Photovoltaik-Förderung

Solaranlage und Batteriespeicher günstig finanzieren

Ines Rutschmann Stand: 07. Juni 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Verschiedene Programme fördern die Anschaffung von Photovoltaik-Anlagen und Batteriespeichern. Diese können bundesweit gelten oder auf ein einzelnes Bundesland beschränkt sein.
  • Bei der Förderung kann es sich um ein zinsgünstiges Darlehen mit Tilgungszuschuss handeln, nur um einen zinsgünstigen Kredit oder um einen Investitionszuschuss.
  • Die Programme sind meist an Bedingungen geknüpft, beispielsweise hinsichtlich der Betriebsdauer oder des Installationsorts.
  • Den Antrag auf Förderung müssen Sie in der Regel schon stellen, bevor Sie eine Anlage kaufen.
So gehen Sie vor
  • Wenn Sie eine Photovoltaik-Anlage, einen Batteriespeicher oder beides zusammen anschaffen wollen, informieren Sie sich vor dem Kauf über Förderprogramme und zinsgünstige Kredite, beispielsweise in diesem Ratgeber. Die staatliche KfW-Bankengruppe etwa hat zur Finanzierung von Photovoltaik-Anlagen das Programm „Erneuerbare Energien 270“ aufgelegt.
  • Zudem bietet sich ein Fördermittel-Check beim gemeinnützigen Onlineportal CO2-online an: Nach Angabe Ihrer Postleitzahl und Ihres Investitionswunsches bekommen Sie alle infrage kommenden Programme angezeigt.
  • Prüfen Sie, welche Förderprogramme Sie für die geplante Größe Ihrer Anlage überhaupt nutzen können und welches Programm das meiste bringt.
  • Lesen Sie die Bedingungen aufmerksam durch und entscheiden Sie dann, ob Sie einen Förderantrag stellen.

Wollen Sie sich selbst mit Solarstrom versorgen, müssen Sie mehrere Tausend Euro in eine Photovoltaik-Anlage investieren. Für einen Batteriespeicher ist ebenfalls ein vierstelliger Betrag einzuplanen. Der Staat hilft aber bei der Finanzierung: Er gibt zinsgünstige Kredite und Tilgungszuschüsse.

Wie senkt eine Photovoltaik-Anlage die Stromkosten?

Anders als noch vor einigen Jahren erzielen Betreiber einer Photovoltaik-Anlage mit dem Einspeisen vom Solarstrom keine großen Renditen mehr. Denn die Einspeisevergütung hast sich erheblich verringert. Trotzdem rechnet sich ein kleines Solarkraftwerk auf dem Hausdach stark: Denn die selbst erzeugte Kilowattstunde kostet Sie aus einer neuen Anlage im Regelfall nur 10 bis 12 Cent und damit nur knapp ein Drittel des Stroms, den Sie aus der Steckdose beziehen.

Bei richtiger Auslegung können Sie etwa 30 Prozent des Stroms aus einer kleinen Photovoltaik-Anlage direkt verbrauchen. Den Rest können Sie auch weiterhin ins Stromnetz speisen und dafür die Einspeisevergütung beziehen. Diese zahlt Ihnen Ihr Netzbetreiber.  10,79 Cent pro Kilowattstunde erhalten Sie, wenn die Anlage im Juni 2019 in Betrieb geht und maximal 10 Kilowatt Leistung hat. Monat um Monat verringert sich der Einspeisetarif. Im Juli 2019 liegt er noch bei 10,64 Cent pro Kilowattstunde.

Die Einnahmen durch die Einspeisevergütung können sich damit bei einer 4 Kilowatt großen Anlage auf jährlich 400 bis 450 Euro belaufen – über eine Dauer von 20 Jahren. Der wirtschaftliche Vorteil aus dem Verbrauch des eigenen Stroms ist aber ein bisschen größer: Angenommen, Sie haben einen Stromverbrauch von 3.500 Kilowattstunden, so können Sie davon 1.200 Kilowattstunden direkt selbst verbrauchen. Damit verringern sich zwar Ihre Einnahmen aus dem Stromverkauf um rund 130 Euro. Aber im Gegenzug senken Sie Ihre Stromrechnung um etwa 320 bis 360 Euro pro Jahr. Steigt der Strompreis in den nächsten Jahren weiter, erhöht sich sogar Ihre Ersparnis.

