Günstig Heizöl kaufen

Kesseltausch, CO2-Preis und Heizöl bestellen: Das sollten Sie zu Ihrer Ölheizung wissen

Ines Rutschmann Stand: 14. August 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Ab 2021 wird Heizöl wahrscheinlich teurer. Denn auf den Brennstoff wird ein CO2-Preis erhoben.
  • Einen ineffizienten Kessel müssen Sie nach 30 Jahren Betrieb ausbauen lassen. Eine neue Ölheizung dürfen Sie ab 2026 nur noch unter bestimmten Bedingungen installieren. Das schreibt ein neues Gesetz ab November 2020 vor.
  • Günstige Angebote für Heizöl finden Sie auf Vergleichsportalen im Internet. In unseren letzten Tests fanden wir die besten Heizölpreise auf Heizoel24 und Esyoil.
So gehen Sie vor
  • Wollen Sie noch dieses Jahr Heizöl kaufen, sollten Sie bis September bestellen. Wir empfehlen Ihnen dazu einen Preisvergleich über die Portale Heizoel24 oder Esyoil. 
  • Wenn Sie Ihre Ölheizung durch eine klimafreundlichere Heizung ersetzen, übernimmt der Staat bis zu 45 Prozent der Kosten.

Heizöl hält mehr als acht Millionen Wohnungen in Deutschland warm. Damit ist Heizöl der zweitmeist genutzte Brennstoff in Deutschland. Aber die Zahl der Ölheizungen sinkt: 2018 zählte das Statistische Bundesamt rund 640.000 weniger als im Jahr 2014. 

Diese Verringerung ist im Sinne des Klimaschutzes gewünscht. Der Staat reizt den Ausbau von Ölkesseln finanziell an und verbietet voraussichtlich ab Ende 2020 den Betrieb älterer, ineffizienter Kessel. Zugleich kommen auf Heizölkunden höhere Belastungen zu. Ab 2021 erhebt der Staat einen CO2-Preis dafür, dass beim Verbrennen von Heizöl Kohlendioxid in die Luft entweicht. Wer noch eine neue Ölheizung einbauen will, darf das ab 2026 nur noch unter bestimmten Bedingungen. 

Welche Handlungsoptionen Sie haben und wie Sie noch günstig Heizöl bestellen, erklären wir in diesem Ratgeber.

Wohin entwickeln sich die Heizölpreise?

Der Preis bestimmt sich bislang vor allem durch die Kosten für den Einkauf von Mineralöl. Die abzuführenden Steuern – Mehrwertsteuer und Energiesteuer – bilden den zweiten Kostenblock. Beim Handel verbleibt der kleinste Teil des Heizölpreises. Von Juli bis Dezember 2020 wird die Mehrwertsteuer von 19 auf 16 Prozent gesenkt. Das wirkt sich auch auf die Heizölpreise aus.

Ab 2021 schlägt ein neuer Kostenfaktor zu Buche: der CO2-Preis. Er beträgt im ersten Jahr 25 Euro pro Tonne ausgestoßenes Kohlendioxid und erhöht sich bis 2025 bis auf 55 Euro pro Tonne. 2026 soll sich der Preis am Markt bestimmen – er muss sich aber zwischen 30 und 65 Euro pro Tonne bewegen (§ 10 BEGH). 

Voraussichtliche Mehrkosten für Heizöl

Jahr          CO2-PreisKosten Heizöl nettoKosten Heizöl brutto
202125 Euro pro Tonne6,6 ct/Liter 7,9 ct/Liter
202230 Euro pro Tonne8,0 ct/Liter   9,5 ct/Liter
202335 Euro pro Tonne 9,3 ct/Liter   11 ct/Liter
202445 Euro pro Tonne11,9 ct/Liter   14,2 ct/Liter
202555 Euro pro Tonne14,6 ct/Liter    17,3 ct/Liter

Für die Berechnung der CO2-Preise muss der Gesetzgeber noch eine Verordnung erlassen, in der unter anderem Standardemissionswerte definiert sind. Wir haben mit dem 2017 vom Umweltbundesamt ermittelten Wert von 266,472 Gramm CO2 pro Kilowattstunde Heizöl und einem mittleren Heizwert von 9,94 Kilowattstunde pro Liter gerechnet. Alle Zahlen sind gerundet.
Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: 20. Dezember 2019)

Allein die Energiesteuer von 6,14 Cent pro Liter und der CO2-Preis liegen 2021 bei zusammen rund 13 Cent pro Liter (netto). Brutto sind das rund 15 Cent pro Liter oder 1,5 Cent pro Kilowattstunde. Verglichen mit dem Strompreis ist das immer noch wenig: Steuern, Umlagen und Abgaben auf den Strompreis addieren sich bislang zu mehr als 12 Cent pro Kilowattstunde (brutto).

