Mobiles Internet

So surfst Du unterwegs im Internet

Arne Düsterhöft 27. Februar 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • „Mobiles Internet“ meint nichts anderes als das Surfen im Handynetz, sei es mit Smartphone, Tablet oder Surfstick.
  • Um mobil online zu gehen, brauchst Du eine Sim-Karte und einen Datentarif. Auch die meisten Handytarife enthalten eine Daten-Flatrate, mit der Du eine bestimmte Menge an mobilen Daten versurfen darfst. 
  • Wie schnell die Internetverbindung ist, liegt maßgeblich daran, wie gut Dein Handynetz vor Ort ausgebaut ist, und ob Du LTE nutzt. Nicht jeder Tarif erlaubt die schnelle Funktechnik. 
  • Mit Daten-Roaming kannst Du auch im Ausland mobil ins Internet. Außerhalb der EU kann dies allerdings schnell teuer werden.
So gehst Du vor
  • Mit der Wahl Deines Handytarifs entscheidest Du, wie viel Du im Monat mobil surfen willst, indem Du das Datenvolumen festlegst. Dabei gilt: Videos und Fotos verbrauchen wesentlich mehr mobile Daten als Messenger-Texte und Internet-Suchen. 
  • Der monatliche Verbrauch liegt im Bundesdurchschnitt etwa bei 3 Gigabyte im Monat. Damit das Internet auch in ereignisreichen Monaten nicht ins Stocken kommt, solltest Du Dein persönliches Datenvolumen eher großzügig bemessen. 
  • Hast Du dauerhaft schlechten Empfang, liegt es vielleicht am Ausbau Deines Handynetzes vor Ort. Achte auch darauf, dass Du mit Deinem Tarif LTE-Zugang hast. Auch zahlreiche Surfsticks unterstützen immer noch kein LTE. 
  • Für den durchschnittlichen Internetgebrauch reichen etwa 3 Gigabyte im Monat aus. Willst Du Dir die Suche nach einem exakt passenden Handytarif sparen, bietet sich eine Allnet-Flatrate an.
  • Für Surfstick und Tablet brauchst Du eigentlich einen reinen Datentarif. Doch oftmals ist ein normaler LTE-Handytarif sogar günstiger als spezielle Datentarife.

Auf dem Heimweg noch spontan per Messenger zum Essen verabreden, das beste Restaurant in der Nähe aussuchen und mit ein paar Klicks den schnellsten Weg berechnen lassen – für viele gehört das Smartphone zum Alltag und damit auch das mobile Internet. Umso ärgerlicher ist es da, wenn Mitte des Monats die Verbindung quälend langsam wird oder ausgerechnet im Lieblingsrestaurant der Empfang schlecht ist.

Mit welchem Tarif surfe ich am besten?

Wenn Du als Handynutzer unterwegs ins Internet gehst, nutzt Du dafür das Mobilfunknetz Deines Anbieters. Dasselbe gilt für den Gebrauch von Tablets und Surfsticks.

Viele Handytarife beinhalten eine Daten-Flatrate, mit der Du monatlich eine gewisse Menge mobiler Daten (Mega- beziehungsweise Gigabyte) versurfen kannst. Danach drosselt der Anbieter entweder die Geschwindigkeit oder schaltet per Datenautomatik kostenpflichtig zusätzliches Volumen frei.

Ein durchschnittlicher Handynutzer braucht etwa 3 Gigabyte im Monat. Damit das Internet auch in ereignisreichen Monaten nicht ins Stocken kommt, solltest Du Dein persönliches Datenvolumen eher etwas großzügiger bemessen.

Auch bei Prepaid-Tarifen kannst Du in der Regel eine Datenoption hinzubuchen, um ein bestimmtes Surfvolumen zum Fixpreis nutzen zu können. Einige Prepaid-Tarife rechnen stattdessen volumengenau ab – Du zahlst nur die Menge an Daten, die Du auch wirklich nutzt. Das eignet sich aber nur für Gelegenheitsnutzer. Regelmäßiges Surfen wird damit schnell teuer. 

Zusätzlich kannst Du für Tablets und Surfsticks auch reine Datentarife ohne Telefonie oder SMS abschließen. Diese sind allerdings häufig nicht günstiger als normale Handytarife. Mit  speziellen LTE-Tarifen für zu Hause kannst Du auch in den eigenen vier Wänden auf das mobile Internet zurückgreifen, falls Du daheim nur sehr langsames Internet per DSL oder Kabel haben.

