Balkon Solaranlage

Günstig und einfach: Auf dem Balkon Solarstrom erzeugen

Ines Rutschmann
Finanztip-Expertin für Energie
25. August 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Mit einer Balkon-Solaranlage erzeugst Du Solarstrom, den Du direkt verbrauchen kannst. 
  • Der eigene Solarstrom ist deutlich günstiger. Du kannst Deine Strom­kos­ten mit einem kleinen System um 40 bis 90 Euro im Jahr senken.
  • Durch die Ersparnis macht sich die kleine Anlage in der Regel spätestens nach zehn Jahren bezahlt.
  • Der Betrieb einer steckbaren Solaranlage ist die einfachste Form, selbst Solarstrom zu erzeugen und zu nutzen. Die bürokratischen Pflichten und technischen Voraussetzungen sind geringer als bei größeren netzgekoppelten Systemen.
So gehst Du vor
  • Wenn Du zur Miete wohnst, dann prüfe zuerst Deinen Mietvertrag, inwieweit das Anbringen einer steckerfertigen Solaranlage erlaubt ist.
  • Die Steckdose, in die Du die Anlage einstöpseln willst, muss berührungssicher sein. Ein Elektriker setzt Dir eine sogenannte Wieland-Steckdose oder sichert Deine Schuko-Steckdose zusätzlich ab.
  • Melde das System Deinem Netzbetreiber und registriere es im Markt­stamm­da­ten­re­gis­ter.

Mit einer Balkon-Solaranlage – auch Plug-in-Anlage, Steckdosen-Solar-Gerät, steckfertige Anlage, Balkon-Modul oder Stecker-Solaranlage genannt – kannst Du mit vergleichsweise wenig Aufwand und zu geringen Kosten Solarstrom erzeugen und direkt verbrauchen. Das senkt Deine Stromgebühren. Denn für Strom aus dem Netz zahlst Du deutlich mehr als für den eigenen Solarstrom. Obendrein schonst Du die Umwelt und schützt das Klima. Dir müssen dabei Wohnung oder Haus nicht gehören – auch als Mieter kannst Du eine solche Kleinstanlage betreiben.

Wie funktionieren Balkon-Solaranlagen?

Eine Balkon-Solaranlage besteht aus einem Photovoltaik-Modul mit rund 200 bis 1.000 Watt Leistung. Auf der Rückseite ist ein kleiner Wechselrichter angebracht. Dieser wandelt den erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom, mit dem handelsübliche Elektrogeräte arbeiten. Vom Wechselrichter geht ein Kabel ab. Dieses verbindest Du mit einem Netzkabel – den Stecker am anderen Ende kannst Du dann in eine Steckdose in der Wohnung stöpseln. Damit ist die Solaranlage mit Deinem Hausnetz verbunden. Sobald auf das Solarmodul Licht trifft, erzeugt es Strom. Dieser fließt ins Hausnetz und versorgt die Geräte, die gerade Bedarf haben.

Erzeugt die Anlage mehr Strom, als Du gerade benötigst, fließt er ins öffentliche Stromnetz ab. Wenn Du dies verhindern möchtest, kannst Du einen kleinen Batteriespeicher mit der Anlage verbinden. Hersteller bieten das auch als Komplettpaket an.

Das Modul kannst Du an unterschiedlichen Orten aufstellen: Auf dem Balkon, am Balkongeländer, an der Hausfassade, auf der Terrasse, auf einem Flachdach oder einem Schrägdach, auf der Gartenlaube und sogar auf dem Gartentisch. Hersteller bieten je nach gewünschtem Installationsort eine Halterung oder Aufständerung für das Modul an. Maximal musst Du für die Montage in die Hauswand bohren und eine Halterung befestigen. Das kannst Du selbst tun. Lediglich bei der Montage auf einem Schrägdach empfiehlt es sich, eine Handwerksfirma hinzuzuziehen, die Dachhaken und Montagegestell auf dem Dach anbringt.

Du kannst auch mehrere steckfertige Solarmodule zusammenschalten - mit maximal 4,6 Kilowatt Leistung. Sind mehrere Module zusammengeschlossen oder beträgt die Leistung eines einzeln installierten Moduls mehr als 600 Watt, gelten aber andere Anforderungen an die Steckdose. Wann was gilt, erfährst Du im übernächsten Abschnitt.

