Mobiles Internet

So surfen Sie unterwegs im Internet

Arne Düsterhöft Stand: 24. Juli 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • „Mobiles Internet“ meint nichts anderes als das Surfen im Handynetz, sei es mit Smartphone, Tablet oder Surfstick.
  • Um mobil online zu gehen, brauchen Sie eine Sim-Karte und einen Datentarif. Auch die meisten Handytarife enthalten eine Daten-Flatrate, mit der Sie eine bestimmte Menge an mobilen Daten versurfen dürfen. 
  • Wie schnell die Internetverbindung ist, liegt maßgeblich daran, wie gut Ihr Handynetz vor Ort ausgebaut ist, und ob Sie LTE nutzen. Nicht jeder Tarif erlaubt die schnelle Funktechnik. 
  • Mit Daten-Roaming können Sie auch im Ausland mobil ins Internet. Außerhalb der EU kann dies allerdings schnell teuer werden.
So gehen Sie vor
  • Mit der Wahl Ihres Handytarifs entscheiden Sie, wie viel Sie im Monat mobil surfen wollen, indem Sie das Datenvolumen festlegen. Dabei gilt: Videos und Fotos verbrauchen wesentlich mehr mobile Daten als Messenger-Texte und Internet-Suchen. 
  • Der monatliche Verbrauch liegt im Bundesdurchschnitt etwa bei 2 Gigabyte im Monat. Damit das Internet auch in ereignisreichen Monaten nicht ins Stocken kommt, sollten Sie Ihr persönliches Datenvolumen eher großzügig bemessen. 
  • Haben Sie dauerhaft schlechten Empfang, liegt es vielleicht am Ausbau Ihres Handynetzes vor Ort. Achten Sie auch darauf, dass Sie mit Ihrem Tarif LTE-Zugang haben. Auch zahlreiche Surfsticks unterstützen immer noch kein LTE. 
  • Für den durchschnittlichen Internetgebrauch reichen etwa 3 Gigabyte im Monat aus. Wollen Sie sich die Suche nach einem exakt passenden Handytarif sparen, bietet sich eine Allnet-Flatrate an.
  • Für Surfstick und Tablet brauchen Sie eigentlich einen reinen Datentarif. Doch oftmals ist ein normaler LTE-Handytarife sogar günstiger als spezielle Datentarife.

Auf dem Heimweg noch spontan per Messenger zum Essen verabreden, das beste Restaurant in der Nähe aussuchen und mit ein paar Klicks den schnellsten Weg berechnen lassen – für viele gehört das Smartphone zum Alltag und damit auch das mobile Internet. Umso ärgerlicher ist es da, wenn Mitte des Monats die Verbindung quälend langsam wird oder ausgerechnet im Lieblingsrestaurant der Empfang schlecht ist.

Mit welchem Tarif surfe ich am besten?

Wenn Sie als Handynutzer unterwegs ins Internet gehen, nutzen Sie dafür das Mobilfunknetz Ihres Anbieters. Dasselbe gilt für den Gebrauch von Tablets und Surfsticks.

Viele Handytarife beinhalten eine Daten-Flatrate, mit der Sie monatlich eine gewisse Menge mobiler Daten (Mega- beziehungsweise Gigabyte) versurfen können. Danach drosselt der Anbieter entweder die Geschwindigkeit oder schaltet per Datenautomatik kostenpflichtig zusätzliches Volumen frei.

Ein durchschnittlicher Handynutzer braucht etwa 2 Gigabyte im Monat. Damit das Internet auch in ereignisreichen Monaten nicht ins Stocken kommt, sollten Sie Ihr persönliches Datenvolumen eher etwas großzügiger bemessen.

Auch bei Prepaid-Tarifen können Sie in der Regel eine Datenoption hinzubuchen, um ein bestimmtes Surfvolumen zum Fixpreis nutzen zu können. Einige Prepaid-Tarife rechnen stattdessen volumengenau ab – Sie zahlen nur die Menge an Daten, die Sie auch wirklich nutzen. Das eignet sich aber nur für Gelegenheitsnutzer. Regelmäßiges Surfen wird damit schnell teuer. 

Zusätzlich können Sie für Tablets und Surfsticks auch reine Datentarife ohne Telefonie oder SMS abschließen. Diese sind allerdings häufig nicht günstiger als normale Handytarife. Mit  speziellen LTE-Tarifen für zu Hause können Sie auch in den eigenen vier Wänden auf das mobile Internet zurückgreifen, falls Sie daheim nur sehr langsames Internet per DSL oder Kabel haben.

