Rufnummernmitnahme

So behalten Sie Ihre Handynummer

Arne Düsterhöft
& Co-Autor
Stand: 26. Februar 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Ihre Handynummer gehört Ihnen. Sie können sie bei einem Anbieterwechsel mitnehmen.
  • Dabei ist wichtig, dass Daten wie Name und Adresse im alten und neuen Vertrag übereinstimmen und Sie genug Zeit für die Portierung einplanen.
  • Der alte Anbieter berechnet in der Regel eine Gebühr von 25 bis 30 Euro für die Rufnummernmitnahme. Mehr ist gesetzlich verboten.
  • Viele Anbieter zahlen Neukunden einen Bonus um die 15 bis 25 Euro, wenn sie ihre alte Handynummer mitnehmen.
So gehen Sie vor
  • Teilen Sie Ihrem neuen Anbieter am besten direkt beim Vertragsabschluss mit, dass Sie Ihre Handynummer mitnehmen wollen. Die meisten Online-Formulare haben dazu einen eigenen Abschnitt für die Rufnummernmitnahme.
  • Name, Adresse, Geburtsdatum und Rufnummer müssen mit dem alten Vertrag übereinstimmen. Die Portierung kann bereits bei kleinsten Abweichungen scheitern.
  • Geht alles glatt, kümmert sich der neue Anbieter um alles Weitere. Zwei Wochen kann es allerdings dauern.
  • Wollen Sie Ihre Prepaid-Nummer übertragen, müssen Sie Ihrem alten Anbieter vorher eine Verzichtserklärung schicken.

Wer zu einem anderen Mobilfunkanbieter wechselt, kann seine alte Rufnummer behalten. Das ist bereits seit 2002 gesetzlich geregelt – und doch funktioniert die sogenannte Rufnummernportierung nicht immer reibungslos. Wir zeigen Ihnen, was Sie beachten müssen, damit die Mitnahme klappt. Denn die Telefonnummer gehört Ihnen, nicht dem Mobilfunkanbieter.

Wie kann ich meine Rufnummer beim Vertragswechsel mitnehmen?

Sie können Ihren alten Handyvertrag auslaufen lassen und direkt danach die Nummer zu einem neuen Anbieter mitnehmen. Der Vorteil: Sie haben jederzeit nur einen Mobilfunkvertrag und zahlen keine Grundgebühren doppelt.

Überprüfen Sie, ob bei Ihrer aktuellen Telefongesellschaft Ihre Adresse und die übrigen Daten korrekt gespeichert sind. Sie finden die Angaben zum Beispiel im Kundenbereich auf der Internetseite oder auf Ihrer Rechnung. Falls die Daten nicht stimmen, berichtigen Sie sie.

Kündigen Sie Ihrem bisherigen Anbieter, zum Beispiel über einen Kündigungsdienst, und bitten Sie um eine Bestätigung. Wollen Sie Ihre Prepaid-Nummer übertragen, müssen Sie bei Ihrem alten Anbieter zusätzlich eine Verzichtserklärung abgeben, damit dieser Ihre Handynummer freigeben kann. Aber Vorsicht: Nach der Rufnummernmitnahme entfällt Ihr Restguthaben, dass noch auf der Karte ist.

Als Vorlage haben wir ein Musterschreiben für die Verzichtserklärung erstellt, das Sie sich hier herunterladen können.

Zum Download

Achtung beim Datenabgleich: Schauen Sie unbedingt darauf, dass Name, Adresse, Geburtsdatum und Rufnummer im neuen Vertrag exakt mit den Daten übereinstimmen, die bei Ihrem bisherigen Anbieter gespeichert sind. Auch eventuell vorhandene weitere Vornamen und die Schreibweise der Straße (Deventerweg oder Deventer Weg) müssen identisch sein.

Es kann einige Wochen dauern, Ihre Handynummer zu übertragen 

Kümmern Sie sich spätestens zwei Wochen vor Vertragsablauf um einen neuen Tarif, zum Beispiel eine sogenannte Allnet-Flatrate. Günstige Flatrates in alle Netze nennen wir Ihnen in unserem Allnet-Flat-Ratgeber.

Geben Sie beim neuen Mobilfunkanbieter an, dass Sie Ihre bisherige Nummer mitbringen wollen. Sie erteilen damit den Portierungsauftrag. Als Startdatum Ihres neuen Vertrags wählen Sie den Tag nach Ablauf Ihres alten Vertrags. Geht alles glatt, sind Sie nur wenige Stunden nicht erreichbar. Höchstens einen Tag darf die Umstellung dauern.

