Rest­schuld­ver­si­che­rung

Teuer und oft überflüssig

Josefine Lietzau
Finanztip-Expertin für Bank und Kredit

Das Wichtigste in Kürze

  • Wenn Du einen Ratenkredit abschließt, wird Dir oft auch eine Rest­schuld­ver­si­che­rung angeboten.
  • Die Ver­si­che­rung soll einspringen, wenn Du Deine Kreditraten nicht mehr zahlen kannst – bei Tod, Arbeitslosigkeit und längerer Krankheit. Doch oft wollen die Versicherer nicht zahlen.
  • Gleichzeitig macht die Ver­si­che­rung den Kredit teurer. Wir haben das an einem Beispiel für Dich durchgerechnet.

So gehst Du vor

Egal ob Du Deinen Kredit direkt bei Deiner Hausbank aufnimmst oder Darlehen zunächst über ein Internetportal vergleichst – meist bekommst Du zum Kredit auch gleich eine Rest­schuld­ver­si­che­rung angeboten. Kannst Du die Raten mal nicht zahlen, etwa weil Du Deinen Job verloren hast oder länger krank bist, soll die Ver­si­che­rung einspringen. Das klingt zunächst sinnvoll, aber die Verträge haben viele Haken.

Was bringt eine Rest­schuld­ver­si­che­rung?

Eigentlich hört sich eine Rest­schuld­ver­si­che­rung wie eine gute Idee an. Arbeitslosigkeit und Krankheiten können schließlich jeden treffen. Wenn man sich dann keine Sorgen um den Kredit machen muss, ist das eine Erleichterung. Und der Todesfallschutz hilft der Familie, wenn sie schon genug mit der Trauer zu tun hat.

Trotzdem raten wir von der Ver­si­che­rung ab. Dafür gibt es zwei Gründe: Die Ver­si­che­rung ist sehr teuer. Außerdem leistet sie oft nicht. Streit gibt es besonders, wenn Du arbeitslos oder krank wirst, und die Ver­si­che­rung zahlen soll.

Für die Banken ist die Rest­schuld­ver­si­che­rung allerdings ein einträgliches Geschäft: Die Banken-Aufsichtsbehörde Bafin hat 2019 in einer Marktuntersuchung festgestellt, dass die Banken teilweise mehr als 50 Prozent der Ver­si­che­rungsprämie als Provision erhalten. Da ist es kein Wunder, wenn ein Berater Dich von einem solchen Vertrag überzeugen will.

Die Rest­schuld­ver­si­che­rung ist nicht verpflichtend

Auch wenn der Bankmitarbeiter Dich zum Abschluss drängt, gilt: Eine Rest­schuld­ver­si­che­rung ist nicht verpflichtend für die Kreditaufnahme. Die Ver­si­che­rung sorgt in der Regel auch nicht dafür, dass Du niedrigere Zinsen für das Darlehen zahlst.

Achte also bei der Kreditaufnahme darauf, dass Du keine Ver­si­che­rung abschließt, und lass Dich auch nicht vom Berater oder der Darstellung der Ver­si­che­rungsangebote auf Kreditvergleichsportalen dazu verleiten.

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Zum Ratgeber

Was kosten Rest­schuld­ver­si­che­rung­en?

Wie teuer die Ver­si­che­rung für Dich ist, lässt sich nicht so einfach sagen. Feste Preise gibt es nicht. Was Du zahlen musst, findest Du nur heraus, indem Du Dir ein Kreditangebot mit Ver­si­che­rung geben lässt. Wir haben genau das getan.

Unsere Beispielkundin ist eine Synchronsprecherin mit einem Nettogehalt von 2.800 Euro pro Monat. Für die Miete gibt sie 780 Euro aus, weitere Verpflichtungen hat sie nicht. Den Kredit von 10.000 Euro will sie innerhalb von 36 Monaten abzahlen.

