Rufnummernmitnahme

So behältst Du Deine Handynummer

Arne Düsterhöft
Experte für Telekommunikation
28. Juni 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Deine Handynummer gehört Dir. Du kannst sie mitnehmen, wenn Du den Anbieter wechselst.
  • Der alte Anbieter berechnet in der Regel eine Gebühr für die Rufnummernmitnahme, die Portierung. Diese darf aber nicht mehr als 6,82 Euro betragen.
  • Viele Anbieter zahlen Dir einen Bonus um die 10 bis 20 Euro, wenn Du Deine alte Handynummer mitbringst.
So gehst Du vor
  • Teile Deinem neuen Anbieter am besten direkt bei Vertragsabschluss mit, dass Du Deine Handynummer mitnehmen willst. Die meisten Online-Formulare haben dazu einen eigenen Abschnitt Rufnummernmitnahme.
  • Name, Adresse, Geburtsdatum und Rufnummer müssen mit dem alten Vertrag übereinstimmen. Bei kleinsten Abweichungen kann die Rufnummernmitnahme scheitern.
  • Plane genug Zeit ein: Der neue Anbieter kümmert sich um die Portierung. Zwei Wochen kann sie allerdings dauern.
  • Willst Du Deine Prepaid-Nummer übertragen, musst Du Deinem alten Anbieter vorher eine Verzichtserklärung schicken.

Wer zu einem anderen Mobilfunkanbieter wechselt, kann seine alte Rufnummer behalten. Das ist bereits seit 2002 gesetzlich geregelt – und doch funktioniert die sogenannte Rufnummernportierung nicht immer reibungslos. Wir zeigen Dir, was Du beachten musst, damit die Mitnahme klappt. Denn die Telefonnummer gehört Dir, nicht dem Mobilfunkanbieter.

Wie kannst Du Deine Rufnummer beim Vertragswechsel mitnehmen?

Die alte Rufnummer mitnehmen zu können, erleichtert es ungemein, in einen neuen Handyvertrag zu wechseln. Schließlich ist es immer stressig dem gesamten Freundes- und Bekanntenkreis, seine neue Handynummer rumschicken zu müssen.

Am einfachsten kannst Du Deine Rufnummer mitnehmen, wenn Du Deinen alten Handyvertrag auslaufen lässt und der neue Vertrag direkt am nächsten Tag startet. Dann sollte die alte Rufnummer relativ nahtlos erreichbar bleiben. Der Vorteil: Du hast jederzeit nur einen Mobilfunkvertrag und zahlst keine Grundgebühren doppelt.

Überprüfe, ob bei Deiner aktuellen Telefongesellschaft Deine Adresse und die übrigen Daten korrekt gespeichert sind. Du findest die Angaben zum Beispiel im Kundenbereich auf der Internetseite oder auf Deiner Rechnung. Falls die Daten nicht stimmen, berichtige sie.

Kündige Deinem bisherigen Anbieter und bitte um eine Bestätigung. Willst Du Deine Prepaid-Nummer übertragen, musst Du bei Deinem alten Anbieter zusätzlich eine Verzichtserklärung abgeben, damit dieser Deine Handynummer freigeben kann. Aber Vorsicht: Nach der Rufnummernmitnahme entfällt Dein Restguthaben, das noch auf der Karte ist.

Mus­ter­schrei­ben Verzichtserklärung

Als Vorlage haben wir ein Mus­ter­schrei­ben für die Verzichtserklärung erstellt, das Du Dir hier herunterladen kannst.

Zum Download

Achtung beim Datenabgleich: Schaue unbedingt darauf, dass Name, Adresse, Geburtsdatum und Rufnummer im neuen Vertrag exakt mit den Daten übereinstimmen, die bei Deinem bisherigen Anbieter gespeichert sind. Auch eventuell vorhandene weitere Vornamen und die Schreibweise der Straße (Deventerweg oder Deventer Weg) müssen identisch sein.

Es kann einige Wochen dauern, Deine Handynummer zu übertragen 

Kümmere Dich spätestens zwei Wochen vor Vertragsablauf um einen neuen Tarif, zum Beispiel eine sogenannte Allnet-Flatrate. Günstige Flatrates in alle Netze nennen wir Dir in unserem Allnet-Flat-Ratgeber.

Gib beim neuen Mobilfunkanbieter an, dass Du Deine bisherige Nummer mitbringen willst. Du erteilst damit den Portierungsauftrag. Als Startdatum Deines neuen Vertrags wählst Du den Tag nach Ablauf Deines alten Vertrags. Geht alles glatt, bist Du nur wenige Stunden nicht erreichbar. Höchstens einen Tag darf die Umstellung dauern.