Der CO2-Preis als fixer Kostenbestandteil wie Mehrwert- und Energiesteuer reduziert den Spielraum bei den Heizölpreisen. Künftig dürften sich die Heizölpreise weniger stark verändern, als dies bisher der Fall ist. Wie hoch die Preise ab 2021 sein werden, hängt aber weiterhin stark von den Beschaffungskosten von Rohöl am Weltmarkt ab – etwa zur Hälfte wird der Heizölpreis ab 2021 noch vom Ölpreis bestimmt. 

Grünes und klimaneutrales Heizöl 

Ist auch grünes Heizöl vom CO2-Preis betroffen? Ja. Der Gesetzgeber macht keinen Unterschied, ob Heizöl zu 100 Prozent aus fossilen Quellen oder anteilig aus erneuerbaren Quellen stammt. 

Mit grünem Heizöl ist ein Brennstoff gemeint, der entweder aus Pflanzen oder synthetisch gewonnen wird. Es gibt bislang Heizöl mit einer Beimischung von bis zu 10 Prozent Öl aus nachwachsenden Rohstoffen. Vor allem in Baden-Württemberg wird dieses angeboten – Käufer erfüllen mit diesem Heizöl die Bestimmungen nach dem landeseigenen Erneuerbare-Wärme-Gesetz. Bundesweit ist die Nachfrage nach Bioheizöl gering und der Preis höher als für rein fossiles Heizöl. Die erste Pilotanlage für synthetisches Heizöl ging in Deutschland 2014 in Betrieb. Am Markt gibt es den synthetischen Kraftstoff aber noch nicht. 

Dafür hat sich ein anderes Produkt entwickelt, welches dem grünen Zeitgeist entspricht: das sogenannte klimaneutrale Heizöl. Sie können sich beim Kauf dafür entscheiden, Klimaschutzprojekte mit einem Obolus zu unterstützen. Dazu zählt beispielsweise das Aufforsten von Wäldern. Die neu gepflanzten Bäume binden das Kohlendioxid, das beim Verbrennen des Heizöls entsteht, so der Gedanke dahinter. Auch auf dem Gasmarkt gibt es vergleichbare Produkte. Aber: Der CO2-Preis wird auch auf klimaneutrales Heizöl voll erhoben.

Durch grünes oder klimaneutrales Heizöl verringern Sie also nicht die steuerlichen Belastungen auf den Brennstoff. Aber Sie tun damit etwas für den Klimaschutz.

Wann dürfen Sie noch einen Ölkessel betreiben?

Je älter der Heizkessel ist, desto dringlicher ist sein Tausch. Nach einer Studie des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) sind rund zwei Millionen der Anlagen mindestens 20 Jahre alt. Sie arbeiten einerseits nicht effizient. Andererseits erhöht die Politik den Druck, alte Kessel zu tauschen.

Für Heizkessel schreibt das zum 1. November 2020 in Kraft tretende Gebäudeenergiegesetz (GEG) vor, dass sie nach 30 Jahren außer Betrieb zu nehmen sind, wenn es sich um Konstanttemperaturkessel handelt (§ 72 GEG). Ausgenommen sind dabei kleinere Öfen mit weniger als 4 Kilowatt Leistung sowie Heizkessel in Ein- und Zweifamilienhäusern, wenn der Eigentümer mindestens seit 1. Februar 2002 selbst darin wohnt (§ 73 GEG). Wurde das Haus nach Januar 2002 verkauft, muss der neue Eigentümer die Ausbaupflicht binnen zwei Jahren erfüllen. Diese Regelungen bestehen bislang in der Energieeinsparverordnung (§ 10 EnEV), die gemeinsam mit dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) und dem Energieeinsparungsgesetz im GEG aufgegangen ist. 

Auch die Strafen übernimmt das GEG aus den bisherigen Gesetzen, wenn Sie oder ein Heizungsinstallateur gegen die Vorschriften verstoßen. Wer etwa einen Konstanttemperaturkessel (oder Standard-Heizkessel) länger als 30 Jahre betreibt, begeht eine Ordnungswidrigkeit und muss mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro rechnen (§ 108 Abs. 2 GEG).

