Studentenkredit

Mit einem speziellen Kredit das Studium erleichtern

Sara Zinnecker
& Co-Autor
17. Juni 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Mit einem Studienkredit können Studierende ihre Lebenshaltungskosten finanzieren. Den Kredit zahlen sie in der Regel nach dem Studium über einen längeren Zeitraum zurück.
  • Studienkredite gibt es bei vielen Kreditanbietern. Der Studienkredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist für fast alle Studierenden zugänglich. Er ist außerdem recht günstig, vor allem aber vorab kalkulierbar verzinst – das ist bei anderen Anbietern nicht immer der Fall.
  • Auf Grund der Corona-Pandemie erhalten Studierende den KfW-Studienkredit zudem zinslos. Welche weiteren Hilfen Du als Student derzeit bekommen kannst, liest Du im unteren Abschnitt des Ratgebers.
So gehst Du vor
  • Nimm einen Studienkredit nur auf, wenn Stipendien, Bafög, Unterstützung durch die Eltern oder ein Nebenjob nicht ausreichen.
  • Berechne Deinen Kreditbedarf und überschlage, bis wann Du das Geld zurückzahlen kannst. Halte Kreditsumme und Auszahlungszeitraum so gering wie möglich. Nutze dazu unseren Kreditrechner.
  • Prüfe, ob es spezielle Kreditangebote Deiner Hochschule oder für Deinen Studiengang gibt und vergleiche diese Angebote mit dem Angebot der staatlichen Förderbank KfW.
  • Achte auf Vertragsdetails wie Sondertilgungsmöglichkeiten und die Bedingungen für die Rückzahlung.

Studieren kostet – auch ohne Studiengebühren. Wie viel genau, zeigt die 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks von 2016. Die teilnehmenden Studenten gaben im Schnitt monatlich 820 Euro aus für Wohnung, Essen, Krankenversicherung, Telefon und andere Dinge des täglichen Bedarfs. Jeder Fünfte gab an, dass seine Einnahmen gerade so ausreichen, um die Ausgaben zu decken. Doch auch wenn das Geld knapp ist: Einen Studienkredit solltest Du als letzte Option ins Auge fassen, um Dein Studium zu finanzieren.

Für wen eignet sich ein Studienkredit?

Wer über einen Studienkredit nachdenkt, sollte zunächst prüfen, ob sich sein Studium mit Hilfe von Bafög, einem Studentenjob oder familiärer Unterstützung finanzieren lässt. Das ist in jedem Fall günstiger. Denn während Du nicht vorhersehen kannst, wie sich Deine berufliche Situation entwickelt, ist sicher, dass Du den Studienkredit zeitnah abzahlen musst.

Diese Finanzierungsmöglichkeiten sind besser als ein Kredit 

Stipendien - Förderprogramme stehen allen Studenten offen. Was viele nicht wissen: Es gibt weit mehr Stipendiengeber als nur die bekannte Studienstiftung des deutschen Volkes, politische Stiftungen oder die Stiftung der Deutschen Wirtschaft. Viele honorieren ehrenamtliches Engagement oder sind so stark auf bestimmte Zielgruppen spezialisiert, dass sie kaum Stipendiaten finden.

Informiere Dich daher zum Beispiel auf stipendienlotse.de, einem Portal des Bildungsministeriums, über die Programme unterschiedlicher Förderer. Finanzielle Unterstützung für ein Auslandssemester erhalten Studenten auch über das Erasmus-Programm der Europäischen Union. Bei drei bis zwölf Monaten Studium im Ausland sind es bis zu 315 Euro monatlich.

Bafög - Mit Bafög fördert der deutsche Staat Studenten aus einkommensschwachen Elternhäusern mit bis zu 853 Euro im Monat. Davon ist die Hälfte eine direkte staatliche Förderung und die andere Hälfte ein zinsloses Darlehen, von dem Du maximal 10.000 Euro zurückzahlen musst. Bafög ist immer besser als ein regulärer Kredit, um ein Studium zu finanzieren. Deshalb solltest Du einen Antrag auch dann stellen, wenn Du wenig Hoffnung auf Bewilligung hast – denn es spielt nicht allein das Einkommen Deiner Eltern eine Rolle, sondern auch die Zahl Deiner Geschwister und Dein eigenes Einkommen.

