Krankengeld

So viel Geld gibt es, wenn Du lange krank bist

Dr. Britta Beate Schön
& Co-Autoren
Stand: 15. Januar 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Krankengeld zahlt Deine gesetzliche Krankenkasse, wenn Du wegen derselben Krankheit für länger als sechs Wochen krankgeschrieben bist.
  • Du erhältst maximal 90 Prozent vom Netto.
  • Als Arbeitnehmer bekommst Du das Krankengeld höchstens 72 Wochen lang.
So gehst Du vor
  • Schicke die Krankschreibung sofort an Deine Kasse und Deinen Arbeitgeber.
  • Mit unserem Ratgeber Krankengeld kannst Du herausfinden, wie viel Krankengeld Du voraussichtlich bekommst.
  • Kläre gerade bei langer Krankheit rechtzeitig, wie es nach dem Krankengeld weitergeht.

Komplizierter Beinbruch, Autounfall oder eine schwere Infektion – nach einem solchen gesundheitlichen Tiefschlag ist an Arbeiten oft nicht zu denken. Die gute Nachricht ist: Du musst Dir als Arbeitnehmer um Deine Finanzen erst einmal keine Sorgen machen und kannst in Ruhe gesund werden. In den ersten sechs Wochen zahlt Dein Arbeitgeber Dein Gehalt weiter. Danach springt die Krankenkasse mit dem Krankengeld ein.

Wer hat Anspruch auf Krankengeld?

Krankengeld kanst Du bekommen, wenn Du Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bist und einen Anspruch auf Krankengeld hast. Das trifft vor allem auf pflichtversicherte Arbeitnehmer (§ 5 Abs. 1 Nr. 1 SGB V) in folgenden Fällen zu:

  • Du wirst stationär in einem Krankenhaus oder einer Reha-Einrichtung behandelt, ohne dass Du von Deinem Arbeitgeber weiterhin Gehalt beziehst.
  • Du bist länger als sechs Wochen wegen derselben Erkrankung arbeitsunfähig und Dein Arbeitgeber zahlt nicht mehr (§ 3 EntgeltFG).
  • Du hast gerade eine neue Stelle angefangen und wirst in den ersten vier Wochen krank. Dein Arbeitgeber muss dann Dein Gehalt nicht zahlen. Stattdessen kann Dir die Krankenkasse Krankengeld zahlen.
  • Du bekommst Arbeitslosengeld I (ALG I) und bist länger als sechs Wochen krank. Während der ersten sechs Wochen zahlt die Agentur für Arbeit das Arbeitslosengeld weiter. Danach übernimmt die Krankenkasse mit dem Krankengeld.

Wichtig ist, dass Du die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung innerhalb von einer Woche nach dem Besuch beim Arzt an die Krankenkasse schickst. Ansonsten zahlt die Krankenkasse nicht, Dein Anspruch auf Krankengeld ruht (§ 49 Abs. 1 Nr. 5 SGB V).

Familienversicherte haben keinen Anspruch

Ehegatten und Kinder, die in der gesetzlichen Familienversicherung mitversichert sind, haben keinen Anspruch auf Krankengeld. Auch pflichtversicherte Praktikanten, Studenten und Empfänger von Arbeitslosengeld II (ALG II) kommen nicht in den Genuss. Wenn Du ALG II beziehst, erhältst Du weiterhin die Grundsicherung. Dein Anspruch kann während eines bestimmten Zeitraums ruhen und später wieder aufleben, beispielsweise wenn Du Dich in Elternzeit befindest und Elterngeld beziehen.