Bei seiner alle drei bis fünf Jahre vorgeschriebenen Feuerstättenschau muss der Bezirksschornsteinfeger prüfen, ob ein Kessel die Frist überschritten hat und dann eine Frist zur Stilllegung oder zum Ausbau setzen (§ 97 Abs. 1GEG). Kommen Sie dem nicht nach, informiert er die zuständige Behörde. Neu ist im GEG, dass die Behörde den Ausbau oder die Stillegung anordnen kann, wenn sie davon Kenntnis erlangt, dass Ihr Standardheizkessel das 30. Betriebsjahr überschritten hat (§ 95 GEG).

Es gibt aber eine Ausnahme von der Ausbaupflicht – wenn nämlich ein Heizungstausch für Sie mit einem „unangemessenen Aufwand“ einhergeht oder zu „unbilliger Härte“ führt, weil Sie die Kosten für den Umbau nicht durch Einspareffekte der neuen Heizung über die übliche Nutzungsdauer erwirtschaften können (§ 72 Abs. 5 GEG). Um von der Pflicht entbunden zu werden, müssen Sie einen Antrag stellen.

Für Ölheizungen mit Brennwert- oder Niedertemperaturkessel besteht keine Pflicht zur Außerbetriebnahme. Wenn die Heizungen mindestens 15 Jahre alt sind, sollten sie aber ein Effizienzlabel tragen. Dieses bringt in der Regel der Schornsteinfeger an. An dem Label können Sie ablesen, wie kostensparend Ihre Heizanlage arbeitet.

Neue Bestimmungen für den Einbau von Ölheizungen

Neu ist im Gebäudeenergiegesetz ein Einbauverbot von Ölkesseln: Ab 2026 dürfen sie nur noch unter bestimmten Umständen installiert werden (§ 72 Abs. 4 GEG). 

In Neubauten dürfen Sie eine Ölheizung ab 2026 nur noch installieren, wenn Sie den Wärme- und Kältebedarf im Haus zu mindestens

  • 15 Prozent durch eine solarthermische Anlage decken oder
  • 15 Prozent mit Ökostrom gewährleisten oder Solarstrom aus einer eigenen Anlage mit bestimmter Mindestleistung erzeugen oder
  • 30 Prozent durch Biogas in einem hocheffizienten Blockheizkraftwerk oder 50 Prozent Biogas in einem Brennwertkessel sicherstellen oder
  • 50 Prozent durch eine mit Luft oder Erdwärme arbeitende Wärmepumpe bereitstellen,
  • 50 Prozent über einen automatisch beschickten Holzofen mit Wasser als Wärmeträger oder einen Biomasseheizkessel für Holzpellets, Scheitholz oder Hackschnitzel absichern oder
  • 50 Prozent durch flüssiges Biogas in einem hocheffizienten Blockheizkraftwerk oder in einem Brennwertkessel decken.

In Altbauten ist der Einbau nur erlaubt, wenn

  • erneuerbare Energien einen Teil des Wärme- und Kältebedarfs im Haus decken. Dabei gelten dieselben Quoten wie in Neubauten. Darüber hinaus ist es möglich, Fernwärme oder Fernkälte mit einem erneuerbaren Anteil zu beziehen, ein hocheffizientes Blockheizkraftwerk für einen anderen Brennstoff als Biogas oder eine Brennstoffzellenheizung einzubauen sowie Abwärme zu nutzen.
  • eine Anbindung weder an ein Gasnetz noch ein Fernwärmenetz möglich sind und der Einbau einer alternativen Heizungstechnologie technisch nicht machbar oder wirtschaftlich unzumutbar ist. In diesem Fall müssen Sie Ihren Wärmebedarf nicht anteilig durch erneuerbare Energien decken. 

Unabhängig von den oben genannten Anteilen zur Versorgung mit erneuerbarer Wärme dürfen die Bundesländer eigene Quoten zum Heizen mit erneuerbaren Energien festlegen.

Wie können Sie kostensparend mit Öl heizen?

