Mobiles Internet

So surfst Du unterwegs im Internet

Arne Düsterhöft
Finanztip-Experte für Telekommunikation
01. Juli 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Sobald Du im Handynetz surfst, bist du im mobilen Internet, egal ob mit Smartphone, Tablet oder auf dem Laptop.
  • Um mobil online zu gehen, brauchst Du eine Prepaid-Sim-Karte mit Datenvolumen oder einen Handyvertrag.
  • Mit Daten-Roaming kannst Du auch im Ausland mobil ins Internet. Außerhalb der EU kann dies allerdings schnell teuer werden.
So gehst Du vor
  • Mit dem Datenvolumen in Deinem Handytarif legst Du fest, wie viel Du im Monat mobil surfen kannst. Im Schnitt versurft jeder etwa drei Gigabyte. 
  • Stockt Deine Internetverbindung unterwegs häufig, liegt das wahrscheinlich am schlechten Handynetz vor Ort. Dagegen hilft nur ein Wechsel in ein besseres Netz. 
  • Für Laptop oder Tablet brauchst Du in der Regel noch einen Surfstick oder mobilen W-Lan-Router.

Auf dem Heimweg noch spontan per Messenger zum Essen verabreden, das beste Restaurant in der Nähe aussuchen und mit ein paar Klicks den schnellsten Weg berechnen lassen – für viele gehört das Smartphone zum Alltag und damit auch das mobile Internet. Umso ärgerlicher ist es da, wenn Mitte des Monats die Verbindung quälend langsam wird oder ausgerechnet im Lieblingsrestaurant der Empfang schlecht ist.

Womit surfst Du am besten – Prepaid-Karte oder Handyvertrag?

Für die meisten von uns ist es mittlerweile zur Selbstverständlichkeit geworden, unterwegs mit dem Smartphone im Internet zu surfen – ganz einfach mit unserem Handytarif im Handynetz.

Bist Du auf der Suche nach einem passenden Tarif für Dein Smartphone, um auch mobil online zu sein, hängt es von individuellen Faktoren ab, ob Du besser über einen Prepaid-Tarif ins Internet gehst oder mit einen längerfristigen Handytarif

Mit dem Datenvolumen in Deinem Tarif legst Du fest, wie viel Du im Monat mobil surfen kannst. Ist die Daten-Flat aufgebraucht, drosselt Dein Anbieter entweder die Geschwindigkeit stark oder Du musst für den nächsten Internetbesuch extra zahlen. Es heißt dann entweder Datendrossel oder Datenautomatik

Im Schnitt versurft jeder Handynutzer etwa drei Gigabyte. Damit das Internet auch in ereignisreichen Monaten nicht ins Stocken kommt, solltest Du Dein persönliches Datenvolumen eher etwas großzügiger bemessen.

Laptops und Gelegenheitsnutzer surfen am besten ohne festen Vertrag

Auch bei Prepaid-Tarifen kannst Du in der Regel eine Datenoption hinzubuchen, um ein bestimmtes Surfvolumen zum Fixpreis nutzen zu können. Wenn Du nur sehr selten ins Internet gehst, kannst Du den Prepaid-Tarif aber auch volumengenau abrechnen lassen. Dann zahlst Du genau so viel, wie Du wirklich versurfst. Regelmäßiges Surfen wird damit allerdings teurer. 

Möchtest Du auch mit Deinem Laptop unterwegs des Öfteren online gehen, solltest Du Dir einen Surfstick oder mobilen LTE-Router zulegen. Doch auch Dein Smartphone kann durch seine „Tethering“-Funktion spontan zum mobilen W-Lan-Router werden. Auch viele Tablets brauchen einen zusätzlichen mobilen Router, um sich ins Handynetz einwählen zu können. Zum Surfstick und Router gehört dann immer auch ein eigener Datentarif. Prepaid-Tarife eignen sich am besten für die gelegentliche Extraportion Internet im Urlaub, im Garten oder der langen Bahnfahrt. 

Mehr dazu im Artikel über unseren Handy-Tarifrechner:

Zum Ratgeber

Datendrossel oder Datenautomatik

Hast Du Dein Datenvolumen aufgebraucht, drosseln viele Mobilfunkanbieter die Geschwindigkeit der Internetverbindung – oftmals auf 64 Kilobit pro Sekunde (kbit/s) oder weniger. Das sind 0,064 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) und nur ein Bruchteil der normalen Geschwindigkeit.

