Photovoltaik

Mit eigenem Solarstrom Geld sparen

Ines Rutschmann
Expertin für Energie
28. Juni 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Eigener Solarstrom macht Dich unabhängig – und ist günstiger als jeder Stromtarif. Für Elektrizität vom Stromanbieter zahlst Du das Doppelte bis Dreifache.
  • Mit einer Solaranlage auf dem Hausdach kannst Du etwa ein Drittel Deines Bedarfs decken. Mit einem Batteriespeicher verdoppelt sich dieser Anteil.
  • Du hast kein Dach? Auch ein Balkon reicht aus. Mit einer Mini-Anlage erzeugst Du schon ein Zehntel Deines Strombedarfs.
So gehst Du vor
  • Wohnst Du im Eigenheim, lohnt sich meist eine Solarstromanlage: Hole mehrere Angebote ein und prüfe, welche Förderprogramme für Dich in Frage kommen.
  • Kontakt zu mehreren Installationsfirmen auf einen Schlag erhältst Du über Portale im Internet. Wir empfehlen selfmade-energy und photovoltaik-angebotsvergleich.
  • Mietest Du ein Haus, kannst Du das Dach für die Anlage pachten – oder Dein Vermieter baut die Anlage und verpachtet diese an Dich.
  • Möchtest Du eine Mini-Anlage auf dem Balkon aufstellen, hast Du die Vorschriften Deines Netzbetreibers zu beachten.

Am günstigsten ist Strom, wenn Du ihn selbst erzeugst und verbrauchst – mit Photovoltaik-Modulen. Diese wandeln die Energie des Sonnenlichts in elektrische Energie um. Das Charmante an Photovoltaik ist, dass jeder die Technologie nutzen kann – auf dem eigenen Hausdach, auf dem Balkon, im Gartenhäuschen oder beim Zelten. Eine Kilowattstunde Strom zu erzeugen, kostet Dich etwa 10 bis 14 Cent.

Wie stark lohnt sich eine Photovoltaikanlage?

Die Kosten für Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen) sind drastisch gesunken – seit 2006 um mehr als 75 Prozent. Günstige, kleine Dachanlagen kosten etwa 1.000 Euro bis 1.500 pro Kilowatt Leistung (netto) – bei einer Leistung von 6 Kilowatt zahlst Du somit zwischen 6.000 und 9.000 Euro (netto). Bei diesen Kosten lässt sich in Deutschland Strom für etwa 10 bis 14 Cent pro Kilowattstunde erzeugen.

Das ist deutlich weniger, als Du für den Strom aus dem öffentlichen Netz zahlst - dieser kostet 25 bis 32 Cent pro Kilowattstunde. Versorgst Du Dich selbst, kannst Du also 11 bis 22 Cent pro Kilowattstunde sparen. Dass der gelieferte Strom im Vergleich zum selbst erzeugten zwei- bis dreimal so teuer ist, liegt an Steuern, Umlagen, Abgaben und Entgelten. Diese musst Du über den Strompreis zahlen, wenn die Energie über das Netz der öffentlichen Versorgung fließt.

Auf Deinen Eigenverbrauch fallen dagegen weder Abgaben noch Stromsteuer noch Netzentgelte noch vier von fünf Umlagen an; bei Anlagen bis maximal 30 Kilowatt Leistung auch keine EEG-Umlage, solange Du höchstens 30.000 Kilowattstunden selbst verbrauchst. Bis Ende 2020 lag diese sogenannte Bagatellgrenze niedriger: Bei 10 Kilowatt Leistung für bis zu 10.000 Kilowattstunden Eigenverbrauch. Lediglich Umsatzsteuer auf Eigenverbrauch musst Du zahlen, wenn Du der Regelbesteuerung unterliegst. Von der Einkommensteuer kannst Du Dich seit 2021 befreien lassen, wenn Deine Anlage nach 2003 auf Deinem Wohnhaus installiert wurde, höchstens 10 Kilowatt Leistung hat und Du Dein Haus nicht anderweitig in stärkerem Maße gewerblich nutzt.

Was der selbst produzierte Solarstrom kostet, hängt von verschiedenen Faktoren ab, vor allem vom Preis, zu dem Du eine PV-Anlage kaufst. Mindestens 20 Jahre sind die Systeme in der Regel in Betrieb. Nach zehn bis zwölf Jahren sollte die Anlage die Investitionskosten wieder eingespielt haben – weil Du durch den Eigenverbrauch Strom­kos­ten sparst und weil Du nicht benötigte Energie ins Stromnetz einspeisen kannst und vergütet bekommst.

Denn das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) garantiert Dir über 20 Jahre einen festen Preis für jede eingespeiste Kilowattstunde. Für eine im Juli 2021 in Betrieb genommene Photovoltaikanlage erhältst Du 7,47 Cent pro Kilowattstunde – also in der Regel weniger, als Dich das Erzeugen einer Kilowattstunde Solarstrom kostet. Die Einspeisevergütung verringert sich von Monat zu Monat und fällt voraussichtlich im Dezember unter 7 Cent pro Kilowattstunde. Trotzdem erzielst Du für die Strommenge, die Du selbst nicht verbrauchen kannst, noch einen hübschen Erlös. Das ist besser, als den Strom in keiner Weise zu nutzen.

