Restschuldversicherung

Teuer und oft überflüssig

Josefine Lietzau
& Co-Autor
11. November 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Wenn Du einen Ratenkredit abschließen willst, wird Dir oft auch eine Restschuldversicherung angeboten. Die soll einspringen, wenn Du Deine Kreditraten nicht mehr zahlen kannst.
  • Doch die Versicherung ist teuer und wenig sinnvoll. Wir haben das an einem Beispiel für Dich durchgerechnet.
  • Eine Restschuldversicherung soll bei Tod, Arbeitslosigkeit und längerer Krankheit greifen. Eine Untersuchung der Bafin zeigt allerdings, dass die Versicherer oft nicht zahlen wollen.
So gehst Du vor
  • Verzichte bei einem Ratenkredit auf eine Restschuld- oder Ratenschutzversicherung.
  • Wenn Deine Familie im Fall Deines Todes Geld für einen Kredit braucht, solltest Du besser eine Risikolebensversicherung abschließen. Falls Du nicht mehr arbeiten kannst, sichert Dich eine Berufsunfähigkeitsversicherung finanziell ab.
  • Hast Du eine Restschuldversicherung abgeschlossen, kannst Du sie meist kündigen. Dann erhältst Du die Versicherungsbeiträge anteilig erstattet.

Egal ob Du Deinen Kredit direkt bei Deiner Hausbank aufnimmst oder Darlehen zunächst über ein Internetportal vergleichst – meist bekommst Du zum Kredit auch gleich eine Restschuldversicherung angeboten. Kannst Du die Raten mal nicht zahlen, etwa weil Du Deinen Job verloren hast oder länger krank bist, soll die Versicherung einspringen. Das klingt zunächst sinnvoll, aber die Verträge haben viele Haken.

Wovor soll Dich eine Restschuldversicherung schützen?

Eigentlich hört sich eine Restschuldversicherung wie eine gute Idee an. Arbeitslosigkeit und Krankheiten können schließlich jeden treffen. Wenn man sich dann keine Sorgen um den Kredit machen muss, ist das eine Erleichterung. Und der Todesfallschutz hilft der Familie, wenn sie schon genug mit der Trauer zu tun hat.

Trotzdem raten wir von der Versicherung ab. Dafür gibt es zwei Gründe: Die Versicherung ist sehr teuer. Außerdem leistet sie oft nicht. Streit gibt es besonders, wenn Du arbeitslos oder krank wirst, und die Versicherung zahlen soll.

Für die Banken ist die Restschuldversicherung allerdings ein einträgliches Geschäft: Die Banken-Aufsichtsbehörde Bafin hat 2019 in einer Marktuntersuchung festgestellt, dass die Banken teilweise mehr als 50 Prozent der Versicherungsprämie als Provision erhalten. Da ist es kein Wunder, wenn ein Berater Dich von einem solchen Vertrag überzeugen will.

Die Restschuldversicherung ist nicht verpflichtend

Auch wenn der Bankmitarbeiter Dich zum Abschluss drängt, gilt: Eine Restschuldversicherung ist nicht verpflichtend für die Kreditaufnahme. Die Versicherung sorgt in der Regel auch nicht dafür, dass Du niedrigere Zinsen für das Darlehen zahlst.

Achte also bei der Kreditaufnahme darauf, dass Du keine Versicherung abschließt, und lass Dich auch nicht vom Berater oder der Darstellung der Versicherungsangebote auf Kreditvergleichsportalen dazu verleiten.

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  • Unsere Anbieter-Empfehlung: Verivox, Check24, Finanzcheck, Smava

Zum Ratgeber

Was kosten Restschuldversicherungen?

Wie teuer die Versicherung für Dich ist, lässt sich nicht so einfach sagen. Feste Preise gibt es nicht. Was Du zahlen musst, findest Du nur heraus, indem Du Dir ein Kreditangebot mit Versicherung geben lässt. Wir haben genau das getan.

Unsere Beispielkundin nimmt den Kredit allein auf. Sie arbeitet als Angestellte und verdient 2.800 Euro netto monatlich. Für die Miete zahlt sie 780 Euro. Den Kredit von 10.000 Euro will sie innerhalb von 36 Monaten abzahlen.