Familiäre Unterstützung - Eltern sind gesetzlich verpflichtet, ihre Kinder in der ersten Ausbildung oder im Erststudium finanziell zu unterstützen, solange sie sich das leisten können. Außerdem bekommen sie bis zum 25. Geburtstag des Nachwuchses Kindergeld, das sie verwenden können, um das Studium zu finanzieren. Sollten die finanziellen Möglichkeiten der Eltern nicht ausreichen, ist vielleicht auch jemand aus dem Verwandtenkreis bereit, mit einem privaten Darlehen auszuhelfen.

Studentenjobs - Ungefähr zwei Drittel aller Studenten arbeiten neben dem Studium. Ein Job bringt neben Geld auch wichtige Erfahrungen und kann manchmal ein für das Studium vorgeschriebenes Praktikum ersetzen. Studentenjobs findest Du zum Beispiel über die Jobbörsen der Universitäten und des Studentenwerks, aber auch über die Arbeitsagentur oder Stellenportale im Internet.

Wie funktioniert ein Studienkredit?

Vom klassischen Ratenkredit unterscheiden sich Kredite für Dich als Student in mehreren Punkten.

  • Anstelle einer größeren Auszahlung zu Beginn bekommen Studierende jeden Monat kleinere Beträge überwiesen, meist einige Hundert Euro.
  • Solange der Kredit läuft, musst Du regelmäßig Studiennachweise erbringen.
  • Studenten beginnen erst einige Monate nach der letzten Auszahlung damit, den Kredit zu tilgen. Doch Achtung: Zinsen fallen bei manchen Anbietern sofort an.
  • Bei manchen Anbietern können Studenten den Kredit schon vor dem vertraglich vereinbarten Zeitpunkt zum Teil oder ganz tilgen, ohne dass sie dafür eine Strafe an die Bank zahlen müssen. Eine solche Vorfälligkeitsentschädigung verlangen Banken häufig bei Ratenkrediten, weil ihnen durch die frühere Rückzahlung Zinszahlungen entgehen.

Zudem gibt es verschiedene Varianten von Studentenkrediten:

  • Angebote zur Finanzierung des gesamten Studiums;
  • Überbrückungskredite, die nur für einen eng begrenzten Zeitraum gewährt werden, beispielsweise für die Abschlussphase des Studiums;
  • Studienbeitragsdarlehen, mit denen Du die Studiengebühren an privaten Hochschulen finanzieren kannst.

Wir haben uns nur die Kredite für das gesamte Studium und Überbrückungskredite genauer angeschaut, da diese nicht auf einzelne Hochschulen begrenzt sind.

Wie finanziere ich das gesamte Studium?

Nachdem die Studiengebühren an staatlichen Hochschulen bundesweit wieder abgeschafft wurden, hat sich der Markt für Studienkredite deutlich gelichtet. Es gibt derzeit nur noch die staatliche Förderbank KfW, die deutschlandweit unabhängig vom Studiengang ein ganzes Studium finanziert.

So funktioniert der KfW-Studienkredit 

Bei der KfW bekommen Studenten über mehrere Semester monatlich eine feste Rate zwischen 100 und 650 Euro überwiesen, auf die Zinsen anfallen (Auszahlungsphase). Die Bank verrechnet die Zinskosten direkt mit dem Auszahlungsbetrag. So bekommst Du jeden Monat weniger ausgezahlt, je länger der Kredit läuft.

Ein Beispiel: Du hast einen Kreditbetrag von 400 Euro vereinbart. Im zweiten Monat zahlt die KfW Dir rund 399 Euro aus, denn es sind erst etwa 1 Euro Zinsen angefallen. Nach 24 Monaten bekommst Du nur noch 369 Euro.

Die KfW vergibt ihren Studienkredit für fast alle Arten des Studiums: Erststudium, Zweitstudium, Zusatz- oder Aufbaustudium, Masterstudium. Auch eine Promotion lässt sich auf diese Weise finanzieren. Ausgenommen sind lediglich Studiengänge an Berufsakademien und Studiengänge, die vollständig im Ausland absolviert werden.

Die Förderung ist unabhängig vom eigenen Einkommen oder dem der Eltern. Der Antragsteller muss mindestens 18 Jahre alt sein, das Höchstalter ist 44 Jahre. Weitere Voraussetzungen sind zum Beispiel, dass der Student an einer deutschen Hochschule eingeschrieben ist und EU-Bürger ist. Mit einem Vorab-Check auf der Website der KfW kannst Du prüfen, ob Du alle Voraussetzungen erfüllst.