Da die Strompreise in Deutschland die höchsten in Europa sind, gibt es Vorschläge, die staatlichen Belastungen abzuschmelzen. Doch selbst wenn die fünf Umlagen auf den Strompreis wegfielen und Stromsteuer und Konzessionsabgabe auf ein Minimum gesenkt würden – Strom aus dem öffentlichen Netz kostete dann immer noch rund 17 Cent pro Kilowattstunde, wenn Netzentgelte, Börsenstrompreise und die Mehrwertsteuer unverändert bleiben. Mit eigenem Solarstrom versorgst Du Dich daher dauerhaft günstiger.

Bist Du längst Solarstromerzeuger, lohnt sich der Eigenverbrauch ebenfalls für Dich – wenn Deine Anlage aus der EEG-Förderung fällt. Was Du dann zu beachten hast, erfährst Du im Ratgeber Einspeisevergütung.

Wie stark kannst Du Dich selbst mit Solarstrom versorgen?

Insgesamt sind in Deutschland rund 1,3 Millionen kleine Solarkraftwerke (PV-Anlagen) mit bis zu 10 Kilowatt Leistung auf Hausdächern installiert. Jeden Monat kommen im Schnitt 13.000 dazu. Nahezu alle dienen der Eigenversorgung ihrer Betreiber.

Eine Photovoltaikanlage kann dabei niemals Deinen kompletten Bedarf decken. Schließlich scheint die Sonne nicht rund um die Uhr. Aber zu 30 Prozent kannst Du Dich mit eigenem Solarstrom versorgen. Dabei ist es nicht notwendig, irgendwelche Gewohnheiten zu ändern. Deinen übrigen Strombedarf deckst Du weiter über das öffentliche Stromnetz.

Die Solarstromanlage erzeugt vor allem in den Mittagsstunden mehr Strom, als Du gerade brauchst. Diesen Überschuss kannst Du ins öffentliche Stromnetz einspeisen und dafür die Einspeisevergütung nach EEG in Anspruch nehmen. Alternativ suchst Du Dir einen direkten Abnehmer für Deinen Strom und verkaufst an diesen. Den eingespeisten Strom zu verkaufen, ist wichtig, um die Solaranlage zu refinanzieren. Du musst dies aber nicht tun: Du kannst den Strom auch kostenlos einspeisen. Darüber musst Du dann aber den Netzbetreiber informieren.

Willst Du eine PV-Anlage kaufen, dann hole Dir mehrere Angebote von Fachfirmen ein und vergleiche diese. Mit einer Anfrage über ein Vermittlungsportal im Internet kommst einfach in Kontakt zu mehreren Firmen auf einmal. Wir empfehlen dabei selfmade-energy und photovoltaik-angebotsvergleich.

  • drei bis vier Angebote pro Anfrage
  • nach Hochladen von Fotos liegen Angebote binnen eines Tages vor
  • Nutzer entscheidet, welche Firma er kontaktiert
  • zwei bis fünf Firmen pro Anfrage vermittelt
  • Firmen innerhalb eines Tages vermittelt
  • bei Einverständnis kontaktieren Firmen mehrheitlich Nutzer und erstellen Angebote

Auf welche Details Du in den Angeboten aber auch bei der Planung achten solltest, erläutern wir im Ratgeber PV-Anlage kaufen. Hast Du Dich für ein Angebot entschieden, dann informiere Dich auch, wie Du die PV-Anlage betreiben solltest.

Den Eigenverbrauch erhöhen

Du kannst Deinen Eigenverbrauch noch erhöhen. Ein sogenannter Energiemanager hilft Dir dabei. Das ist ein kleines Gerät, das den Stromverbrauch an die Erzeugung anpasst. Energiemanager werden heute standardmäßig von Installateuren angeboten und können den Eigenverbrauch auf mehr als 30 Prozent erhöhen.

Falls Du noch mehr eigenen Solarstrom nutzen möchtest, kannst Du in einen Batteriespeicher investieren. Mit diesem lässt sich der Eigenverbrauch verdoppeln, wenn nicht sogar verdreifachen. 60 bis 70 Prozent Deines Strombedarfs kannst Du dann gewöhnlich über Deine Solaranlage decken. Allerdings kosten Batteriespeicher noch mehrere Tausend Euro. Verschiedene Förderprogramme auf Landesebene und von Kommunen helfen, die Investitionskosten zu senken.

Mehr eigenen Strom kannst Du auch verbrauchen, wenn Du mit Strom heizt oder Auto fährst. Betreibst Du eine Wärmepumpe mit eigenem Solarstrom, ist das wiederum deutlich günstiger, als Wärmestrom für im Schnitt 24 Cent pro Kilowattstunde zu kaufen. Das Gleiche gilt für Autostrom – nach unserer jüngsten Untersuchung zahlst Du 26 bis 29 Cent für jede Kilowattstunde aus dem öffentlichen Netz.