Sie möchte eine Restschuldversicherung mit dem Kredit abschließen, die im Todesfall, bei Arbeitsunfähigkeit und Arbeitslosigkeit einspringt. Wir erhielten folgende Angebote:

Versicherungsangebote für einen Ratenkredit über 10.000 Euro

VersicherungKosten für VersicherungZinsen für Kredit
Creditplus/Axa France S.A.801,54 €683,54 €

Postbank/PB Lebensversicherung AG

859,59 €631,15 €

Santander/Santander Insurance Life DAC

1.320,41 €1.491,99 €
Targobank/Targo Lebensversicherung AG932,71 €596,60 €
SWK / Société Générale Insurance900,34 €813,65 €
1822direkt /Axa France S.A.675,95 €552,42 €

Quelle: Versicherungsverträge der Anbieter/Finanztip-Berechnung (Stand: 23. September 2020)

Die Prämien für die Versicherung in den uns unterbreiteten Angeboten belaufen sich auf 6 bis 13 Prozent des Auszahlungsbetrags. Damit liegen sie nah an den 15,6 Prozent, die das Landgericht Nürnberg für „bedenklich hoch“ gehalten hat (Urteil vom 7. April 2014, Az. 6 O 754/14).

Unser Beispiel zeigt außerdem: Wenn Du einen durchschnittlichen Zins bekommst, zahlst Du womöglich mehr für die Versicherung als für den Kredit!

Die Kosten für die Versicherung werden dabei aufgeteilt: Ein Teil entfällt auf die Versicherung für den Todesfallschutz, einer auf den Schutz bei Arbeitsunfähigkeit und einer auf die Absicherung von Arbeitslosigkeit. In den meisten der von uns untersuchten Verträgen würde unsere Beispielkundin am meisten zahlen, um den Kredit gegen Arbeitslosigkeit abzusichern. Laut der Untersuchung der Finanzaufsicht Bafin weigern sich die Versicherer aber genau in diesem Bereich am häufigsten, zu zahlen. Einzelne Versicherer haben über die Hälfte der Leistungsfälle bei Arbeitslosigkeit abgelehnt.

Wie teuer die Versicherung ist, erkennst Du nicht so einfach: Die Kosten werden nicht in den Zinssatz miteinberechnet (§ 6 Abs. 3 Nr. 4 PAngV). Das macht das Vergleichen von Krediten mit Versicherung für Dich schwieriger. Du musst dann auf die Rate oder die Gesamtkosten schauen anstatt auf den Zinssatz.

Rechnet man die Beiträge für die Versicherung in die Kreditkosten ein, treiben sie den Zins des Ratenkredits in die Höhe. Um das zu verdeutlichen, nehmen wir denselben Beispielfall wie oben.

Tatsächlicher Effektivzins inklusive Restschuldversicherung

BankKosten der
Versicherung
angegebener
Effektivzins
tatsächlicher Effektivzins
mit Versicherung
Creditplus801,543,99 %9,62 %
Postbank859,59 €3,79 %9,68%
Santander1.320,41 €7,98 %18,42 %
Targobank932,71 €3,48 %9,91 %
SWK900,34 €4,85 %11,11 %
1822direkt675,95 €3,19 %7,96 %

Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 23. September 2020)

Was solche Regelungen für Dich bedeuten können, etwa wenn Du arbeitslos wirst, zeigen wir Dir an ein paar Beispielen. Wie lang die Zeiten tatsächlich sind, hängt vom jeweiligen Vertrag ab:

  • Es sind nur die ersten zwölf Monate des Versicherungsfalls abgedeckt. Bist Du länger arbeitslos, bekommst Du kein Geld mehr.
  • Es wird erst nach einer Wartezeit von sechs Monaten und zusätzlich einer Karenzzeit von drei Monaten gezahlt. Das heißt, dass Du in diesen Monaten für die Versicherung zahlst, aber keine Leistung bekommen würdest.
  • Die Versicherung zahlt nur für drei Leistungsfälle. Wirst Du ein viertes Mal arbeitslos, zahlt die Versicherung nicht.