Mehr dazu im Artikel über unseren Handy-Tarifrechner:

Zum Ratgeber

Datendrossel oder Datenautomatik

Hast Du Deine Daten-Flatrate aufgebraucht, drosseln viele Mobilfunkanbieter die Geschwindigkeit der Internetverbindung – oftmals auf 64 Kilobit pro Sekunde (kbit/s) oder weniger. Das sind 0,064 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) und nur ein Bruchteil der normalen Geschwindigkeit.

Zum Vergleich: Das ungedrosselte Surftempo beträgt in vielen Handytarifen bis zu 50 Mbit/s und mehr. Du kannst gedrosselt zwar noch die ein oder andere Textnachricht per Messenger verschicken. Surfspaß ist so aber unmöglich.

Die sogenannte Datenautomatik ist eine andere Methode mancher Mobilfunkanbieter, mit dem Datenlimit umzugehen. Im Gegensatz zur „Datendrossel“ bucht Dir der Anbieter dabei gegen Aufpreis weiteres Volumen automatisch hinzu, sobald Du die Datengrenze erreicht hast. Die zusätzlichen Kosten sind jedoch meist völlig überteuert. Finanztip empfiehlt, die Datenautomatik abzuschalten und rät von Tarifen ab, bei denen Du die Datenautomatik nicht abschalten kannst.

Wie viel Datenvolumen brauche ich?

Um nicht in die Kostenfalle der Datenautomatik zu geraten oder regelmäßig mit der Datendrossel im Schneckentempo zu surfen, solltest Du herausfinden, wie viel Datenmengen Du durchschnittlich benötigst. Und Deinen Tarif dementsprechend anpassen.

In den Einstellungen der meisten Android-Smartphones und beim iPhone kannst Du  nachschauen, wie viele mobile Daten Du in den vergangenen Monaten gebraucht hast. Alternativ gibt es spezielle Apps, mit denen Du Deinen aktuellen Datenverbrauch im mobilen Internet nachverfolgen kannst: für Android beispielsweise die kostenlose Anwendung My Data Manager – Datennutzung, für iPhone das Download Meter.

1 Gigabyte reicht für ...

... diese AktionMenge

Google-Suche

5.000 Mal
E-Mails empfangen20.000 Stück
Messenger-Anruf1.000 Minuten
Messenger-Bild12.500 Stück
Messenger-Text100.000 Stück
Musikstreaming (normale Qualität)22 Stunden
Musikstreaming (hohe Qualität)14 Stunden
Videostreaming (niedrige Qualität)240 Minuten
Videostreaming (in HD)20 Minuten

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 30. November 2018)  

Der durchschnittliche Datenverbrauch liegt in Deutschland bei etwa 3 Gigabyte (GB). Für das klassische Surfen im Internet reichen zwei bis drei Gigabyte auch in geschäftigen Monaten in der Regel aus. Eine Google-Suche benötigt zum Beispiel im Schnitt 200 Kilobyte (KB). Ähnlich sieht es mit einer mobilen Anfrage auf der Website der Deutschen Bahn aus oder bei einem Update des Facebook-Verlaufs.

Auch E-Mails (etwa 50 KB pro E-Mail) und Nachrichten über einen Messenger-Dienst wie Whatsapp (rund 10 KB pro Textnachricht) sind kein Problem. Mehr Datenvolumen verbrauchst Du bei Anrufen übers Internet, beispielsweise mit Skype (etwa 1 MB pro Minute).

Vorsichtig sein solltest Du mit Musik- und Videostreaming. Einige Anwendungen spielen automatisch eine hohe Qualität aus oder passen die Qualität der Netzverbindung an. Surfst Du im schnellen LTE-Netz, sinkt Dein Freivolumen besonders schnell. Um trotzdem unterwegs online Musik hören zu können oder Filme zu schauen, nimmt beispielsweise die Deutsche Telekom bestimmte Streaming-Dienste vom Datenverbrauch aus („Stream on“).

Tipp: Den Datentarif nach oben korrigieren

Bei Handyverträgen mit langer Laufzeit ist es in der Regel einfacher, mehr Datenvolumen hinzuzubuchen, als die Daten-Flatrate zu verkleinern. Bist Du unsicher, wie viel mobile Daten Du benötigst, fang lieber niedrig an und wechsle bei Bedarf in eine größere Daten-Flatrate.

Warum ist das mobile Internet manchmal langsam?

Wie schnell Du mit dem Smartphone im Internet unterwegs bist, hängt maßgeblich davon ab, mit welcher Generation des Handynetzes Du verbunden bist. Mittlerweile funken nämlich vier Mobilfunk-Standards parallel – auch Generationen (kurz G) genannt.