Um von eigenem Solarstrom zu profitieren, müssen Sie aber zuerst investieren: 1.000 bis 1.400 Euro pro Kilowatt Leistung (netto) sind für eine Photovoltaik-Anlage einzuplanen. Bei 4 Kilowatt Leistung sollten Sie daher mit bis zu 5.600 Euro rechnen. Staatliche Förderprogramme helfen, eine solche Investition zu schultern.

Unser Ratgeber informiert Sie sowohl über bundesweite Programme als auch auf einzelne Bundesländer beschränkte. Sie können auch über den Fördermittel-Check des gemeinnützigen Online-Portals CO2online prüfen, welche Fördermittel es für Photovoltaikanlagen und Batteriespeichern n Ihren Wohnort gibt. Auch kommunale Programme sind berücksichtigt.

Geben Sie dazu in die Suchmaske ein, in welchem Haus Sie wohnen und welche Investition Ihnen vorschwebt. Der Fördermittel-Check weist Sie auch auf Zuschüsse hin, die Sie bei der Modernisierung Ihrer Heizung oder bei einer energetischen Sanierung Ihres Hauses in Anspruch nehmen können.

Wie fördert die Bundesregierung den Kauf von Solaranlagen?

Die staatliche KfW-Bankengruppe hat zur Förderung von Photovoltaik-Anlagen das Programm „Erneuerbare Energien 270“ aufgelegt. Es ermöglicht, Solaranlagen zinsgünstig zu finanzieren, egal wo Sie wohnen – das Programm gilt bundesweit.

Wenn Sie ein solches Darlehen in Anspruch nehmen möchten, müssen Sie die Photovoltaik-Anlage länger als zwölf Monate am Stromnetz betreiben. Gefördert werden neben den reinen Anschaffungskosten die Kosten für Planung, Projektierung und Installation der Anlage. Auch für gebrauchte Anlagen gibt es Kredite, wenn die Anlage entweder noch kein volles Jahr am Netz ist oder wenn Sie die Anlage anschließend so modernisieren, dass sich ihre Leistung erhöht.

Die Förderkredite haben Laufzeiten von fünf, zehn oder zwanzig Jahren. Der effektive Jahreszins beträgt im günstigsten Fall 1,26 Prozent, ist aber abhängig von der Bonität des Antragstellers. Diese ermittelt die Hausbank, über die auch der Kreditvertrag abgeschlossen wird. Auf der Website der KfW finden Sie die aktuellen Konditionen der KfW-Kredite und die Details der Abwicklung.

Wollen Sie das Programm nutzen, wenden Sie sich vor Kauf der Anlage an Ihre Hausbank. Sie reicht Ihren Antrag bei der KfW ein und schließt nach der Bewilligung den Kreditvertrag mit Ihnen.

KfW
Förderbank im Besitz von Bund und Ländern
  • Darlehen für die Errichtung und Erweiterung von Erneuerbaren-Energien-Anlagen
  • Darlehen für Batteriespeicher in Verbindung mit staatlichen Zuschüssen
  • meist günstigere Zinssätze als marktüblich
  • komplette Fremdfinanzierung von Projekten möglich

Welche Zuschüsse gibt es für Batteriespeicher?

Wenn Sie mehr eigenen Solarstrom nutzen wollen, brauchen Sie einen Batteriespeicher. Mit solch einem Gerät im eigenen Haus können Sie sich locker zur Hälfte mit selbst erzeugtem Strom versorgen. Die Preise für die Speicher sind in den vergangenen Jahren zwar stark gefallen. Dennoch kosten die gängigen Geräte für den Hausgebrauch noch immer 3.000 bis 10.000 Euro (netto). Auch hier kann ein Förderprogramm bei der Finanzierung helfen.

Fast sechs Jahre förderte die Bundesrepublik den Kauf von Batteriespeichern. Wer die Förderung nutzen wollte, musste die Anlage über einen Kredit der KfW-Bank finanzieren. Rund 32.500 Kredite und mit diesen verbundene Tilgungszuschüsse bewilligte die KfW. Dies löste Investitionen in Höhe von rund 700 Millionen Euro aus. Die Mittel finanzierten etwa ein Drittel der bis Ende 2018 installierten Batteriespeicher.

