Private Haft­pflicht­ver­si­che­rung

Gut geschützt schon für 5 Euro im Monat

Henriette Neubert
&Co-Autoren
01. Dezember 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Eine private Haft­pflicht­ver­si­che­rung zahlt für Schäden, die Du verursacht hast. Ohne sie musst Du solche Kosten selbst tragen. Das kann teuer werden, vor allem wenn Du Menschen verletzt.
  • Eine gute Haftpflicht springt auch dann ein, wenn ein anderer Dir einen Schaden zufügt, für den er nicht aufkommt. Zudem wehrt sie unberechtigte Forderungen gegen Dich ab.
So gehst Du vor
  • Falls Du noch keine hast: Schließ jetzt eine private Haft­pflicht­ver­si­che­rung ab. Eine gute bekommst schon für unter 60 Euro im Jahr.
  • Hast Du einen älteren Vertrag, kann sich ein Wechsel lohnen. Neue Verträge bieten oft bessere Leistungen. Behalte daher Deinen Kündigungstermin im Blick.
  • Wir haben für Dich sehr gute Tarife zu einem günstigen Preis herausgesucht. Am besten hat in unserem Vergleich der Tarif „Einfach Besser Plus“ der Haftpflichtkasse abgeschnitten. Ebenfalls empfehlenswert sind die Tarife „Haftpflicht online Leistungspaket L“ der Axa, der Tarif „Prestige“ der Bayerischen und „Klassik-Garant Exklusiv“ der VHV.

Es ist schnell passiert: Dein Kind spielt im Garten Fußball und kickt das Leder aus Versehen in die Fensterscheibe des Nachbarn. Oder Du rennst bei Rot über die Straße, um den Bus noch zu erwischen. Ein Auto muss bremsen und verursacht einen Auffahrunfall. Für die entstandenen Schäden musst Du zahlen. Im schlimmsten Fall kann Dich das ruinieren – es sei denn, Deine Privathaftpflichtversicherung übernimmt das. Wir zeigen Dir, wie Du eine gute findest und warum es sich lohnen kann, ab und an den Vertrag zu wechseln.

Was versichert die private Haft­pflicht­ver­si­che­rung?

Da kein Mensch Unfälle voraussehen kann, sollte jeder eine Privathaftpflichtversicherung haben. Sie übernimmt die Kosten, wenn Du versehentlich etwas kaputt machst oder jemanden verletzt und schützt Dich so vor den finanziellen Schäden. Trotzdem verfügten laut Statistischem Bundesamt 2018 nur knapp 83 Prozent aller Haushalte in Deutschland über einen solchen Vertrag.

Eine Privathaftpflicht versichert Personen-, Sach- und Vermögensschäden. Ein Großteil der Sachschäden – wie eine zerbrochene Scheibe – kostet maximal ein paar Tausend Euro. Richtig teuer kann es dagegen werden, wenn Menschen verletzt werden.

Ein Beispiel: Eine Radfahrerin stürzt deinetwegen. Sie muss ins Krankenhaus und anschließend mehrere Wochen in die Reha. Dann zahlst Du nicht nur Schmerzensgeld und die Behandlung, sondern auch den Verdienstausfall der Radlerin – also den Vermögensschaden, der ihr entsteht, weil sie nicht arbeiten kann. Stirbt die Radfahrerin durch Dein Verschulden, können die Forderungen der Hinterbliebenen in die Millionen gehen. Du haftest für den entstandenen Schaden – und zwar bis zu Deiner persönlichen Pfändungsgrenze.

Die private Haftpflicht zahlt nicht für:

  • Verletzungen am eigenen Körper, die Du Dir (versehentlich) selbst zugefügt hast,
  • vorsätzlich verursachte Schäden,
  • Schäden aus strafbaren Vergehen,
  • Geldstrafen und Schäden durch die Verletzung vertraglicher Pflichten,
  • Schäden, die die Kfz-Haftpflichtversicherung abdeckt,
  • Schäden durch Hunde.

Welche Haftpflichttarife empfiehlt Finanztip?

Eine sehr gute Privathaftpflichtversicherung bekommst Du bereits ab 50 Euro pro Jahr. Die absoluten Preisunterschiede zwischen den verschiedenen Tarifen sind überschaubar. Bei den Leistungen gibt es dagegen große Unterschiede. Sie reichen von den Beträgen, für die die Versicherung im Schadensfall aufkommt (Versicherungssumme), über die versicherten Lebensbereiche bis zum Umgang mit der Frage, ob Du Geld bekommst, wenn Dir jemand einen Schaden zufügt, diesen aber nicht bezahlen kann (Forderungsausfall).