Die Leistung von Balkon-Solaranlagen ist klein. Sinn und Zweck der Systeme ist nicht, dass Du möglichst viel Strom erzeugst, sondern dass Du günstigen Solarstrom erzeugst und dadurch weniger Strom aus dem Netz beziehen musst. Das senkt Deine Strom­kos­ten. Rund 400 Euro (brutto) kosten Systeme mit 300 Watt Leistung – 40 bis 90 Euro Strom­kos­ten kannst Du damit im Jahr sparen. Wie stark Du Dich mit eigenem Solarstrom versorgen kannst, hängt davon ab, wie hoch der Ertrag der Solaranlage ist. Innerhalb von fünf bis zehn Jahren sollte sie aber ihre Kosten wieder eingespielt haben. Betreiben kannst Du solch ein System mindestens 20 Jahre.

Mit welchem Stromertrag kannst Du rechnen?

Wie viel Du durch ein Balkonmodul sparst, hängt davon ab, wie viel Strom das Solarmodul erzeugen kann. Vier Faktoren sind dafür maßgeblich:

  1. die Himmelsrichtung, in die das Solarmodul zeigt,
  2. der Neigungswinkel des Solarmoduls gegenüber dem Boden,
  3. die Lage des Balkons im Gebäude sowie
  4. die Sonnenstrahlung am Wohnort.

Wissenschaftler der Hochschule Rosenheim und Mitarbeiter der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) haben für den Standort Rosenheim ermittelt, wie hoch die Stromerträge auf unterschiedlichen Balkonen sind. Ergebnis: Es wird mehr Strom produziert, wenn das Modul nicht vertikal an der Wand oder am Balkongeländer befestigt ist, sondern schräg auf einem Gestell liegt.

Befindet sich über dem Balkon ein weiterer, verschattet dieser die untere Balkonfläche. Wenn Du einen Südbalkon hast, solltest Du die Module nach Osten oder Westen hängen – dann liegen die Module nicht im Schatten. Sie produzieren dann trotzdem mehr Strom, obwohl sie nicht nach Süden zeigen.

Die durch die Simulation ermittelten Erträge stimmen mit den Erfahrungen aus der Praxis überein – vorausgesetzt, der Anlagenbetreiber lebt in der Wohnung mit Balkonmodul. Bist Du häufiger verreist, kannst Du weniger eigenen Solarstrom nutzen. Dann lohnt sich ein Balkonmodul weniger.

Stromertrag von Balkonmodulen je nach Ausrichtung und Neigung

Ausrichtung von

Modul und Balkon 

Neigungswinkel des Moduls

 

90 Grad70 Grad
Süden auf Süd-Balkon780 Wh/Watt780 Wh/Watt
Süden auf Ost-Balkon476 Wh/Wattnicht ermittelt
Osten auf Ost-Balkon572 Wh/Wattnicht ermittelt
Süden auf West-Balkon536 Wh/Wattnicht ermittelt
Westen auf West-Balkon568 Wh/Wattnicht ermittelt

Angaben in Wattstunden pro Jahr je Watt Leistung des Moduls
Quelle: Hochschule Rosenheim/DGS „Erzeugungsprofile, Lastprofile und betriebswirtschaftliche Analyse kleiner PV-Systeme zur direkten Deckung des Eigenverbrauchs“ (Stand: März 2017)

Was ist bei Installation einer Balkonanlage zu beachten?

Bevor Du eine steckbare Solaranlage anschaffst, solltest Du vorab dies prüfen:

  • Wohnst Du zur Miete, dann kläre zunächst zwei Fragen: Ist das Anbringen von Modulen am Balkon oder an der Fassade im Mietvertrag untersagt? Oder ist das Einverständnis Deines Vermieters laut Mietvertrag erforderlich? Ist mindestens eine Frage zu bejahen, dann suche das Gespräch mit Deinem Vermieter.
  • Enthält der Mietvertrag keine Regelung zum Aufstellen einer Solaranlage, brauchst Du dennoch das Einverständnis des Vermieters, wenn Du in eine Außenwand bohren möchtest, um die Anlage zu befestigen.
  • Je nachdem, welchen Installationsort Du wählst, musst Du prüfen, ob die nächstgelegene Steckdose den technischen Anforderungen genügt.

