Schufa-Eintrag löschen

So korrigieren Sie fehlerhafte Daten bei Auskunfteien

Josefine Lietzau
& Co-Autor
Stand: 30. März 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Auskunfteien wie die Schufa sammeln zahlreiche Daten zu Verbrauchern. Diese Daten können fehlerhaft oder unvollständig sein.

  • Ein typischer Fehler ist, dass bezahlte Forderungen nicht rechtzeitig gelöscht werden. Es kann aber auch die Adresse oder der Name falsch sein.

  • Fehler können dazu führen, dass zum Beispiel Banken Sie nicht für kreditwürdig halten.

So gehen Sie vor
  • Beantragen Sie bei der Schufa eine Datenkopie (früher: Schufa-Selbstauskunft) – die ist kostenlos. In der Kopie sehen Sie die Daten, die die Schufa über Sie gespeichert hat.

  • Enthält die Datenkopie Fehler, sollten Sie diese berichtigen lassen.

  • Melden Sie die Fehler der Schufa schriftlich, telefonisch oder online. Nutzen Sie dazu unser Musterschreiben.

Auskunfteien sammeln unterschiedliche Daten von Verbrauchern und bewerten damit deren Kreditwürdigkeit. Dabei kann es zu Fehlern kommen, teilweise fehlen aber auch einfach Daten. Das kann zum Problem werden, wenn Sie einen Kredit beantragen, einen neuen Handyvertrag suchen oder eine Wohnung mieten wollen. Denn falsche Daten lassen Sie womöglich finanziell schlechter aussehen, als es der Fall ist.

Schufa erklärt – was tun bei schlechter Schufa?

Welche Fehler finden sich bei den persönlichen Daten?

Typische Fehler in den Datensätzen der Auskunfteien sind:

  • Getilgte Kredite werden nicht rechtzeitig gelöscht.
  • Bezahlte Forderungen werden nicht als erledigt bezeichnet.
  • Forderungen sind in der Höhe fehlerhaft angegeben.
  • Verspätete Zahlungen finden sich zu Unrecht in der Auskunft.
  • Persönliche Daten sind fehlerhaft oder nicht eingetragen.

Um einen Fehler zu finden, müssen Sie wissen, welche Daten die Auskunftei über Sie gespeichert hat. Dazu können Sie eine Datenkopie nach Artikel 15 der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) anfordern. Die Kopie erhalten Sie kostenlos.

Die Verordnung sieht keine Beschränkungen bei der Anzahl vor. Machen Sie von diesem Recht regelmäßig Gebrauch – nicht nur gegenüber der Schufa, sondern auch gegenüber den anderen wichtigen Auskunfteien: Infoscore, CRIF Bürgel und Boniversum.

Die Bestellfunktion ist auf den Internetseiten der Unternehmen meist ziemlich versteckt – die sind nämlich eher daran interessiert, Ihnen eine kostenpflichtige Datenauskunft zu verkaufen. Für die Ihnen zustehende Gratis-Auskunft müssen Sie ein paar Tage Geduld mitbringen, denn sie kommt nicht in Sekundenschnelle per E-Mail zu Ihnen.

Stellen Sie fest, dass Einträge zu Ihrer Person nicht mehr aktuell oder falsch sind, sollten Sie verlangen, dass die Auskunftei die Daten berichtigt oder löscht. Dazu ist sie gesetzlich verpflichtet (Art. 16 DSGVO ). Sie können die Fehler per Post, telefonisch, aber auch online melden.

Wie kommt es zu falschen Daten bei Auskunfteien?

Verantwortlich für fehlerhafte Datenbestände bei einer Auskunftei sind häufig die Firmen, die die Daten an die Auskunftei weitergegeben haben. Die Unternehmen sind verpflichtet, der Auskunftei nachträgliche Änderungen mitzuteilen, etwa wenn der Kunde gezahlt oder einen Vertrag gekündigt hat. Das soll gewährleisten, dass Negativmerkmale berichtigt werden. Aber auch positive Daten müssen aktuell gehalten werden, etwa wenn ein Vertrag beendet wurde.

Wenn in der Auskunft Forderungen genannt werden, die Sie bereits bezahlt haben, wenden Sie sich zunächst an das Unternehmen, bei dem Sie angeblich die Schulden haben. Bitten Sie um einen sogenannten Erledigungsvermerk und sofortige Weiterleitung an die Auskunfteien. Bestätigt Ihnen ein Unternehmen die Erledigung, senden Sie diese Bestätigung am besten selbst noch einmal an die Schufa oder die jeweilige Auskunftei und bitten um Berichtigung. Der Eintrag erhält dann den Zusatz „erledigt“.

So einen Zusatz gibt es allerdings nicht bei Krediten – auch wenn Sie den Kredit ordentlich zurückgezahlt haben, verzichtet die Schufa darauf, das zu dokumentieren. Die zusätzliche Information sei überflüssig, heißt es bei der Schufa, weil sich schon aus den Vertragsdaten selbst ergebe, dass der Kredit getilgt sei.

Stimmen die Angaben zu Verträgen oder Krediten nicht, wenden Sie sich an das Unternehmen und die Auskunftei, damit diese Daten berichtigt werden. Sie können dazu dieses Musterschreiben verwenden und an die jeweilige Auskunftei schicken.

Hier können Sie sich unser Musterschreiben für die Berichtigung fehlerhafter Daten bei Auskunfteien herunterladen:

Wie lange werden die Daten gespeichert?