Günstige Angebote für Anlagen bis 3 Kilowatt Leistung

Wenn Dein Strombedarf unter 3.000 Kilowattstunden im Jahr liegt, kann es schwierig werden, günstige Angebote zu erhalten. Denn dann brauchst Du eine PV-Anlage mit lediglich 3 Kilowatt Leistung oder noch weniger. Aber die Preise für PV-Anlagen dieser Größe sind vergleichsweise hoch. Überlege dann, ob auch eine Stecker-Solar-Anlage für Dich in Frage kommt. Diese kannst Du auf der Terrasse aufstellen oder am Balkon montieren – das sollte günstiger sein als eine PV-Anlage auf dem Dach installieren zu lassen. Über spezielle Steckdosen – sogenannte Wieland-Steckdosen – darfst Du bis zu 20 Module mit insgesamt bis zu 4,6 Kilowatt Leistung anschließen.

Für Eigentümer: PV-Anlage mieten oder gemeinsam betreiben?

Seit 2012 gibt es Angebote von Energieversorgern und anderen Firmen, die Photovoltaikanlagen auf privaten Dächern errichten und die Anlagen dann an die Eigentümer vermieten. Durch das Mieten der Anlage wirst Du zu ihrem Betreiber. Du kannst den Strom selbst nutzen, Überschüsse ins Stromnetz einspeisen und die EEG-Vergütung beziehen.

Für die Installation und zumeist auch die Wartung der Anlage zahlst Du an den Vermieter eine monatliche Gebühr. Energieversorger vermieten Dir eine Anlage zudem häufig nur dann, wenn Du im Gegenzug den restlichen Strom von diesem Versorger beziehst.

Vorteilhaft ist an solchen Angeboten, dass Du Dich um kaum etwas kümmern musst. Die Finanzierung der Anlage, die Auswahl der Komponenten, die Terminabstimmung mit dem Elektroinstallateur, die Anmeldung beim Netzbetreiber, die Wartung der Anlage – der Anbieter regelt gewöhnlich alles. Aber das lässt er sich auch bezahlen. Die Miete der Photovoltaikanlage kostet Dich allerdings auch jeden Monat eine Stange Geld. Bei unserer Untersuchung von Angebotsportalen für Photovoltaikanlagen erhielten wir für unsere Testkunden auch sieben Angebote für eine PV-Anlage zur Miete. Es zeigte sich, dass die Kunden über 20 Jahre insgesamt das Zwei- bis Dreifache zahlen würden, als wenn sie selbst investierten und die Betriebskosten schulterten.

Wenn Du die Investitionssumme von mehreren Tausend Euro für ein System nicht selbst aufbringen kannst oder willst oder Dir die Zeit für die Planung fehlt, kann das Mieten einer PV-Anlage eine Option sein. Achte dann aber darauf, von welchen Annahmen der Anbieter bei seiner Wirtschaftlichkeitsberechnung ausgeht. Gewöhnlich sind Deine aktuellen Strom­kos­ten die Ausgangsbasis für den Anbieter: Er achtet in der Regel darauf, dass Deine Einsparung beim Strombezug aus dem Netz ein bisschen größer ist als Deine Miete an ihn. Gleichwohl muss er die Miete nicht an Deinen Strom­kos­ten ausrichten – es geht auch günstiger. Wichtig ist zudem, von welchen Strompreisen für gelieferten Strom er in den nächsten 20 Jahren ausgeht. Häufig unterstellen die Anbieter, dass der Strompreis kontinuierlich steigt. Das ist aber nicht realistisch: Die Preise für Strom aus dem öffentlichen Netz fallen die nächsten Jahre vermutlich sukzessive. Wie Du selbst prüfen kannst, ob ein Angebot für eine PV-Anlage wirtschaftlich für Dich ist, erfährst Du im Ratgeber PV-Anlage kaufen.

Auch sollte im Mietvertrag geregelt sein, wann Du diesen kündigen kannst und wer für den Abbau der Anlage aufkommt. Nach spätestens 20 Jahren sollte es die Möglichkeit geben, dass die Anlage in Dein Eigentum übergeht.

Beachte zudem: Nicht jedes Dach wollen die Anbieter mit Modulen bestücken. Du bist ein begehrter Kunde, wenn Dein Dach geneigt ist, nach Süden zeigt und eine PV-Anlage dort einfach zu installieren ist. Ist Dein Dach dagegen flach oder nicht so einfach zugänglich oder sitzt ein kleiner Strommast darauf, lehnen die Firmen mitunter ab, Dir ein Angebot zu erstellen. So erging es zumindest drei unserer fünf Testkunden in unserer Untersuchung 2020/2021.

