Schufa-Eintrag löschen

So korrigieren Sie fehlerhafte Daten bei Auskunfteien

Das Wichtigste in Kürze

  • Daten, die Auskunfteien wie die Schufa über Sie gesammelt haben, können fehlerhaft oder unvollständig sein.
  • Die häufigsten Fehler sind bereits getilgte Forderungen, die nicht rechtzeitig gelöscht wurden.
  • Solche Fehler können dazu führen, dass zum Beispiel Banken Sie nicht für kreditwürdig halten.

So gehen Sie vor

  • Beantragen Sie bei der Schufa eine Kopie der Daten, die die Auskunftei von Ihnen gespeichert hat.
  • Enthält die Datenkopie (früher: Schufa-Selbstauskunft) Fehler, sollten Sie diese berichtigen lassen. Melden Sie die Fehler bei der Schufa entweder schriftlich, telefonisch oder online.
  • Nutzen Sie dazu unser Musterschreiben.
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Auskunfteien sammeln finanzielle Daten von Verbrauchern und bewerten damit deren Kreditwürdigkeit. Bei jedem vierten Verbraucher waren die gespeicherten Daten allerdings fehlerhaft oder unvollständig, ergab eine Studie der GP-Forschungsgruppe (Stand: 2015). Solche Fehler können Ärger bereiten, wenn Konsumenten die Bonitätsauskunft für einen Vertrag benötigen. Jeder falsche Datensatz kann nämlich den sogenannten Score-Wert verschlechtern.

Welche Fehler finden sich bei den persönlichen Daten?

Das sind typische Fehler, die Auskunfteien in ihren Datensätzen haben:

  • Getilgte Kredite werden nicht rechtzeitig gelöscht.
  • Bezahlte Forderungen werden nicht als erledigt bezeichnet.
  • Forderungen sind in der Höhe fehlerhaft angegeben.
  • Verspätete Zahlungen finden sich zu Unrecht in der Auskunft.
  • Persönliche Daten sind fehlerhaft oder nicht eingetragen.

Um einen Fehler zu finden, müssen Sie wissen, welche Daten die Auskunftei über Sie gespeichert hat. Dazu können Sie eine Datenkopie nach Artikel 15 der Datenschutz-Grundverordung (DSGVO) anfordern. Die Kopie erhalten Sie kostenlos und zwar mehrmals im Jahr. Machen Sie von diesem Recht regelmäßig Gebrauch – nicht nur gegenüber der Schufa, sondern auch gegenüber den anderen wichtigen Auskunfteien: Infoscore, Deltavista, Bürgel und Boniversum.

Stellen Sie fest, dass Einträge zu Ihrer Person nicht mehr aktuell oder falsch sind, sollten Sie verlangen, dass die Auskunftei die Daten berichtigt oder löscht. Dazu ist sie gesetzlich verpflichtet (Art. 16 DSGVO ). Sie können die Fehler per Post, telefonisch aber auch online melden.

Warum kommt es zu falschen Daten bei Auskunfteien?

Verantwortlich für fehlerhafte Datenbestände bei einer Auskunftei sind häufig die Firmen, die die Daten an die Auskunftei weitergegeben haben. Die Unternehmen sind verpflichtet, nachträgliche Änderungen, etwa wenn der Kunde gezahlt oder einen Vertrag gekündigt hat, der Auskunftei mitzuteilen. Das soll gewährleisten, dass Negativmerkmale berichtigt werden. Aber auch positive Daten müssen aktuell gehalten werden, etwa wenn ein Vertrag beendet wurde.

Findet sich eine erledigte Geldforderung gegen Sie zum Beispiel immer noch in Ihren Schufa-Daten, sollten Sie sich an das in der Auskunft genannte Unternehmen wenden. Bitten Sie um einen sogenannten Erledigungsvermerk und sofortige Weiterleitung an die Auskunfteien. Bestätigt Ihnen ein Unternehmen die Erledigung, senden Sie diese Bestätigung am besten selbst noch einmal an die Schufa oder die jeweilig andere Auskunftei und bitten um Berichtigung. Der Eintrag erhält dann den Zusatz „erledigt“.