Ist Ihre Heizung noch jung, wäre es weder wirtschaftlich noch nachhaltig, sie frühzeitig wieder auszubauen. Den CO2-Preis müssen Sie gleichwohl tragen. Um die Belastung so niedrig wie möglich zu halten, muss die Heizung effizient arbeiten. Ob dies der Fall ist, können Sie mit einem hydraulischen Abgleich prüfen und dabei auch gleich die Einstellungen korrigieren. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle vergibt Fördermittel für diese und andere Maßnahmen zur Optimierung der Heizung

Je weniger Öl Sie verbrauchen, desto weniger zahlen Sie für den CO2-Preis. Überlegen Sie, ob Sie Wände, Fenster und Decken dämmen. Dafür gibt es Fördermittel über die KfW-Bank. Auch durch weniger aufwändige, kleine Maßnahmen können Sie Ihren Brennstoffverbrauch leicht senken und Heizkosten sparen. Eine solarthermische Anlage verringert Ihren Heizölbedarf ebenfalls – die Solaranlage lässt sich in der Regel mit der Ölheizung kombinieren. 

Ist Ihre Heizung älter und unterliegt bald der Pflicht zum Ausbau, dann machen Sie sich frühzeitig Gedanken, wie Sie künftig heizen wollen. Die Installation von klimafreundlichen Heizungen unterstützt der Staat. 

Wichtig ist in jedem Fall, dass Sie günstig Heizöl bestellen, so lange Sie es noch brauchen. Wie das gelingt, erfahren Sie im nächsten Abschnitt.

Wie bestellen Sie günstig Heizöl?

Der Preisunterschied für 3.000 Liter Heizöl kann mehrere Hundert Euro betragen, je nachdem, in welchem Monat Sie bestellen. Um die Entwicklung des Heizölpreises im Auge zu behalten, raten wir Ihnen, regelmäßig Angebote zu vergleichen.

Das geht am bequemsten über Portale im Internet. Die Online-Portale zeigen Ihnen die günstigsten Heizölhändler in Ihrer Region und liefern Ihnen zudem aktuelle Preise für Rohöl am Weltmarkt. Auch den können Sie so im Blick behalten. Fällt der Rohölpreis, bedeutet das jedoch nicht, dass die Preise für Heizöl in Ihrer Region in gleichem Maße purzeln. Denn die Heizölpreise hängen auch von der Nachfrage und den Lieferkapazitäten in Deutschland ab. Dies zeigte sich stark im Herbst 2018 und zuletzt Anfang 2020.

Die beiden größten Vergleichsportale für günstiges Heizöl sind Esyoil und Heizoel24, gemessen an der Zahl der versammelten Händler. 300 bis 400 von ihnen sind jeweils auf den beiden Portalen regelmäßig aktiv. Neben diesen beiden gibt es nur ein weiteres Portal, das nach unserem Test 2020 flächendeckend in Deutschland Angebote zeigte: Fastenergy. Bei tanke-günstig erhielten wir lediglich an einem Ort keine Angebote.

Bei der Abfrage auf den Portalen sind nur zwei Informationen nötig: Ihre Postleitzahl und die gewünschte Liefermenge. Die Anzahl der Angebote und die Lieferbedingungen unterscheiden sich von Portal zu Portal. Heizoel24 und Esyoil listen alle verfügbaren Angebote für eine Postleitzahl auf. Sie erhalten in der Regel auf einen Schlag mehrere Angebote und können sie direkt miteinander vergleichen.

Das ist bei Fastenergy und tanke-günstig anders. Diese Portale zeigten bei jeder Abfrage nur ein Angebot für eine Sorte Heizöl. Fastenergy arbeitet in jeder Region nur mit einem Händler zusammen. Den Kooperationspartner wählt Fastenergy nach eigenen Kriterien aus. Welcher Händler das ist, steht direkt beim Angebot. 

Tanke-günstig arbeitet zwar mit mehreren Händlern für eine Region zusammen, zeigt aber immer nur das günstigste Angebot an. Welcher Händler am Ende das billige Heizöl liefert, erfahren Sie erst nach der Bestellung. Tanke-günstig wählt die auf der Plattform vertretenen Händler aus: Bedingung ist, dass die Unternehmen ein spezielles Gütezeichen tragen. Das Siegel stammt vom RAL Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung. Diese Organisation definiert Kriterien für unterschiedliche Branchen, um die Qualität von Waren und Dienstleistungen zu sichern.

Warum reicht für billiges Heizöl eine Portalabfrage?