Das solltest Du als Wohnungseigentümer beachten

Wenn Du in Deiner Eigentumswohnung lebst, kannst Du natürlich mit den anderen Wohnungseigentümern im Haus auch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach errichten. Du hast gegenüber Eigenheimbesitzern aber einen Nachteil: Du musst EEG-Umlage auf den Solarstrom zahlen – in voller Höhe von aktuell rund 6,5 Cent pro Kilowattstunde (2022 sind es 6 Cent pro Kilowattstunde). Denn rechtlich gilt es nur als Eigenverbrauch, wenn Anlagenbetreiber und Stromnutzer dieselbe Person sind. Das ist nicht der Fall, wenn Du mit anderen Wohnungseigentümern die Anlage gemeinsam betreibst, aber jeder von Euch den Strom in der eigenen Wohnung nutzt. Den selbst erzeugten Solarstrom nutzt Du dann, als sei es Mieterstrom.

Trotz EEG-Umlage sollte sich die PV-Anlage aber für Dich und Deine Miteigentümer lohnen. Denn um mehrere Familien zu versorgen, muss die Anlage eine höhere Leistung haben. Es gilt dabei: Je größer eine Solaranlage ist, desto günstiger ist sie pro Kilowatt Leistung. Bei mehr als 10 Kilowatt Leistung liegen günstige Preise bei 800 bis 1.000 Euro pro Kilowatt Leistung (netto). Eine Kilowattstunde Solarstrom erzeugst Du mit Deinen Mitstreitern dann für 7 bis 10 Cent; mit EEG-Umlage kostet Euch der Strom aus der Gemeinschafsanlage etwa 14 bis 17 Cent. Mit Mehrwertsteuer sind es 17 bis 20 Cent – das ist immer noch deutlich günstiger als der Strom aus dem Netz. Darüber hinaus wird die EEG-Umlage in den kommenden Jahren sukzessive sinken. Die staatliche Belastung sollte damit jedes Jahr weniger werden.

Bei der Installation von Anlagen auf Mehrfamilienhäusern und den erforderlichen Stromzählern helfen Unternehmen, die sich auf Mieterstrom spezialisiert haben, wie etwa Einhundert Energie oder Solarimo. Auch die Überwachung und Wartung der Anlage können sie übernehmen.

Wie nutzt Du Photovoltaik im gemieteten Haus?

Wohnst Du in einem Haus, das Du mietest, kannst Du genauso Solarstrom vom Dach nutzen. Unterschiedliche Konzepte sind möglich.

Du wohnst in einem Einfamilienhaus zur Miete?

  • Dann kannst Du die Dachfläche von Deinem Vermieter pachten und selbst eine Photovoltaikanlage installieren lassen und den Solarstrom direkt verbrauchen.
  • Oder Dein Vermieter errichtet die Anlage selbst und vermietet diese an Dich. Dann wirst Du zum Betreiber der Anlage.

In beiden Fällen fallen bei der Nutzung des Stroms keine Umlagen, Abgaben, Netzentgelte und Steuern an, wenn die Anlage nicht mehr als 30 Kilowatt Leistung hat und Du höchstens 30.000 Kilowattstunden Strom im Jahr selbst nutzt.

Du wohnst in einem Zweifamilienhaus zur Miete?

  • Dann kannst Du auch das Dach pachten und dort eine Photovoltaikanlage betreiben. Einen Teil des Stroms kannst Du an die zweite Partei im Haus liefern. Neben den Erzeugungskosten musst Du auf den gelieferten Strom auch die EEG-Umlage berechnen. Eine andere Möglichkeit ist, Überschüsse ins Stromnetz einzuspeisen und dafür die Einspeisevergütung zu beziehen.
  • Oder Dein Nachbar oder der Hauseigentümer selbst betreibt eine PV-Anlage auf dem Dach und liefert Dir Strom. Dann wird Dir zwar die EEG-Umlage berechnet. Dennoch sollte der Preis für diesen Mieterstrom deutlich günstiger sein als für die Energie, die Du aus dem Netz beziehst.

Einen Mustervertrag, um ein fremdes Dach zur Installation einer Photovoltaikanlage zu nutzen, bietet der Bundesverband Solarwirtschaft für rund 40 Euro an. Auch einen Leitfaden zur direkten Lieferung von Solarstrom an Nachbarn oder Mieter sowie einen Leitfaden zur Eigenversorgung aus einer gemieteten Anlage bietet der Verband. Auch diese musst Du kaufen. Die Leitfäden enthalten ebenfalls Musterverträge.

Wie kannst Du in einer Mietwohnung Solarstrom nutzen?

PV-Anlagen befinden sich mehrheitlich in Kleinstädten und auf dem Land. Das liegt daran, dass es für einen Eigenheimbesitzer einfacher ist, eine Anlage zu installieren: Er besitzt ein Dach, er muss sich mit niemandem über den Verbrauch des erzeugten Stroms einigen – er kann allein entscheiden. Das ist in großen Mietshäusern anders.

Aber: In Großstädten ist der Strombedarf nicht nur hoch, sondern auch das Potenzial groß, Solarstrom zu erzeugen. Schließlich gibt es viele große Dächer auf Mietshäusern und andere Flächen, die sich eigenen, Solarmodule zu installieren: Terrassen, Balkone, Hausfassaden.