Selbstständige in der GKV müssen sich selbst kümmern

Bist Du als Selbstständiger freiwillig in der GKV versichert, musst Du Dich selbst darum kümmern, dass Du im Krankheitsfall abgesichert bist. Du hast dabei vier Möglichkeiten – nicht immer gibt es Krankengeld:

  1. Du zahlst bei der GKV einen ermäßigten Beitrag von 14 Prozent plus dem kassenindividuellen Zusatzbeitrag von derzeit durchschnittlich 1,1 Prozent (Stand 2020). Dann erhältst Du kein Krankengeld. Das ist der Regelfall.
  2. Du zahlst den normalen Beitragssatz von derzeit 14,6 Prozent des Bruttoeinkommens plus Zusatzbeitrag. Dann erhältst Du wie ein Arbeitnehmer Krankengeld ab dem 43. Tag der Arbeitsunfähigkeit. Du musst ausdrücklich gegenüber Deiner Kasse erklären, dass Du Krankengeld wünscht.
  3. Du hast bei Deiner Kasse einen Wahltarif mit Krankengeldanspruch abgeschlossen, um bereits vor dem 43. Tag Krankengeld zu bekommen. Ab wann und in welcher Höhe Du Geld bekommst, hängt davon ab, was Du mit Deiner Krankenkasse konkret vereinbart hast.
  4. Du schließt eine private Krankentagegeldversicherung ab. Wann das private Krankentagegeld die bessere Wahl ist und wann das gesetzliche Krankengeld, erklären wir in unserem Ratgeber Krankentagegeld.

Was ist bei der Krankschreibung zu beachten?

Der Anspruch auf Krankengeld beginnt mit dem Tag, an dem Dein Arzt die Arbeitsunfähigkeit festgestellt hat (§ 46 Satz 1 Nr. 2 SGB V). Um Deinen Anspruch auf Krankengeld zu erhalten, muss Dein Arzt Dich in der Regel ohne Unterbrechung erneut krankschreiben, und zwar spätestens am nächsten Werktag nach dem zuletzt bescheinigten Ende der Arbeitsunfähigkeit. Samstage gelten in dem Zusammenhang nicht als Werktage.

Endet Deine Krankschreibung zum Beispiel an einem Dienstag, musst Du spätestens am darauffolgenden Mittwoch erneut zum Arzt gehen. Sonst entsteht eine Anspruchslücke, und die Krankenkasse kann die Zahlung einstellen. Dein Arzt kann Dich nicht rückwirkend krankschreiben.

Die Krankschreibungen müssen sich aber nicht mehr wie früher überlappen. Diese Verbesserung durch das Versorgungsstärkungsgesetz gilt seit dem 1. Januar 2016. Dadurch sollen weniger Menschen ihren Anspruch auf Krankengeld wegen formaler Fehler verlieren. 

Mit dem Terminservice- und Versorgungsgesetz trat im Mai 2019 eine Sonderregelung für Menschen in Kraft, deren Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung vom Krankengeldbezug abhängt. Ihr Anspruch auf Krankengeld bleibt auch dann grundsätzlich bestehen, wenn die weiter bestehende Arbeitsunfähigkeit nicht am nächsten Werktag, sondern innerhalb eines Monats nach Ende der letzten Krankschreibung vom Arzt festgestellt wird. Für die Tage bis der Arzt das nächste Attest ausstellt, bekommen die Betroffenen allerdings kein Krankengeld ausgezahlt. 

Wenn offen ist, wie lange Du arbeitsunfähig bist

Auf der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung befindet sich ein Feld, in das der Arzt eintragen muss, wie lange Du voraussichtlich arbeitsunfähig sein wirst. Der Arzt schreibt Dich in der Regel für nicht mehr als zwei Wochen krank. Ist das Ende der Krankheit noch nicht absehbar, lassen manche Mediziner dieses Feld frei, andere schreiben „bis auf Weiteres“ hinein.

Das Bundessozialgericht hat dazu entschieden, dass bei einer Krankschreibung „bis auf Weiteres“ die Krankenkasse die Zahlung von Krankengeld nicht einfach einstellen darf. Denn es gibt keine Regel, wonach krankenversicherte Personen in regelmäßigen Abständen erneuerte Bescheinigungen vorlegen müssen. Im konkreten Fall war es daher unzulässig, dass die Kasse die Auszahlung gestoppt hatte (BSG, Urteil vom 10. Mai 2012, Az. B 1 KR 20/11 R, LSG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 16. April 2015, Az. L5 KR 254/14).

