Mutterschaftsgeld

So viel Geld bekommst Du vor und nach der Geburt Deines Kindes

Dr. Britta Beate Schön
&Co-Autor
15. Februar 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Als gesetzlich krankenversicherte Arbeitnehmerin bekommst Du sechs Wochen vor der Geburt und acht Wochen danach Mutterschaftsgeld von der Kran­ken­kas­se, pro Tag bis zu 13 Euro.
  • Dein Arbeitgeber stockt die Zahlung auf, so dass Du auch während des Mutterschutzes auf Dein bisheriges Nettogehalt kommst.
  • Bist Du geringfügig beschäftigt oder privat krankenversichert, erhältst Du vom Bundesamt für Soziale Sicherung ein reduziertes Mutterschaftsgeld von einmalig höchstens 210 Euro.
  • Wichtig in der Corona-Pandemie: Kurzarbeit hat keine Auswirkungen auf die Höhe des Mutterschaftsgeldes.
So gehst Du vor
  • Lass Dir von Deinem Arzt eine Bescheinigung über den voraussichtlichen Geburtstermin geben. Das geht erst sieben Wochen vor dem Termin.
  • Mit der Ausfertigung für die Kran­ken­kas­se beantragst Du das Mutterschaftsgeld. Für den Ar­beit­ge­ber­zu­schuss legst Du auch Deinem Arbeitgeber die Bescheinigung vor.
  • Hast Du nur Anspruch auf Mutterschaftsgeld vom Bundesamt für Soziale Sicherung, musst Du diesen Antrag ausfüllen und einreichen. Das geht online oder in Papierform.

Schwangerschaften sind eine emotionale Achterbahn. Vorfreude und Sorgen wechseln sich im Minutentakt ab: Wie wird die Geburt? Ist das Baby gesund? Wie lassen sich Familie und Beruf vereinbaren? Klar ist: Wenn Du ein Kind erwartest und während der Schwangerschaft angestellt warst, bist Du finanziell erst einmal abgesichert. Sechs Wochen vor der Geburt und acht Wochen danach gilt für Dich der Mutterschutz und Du musst nicht arbeiten.

In dieser Zeit erhalten gesetzlich krankenversicherte Arbeitnehmerinnen Mutterschaftsgeld von ihrer Kran­ken­kas­se sowie einen Zuschuss vom Arbeitgeber. Die Zahlungen entsprechen insgesamt dem durchschnittlichen Nettogehalt der letzten drei Monate. Dazu musst Du bei Deiner Kran­ken­kas­se und Deinem Arbeitgeber einen Antrag stellen. Dabei gibt es einiges zu beachten.

Wer hat Anspruch auf Mutterschaftsgeld?

Nicht alle Mütter erhalten Mutterschaftsgeld. Ob Du diese sogenannte Lohnersatzleistung bekommst und in welcher Höhe, hängt von Deiner persönlichen Situation ab.

Gesetzlich versicherte Arbeitnehmerinnen

Wenn Du sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin in einem Arbeitsverhältnis stehst und in der gesetzlichen Kran­ken­ver­si­che­rung pflichtversichert bist, hast Du während der Schutzfrist Anspruch auf Mutterschaftsgeld in Höhe von bis zu 13 Euro am Tag. Auch freiwillig gesetzlich Versicherte haben diesen Anspruch (§ 24i SGB V). Du musst das Geld bei Deiner Kran­ken­kas­se beantragen. Dein Arbeitgeber stockt den Betrag dann auf Dein bisheriges Nettogehalt auf.

Privat versicherte Arbeitnehmerinnen

Falls Du privat krankenversichert bist, erhältst Du kein Mutterschaftsgeld von Deiner privaten Kran­ken­ver­si­che­rung. Du bekommst stattdessen einmalig bis zu 210 Euro vom Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS). Dein Arbeitgeber zahlt auch einen Zuschuss und berechnet ihn so, als wärest Du gesetzlich versichert und bekämest den üblichen Kassensatz. Vom Arbeitgeber erhalten privat versicherte Frauen im Mutterschutz daher ihr Nettogehalt minus 13 Euro pro Arbeitstag, also dem Betrag, den die gesetzlichen Kassen als Mutterschaftsgeld zahlen.

Geringfügig beschäftigte Mütter

Bist Du privat- oder familienversichert und übst eine geringfügige Beschäftigung aus, etwa einen Minijob, dann bekommst Du auf Antrag Mutterschaftsgeld vom BAS. Du erhältst 210 Euro als Einmalzahlung.