Mieterstrom vom Dach

Auf großen Wohnhäusern ist viel Platz für Photovoltaikanlagen. Auch dort ist es möglich, dass der Betreiber den Bewohnern im Haus den Strom liefert. Bekannt geworden ist dieses Konzept als Mieterstrom. Dabei liefert Dir der Solaranlagenbetreiber nicht nur einen Teil der benötigten Energie, sondern deckt in der Regel Deinen ganzen Bedarf – mit selbst erzeugtem Solarstrom und mit Strom aus dem öffentlichen Netz.

Durch diese Mischkalkulation ist Mieterstrom stets teurer als direkt verbrauchter Solarstrom, aber häufig günstiger als der rein über das öffentliche Netz gelieferte Strom. Dass auf Deinem Mietshaus eine Mieterstromanlage entsteht, kannst Du allerdings beim Eigentümer nur anregen – ob etwas geschieht, hast Du nicht in der Hand. Erhältst Du aber ein Angebot für Mieterstrom, dann schaue es Dir an: In der Regel sind diese Angebote günstig.

Es gibt noch eine andere Möglichkeit, Solarstrom in einer Mietwohnung zu nutzen: über Kleinstanlagen, die Du auf dem Balkon aufstellst.

Wie erzeugst Du Solarstrom auf Deinem Balkon?

Mit einer Kleinstanlage – auch Plug-in-Anlage, Balkon-Modul, steckfertige Anlage oder Stecker-Solar-Anlage genannt – kannst Du auf dem Balkon Solarstrom erzeugen. Du bringst die Anlage am Balkongeländer an oder stellst sie auf den Balkon und schließt sie an eine Steckdose an – im Idealfall brauchst Du dazu keinen Elektriker. Prüfen solltest Du aber Deinen Mietvertrag, ob das Anbringen von Modulen am Balkon möglicherweise untersagt ist oder ob das Einverständnis Deines Vermieters erforderlich ist.

Sinn und Zweck der Systeme ist, dass Du einen Teil Deines Stroms selbst erzeugen kannst, dadurch weniger Strom aus dem Netz verbrauchst und somit Kosten sparst. Rund 400 Euro (brutto) kosten Systeme mit 300 Watt Leistung – 40 bis 75 Euro Strom­kos­ten kannst Du damit im Jahr sparen. Innerhalb von fünf bis zehn Jahren hat das Modul damit seine Kosten wieder eingespielt.

In Freiburg, Fürth und Stuttgart gibt es eine Förderung für Balkonanlagen. Die Stadt Freiburg gibt 200 Euro dazu, wenn Du eine kleine Stecker-Solar-Anlage anschaffst. Der Energieversorger Infra Fürth spendiert 110 Euro für die Installation eines Zweirichtungszählers – diesen brauchst Du, wenn Du eine Balkonanlage an Dein Hausnetz schließt. Voraussetzung ist, dass die steckfertige PV-Anlage höchstens 600 Watt Leistung hat. Stuttgart bezuschusst die Kleinstanlagen pauschal mit 100 Euro, wenn sie den Anforderungen des städtischen Netzbetreibers entsprechen. Mit solch einem Zuschuss rechnet sich eine kleine Anlage noch schneller.

Mit welcher Stromproduktion kannst Du rechnen?

Wie viel Du durch ein Balkonmodul sparst, variiert je nachdem, wie viel Strom das Solarmodul erzeugen kann. Das hängt maßgeblich von vier Faktoren ab:

  1. der Himmelsrichtung, in die das Solarmodul zeigt,
  2. dem Neigungswinkel des Solarmoduls gegenüber dem Boden,
  3. der Lage des Balkons im Gebäude sowie
  4. der Sonnenstrahlung am Wohnort.

Wissenschaftler der Hochschule Rosenheim und Mitarbeiter der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) haben für den Standort Rosenheim ermittelt, wie hoch die Stromerträge auf unterschiedlichen Balkonen sind. Ergebnis: Es wird mehr Strom produziert, wenn das Modul nicht vertikal an der Wand oder am Balkongeländer befestigt ist, sondern schräg auf einem Gestell liegt.

Befindet sich über dem Balkon ein weiterer, verschattet dieser die untere Balkonfläche. Wenn Du einen Südbalkon hast, solltest Du die Module nach Osten oder Westen hängen – dann liegen die Module nicht im Schatten und produzieren mehr Strom, obwohl sie nicht nach Süden zeigen.

Die durch die Simulation ermittelten Erträge stimmen mit den Erfahrungen aus der Praxis überein – vorausgesetzt, der Anlagenbetreiber lebt in der Wohnung mit Balkonmodul. Bist Du häufiger verreist, kannst Du weniger eigenen Solarstrom nutzen. Dann lohnt sich ein Balkonmodul weniger.

Stromertrag von Balkonmodulen je nach Ausrichtung und Neigung

Ausrichtung von Modul und Balkon

Neigungswinkel des Moduls
 90 Grad

70 Grad

Süden auf Süd-Balkon

780 Wh/Watt

980 Wh/Watt

Süden auf Ost-Balkon

476 Wh/Watt

nicht ermittelt

Osten auf Ost-Balkon

572 Wh/Watt

nicht ermittelt

Süden auf West-Balkon

536 Wh/Watt

nicht ermittelt

Westen auf West-Balkon

568 Wh/Watt

nicht ermittelt

Angaben in Wattstunden pro Jahr je Watt Leistung des Moduls
Quelle: Hochschule Rosenheim/DGS: „Erzeugungsprofile, Lastprofile und betriebswirtschaftliche Analyse kleiner PV-Systeme zur direkten Deckung des Eigenverbrauchs“ (Stand: März 2017)

Wie funktionieren steckerfertige Solarmodule?