In einem Punkt gleichen sich die Heizölseiten alle: Die Preise auf den Portalen können die Händler jederzeit ändern. Und das machen sie auch. Die großen Unternehmen der Branche beschäftigen Mitarbeiter, die täglich die Angebote auf den Portalen vergleichen. Sie können sofort reagieren, wenn Wettbewerber ihre Preise verändern.

Das heißt, dass sich die Angebote für preiswertes Heizöl täglich ändern können. Und auch, dass ein Händler auf den einzelnen Portalen mit unterschiedlichen Preisen vertreten sein kann. Es kann sogar sein, dass ein Händler auf einem Portal sein Heizöl billiger anbietet als auf seiner eigenen Internetseite.

Für eine Abfrage genügt es aber, ein Portal zu nutzen. Wir empfehlen dafür Heizoel24 oder Esyoil. Dort haben wir sowohl in unserem Test 2020 als auch in unseren Tests 2018, 2017 und 2016 die besten Preise gefunden. 

Zusätzlich können Sie Angebote bei Fastenergy oder tanke-günstig abfragen. Auch dort haben wir sowohl in unserem Test 2020 als auch in unserem Test 2018 den günstigsten Preis bei unseren Abfragen gefunden. 

Heizoel24
  • findet oft den günstigsten Lieferanten
  • verschiedene Angebote pro Abfrage
  • übersichtliche Darstellung
  • gut geeignet zur Vorbereitung von Sammelbestellungen (Preismatrix)
  • aktuelle Informationen zur Marktentwicklung
Nur beim Anbieter abschließbar
Esyoil
  • findet oft den günstigsten Lieferanten
  • verschiedene Angebote pro Abfrage
  • übersichtliche Darstellung
  • aktuelle Informationen zur Marktentwicklung
Nur beim Anbieter abschließbar

Wovon hängt die Höhe des Heizölpreises ab?

Es gibt verschiedene Faktoren, die den Heizölpreis bestimmen – unabhängig von den Kosten für Beschaffung und von der Höhe der Steuern. 

Auf den ersten haben Sie nur bedingt Einfluss: Ihren Wohnort. In Süddeutschland sind die Preise in der Regel höher als in Norddeutschland. In der Nähe zu Raffinerien und Tanklagern zahlen Kunden weniger, als wenn sie weiter entfernt von diesen wohnen. Ist die Nachfrage in Ihrer Region hoch, sind gewöhnlich auch die Heizölpreise höher als in Regionen mit geringerer Nachfrage. Die meisten Ölheizungen befinden sich dabei in Bayern (23 Prozent) und Baden-Württemberg (18 Prozent).

Die weiteren Faktoren können Sie selbst bestimmen: die Liefermenge, die Lieferfrist, die Heizölsorte und die Zahlungsart, die Sie wählen. In der Regel zahlen Sie umso weniger pro Liter, je mehr Sie bestellen. Darüber hinaus können Sie sparen, wenn Sie bar oder mit EC-Karte zahlen, keine kurze Lieferfrist wünschen und die Standardsorte bestellen.

Große Bestellmengen kommen billiger 

Je kleiner die Bestellmenge, desto höher ist der Preis pro Liter. Wer dreimal 1.000 Liter statt einmal 3.000 Liter kauft, zahlt in der Regel 100 bis 150 Euro mehr. Das haben wir in unserem Test 2017 festgestellt und in unserem Test 2020 bestätigte sich das. Wer mehr als 3.000 Liter bestellt, zahlt noch ein bisschen weniger pro Liter. Die Ersparnis fällt bei noch größeren Bestellmengen aber kleiner aus. 

Sammelbestellungen - Die wenigsten Haushalte bringen 5.000 Liter in ihren Tanks unter. Um solche Mengen zu bestellen, können sich mehrere Abnehmer zusammentun. Rund 10 Prozent aller Bestellungen bei Heizoel24 und Esyoil sind Sammelbestellungen; bei tanke-günstig sind es sogar 40 Prozent. Dafür, dass dann der Händler Tanks in verschiedenen Häusern befüllt, erhebt er aber einen Aufschlag. Prüfen Sie daher immer erst einmal, ob die Kostenersparnis den Aufwand einer Sammelbestellung rechtfertigt. Manchmal ist es besser, wenn Sie und Ihre Mitstreiter einzeln Heizöl kaufen.

Wann lohnt sich eine Ratenzahlung? 