Jahresbeiträge hervorragender Tarife in Euro

Anbieter /

Tarifname

Haftpflichtkasse

/ Einfach
Besser Plus

Axa /

Haftpflicht
Online L2

Bayerische /

Prestige

VHV /

Klassik-Garant

Exklusiv2

Single551ab 4258ab 53
Familien551ab 8478ab 76
über 55 Jahre alt551,3ab 57

53 (704)

ab 60

Alle Beträge gerundet. Tarife beinhalten die Best-Leistungsgarantie und eine Selbstbeteiligung (Axa, Bayerischen und VHV: je 150 Euro, Haftpflichtkasse: 125 Euro).
1 Preis mit 10 Prozent Papierlos-Nachlass für Versand aller Unterlagen per E-Mail
2 Preise vom Wohnort abhängig
3 ab 55 Jahre ohne Selbstbeteiligung
4 mit Kindern
Quelle: Websites der Anbieter (Stand: 1. Dezember 2020)

Wir haben im November 2020 sehr gute Tarife von privaten Haft­pflicht­ver­si­che­rungen untersucht und halten vier Tarife für besonders empfehlenswert. Der Tarif „Einfach Besser Plus“ der Haftpflichtkasse bot in unserem Vergleich sehr gute Leistungen für kleines Geld für alle. Du zahlst 61 Euro im Jahr (55 Euro bei digitaler Vertragsführung), wenn Du 125 Euro Selbstbeteiligung auswählst.

Alleinstehende kommen mit den Tarifen „Haftpflicht Online L“ der Axa und „Klassik-Garant Exklusiv“ der VHV unter Umständen noch günstiger weg als bei der Haftpflichtkasse. Der Tarif der Axa kostet für Singles bei 150 Euro Selbstbeteiligung weniger als 50 Euro im Jahr, dies hängt jedoch vom Wohnort ab. Bei der VHV zahlst Du, je nach Wohnort ab 53 Euro pro Jahr.

Für alle ab 55 Jahre ist der Tarif „Prestige“ der Bayerischen etwas günstiger als bei allen anderen.

Einzelheiten zu unserer Untersuchung findest Du unten im Abschnitt So haben wir getestet.

Die Haftpflichtkasse
Tarif Einfach Besser Plus
  • günstiger Preis für alle
  • sehr guter Tarif (Stiftung Warentest: Note 1,0)
  • Best-Leistungsgarantie („Erweiterte Vorsorge“)
  • Versicherungssumme 50 Mio. € pauschal, je geschädigter Person 10 Mio. €
AXA
Tarif Haftpflicht Online Leistungspaket L mit Best-Leistungsgarantie
  • sehr guter Tarif (Stiftung Warentest: Note 1,1)
  • Versicherungssumme 60 Mio. €, auch für Schäden durch Internetnutzung
  • Baustein Best-Leistungsgarantie günstig hinzubuchbar
  • deliktunfähige Kinder müssen extra abgesichert werden
  • teilweise sehr günstiger Tarif, hängt vom Wohnort ab
Die Bayerische
Tarif Prestige
  • attraktiver Preis für ab 55-Jährige und Singles
  • sehr guter Tarif (Stiftung Warentest: Note 0,9)
  • Best-Leistungsgarantie ist mitversichert
  • Versicherungssumme 50 Mio. € pauschal, je geschädigter Person 15 Mio. €
VHV
Tarif Klassik-Garant Exklusiv mit Best-Leistungsgarantie
  • sehr guter Tarif (Stiftung Warentest: Note 0,8)
  • Best-Leistungsgarantie beinhaltet Neuwertentschädigung bis 10.000 € und verbesserten Opferschutz
  • Versicherungssumme 50 Mio. € pauschal, je geschädigter Person 15 Mio. €
  • Neuwerterstattung bis 10.000 €
  • bei zwei Schäden beim vorherigen Versicherer Selbstbeteiligung in Höhe von 150 € verpflichtend
  • Beiträge hängen auch vom Wohnort ab
Nur beim Anbieter abschließbar

Worauf solltest Du bei einer Haft­pflicht­ver­si­che­rung achten?