Sie möchte eine Rest­schuld­ver­si­che­rung mit dem Kredit abschließen, die im Todesfall, bei Arbeitsunfähigkeit und Arbeitslosigkeit einspringt. Wir erhielten folgende Angebote:

Ver­si­che­rungsangebote für einen Ratenkredit über 10.000 Euro

Ver­si­che­rungKosten für Ver­si­che­rungZinsen für Kredit
Creditplus/Axa France848,76 €686,36 €

Postbank/PB Le­bens­ver­si­che­rung

858,44 €616,47 €
Hypovereinsbank / LifeStyle Protection Le­bens­ver­si­che­rung862,20 €460,66 €
Targobank/Targo Le­bens­ver­si­che­rung932,71 €596,60 €

Quelle: Ver­si­che­rungs­ver­träge der Anbieter/Finanztip-Berechnung (Stand: März 2022)

Die Prämien für die Ver­si­che­rung in den uns unterbreiteten Angeboten belaufen sich auf 8 bis 9 Prozent des Auszahlungsbetrags. In einem Urteil bezeichnete das Landesgericht Nürnberg einen Anteil von 15,6 Prozent als „bedenklich hoch“ (Urteil vom 7. April 2014, Az. 6 O 754/14). In unseren früheren Untersuchungen haben wir auch Ver­si­che­rungsangebote gefunden, die wesentlich näher an diesen Wert herankamen. Ob dies der Fall ist, hängt immer vom jeweiligen Versicherer ab.

Unser Beispiel zeigt außerdem: Du zahlst womöglich mehr für die Ver­si­che­rung als für den Kredit!

Die Kosten für die Ver­si­che­rung werden dabei aufgeteilt: Ein Teil entfällt auf die Ver­si­che­rung für den Todesfallschutz, einer auf den Schutz bei Arbeitsunfähigkeit und einer auf die Absicherung von Arbeitslosigkeit. In den meisten der von uns untersuchten Verträgen würde unsere Beispielkundin am meisten zahlen, um den Kredit gegen Arbeitslosigkeit abzusichern. Laut der Untersuchung der Finanzaufsicht Bafin weigern sich die Versicherer aber genau in diesem Bereich am häufigsten zu zahlen. Einzelne Versicherer haben über die Hälfte der Leistungsfälle bei Arbeitslosigkeit abgelehnt.

Wie teuer die Ver­si­che­rung ist, erkennst Du nicht so einfach: Die Kosten werden nicht in den Zinssatz miteinberechnet (§ 6 Abs. 3 Nr. 4 PAngV). Das macht das Vergleichen von Krediten mit Ver­si­che­rung für Dich schwieriger. Du musst dann auf die Rate oder die Gesamtkosten schauen anstatt auf den Zinssatz.

Rechnest Du die Beiträge für die Ver­si­che­rung in die Kreditkosten ein, treiben sie den Zins des Ratenkredits in die Höhe. Um das zu verdeutlichen, nehmen wir denselben Beispielfall wie oben.

Tatsächlicher Effektivzins inklusive Rest­schuld­ver­si­che­rung

BankKosten der
Ver­si­che­rung
angegebener
Effektivzins
tatsächlicher Effektivzins
mit Ver­si­che­rung
Creditplus848,76 €3,99 %4,98 %
Postbank858,44 €3,62 %4,78%
Hypovereinsbank862,20 €2,69 %4,29 %
Targobank932,71 €2,45 %4,51 %

Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: März 2022)

Wann zahlt die Rest­schuld­ver­si­che­rung nicht?

Aber die Ver­si­che­rung ist nicht nur teuer, sie zahlt oft auch nicht. Ein Grund dafür ist, dass der eigentliche Ver­si­che­rungs­schutz nicht direkt mit dem Ver­si­che­rungsbeginn startet.

Was solche Regelungen für Dich bedeuten können, etwa wenn Du arbeitslos wirst, zeigen wir Dir an ein paar Beispielen. Wie lang die Zeiten tatsächlich sind, hängt vom jeweiligen Vertrag ab:

  • Es sind nur die ersten zwölf Monate des Ver­si­che­rungsfalls abgedeckt. Bist Du länger arbeitslos, bekommst Du kein Geld mehr.
  • Es wird erst nach einer Wartezeit von sechs Monaten und zusätzlich einer Karenzzeit von drei Monaten gezahlt. Das heißt, dass Du in diesen Monaten für die Ver­si­che­rung zahlst, aber keine Leistung bekommen würdest.
  • Die Ver­si­che­rung zahlt nur für drei Leistungsfälle. Wirst Du ein viertes Mal arbeitslos, zahlt die Ver­si­che­rung nicht.

