Kindergeld beantragen

So viel Kindergeld erhalten Sie

Dr. Britta Beate Schön Stand: 10. Oktober 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Sie haben Anspruch auf Kindergeld, wenn Sie mit Ihrem Kind in Deutschland wohnen.
  • Seit dem 1. Juli 2019 erhalten Sie für das erste und zweite Kind je 204 Euro monatlich, für  das dritte Kind 210 Euro und für jedes weitere Kind 235 Euro.
  • Wird Ihr Kind 18 Jahre alt, müssen Sie nachweisen, dass es noch in der Schule, in der Ausbildung oder im Studium ist. Ist es 25 Jahre alt geworden, gibt es grundsätzlich kein Kindergeld mehr.
So gehen Sie vor
  • Beantragen Sie das Kindergeld bei der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit, am besten gleich nach der Geburt.
  • Sie können den Antrag online ausfüllen und vorab verschlüsselt an die Familienkasse übermitteln.
  • Drucken Sie den Antrag dann aus und unterschreiben Sie ihn. Schicken Sie ihn anschließend per Post zur Familienkasse oder bringen Sie ihn persönlich dort vorbei.

Wer Kinder hat, weiß, dass der Nachwuchs ganz schön viel kostet. Das Kindergeld ist daher eine wichtige Geldquelle für die meisten Eltern. Es wird unabhängig vom Einkommen gezahlt.

Wieviel Kindergeld gibt es?

Im Jahr 2018 hat der Staat fast 37 Milliarden Euro Kindergeld für mehr als 15 Millionen Kinder gezahlt. Eltern bekommen jeden Monat Kindergeld. Ab dem dritten Kind ist der Betrag höher als für das erste und zweite.

Kindergeld-Höhe seit dem 1. Juli 2019

erstes Kind und zweites Kind204 Euro
drittes Kind210 Euro
jedes weitere Kind235 Euro

Quelle: § 6 BKKG (Stand: Juli 2019)

Das Kindergeld steht in direktem Zusammenhang mit dem Kinderfreibetrag. Grundsätzlich gilt: Sie können nicht Kindergeld erhalten und zusätzlich die vollen Kinderfreibeträge von der Steuer absetzen. Das Finanzamt verrechnet nämlich das schon ausgezahlte Kindergeld mit dem Steuervorteil, der sich durch die Kinderfreibeträge ergibt.

Pro Kind steigt das Kindergeld zum 1. Januar 2021 um weitere 15 Euro je Kind.

Wie können Eltern Kindergeld beantragen?

Sie können das Kindergeld bei der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit beantragen, am besten gleich nach der Geburt. Das geht in drei Schritten:

  1. Antrag online ausfüllen und vorab verschlüsselt an die Familienkasse übermitteln,
  2. Antrag ausdrucken und unterschreiben und
  3. Antrag per Post versenden.

Ein Telefonanruf reicht nicht. Sie müssen aber nicht jedes Jahr einen neuen Antrag stellen: Die Familienkasse zahlt weiter, solange es keine Veränderungen gibt. Sie sind aber verpflichtet, der Familienkasse Änderungen wie eine neue Anschrift umgehend mitzuteilen. Dazu können Sie auch das Online-Formular Veränderungsmitteilung nutzen. Hier finden Sie alle Formulare für den Kindergeldantrag.

Achtung: Die Familienkasse zahlt Eltern, die ihren Kindergeldantrag nach dem 31. Dezember 2017 gestellt haben, nur noch sechs Monate rückwirkend Kindergeld aus (§ 66 Abs. 3 EStG); zuvor ging das noch bis zu vier Jahre. Beantragen Sie das Kindergeld deshalb zeitnah nach der Geburt.

Steueridentifikationsnummer

Seit 2016 verlangt die Familienkasse Ihre Steueridentifikationsnummer und die Ihrer Kinder. Sollten Sie Ihre Steueridentifikationsnummern in Ihren Unterlagen nicht finden, können Sie mit dem Eingabeformular im Internetportal des Bundeszentralamts für Steuern beantragen, dass sie Ihnen nochmals zugeschickt werden.

Wie lange erhalten Eltern Kindergeld?