Es sind nur wenige, aber dafür wichtige Punkte, in denen sich die von uns empfohlenen Tarife von den vielen guten Tarifen im Markt unterscheiden. Hier die wichtigsten Punkte, auf die Du bei der Auswahl Deiner Versicherung achten solltest:

Deckungssummen müssen hoch genug sein

Die oberste Regel bei der Privathaftpflichtversicherung ist: Wähle eine möglichst hohe Versicherungssumme. Eine höhere Deckungssumme kostet nur wenig mehr und zahlt sich besonders bei teuren Personenschäden aus. Weil die gesetzliche Haftung unbegrenzt ist, sollte auch die Deckung Deines Vertrages sehr hoch sein, denn den Rest musst Du sonst aus Deinem Privatvermögen zahlen.

Mit 50 Millionen Euro Deckungssumme bist Du sehr gut abgesichert. Achte darauf, dass außerdem je geschädigter Person mindestens 10 Millionen Euro Deckungssumme zur Verfügung stehen. Das ist bei allen von uns empfohlenen Tarifen gegeben.

Die Best-Leistungsgarantie füllt den Schutz auf

Mit einer Best-Leistungsgarantie verspricht der Versicherer Dir, sich im Schadensfall so zu verhalten wie der beste Versicherer im deutschen Markt. Wichtig wird das, wenn Du einen Schaden verursacht hast, Dein Versicherer sich aber auf den Standpunkt stellt, dieser Lebensbereich sei nicht abgesichert oder die Entschädigungsgrenze reiche nicht aus.

Wenn Du nachweisen kannst, dass ein anderer Versicherer in diesem Fall zahlt, gelten die Leistungen des anderen Versicherers auch für Deinen Vertrag. Die Best-Leistungsgarantie hebt also den Versicherungsschutz auf das höchste in Deutschland erhältliche Niveau.

Ein Tarif, der eine umfassende Best-Leistungsgarantie beinhaltet, ist im Grundsatz besser als ein Tarif, der alle denkbaren Leistungen aufführt, aber auf eine Best-Leistungsgarantie verzichtet oder diese einschränkt. Unsere vier Empfehlungen Haftpflichtkasse, AxaBayerische und VHV bieten eine Best-Leistungsgarantie. Bei der Axa und der VHV muss diese gegen einen Aufpreis hinzugebucht werden. Unsere Preisangaben beinhalten dies. Die Haftpflichtkasse bezeichnet die Garantie in ihren Vertragsunterlagen übrigens als „Erweiterte Vorsorge“.

Die Best-Leistungsgarantie hat aber trotzdem Grenzen. Sie gilt nur für deutsche Versicherer und nur für Leistungen auf derselben Tarifstufe. Wenn Du einen Basisschutz hast, kannst Du also nicht den Exklusivtarif eines anderen Versicherers heranziehen. Die Best-Leistungsgarantie füllt also nur Lücken auf, die ein anderer Versicherer im Rahmen der Privathaftpflicht mit einem vergleichbaren Tarifangebot absichert.

Gut versichert, wenn andere Dich schädigen

Genauso wichtig wie eine hohe Versicherungssumme ist die Deckung bei Forderungsausfall. Sie funktioniert wie eine umgekehrte Haftpflichtpolice: Du hast einen Schaden erlitten, für den der Verursacher nicht aufkommen kann – dann übernimmt Deine eigene Versicherung die Kosten, einige Versicherer aber erst für Schäden ab 2.500 Euro.

Achte bei Deinem Vertrag auf diese Klausel. Da 15 Prozent aller Haushalte in Deutschland nicht haftpflichtversichert sind, ist es wichtig, diese Lücke im Versicherungsschutz zu schließen.

Einige Tarife fordern, dass Du gegen den Schädiger ein rechtskräftiges Urteil erwirkt hast. Anderen Anbietern genügt, dass Du Dich nachweislich bemüht hast, Dein Geld zu bekommen. Je nach Schadenshöhe lohnt sich die Mühe einer Klage durchaus, wenn Du so Deine Schäden ersetzt bekommst. Unsere vier Empfehlungen decken auch Forderungsausfälle ab.

Familien brauchen nur einen Vertrag

Wenn Du verheiratet bist oder in einer Lebenspartnerschaft lebst, reicht eine Haft­pflicht­ver­si­che­rung pro Haushalt. Kinder sind bis zum Ende ihrer ersten Berufsausbildung immer über die Eltern in einem Familienvertrag mitversichert. Kinder unter sieben Jahren sind nur mitversichert, wenn die Klausel „deliktunfähige Personen“ im Tarif enthalten ist. Bei der Axa muss dies explizit gegen Aufpreis abgesichert werden. Unsere Preisabfrage beinhaltet die Klausel.