Bist Du als Minijobberin hingegen selbst Mitglied in einer gesetzlichen Kran­ken­kas­se, beantragst Du das Mutterschaftsgeld nicht beim Bundesamt für Soziale Sicherung, sondern bei Deiner Kran­ken­kas­se. Du bekommst dann maximal 13 Euro am Tag, also höchstens 390 Euro im Monat.

Unabhängig von Deinem Versicherungsstatus hast Du Anspruch auf den Ar­beit­ge­ber­zu­schuss, wenn Du vor dem Mutterschutz mehr als 390 Euro netto verdient hast. Lag Dein durchschnittlicher Nettolohn beispielsweise bei 450 Euro im Monat, zahlt Dein Arbeitgeber 60 Euro Zuschuss. Er stockt also die Differenz zwischen dem Nettolohn und dem Mutterschaftsgeld der gesetzlichen Kasse auf.

Familienversicherte Mütter

Wenn Du über Deinen Ehepartner familienversichert bist und nicht nebenbei arbeitest, erhältst Du von der Kran­ken­kas­se kein Mutterschaftsgeld, da Du nicht selbst Mitglied der Kran­ken­kas­se bist.

Arbeitnehmerinnen in Elternzeit

Befindest Du Dich zu Beginn des Mutterschutzes noch in Elternzeit, hast Du als Mitglied einer Kran­ken­kas­se Anspruch auf das Mutterschaftsgeld in Höhe von 13 Euro täglich. Wenn Du während der Elternzeit allerdings nicht arbeitest, zahlt Dir Dein Arbeitgeber keinen Zuschuss.

Wirst Du während der Elternzeit erneut schwanger, solltest Du deshalb gegenüber Deinem Arbeitgeber schriftlich erklären, dass Du zum Beginn der Mutterschutzfrist Deine Elternzeit vorzeitig beendest (§ 16 Abs. 3 Satz 3 BEEG). Alternativ kannst Du die Elternzeit auch unterbrechen und mit Zustimmung des Arbeitgebers dann den Rest an die erneute Elternzeit anhängen. In beiden Fällen erhältst Du so den Ar­beit­ge­ber­zu­schuss zum Mutterschaftsgeld.

Die Höhe des Zuschusses orientiert sich dann nicht an den letzten drei Monaten vor Beginn der erneuten Mutterschutzfrist, in denen Du wegen der Elternzeit keinen Lohn bekommen hast. Entscheidend sind die letzten drei abgerechneten Monate vor dem Beginn der ersten Mutterschutzfrist (BAG, Urteil vom 22. August 2012, Az. 5 AZR 652/11). So bekommst Du also wieder das volle Nettogehalt.

Selbstständige Mütter

Bist Du selbstständig und privat krankenversichert, erhältst Du kein Mutterschaftsgeld. Du hast allerdings die Möglichkeit, eine private Kran­ken­ta­ge­geld­ver­si­che­rung abzuschließen. Seit Februar 2017 haben selbstständige Frauen mit einem solchen Vertrag auch im Mutterschutz Anspruch auf Krankentagegeld.

Wenn Du selbstständig und freiwillig gesetzlich versichert bist, kommt es darauf an, ob Du die Versicherung mit Anspruch auf Krankengeld abgeschlossen hast. Zahlst Du nur den ermäßigten Beitragssatz in der gesetzlichen Kran­ken­ver­si­che­rung (14 Prozent), steht Dir kein Krankengeld und auch kein Mutterschaftsgeld zu. Hast Du hingegen einen Anspruch auf Krankengeld mit Deiner Kasse vereinbart, hast Du auch Anrecht auf Mutterschaftsgeld. Das Mutterschaftsgeld für Selbstständige ist so hoch wie das Krankengeld, beträgt also 70 Prozent des regelmäßigen Arbeitseinkommens.

Für freiwillig gesetzlich versicherte Selbstständige gibt es seit Januar 2019 eine positive Neuerung: Auf Mutterschaftsgeld und Krankengeld musst Du keine Mindestbeiträge zur Kran­ken­ver­si­che­rung mehr zahlen, wenn Du in dieser Zeit kein Arbeitseinkommen hast. Das regelt das GKV-Versichertenentlastungsgesetz.