Mehr dazu im Artikel über unseren Handy-Tarifrechner:

Zum Ratgeber

Datendrossel oder Datenautomatik

Haben Sie Ihre Daten-Flatrate aufgebraucht, drosseln viele Mobilfunkanbieter die Geschwindigkeit der Internetverbindung – oftmals auf 64 Kilobit pro Sekunde (kbit/s) oder weniger. Das sind 0,064 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) und nur ein Bruchteil der normalen Geschwindigkeit.

Zum Vergleich: Das ungedrosselte Surftempo beträgt in vielen Handytarifen bis zu 50 Mbit/s und mehr. Sie können gedrosselt zwar noch die ein oder andere Textnachricht per Messenger verschicken. Surfspaß ist so aber unmöglich.

Die sogenannte Datenautomatik ist eine andere Methode mancher Mobilfunkanbieter, mit dem Datenlimit umzugehen. Im Gegensatz zur „Datendrossel“ bucht Ihnen der Anbieter dabei gegen Aufpreis weiteres Volumen automatisch hinzu, sobald Sie die Datengrenze erreicht haben. Die zusätzlichen Kosten sind jedoch meist völlig überteuert. Finanztip empfiehlt, die Datenautomatik abzuschalten und rät von Tarifen ab, bei denen Sie die Datenautomatik nicht abschalten können.

Wie viel Datenvolumen brauche ich?

Um nicht in die Kostenfalle der Datenautomatik zu geraten oder regelmäßig mit der Datendrossel im Schneckentempo zu surfen, sollten Sie herausfinden, wie viel Datenmengen Sie durchschnittlich benötigen. Und Ihren Tarif dementsprechend anpassen.

In den Einstellungen der meisten Android-Smartphones und beim iPhone können Sie nachschauen, wie viele mobile Daten Sie in den vergangenen Monaten gebraucht haben. Alternativ gibt es spezielle Apps, mit denen Sie Ihren aktuellen Datenverbrauch im mobilen Internet nachverfolgen können: für Android beispielsweise die kostenlose Anwendung My Data Manager – Datennutzung, für iPhone das Download Meter.

1 Gigabyte reicht für ...

... diese AktionMenge

Google-Suche

5.000 Mal
E-Mails empfangen20.000 Stück
Messenger-Anruf1.000 Minuten
Messenger-Bild12.500 Stück
Messenger-Text100.000 Stück
Musikstreaming (normale Qualität)22 Stunden
Musikstreaming (hohe Qualität)14 Stunden
Videostreaming (niedrige Qualität)240 Minuten
Videostreaming (in HD)20 Minuten

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 30. November 2018)  

Der durchschnittliche Datenverbrauch liegt in Deutschland bei etwa 2 Gigabyte (GB). Für das klassische Surfen im Internet reichen zwei bis drei Gigabyte auch in geschäftigen Monaten in der Regel aus. Eine Google-Suche benötigt zum Beispiel im Schnitt 200 Kilobyte (KB). Ähnlich sieht es mit einer mobilen Anfrage auf der Website der Deutschen Bahn aus oder bei einem Update des Facebook-Verlaufs.

Auch E-Mails (etwa 50 KB pro E-Mail) und Nachrichten über einen Messenger-Dienst wie Whatsapp (rund 10 KB pro Textnachricht) sind kein Problem. Mehr Datenvolumen verbrauchen Sie bei Anrufen übers Internet, beispielsweise mit Skype (etwa 1 MB pro Minute).

Vorsichtig sein sollten Sie mit Musik- und Videostreaming. Einige Anwendungen spielen automatisch eine hohe Qualität aus oder passen die Qualität der Netzverbindung an. Surfen Sie im schnellen LTE-Netz, sinkt Ihr Freivolumen besonders schnell. Um trotzdem unterwegs online Musik hören zu können oder Filme zu schauen, nimmt beispielsweise die Deutsche Telekom bestimmte Streaming-Dienste vom Datenverbrauch aus („Stream on“).

Tipp: Den Datentarif nach oben korrigieren

Bei Handyverträgen mit langer Laufzeit ist es in der Regel einfacher, mehr Datenvolumen hinzuzubuchen, als die Daten-Flatrate zu verkleinern. Sind Sie unsicher, wie viel mobile Daten Sie benötigen, fangen Sie lieber niedrig an und wechseln bei Bedarf in eine größere Daten-Flatrate.

Warum ist das mobile Internet manchmal langsam?

Wie schnell Sie mit dem Smartphone im Internet unterwegs sind, hängt maßgeblich davon ab, mit welcher Generation des Handynetzes Sie verbunden sind. Mittlerweile funken nämlich vier Mobilfunk-Standards parallel – auch Generationen (kurz G) genannt.

