Billig tanken

Diese Tipps solltest Du kennen, wenn Du beim Tanken nicht zu viel zahlen willst

Max Mergenbaum
Finanztip-Experte für Reise

Das Wichtigste in Kürze

  • Die beste Zeit zum Tanken ist meist am Abend (zwischen 18 und 22 Uhr).
  • Freie Tankstellen sind oft günstiger als Tankstellen großer Marken.
  • Zwischen Stadt und Land sind die Preisunterschiede gering.
  • Autobahntankstellen sind generell teurer.

So gehst Du vor

  • Nutze Apps und Websites, um die günstigste Tankstelle in der Nähe zu finden. Wir zeigen Dir hier die wichtigsten.
  • Nicht nur beim Sprit, sondern auch bei anderen Autokosten kannst Du sparen, etwa bei der Ver­si­che­rung.
  • Finanztip empfiehlt: Berechne zunächst die günstigste Kfz-Versicherung auf Verivox oder Check24. Mach dann den Gegencheck bei der Huk24.

Krieg in der Ukraine: Wegen des russischen Überfalls und der in der Folge verhängten Sanktionen gegen Russland haben die Spritpreise in Deutschland neue Höchststände erreicht. Seit Anfang Juni bis Ende August galt der sogenannte Tankrabatt. In diesem Zeitraum fielen geringere Energie- und Mehrwertsteuern auf Benzin und Diesel an. Kritiker bemängelten, dass die Mineralölkonzerne die Steu­er­sen­kung nicht vollständig an die Kunden weitergaben. 

Seit Ende Januar 2022 erreichen die Preise für Benzin und Diesel in Deutschland neue Höchststände. Wer auf sein Auto angewiesen ist, sollte daher unbedingt die Spritpreise vergleichen. Denn die Preise ändern sich von Woche zu Woche. Und selbst am gleichen Tag zahlst Du nicht zu jeder Zeit den gleichen Preis. Wählst Du die günstigste Tankstelle und die richtige Uhrzeit, kannst Du bis zu 25 Cent pro Liter sparen.

Wann ist Tanken am günstigsten?

Bei den Spritpreisen brauchst Du Dich nicht nur auf Deine eigene Erfahrung verlassen. Das Bundeskartellamt erfasst die Kraftstoffpreise von mehr als 14.000 Tankstellen. Der jüngste Jahresbericht der Behörde zeigt, dass es über den Tag verteilt ein Rauf und Runter gibt. Alle Tankstellen fangen morgens mit den höchsten Preisen an. Diese sinken bis zum Abend hin kontinuierlich und erreichen in der Regel ihren Tiefststand nach 18 Uhr.

Einen klaren Anstieg der Preise gibt es erst gegen 22 Uhr, die Preiskurve geht über Nacht hoch. Abends zwischen 18 und 22 Uhr ist also die Zeit, zu der Du am günstigsten tankst. Im Schnitt ist Benzin um 19 Uhr am preiswertesten. 

Allerdings geht es mehrmals am Tag auch wieder ein bisschen mit dem Preis nach oben. Auch für das Jahr 2021 registrierten die die Kartellwächter bis zu sechs Preisspitzen täglich.

Wie groß sind die Preisunterschiede?

Die Untersuchung des Bundeskartellamtes für 2021 ergab, dass die Preise an den einzelnen Tankstellen im Laufe des Tages um durchschnittlich 10 Cent pro Liter für Benzin (E5) schwanken. Bei Diesel liegt dieser Preisunterschied bei rund 9 Cent pro Liter. Nimmst Du die Unterschiede zwischen den Tankstellen einer Stadt dazu, unterscheiden sich die Preise am Tag um bis zu 25 Cent pro Liter.

Wie viel Geld kannst Du beim Tanken sparen?

Wie eine Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung ergab, stieg die Zahl der Pendler im Jahr 2020 auf 19,6 Millionen Menschen. Durchschnittlich legten Berufstätige 17 Kilometer auf dem Weg zur Arbeit zurück, also insgesamt 34 Kilometer pro Tag. Anhand dieser Zahlen lässt sich leicht veranschaulichen, wie viel Spritkosten Du pro Jahr sparen kannst.

Nehmen wir an, Du pendelst täglich die oben genannten 34 Kilometer zwischen Deinem Zuhause und Deiner Arbeitsstelle. Bei 220 Arbeitstagen legst Du dann im Jahr insgesamt 7.480 Kilometer als Pendlerstrecke zurück.