Bei den Verträgen, die unsere Beispielkundin bekommen hat, sahen diese Einschränkungen im Detail so aus:

Warte- und Karenzzeiten bei Versicherungen

BankWartezeit
berufsunfähig
Karenzzeit
berufsunfähig
Wartezeit
 arbeitslos
Karenzzeit
arbeitslos
Creditplusx30 Tage6 Monate3 Monate
Postbankx3 Monate6 Monate3 Monate
Santander3 Monate42 Tage3 Monate2 Monate
Targobankx3 Monate6 Monate3 Monate
SWK90 Tage42 Tage90 Tage30 Tage
1822direkt6 Wochen6 Wochen3 Monate1 Monat

Quelle: Versicherungsverträge der Anbieter (Stand: 23. September 2020)

Neben den Wartezeiten und Karenzzeiten gibt es zahlreiche weitere Ausschlüsse. So gilt der Todesfallschutz nicht bei Suizid. Für Arbeitsunfähigkeit infolge von psychischen Erkrankungen oder Schwangerschaften zahlen die Anbieter ebenfalls nicht. Außerdem sind in den Verträgen Krankheiten aufgelistet, bei denen der Berufsunfähigkeitsschutz nicht greift und die Versicherung die Zahlung verweigert.

Falls Du Dir bei der Arbeit ein „Fehlverhalten“ leistest und deshalb gekündigt wirst, musst Du die Kreditraten ohne die Hilfe der Versicherung weiter abstottern. Dabei ist nicht einmal definiert, was hinter dem Begriff Fehlverhalten steckt. Auch wenn Du für ein Familienmitglied gearbeitet hast und gekündigt wirst, zahlt der Versicherer womöglich nicht.

Die Verträge für Restschuldversicherungen sind unterschiedlich gestaltet. Du musst also genau hinsehen, wann die Versicherung zahlt und wann nicht. Dabei kannst Du Dir die Versicherung allerdings nicht aussuchen. Willst Du eine Restschuldversicherung abschließen, musst Du die nehmen, die Deine Bank Dir zum Kredit anbietet.

Ein paar Gemeinsamkeiten zwischen den Anbietern gibt es aber. Besonders oft verweigerten die Versicherungen laut Bafin in folgenden Fällen die Zahlung: 

  • wenn der Versicherte infolge einer Suchterkrankung starb,
  • wegen einer psychischen Erkrankung nicht mehr arbeiten konnte oder
  • während der Wartezeit zu Vertragsbeginn arbeitslos wurde.

Dabei sind nicht alle Ausschlussklauseln rechtens. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat zum Beispiel folgende Regelung für zu unklar gehalten: „Der Versicherungsschutz erstreckt sich nicht auf die der versicherten Person bekannten ernstlichen Erkrankungen“ (Urteil vom 10. Dezember 2014, Az. IV ZR 289/13).

Kannst Du die Versicherung widerrufen?

Falls Du – vielleicht aus Versehen – eine Restschuldversicherung abgeschlossen hast, kannst Du sie widerrufen. Dazu hast Du in der Regel bis zu 30 Tage Zeit. Dabei ist egal, ob es sich um eine Einzelversicherung oder um eine Gruppenversicherung handelt (§ 7d VVG). Bei Gruppenversicherungen bist Du nur die versicherte Person und nicht der Versicherungsnehmer. Bis 2018 warst Du bei solchen Verträgen schlechter gestellt.

Eine Besonderheit beim Widerruf: Hast Du mehrere Vertragskomponenten ausgewählt – also Todesfall, Arbeitsunfähigkeit und Arbeitslosigkeit –, gelten unterschiedliche Regeln. Für die Restschuldlebensversicherung – also den Todesfallschutz – gilt eine Widerspruchsfrist von 30 Tagen (§ 152 Abs. 1 VVG). Für die anderen Bausteine gilt eine Frist von 14 Tagen (§ 8 Abs. 1 VVG). Da die Anbieter die Restschuldversicherung meist als Paket verkaufen, in dem der Todesfallschutz in der Regel enthalten ist, gilt oft die längere Frist von 30 Tagen.

Die Widerrufsfrist beginnt übrigens nicht sofort, nachdem Du den Kreditvertrag an die Bank geschickt hast. Die muss Dich nochmal über Dein Widerrufsrecht bei der Versicherung belehren und Dir ein Produktinformationsblatt zuschicken. Erst danach beginnt die Widerrufsfrist zu laufen (§ 7a Abs. 5 VVG).