Von der Geburt bis zur Volljährigkeit zahlt der Staat Kindergeld für alle Kinder. Die Zahlung endet in dem Monat, in dem das Kind den 18. Geburtstag feiert. Danach gibt es die Leistung nur nach einem neuen Antrag, den Sie online ausfüllen können, und nur und unter bestimmten Voraussetzungen, die Finanztip in der folgenden Übersicht dargestellt hat:

Übersicht: Für welche Kinder es bis wann Kindergeld gibt

Welche Kinder?In welchem Alter?
für alle Kindervon der Geburt bis zum 18. Geburtstag
Kinder mit abgeschlossener Berufsausbildung ohne Arbeitsplatzvom 18. bis zum 21. Geburtstag
Kinder in der Ausbildungvom 18. bis zum 25. Geburtstag
Kinder in der Übergangszeit von bis zu vier Monaten etwa zwischen Schulabschluss und Beginn der Ausbildung oder eines Freiwilligendienstes 
Kinder ohne Ausbildungsplatz 
Kinder in einem freiwilligen sozialen oder ökologischen Jahr, im Bundesfreiwilligendienst oder in einem anderen anerkannten Freiwilligendienst 
behinderte Kinder, die sich nicht selbst unterhalten könnenüber das 25. Lebensjahr hinaus

Quellen: Finanztip-Recherche, § 32 Abs. 4 EStG (Stand: April 2019)

Kinder in der Ausbildung

Die Familienkasse will einen Ausbildungsnachweis oder eine Bescheinigung der Hochschule sehen (§ 32 Abs. 4 Nr. 2a EStG). Jedes Jahr müssen Sie nachweisen, dass die Ausbildung oder das Studium noch andauert und zwar immer spätestens im Oktober. Sind Lehre oder Studium vor dem 25. Geburtstag beendet, gibt es auch kein Kindergeld mehr.

Bis zum Ende der Ausbildung - Beendet ist ein Studium spätestens, sobald das Prüfungsamt die Prüfungsergebnisse für den Abschluss bekannt gegeben hat. Bis zum Ablauf des Monats der Bekanntgabe fließt noch Kindergeld, urteilte das Finanzgericht Sachsen (Urteil vom 17. Juni 2015, Az. 4 K 357/11).

Eine Ausbildung ist beendet, wenn das Ausbildungsverhältnis laut Vertrag beendet ist. Liegen die Prüfungsergebnisse schon vor, läuft aber der Ausbildungsvertrag noch, muss die Familienkasse weiter zahlen (Finanzgericht Baden-Württemberg, Urteil vom 19. Oktober 2016, Az. 7 K 407/16).

Ist das Ende der Ausbildung in einem Gesetz festgelegt, dann gibt es bis zu dem in der Regelung vorgesehenen Ende Kindergeld, auch wenn das Prüfungsamt die Prüfungsergebnisse schon eher versendet hat (BFH, Urteil vom 14. September 2017, Az. III R 19/16). Beispiel: Die Ausbildung zur staatlich anerkannten Heilerziehungspflegerin dauert nach der Verordnung in Baden-Württemberg drei Jahre. Auch wenn der Auszubildende zwei Monate vor Ablauf der drei Jahre seine Ergebnisse bekommt, endet die Kindergeldzahlung erst nach genau drei Jahren.

Besonderheit: Zweitausbildung - Es kommt grundsätzlich nicht darauf an, ob es sich um eine Erst-, Zweit- oder Drittausbildung handelt. Allerdings entfällt der Anspruch auf Kindergeld, wenn Ihr Kind nach der Erstausbildung eine weitere Ausbildung absolviert und daneben regelmäßig mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitet (§ 32 Abs. 4 Satz 2 EStG). Nur in diesen Fällen ist entscheidend, ob es sich um eine Erst- oder Zweitausbildung handelt.

Besondere Studiengänge - Ein Masterstudium kann Teil einer einheitlichen Erstausbildung sein, falls es zeitlich und inhaltlich auf das vorangegangene Bachelorstudium angepasst ist (BFH, Urteil vom 3. September 2015, Az. VI R 9/15). Auch nach Abschluss des Bachelors besteht dann weiter ein Anspruch auf Kindergeld.