Bei den Verträgen, die unsere Beispielkundin bekommen hat, sahen diese Einschränkungen im Detail so aus:

Warte- und Karenzzeiten bei Ver­si­che­rungen

BankWartezeit
berufsunfähig
Karenzzeit
berufsunfähig
Wartezeit
 arbeitslos
Karenzzeit
arbeitslos
Creditplus12 Monate30 Tagex3 Monate
Postbankx3 Monate6 Monate3 Monate
Hypovereinsbankx42 Tage3 Monate3 Monate
Targobankx3 Monate6 Monate3 Monate

Quelle: Ver­si­che­rungs­ver­träge der Anbieter (Stand: März 2022)

Neben den Wartezeiten und Karenzzeiten gibt es zahlreiche weitere Ausschlüsse. So gilt der Todesfallschutz nicht bei Suizid. Für Arbeitsunfähigkeit infolge von psychischen Erkrankungen oder Schwangerschaften zahlen die Anbieter ebenfalls nicht. Außerdem sind in den Verträgen Krankheiten aufgelistet, bei denen der Be­rufs­un­fä­hig­keitsschutz nicht greift und die Ver­si­che­rung die Zahlung verweigert.

Falls Du Dir bei der Arbeit ein „Fehlverhalten“ leistest und deshalb gekündigt wirst, musst Du die Kreditraten ohne die Hilfe der Ver­si­che­rung weiter abstottern. Dabei ist nicht einmal definiert, was hinter dem Begriff Fehlverhalten steckt. Auch wenn Du für ein Familienmitglied gearbeitet hast und gekündigt wirst, zahlt der Versicherer womöglich nicht.

Die Verträge für Rest­schuld­ver­si­che­rung­en sind unterschiedlich gestaltet. Du musst also genau hinsehen, wann die Ver­si­che­rung zahlt und wann nicht. Dabei kannst Du Dir die Ver­si­che­rung allerdings nicht aussuchen. Willst Du eine Rest­schuld­ver­si­che­rung abschließen, musst Du die nehmen, die Deine Bank Dir zum Kredit anbietet.

Ein paar Gemeinsamkeiten zwischen den Anbietern gibt es aber. Besonders oft verweigerten die Ver­si­che­rungen laut Bafin die Zahlung, wenn der Versicherte:

  • infolge einer Suchterkrankung starb,
  • wegen einer psychischen Erkrankung nicht mehr arbeiten konnte oder
  • während der Wartezeit zu Vertragsbeginn arbeitslos wurde.

Dabei sind nicht alle Ausschlussklauseln rechtens. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat zum Beispiel folgende Regelung für zu unklar gehalten: „Der Ver­si­che­rungs­schutz erstreckt sich nicht auf die der versicherten Person bekannten ernstlichen Erkrankungen“ (Urteil vom 10. Dezember 2014, Az. IV ZR 289/13).

Kannst Du die Ver­si­che­rung widerrufen?

Falls Du – vielleicht aus Versehen – eine Rest­schuld­ver­si­che­rung abgeschlossen hast, kannst Du sie widerrufen. Dazu hast Du in der Regel bis zu 30 Tage Zeit. Dabei ist egal, ob es sich um eine Einzelversicherung oder um eine Gruppenversicherung handelt (§ 7d VVG). Bei Gruppenversicherungen bist Du nur die versicherte Person und nicht der Ver­si­che­rungsnehmer. Bis 2018 warst Du bei solchen Verträgen schlechter gestellt.

Eine Besonderheit beim Widerruf: Hast Du mehrere Vertragskomponenten ausgewählt – also Todesfall, Arbeitsunfähigkeit und Arbeitslosigkeit –, gelten unterschiedliche Regeln. Für die Restschuldlebensversicherung – also den Todesfallschutz – gilt eine Widerspruchsfrist von 30 Tagen (§ 152 Abs. 1 VVG). Für die anderen Bausteine gilt eine Frist von 14 Tagen (§ 8 Abs. 1 VVG). Da die Anbieter die Rest­schuld­ver­si­che­rung meist als Paket verkaufen, in dem der Todesfallschutz in der Regel enthalten ist, gilt oft die längere Frist von 30 Tagen.

Die Widerrufsfrist beginnt übrigens nicht sofort, nachdem Du den Kreditvertrag an die Bank geschickt hast. Die muss Dich nochmal über Dein Widerrufsrecht bei der Ver­si­che­rung belehren und Dir ein Produktinformationsblatt zuschicken. Erst danach beginnt die Widerrufsfrist zu laufen (§ 7a Abs. 5 VVG).