So einen Zusatz gibt es allerdings nicht bei Krediten – auch wenn ein Kredit ordentlich zurückgezahlt wurde, verzichtet die Schufa darauf, das zu dokumentieren. Die zusätzliche Information sei überflüssig, heißt es bei der Schufa, weil sich schon aus den Vertragsdaten selbst ergebe, dass der Kredit getilgt sei.

Stimmen einzelne Angaben zu Verträgen oder Krediten nicht, wenden Sie sich an das Unternehmen und die Auskunftei, damit auch diese Daten berichtigt werden. Sie können dazu dieses Musterschreiben verwenden und an die jeweilige Auskunftei schicken.

Wie lange werden die Daten gespeichert?

Viele Verbraucher wenden sich an die Schufa und bitten, ein Negativmerkmal vorzeitig zu löschen. Damit hatten sie bisher in der Regel keinen Erfolg, denn es gab gesetzliche Speicherfristen. Die sind zwar durch die seit Mai 2018 geltende DSGVO verschwunden. Die Auskunfteien haben sich jedoch in ihren Verhaltensrichtlinien auf Speicherfristen geeinigt. Diesen sogenannten Code of Conduct haben sie auch mit den Landesdatenschutzbehörden abgestimmt.

Eine Forderung verschwindet also auch künftig nach dem Bezahlen nicht einfach aus dem Datenbestand. Bis zum Ende der vorgesehenen Frist speichern die Auskunfteien auch weiterhin erledigte Forderungen oder andere bereits erledigte Merkmale.

Fristen der Datenspeicherung bei der Schufa

Art der Information Löschungszeitpunkt
Informationen über Kredite 3 Jahre nach Rückzahlung des Kredits
Informationen über Giro- und Kreditkartenkonten nach Benachrichtigung der Schufa über die Auflösung des Kontos
Kreditanfragen 12 Monate nach Anfrage
Kreditkonditionen-Anfragen (die sehen nur Sie in der Selbstauskunft, an anfragende Unternehmen werden die Infos nicht weitergegeben) 12 Monate nach Anfrage
Anfragen von Unternehmen an die Schufa 12 Monate nach Anfrage
unstrittig falsche Angaben jederzeit
Haftbefehl und Abgabe der Vermögensauskunft 3 Jahre, jedoch vorzeitig, wenn eine Löschung durch das Amtsgericht nachgewiesen wird
Insolvenzverfahren und Restschuldbefreiung 3 Jahre nach Beendigung des Insolvenzverfahrens oder Erteilung der Restschuldbefreiung

Quelle: Schufa (Stand: Juni 2018)

Vorzeitige Löschung nicht pauschal möglich

Verbraucher konnten früher eine Forderung vor Ablauf der gesetzlichen Fristen löschen lassen, wenn sich diese auf höchstens 2.000 Euro belief und innerhalb von sechs Wochen bezahlt wurde. Es durfte dazu aber weder ein Urteil noch einen Vollstreckungsbescheid geben. Trafen die Voraussetzungen zu, hat die Schufa die Forderung vorzeitig aus ihrem Datenbestand entfernt. Nach Inkrafttreten der DSGVO ist das nicht mehr möglich.

Wie die Speicherfristen wird die Ausnahme-Löschung von negativen Meldungen jetzt über die Verhaltensrichtlinien der Auskunfteien geregelt. Die Schufa prüft Härtefälle nunmehr einzeln. Dazu müssen betroffene Verbraucher ihre besonderen Umstände jedoch schriftlich glaubhaft machen.

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Was tun, wenn Streit über eine Forderung besteht?

