

Nürnberg, 90402

984,01

2.815,30

Frankfurt/Main, 60313

984,13

2.832,90

Mitwitz, 96268985,32

2.786,98

Lindau, 88131

1.004,60

2.882,42

Quelle: Finanztip-Erhebung (Stand: 6. November 2018). Die Orte sind nach der Höhe der Preise bei einer Abnahme von 1.000 Litern geordnet. Bei den günstigsten Preisen können auch Angebote von jenen Portalen enthalten sein, die nur im ersten Abfrage-Durchgang unseres Tests berücksichtigt wurden.

In unserem Test lieferten Heizoel24 und Esyoil in jeder einzelnen der vier Runden am häufigsten die niedrigsten Preise. Und auch, wenn die Portale nicht das günstigste Angebot hatten, so wich dieses nur geringfügig vom günstigsten Preis ab. Daher lässt sich ziemlich sicher sagen, dass Sie auf beiden Portalen zuverlässig günstige Preise finden. Wir sprechen daher beiden Portalen wie auch in den Tests 2017 und 2015 unsere Empfehlung aus.

Heizoel24 und Esyoil zeigen bei kurzer Lieferfrist gute Angebote

Günstige Angebote für Heizöl zu finden, ist das eine. Ob die Lieferzeiten auch vertretbar sind, ist im Herbst 2018 ebenfalls wichtig. Denn nicht immer kann das günstigste Angebot auch in vergleichsweise kurzer Zeit geliefert werden. Daher verglichen wir über alle vier Portale die jeweils günstigsten Angebote mit vergleichbarer, kurzer Lieferfrist. Es zeigte sich, dass die Angebote auf Heizoel24 und Esyoil wiederum diejenigen mit den niedrigsten Preisen waren.

Die Lieferfristen unterscheiden sich je nach Region. An einem Ort – Lindau am Bodensee – betrug die kürzeste Lieferzeit über alle Portale 30 Werktage. Kunden müssen also fünf Wochen auf die Bestellung warten. Die Landgemeinde Esens in Niedersachsen in der Nähe zu Bremerhaven zeigte mit drei Werktagen die kürzeste Lieferfrist von allen getesteten Postleitzahlen. Dahinter folgt Leipzig mit sieben Werktagen. Für die zwölf anderen unserer getesteten Orte müssen Kunden mit Lieferzeiten von mindestens drei bis vier Wochen rechnen.

Was bedeutet unser Test für Ihre Heizöl-Bestellung?

Wenn Sie bald Heizöl benötigen, dann bestellen Sie rechtzeitig eine Lieferung. So lange es einen Lieferengpass gibt, bleiben die Preise hoch. Bestellen Sie daher lieber weniger, als Ihre Tanks aufnehmen können. Größere Bestellmengen von mehr als 3.000 Litern liefern Unternehmen unter Umständen auch gar nicht mehr aus.

Rufen Sie die Angebote auf einem von uns empfohlenen Portal auf und wählen Sie ein günstiges, aber mit für Sie vertretbarer Lieferzeit. Sind die Lieferfristen auf dem gewählten Portal für Sie zu lang, dann prüfen Sie die Angebote auf einem anderen Portal. Zusätzlich können Sie Ihren Händler vor Ort kontaktieren und seine Preise und seine Lieferfrist erfragen.

Damit Sie auf dem Laufenden bleiben, wie sich der Heizöl-Markt entwickelt, abonnieren Sie zusätzlich zum Finanztip-Newsletter einen Newsletter von einem der Heizöl-Portale. Sobald sich der Lieferengpass für Heizöl auflöst, dürften die Heizöl-Preise in den stark betroffenen Regionen fallen. Dann können Sie erneut bestellen und Ihre Tanks stärker befüllen.

Grundsätzlich gilt, wenn Sie Heizöl-Portale besuchen: Es ist eine Momentaufnahme. Haben Sie in der Vergangenheit die Erfahrung gemacht, dass ein bestimmtes Portal das günstigste Angebot für Sie hat, so muss dies in der Zukunft nicht weiterhin der Fall sein. Die Händler haben es in der Hand, welche Preise sie auf welchem Portal einstellen.

Die Abfrage auf einem Portal ist denkbar einfach: Geben Sie Ihre Postleitzahl und die gewünschte Liefermenge an. Dann erscheinen Angebote. Diese beinhalten erst einmal keine Extra-Gebühren wie beispielsweise für eine Expresslieferung, eine Sorte mit bestimmten Zusatzstoffen, eine Sammelbestellung oder eine Ratenzahlung. Verändern Sie die Einstellungen in der Suchmaske entsprechend, verteuern sich die Angebote. Ob sich Ratenzahlungen lohnen, haben wir in unserem Ratgeber Heizöl untersucht.

Autor
Ines Rutschmann

Stand: 22. November 2018


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