Balkon-Solaranlagen kannst Du direkt in die Steckdose in der Wohnung, im Garten oder auf dem Balkon stöpseln. Bei einzelnen Modulen mit bis zu 600 Watt Leistung schreibt eine VDE-Norm vor, dass die Steckdose eine „spezielle Energiesteckvorrichtung“ sein muss (VDE 0100-551-1). Diese muss berührungssicher und verwechslungssicher sein, beschreibt eine zweite Norm (VDE V 0628-1). Beide Normen nennen aber keine bestimmten Steckdosentypen, die zu verwenden sind.

Nach Auffassung der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) solltest Du die folgenden Punkte einhalten, wenn in Deiner Wohnung haushaltsübliche Schutzkontaktsteckdosen (auch Schuko-Steckdosen genannt) montiert sind:

  • Du darfst die Stecker-Solaranlage nur an eine Wandsteckdose schließen, nicht an eine Mehrfach-Verteilersteckdose.
  • Die Steckdose, an die Du das Modul schließt, muss im Anschlusskasten über einen Sicherungsautomaten gesichert sein. Bei Schraubsicherungen muss ein Elektriker eine kleinere Sicherung eindrehen.
  • Damit Du Dir beim Einstöpseln keinen Stromschlag holst, muss die Stecker-Solaranlage dem Sicherheitsstandard der DGS entsprechen. Welche Systeme den Anforderungen entsprechen, listet die DGS auch auf.

Es kann dennoch sein, dass der Netzbetreiber für sein Verteilnetz festgelegt hat, dass eine Schuko-Steckdose nicht den technischen Anforderungen entspricht. Informiere Dich daher vor Kauf einer Balkon-Solaranlage, was Dein Netzbetreiber vorsieht. Möglich ist, dass er die Installation einer inhärent berührungssicheren Steckdose verlangt, an die die Anlage geschlossen wird. Gibt es auf Deinem Balkon noch keine Steckdose, dann lass eine solche direkt einbauen. Der Zentralverband der Deutschen elektro- und informationstechnischen Handwerke (ZVEH) empfiehlt dabei etwa eine Steckdose vom Typ Wieland.

Eine solche benötigst Du auf jeden Fall, wenn Du mehr als 600 Watt oder mehr als ein Modul an die Steckdose schließen willst. Wichtig ist dabei, dass die Steckdose zu einem separaten Stromkreis gehört. Der dreipolige Wieland-Stecker ist berührungssicher und verwechslungssicher. Jede Stecker-Solaranlage wird auch mit dem dreipoligen Stecker geliefert, damit Du sie in eine Wieland-Dose stöpseln kannst.

Welche Leistung darfst Du an eine solch sichere Energiesteckvorrichtung schließen? Die Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik (DKE) führt aus, dass Steckdose und Stecker nach Vornorm DIN VDE V 0628-1 für bis zu 16 Ampere Stromstärke zugelassen sein müssen. Die Wirkleistung der Anlage sollte damit nicht mehr als 3,3 Kilowatt betragen.

Die Wirkleistung der Anlage ist gewöhnlich kleiner als die Nennleistung, die auf dem Typenschild steht. Denn die Nennleistung gilt unter idealen Bedingungen: Ausrichtung der Module nach Süden, Neigung um 35 Grad, keien Verschattung und eine hohe Sonnenstrahlung, die in Deutschland nur an manchen Sommertagen erreicht wird. Zeigen Deine Module nicht nach Süden und sind sie nicht um 35 Grad geneigt, werden sie ihre Nennleistung im Betrieb nie erreichen. Das bedeutet: Du kannst mehr als 3,3 Kilowatt installieren. Größer als 4,6 Kilowatt sollte Deine Anlage aber nicht sein. 

Ein Elektriker setzt Dir die benötigte Wieland-Steckdose und prüft die vorhandene Leitung des Stromkreises. Kostenpunkt: Etwa 150 Euro. Ist die Anlage mit der Steckdose verbunden, musst Du Deinen Netzbetreiber darüber informieren.