Sogenannte Stecker-Solar-Systeme kannst Du direkt in die Steckdose in der Wohnung oder auf dem Balkon stöpseln. Das darfst Du, wenn das Modul bis zu 600 Watt Leistung hat und wenn eine „spezielle Energiesteckvorrichtung“ vorhanden ist (VDE-Norm 0100-551-1). Was damit gemeint ist, definiert die Norm nicht genau.

Nach Auffassung der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) solltest Du aber die folgenden Punkte einhalten, wenn in Deiner Wohnung haushaltsübliche Schutzkontaktsteckdosen (auch Schuko-Steckdose genannt) montiert sind:

  • Du darst die Stecker-Solar-Anlage nur an eine Wandsteckdose schließen, nicht an eine Mehrfach-Verteilersteckdose.
  • Die Steckdose, an die Du das Modul schließt, muss im Anschlusskasten über einen Sicherungsautomaten gesichert sein. Bei Schraubsicherungen muss ein Elektriker eine kleinere Sicherung eindrehen.
  • Damit Du Dir beim Einstöpseln keinen Stromschlag holst, muss die Stecker-Solar-Anlage dem Sicherheitsstandard der DGS entsprechen. Welche Systeme den Anforderungen entsprechen, listet die DGS auch auf.

Willst Du mehr als 600 Watt oder mehr als ein Modul an die Steckdose schließen, benötigst Du eine Steckdose vom Typ Wieland. Der dreipolige Stecker ist auf jeden Fall berührungssicher. Bis zu 20 Module mit maximal 4,6 Kilowatt Leistung kannst Du an eine Wieland-Steckdose koppeln. Sie kostet etwa 40 Euro.

Einrechnen musst Du noch die Kosten für den Elektriker, der die Anlage aufbaut. An die Steckdose anschließen kannst Du das Solarmodul dann selbst. Gibt es auf Deinem Balkon noch keine Steckdose, empfiehlt die DGS, direkt eine Wieland-Dose einzubauen.

Sobald das Solarmodul Licht ausgesetzt ist, erzeugt es Strom. Dieser fließt in Dein Hausnetz und speist die Verbrauchsgeräte, die gerade Bedarf haben. Der konstante Strombedarf in einem Haushalt – die sogenannte Grundlast – liegt nach Messungen der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin in der Regel zwischen 80 und 120 Watt. Erzeugt das Modul mehr Strom, als Du gerade in der Wohnung benötigst, wandert der Strom ins öffentliche Stromnetz.

Als Faustregel gilt: Wenn Du ein Solarmodul hast, das rechnerisch ein Zehntel Deines Strombedarfs decken kann, kannst Du in der Regel etwa 10 Prozent des Solarstroms nicht selbst nutzen. Das trifft beispielsweise zu, wenn Dein Verbrauch bei 2.500 Kilowattstunden im Jahr liegt und Du ein 260-Watt-Modul auf Deinem Süd-Balkon um 70 Grad geneigt installiert hast. Hat das Modul weniger Leistung oder erzeugt weniger Strom pro Watt Leistung, speist Du weniger als 10 Prozent Deines Solarstroms ins Netz, möglicherweise auch nichts.

Was ist zu tun, wenn Du Strom ins Netz speist?

Rechnest Du damit, dass Du kleine Strommengen einspeisen wirst, musst Du Deinen Netzbetreiber informieren. Dein Stromzähler braucht dann eine Rücklaufsperre. Dein Mess­stel­len­be­trei­ber (meist ist das der Netzbetreiber) baut Dir einen solchen Zähler ein. Bei Anlagen mit weniger als 1.000 Watt Leistung sollte dies kostenfrei sein.

Digitale Stromzähler verfügen bereits standardmäßig über eine Rücklaufsperre. Einen eigenen Zähler für eingespeisten Strom oder einen Zweirichtungszähler zu setzen, ist bei Anlagen unter 800 Watt Leistung nicht vorgeschrieben.

Trotzdem gibt es Netzbetreiber, die genau das verlangen: einen Einspeisezähler für kleinste Strommengen. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) rät seinen Mitgliedsunternehmen zu diesem Verhalten, wenn nicht ausgeschlossen ist, dass ein Kunde Strom ins Netz einspeist. Das Messstellen-Entgelt, quasi die Miete für den Zähler, sollte 20 Euro im Jahr betragen. Für den Einbau des Zählers verlangen die Firmen aber dreistellige Beträge – dann kannst Du die Stecker-Solar-Anlage kaum rentabel betreiben.