Zum Vergleich: Das ungedrosselte Surftempo beträgt in vielen Handytarifen bis zu 50 Mbit/s und mehr. Mit der Drossel bist Du also gerade mal 0,1 Prozent so schnell unterwegs wie normalerweise. So kannst Du zwar noch die ein oder andere Textnachricht per Messenger verschicken. Surfspaß ist aber unmöglich.

Beinhaltet Dein Tarif hingegen eine Datenautomatik, stellt Dir Dein Anbieter automatisch weiteres Volumen zur Verfügung, sobald Du die Datengrenze erreicht hast – gegen einen gepfefferten Aufpreis. So kann Deine Handyrechnung schnell 6 Euro teurer werden als erwartet. Finanztip empfiehlt, die Datenautomatik abzuschalten und rät von Tarifen ab, bei denen Du die Datenautomatik nicht abschalten kannst.

Wie viel Datenvolumen brauchst Du?

Grob zu wissen, wie viel Du im Monat ungefähr im Netz surfst, erspart Dir am Monatsende in die Kostenfalle der Datenautomatik zu geraten oder mit der Datendrossel im Schneckentempo zu surfen. Wenn Du regelmäßig an die Grenzen Deines Vertrags stößt, solltest Du Deinen Handytarif auf den neuesten Stand bringen und ein oder zwei Gigabyte dazu buchen. Mit dem fortschreitenden Ausbau der Handynetze ist auch das Datenvolumen in den letzten Jahren merklich günstiger geworden. 

Du kannst aber auch ganz einfach herausfinden, wie viel Datenvolumen Du im Monat brauchst, ohne Deinen Tarif regelmäßig auszureizen. In den Einstellungen des iPhones oder Android-Smartphones findest Du die mobilen Daten der vergangenen Monaten. 

Alternativ kannst Du Dir auch eine App runterladen, die Deinen Datenverbrauch misst: für Android beispielsweise die kostenlose Anwendung My Data Manager, für iPhone das Download Meter.

1 Gigabyte reicht für ...

... diese AktionMenge

Google-Suche

5.000 Mal
E-Mails empfangen20.000 Stück
Messenger-Text100.000 Stück
Messenger-Anruf1.000 Minuten
Google-Maps-Navigation8 Stunden
Musikstreaming (normale Qualität)22 Stunden
Musikstreaming (hohe Qualität)14 Stunden
Videostreaming (niedrige Qualität)4 Stunden
Videostreaming (in HD)20 Minuten

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 29. Juni 2021)

Der durchschnittliche Datenverbrauch liegt in Deutschland bei etwa drei Gigabyte (GB). Für das klassische Surfen im Internet reichen zwei bis drei Gigabyte auch in geschäftigen Monaten in der Regel aus. Eine Google-Suche braucht mit 200 Kilobyte (KB) kaum Datenvolumen. Ähnlich sieht es zum Beispiel bei einer mobilen Anfrage auf der Website der Deutschen Bahn aus.

E-Mails (etwa 50 KB pro E-Mail) und Nachrichten über einen Messenger-Dienst wie Whatsapp (rund zehn KB pro Textnachricht) sind ebenfalls kein Problem. Etwas mehr Datenvolumen verbrauchst Du mit Audio-Nachrichten oder Anrufen übers Internet, beispielsweise mit Skype (etwa ein MB pro Minute).

Auch die Masse an Fotos auf Instagram können sich deutlich im Datenverbrauch bemerkbar machen. Und wer sein Smartphone als Navi benutzt, sollte lieber das nötige Kartenmaterial vorher auf das Handy runterladen. Sonst ist nach einem Reisetag ein Gigabyte weniger in der Daten-Flat. 

Die richtigen Datenfresser findest Du beim Musik- und Videostreaming. Viele Anwendungen spielen automatisch eine hohe Qualität aus oder passen die Qualität der Netzverbindung an. Mit einem schnellen LTE-Empfang sinkt Dein Freivolumen so besonders schnell. Normalerweise kannst Du die Wiedergabe-Qualität manuell runtersetzen oder Filme und Musik vorher über W-Lan runterladen.