Arbeitslose Mütter

Bist Du zu Beginn des Mutterschutzes arbeitslos und hast Anspruch auf Ar­beits­lo­sen­geld (ALG I) oder bist Du während einer beruflichen Weiterbildung gesetzlich krankenversichert, erhältst Du Mutterschaftsgeld von der Kran­ken­kas­se. Du bekommst dann die gleiche Summe wie bisher, nur eben von Deiner Kasse.

Wieviel Mutterschaftsgeld gibt es?

Die Höhe des Mutterschaftsgeldes richtet sich nach dem durchschnittlichen Nettogehalt der letzten drei vollständig abgerechneten Kalendermonate. Einmalige Zahlungen, zum Beispiel Weihnachts- oder Urlaubsgeld, werden nicht berücksichtigt. In diesem Schreiben des Spitzenverbands der Kran­ken­kas­sen findest Du Details zur Berechnung des Mutterschaftsgeldes in Sonderfällen, etwa wenn Du im Berechnungszeitraum eine Gehaltserhöhung bekommen hast oder aus einem Ausbildungsverhältnis übernommen wurdest.

Übrigens: Ein Wechsel der Steuerklasse in der Mutterschutzfrist hat grundsätzlich keinen Einfluss darauf, wie sich der Zuschuss des Arbeitgebers zum Mutterschaftsgeld berechnet (ArbG Aachen, Urteil vom 12. Juli 1984, Az. 5 Ca 853/84). Maßgeblich ist die Lohnsteuer im dreimonatigen Berechnungszeitraum.

So wird das Mutterschaftsgeld berechnet

Das Mutterschaftsgeld, das die Kasse zahlt, beträgt höchstens 13 Euro pro Kalendertag. Verdienst Du durchschnittlich mehr als 13 Euro netto am Tag, also mehr als 390 Euro im Monat, ist Dein Arbeitgeber verpflichtet, die Differenz als Zuschuss zum Mutterschaftsgeld zu zahlen (§ 20 MuSchG). Im Regelfall ist das der größere Anteil. Beide Zahlungen zusammen entsprechen Deinem monatlichen Nettogehalt. Falls Du netto weniger als 390 Euro im Monat verdienst, fällt auch das Mutterschaftsgeld der Kran­ken­kas­se entsprechend niedriger aus.

Ein Beispiel zur Berechnung des Mutterschaftsgeldes: Eine Arbeitnehmerin verdiente in den letzten drei Monaten vor der Mutterschutzfrist 2.750 Euro brutto. Netto bekommt sie 1.776 Euro im Monat ausgezahlt.

Der monatliche Nettolohn der letzten drei Monate wird auf den Kalendertag umgerechnet: (1.776 Euro x 3 Monate) / 90 Tage. Damit beläuft sich der kalendertägliche Nettolohn auf 59,20 Euro. Während des Mutterschutzes erhält die Arbeitnehmerin also pro Tag 59,20 Euro, und zwar 13 Euro von der Kran­ken­kas­se als Mutterschaftsgeld und 46,20 Euro vom Arbeitgeber als Zuschuss.

Wenn Du schwankende Einkünfte hast, weil Du beispielsweise Akkordarbeit machst oder stundenweise bezahlt wirst, gilt eine etwas andere Berechnungsformel. Für Frauen mit Stun­den­lohn­ver­ein­bar­ung hat sich diese 2021 geändert. Details und Beispiele dazu findest Du in diesem Dokument des GKV-Verbands ab Seite 73.

In der Corona-Pandemie wichtig zu wissen: Falls Du in den drei Monaten vor Deinem Mutterschutz in Kurzarbeit warst, hat das keine Auswirkungen auf die Höhe der Mutterschaftsleistungen. Diese werden auf Basis Deines regulären Nettolohns berechnet. Das haben die zuständigen Bundesministerien im Juni 2020 beschlossen.

Reduziertes Mutterschaftsgeld

Falls Du als Arbeitnehmerin nicht gesetzlich krankenversichert bist, erhältst Du einmalig ein reduziertes Mutterschaftsgeld in Höhe von höchstens 210 Euro vom Bundesamt für Soziale Sicherung (§ 19 Abs. 2 MuSchG). Außerdem steht Dir ebenfalls ein Zuschuss vom Arbeitgeber zu. Dieser berechnet sich aus der Differenz von Deinem Nettolohn zu den 13 Euro Mutterschaftsgeld, die gesetzlich Versicherte bekommen.