Zinsen der KfW sind variabel – aktuell bei 0 Prozent

Die KfW arbeitet mit einem variablen Zins, der sich am Interbankenzins Euribor orientiert und zweimal jährlich überprüft wird.

Aufgrund der Corona-Pandemie erhalten Studierende den KfW-Studienkredit vorübergehend zu einem Zinssatz von 0 Prozent – dabei ist es egal, ob Du den Kredit schon hast oder ihn erst noch beantragen musst. Der Zinssatz gilt bis zum 31. März 2021. Die Umstellung passiert automatisch, wenn Dein Kredit bereits läuft, musst Du keinen Extra-Antrag stellen. Seit dem 1. Juni können auch Studierende aus dem Ausland einen KfW-Kredit beantragen. Auch diese Möglichkeit ist bis zum 31. März 2021 befristet.

Konditionen der KfW

max. monatliche Auszahlung650 €
max. Auszahlungszeit14 Semester
Zinsen Auszahlungsphase4,36 % (variabel) / 0 % bis 31.März 2021
Zinsen Rückzahlungsphase4,36 % (variabel) / 0 % bis 31.März 2021
Auswahlverfahrennein
Altersgrenze44 Jahre
Sondertilgung möglichja, zum 1. April / 1. Oktober

Quelle: KfW (Stand 9. April 2020)

Auf die Auszahlungsphase folgt ein Zeitraum von 18 Monaten, in dem Du lediglich die Zinsen für den Studentenkredit an die KfW zahlst (Karenzzeit). Erst danach beginnst Du, den Kredit inklusive Zinsen auf einmal oder in Raten zurückzuzahlen (Rückzahlphase).

Alternativ zu dem variablen Zins, mit dem die KfW normalerweise rechnet, können Studenten für die Rückzahlungsphase auch einen festen Zins für maximal zehn Jahre vereinbaren. Der Festzins beinhaltet meist einen Aufschlag auf den variablen Zins. Die genauen Konditionen hängen davon ab, wie lange die Zinsen festgeschrieben sind. Einen Überblick über die aktuellen Bedingungen findest Du auf der Konditionenübersicht der KfW.

Die folgende Tabelle vergleicht die Kosten bei unterschiedlichen Zinsenverläufen. Wir nehmen an, dass ein Student drei Jahre lang jeden Monat 400 Euro bezieht, also insgesamt 14.400 Euro. Anschließend pausiert er ein Jahr, bevor er den Kredit über sieben Jahre zurückzahlt.

Kreditkosten beim Studienkredit der KfW

 

gleichbleibende

Zinsen

Festzins in der

Tilgungsphase1

steigende

Zinsen2

Zinsen Auszahlungsphase34,36 %4,36 %ab 4,36 %
Zinsen Rückzahlphase4,36 %5,42 %ab 4,28 %
Gesamteffektivzins
pro Jahr
4,36 %4,96 %4,68 %
Gesamtkosten Kredit3.801 €4.378 €4.165 €

1 Wir nehmen einen Festzins für die Auszahlungsphase von 5,42 Prozent an. Er orientiert sich an der Zinsperspektive der KfW im Februar 2019.
2 Wir nehmen an, dass die Zinsen über die gesamte Laufzeit des Kredits jährlich um 0,1 Prozentpunkte ansteigen.
3 Der Student erhält über drei Jahre monatlich 400 Euro, insgesamt 14.400 Euro. Die Karenzzeit beträgt ein Jahr, die Tilgung erfolgt über sieben Jahre.
Quelle: KfW, Finanztip-Berechnung (Stand: 9. April 2020)

Welche Besonderheiten die KfW noch vorsieht, liest Du zusammen mit weiteren Beispielrechnungen in unserem Detailartikel zum KfW-Studienkredit.

Welche anderen Studienkredite gibt es?

Neben dem KfW-Kredit gibt es weitere Kreditangebote. Für sie gelten unterschiedliche Voraussetzungen. Einige Angebote sind regional begrenzt oder es werden nur Studenten technischer oder medizinischer Studienfächer gefördert.

Zudem vergeben auch lokale Sparkassen Studienkredite. Es ist daher einen Versuch wert, bei der eigenen Hausbank nachzufragen.

Einen umfassenden Überblick über diese Angebote findest Du im Studienkredit-Test des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE).

Denke daran: Die Zinsen und Gebühren für einen Studienkredit kannst Du später als Werbungskosten von der Steuer absetzen.