Gläubiger dürfen nicht jeden Verzug gleich an die Schufa melden. Der Betroffene muss danach mindestens zweimal schriftlich gemahnt worden sein (§ 31 Abs. 2 Nr. 4b BDSG neu). Zwischen der ersten Mahnung und der Übermittlung an die Schufa müssen mindestens vier Wochen liegen. Zusätzlich muss der Gläubiger rechtzeitig vor Weitergabe der Daten den Schuldner unterrichten. Besteht Streit über die Forderung, darf der Gläubiger keine Daten weitergeben, egal, ob er nun der Ansicht ist, die Forderung bestehe zu Recht oder nicht (§ 31 Abs. 2 Nr. 4d BDSG neu).

Findet sich in Ihrer Auskunft eine Angabe über eine verzögerte Zahlung oder eine Forderung, die aus Ihrer Sicht nicht besteht, sollten Sie das umgehend der Auskunftei mitteilen. Das Gleiche gilt, wenn Sie nicht zweimal schriftlich gemahnt wurden, das Unternehmen aber dennoch den Verzug der Auskunftei bereits gemeldet hat. Fügen Sie am besten ein Schreiben bei, worin Sie dem Unternehmen mitgeteilt haben, dass Sie die Forderung nicht akzeptieren. Dann darf kein Eintrag bei der Auskunftei erfolgen.

Ombudsmann hilft in Streitfragen

Will die Schufa den Eintrag nicht berichtigen, können Sie den Ombudsmann der Schufa anrufen. Allerdings müssen Sie zuvor Kontakt mit dem Privatkunden-Servicecenter der Schufa aufgenommen haben, um einen Klärungsversuch zu erreichen. Durch das Einschalten des Ombudsmanns entstehen Ihnen keine Kosten.

Kommt er zu dem Ergebnis, dass Sie durch das Schufa-Verfahren einen Nachteil erlitten haben, sorgt er mit seinem Schiedsspruch dafür, dass die Angelegenheit richtiggestellt wird. So kann er zum Beispiel eine Überprüfung der beanstandeten Meldung bei dem betreffenden Vertragspartner veranlassen oder – bei einer berechtigten Reklamation – die Korrektur eines Datensatzes in die Wege leiten. Hier finden Sie das Online-Formular für den Schufa-Ombudsmann.

Die anderen Auskunfteien bieten keine gesonderte Schlichtungsstelle wie die Schufa. Bei Unstimmigkeiten sollten Sie sich an den betrieblichen Datenschutzbeauftragten wenden. Die Adresse finden Sie auf der Website der Auskunftei in der Rubrik Datenschutz. Kommen Sie auch damit nicht weiter, wenden Sie sich an die Datenschutzaufsichtsbehörde. Zuständig ist immer die Landesdatenschutzbehörde, in dem die Auskunftei ihren Sitz hat. Eine Übersicht über die einzelnen Behörden finden Sie hier.

Mehr dazu im Ratgeber Schufaeintrag

Dr. Britta Schön
Finanztip-Rechtsexpertin

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Die wichtigsten Auskunfteien

  • Schufa
  • Deltavista
  • Bürgel
  • Infoscore

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Dr. Britta Beate Schön

Finanztip-Expertin für Recht

Britta Beate Schön ist bei Finanztip für sämtliche Rechtsthemen zuständig. Die promovierte Juristin und Rechtsanwältin war als Leiterin der Rechtsabteilung bei Finanzdienstleistern wie der Telis Finanz AG und der Interhyp tätig. Vorher lehrte und forschte sie in Japan als DAAD-Junior-Professorin für deutsches und Europarecht. Ihr Studium absolvierte sie in Münster, Genf, Regensburg und Leipzig. Die Autorin erreichen Sie unter britta.schoen@finanztip.de.

Josefine Lietzau

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Josefine Lietzau ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Bereits während ihres Studiums der Germanistik und Anglistik war sie für die Redaktionen der Grünen Liga, der Jüdischen Zeitung und der Superillu tätig. Nach ihrem Magister-Abschluss absolvierte Josefine Lietzau ein Volontariat bei den Online-Verbraucherportalen Banktip und Posttip, wo sie im Anschluss als Redakteurin arbeitete.