Ver­si­che­rung und Ratenkredit gemeinsam loswerden

Du hast noch eine weitere Möglichkeit, zu widerrufen, und zwar nicht direkt die Ver­si­che­rung. Stattdessen klappt das über den Kredit. Bei dem hast Du sowieso eine eigene Widerrufsfrist. Aber: Bei vielen Krediten haben die Banken Fehler in der Widerrufsbelehrung gemacht. Zum Beispiel haben sie nicht ausreichend darauf hingewiesen, dass es sich bei einem Kredit mit Rest­schuld­ver­si­che­rung um ein verbundenes Geschäft handelt.

Für Dich heißt das, dass Du den Kreditvertrag und mit ihm die Ver­si­che­rung selbst nach dem eigentlichen Ablaufen der Widerrufsfrist oft noch widerrufen kannst (§ 358 Abs. 2 Satz 1 BGB, BGH, Urteil vom 18. Januar 2011, Az. XI ZR 356/09).

Die Verbraucherzentrale Hamburg bietet gegen eine Gebühr von 100 Euro an, Kreditverträge mit Rest­schuld­ver­si­che­rung­en zu überprüfen. Findet sich ein Fehler, bekommst Du ein Mus­ter­schrei­ben für den Widerruf, mit dem Du die Rückzahlung eines Teils Deiner Ver­si­che­rungsprämien verlangen kannst.

Denk daran: Wenn Du den Kredit widerrufst, muss Du Deine Schulden bei Deiner Bank innerhalb von 30 Tagen zahlen. In der Regel ist das die Nettokreditsumme mit einer marktüblichen Verzinsung (OLG Hamm, 11. Dezember 2013, Az. 31 U 127/13). Du musst entweder genug Geld auf dem Konto haben oder aber einen niedrig verzinsten Kredit abschließen. Der Widerruf kann sich also lohnen, wenn Du einen teuren Kredit hast, dessen Zins höher ist als der Durchschnitt.

Rückabwicklung und Ver­si­che­rungsprämien

Nach dem Widerruf Deiner Rest­schuld­ver­si­che­rung bekommst Du einen Teil der Ver­si­che­rungsprämie zurück. Wie viel, das handhaben die Banken unterschiedlich: Einige verrechnen die Ver­si­che­rungskosten einfach mit dem Kredit und senken zum Beispiel die Ratenhöhe oder kürzen die Laufzeit. Andere Kreditinstitute zahlen Dir das Geld für die Ver­si­che­rung einfach auf Dein Konto aus. Die Bafin hat in ihrer Untersuchung keine Probleme mit Kreditverträgen festgestellt, nachdem die zugehörige Ver­si­che­rung widerrufen wurde.

Ob die Banken nach einem Widerruf die Kosten für die Ver­si­che­rung anteilig und vollständig erstatten müssen, ist rechtlich etwas umstritten. Einige Anwälte sind der Auffassung, dass die Bank die gesamten Ver­si­che­rungsprämien zurückzahlen muss. Dabei verweisen sie auf ein Urteil des Bundesgerichtshofs. Danach muss sich ein Kunde aus einem verbundenen Geschäft folgenlos lösen können, also auch unbelastet von Zinsen und Kosten (18. November 2011, Az. XI ZR 356/09).

Andere Juristen sind der Ansicht, dass die Bank für die Zeit bis zum Widerruf des Kreditvertrags nur die Hälfte der Ver­si­che­rungsprämien erstatten muss. So sieht es auch das Landgericht Berlin (Urteil vom 23. September 2014, Az. 4 O 65/14). In diesem Fall konnte der Kreditnehmer wegen fehlerhafter Widerrufsbelehrung bei einem verbundenen Geschäft das Darlehen widerrufen. Er musste aber für den erhaltenen Ver­si­che­rungs­schutz die anteiligen Prämien entrichten, allerdings nur zur Hälfte. Da die Bank durch die Rest­schuld­ver­si­che­rung auch einen Vorteil habe, hielt das Gericht es für angemessen, den Wertersatz auf die Hälfte der tatsächlich gezahlten Prämie zu reduzieren. Ähnlich urteilte auch das OLG Hamm (11. Dezember 2013, Az. 31 U 127/13).

Kannst Du Deine Rest­schuld­ver­si­che­rung kündigen?

Ist die Widerrufsfrist schon vorüber, kannst Du die Rest­schuld­ver­si­che­rung immer noch kündigen. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten.