Wie funktionieren Bildungsfonds?

Abgesehen von klassischen Krediten gibt es ein weiteres Modell zur Studienfinanzierung: sogenannte Bildungsfonds. Sie fördern ausgewählte Studenten mit dem Geld von Kapitalanlegern.

Antragssteller müssen zunächst ein mehrstufiges Auswahlverfahren durchlaufen. Bei einer Zusage erhält jeder Student ein individuelles Finanzierungsangebot. Wer das Auswahlverfahren eines Bildungsfonds besteht, sollte darüber nachdenken, ob er nicht auch einen Stipendiengeber überzeugen kann.

Beim Bildungsfonds beziehen Studenten in der Auszahlungsphase die vollen vereinbarten Raten und zahlen auch in der Karenzzeit nichts. Anders als beim „normalen“ Studienkredit orientiert sich die Rückzahlung am zu erwartenden späteren Bruttogehalt. In der Regel verlangen die Fonds monatlich zwischen zwei und zehn Prozent des Gehalts. Eine klassische Tilgung samt Zinszahlung ist dagegen nicht vorgesehen.

Bundesweit bieten Unternehmen wie Deutsche Bildung, Career Concept und Brain Capital solche Finanzierungslösungen an. Sie betonen, die einkommensabhängige Rückzahlung sei ein faires Konzept: Wer später mehr als gedacht verdient, zahlt auch mehr zurück – kann es sich aber auch leisten. Wer dagegen weniger verdient als erwartet, zahlt dementsprechend wenig zurück. Bei zu geringem Einkommen wird die Rückzahlung aufgeschoben oder entfällt sogar ganz.

Weitere Vorteile, die Bildungsfonds in der Regel anführen: Die monatlichen Raten sind nicht in der Höhe begrenzt. Neben der Finanzierung bieten Bildungsfonds zum Teil auch Trainings, Workshops und Kontakte, die den Berufseinstieg erleichtern sollen. Und: Es können sich auch Studenten bewerben, die im Ausland studieren wollen, ohne an einer deutschen Universität immatrikuliert zu sein.

Diese Punkte solltest Du bei Bildungsfonds bedenken

Studenten, die über ein solches Angebot nachdenken, sollten allerdings ein paar Dinge beachten:

Ein Bildungsfonds ist ein Anlageprodukt - Anstelle einer Bank verdient in diesem Fall ein Fonds am Studenten. Das notwendige Geld stammt von Anlegern, die sich entweder direkt am Fonds beteiligen oder Anleihen kaufen. Dafür werden ihnen Renditen in Aussicht gestellt.

Ein Bildungsfonds selektiert vor - Weil der Fonds eine Mindestrendite für seine Investoren erzielen muss, werden allzu „schlechte Risiken“ aussortiert.

Angebote sind schwer vergleichbar - Ein Bildungsfonds kalkuliert auf Grundlage verschiedener Datenbanken ein erwartetes Einkommen des Studenten. Er berechnet anhand dessen und anderer Kriterien, wie Höhe der Förderung und Laufzeit, einen Prozentsatz des Einkommens für die Rückzahlung. Nur diesen bekommt der Student genannt. Wie hoch die jährliche Belastung aber in Prozent ausfällt – im Sinne eines Effektivzinses –, weiß er dagegen nicht. Der Vergleich mit einem regulären Studienkredit ist so nicht möglich.

Weil Bildungsfonds die geschilderte spezielle und komplexe Struktur aufweisen, sollten Studenten sie gut verstehen. Der Vorteil ist: Wer unter 1.500 Euro brutto im Monat verdient, muss bei der Deutschen Bildung nichts zurückzahlen, bei Career Concept gilt dies ab ungefähr 2.000 Euro, bei Brain Capital beträgt die Grenze 30.000 Euro brutto im Jahr. Der Nachteil ist: Studenten investieren erstmal Zeit fürs Auswahlverfahren und erhalten sehr wahrscheinlich ein teureres Angebot als von der KfW.

Unter den Finanzierungsmöglichkeiten für das Studium sind Bildungsfonds ein Nischenprodukt: 2018 schlossen laut CHE rund 22.500 Studenten einen KfW-Studienkredit ab, bei Bildungsfonds waren es etwa 1.500.

Wie nutze ich einen Kredit für wenige Semester?