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Was musst Du tun, um Krankengeld zu bekommen?

Du musst keinen gesonderten Antrag stellen, um Krankengeld zu erhalten. Deine Krankenkasse nimmt mit Dir Kontakt auf, um die weitere Vorgehensweise abzustimmen. So ist der übliche Ablauf:

Verdienstbescheinigung - Deine Krankenkasse schickt zum Ende der sechs Wochen Lohnfortzahlung einen Vordruck für Deine Verdienstbescheinigung an Deinen Arbeitgeber. Der ist verpflichtet, das ausgefüllte Formular wieder an Deine Kasse zurückzuschicken. Er muss dabei alle notwendigen Angaben machen, damit die Kasse das Krankengeld berechnen kann.

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung - Für Krankschreibungen gibt es seit 2016 nur noch ein Formular. Ein Auszahlschein für das Krankengeld ist nicht mehr nötig, er ist in der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung enthalten. Auf dem neuen Muster bescheinigt der Arzt Deine Arbeitsunfähigkeit während der Entgeltfortzahlung und während der Krankengeldzahlung durch die Krankenkasse.

Patienten bekommen einen Durchschlag der Krankschreibung für ihre Unterlagen. Dieser enthält den Hinweis, dass für den Bezug von Krankengeld ein lückenloser Nachweis der Arbeitsunfähigkeit erforderlich ist. Zudem gibt es eine Ausfertigung für den Arbeitgeber und eine für die Krankenkasse.

Ab dem 1. Januar 2021 soll der behandelnde Arzt die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung digital an die Krankenkasse übermitteln. 2022 sollen dann auch Arbeitgeber an das System für die elektronische Übermittlung angebunden werden. 

Versand per Einschreiben mit Rückschein - Um zu verhindern, dass die Krankenkasse behauptet, Deine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung sei nie angekommen, empfehlen wir Dir, das Dokument als Einschreiben mit Rückschein zu verschicken. Das ist zwar etwas teurer als ein normaler Brief, Du hast aber auf jeden Fall einen Beleg dafür, dass Deine Kasse die Bescheinigung auch erhalten hat. Manche Krankenkassen ermöglichen es Dir, die eingescannte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auf einem Service-Portal hochzuladen.

Prüfung und Auszahlung - Du bekommst das Krankengeld, sobald Du die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung eingereicht hast und die Kasse sie geprüft hat. Das Krankengeld wird immer rückwirkend bis zum ersten Tag der bescheinigten Arbeitsunfähigkeit gezahlt.

Information an Deinen Arbeitgeber - Vergiss nicht, Deinen Arbeitgeber zu informieren. Auch wenn er keinen Lohn mehr zahlt, muss er wissen, ob und wann Du wieder arbeiten kannst. Solltest Du arbeitslos sein und ALG I beziehen, informiere die Agentur für Arbeit.

Wie viel Krankengeld gibt es?

Die Höhe des Krankengelds ist gesetzlich vorgeschrieben: Es beträgt 70 Prozent des Bruttoverdienstes, aber nicht mehr als 90 Prozent des Nettoverdienstes (§ 47 SGB V). Der geringere dieser beiden Werte wird um die Arbeitnehmeranteile zur gesetzlichen Sozialversicherung gekürzt. Dabei werden die entsprechenden Beiträge direkt von den Zahlungen abgezogen. Den Restbetrag bekommst Du dann als Krankengeld ausgezahlt.

Tipp: Einige Krankenkassen bieten im Internet Krankengeldrechner an, mit deren Hilfe Du die Höhe Deines Krankengelds berechnen kannst, zum Beispiel die TK.

Ein Beispiel, wie Krankengeld berechnet wird: Herr A verdient laut seiner letzten Gehaltsabrechnung 3.000 Euro brutto. Er ist unverheiratet, 34 Jahre alt und hat keine Kinder. Sein monatlicher Nettoverdienst beläuft sich auf 1.920 Euro. Dabei ist ein Zusatzbeitrag von 1,1 Prozent bereits berücksichtigt.