Laut Bundesverkehrsministerium lag 2020 der durchschnittliche Benzinverbrauch bei Pkw- und Kombiautos bei 7,4 Litern auf 100 Kilometern. Aufs Jahr gerechnet verbrauchst Du also 554 Liter für Deinen Pendelverkehr.

Weiter oben haben wir beschrieben, dass das Sparpotenzial bei städtischen Tankstellen 25 Cent pro Liter ausmacht. Somit könntest Du 138 Euro pro Jahr an Benzinkosten sparen (siehe Tabelle unten).

Jährliches Sparpotenzial bei den Benzinkosten

Pendlerstrecke

pro Tag in km

Pendlerstrecke

pro Jahr in km

Spritverbrauch

pro Jahr in Litern1

jährliche

Ersparnis in Euro2

347.480554138
6013.200977244
8017.6001.302326

1 bei einem Verbrauch von 7,4 Litern pro 100 Kilometer
2 bei einer Differenz von 25 Cent pro Liter, wenn die günstigste Tankstelle im Stadtgebiet gewählt wird
Quelle: Eigene Berechnungen, Zahlen gerundet (Stand: Juni 2022).

Je länger Deine Pendelstrecke zur Arbeit ist, desto mehr kannst Du sparen. Fährst Du etwa jeden Tag 60 Kilometer hin und zurück, sind bis zu 244 Euro jährliche Ersparnis für Dich drin. Bei 80 Kilometer Pendelstrecke sind es sogar rund 326 Euro, die Du bei den Benzinkosten sparen kannst.

Wie viel Dein Fahrzeug durchschnittlich verbraucht, kannst Du mithilfe unseres Spritrechners herausfinden. Die Herstellerangaben weichen nämlich oft vom realen Verbrauch ab.

Wo tankst Du am billigsten?

Es spielt keine Rolle, ob Du in der Stadt oder auf dem Land lebst und dort zur Tankstelle fährst. Denn zwischen Stadt und Land sind die Preisunterschiede gering. Auch überregionale Unterschiede fallen in Deutschland nicht besonders ins Gewicht.

Eine vom ADAC durchgeführte Untersuchung der fünf großen Markentankstellen kam 2020 zu dem Ergebnis, dass die Preise für Benzin und Diesel beim Anbieter Jet im Schnitt günstiger waren als bei den anderen Markentankstellen. Shell und Aral schnitten am teuersten ab.

Autobahntankstellen sind in der Regel wesentlich teurer als die Straßentankstellen in der Stadt oder auf dem Land. Laut Bundeskartellamt sind Preisaufschläge von 25 Cent pro Liter möglich. Bei Tankstopps auf der Autobahn musst Du wahrscheinlich deutlich mehr Geld hinlegen. Autohöfe, also Tankstellen, die Du über Autobahnausfahrten anfährst, sind dagegen nur geringfügig teurer als Straßentankstellen.

Welche Tank-Apps solltest Du kennen?

Unterwegs kannst Du die aktuellen Spritpreise am einfachsten per App abrufen. Das Bundeskartellamt listet auf seiner Website über 40 zugelassene Apps auf. Da sie alle auf dieselben Echtzeitdaten des Kartellamts zurückgreifen, sollte es inhaltlich keine Unterschiede geben.

Die am häufigsten genutzten Tank-Apps sind Benzinpreis-Blitz, Mehr-tanken und Clever-tanken mit mehr als fünf Millionen Downloads. Dahinter folgt die App ADAC Spritpreise mit über einer Million Installationen. Alle drei Apps sind kostenlos und sowohl im Android- als auch im Apple-App-Store zu finden. Wir haben sie uns einmal näher angesehen.

Benzinpreis-Blitz ist aktuell die von den Nutzern am besten bewertete App. Anhand Deines Gerätestandorts oder eines einstellbaren Suchradius kannst Du Dir die günstigsten Tankstellen in Deiner Nähe anzeigen lassen. Außerdem kannst Du die Preise von verschiedenen Spritsorten abfragen. Falls Du eine bevorzugte Tankstelle hast, kannst Du diese zu Deinen Favoriten hinzufügen und mit einem Preis­alarm markieren. Dann wirst Du benachrichtigt, falls der Preis bei dieser Tankstelle unter einen bestimmten Wert fällt. 