Was ist zu tun, wenn Du Strom ins Netz speist?

Die Stecker-Solaranlage soll Deinen Bedarf an Netzstrom verringern. Trotzdem kann es sein, dass Du zu bestimmten Zeiten mehr Solarstrom produzierst, als Du gerade benötigst. Dann fließt der Überschuss ins Stromnetz ab. Damit sich Dein Stromzähler nicht rückwärts dreht, brauchst Du dann eine Rücklaufsperre. Dein zuständiger Mess­stel­len­be­trei­ber (meist ist das der Netzbetreiber) baut Dir einen solchen Zähler ein. Bei Anlagen mit weniger als 1.000 Watt Leistung sollte dies kostenfrei sein.

Digitale Stromzähler verfügen bereits standardmäßig über eine Rücklaufsperre. Einen eigenen Zähler für eingespeisten Strom oder einen Zweirichtungszähler zu setzen, ist bei Anlagen unter 800 Watt Leistung nicht vorgeschrieben.

Trotzdem gibt es Netzbetreiber, die genau das verlangen: einen Einspeisezähler für kleinste Strommengen. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) rät seinen Mitgliedsunternehmen zu diesem Verhalten, wenn nicht ausgeschlossen ist, dass ein Kunde Strom ins Netz einspeist. Das Messstellenentgelt, quasi die Miete für den Zähler, sollte 20 Euro im Jahr betragen. Für den Einbau des Zählers verlangen die Firmen zusätzlich dreistellige Beträge – dann dauert es vermutlich mehr als zehn Jahre, bis sich die Stecker-Solaranlage für Dich bezahlt macht.

Wie speist Du keinen Strom ins Netz?

Wenn Du vermeiden willst, dass Dir ein Zweirichtungszähler installiert wird, solltest Du die Leistung des Solarmoduls so wählen, dass Du voraussichtlich kaum Strom ins Netz speist. 

Der konstante Strombedarf in einem Haushalt – die sogenannte Grundlast – macht nach Angaben des Mess­stel­len­be­trei­bers Discovergy etwa 20 Prozent des gesamten Stromverbrauchs aus. Nach Messungen der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin beträgt sie in der Regel zwischen 80 und 120 Watt. 

Die Grundlast sollte nicht stärker von der maximalen Leistung des Solarmoduls abweichen, wenn Du kaum Strom ins Netz einspeisen willst. Auf dem Typenschild ist die Nennleistung angegeben, mit der das Modul an einem Sommertag mit direktem Sonnenlicht und bei idealer Ausrichtung nach Süden und idealer Neigung um 35 Grad arbeitet. Welche Abweichung zu erwarten ist, wenn das Modul nicht ideal zur Sonne ausgerichtet ist, kannst Du der Tabelle entnehmen.

Maximalleistung des Moduls je nach Ausrichtung und Neigung

Ausrichtung

und Neigung

Abweichung

von Nennleistung

Süd, 60 Grad5 % weniger
Ost, 35 Grad10 % weniger
West, 35 Grad10 % weniger
Ost, 60 Grad20 % weniger
West, 60 Grad20 % weniger
Sü, 90 Grad30 % weniger
Ost, 90 Grad35 % weniger
Ost, 90 Grad35 % weniger

Die Prozentangaben sind gerundet.
Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 23. Juli 2021)

Angenommen, Deine Anlage hat 250 Watt, ist am Balkongeländer montiert und zeigt nach Osten, dann arbeitet sie im Sommer maximal mit etwa 160 Watt Leistung. Pro Stunde könnte sie 160 Wattstunden Solarstrom erzeugen. Diesen solltest Du komplett verbrauchen können.