Welche Mutter in welcher Höhe Anspruch auf Mutterschaftsgeld hat, haben wir nochmal in einer Übersicht für Dich zusammengestellt:

Überblick zu den Anspruchsberechtigten

Wer hat Anspruch?In welcher Höhe?Wohin wenden?
Arbeitnehmerinnen in der GKVbis zu 13 Euro täglich und Ar­beit­ge­ber­zu­schussKran­ken­kas­se und Arbeitgeber
Arbeitnehmerinnen in der PKVbis zu 210 Euro einmalig und Ar­beit­ge­ber­zu­schussBundesamt für Soziale Sicherung und Arbeitgeber
Familienversicherte mit geringfügiger Beschäftigungbis zu 210 Euro einmalig und Ar­beit­ge­ber­zu­schussBundesamt für Soziale Sicherung und Arbeitgeber
Selbstständige in der PKVkein Mutterschaftsgeld, aber Krankentagegeld-AnspruchPrivate Kran­ken­ver­si­che­rung
Selbstständige in der GKV, freiwillig versichert ohne Krankengeldanspruchkein Mutterschaftsgeld 
Selbstständige in der GKV, freiwillig versichert mit KrankengeldanspruchMutterschaftsgeld (70 Prozent des regelmäßigen Arbeitseinkommens)Kran­ken­kas­se
Familienversicherte ohne Beschäftigungkein Mutterschaftsgeld 
Arbeitslose, die ALG I beziehenin Höhe des Ar­beits­lo­sen­geldesKran­ken­kas­se und Agentur für Arbeit
Arbeitslose, die ALG II beziehenALG II wird weiter gezahlt plus Mehrbedarf ab 13. SchwangerschaftswocheJobcenter

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 23. Januar 2018)

Wie beantragst Du Mutterschaftsgeld?

Mutterschaftsgeld erhältst Du nicht automatisch, Du musst es beantragen. Am besten machst Du Dich schon vor dem Beginn Deines Mutterschutzes mit den Formalitäten vertraut. Du musst Deinen Anspruch entweder bei Deiner gesetzlichen Kran­ken­kas­se stellen oder aber beim Bundesamt für Soziale Sicherung.

Als gesetzliche Versicherte wendest Du Dich an Deine Kran­ken­kas­se

Für den Antrag brauchst Du eine Bescheinigung über den voraussichtlichen Geburtstermin. Bitte Deinen Arzt oder Deine Hebamme darum, ein „Zeugnis über den mutmaßlichen Tag der Entbindung“ auszustellen. Du erhältst es kostenfrei frühestens sieben Wochen vor dem errechneten Geburtstermin. Die Bescheinigung enthält eine Ausfertigung für die Kran­ken­kas­se und eine weitere, die Du Deinem Arbeitgeber vorlegen kannst. Dein Arzt verwendet dazu dieses Muster.

Die Ausfertigung für die Kran­ken­kas­se ergänzt Du mit Deinen persönlichen Angaben, Deiner Kontoverbindung, den Angaben zu Deinem Beschäftigungsverhältnis und Deinem Arbeitgeber. Vergiss nicht zu unterschreiben. Dann reichst Du das Dokument bei der Kran­ken­kas­se ein. Die Kasse setzt sich mit Deinem Arbeitgeber in Verbindung und fordert eine Bescheinigung über Dein Gehalt an. Sobald diese der Kran­ken­kas­se vorliegt, zahlt sie das Mutterschaftsgeld für die sechs Wochen vor der Geburt aus.

Nachdem das Kind auf der Welt ist, reichst Du die Geburtsurkunde bei Deiner Kasse ein. Dann überweist diese das Mutterschaftsgeld für die acht Wochen nach der Geburt auf Dein Konto.

Für Privatversicherte ist das Bundesversicherungsamt zuständig

Hast Du Anspruch auf das reduzierte Mutterschaftsgeld, kannst Du einen Antrag beim Bundesamt für Soziale Sicherung in Berlin stellen. Dafür brauchst Du neben dem Zeugnis über den voraussichtlichen Entbindungstermin auch eine Bescheinigung, die Dein Arbeitgeber ausfüllen muss. Du kannst den Antrag online mit gescannten Unterlagen einreichen oder ihn per Post schicken. Die Bearbeitung postalischer Anträge dauert nach Angaben des Amts jedoch länger.

Informiere Deinen Arbeitgeber

Den Ar­beit­ge­ber­zu­schuss beantragst Du, indem Du Deinem Arbeitgeber das Zeugnis über den mutmaßlichen Tag der Entbindung vorlegst. Du erhältst den Zuschuss von Deinem Arbeitgeber üblicherweise zum gleichen Zeitpunkt wie zuvor das monatliche Gehalt.