Die App enthält Werbung. Um diese abzuschalten, musst Du ein Abo von rund 1,50 Euro pro Jahr abschließen.

Mehr-Tanken schneidet bei den Nutzerbewertungen am zweitbesten ab und funktioniert ähnlich. Auch hier kannst Du Dir mittels Standort oder Suchradius günstige Zapfstationen in der Nähe anzeigen lassen. Besonders günstige Tankstellen kannst Du auch in einer Favoritenliste speichern und mit einem Preis­alarm markieren.

Im Gegensatz zu Benzinpreis-Blitz-App können Elektroauto-Besitzer die Position und Verfügbarkeit von Ladesäulen abfragen. Bei den Spritsorten ist auch Wasserstoff dabei. 
Darüber hinaus enthält die App einen Verbrauchsrechner. Anhand Deines Kilometerstands nach dem letzten Volltanken, kannst Du bei den folgenden Tankvorgängen Deinen Verbrauch erfassen.

Um die App ohne Werbung nutzen zu können, musst Du etwas mehr Geld bezahlen: Ein Abo kostet rund 5 Euro pro Jahr.

Clever-Tanken wird von vielen Nutzern ebenfalls positiv bewertet. Auch diese Tank-App bietet Standortsuche oder Suchradius, Favoritenliste und Preis­alarm an.

Elektroauto-Besitzer können die App nutzen, um Ladesäulen in der Nähe zu finden. Wer ein Auto mit Wasserstoff-Antrieb nutzt, kann auch nach dieser Spritsorte suchen.

Die App enthält Werbung. Um diese abzuschalten, musst Du ein Premium-Abo für rund 2 Euro pro Jahr kaufen.

Die App ADAC Spritpreise bietet etwas weniger Funktionen. Die Preisabfrage für Spritsorten und die Möglichkeit, Tankstellen als Favoriten abzuspeichern, ist zwar vorhanden. Ein Preis­alarm, die Anzeige von Ladesäulen sowie ein Verbrauchsrechner fehlen dagegen.

Dafür enthält die App auch einen Routenplaner. Und Du kannst sie nutzen, um die ADAC-Pannenhilfe anzufordern.

Statt mit Apps kannst Du natürlich über Websites die Preise vergleichen. Das ist mit einem Lesezeichen auch auf dem Smartphone kaum umständlicher, als eine App zu benutzen. Zugelassene Verbraucher-Informationsdienste listet ebenfalls das Bundeskartellamt auf.

Welche Spritpreise kannst Du vergleichen?

Auch wenn die Websites und Apps mehrere Kraftstoffsorten auflisten, werden vom Bundeskartellamt nur drei Sorten verpflichtend in Echtzeit erhoben und verglichen: Diesel, Super E5 und Super E10. Die anderen werden nicht staatlich überwacht, die Preisvergleiche kommen meist durch Nutzerangaben zustande. 

Beim Spritvergleich werden natürlich nur die regulären Preise veröffentlicht. Wer an einem Rabattprogramm einer Tankstellenkette oder zum Beispiel von Payback teilnimmt, der muss selbst nachrechnen. Hast Du einen Coupon für eine Preisreduzierung in Deiner Brieftasche, verändert sich damit natürlich Deine Rangliste der günstigsten Anbieter.

Warum schwanken die Spritpreise?

Wesentlicher Faktor für die Schwankung der Preise an der Zapfsäule ist der Rohölpreis. Geht er rauf, folgen die Tankstellen und drehen auch die Endverbraucherpreise hoch. Über den Tag hinweg lässt sich die Schwankung mit dem Konkurrenzdruck erklären: Auch die Tankstellenbetreiber kennen die Preise der anderen und versuchen diese knapp zu unterbieten.

Auch die Einführung einer CO2-Abgabe hat die Preise für Benzin und Diesel verteuert. Bis 2025 wird der CO2-Preis für Brennstoffe kontinuierlich steigen. Die CO2-Steuer hat auch Auswirkungen auf die Preise von Heizöl und Gas.

Dass Sprit nachts ungefähr ab 22 Uhr wieder teurer wird hat einen einfachen Grund: Hier ist die Konkurrenz nicht so ausgeprägt, da viele Tankstellen schließen, und das nutzen die offenen Tankstellen aus.