Tipp: Den Datentarif nach oben korrigieren

Bei Handyverträgen mit langer Laufzeit ist es in der Regel einfacher, mehr Datenvolumen hinzu zu buchen, als die Daten-Flatrate zu verkleinern. Bist Du unsicher, wie viel mobile Daten Du benötigst, fang lieber niedrig an und wechsle bei Bedarf in eine größere Daten-Flatrate.

Warum ist Dein Internet manchmal so quälend langsam?

Wie schnell Du mit dem Smartphone im Internet unterwegs bist, hängt maßgeblich davon ab, wie gut Dein LTE-Empfang im Moment gerade ist. Technisch sind mit LTE, auch 4G genannt, sagenhafte Geschwindigkeiten vom 500 Mbit/s (Megabit pro Sekunde) und mehr möglich. Doch selbst mit dem realistischen Surftempo von 50 Mbit/s ist das Handynetz mittlerweile schneller als so mancher Internetanschluss für das Festnetz. 

Allerdings sind die LTE-Netze der drei Netzbetreiber Telekom, Vodafone und Telefónica (O2) regional sehr unterschiedlich ausgebaut. Ist Dein Handy im O2-Netz langsam, könntest Du am selben Ort im Telekom-Netz besten Empfang haben.

Außerdem verschlechtert sich Dein Empfang, je mehr Menschen den selben Sendemast mitnutzen. Das ist besonders an öffentlichen Plätzen und bei Großveranstaltungen der Fall. Auch ein verwinkeltes Gebäude, Häuserschluchten, Tunnel und tiefe Keller können das Surftempo ausbremsen.

Wird der LTE-Empfang zu schlecht, schaltet Dein Handy runter auf das ältere GSM-Netz, meist 2G-Netz oder Edge genannt. Das 2G-Netz dient quasi als Sicherungsnetz zum Telefonieren und SMS-schreiben. Das 3G-Netz wird im Laufe von 2021 zugunsten von LTE und 5G abgeschaltet. 

Denn mit der fünften Generation 5G steht bereits der Nachfolger von LTE in den Startlöchern, um das 4G-Netz in den nächsten Jahren an mehr und mehr Orten zu ergänzen. 

Die Mobilfunk-Standards in der Übersicht

Generationmax. Geschwindigkeit
2G (GSM, GPRS, Edge)300 kbit/s
3G (UMTS, HSDPA)42 Mbit/s
4G (LTE)1 Gbit/s
5G10 Gbit/s

Quelle: Finanztip (Stand: 29. Juni 2021)

So findest Du heraus, wie gut Dein Empfang vor Ort ist

Mit der Test-App der Bundesnetzagentur kannst Du einerseits überprüfen, wie schnell Du im Internet unterwegs bist. Andererseits kannst Du kontrollieren, mit welchem Mobilfunk-Standard Du im Netz eingeloggt bist. So lässt sich zum Beispiel herausfinden, wie gut das LTE-Netz Deines Netzbetreibers in der Nachbarschaft ausgebaut ist. Mit den gewonnenen Daten möchte sich die Bundesnetzagentur einen umfassenden Eindruck vom Ausbau der Handynetze verschaffen.

Neuere Smartphones können alle LTE, aber nicht gleich gut

So gut wie alle neueren Smartphones unterstützen LTE. Hast Du Dein Smartphone nach 2013 gekauft, stehen die Chancen gut, dass Dein Handy LTE-fähig ist. Allerdings können erst spätere Modell (ab etwa 2016) die Weiterentwicklung LTE-Advanced, auch als LTE+ bezeichnet.

Außerdem macht es durchaus einen Unterschied für die Internetgeschwindigkeit, wie gut die Antenne in Deinem Smartphone ist. Ein teures, qualitativ hochwertiges Smartphone hat somit tendenziell einen besseren Internetempfang als ein günstiges Einsteigermodell.

In welchem Netz surfst Du?

Egal, ob Du bei einem der großen Netzbetreiber bist oder bei einem kleinen Mobilfunk-Discounter: Du benutzt eines der drei Handynetze in Deutschland für das mobile Internet. Das Telekom-Netz (D1), das Vodafone-Netz (D2) und das Telefónica-Netz (O2) unterscheiden sich in ihrer Qualität. Gerade bei dem Ausbau der Sendeantennen für das mobile Internet gibt es markante Unterschiede zwischen den Anbietern, die regional stark variieren. 

Mit dem Finanztip-Handyrechner kannst Du die Ergebnisse auf Deine Wunschnetze beschränken.

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