Weitere Pflichten beim Betreiben von Stecker-Solar-Anlagen

Stecker-Solar-Anlagen verursachen den geringsten bürokratischen Aufwand unter allen Photovoltaik-Systemen, die ans Stromnetz angeschlossen werden. Wenn Du auf Deinem Dach eine mehr als 1 Kilowatt große PV-Anlage betreibst, musst Du deutlich mehr Pflichten erfüllen, als wenn Du ein Stecker-Solar-System nutzt. Die kleine Anlage musst Du lediglich im Marktstammdatenregister eintragen und bei ihrem Abbau auch wieder austragen.

Und Du solltest Deinen Netzbetreiber über die Anlage in Kenntnis setzen. In Bayern und Nordrhein-Westfalen bieten die Netzbetreiber Formulare zur Anmeldung. Wohnst Du in einem anderen Bundesland, dann schreibe Deinen Netzbetreiber an oder schicke ihm das Meldeformular des VDE für Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz.

Darüber hinaus hast Du keine Pflichten; es sei denn, Du beziehst eine Einspeisevergütung für überschüssigen Strom, den Du ins Netz speist. Das lohnt sich kaum und macht den Anlagenbetrieb aufwendiger: Die eingespeiste Strommenge musst Du messen, dem Netzbetreiber melden und auch Einnahmen von ein paar Euro versteuern

Wie kannst Du Solarmodule ohne Netzanschluss nutzen?

Solarstrom kannst Du darüber hinaus auch erzeugen und verbrauchen, ohne die Module an ein Stromnetz zu koppeln. Ist Dein Gartenhäuschen nicht ans öffentliche Stromnetz geschlossen oder liebäugelst Du mit einem Hausboot, dann kannst Du eine Solaranlage als Inselsystem (auch Off-Grid-System genannt) installieren. Zu einem solchen Inselsystem gehört standardmäßig ein Batteriespeicher, damit Du den am Tag erzeugte Strom auch am Abend nutzen kannst.

Zeltest Du gern, kannst Du auch dafür ein kleines Solarkraftwerk anschaffen. Es gibt Solarkoffer mit ausklappbaren Solarmodulen oder faltbare Solarmodule. Diese haben bis zu 200 Watt Leistung. Anschlussbuchsen sind integriert, damit Du Dein Smartphone, den Laptop oder den Akku eines anderen Geräts laden kannst. Auch für den Elektrorasierer, die elektrische Zahnbürste oder den Rasenmäher reicht die Leistung. Lediglich Elektrogeräte, die mit Wärme arbeiten wie Fön oder Wasserkocher, funktionieren nicht mit einem Solarkoffer – sie brauchen eine höhere Leistung, als dieser bereitstellen kann.

Wo besteht eine Pflicht zur Installation von Solarstromanlagen?

In mehreren Bundesländern und Kommunen besteht bereits die Pflicht, auf neu errichteten oder stärker modernisierten Gebäuden, Solarstrom- oder auch Solarwärmeanlagen zu errichten.

Hamburg hat als erstes Bundesland eine PV-Anlagenpflicht beschlossen. Wer ab 2023 ein neues Haus baut, muss eine Solarstromanlage auf dem Dach errichten und betreiben (§ 16 Abs. 2 HmbKliSchG). Die Photovoltaik-Pflicht gilt auch für Altbauten, wenn die äußerste Schicht des Daches (beispielsweise die Ziegel) ab 2025 komplett erneuert wird. Ausgenommen sind Eigentümer lediglich, wenn sie statt einer Solarstromanlage eine solarthermische Anlage errichten oder wenn es technisch nicht möglich oder wirtschaftlich nicht vertretbar ist, eine PV-Anlage zu montieren.

In Baden-Württemberg sind Photovoltaikanlagen auf Nicht-Wohngebäuden wie Büro- oder Geschäftshäuser zu errichten, wenn der Bauantrag für das Gebäude ab 2022 gestellt wird. Das legt das neue Klimaschutzgesetz fest (§ 8a KSG BW). Alternativ können Bauherren eine solarthermische Anlage auf dem Gebäude errichten. Die Pflicht greift nicht, wenn die Gebäudefläche zu mehr als 5 Prozent Wohnzwecken dient.

Berlin hat im Juni 2021 eine Solarpflicht beschlossen. Ab 2023 soll jedes neue Gebäude mit mehr als 50 Quadratmeter Nutzfläche eine Photovoltaikanlage installiert bekommen sowohl Wohnhäuser, als auch Gewerbebauten oder öffentliche Gebäude. Die Solaranlage muss dabei mindestens 30 Prozent der Dachfläche einnehmen. Bei einem stärkeren Umbau des Dachs greift die neue Pflicht auch bei bestehenden Gebäuden. Ausgenommen können denkmalgeschützte Häuser bleiben.

Die Landesregierung von Schleswig-Holstein hat im Juni 2021 beschlossen, dass auf Büro- oder Geschäftshäusern, die neu gebaut oder deren Dächer stärker modernisiert werden,  Dächern künftig eine Photovoltaikanlage zu errichten ist. Der Landtag muss dem Gesetzentwurf noch zustimmen. Geplant ist, dass das neue Gesetz im Herbst 2021 in Kraft tritt.