Bei einem dualen Studium (Ausbildung parallel zum Studium) kann auch nach der Lehre weiterhin Anspruch auf Kindergeld bestehen (FG Münster, Urteil vom 22. August 2014, Az. 4 K 1914/14 Kg). Das Studium muss dazu Teil der Erstausbildung sein. In einem solchen Fall spielt es keine Rolle, wenn Ihr Kind mehr als 20 Stunden in der Woche arbeitet. Setzt allerdings ein berufsbegleitendes Studium voraus, dass der Student vorher mindestens ein Jahr berufstätig war, handelt es sich um einen Weiterbildungsstudiengang und damit um eine Zweitausbildung. Arbeitet der Student dann während des Studiums mehr als 20 Stunden, besteht kein Anspruch auf Kindergeld mehr (BFH, Urteil vom 4. Februar 2016, Az. III R 14/15).

Studiert Ihr Kind im Ausland, kann es weiter Kindergeld geben. Dazu muss Ihr Nachwuchs weiter in Deutschland gemeldet sein und die Semesterferien überwiegend bei Ihnen zu Hause verbringen (BFH, Urteil vom 23. Juni 2015, Az. II R 38/14).

Sie haben für Ihr volljähriges Kind Anspruch auf Kindergeld, auch wenn es verheiratet ist, sich aber in der Erstausbildung befindet und das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Das hat der Bundesfinanzhof entschieden (BFH, Urteil vom 17. Oktober 2013, Az. III R 22/13). Auf die Höhe der Einkünfte des Kindes und auf einen etwaigen Unterhaltsanspruch durch den Ehegatten kommt es nicht an.

Meist vergehen ein paar Monate zwischen Schulabschluss und Beginn der Ausbildung oder des Studiums. In dieser Zeit von bis zu vier Monaten steht Ihnen das Kindergeld weiter zu (§ 32 Abs. 4 Nr. 2b EStG).

Achtung: Wollen Ihr Sohn oder Ihre Tochter nach der Schule eine größere Reise unternehmen, als Au-pair im Ausland arbeiten oder an einem Work-and-Travel-Programm teilnehmen, entfällt der Anspruch auf Kindergeld. Auch wenn die Familienkasse das Kindergeld während dieser Zeit weiter überweist, müssen Sie sich auf Rückforderungen einstellen.

Kinder ohne Ausbildungsplatz

Wenn das Kind zwar eine Ausbildung aufnehmen will, aber keine Ausbildungsstelle findet, zahlt die Kasse weiter. Als Nachweis für die ernsthaften Bemühungen, einen Ausbildungsplatz zu finden, genügen zum Beispiel die Absagen der Ausbildungsunternehmen (§ 32 Abs. 4 Nr. 2c EStG).

Kinder im Freiwilligen Sozialen (FSJ) oder Ökologischen Jahr (FÖJ)

Hat sich Ihr volljähriges Kind für ein Freiwilliges Soziales oder Ökologisches Jahr entschieden, steht Ihnen auch für diese Zeit Kindergeld zu. Gleiches gilt für eine Zeit im Bundesfreiwilligendienst (§ 32 Abs. 4 Nr. 2d EStG).

Kinder mit abgeschlossener Berufsausbildung ohne Arbeitsplatz

Auch wenn Ihr Kind schon älter als 18 Jahre ist und die Ausbildung abgeschlossen hat, bekommen Sie Kindergeld. Voraussetzung: Der Nachwuchs hat keine Arbeit und ist bei der Agentur für Arbeit als arbeitssuchend gemeldet (§ 32 Abs. 4 Nr. 1 EStG). Das gilt allerdings nur bis zum 21. Geburtstag des Kindes.

Es reicht, wenn das Kind der Agentur für Arbeit persönlich mitteilt, dass es arbeitslos ist. Ein Nachweis, dass es tatsächlich eine Arbeit sucht, ist nicht erforderlich (BFH, Urteil vom 18. Februar 2016, Az. V R 22/15). Ein Minijob schließt den Anspruch auf Kindergeld nicht aus.

Kinder mit Behinderung

Für Kinder mit Behinderung gibt es Kindergeld über das 25. Lebensjahr hinaus ohne Altersbegrenzung. Voraussetzung ist, dass das Kind wegen körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung außerstande ist, sich selbst zu versorgen. Die Behinderung muss vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetreten sein (§ 32 Abs. 4 Nr. 3 EStG).