Kümmere Dich ruhig schon früher um den neuen Vertrag

Du kannst den neuen Vertrag bereits einige Monate vorher in Auftrag geben. Damit hat Dein zukünftiger Anbieter auch mehr Zeit, sich um die Rufnummernmitnahme zu kümmern. Bei zahlreichen Unternehmen kannst Du den Startzeitpunkt flexibel festlegen – der ist in der Regel mit dem Datum für die Rufnummernportierung identisch. Diese kannst Du bereits vier Monate vor Vertragsende beantragen.

Wenn was schief geht, ist die Nummer trotzdem sicher

Sollte die Portierung im ersten Anlauf scheitern, kannst Du unbesorgt sein, da Du genug Zeit hast, um Unklarheiten zu beseitigen. Eventuell musst Du mit Deinem alten Anbieter sprechen und zum Beispiel falsch hinterlegte Daten korrigieren. Meistens kannst Du Deine Handynummer auch noch bis zu drei Monate nach Vertragsende mitnehmen.

Bei größeren Problemen steht Dir die Bundesnetzagentur kostenlos zur Seite. Die Behörde überprüft das Vorgehen der Anbieter und findet für Dich heraus, wo der Fehler steckt. Das kann jedoch eine Weile dauern. Per Online-Formular kannst Du Deinen Fall schildern.

Hinweis: Nicht gesetzlich garantiert ist kurioserweise die Rufnummernmitnahme, wenn Du den Tarif wechselst und beim selben Anbieter bleibst. Dabei kann Dir das Unternehmen theoretisch eine neue Nummer zuweisen – was jedoch nicht vorkommen dürfte. Denn darauf würden die meisten Kunden wohl mit einem Wechsel zu einem anderen Anbieter reagieren.

Was kostet die Mitnahme?

Die Telefonnummer gehört Dir. Dennoch darf der Anbieter, der Deine Rufnummer abgeben muss, Dir dafür etwas in Rechnung stellen. Wie viel, das ist jedoch seit dem 20. April 2020 gesetzlich gedeckelt: es darf Dich höchstens 6,82 Euro kosten. Leider gilt die Deckelung nicht, wenn Du innerhalb eines Anbieters von einer Marke zu einer anderen wechselst. Bei einem solchen Markenwechsel darf der Anbieter weiterhin um die 25 Euro verlangen. Achte bei Prepaid-Karten darauf, dass genügend Guthaben für die Portierung auf der Karte ist.

Dein neuer Anbieter berechnet Dir hingegen keine Gebühr. Im Gegenteil: Oft erhältst Du sogar einen Bonus von 10 bis 20 Euro, wenn Du Deine alte Rufnummer mitbringst.

Kann ich meine Rufnummer auch vorzeitig mitnehmen?

Du kannst Dein Rufnummer auch mitnehmen, wenn Dein Handyvertrag noch läuft (§ 46 Abs. 4 TKG). Falls Du Deine Nummer aus einem laufenden Vertrag herausholst, zahlst Du jedoch weiterhin die Grundgebühr bis zum Ende der Laufzeit. Dein alter Mobilfunkanbieter teilt Dir bis zum Vertragsende eine neue Handynummer zu. Die bisherige Nummer kannst Du zum neuen Anbieter mitnehmen und dort nutzen. Somit zahlst Du die Handygebühren eine Zeit lang doppelt – an den alten und den neuen Anbieter.

Wenn Du eine vorzeitige Portierung wünschst, teile das Deinem alten Mobilfunkprovider mit. Sobald Du die Bestätigung hast, kannst Du einen neuen Tarif abschließen.

Mehr dazu im Artikel über unseren Handy-Tarifrechner:

Zum Ratgeber

Welches Netz rufst Du an?

Seit die Mitnahme der Rufnummer möglich ist, kannst Du an der Vorwahl einer Handynummer nicht mehr erkennen, welches Netz der Gesprächspartner hat. Es gibt jedoch Tarife, die unterschiedliche Gebühren in die einzelnen Mobilfunknetze berechnen.

Um herauszufinden, welchem Netz eine Rufnummer zugeordnet ist, tippe die Nummer zum Beispiel auf netz-abfrage.de ein. Alternativ kannst Du die Telefonnummer 0800/505 20 90 anrufen. Das ist ein Dienst von Vodafone, den auch Kunden anderer Mobilfunkanbieter kostenfrei nutzen können.

Wenn Du Deine Festnetznummer behalten willst

Im Festnetz ist die Mitnahme der Rufnummer bereits seit 1998 möglich. Allerdings kannst Du Deine alte Rufnummer nicht behalten, wenn Du in eine Region mit einer anderen Vorwahl umziehst. Keine Rufnummernportierung ist nötig, wenn Du im selben Vorwahlgebiet umziehst und bei Deiner bisherigen Telefongesellschaft bleiben willst. Dann behältst Du ohne Weiteres Deine Nummer. Es darf maximal 11,44 Euro kosten, eine Festnetzrufnummer zu übertragen.

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