Bei einem Familienvertrag solltest Du allerdings beachten, dass Scha­dens­er­satz­an­sprü­che gegen mitversicherte oder im Haushalt lebende Angehörige teilweise ausgeschlossen sind. Das kann vor allem zum Problem werden, falls ein Partner den anderen versehentlich verletzt. Denn dann fordert die Kran­ken­kas­se des Geschädigten vom Unfallverursacher die entstandenen Behandlungskosten zurück (Regressansprüche) – und das kann bei schweren Verletzungen schnell teuer werden.

Du solltest deshalb darauf achten, dass Deine Versicherung Regressansprüche von Sozialversicherungsträgern explizit mitabdeckt. Unsere vier Empfehlungen Haftpflichtkasse, Axa, Bayerische und VHV tun das.

Paare, die nicht miteinander verheiratet sind, sollten darauf achten, dass die mitversicherte Person namentlich im Vertrag genannt ist.

Vereinbare eine Selbstbeteiligung

Mit einer Selbstbeteiligung kannst Du den Versicherungsbeitrag senken. Sinnvoll sind etwa 150 Euro im Jahr. Ohne Selbstbehalt kannst Du zwar auch kleinere Schäden bei der Versicherung melden. Allerdings kann es sein, dass der Versicherer Dir kündigt, sobald der Schaden beglichen ist. Nach einem Versicherungsfall hat er ein Son­der­kün­di­gungs­recht. Achtung: Bei der VHV musst Du immer eine Selbstbeteiligung zahlen, wenn Du beim vorherigen Versicherer zwei oder mehr Schäden gemeldet hast.

Manchmal wichtig: Schlüsselverlust

Diese Klausel ist kein Muss, aber sie spart eine Menge Geld, falls Du den Schlüssel zu Deiner Mietwohnung oder zum Büro verlierst. Denn oft muss anschließend die gesamte Schließanlage im Haus ausgetauscht werden. Die Schlüsselversicherung übernimmt in so einem Fall die Kosten. Wenn Du in einem Mehrfamilienhaus mit vielen Nachbarn und einer Schließanlage wohnst, empfehlen wir Dir diese Klausel.

Viele Zutrittssysteme zu Bürogebäuden sind anonymisiert, man sieht dem Schlüssel oder der Karte oft nicht an, zu welchem Komplex sie gehören. In diesen Fällen brauchst Du eine solche Klausel für berufliche Schlüssel eher nicht. Sobald aber eine exakte Zuordnung zwischen Schlüssel und Bürohaus möglich ist, empfiehlt sich die Schlüsselversicherung. Das gilt vor allem für Lehrer, weil in Schulen auch praktisch jeder Schlüssel ein Generalschlüssel ist.

Unsere Empfehlungen Haftpflichtkasse, Axa, Bayerische und VHV beinhalten auch eine Schlüsselversicherung. 

Wann ist der Wechsel in einen neuen Vertrag sinnvoll?

In den vergangenen Jahren haben sich die Tarife stark verbessert: Anbieter haben ihre Versicherungssummen erhöht und neue Leistungen aufgenommen. So zahlen viele Versicherungen, anders als noch vor wenigen Jahren, auch für Schäden, die Computerviren oder kleine Kinder verursacht haben. Ebenso sind Gefälligkeitsschäden fester Bestandteil der Tarife geworden.

Falls Dein Vertrag schon mehrere Jahre alt ist, lohnt es sich deshalb oft, in einen Tarif zu wechseln, der auf dem neuesten Stand ist. Um den Vertrag zu wechseln, musst Du den alten Vertrag drei Monate vor der Hauptfälligkeit kündigen. Danach kannst Du Dir in Ruhe bis zum Vertragsablauf eine neue, leistungsstarke und günstige Haft­pflicht­ver­si­che­rung suchen.

Seit einigen Jahren sind auch Drohnen in Mode. Wenn Du eine Drohne privat nutzt, erkundige Dich bei Deiner Privathaftpflichtversicherung, ob ein Drohnenschutz enthalten ist. Bewahre die schriftliche Bestätigung auf. Andernfalls erweitere Deine Versicherung entsprechend oder schau nach einem neuen, passenderen Vertrag. Wenn Du die Drohne gewerblich nutzt, musst Du eine spezielle Drohnen-Haftpflichtversicherung abschließen.