Auch die Landesregierungen von Bayern, Bremen und Niedersachsen überlegen, eine Photovoltaik-Pflicht für Wohnhäuser oder auch nur Gewerbebauten einzuführen. Entsprechende Gesetzesentwürfe liegen aber noch nicht vor. Darüber hinaus schreiben einzelne Städte in Deutschland vor, Solarstromanlagen auf Dachflächen zu errichten, so etwa in Waiblingen und Tübingen.

Die Grünen sprechen sich in ihrem Wahlprogramm für die Bundestagswahl 2021 für die Installation von PV-Anlagen auf jedem neuen Gebäude aus.

Unser Podcast zum Thema

Wie umweltfreundlich sind Photovoltaikanlagen?

Immer wieder machen Falschinformationen zum ökologischen Nutzen von Photovoltaikanlagen die Runde. Wenn Du Dich für eine PV-Anlage interessierst, solltest Du das Folgende über die Herstellung und das Recycling der Module wissen.

1. Welche Materialien in einem Modul stecken

Ein Solarmodul besteht aus einer Glasscheibe, unter der sich die in Folie eingebetteten Solarzellen befinden. Als Rückwand dient entweder eine Glasscheibe oder eine Folie. Die Elektronen fließen über dünne Silberdrähte von den Zellen ab. Die Zellen selbst sind über dünne Schienen miteinander verbunden, die in eine sogenannte Anschlussdose aus Aluminium oder Kunststoff auf der Rückseite münden. Von der Anschlussdose zweigen die Kabel des Moduls ab. Viele Module sind noch in einen Rahmen eingespannt, der in der Regel aus Aluminium besteht. 

Mehr als 90 Prozent der weltweit hergestellten Solarmodule nutzen Solarzellen aus Silizium. Das ist nach Sauerstoff das zweithäufigste Element auf der Erde – es ist in Quarz und Sand enthalten. Sogenannte Dünnschichtmodule enthalten hauchdünne Schichten aus Silizium, Cadmiumtellurid oder Kupfer-Indium-Diselenid (CIS). Diese Module haben meistens keinen Rahmen und besitzen eine Glasrückseite.

2. Herstellung und Energy-Payback-Time

Solarmodule werden überwiegend automatisiert hergestellt: In Produktionsanlagen in riesigen Hallen laufen im Rekordtempo Module vom Band. Die Mitarbeiter in den Fabriken sind vor allem damit beschäftigt, sie zu prüfen und zu verpacken. China stellt weltweit die meisten Module her – vor allem mit Maschinen aus Deutschland und der Schweiz. Weitere größere Herstellerländer sind Japan, Südkorea, Taiwan, Deutschland und die USA.

Die Produktion von Solarmodulen ist energieintensiv. Durch die Massenfertigung in großen Fabriken hat sich die sogenannte Energy-Payback-Time aber deutlich verringert, also die Zeit, die ein Solarmodul benötigt, um die für seine Fertigung aufgewendete Energie elektrisch zu erzeugen. Die Internationale Energieagentur (IEA) beziffert die Payback-Time in einer Studie für in Südeuropa installierte Photovoltaikanlagen aus Silizium-Modulen mit weniger als zwei Jahren. Da die Sonnenstrahlung in Deutschland geringer ist, dauert es hierzulande etwas länger, bis der Energieverbrauch ausgeglichen ist. Deutlich mehr als zwei Jahre sollten es aber nicht sein. Kommen Dünnschichtmodule zum Einsatz, beträgt die Payback-Time weniger als ein Jahr.

3. Recycling

Willst Du Deine Anlage eines Tages wieder abbauen, brauchst Du Dir um die Entsorgung keine Gedanken zu machen: Photovoltaik-Module zählen zu den Elektrogeräten und fallen unter das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG). Das besagt, dass die Hersteller die Module kostenlos zurücknehmen und recyceln lassen müssen. Als Hersteller zählen dabei nicht nur die tatsächlichen Fabrikanten, sondern auch die Importeure.

Im Idealfall nimmt der Handwerker, der die Anlage abmontiert, die Module gleich mit. Du kannst die Module aber auch selbst zum nächstgelegenen öffentlichen Entsorgungshof bringen und sie dort abliefern – kostenlos.

Das ElektroG schreibt vor, dass mindestens 80 Prozent der in Modulen eingesetzten Materialien für die Wiederverwendung vorzubereiten sind (§ 22 Abs. 1 ElektroG). Tatsächlich schaffen die Recyclingfirmen mehr als 95 Prozent. Kristalline Siliziummodule werden immer feiner zerkleinert und die einzelnen Metalle, der Kunststoff und das Silizium voneinander getrennt. Für die Metalle und das Silizium gibt es Käufer aus der Industrie. Der Kunststoff kann noch in eine Müllverbrennungsanlage gehen.

Aus Dünnschichtmodulen lassen sich nahezu 100 Prozent der Materialien zurückgewinnen – der Anteil von Kunststoffen ist kleiner als bei kristallinen Modulen und fällt damit weniger ins Gewicht.

* Was der Stern bedeutet:

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