Wollen Sie ein Negativmerkmal vorzeitig löschen, werden Sie wenig Erfolg haben. Es gibt zwar keine gesetzlichen Speicherfristen, die Auskunfteien haben sich aber auf bestimmte Fristen geeinigt und sie mit den Landesdatenschutzbehörden abgestimmt.

Eine Forderung verschwindet also nach dem Bezahlen nicht einfach aus dem Datenbestand. Die Auskunfteien speichern sie bis zum Ende der vorgesehenen Frist.

Fristen der Datenspeicherung bei der Schufa

Art der Information                                      Löschungszeitpunkt
Informationen über Kredite3 Jahre nach Rückzahlung des Kredits
Informationen über Giro- und
Kreditkartenkonten
nach Benachrichtigung der Schufa über die Auflösung des Kontos
Kreditanfragen12 Monate nach Anfrage

Kreditkonditionen-Anfragen

(die sehen nur Sie in der Selbstauskunft,

an anfragende Unternehmen werden

die Infos nicht weitergegeben)

12 Monate nach Anfrage
Anfragen von Unternehmen
an die Schufa
12 Monate nach Anfrage
unstrittig falsche Angabenjederzeit
Haftbefehl und Abgabe der
Vermögensauskunft
3 Jahre, jedoch vorzeitig, wenn eine Löschung durch das Amtsgericht nachgewiesen wird
Insolvenzverfahren und
Restschuldbefreiung
3 Jahre nach Beendigung des Insolvenzverfahrens oder Erteilung der Restschuldbefreiung

Quelle: Schufa (Stand: Februar 2020)

Vorzeitige Löschung nicht pauschal möglich

Auch Härtefälle werden über die Verhaltensrichtlinien abgedeckt. Zum Beispiel, wenn sich die Forderungen auf höchstens 2.000 Euro beliefen und innerhalb von sechs Wochen bezahlt wurden. Die Schufa prüft Härtefälle nunmehr einzeln. Dazu müssen betroffene Verbraucher ihre besonderen Umstände schriftlich glaubhaft machen.

Was tun, wenn Forderungen strittig sind?

Gläubiger dürfen nicht jeden Verzug gleich an die Schufa melden. Der Betroffene muss mindestens zweimal schriftlich gemahnt worden sein (§ 31 Abs. 2 Nr. 4b BDSG neu). Zwischen der ersten Mahnung und der Übermittlung an die Schufa müssen mindestens vier Wochen liegen. Zusätzlich muss der Gläubiger rechtzeitig vor Weitergabe der Daten den Schuldner unterrichten. Besteht Streit über die Forderung, darf der Gläubiger keine Daten weitergeben, auch wenn er der Ansicht ist, die Forderung bestehe zu Recht (§ 31 Abs. 2 Nr. 4d BDSG neu).

Finden sich in Ihrer Auskunft Angaben über eine verzögerte Zahlung oder eine Forderung, die aus Ihrer Sicht nicht besteht, sollten Sie das umgehend der Auskunftei mitteilen. Das Gleiche gilt, wenn Sie nicht zweimal schriftlich gemahnt wurden, das Unternehmen aber dennoch den Verzug der Auskunftei gemeldet hat. Fügen Sie am besten ein Schreiben bei, worin Sie dem Unternehmen mitgeteilt haben, dass Sie die Forderung nicht akzeptieren. Dann darf kein Eintrag bei der Auskunftei erfolgen.

Wer hilft bei Streitfragen?

Will die Schufa den Eintrag nicht berichtigen, können Sie den Ombudsmann der Schufa kontaktieren. Allerdings müssen Sie sich zuvor an das Privatkunden-Servicecenter der Schufa gewendet und um Klärung gebeten haben. Durch das Einschalten des Ombudsmanns entstehen Ihnen keine Kosten. Hier finden Sie das Online-Formular für den Schufa-Ombudsmann.

Kommt er zu dem Ergebnis, dass Sie durch den Schufa-Eintrag einen Nachteil erlitten haben, sorgt er mit seinem Schiedsspruch dafür, dass die Angelegenheit richtiggestellt wird. So kann er zum Beispiel eine Überprüfung der beanstandeten Meldung bei dem betreffenden Vertragspartner veranlassen oder – bei einer berechtigten Reklamation – die Korrektur eines Datensatzes in die Wege leiten.

Die anderen Auskunfteien bieten keine gesonderte Schlichtungsstelle wie die Schufa. Bei Unstimmigkeiten sollten Sie sich an den betrieblichen Datenschutzbeauftragten wenden. Die Adresse finden Sie auf der Website der Auskunftei in der Rubrik Datenschutz. Kommen Sie damit nicht weiter, wenden Sie sich an die Datenschutzaufsichtsbehörde. Zuständig ist immer die Landesdatenschutzbehörde des Bundeslandes, in dem die Auskunftei ihren Sitz hat. Eine Übersicht über die einzelnen Behörden finden Sie hier.

Mehr dazu im Ratgeber Schufa-Eintrag

  • Lassen Sie sich regelmäßig eine Auskunft von der Schufa geben, welche Daten über Sie gespeichert sind.
  • Die wichtigsten Auskunfteien: Schufa, Deltavista, Bürgel und Infoscore

Zum Ratgeber

Autor
Josefine Lietzau
& Co-Autor
Dr. Britta Beate Schön

Stand: 30. März 2020


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