In welchen Fällen brauchst Du einen besonderen Vertrag?

Auch wenn Du einen sehr guten Tarif gewählt hast, sind nicht unbedingt alle Risiken versichert. Es gibt einige Bereiche, für die Du eine spezielle Haft­pflicht­ver­si­che­rung abschließen musst.

Tierhalterhaftpflicht

In sechs Bundesländern ist eine spezielle Hundehaftpflicht vorgeschrieben. Erkundige Dich, was in Deiner Region gilt. Pferdehaltern empfehlen wir den Abschluss einer Pferdehaftpflichtversicherung.

Abgesichert auf dem Bau

Als Bauherr bist Du für das verantwortlich, was auf der Baustelle passiert. Die Bauherrenhaftpflichtversicherung springt ein, falls auf dem Bau Personen verletzt oder Gegenstände beschädigt werden. Die Bauleistungsversicherung schützt Dich bei Schäden durch Sturm oder Vandalismus am Rohbau. Brennt das Haus während der Bauphase ab, begleicht eine Feuerrohbauversicherung den entstandenen Schaden.

Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung

Sofern Du ein Mietshaus besitzt oder in einer Wohneigentumsgemeinschaft wohnst, brauchst Du unbedingt eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung. Diese springt ein, wenn Du Deine sogenannten Verkehrssicherungspflichten verletzt hast. Rutscht beispielsweise ein Fußgänger im Winter auf dem vereisten Gehweg aus und bricht sich ein Bein, weil Du nicht gestreut hast, zahlt die Grundbesitzerhaftpflicht Schadensersatz. Gehört Dir ein Einfamilienhaus, in dem Du selbst wohnst, reicht in solchen Fällen die normale Privathaftpflichtversicherung.

So haben wir getestet

Test Privathaftpflicht 2020

Finanztip hat im November 2020 auf Grundlage des Tests der Stiftung Warentest (Ausgabe 10/2019) die besten Tarife herausgesucht und einer eigenen Bewertung unterzogen. Den Fokus haben wir dabei auf die Höhe der Deckungssummen und das Bestehen einer Best-Leistungsgarantie gelegt. Auf dieser Grundlage haben wir aus der Vielzahl der Angebote diejenigen Tarife herausgefiltert, die sehr gute Leistungen und die umfassendste Best-Leistungsgarantie bieten und zudem noch günstig sind.

Die Stiftung Warentest hat 104 Tarife mit der Note „sehr gut“ bewertet. Im ersten Schritt haben wir den Mittelwert der Beiträge (für Familien ohne Selbstbeteiligung) berechnet. Dieser lag bei etwa 115 Euro. Wir haben uns im Folgenden nur noch Beiträge angeschaut, die maximal diesen Beitrag erheben.

Als nächstes haben wir die Tarife aus der weiteren Betrachtung ausgeschlossen, die zu geringe Deckungssummen boten. Wir erachten Deckungssummen von 50 Millionen Euro als empfehlenswert. Immerhin 42 Tarife bieten eine Deckung von mindestens 50 Millionen an. Diese Tarife bieten außerdem je geschädigter Person mindestens 10 Millionen Euro an.

Bei diesen haben wir geprüft, ob die Versicherer eine Best-Leistungsgarantie zusagen. Außerdem musste die Möglichkeit bestehen, die Versicherung online abzuschließen oder zumindest online zu beantragen. Aussortiert haben wir diejenigen Versicherer, die gar keine oder (unserer Einschätzung nach) keine gute Best-Leistungsgarantie anbieten, sowie solche, die weder Online-Abschluss noch Online-Antrag ermöglichen. Der Premium-Plus-Tarif der Waldenburger bietet einen Online-Abschluss. Jedoch können Interessenten die Tarifbedingungen erst einsehen, nachdem sie sämtliche persönliche Angaben gemacht haben. Deshalb empfehlen wir diesen Tarif nicht.

Übrig blieben vier Versicherer: die Haftpflichtkasse mit dem Tarif „Einfach Besser Plus“, die Axa mit dem Tarif „Haftpflicht Online L“, die Bayerische mit ihrem Tarif „Prestige“ sowie die VHV mit dem Tarif „Klassik-Garant Exklusiv“. Ausführlich informieren wir über unser Vorgehen in unserem Testartikel.

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Ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet, hat keinerlei Einfluss auf unsere Empfehlungen. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Verbraucher ist.

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