Als Alternative zur Sammelbestellung bietet sich eine Ratenzahlung bei Bestellung einer größeren Menge an. Das Zahlen der Rechnung in mehreren aufeinanderfolgenden Monaten gewähren einige Händler seit wenigen Jahren – das Interesse daran ist allerdings nicht sehr groß. Über Heizoel24 nutzen diese Möglichkeit nur 5 Prozent der Kunden. Bei Esyoil liegt der Anteil bei 1,3 Prozent.

Eine Ratenzahlung ist mit Aufschlägen gegenüber dem Bezahlen in bar oder mit Girocard (früher: EC-Karte) verbunden. Wenn Sie Ihre Lieferung auf einen Schlag bezahlen können, ist das immer günstiger, als in Raten zu zahlen. Eine Ratenzahlung kann sich jedoch lohnen, wenn Sie so den Preisnachteil einer kleineren Bestellmenge ausgleichen können. In unserem Test 2017 stellten wir fest, dass die Mehrkosten bei 3.000 Litern und drei Zahlungsraten bei rund 100 Euro lagen, bei zwölf Raten bei fast 200 Euro. Aber: Wer dreimal 1.000 Liter auf einen Schlag zahlte, gab in Summe mehr aus, als jemand, der 3.000 Liter in drei Raten bezahlte. 

Wollen Sie nicht in Raten zahlen, ist die Girocard (EC-Karte) das bewährteste Zahlungsmittel. Manchmal verlangen Händler bei Barzahlung Aufschläge. Das Begleichen auf Rechnung oder per Lastschrift ist meist mit Aufschlägen verbunden.

Standard, Premium, Ecotherm – welche Sorte ist am besten? 

Lediglich eine Sorte ist standardisiert: Heizöl extraleicht schwefelarm (kurz „EL schwefelarm“, DIN 51603-1). Lieferanten führen sie nicht unbedingt unter dieser Bezeichnung, sondern geben ihr auch andere Namen: Heizöl normal, Heizöl Standard oder einfach nur Heizöl. Einheitlich ist: Die standardisierte Sorte ist die günstigste und zugleich mit Abstand die beliebteste. Rund 85 Prozent des über die Portale bestellten Heizöls gehört zur Standardsorte.

Fast überall bieten Händler auch eine Sorte mit bestimmten Zusätzen an: „Premium“, „Plus“, „Ecotherm“ oder „Super“ nennt sie sich. Die Zusätze – sogenannte Additive – verteuern das Heizöl, versprechen aber einen Mehrwert. Dieses Öl soll weniger Ablagerungen im Tank bilden und Filter und Düsen der Anlage kaum verstopfen. Die Kosten für Reparatur und Wartung sollen so geringer ausfallen. Auch gegen den typischen Geruch von Heizöl gibt es Zusätze.

Da es keinen Standard für ein „Premium-“ oder „Super-Heizöl“ gibt, lassen sich die Angebote für diese Sorten schwer vergleichen. Für 3.000 Liter Abnahme haben wir die Preise zumindest erhoben: Bei Esyoil und Heizoel24 zahlen Sie zwischen 2 und 6 Prozent mehr für die Sorte mit Additiven.

Heizölbestellung 2020: Besonnenheit kann sich auszahlen

Im ersten Halbjahr 2020 verzeichneten die Heizölportale sehr viele Bestellungen. Der Grund war, dass der Preis für Rohöl auf dem Weltmarkt stark gesunken ist. Diese hohe Nachfrage hat jedoch auch dazu geführt, dass die Preise für Heizöl zunächst nicht so stark fielen wie die für Rohöl. 

Im Herbst 2020 erwarten die Portale erneut einen Kundenansturm. Schließlich gilt ab 1. Januar wieder eine Mehrwertsteuer von 19 Prozent und der CO2-Preis fällt an. Die höheren Kosten können Sie aber nur vermeiden, wenn das Heizöl auch noch 2020 bei Ihnen im Tank ankommt. Bestellen Sie daher rechtzeitig, am besten bis September – und machen Sie Ihre Bestellung nicht allein von günstigen Preisen oder einem niedrigen Ölpreis am Weltmarkt abhängig. Sehen Sie sich am besten schon im Sommer die Lieferfristen für Ihre Region immer wieder mal an. 

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Welche Unterstützung gibt es für eine alternative Heizung?

Ist Ihre Ölheizung in die Jahre gekommen, überlegen Sie, welche andere Heizungstechnologie Sie einbauen können und wollen. Der Wechsel auf einen anderen Brennstoff muss nicht mit mehr Arbeit verbunden sein, als wenn Sie einen neuen Ölkessel installieren lassen. Bedenken Sie zudem: Ab 2026 dürfen Sie eine neue Ölheizung nur noch unter bestimmten Bedingungen einbauen.