Wie lange wird das Mutterschaftsgeld gezahlt?

Mutterschaftsgeld zahlen die gesetzlichen Kran­ken­kas­sen während der Schutzfristen vor und nach der Entbindung sowie für den Entbindungstag. Sechs Wochen vor der Entbindung und acht Wochen danach dürfen Arbeitnehmerinnen nicht beschäftigt werden (§ 3 Abs. 1 MuSchG).

Wenn Du Zwillinge erwartest oder Dein Kind zu früh oder mit einer Behinderung auf die Welt kommt, verlängert sich die Schutzfrist nach der Entbindung auf zwölf Wochen. In dieser Zeit bekommst Du Mutterschaftsgeld. Bei einer Frühgeburt erhältst Du auch für die Tage Mutterschaftsgeld, die Dein Kind vor der Mutterschutzfrist zur Welt kommt (§ 24i Abs. 3 SGB V).

Arbeitest Du trotz Mutterschutzfrist weiter, erhältst Du kein Mutterschaftsgeld, sondern Dein reguläres Gehalt (§ 24i Abs. 4 SGB V). Arbeitest Du in dieser Zeit anteilig oder stundenweise weiter, ruht Dein Anspruch auf Mutterschaftsgeld in dieser Höhe. Finanziell gesehen hat es also keinen Sinn, während der Mutterschutzfristen weiterzuarbeiten.

Wird Mutterschaftsgeld auf das Elterngeld angerechnet?

Das Mutterschaftsgeld wird auf das Elterngeld vollständig angerechnet (§ 3 Abs. 1 BEEG). So wird für die Tage, an denen Du Mutterschaftsgeld bekommst, kein Elterngeld gezahlt. Die Anrechnung kannst Du auch dadurch nicht verhindern, dass Du Elterngeld erst nach Ablauf der Mutterschutzfrist beantragst.

Das verringerte Mutterschaftsgeld in Höhe von maximal 210 Euro, welches das Bundesamt für Soziale Sicherung zahlt, wird dagegen nicht auf das Elterngeld angerechnet. Deshalb darf die Elterngeldstelle die Auszahlung auch nicht davon abhängig machen, ob bereits über den Antrag auf Mutterschaftsgeld entschieden wurde. Wie Du Dich für die Elternzeit finanziell gut aufstellst, erfährst Du im Ratgeber Elterngeld.

Wird das Mutterschaftsgeld besteuert?

Das Mutterschaftsgeld und der Ar­beit­ge­ber­zu­schuss sind nicht zu versteuern. Sie werden aber beim sogenannten Progressionsvorbehalt zur Berechnung des Steuersatzes bei der Einkommensteuer mit einbezogen. Dies bedeutet, Mutterschaftsgeld und Ar­beit­ge­ber­zu­schuss erhöhen zwar nicht Dein zu versteuerndes Einkommen. Der Steuersatz, der auf das gesamte Einkommen anzuwenden ist, steigt dadurch aber geringfügig.

Während des Bezugs von Mutterschaftsgeld bleibst Du außerdem beitragsfrei in der gesetzlichen Ren­ten­ver­si­che­rung sowie der Kranken- und Arbeitslosenversicherung, sofern Du keine sonstigen beitragspflichtigen Einkünfte hast.

Wann gibt es Mutterschaftslohn?

Wenn Du vor Beginn des Mutterschutzes aus medizinischen Gründen nicht mehr arbeiten darfst und einem sogenannten Beschäftigungsverbot unterliegst, erhältst Du von Deinem Arbeitgeber den sogenannten Mutterschaftslohn (§ 18 MuSchG). Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Du als Erzieherin im Kindergarten arbeitest und gegen Masern, Mumps oder Windpocken nicht immun bist.

Der Mutterschaftslohn berechnet sich aus Deinem Durch­schnitts­ge­halt aus den drei Monaten vor Deiner Schwangerschaft. Hast Du während der Schwangerschaft eine Gehaltserhöhung bekommen, wird mit dem erhöhten Lohn gerechnet. Falls Du während der Schwangerschaft einen neuen Job begonnen hast, wird Dir das Gehalt aus den ersten drei Monaten dieser Beschäftigung weiter gezahlt.

Das fortgezahlte Gehalt gilt als Arbeitsentgelt – trotz fehlender Arbeitsleistung. Deshalb musst Du darauf auch Lohnsteuer und Sozialversicherungsabgaben zahlen.

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