Kfz-Versicherung kündigen

Kündige Deine Autoversicherung – aber richtig

Kathrin Gotthold
Finanztip-Expertin für Versicherungen
21. Oktober 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Deine Autoversicherung kannst Du zum Ende des Versicherungsjahres kündigen.
  • Stichtag für die Kündigung ist meist der 30. November.
  • Spätestens wenn Du die Beitragsrechnung für das nächste Jahr erhältst, solltest Du über einen Wechsel nachdenken. 
So gehst Du vor
  • Finanztip-Empfehlung bei der Suche nach einer guten Autoversicherung: Am meisten kannst Du sparen, indem Du Vergleichsportal und Direktversicherer kombinierst. Berechne zunächst die günstigste Kfz-Versicherung auf Verivox oder Check24. Und lass Dir dann ein Angebot von der Huk24 machen.
  • Kündige Deine Kfz-Versicherung per E-Mail oder schriftlich. 
  • Wir haben Dir für Deine Kündigung ein Musterschreiben vorbereitet. Nutze es als Vorlage.

Mus­ter­schrei­ben

Im Lockdown und Homeoffice konntest Du als Autofahrer viel Geld sparen. Je weniger Du gefahren bist, desto günstiger wurde Deine Autoversicherung. Die Beiträge werden aber steigen, je mehr Du wieder mit dem Auto unterwegs bist. Jetzt kann sich ein Wechsel Deiner  Autoversicherung besonders lohnen. Die meisten Kfz-Versicherten können ihren Vertrag zum Jahreswechsel ordentlich kündigen. Um die einmonatige Kündigungsfrist zu wahren, muss eine Kündigung am 30. November beim Versicherer sein. 

Wie kündigst Du die Autoversicherung?

Kündigen ist heute einfacher denn je. Denn für die meisten Verträge reicht eine E-Mail. Wichtig ist dabei, dass die Mail Dir eindeutig zugeordnet werden kann. Verwende also besser eine E-Mail-Adresse, die bei der Versicherung hinterlegt ist. Gib außerdem Deine Vertragsnummer und Deine Adresse an, damit Deine Versicherung die Angaben in ihren Unterlagen wiederfindet.

Kündigst Du per Mail, solltest Du beweisen können, dass die Kündigung bei Deiner Versicherung eingegangen ist. Fordere daher eine Lesebestätigung ein und speichere das Schreiben im Postausgang und druck es samt Zieladresse und Datum aus. Achte darauf, dass die Versicherung die Kündigung bestätigt. Wenn sie es nicht tut, solltest Du nachhaken. 

Verträge, die vor dem 1. Oktober 2016 geschlossen wurden, musst Du per Brief mit Einschreiben oder per Fax kündigen. Beim Fax solltest Du den Sendebericht aufbewahren. Gültig ist die Kündigung erst, wenn sie bei der alten Versicherung eingegangen ist, innerhalb der Kündigungsfrist.

Mus­ter­schrei­ben Kündigung

Wir haben Dir ein Mus­ter­schrei­ben hinterlegt, das Du als Vorlage für Deine Kündigung verwenden kannst.

Zum Download

Zusätzlich kannst Du im Schreiben an die Versicherung das Auto-Kennzeichen und den Zeitpunkt der Kündigung angeben. Es ist immer gut, auch den Grund anzugeben, beispielsweise eine Beitragserhöhung oder einen Verkauf des Wagens.

Verkaufst Du Dein Auto, ist es sinnvoll, den Namen und die Adresse des Käufers aufzuführen. Auf ihn überträgt sich die Versicherung für das Auto zunächst. 

Du hast einen Monat Kündigungsfrist

Egal ob ordentliche Kündigung oder außerordentliche, weil Du ein Son­der­kün­di­gungs­recht nutzt: In der Autoversicherung kommst Du allgemein mit einmonatiger Frist aus Deinem Vertrag. Das ergibt sich aus Paragraf 5 Absatz 5 Satz 2 Pflichtversicherungsgesetz – diese Regelung für die Haftpflicht gilt über die Allgemeinen Bedingungen für die Kfz-Versicherung unter anderem auch für Kasko-Verträge und für Autoschutzbriefe.

Geh sicher, dass die Zeit für die Kündigung nicht zu knapp wird. Du solltest Dir vorher schließlich bereits einen neuen Vertrag gesucht haben. Am besten über einen doppelten Vergleich. Wie Du das machst, erklären wir Dir in unserem Ratgeber Kfz-Versicherung.

Mehr zur Kfz-Versicherung in unserem Ratgeber

  • Vergleiche jeden Herbst, ob Deine Kfz-Versicherung noch die günstigste ist.
  • Empfohlener Weg zum günstigsten Tarif: Erst bei Verivox oder Check24 vergleichen, dann Angebot bei der Huk24 einholen.

Zum Ratgeber 

Wann kannst Du kündigen?

Die meisten Verträge in der Kfz-Versicherung laufen ein Jahr und enden am 31. Dezember. Wegen der Kündigungsfrist von einem Monat bedeutet das: Für die meisten Versicherten ist der 30. November Stichtag für die Kündigung. An diesem Tag muss die Kündigung Deinem Versicherer zugegangen sein. Eine neue Versicherung brauchst Du dann ab dem 1. Januar des Folgejahres. Achtung: ohne Haftpflicht darf Dein Auto nicht auf die Straße!