Beispiel für eine Krankengeldberechnung

Berechnungsgrundlage Betrag     
monatliches Bruttogehalt3.000 €
monatliches Nettogehalt (Lohnsteuerklasse I, keine Kinder)1.920 €
70 % des Bruttogehalts2.100 €
90 % des Nettogehalts1.728 €
monatliches Krankengeld brutto1.728 €
abzüglich Anteil Rentenversicherung (9,3 %)161 €
abzüglich Anteil Arbeitslosenversicherung (1,20 %)22 €
abzüglich Anteil Pflegeversicherung (1,525 %)26 €
Zuschlag für Kinderlose (0,25 % von 80 % des Bruttoarbeitsentgelts)6 €
monatliches Krankengeld netto1.513 €
tägliches Krankengeld netto50 €
Differenz zum Nettoeinkommen407 €

Werte gerundet
Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 15. Januar 2020)

Zum Brutto- oder Nettoverdienst wird einmalig gezahltes Arbeitsentgelt hinzugerechnet (§ 47 Abs. 2 Satz 6 SGB V). Das heißt: Weihnachts- und Urlaubsgeld werden zu Deinen Gunsten berücksichtigt.

Krankengeldlücke bei Gutverdienern

Der Gesetzgeber begrenzt die Höhe des Krankengelds auf einen Maximalbetrag von 70 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze. Damit können Versicherte im Jahr 2020 pro Tag höchstens 109,38 Euro brutto Krankengeld bekommen; das sind rund 3.281 Euro brutto im Monat.

Davon gehen aber noch die Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung ab. Als Nettokrankengeld bleiben somit maximal 2.877 Euro netto im Monat.

Für Gutverdiener mit einem deutlich höheren regulären Nettoeinkommen und hohen monatlichen Ausgaben reicht das Krankengeld daher unter Umständen nicht aus. Die Lücke zwischen Nettogehalt und Krankengeld könnten diese durch eine private Krankentagegeldversicherung schließen.

Tipp: Einige Arbeitgeber zahlen einen Zuschuss zum Krankengeld. Dieser gleicht die Differenz zum Nettoarbeitsentgelt aus. Frage bei Deinem Arbeitgeber nach, ob er eine solche Regelung anbietet.

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Zum Ratgeber 

Wie lange wird Krankengeld gezahlt?

Grundsätzlich gilt, dass das Krankengeld wegen derselben Erkrankung erst einmal relativ lange läuft – nämlich 78 Wochen lang innerhalb von drei Jahren (§ 48 SGB V). Dabei musst Du nicht am Stück krankgeschrieben sein. Die Zeiträume werden zusammengezählt.

Entscheidend ist, dass die Arbeitsunfähigkeit auf demselben, medizinisch nicht ausgeheilten Leiden beruht. Bist Du bereits krankgeschrieben und es tritt eine weitere Erkrankung hinzu, wird die Leistungsdauer von 78 Wochen nicht verlängert (§ 48 Abs. 1 Satz 2 SGB V).

Von den 78 Wochen werden Zeiten abgezogen, in denen der Anspruch auf Krankengeld ruht. Das ist zum Beispiel der Fall, solange der Arbeitgeber das Arbeitsentgelt fortzahlt oder Arbeitslosengeld gezahlt wird – also in der Regel während der ersten sechs Wochen der Arbeitsunfähigkeit (§ 49 Abs. 1 Nr. 1 SGB V, § 146 Abs. 1 Satz 1 SGB III). Die Leistungsdauer verkürzt sich entsprechend. In der Regel gibt es für Arbeitnehmer deshalb nach den sechs Wochen Entgeltfortzahlung noch bis zu 72 Wochen Krankengeld. Das Krankengeld ruht auch während der Elternzeit.