Am schnellsten surfen Sie mit LTE-Netz (4G) ist mittlerweile am weitesten verbreitet. Mit Höchstgeschwindigkeiten von 500 Megabyte pro Sekunde (Mbit/s) ist die Verbindung theoretisch sogar schneller als gut ausgebaute Internetanschlüssen fürs Festnetz. Selbst ein Surftempo von 50 Mbit/s im LTE-Netz reicht für den Alltag mehr als aus. Doch die noch schnellere fünfte Generation 5G ist bereits in den Startlöchern, um die bisherige Funktechnik in den nächsten Jahren langsam zu ersetzen.

LTE ist bei allen drei Netzbetreibern mittlerweile am besten ausgebaut, doch sind die Netze regional unterschiedlich gut. Ist Ihr Handy im einen Netz langsam, könnten Sie am selben Ort in einem anderen Handynetz vielleicht den besten Empfang haben. Außerdem gibt es immer noch einige Discounter-Tarife, die kein LTE-Zugang erlauben. Das ist heutzutage nicht mehr zeitgemäß und verschlechtert den Internetempfang erheblich.

Bei zu stark beanspruchten Orten wie öffentlichen Plätzen und bei Großveranstaltungen verschlechtert sich der Empfang. Auch Gebäude und Häuserschluchten können das Surftempo verlangsamen. Wird der Empfang zu schlecht, schaltet das Smartphone auf UMTS (3G) um, die dritte Generation der Funktechnik.

Bei richtig schlechtem Empfang greift das Handy auf das langsame GSM-Netz zurück. Dann steht auf dem Handydisplay meist „E“ oder „2G“. Im Normalfall nutzt ein Smartphone die zweite Generation der Funktechnik nur noch für das Telefonieren. Die erste Mobilfunk-Generation (1G) ist mittlerweile eingestellt.

Mobilfunk-Standards

Generationmax. Geschwindigkeit
2G (GSM, GPRS, Edge)300 kbit/s
3G (UMTS, HSDPA)42 Mbit/s
4G (LTE)500 Mbit/s
5G10 Gbit/s

Quelle: Finanztip (Stand: 5. Juli 2019)

So finden Sie heraus, wie gut Ihr Empfang vor Ort ist

Mit der Test-App der Bundesnetzagentur können Sie einerseits überprüfen, wie schnell Sie im Internet unterwegs sind. Andererseits können Sie kontrollieren, mit welchem Mobilfunk-Standard Sie im Netz eingeloggt sind. So lässt sich zum Beispiel herausfinden, wie gut das LTE-Netz Ihres Netzbetreibers in der Nachbarschaft ausgebaut ist. Mit den gewonnenen Daten möchte sich die Bundesnetzagentur einen umfassenden Eindruck vom Ausbau der Handynetze verschaffen.

Ältere Handys können kein LTE nutzen

So gut wie alle neueren Smartphones unterstützen LTE-Verbindungen. Haben Sie Ihr Smartphone nach 2013 gekauft, stehen die Chancen gut, dass Ihr Handy LTE-fähig ist. Bei früheren Modellen sollten Sie einen Blick in die Produktinformationen werfen, bevor Sie sich einen LTE-Tarif besorgen. Wenn Ihr Handy ohnehin nicht LTE beherrscht, können Sie mit einem Handytarif ohne LTE etwas Geld sparen. Der Handy-Tarifrechner von Finanztip kann entsprechende Tarife heraussuchen.

Das Netz beeinflusst die Qualität

Neben dem Preis für das angebotene Datenvolumen sollten Verbraucher auch auf die Netzabdeckung der Mobilfunkbetreiber achten. Gerade bei dem Ausbau der Sendeantennen für das mobile Internet gibt es markante Unterschiede zwischen den Anbietern, die regional stark variieren. Prüfen Sie daher die Netzqualität an Orten, an denen Sie sich häufig aufhalten.  

In welchem Netz surfe ich?

Egal, ob Sie bei einem der großen Netzbetreiber sind oder bei einem kleinen Mobilfunk-Discounter: Sie benutzen eines von drei Handynetzen in Deutschland für das mobile Internet. Das Telekom-Netz (D1), das Vodafone-Netz (D2) und das Telefónica-Netz (O2) unterscheiden sich in ihrer Qualität. Gerade bei dem Ausbau der Sendeantennen für das mobile Internet gibt es markante Unterschiede zwischen den Anbietern, die regional stark variieren. 

Mit dem Finanztip-Handyrechner können Sie die Ergebnisse auf Ihre Wunsch-Netze beschränken.

Autor
Arne Düsterhöft

Stand: 24. Juli 2019


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