Welche Rolle spielen Hauptverkehrszeiten, Feiertage und Sonntage?

Morgens auf dem Weg einen Zwischenstopp an der Tanksäule einzulegen, ist keine gute Idee. Im morgendlichen Berufsverkehr liegen die Kraftstoffpreise ganz oben, günstig tanken ist also nahezu unmöglich. Anders sieht es in der nachmittäglichen Hauptverkehrszeit aus: Hier profitieren Berufspendler vom starken täglichen Abwärtstrend selbst dann, wenn der Preis zwischendurch nochmal ein kleines bisschen ansteigt.

Dass vor Feiertagen die Preise an den Tankstellen angehoben werden, ist ein weit verbreitetes Gerücht. Das Bundeskartellamt schreibt aber ausdrücklich, dass es vor Ostern und Pfingsten 2020 sowie 2021 keinen auffälligen Preisanstieg feststellen konnte. Allerdings war der Reiseverkehr durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie ohnehin stark eingeschränkt.

Gibt es Tankstellen, die immer günstig sind?

Hast Du einmal eine günstige Tankstelle gefunden, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass sie auch am nächsten Tag noch billiger ist als die Mitbewerber – das zeigte auch der letzte Jahresbericht des Bundeskartellamtes. Allerdings solltest Du Dich nicht allzu sehr darauf verlassen und hin und wieder einen neuen Preisvergleich starten.

Wie kannst Du noch beim Auto sparen?

Nicht nur bei den Spritpreisen kannst Du bei Deinem Auto Kosten verringern. Auch mit Deiner Fahrweise kannst Du Deine Spritkosten verringern, zum Beispiel so:

  • Schalte möglichst schnell in einen hohen Gang. Schalte erst herunter, wenn das wirklich notwendig ist. 
  • Fahre vorausschauend, denn plötzliches Bremsen und Beschleunigen vergeudet Energie. Gehe zum Beispiel früh vom Gas und lass Dein Auto die letzten Meter ausrollen. Kuppele dabei nicht aus.
  • Stelle bei längeren Wartezeiten den Motor aus.
  • Rase nicht auf der Autobahn. Bei Tempo 160 verbraucht ein Auto etwa ein Drittel mehr Sprit als bei 130. Deutlich mehr Sprit sparst Du mit einem Tempo zwischen 100 und 110.

Außerdem kannst Du mit diesen Tipps Sprit sparen:

  • Räume alles an Gewicht aus dem Auto raus, wenn Du es gerade nicht brauchst. Je weniger Dein Auto insgesamt wiegt, desto weniger Kraftstoff verbraucht es.
  • Schalte alles an energieverbrauchenden Extras aus, wenn Du sie nicht brauchst, zum Beispiel Klimaanlage, Sitzheizung usw. 
  • Achte darauf, dass die Reifen Deines Fahrzeugs den richtigen Luftdruck haben. Zu wenig Luft erhöht Deinen Spritverbrauch.
  • Lass Dein Fahrzeug regelmäßig durchchecken. Ein gut eingestellter Motor und rechtzeitiger Ölwechsel können sich auch günstig auf Deinen Verbrauch auswirken.
  • Nutze bei kurzen Strecken die Alternativen zum Auto, den öffentlichen Nahverkehr oder das gute alte Fahrrad. Auch Ausflüge kannst Du mit der Bahn unternehmen und Dein Rad einfach mitnehmen.
  • Wenn es ohne Auto nicht geht, bilde Fahrgemeinschaften. Dann teilt Ihr Euch die Fahrtkosten. 
  • Auch bei der Kfz-Versicherung lässt sich Geld sparen. Nutze dafür eine Kombination aus Vergleichsportal und Direktversicherer. Berechne zunächst die günstigste Kfz-Versicherung auf Verivox oder Check24. Und lass Dir dann ein Angebot von der Huk24 machen. Mehr Infos findest Du in unserem Kfz-Versicherungsvergleich.

Um Dir grundsätzlich einen Überblick über die Kosten Deines Fahrzeugs zu verschaffen, kannst Du unseren Autokostenrechner nutzen. Damit kannst Du einfach herausfinden, wie sehr sich Steuern, Ver­si­che­rung, Spritverbrauch und Wartungskosten auf Dein persönliches Budget auswirken.

Autoren
Max Mergenbaum
Daniel Pöhler

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