Tipp: Im Internet gibt es zum Kindergeld ein ausführliches Merkblatt der Familienkasse sowie eine Kurzfassung.

Wer bekommt das Kindergeld?

Die Familienkasse zahlt Kindergeld immer nur an einen Berechtigten – meist ist es entweder der Vater oder die Mutter. Wenn Ihr Kind im gemeinsamen Haushalt lebt, müssen Sie also untereinander klären, an wen oder auf welches Konto die Kindergeldkasse das Geld überweisen soll.

Das können Sie rückwirkend nicht mehr ändern. Auch den Großeltern kann Kindergeld zustehen, wenn sie mit dem Enkelkind zusammenwohnen.

Leben die Eltern des Kindes in unterschiedlichen EU-Staaten und besteht kein gemeinsamer Haushalt, steht dem Elternteil Kindergeld zu, bei dem das Kind überwiegend wohnt. Das kann auch in einem anderen EU-Staat sein (BFH, Urteil vom 4. Februar 2016, Az. III R 17/13).

Beispiel: Das Kind lebt bei seiner Mutter in Polen, hat damit in Deutschland keinen Wohnsitz. Der in Deutschland lebende von der Mutter geschiedene Vater hat keinen Anspruch auf Kindergeld. Anspruchsberechtigt ist die in Polen lebende Mutter.

Auszahlungstermine

Nicht alle Eltern erhalten das Kindergeld am selben Tag. Im Internet finden Sie die Auszahlungstermine des Kindergelds durch die Familienkasse. Das Einkommensteuergesetz schreibt vor, dass die Zahlung des Kindergelds im Laufe des jeweiligen Monats erfolgt, für den der Anspruch besteht.

Wie können Sie sich gegen den Kindergeldbescheid wehren?

Nicht jede Entscheidung der Familienkasse müssen Sie hinnehmen. Sollte der Bescheid falsch sein oder handelt es sich um einen Ablehnungsbescheid, können Sie Einspruch einlegen.

Grundsätzlich haben Sie dazu einen Monat nach Bekanntgabe des Bescheids Zeit (§ 355 AO). Ist allerdings die Rechtsbehelfsbelehrung fehlerhaft, können Sie sogar nach Ablauf des Monats innerhalb eines Jahres seit Bekanntgabe tätig werden (§ 356 Abs. 2 AO). So haben zwei Finanzgerichte entschieden, die die Belehrung der Familienkassen als irreführend bewertet haben (FG Münster, Urteil vom 9. Januar 2014, Az. 3 K 742/13 Kg, AO; Urteil vom 9. Januar 2014, Az. 3 K 3794/13 Kg).

Einspruch einlegen können Sie grundsätzlich auch per E-Mail. Wenn die Familienkasse eine solche bekannt gibt, dürfen Sie sie dafür auch verwenden (BFH, Urteil vom 13. Mai 2015, Az. III R 26/14).

Wer bekommt einen Kinderzuschlag?

Elternpaare und Alleinerziehende, die wenig verdienen, können neben dem Kindergeld Anspruch auf Kinderzuschlag haben. Das gilt, wenn ihre Kinder unter 25 Jahre alt sind und in ihrem Haushalt leben. Eine weitere Voraussetzung für den Anspruch ist, dass die Familie mit dem Kinderzuschlag und ihr zustehendem Wohngeld ihren finanziellen Bedarf decken kann.

Als Faustregel gilt daher: Eltern, die Arbeitslosengeld II, Sozialgeld oder Sozialhilfe beziehen und sonst kein Einkommen oder Vermögen haben, erhalten nur Kindergeld, aber keinen Kinderzuschlag. Der höchstmögliche Kinderzuschlag beträgt seit dem 1. Juli 2019 für jedes im gemeinsamen Haushalt lebende Kind 185 Euro im Monat. Diese Höstgrenze steht nicht wie bisher als Euro-Betrag im Gesetz. Sie ergibt sich vielmehr aus dem sogenannten steuerfrei zu stellenden sächlichen Existenzminimum (§§ 6a Abs. 2 BKKG; 20 Abs. 2 BKKG).

