Härtefallregelung Zahnersatz

Geringverdiener bekommen höhere Zuschüsse für den Zahnersatz

Das Wichtigste in Kürze

  • Geringverdiener mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von höchstens 1.218 Euro können von ihrer gesetzlichen Krankenkasse höhere Zuschüsse für Zahnersatz bekommen. Für Familien gelten höhere Grenzen.
  • Anstelle der üblichen 50 Prozent übernimmt die Kasse dann 100 Prozent der Kosten der Regelversorgung.
  • Wer sich für einen besonders hochwertigen Zahnersatz entscheidet, muss trotzdem etwas aus eigener Tasche dazu bezahlen.

So gehen Sie vor

  • Reichen Sie den Heil- und Kostenplan Ihrer Behandlung bei der Krankenkasse ein.
  • Außerdem müssen Sie den Antrag auf zusätzliche Kostenübernahme ausfüllen und einreichen.
  • Die Behandlung darf erst erfolgen, nachdem die Krankenkasse sie genehmigt hat.
  • Wer nur knapp über der Verdienstgrenze liegt, kann von der Kasse ebenfalls einen Zuschuss erhalten.
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Kronen, Brücken, Prothesen: Wer schon mal einen Zahnersatz brauchte, weiß, wie teuer das ist. Auch deswegen, weil die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) nur noch einen Festzuschuss zahlen. Die Kassen übernehmen im Normalfall die Hälfte der Kosten der Regelversorgung. Den Rest muss der Patient selbst zahlen.

„Regelversorgung“ bedeutet: die einfachste Art der Wiederherstellung des Gebisses. Das heißt beispielsweise, dass ein Backenzahn nur eine Metallkrone bekommt anstelle einer unauffälligen Keramikverschalung.

Für diese Menschen gilt die Härtefallregel

Wer sich keinen Zahnersatz leisten kann, muss nicht mit schlechten Zähnen leben. Denn die gesetzlichen Krankenkassen helfen Geringverdienern mit der Härtefallregelung. Sie besagt, dass Versicherte mit wenig Einkommen auf Antrag bis zu 100 Prozent der Kosten einer Regelversorgung von ihrer Kasse erhalten. Sprich, sie bekommen die medizinisch notwendigen Leistungen, ohne dafür einen Eigenanteil zahlen zu müssen.

Zu diesem Personenkreis gehören:

  • Versicherte mit Bruttoeinnahmen unter 1.218 Euro (1.674,75 Euro, wenn sie mit einen Angehörigen zusammen wohnen, für jeden weiteren Angehörigen jeweils plus 304,50 Euro),
  • Sozialhilfeempfänger,
  • Hartz-IV-Empfänger,
  • Empfänger von Kriegsopferfürsorge,
  • Empfänger von Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung sowie
  • Versicherte, die in einem Heim leben und die Kosten dafür ein Sozialhilfeträger oder die Kriegsopferfürsorge übernimmt.

So bekommen Sie den Zuschuss

Um den Zuschuss zu erhalten, müssen Sie bei Ihrer Krankenkasse einen Antrag stellen, in dem Sie Ihre Lebenssituation erklären und das Einkommen aufführen müssen. In der Regel müssen Sie auch den Heil- und Kostenplan Ihres Zahnarztes von der Krankenkasse genehmigen lassen. Erst danach darf die Behandlung erfolgen.

Auch Versicherte, die nur leicht die Einkommensgrenze überschreiten, können von der Härtefallregelung profitieren. Sie bekommen oftmals eine Zulage zum Festzuschuss von 50 Prozent. Wie hoch diese genau ausfällt, hängt vom Einzelfall ab. Fragen Sie bei Ihrer Krankenversicherung nach, ob und in welcher Höhe Ihnen ein solcher Zuschlag zusteht.

Hochwertiger Zahnersatz wird nicht voll erstattet

Entscheidet sich jemand für besonders hochwertigen Zahnersatz, ist dieser nicht mit der Härtefallregelung abgedeckt. Denn die Kassen zahlen immer nur maximal 100 Prozent der Regelversorgung. Wer also unbedingt eine Keramik- oder Goldkrone anstatt der einfachen Variante haben möchte, muss dafür zum Großteil selbst aufkommen.

Mehr dazu im Ratgeber Zahnzusatzversicherung

Julia Rieder
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

Lohnt sich nur bei teuren Behandlungen

  • Gesetzlich Versicherte müssen einen Teil der Kosten für Zahnersatz selbst zahlen.
  • Gute Zahnzusatzversicherungen sind recht teuer.
  • Achten Sie darauf, dass die Versicherung viel vom Eigenanteil beim Zahnarzt übernimmt.

» Zum Ratgeber

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Annika Krempel

Finanztip-Expertin für Versicherungen (bis Januar 2018)

Annika Krempel war Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Zuvor hatte sie bereits bei ZDF Wiso, dem RBB und der Stiftung Warentest Erfahrungen als Verbraucherjournalistin gesammelt.