Das Programm ist zum Jahresende 2018 abgelaufen - die Bundesregierung hält eine weitere Förderung für überflüssig. Aber es gibt in einzelnen Bundesländern Programme, über die Sie noch Zuschüsse erhalten können.

Welche Bundesländer und Städte fördern Solaranlagen und Speicher?

Bundesländern steht es frei, eigene Förderprogramme aufzulegen. 2019 unterstützen Thüringen und Baden-Württemberg den Kauf von Photovoltaik-Anlagen und Batteriesystemen, um den erzeugten Strom zu speichern. In Sachsen gibt es Fördermittel nur für Batteriespeicher. Bedingung ist dabei stets, dass die Anlagen im eigenen Bundesland installiert sind. Das bedeutet: Nur wer in Thüringen, Sachsen oder Baden-Württemberg eigenen Solarstrom verwenden kann, kann sich für die Programme bewerben.

In Thüringen kann der Zuschuss zu einer Photovoltaik-Anlage als auch für einen Batteriespeicher bis zu 25 Prozent der Investition betragen. Egal ist dabei, ob Sie den Speicher zu einer bestehenden Photovoltaik-Anlage hinzufügen oder ob Sie die Photovoltaik-Anlage zusammen mit dem Speicher installieren lassen. Sie können auch für einen Wärmespeicher einen Förderantrag stellen, wenn er dem Eigenverbrauch Ihres Solarstroms dienen soll. Das Investitionsvolumen muss für jedes Projekt mindestens 5.000 Euro betragen.

Bedingung ist zudem, dass Sie einen Großteil des Strom selbst nutzen. Wollen Sie den Kauf der Photovoltaik-Anlage fördern lassen, sollen Sie mindestens 70 Prozent des erzeugten Solarstrom selbst verbrauchen. Beanspruchen Sie allein die Förderung für einen Batteriespeicher oder Wärmespeicher, müssen Sie nach Installation mindestens 60 Prozent Ihres Solarstrom selbst verbrauchen. Für jeden geförderten Batteriespeicher ist zudem eine Garantie für mindestens acht Jahre vorzulegen. Ihren Förderantrag für das Programm Solar Invest nimmt die Thüringer Aufbaubank entgegen. Auf ihrer Website hat sie entsprechende Formulare eingestellt. Seit Start des Programms im November 2016 bis Ende März 2019 bewilligte die Bank 662 Anträge und bezuschusste die Projekte mit insgesamt rund sechs Millionen Euro. Die meisten Projekte umfassen den Kauf einer Photovoltaik-Anlage mit einem elektrischen oder thermischen Speicher. 

Seit März 2018 können Sie als Erzeuger von Solarstrom in Baden-Württemberg einen Antrag auf einen Investitionszuschuss für „Netzdienliche Photovoltaik-Batteriespeicher“ stellen. Bis Anfang Mai 2019 gingen rund 4.000 Anträge ein. Aufgrund der großen Nachfrage stockte die Landesregierung bereits die Fördermittel auf insgesamt 10 Millionen Euro auf. Davon sind Anfang Juni 2019 rund 450.000 Euro noch nicht vergeben. Ist die Summe aufgebraucht, endet das Programm - vermutlich noch im Sommer 2019.

Um eine Förderung zu erhalten, muss der angeschaffte Speicher mindestens über 2 Kilowattstunden Speicherkapazität verfügen und fünf Jahre lang Strom aus einer Photovoltaik-Anlage speichern – mindestens 40 Prozent des Solarstroms können Sie so selbst nutzen. Der Zuschuss beträgt 2019 für Speicher mit bis zu 30 Kilowatt Leistung 200 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität. Maximal gibt es 7.500 Euro. Für leistungsstärkere Geräte beträgt der Zuschuss 300 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität. Die maximale Förderhöhe liegt hier bei 60.000 Euro. Einen Bonus von 400 Euro gibt es, wenn Sie eine Photovoltaik-Anlage zum Speicher errichten, die zwischen 10 udn 14 Kilowatt Leistung hat.