Der Wechsel zu einem anderen Brennstoff kann sich für Sie schon 2020 lohnen. Holzpellets kosten beispielsweise weniger als Heizöl. Dank Fördermitteln für einen Pelletkessel sind die Vollkosten geringer als für eine neue Ölheizung. Positiv sieht in der Regel auch die Bilanz für eine Gasheizung aus und dürfte sich künftig sogar noch verbessern: Auf Erdgas erhebt der Staat zwar auch den CO2-Preis, aber die Emissionen sind bei Erdgas geringer als bei Heizöl. Daher ist auch die Belastung pro Kilowattstunde geringer als bei Heizöl. Beziehen Sie zudem teilweise Biogas, wird der jeweilige biogene Anteil am Brennstoff 2021 und 2022 nicht mit dem CO2-Preis belastet. Allerdings müssen Sie vor dem Einbau einer Erdgasheizung prüfen, ob ein Anschluss ans öffentliche Verteilnetz in Ihrem Wohnort überhaupt möglich ist. 

Gibt es in Ihrem Wohnort ein Fernwärmenetz, dann können Sie sich auch ein Angebot für einen Anschluss an dieses Netz machen lassen und die Preise für die Wärmelieferung erfragen. Fernwärme ist in der Regel teurer als eine Heizung mit Pellets, Heizöl oder Erdgas. Die Kosten für den Anschluss sollten jedoch geringer sein als die Investitionskosten für einen neuen Heizkessel. Und Sie sparen sich die Betriebskosten für die eigene Heizung.

Schwierig ist es, eine Wärmepumpe in einem weniger energieeffizienten Gebäude zu nutzen. Zudem sollte es Flächenheizungen in Ihrem Haus geben. Der Umbau des Wärmeverteilsystems und eine energetische Sanierung sind zwar aufwändig, aber auch hierfür gibt es Fördermittel über die KfW-Bank.

Fördermittel für Ausbau alter Ölkessel und Einbau neuer Heizanlagen

Sowohl für den Ausbau alter Ölkessel als auch für die Installation moderner Heizungsanlagen gibt es seit 2020 höhere Fördermittel. Tauschen Sie Ihre Heizung gegen eine umweltfreundlichere aus, übernimmt der Staat folgende Anteile der Kosten:

  • bis zu 45 Prozent beim Einbau einer Wärmepumpe
  • bis zu 45 Prozent beim Einbau eines Biomasseheizkessels
  • bis zu 40 Prozent beim Einbau einer Gas-Hybridheizung in Verbindung mit einer solarthermischen Anlage, einer Wärmepumpe oder eines Biomasseheizkessels

Bei der Förderung ist es egal, ob Sie selbst in Ihrem Haus wohnen oder es vermieten. Sie ist beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) zu beantragen, bevor Sie ein Installationsunternehmen beauftragen. Das Förderprogramm läuft bis 31. Dezember 2021, wird aber vielleicht auch darüber hinaus verlängert.

Auch Bundesländer und Kommunen haben Förderprogramme zum Einbau von Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien. Eine Übersicht finden sie im Ratgeber für solarthermische Anlagen. Über einen Fördermittel-Check beim gemeinnützigen Verbraucherportal CO2-online können Sie sich die Förderprogramme für Heizungen an Ihrem Ort anzeigen lassen.

Beratung und steuerliche Vorteile

Alternativ können Sie die Kosten für eine neue Heizung ab 2020 von der Steuer absetzen, wenn Sie selbst im Haus wohnen: Insgesamt bis zu 20 Prozent, verteilt über drei Jahre. Sie dürfen dazu aber keine Fördermittel in Anspruch nehmen.

Wie teuer Sie eine neue Heizanlage kommt, wie Sie sie finanzieren können und wie stark Sie Ihren Wärmeverbrauch senken können, erfahren Sie über den Modernisierungs-Check des gemeinnützigen Verbraucherportals CO2-online. Zudem erklären Ihnen Energieberater in den mehr als 700 Beratungsstellen der Verbraucherzentralen, welche Heiztechnologie für Ihr Haus und Ihren Bedarf geeignet ist. 

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Autor
Ines Rutschmann

Stand: 14. August 2020


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