Die Familienkasse zahlt den Zuschlag nur, wenn die Eltern ein monatliches Einkommen von mindestens 900 Euro haben, für Alleinerziehende liegt die Grenze bei 600 Euro. Gleichzeitig darf das Einkommen nicht über einem individuell zu berechnenden Höchstbetrag liegen. Dieser kann je nach Familie sehr unterschiedlich sein. Berechnungsbeispiele finden Sie in unserem Ratgeber Kinderzuschlag.

Die Sozialleistung müssen Sie bei der Familienkasse der Agentur für Arbeit schriftlich beantragen. Auf der Internetseite der Arbeitsagentur gibt es zum Kinderzuschlag ein ausführliches Merkblatt.

Durch das Starke-Familien-Gesetz profitieren mehr Alleinerziehende vom Kinderzuschlag. Bisher wurden sie oft nicht unterstützt, weil Unterhalt oder Unterhaltsvorschuss voll auf den Kinderzuschlag angerechnet wurde. Seit dem 1. Juli 2019 werden nur noch 45 Prozent des Kindeseinkommens vom Kinderzuschlag abgezogen (§ 6a Abs. 3 BKKG).

Zusätzliche Hilfe für den Schulbedarf

Hilfebedürftige Schülerinnen und Schüler können eine zusätzliche Leistung für Schulbedarf in Höhe von 100 Euro im Jahr erhalten (§ 6b BKGG§ 28 SGB II). 70 Euro werden jeweils zum 1. August gezahlt und weitere 30 Euro zum 1. Februar. Das Geld soll für den Kauf persönlicher Schulausstattung verwendet werden, zum Beispiel für Schulranzen oder Schreib- und Rechenmaterialien.

Durch das Starke-Familien-Gesetz ist die Zahlung für das Schulstarterpaket zum 1. August 2019 auf 150 Euro gestiegen.

Es wird Hilfebedürftigen bis zum Ende der Schulausbildung gewährt, wenn sie das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Einen entsprechenden Antrag müssen Sie in der Stadt oder dem Landkreis stellen, in dem das Kind wohnt.

Welchen Kinderfreibetrag können Sie geltend machen?

Seit Anfang 2019 liegt der Kinderfreibetrag für Familien bei 7.620 Euro (§ 32 Abs. 6 EStG). Er setzt sich zusammen aus dem Kinderfreibetrag in Höhe von 2.490 Euro und dem Freibetrag für Betreuung, Erziehung und Ausbildung (BEA) in Höhe von 1.320 Euro. Bei Ehegatten, die zusammen zur Einkommensteuer veranlagt werden, verdoppeln sich die Beträge auf insgesamt 7.620 Euro.

Grundsätzlich verrechnet das Finanzamt das schon ausgezahlte Kindergeld mit dem Steuervorteil, der sich durch die Kinderfreibeträge ergibt. Ihnen bleibt daher nur die Differenz zwischen Kindergeld und Steuerfreibeträgen. Die Kinderfreibeträge führen übrigens nur bei etwa 5 Prozent aller Steuerzahler zu einem zusätzlichen Steuervorteil. Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel Steuervorteile für Eltern.

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Was passiert mit dem Kindergeld nach Trennung der Eltern?

Trennen sich Vater und Mutter, erhält derjenige das Kindergeld komplett, bei dem das Kind wohnt. Falls die Mutter das Kind betreut, ist sie allein kindergeldberechtigt. Auch wenn das Kind annähernd zu gleichen Teilen bei beiden Eltern wohnt, wird das Kindergeld nur vollständig an einen Elternteil ausgezahlt.

Unterhaltsrechtlich wird das Kindergeld dem Kind zugeordnet. Folge: In aller Regel mindert das Kindergeld nach der Düsseldorfer Tabelle den zu zahlenden Barunterhalt des Unterhaltspflichtigen – im obigen Beispiel wäre das also der Vater.

Anders behandelt werden die steuerlichen Freibeträge: der Kinderfreibetrag und der sogenannte BEA-Freibetrag für Betreuung, Erziehung und Ausbildung. Grundsätzlich stehen diese beiden Elternteilen gleichmäßig zu. Deshalb gibt es steuerrechtlich halbe Kinder: Wenn nämlich ein Kinderfreibetrag für ein Kind zwischen Vater und Mutter mit je 0,5 aufgeteilt wird. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Ratgeber Steuervorteile für Eltern.

Autor
Dr. Britta Beate Schön

Stand: 10. Oktober 2019


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