Am schnellsten surfst Du mit LTE-Netz (4G) ist mittlerweile am weitesten verbreitet. Mit Höchstgeschwindigkeiten von 500 Megabyte pro Sekunde (Mbit/s) ist die Verbindung theoretisch sogar schneller als gut ausgebaute Internetanschlüssen fürs Festnetz. Selbst ein Surftempo von 50 Mbit/s im LTE-Netz reicht für den Alltag mehr als aus. Doch die noch schnellere fünfte Generation 5G ist bereits in den Startlöchern, um die bisherige Funktechnik in den nächsten Jahren langsam zu ersetzen.

LTE ist bei allen drei Netzbetreibern mittlerweile am besten ausgebaut, doch sind die Netze regional unterschiedlich gut. Ist Dein Handy im einen Netz langsam, könntest Du am selben Ort in einem anderen Handynetz vielleicht den besten Empfang haben. Außerdem gibt es immer noch einige Discounter-Tarife, die kein LTE-Zugang erlauben. Das ist heutzutage nicht mehr zeitgemäß und verschlechtert den Internetempfang erheblich.

Bei zu stark beanspruchten Orten wie öffentlichen Plätzen und bei Großveranstaltungen verschlechtert sich der Empfang. Auch Gebäude und Häuserschluchten können das Surftempo verlangsamen. Wird der Empfang zu schlecht, schaltet das Smartphone auf UMTS (3G) um, die dritte Generation der Funktechnik.

Bei richtig schlechtem Empfang greift das Handy auf das langsame GSM-Netz zurück. Dann steht auf dem Handydisplay meist „E“ oder „2G“. Im Normalfall nutzt ein Smartphone die zweite Generation der Funktechnik nur noch für das Telefonieren. Die erste Mobilfunk-Generation (1G) ist mittlerweile eingestellt.

Mobilfunk-Standards

Generationmax. Geschwindigkeit
2G (GSM, GPRS, Edge)300 kbit/s
3G (UMTS, HSDPA)42 Mbit/s
4G (LTE)500 Mbit/s
5G10 Gbit/s

Quelle: Finanztip (Stand: 5. Juli 2019)

So findest Du heraus, wie gut Dein Empfang vor Ort ist

Mit der Test-App der Bundesnetzagentur kannst Du einerseits überprüfen, wie schnell Du im Internet unterwegs bist. Andererseits kannst Du kontrollieren, mit welchem Mobilfunk-Standard Du im Netz eingeloggt bist. So lässt sich zum Beispiel herausfinden, wie gut das LTE-Netz Deines Netzbetreibers in der Nachbarschaft ausgebaut ist. Mit den gewonnenen Daten möchte sich die Bundesnetzagentur einen umfassenden Eindruck vom Ausbau der Handynetze verschaffen.

Ältere Handys können kein LTE nutzen

So gut wie alle neueren Smartphones unterstützen LTE-Verbindungen. Hast Du Dein Smartphone nach 2013 gekauft, stehen die Chancen gut, dass Dein Handy LTE-fähig ist. Bei früheren Modellen solltest Du einen Blick in die Produktinformationen werfen, bevor Du Dir einen LTE-Tarif besorgst. Wenn Dein Handy ohnehin nicht LTE beherrscht, kannst Du mit einem Handytarif ohne LTE etwas Geld sparen. Der Handy-Tarifrechner von Finanztip kann entsprechende Tarife heraussuchen.

Das Netz beeinflusst die Qualität

Neben dem Preis für das angebotene Datenvolumen sollten Verbraucher auch auf die Netzabdeckung der Mobilfunkbetreiber achten. Gerade bei dem Ausbau der Sendeantennen für das mobile Internet gibt es markante Unterschiede zwischen den Anbietern, die regional stark variieren. Prüf daher die Netzqualität an Orten, an denen Du Dich häufig aufhältst.  

In welchem Netz surfe ich?

Egal, ob Du bei einem der großen Netzbetreiber bist oder bei einem kleinen Mobilfunk-Discounter: Du benutzt eines von drei Handynetzen in Deutschland für das mobile Internet. Das Telekom-Netz (D1), das Vodafone-Netz (D2) und das Telefónica-Netz (O2) unterscheiden sich in ihrer Qualität. Gerade bei dem Ausbau der Sendeantennen für das mobile Internet gibt es markante Unterschiede zwischen den Anbietern, die regional stark variieren. 

Mit dem Finanztip-Handyrechner kannst Du die Ergebnisse auf Deine Wunsch-Netze beschränken.

Autor
Arne Düsterhöft

27. Februar 2020


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