Bei einem neuen Vertragsabschluss solltest Du möglichst an der Laufzeit bis zum 31. Dezember festhalten. Denn damit kannst Du auch in Zukunft von günstigen Versicherungsprämien zur Wechselsaison profitieren.

Nicht bei allen Versicherern gelten alle Verträge immer bis zum Jahresende. Einige bieten auch Verträge mit unterjähriger Laufzeit an. Hast Du einen solchen Vertrag und er läuft beispielsweise bis Ende März, muss Deine Kündigung bis Ende Februar bei der Versicherung eingehen.

Wann hast Du ein Son­der­kün­di­gungs­recht?

Zusätzlich zum ordentlichen Kündigungsrecht kann Dir ein außerordentliches Kündigungsrecht zustehen. Dann kommst Du außerhalb der vertraglichen Kündigungsfrist aus Deinem Vertrag.

In folgenden Fällen hast Du ein Son­der­kün­di­gungs­recht:

  • Es liegt eine Beitragserhöhung vor. 
  • Du hast einen Schadensfall gemeldet.
  • Du hast Dein Auto verkauft oder abgemeldet.

Bei einer Beitragserhöhung darfst Du in zwei Fällen außerordentlich kündigen. Erstens: Deine Versicherungsprämie steigt, ohne dass der Versicherer den Ver­si­che­rungs­schutz erhöht. Und zweitens: Dein Versicherer verringert den Ver­si­che­rungs­schutz, ohne Deine Versicherungsprämie zu senken.

Ab dem Zugang des Schreibens, mit dem Dein Versicherer Dir die Erhöhung der Versicherungsprämie oder die Senkung der Leistung ankündigt, hast Du einen Monat Zeit, um zu kündigen. Erreicht Dich also ein solcher Brief am 3. Dezember, dann kannst Du bis zum 2. Januar kündigen.

Viele Anbieter verschicken die Schreiben zur Beitragshöhe des Folgejahres erst ab Dezember. Eine gute Chance für Dich, falls Du Deinen ordentlichen, jährlichen Kündigungstermin verpasst hast.

Achtung: Du hast zwar ein Schreiben bekommen, doch vermeintlich mit einer Beitragssenkung? Schau genau hin, ob es sich nicht um eine versteckte Beitragserhöhung handelt. Denn auch wenn Du künftig weniger zahlen sollst, ist es möglich, dass sich Dein Beitrag erhöht hat – beziehungsweise ein Teil davon. Das kann der Fall sein, wenn Du in eine günstigere Scha­den­frei­heits­klas­se rutschst, aber gleichzeitig in eine schlechtere Typen- oder Regionalklasse gestuft wirst. Dann geht die Versicherung von einem höheren Schadenrisiko aus und stuft deswegen Deine Beiträge hoch. Durch die günstigere Scha­den­frei­heits­klas­se fällt das aber nicht sofort auf. Auch das reicht für ein Son­der­kün­di­gungs­recht.

Auch wenn Du Deiner Versicherung einen Schaden meldest, kannst Du außerordentlich kündigen – egal ob Deine Versicherung einspringt oder nicht. Der Zeitpunkt, zu dem die Monatsfrist zu laufen beginnt, ist der, zu dem der Versicherer den Schaden zahlt (auch teilweise) oder die Übernahme der Kosten ablehnt. Übrigens hat im Schadensfall auch die Versicherung das Recht zu kündigen.

Auch ein Fahrzeugwechsel löst ein Son­der­kün­di­gungs­recht aus. Kaufst Du ein Auto und ist nichts anderes geregelt, gilt die Kfz-Versicherung des Verkäufers für den Wagen mindestens für einen weiteren Monat auch für Dich. Innerhalb dieses Monats hast Du ein Son­der­kün­di­gungs­recht. Sobald Du eine eigene Versicherung abschließt und das der Zulassungsstelle meldest, gilt der alte Vertrag als gekündigt.

Andersrum gilt: Wenn Du ein Auto verkaufst, geht Dein Versicherungsvertrag auf den Käufer über. Um Unsicherheiten zuvorzukommen, solltest Du das Auto am besten selbst bei der Zulassungsstelle abmelden. Dann informiert die Zulassungsstelle automatisch den Versicherer. Mehr dazu kannst Du in unserem Ratgeber Auto verkaufen lesen.

Ruheversicherung bei vorübergehender Abmeldung

Ein Sonderfall ist die sogenannte Ruheversicherung, die dann greift, wenn Du das Auto nur vorübergehend abmeldest. Dein Versicherungsvertrag läuft dann kostenlos weiter, bis zur endgültigen Kündigung. Der Versicherungsumfang bleibt bestehen, mit Ausnahme der Vollkaskoversicherung – eine Vollkaskoversicherung wird also zur Teil­kas­ko­ver­si­che­rung. Das Fahrzeug ist bei Wiederanmeldung automatisch beim selben Anbieter versichert.

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