Wenn Du den Kredit vorzeitig tilgst oder ihn umschuldest, also einen Kredit mit einem anderen abzahlst, hast Du ein Son­der­kün­di­gungs­recht. Grund ist, dass der Ver­si­che­rungszweck für die Rest­schuld­ver­si­che­rung entfällt. Allerdings endet die Ver­si­che­rung nicht automatisch. Du musst sie gesondert kündigen. Fordere dabei die Ver­si­che­rung auf, Dir die anteiligen Prämien zurück zu zahlen.

In vielen Verträgen ist dieser Fall der Kündigung bereits vorgesehen. Sollte die Ver­si­che­rung Deine Kündigung nicht hinnehmen und auf die ordentlichen Kündigungsfristen verweisen, solltest Du das nicht akzeptieren.

Wenn Dein Vertrag Dir ein ordentliches Kündigungsrecht einräumt, kannst Du auch ohne Umschulden kündigen. Üblich ist eine Kündigungsfrist von zwei Wochen zum Ende eines jeden Monats. Nach der Kündigung hast Du Anspruch darauf, dass die Ver­si­che­rung den nicht verbrauchten Anteil des Risikobeitrags erstattet. Die Abschlussprovision gibt es nicht zurück, einige Anbieter ziehen auch einen sogenannten Stornoeinbehalt ab.

Unser Podcast zum Thema

Welche Alternativen zur Rest­schuld­ver­si­che­rung gibt es?

Willst Du einen Kredit absichern, gibt es Alternativen zur Rest­schuld­ver­si­che­rung. Die werden insbesondere bei Baufinanzierungen interessant.

Denn anders als bei Ratenkrediten ist es bei Baufinanzierungen durchaus sinnvoll, die Restschuld eines Immobilienkredits abzusichern. Dabei geht es vor allem darum, die Hinterbliebenen abzusichern, falls der Darlehensnehmer verstirbt, bevor der Baukredit zurückgezahlt ist. Dazu schließt Du aber am besten eine Ri­si­ko­le­bens­ver­si­che­rung ab. Du kannst dabei zwischen verschiedenen Varianten der Ver­si­che­rungs­sum­me wählen: Sie kann über die gesamte Laufzeit gleichbleiben oder parallel zur Restschuld Deines Kredits sinken.

Mit dem Geld aus einer Ri­si­ko­le­bens­ver­si­che­rung können Deine Angehörigen dann im Falle Deines Todes den Kredit ablösen. Bei Baufinanzierungen solltest Du allerdings beachten, dass dann eine hohe Vor­fäl­lig­keits­ent­schä­di­gung fällig wird. Vermeiden kannst Du das zum Teil, wenn Dein Darlehensvertrag hohe Sondertilgungen erlaubt.

Das Risiko einer längeren Krankheit kannst Du ebenfalls versichern: über eine Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung. Falls Du krankheitsbedingt langfristig nicht mehr arbeiten kannst, kannst Du mit der Rente aus der Be­rufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung Deinen Kredit weiter zahlen.

Schwieriger ist die Suche nach einer alternativen Absicherung für den Fall, dass Du arbeitslos wirst. Dennoch stehen die Kosten einer Rest­schuld­ver­si­che­rung in keinem vernünftigen Verhältnis zu dem angebotenen Schutz. Besser sind deshalb die folgenden Wege:

  • Versuche grundsätzlich, Deinen Ratenkredit so schnell wie möglich abzuzahlen. Je weniger Geld noch offen ist, desto geringer ist Dein finanzielles Risiko.
  • Sollte es finanziell eng werden, kannst Du versuchen, in Absprache mit der Bank die monatlichen Raten zu senken, indem Du den Kredit über einen längeren Zeitraum zurückzahlst.
  • Einige Kredit sehen zudem eine Ratenpause vor. Du kannst dann die Zahlungen für einige Monate aussetzen, etwa wenn Du arbeitslos wirst. Allerdings wird der Kredit dann womöglich teurer.

In jedem Fall solltest Du nicht einfach die Zahlungen einstellen oder Lastschriften zurückgehen lassen, wenn Du in finanziellen Schwierigkeiten bist. Sprich bei Zahlungsschwierigkeiten immer sofort mit Deiner Bank.

Autoren
Josefine Lietzau
Dr. Britta Beate Schön

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