Versicherung und Ratenkredit gemeinsam loswerden

Du hast noch eine weitere Möglichkeit, zu widerrufen, und zwar nicht direkt die Versicherung. Stattdessen klappt das über den Kredit. Bei dem hast Du sowieso eine eigene Widerrufsfrist. Aber: Bei vielen Krediten haben die Banken Fehler in der Widerrufsbelehrung gemacht. Zum Beispiel haben sie nicht ausreichend darauf hingewiesen, dass es sich bei einem Kredit mit Restschuldversicherung um ein verbundenes Geschäft handelt.

Für Dich heißt das, dass Du den Kreditvertrag und mit ihm die Versicherung selbst nach dem eigentlichen Ablaufen der Widerrufsfrist oft noch widerrufen kannst (§ 358 Abs. 2 Satz 1 BGB, BGH, Urteil vom 18. Januar 2011, Az. XI ZR 356/09).

Die Verbraucherzentrale Hamburg bietet gegen eine Gebühr von 100 Euro an, Kreditverträge mit Restschuldversicherungen zu überprüfen. Findet sich ein Fehler, bekommen Du ein Musterschreiben für den Widerruf, mit dem Du die Rückzahlung eines Teils Deiner Versicherungsprämien verlangen kannst.

Denk daran: Wenn Du den Kredit widerrufst, muss Du Deine Schulden bei Deiner Bank innerhalb von 30 Tagen zahlen. In der Regel ist das die Nettokreditsumme mit einer marktüblichen Verzinsung (OLG Hamm, 11. Dezember 2013, Az. 31 U 127/13). Du musst entweder genug Geld auf dem Konto haben oder aber einen niedrig verzinsten Kredit abschließen. Der Widerruf kann sich also lohnen, wenn Du einen teuren Kredit hast, dessen Zins höher ist als der Durchschnitt.

Rückabwicklung und Versicherungsprämien

Nach dem Widerruf Deiner Restschuldversicherung bekommst Du einen Teil der Versicherungsprämie zurück. Wie viel, das handhaben die Banken unterschiedlich: Einige verrechnen die Versicherungskosten einfach mit dem Kredit und senken zum Beispiel die Ratenhöhe oder kürzen die Laufzeit. Andere Kreditinstitute zahlen Dir das Geld für die Versicherung einfach auf Dein Konto aus. Die Bafin hat in ihrer Untersuchung keine Probleme mit Kreditverträgen festgestellt, nachdem die zugehörige Versicherung widerrufen wurde.

Ob die Banken nach einem Widerruf die Kosten für die Versicherung anteilig und vollständig erstatten müssen, ist rechtlich etwas umstritten. Einige Anwälte sind der Auffassung, dass die Bank die gesamten Versicherungsprämien zurückzahlen muss. Dabei verweisen sie auf ein Urteil des Bundesgerichtshofs. Danach muss sich ein Kunde aus einem verbundenen Geschäft folgenlos lösen können, also auch unbelastet von Zinsen und Kosten (18. November 2011, Az. XI ZR 356/09).

Andere Juristen sind der Ansicht, dass die Bank für die Zeit bis zum Widerruf des Kreditvertrags nur die Hälfte der Versicherungsprämien erstatten muss. So sieht es auch das Landgericht Berlin (Urteil vom 23. September 2014, Az. 4 O 65/14). In diesem Fall konnte der Kreditnehmer wegen fehlerhafter Widerrufsbelehrung bei einem verbundenen Geschäft das Darlehen widerrufen. Er musste aber für den erhaltenen Versicherungsschutz die anteiligen Prämien entrichten, allerdings nur zur Hälfte. Da die Bank durch die Restschuldversicherung auch einen Vorteil habe, hielt das Gericht es für angemessen, den Wertersatz auf die Hälfte der tatsächlich gezahlten Prämie zu reduzieren. Ähnlich urteilte auch das OLG Hamm (11. Dezember 2013, Az. 31 U 127/13).

Kannst Du Deine Restschuldversicherung kündigen?