Kümmern Sie sich ruhig schon früher um den neuen Vertrag

Sie können den neuen Vertrag bereits einige Monate vorher in Auftrag geben. Damit hat Ihr zukünftiger Anbieter auch mehr Zeit, sich um die Rufnummernmitnahme zu kümmern. Bei zahlreichen Unternehmen können Sie den Startzeitpunkt flexibel festlegen – der ist in der Regel mit dem Datum für die Rufnummernportierung identisch. Diese können Sie bereits vier Monate vor Vertragsende beantragen.

Wenn was schief geht, ist die Nummer trotzdem sicher

Sollte die Portierung im ersten Anlauf scheitern, können Sie unbesorgt sein, da Sie genug Zeit haben, um Unklarheiten zu beseitigen. Eventuell müssen Sie mit Ihrem alten Anbieter sprechen und zum Beispiel falsch hinterlegte Daten korrigieren. Meistens können Sie Ihre Handynummer auch noch bis zu drei Monate nach Vertragsende mitnehmen.

Bei größeren Problemen steht Ihnen die Bundesnetzagentur kostenlos zur Seite. Die Behörde überprüft das Vorgehen der Anbieter und findet für Sie heraus, wo der Fehler steckt. Das kann jedoch eine Weile dauern. Per Online-Formular können Sie Ihren Fall schildern.

Hinweis: Nicht gesetzlich garantiert ist kurioserweise die Rufnummernmitnahme, wenn Sie den Tarif wechseln und beim selben Anbieter bleiben. Dabei kann Ihnen das Unternehmen theoretisch eine neue Nummer zuweisen – was jedoch nicht vorkommen dürfte. Denn darauf würden die meisten Kunden wohl mit einem Wechsel zu einem anderen Anbieter reagieren.

Kann ich meine Rufnummer auch vorzeitig mitnehmen?

Sie können Ihre Rufnummer auch mitnehmen, wenn Ihr Handyvertrag noch läuft (§ 46 Abs. 4 TKG). Falls Sie Ihre Nummer aus einem laufenden Vertrag herausholen, zahlen Sie jedoch weiterhin die Grundgebühr bis zum Ende der Laufzeit. Ihr alter Mobilfunkanbieter teilt Ihnen bis zum Vertragsende eine neue Handynummer zu. Die bisherige Nummer können Sie zum neuen Anbieter mitnehmen und dort nutzen. Somit zahlen Sie die Handygebühren eine Zeit lang doppelt – an den alten und den neuen Anbieter.

Wenn Sie eine vorzeitige Portierung wünschen, teilen Sie das Ihrem alten Mobilfunkprovider mit. Sobald Sie die Bestätigung haben, können Sie einen neuen Tarif abschließen.

Mehr dazu im Artikel über unseren Handy-Tarifrechner:

Zum Ratgeber

Was kostet die Mitnahme?

Das Unternehmen, das die Rufnummer abgibt, darf Kosten von maximal 30 Euro in Rechnung stellen für die Übergabe der Rufnummer. Das ist die Obergrenze, welche die Bundesnetzagentur festgelegt hat. Die meisten Anbieter verlangen etwa 25 Euro. Achten Sie bei Prepaid-Karten darauf, dass genügend Guthaben für die Portierung auf der Karte ist.

Die Firma, welche die alte Rufnummer aufnimmt, berechnet hingegen keine Gebühr. Im Gegenteil: Oft erhalten Sie sogar einen Bonus von 15 bis 25 Euro dafür. Verpflichtet ist übrigens kein Mobilfunkanbieter zur Aufnahme einer Rufnummer – fast alle tun es jedoch.

Welches Netz rufen Sie an?

Seit die Mitnahme der Rufnummer möglich ist, können Sie an der Vorwahl einer Handynummer nicht mehr erkennen, welches Netz der Gesprächspartner hat. Es gibt jedoch Tarife, die unterschiedliche Gebühren in die einzelnen Mobilfunknetze berechnen.

Um herauszufinden, welchem Netz eine Rufnummer zugeordnet ist, tippen Sie sie zum Beispiel auf netz-abfrage.de ein. Alternativ können Sie die Telefonnummer 0800/505 20 90 anrufen. Das ist ein Dienst von Vodafone, den auch Kunden anderer Mobilfunkanbieter kostenfrei nutzen können.

Wenn Sie Ihre Festnetznummer behalten wollen

Im Festnetz ist die Mitnahme der Rufnummer bereits seit 1998 möglich. Allerdings können Sie Ihre alte Rufnummer nicht behalten, wenn Sie in eine Region mit einer anderen Vorwahl umziehen. Keine Rufnummernportierung ist nötig, wenn Sie im selben Vorwahlgebiet umziehen und bei Ihrer bisherigen Telefongesellschaft bleiben wollen. Dann behalten Sie ohne Weiteres Ihre Nummer. Auch eine Festnetzrufnummer zu übertragen kostet in der Regel nicht mehr als 30 Euro.

Autor
Arne Düsterhöft
& Co-Autor
Daniel Pöhler

Stand: 26. Februar 2019


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