Hat ein neuer Drei-Jahres-Zeitraum begonnen und bei Dir tritt dasselbe Leiden wieder auf, wegen dem Du bereits einmal 78 Wochen arbeitsunfähig warst, beginnt der Anspruch auf Krankengeld von vorne. Dazu musst Du aber weiterhin in der gesetzlichen Krankenkasse und entweder sozialversicherungspflichtig beschäftigt oder arbeitssuchend sein. Und in der Zwischenzeit darf Dich für mindestens sechs Monate kein Arzt wegen dieser einen speziellen Erkrankung krankgeschrieben haben.

Krankengeld ist steuerfrei

Auf das Krankengeld musst Du keine Steuern zahlen. Es unterliegt jedoch dem Progressionsvorbehalt (§ 32b EStG). Dadurch wird das Krankengeld zum versteuernden Einkommen hinzugerechnet. Der somit ermittelte höhere Steuersatz wird auf das zu versteuernde Einkommen angewandt. So vermeidet der Fiskus, dass Versicherte, die Krankengeld bezogen haben, einen geringeren Steuersatz haben als Versicherte, die kein Krankengeld bekommen haben.

Wer hilft bei Ärger mit der Krankenkasse?

Obwohl es Dein gutes Recht ist, Krankengeld zu beziehen, kann es vorkommen, dass sich Deine Kasse querstellt. Zum Beispiel, weil sie der Auffassung ist, dass Du längst wieder gesund bist und arbeiten kannst. Dennoch darf die Krankenkasse die Lohnersatz-Zahlungen nicht einfach so streichen. Sie muss eigene Ermittlungen anstellen, um ihre Behauptungen zu beweisen.

Sie befragt dazu in der Regel die behandelnden Ärzte und ordnet eine medizinische Untersuchung an. Die Kasse darf sich dabei nicht allein auf eine Stellungnahme des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen berufen (Hessisches Landessozialgericht, Urteil vom 18. Oktober 2007, Az. L 8 KR 228/06).

Solltest Du Schwierigkeiten mit Deiner Krankenkasse haben, weil diese den Krankengeldanspruch ablehnt oder Dich zu Reha-Maßnahmen auf Kosten der Rentenversicherung drängt, lass Dich unbedingt beraten und unterstützen. Beratung bieten beispielsweise die Unabhängige Patientenberatung (UPD), Verbraucherzentralen oder Sozialverbände an.

Was passiert nach Ende des Krankengelds?

Bist Du auch nach der 78. Woche der Krankengeldzahlung – dem Ende des Krankengelds – nicht arbeitsfähig, deutet vieles auf eine Erwerbsunfähigkeit hin. Du hast eventuell Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente.

Deine Krankenkasse fordert Dich spätestens drei Monate vor dem Auslaufen des Krankengelds auf, einen Antrag auf eine medizinische Reha zu stellen. Daraufhin wird geprüft, ob eine Reha-Maßnahme Deine Arbeitsfähigkeit innerhalb von drei bis sechs Monaten wiederherstellen kann. Ist dies nicht zu erwarten, wird der Antrag auf Reha in einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente umgewandelt.

Melde Dich spätestens drei Monate vor Ablauf des Krankengelds bei der Agentur für Arbeit, denn Du hast Anspruch auf ALG I (§ 145 SBG III), während die Deutsche Rentenversicherung Deinen Antrag prüft.

Achtung: Wenn Du eine Berufsunfähigkeitsversicherung hast, solltest Du frühzeitig einen Leistungsantrag bei Deiner Versicherung stellen, schon während Du noch Krankengeld bekommst. Denn die Entscheidung über deinen Antrag dauert meist mehrere Monate. Du kannst parallel Krankengeld und eine Berufsunfähigkeitsrente erhalten. Diese schließen sich nicht gegenseitig aus.

Die wichtigsten Fragen zusammengefasst

Wie viel Krankengeld gibt es?

Wie lange wird Krankengeld gezahlt?

Wer hat Anspruch auf Krankengeld?

Was ist bei der Krankschreibung zu beachten?

Was musst Du tun, um Krankengeld zu bekommen?

Autor
Dr. Britta Beate Schön
& Co-Autoren
Julia Rieder , Nicolas Heronymus

Stand: 15. Januar 2020


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