Willst Du genau wissen, wie Dein Verbrauchsverhalten ist und danach die Leistung der Mini-Anlage bestimmen, empfiehlt es sich, den Stromverbrauch zu analysieren. Hast Du einen digitalen Stromzähler, kannst Du die Verbrauchsdaten über einen Zeitraum von zwei Jahren stundenweise abrufen. Besitzt Du sogar ein intelligentes Messsystem oder hast einen variablen Stromtarif abgeschlossen, kannst Du Deinen Verbrauch über Onlineportale einsehen. Ist bei Dir noch ein analoger Zähler installiert, dann kannst Du ihn im Sommer mehrfach am Tag ablesen und die Differenz jeweils durch die Stunden teilen, die zwischen den Ablesezeitpunkten vergangen sind. Der niedrigste Verbrauchswert zwischen Vormittag und Nachmittag sollte dem Höchstertrag des Solarmoduls entsprechen – dann speist Du voraussichtlich keinen Strom ins Netz.

Ist Dir das zu viel Aufwand, gibt es auch eine Faustregel: Wenn Dein Solarmodul rechnerisch 15 Prozent Deines Strombedarfs decken kann, speist Du in der Regel keinen Strom ein. Das trifft beispielsweise zu, wenn Dein Verbrauch bei 3.000 Kilowattstunden im Jahr liegt und Du ein 300-Watt-Modul nach Süden und um 70 Grad geneigt installiert hast. 

Wenn Du sicher bist, dass Du eine kleinere Strommenge als 4 Prozent Deines gesamten Strombezugs einspeist, dann erkläre dem Netzbetreiber, dass Du keine Rückspeisung erwartest. Will er Dir trotzdem einen neuen Zähler installieren, muss er Dir nachweisen, dass ein Teil Deines Solarstrom ins öffentliche Netz fließt.

Möchtest Du ein Modul mit höherer Leistung installieren, hilft Dir ein Batteriespeicher dabei, Deinen Solarstrom möglichst komplett selbst zu nutzen. Wie hoch Dein Eigenverbrauch je nach Stromverbrauch, Solarleistung und Speicherkapazität ist, findest Du über den Unabhängigkeitsrechner der HTW Berlin heraus. Bei 100 Prozent liegt er beispielsweise bei 500 Watt Solarleistung und einer Kilowattstunde Speicherkapazität, wenn Du im Jahr 4.000 Kilowattstunden Strom benötigst. Immerhin rund 500 Kilowattstunden Deines Strombedarfs liefert Dir dann die eigene Anlage. 

Wichtig: Die Wissenschaftler der Hochschule sind bei der Konzeption des Speichers von idealen Installationsbedingungen ausgegangen. Zeigt Dein Modul nach Osten oder Westen und ist stärker als um 35 Grad geneigt, darf Deine Modulleistung auch mehr betragen.

Welche Pflichten hast Du bei Stecker-Solaranlagen?

Stecker-Solaranlagen verursachen in der Regel den geringsten bürokratischen Aufwand unter allen Photovoltaik-Systemen, die ans Stromnetz angeschlossen werden. Folgende Pflichten hast Du aber:

Anlage ins Markt­stamm­da­ten­re­gis­ter eintragen

Installierst Du Deine Anlage an einem festen Ort und verknüpft sie mit dem Hausnetz, musst Du sie ins Markt­stamm­da­ten­re­gis­ter eintragen und bei ihrem Abbau auch wieder austragen. Die Registrierung solltest Du spätestens einen Monat nach Installation vornehmen.

Nicht ins Markt­stamm­da­ten­re­gis­ter musst Du eine Anlage eintragen, wenn Du sie nicht konstant an einem Ort betreibst. Ferner ist der Eintrag nicht nötig, wenn es sich um ein Inselsystem handelt, also die Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge in ein eigenes Netz einspeist, das nicht mit dem öffentlichen Verteilnetz verbunden ist.

Den Netzbetreiber informieren

Du musst Deinen Netzbetreiber über die Anlage in Kenntnis setzen, wenn Du sie in Betrieb nehmen willst. Wenn Du ihm das Meldeformular des VDE für Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz schickst, hast Du diese Pflicht erfüllt. Die Meldung über das Formular muss jeder Netzbetreiber akzeptieren. Stellt der Netzbetreiber eigene Formulare bereit, die vielleicht sogar mit weniger Aufwand auszufüllen sind, dann nutze diese. In Bayern und Nordrhein-Westfalen etwa bieten die Netzbetreiber eigene Formulare zur Anmeldung. 