Ist die Widerrufsfrist schon vorüber, kannst Du die Restschuldversicherung immer noch kündigen. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten.

Wenn Du den Kredit vorzeitig tilgst oder ihn umschuldest, also einen Kredit mit einem anderen abzahlst, hast Du ein Sonderkündigungsrecht. Grund ist, dass der Versicherungszweck für die Restschuldversicherung entfällt. Allerdings endet die Versicherung nicht automatisch. Du musst sie gesondert kündigen. Fordere dabei die Versicherung auf, Dir die anteiligen Prämien zurück zu zahlen.

In vielen Verträgen ist dieser Fall der Kündigung bereits vorgesehen. Sollte die Versicherung Deine Kündigung nicht hinnehmen und auf die ordentlichen Kündigungsfristen verweisen, solltest Du das nicht akzeptieren.

Wenn Dein Vertrag Dir ein ordentliches Kündigungsrecht einräumt, kannst Du auch ohne Umschulden kündigen. Üblich ist eine Kündigungsfrist von zwei Wochen zum Ende eines jeden Monats. Nach der Kündigung hast Du Anspruch darauf, dass die Versicherung den nicht verbrauchten Anteil des Risikobeitrags erstattet. Die Abschlussprovision gibt es nicht zurück, einige Anbieter ziehen auch einen sogenannten Stornoeinbehalt ab.

Unser Podcast zum Thema

Welche Alternativen zur Restschuldversicherung gibt es?

Willst Du einen Kredit absichern, gibt es Alternativen zur Restschuldversicherung. Die werden insbesondere bei Baufinanzierungen interessant.

Denn anders als bei Ratenkrediten ist es bei Baufinanzierungen durchaus sinnvoll, die Restschuld eines Immobilienkredits abzusichern. Dabei geht es vor allem darum, die Hinterbliebenen abzusichern, falls der Darlehensnehmer verstirbt, bevor der Baukredit zurückgezahlt ist. Dazu schließt Du aber am besten eine Risikolebensversicherung ab. Du kannst dabei zwischen verschiedenen Varianten der Versicherungssumme wählen: Sie kann über die gesamte Laufzeit gleichbleiben oder parallel zur Restschuld Deines Kredits sinken.

Mit dem Geld aus einer Risikolebensversicherung können Deine Angehörigen dann im Falle Deines Todes den Kredit ablösen. Bei Baufinanzierungen solltest Du allerdings beachten, dass dann eine hohe Vorfälligkeitsentschädigung fällig wird. Vermeiden kannst Du das zum Teil, wenn Dein Darlehensvertrag hohe Sondertilgungen erlaubt.

Das Risiko einer längeren Krankheit kannst Du ebenfalls versichern: über eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Falls Du krankheitsbedingt langfristig nicht mehr arbeiten kannst, kannst Du mit der Rente aus der Berufsunfähigkeitsversicherung Deinen Kredit weiter zahlen.

Schwieriger ist die Suche nach einer alternativen Absicherung für den Fall, dass Du arbeitslos wirst. Dennoch stehen die Kosten einer Restschuldversicherung in keinem vernünftigen Verhältnis zu dem angebotenen Schutz. Besser sind deshalb die folgenden Wege:

  • Versuche grundsätzlich, Deinen Ratenkredit so schnell wie möglich abzuzahlen. Je weniger Geld noch offen ist, desto geringer ist Dein finanzielles Risiko.
  • Sollte es finanziell eng werden, kannst Du versuchen, in Absprache mit der Bank die monatlichen Raten zu senken, indem Du den Kredit über einen längeren Zeitraum zurückzahlst.
  • Einige Kredit sehen zudem eine Ratenpause vor. Du kannst dann die Zahlungen für einige Monate aussetzen, etwa wenn Du arbeitslos wirst. Allerdings wird der Kredit dann womöglich teurer.

In jedem Fall solltest Du nicht einfach die Zahlungen einstellen oder Lastschriften zurückgehen lassen, wenn Du in finanziellen Schwierigkeiten bist. Sprich bei Zahlungsschwierigkeiten immer sofort mit Deiner Bank.

Autor
Josefine Lietzau
& Co-Autor
Dr. Britta Beate Schön

11. November 2020


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