Ihren Antrag nimmt die Landeskreditbank Baden-Württemberg entgegen. Nicht jeder Antrag, der im Frühling 2019 noch eingeht, wird mit Sicherheit berabeitet. Es gilt daher: Je schneller Sie den Antrag noch stellen, desto stärker können Sie noch mit einer Förderung rechnen.

Der Freistaat Sachsen fördert über das Programm "Richtlinie Speicher" seit Januar 2018 die Anschaffung von Batteriespeichern zur Speicherung von eigenem Solarstrom. Dafür muss Ihr Gerät mindestens zwei Kilowattstunden Speicherkapazität haben, dauerhaft mit dem Stromnetz verbunden sein und dafür sorgen, dass die Photovoltaik-Anlage nur noch mit höchstens 50 Prozent ihrer Leistung Energie ins Stromnetz einspeist. Wenn Sie einen Speicher mit Blei- oder Lithium-Ionen-Technologie kaufen, können Sie pro Kilowattstunde Speicherkapazität einen Zuschuss von 200 Euro erhalten. Einen zusätzlichen Betrag von 1.000 Euro gibt es, wenn der Speicher zusammen mit der Photovoltaik-Anlage gekauft wird. Wer mit dem Speicher eine Ladestation für ein Elektroauto anschafft, kann auch für diese einen Zuschuss bekommen. Ihre Förderanträge stellen Sie bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB). Bis Anfang April 2019 bewilligte diese rund 1.100 Anträge. Im Schnitt erhält jeder Antragsteller rund 2.900 Euro Zuschuss.  

Das Förderprogramm Progres.NRW in Nordrhein-Westfalen, das ebenfalls Batteriespeicher und Photovoltaik-Anlagen förderte, endete zum 1. Dezember 2017. Anträge können Bürger aber noch für Investitionen in Ladesäulen für Elektroautos stellen. Auch das "1.000-Speicher-Programm" in Brandenburg ist ausgelaufen, nachdem die Landesregierung Ende September 2018 einen Förderstopp verhängte. 

Förderprogramme von Städten

Auch Kommunen können die Installation von Photovoltaik-Anlagen und Batteriespeichern fördern. So gibt es entsprechende Programme in München und Münster. 

Die Stadt München hat im April 2019 das Förderprogramm „Energieeinsparung“ gestartet. Es unterstützt Einwohner der Stadt unter anderem bei der Anschaffung von Photovoltaik-Anlagen und Batteriespeichern. Für neu installierte, netzgekoppelte Solarstromanlagen gibt es 100 bis 200 Euro je Kilowatt Leistung für die ersten 30 Kilowatt einer Anlage. Für Systeme, die an der Fassade montiert werden, gibt es 300 bis 400 Euro je Kilowatt Leistung. 

Neue, fest installierte Batteriespeicher fördert die Stadt, wenn sie der Eigenversorgung dienen und wenn es sich um Salzwasserbatterien oder Lithium-Ionen-Batterien ohne Kobalt handelt. Außerdem muss die Batterie eine Notstrom-Funktion haben – bei Stromausfall funktioniert dann trotzdem ein Teil des Hausnetzes. Einen Förderantrag stellen Sie online und zwar, ehe Sie ein Installationsunternehmen beauftragen. Sie haben anschließend zwei Jahre Zeit, die Anlage errichten zu lassen. Bis 31. März 2022 können Sie einen Antrag auf Förderung stellen.  

In Münster gibt es seit Juni 2018 ein Förderprogramm zur Anschaffung neuer Batteriespeicher. Für Speicher mit Lithium-Eisen-Phosphat-Zellen können Einwohner der Stadt pauschal 1.000 Euro Zuschuss erhalten. Für Salzwasserbatterien sogar 1.500 Euro. Die Förderung erhalten Sie unter drei Voraussetzungen:

  1. Sie errichten den Speicher zusammen mit einer netzgekoppelten Photovoltaik-Anlage neu,
  2. die Solarstromanlage hat zwischen fünf und 30 Kilowatt Leistung,
  3. sie speist den erzeugten Strom maximal mit 60 Prozent dieser Leistung ins Netz. 

Den Förderantrag können Sie hier herunterladen. Das Programm läuft bis Ende 2020.

Autor
Ines Rutschmann

Stand: 07. Juni 2019


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