Ist zu erwarten, dass Deine Kleinstanlage Solarstrom ins öffentliche Netz speist, bestimmt der Netzbetreiber, ob er Dir eine Rücklaufsperre oder einen Zweirichtungszähler einbaut. Bei Anlagen, die weniger als 1.000 Watt Leistung haben, sollte der Netzbetreiber keine laufenden Gebühren für eine Rücklaufsperre erheben.

EEG-Vergütung auf eingespeisten Strom

Speist Du Solarstrom ins öffentliche Stromnetz, hast Du Anspruch auf die Einspeisevergütung. Diese beträgt 2021 rund 7 Cent pro Kilowattstunde. Aber: Beziehst Du die Einspeisevergütung, kommen weitere bürokratische und technische Pflichten auf Dich zu. 

Du musst zunächst dem Netzbetreiber mitteilen, dass Du eine PV-Anlage betreibst und die Einspeisevergütung beanspruchst. Daraufhin bekommst Du einen Stromzähler installiert, der die eingespeiste Strommenge misst. Kostenpunkt: Mehr als 100 Euro einmalig und 20 Euro Messstellengebühr pro Jahr. Hat Deine Stecker-Solaranlage mehr als 1 Kilowatt Leistung, darf Dir der grundzuständige Mess­stel­len­be­trei­ber auch ein intelligentes Messsystem für maximal 60 Euro im Jahr einbauen (§ 29 Abs. 2 MsbG).

Bis Ende Februar eines Jahres hast Du dem Netzbetreiber dann mitzuteilen, wie viel Strom Du im Vorjahr eingespeist hast. Weil Du gewerbliches Einkommen erzielst, musst Du dies auch dem Finanzamt mitteilen. Deinen Gewinn müsstest Du auch versteuern. Seit 2021 gibt es aber ein Wahlrecht. Teilst Du Deinem Finanzamt mit, dass Du dieses Wahlrecht nutzen willst, musst Du Deine Solarerträge in der Einkommensteuer nicht berücksichtigen. 

Schließlich unterliegt Dein System als EEG-Anlage dem Einspeisemanagement (§ 9 EEG). Entweder lässt Du eine Steuerung installieren, über die der Netzbetreiber die Einspeiseleistung verringern könnte. Oder Du sorgst dafür, dass die Anlage mit maximal 70 Prozent ihrer Nennleistung ins Stromnetz einspeist. Dass ein Stecker-Solar-System mit mehr als 70 Prozent der Nennleistung Strom einspeist, ist zwar sehr unwahrscheinlich. Dennoch musst Du die Vorgabe erfüllen.

Welche Fördermittel gibt es für Balkonanlagen?

In Düsseldorf, Freiburg, Fürth und Stuttgart sind uns Förderprogramme für Balkonanlagen bekannt. Haben wir ein Programm in einer anderen Stadt übersehen, freuen wir uns über einen Hinweis.

  • Pauschal 100 Euro zahlt die Stadt Aachen, wenn Du eine Stecker-Solar-Anlage zwischen 150 und 600 Voltampere anschaffst. Den Antrag musst Du stellen, ehe Du die Anlage kaufst.
  • Düsseldorf fördert steckerfertige PV-Anlagen bis 1 Kilowatt Leistung pauschal mit 700 Euro. Bedingung ist, dass die Module nach IEC-Norm zertifziert sind und dass Du die Vorgaben des Netzbetreibers hinsichtlich des Stromzählers einhältst.  
  • Die Stadt Freiburg gibt bis zu 200 Euro für den Anschluss einer Stecker-Solaranlage dazu. Bedingung: Du lässt eine Wieland-Steckdose setzen. 
  • Der Energieversorger Infra Fürth spendiert 110 Euro für die Installation eines Zweirichtungszählers – diesen verlangt der Netzbetreiber in Fürth, wenn Du eine Balkonanlage an Dein Hausnetz schließt. Voraussetzung ist, dass die steckfertige PV-Anlage höchstens 600 Watt Leistung hat. 
  • Stuttgart bezuschusst den Anschluss von Kleinstanlagen pauschal mit 100 Euro, wenn sie den Anforderungen des städtischen Netzbetreibers entsprechen. 

Mit solch einem Zuschuss rechnet sich eine kleine Anlage noch schneller.

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