Falls Du nur in der Abschlussphase des Studiums oder im Auslandsjahr finanzielle Unterstützung brauchst, bietet sich ein Überbrückungskredit mit kurzer Laufzeit und einer begrenzten Darlehenssumme an. Am beliebtesten ist der Bildungskredit der Bundesregierung, den Du über das Bundesverwaltungsamt beantragen kannst.

Studenten erhalten dabei höchstens zwei Jahre lang bis zu 300 Euro im Monat. Auch eine einmalige Sonderzahlung von maximal 3.600 Euro ist möglich. Der Zinssatz ist variabel und orientiert sich wie beim KfW-Studienkredit am Sechs-Monats-Euribor. Zu diesem Zinssatz leihen sich die Banken gegenseitig für sechs Monate Geld aus. Studenten zahlen 2020 effektiv nur 0,72 Prozent pro Jahr.

Neben dem Bundesverwaltungsamt vergeben auch die bundesweit tätige E.W.-Kuhlmann-Stiftung und einige Darlehenskassen der Studentenwerke Überbrückungs- oder Abschlusskredite. Diese Darlehen sind oft zinsfrei. Damit sind sie die günstigste Variante, einen Teil des Studiums zu finanzieren. Allerdings kann jährlich nur eine begrenzte Zahl von Studenten gefördert werden, oft konzentrieren sich die Angebote auf Härtefälle. Folgende Studentenwerke bieten Kredite an: Bayern, Berlin, Bodensee, Hamburg, Hannover, Mannheim, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein.

Was passiert bei einem Studienabbruch?

Fast 30 Prozent der Bachelorstudenten brechen ihr Studium ab. Für Bezieher von Studienkrediten kann dieser Schritt gravierende finanzielle Folgen haben. Die Anbieter der Kredite stoppen in einem solchen Fall sofort die Auszahlung.

Bei der KfW müssen Kreditnehmer nach der Karenzphase dann mit der planmäßigen Rückzahlung beginnen. Andere Anbieter geben an, in solchen Fällen einen individuellen Tilgungsplan auszuarbeiten – Konditionen unbekannt.

Bei den Bildungsfonds ist zu beachten, dass der Vertrag bei Studienabbruch oft vom Anbieter gekündigt und in einen normalen Ratenkredit überführt werden kann. Wer also auch nur geringe Zweifel an einem erfolgreichen Abschluss seines Studiums hat, sollte auf einen Kredit verzichten.

Welche Hilfen gibt es während der Corona-Pandemie?

Studierende bekommen nicht nur bei der KfW vorübergehend besonders günstig einen Studierendenkredit, wie bereits beschrieben. Sie haben während der Corona-Pandemie auch weitere Optionen auf finanzielle Unterstützung.

Beim KfW-Studienkredit fallen seit Mai 2020 keine Zinsen an, erst ab März 2021 musst Du wieder Zinsen zahlen. Diese Regelung gilt für neue Anträge, aber auch für Studenten, die bereits einen Studienkredit haben. Die Umstellung passiert automatisch, die Studenten erhalten eine vollständige Auszahlung ohne Zinsabzug. Seit dem 1. Juni können auch Studierende aus dem Ausland einen KfW-Kredit beantragen. Diese Möglichkeit ist bis zum 31. März 2020 befristet.

Studenten können zudem für den laufenden Bafög-Bewilligungszeitraum eine Aktualisierung beantragen, falls die Eltern aufgrund der Pandemie weniger verdienen. Wer bisher kein Bafög erhält, aber berechtigt ist, sollte nun Bafög beantragen.

Falls Du akut finanziell betroffen bist, kannst Du ab dem 16. Juni 2020 beim Studentenwerk eine Überbrückungshilfe für die Monate Juni, Juli und August beantragen. Das klappt über die Website des Dachverbands der deutschen Studentenwerke. Dabei müssen die Studenten nachweisen, dass sie durch die Pandemie in einer akuten Notlage sind. Ausgezahlt werden die Gelder ab dem 25. Juni.

Der Zuschuss beträgt zwischen 100 und 500 Euro pro Monat abhängig von der jeweiligen Bedürftigkeit. Weder Alter noch Semesteranzahl spielen eine Rolle, auch ausländische Studenten erhalten den Zuschuss. Allerdings müssen sie an staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschulen eingeschrieben sein. Zurückzahlen müssen die Studenten das Geld nicht.

Autor
Sara Zinnecker
& Co-Autor
Josefine Lietzau

17. Juni 2020


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