Kfz-Versicherung Fahranfänger

So sparen junge Fahrer bei der Autoversicherung

Silke Kursawe
& Co-Autoren
Stand: 26. November 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Als Fahranfänger und junger Fahrer zahlen Sie die höchsten Versicherungsbeiträge. Doch Sie können den Preis ordentlich drücken.
  • Versichern Sie Ihr Auto als Zweitwagen oder lassen Sie sich einen Schadenfreiheitsrabatt aus der Verwandtschaft übertragen.
  • Mit Telematik-Tarifen können Sie als junger Fahrer zusätzlich noch etwas sparen.
  • Wenn Sie mit 17 am Begleiteten Fahren teilnehmen, profitieren Sie davon auch später noch.
  • Die Wahl Ihres Autos macht viel aus.
So gehen Sie vor
  • Wenn möglich, wählen Sie ein Auto, das kein klassisches Fahranfänger-Auto ist.
  • Prüfen Sie, ob eine Versicherung über Ihre Eltern oder die Übernahme der Schadenfreiheitsklasse von Verwandten möglich und sinnvoll ist, bevor Sie sich auf die Suche nach einer Kfz-Versicherung machen.
  • Finanztip-Empfehlung: Sparen Sie mit einer Kombination aus Vergleichsportal und Direktversicherer. Berechnen Sie zunächst die günstigste passende Kfz-Versicherung auf Verivox oder Check24. Berechnen Sie dann ein Angebot bei der Huk24.

Endlich: Der Führerschein ist geschafft, und das erste eigene Auto steht vor der Tür. Dann der Schock, wenn der Blick auf den Beitrag für die Kfz-Versicherung fällt. Ganz schön teuer. Doch der Preis muss gar nicht so hoch sein. Denn es gibt ein paar Tricks, mit denen Fahranfänger und junge Fahrer, die zum ersten Mal ein Auto versichern, ohne großen Aufwand Geld sparen können.

Warum zahlen Fahranfänger so viel mehr Beitrag?

Fahranfänger zahlen die höchsten Beiträge für die Kfz-Versicherung. Denn die Versicherungsprämie richtet sich nach dem individuellen Schadensrisiko – und das ist bei jungen Fahrern besonders hoch. Sie sind noch relativ unerfahren, schätzen Situationen im Straßenverkehr oft falsch ein und sind vergleichsweise häufig angetrunken unterwegs.

Das sind keine Vorurteile, sondern statistisch belegbare Tatsachen. Zahlen des Statistischen Bundesamtes zufolge geschehen die meisten Unfälle von Fahrern zwischen 18 und 24 Jahren, bei denen andere Menschen verletzt werden, wegen überhöhter Geschwindigkeit. Unfälle unter Alkoholeinfluss gingen leicht zurück. Waren es 2015 noch 1.849, sank die Zahl im Jahr 2016 auf 1.771.

Die Versicherer wappnen sich dagegen, für junge Fahrer häufiger Schäden bezahlen zu müssen und kalkulieren entsprechend. Sobald in der Autoversicherung Fahranfänger auf den Wagen der Eltern mitversichert werden, verdoppelt sich fast die Prämie im Durchschnitt, ergab eine Finanztip-Studie 2018.

So funktionieren Schadenfreiheitsklassen

Die Höhe der Versicherungsprämien hängt von vielen Faktoren ab. Neben der Unfallstatistik spielen auch Tarifmerkmale eine Rolle. Die Erkenntnisse aus den Statistiken setzt die Versicherungswirtschaft in die Typ- und Regionalklassen um. Auch zu den Tarifmerkmalen gibt es Erfahrungswerte aus der Vergangenheit, die zu Auf- oder Abschlägen auf den Beitrag führen können.

Ein weiterer wichtiger Baustein in der Prämienberechnung ist das Schadenfreiheitsklassen-System. Es funktioniert praktisch als Bonus; für jedes Jahr ohne Unfall sinkt der Beitrag, den Sie zur Kfz-Versicherung zahlen müssen. Das Prinzip ist denkbar einfach: Sie starten mit Klasse 0 oder besser und steigen mit jedem unfallfreien Jahr eine Stufe auf. Mit jeder höheren Stufe sinkt der Beitragssatz – um wie viel, das hängt vom Versicherer ab. Bei Stufe 35 ist derzeit Schluss.

Und damit der Beitragssatz wirklich regelmäßig geringer wird, muss Ihr Vertrag am besten über das ganze Kalenderjahr bestanden haben; für Saisonfahrzeuge gibt es gesonderte Regelungen.

Wenn Sie nach einem Unfall Ihre Versicherung in Anspruch nehmen müssen, fallen Sie um einige Stufen zurück – Sie werden zurückgestuft. Damit gehen Sie praktisch zurück auf Los und kassieren keinen Bonus. Stattdessen steigt Ihr Beitrag für die nächsten Jahre. Es dauert ungefähr zehn Jahre, bis Sie diesen Nachteil wieder aufgeholt haben.

Um wie viele Schadenfreiheitsklassen Sie zurückgestuft werden, können Sie den Versicherungsbedingungen entnehmen. Das handhabt jeder Versicherer anders, ein gezielter Vergleich ist praktisch unmöglich. Umso wichtiger ist es, dass Sie bei einem Wechsel der neuen Versicherung mitteilen, wie viele schadenfreie Jahre Sie zu Jahresbeginn hatten und wie viele Unfälle Ihr Versicherer bezahlen musste. Dann rechnet Ihr neuer Versicherer nach seiner Rückstufungstabelle aus, mit welchem Schadenfreiheitsrabatt Sie bei ihm starten.

Der Beitrag in den niedrigen Klassen fällt dabei stärker als später in den hohen Schadenfreiheitsklassen, wie sich am Beispiel der Rabattstaffel der Huk-Coburg ganz anschaulich darstellt.

Starten Sie als Fahranfänger in der Klasse 0, zahlen Sie 100 Prozent, also den vollen Beitrag. Mit jedem schadenfreien Jahr sinkt der Beitragssatz. Nach zwei Jahren sind so durchschnittlich nur noch 56 Prozent in der Kraftfahrthaftpflicht und 45 Prozent in der Vollkasko fällig.

Es gibt aber ein paar Möglichkeiten, wie Sie als Fahranfänger die Versicherung von vornherein etwas günstiger bekommen. Wir haben dazu zehn Tipps zusammengestellt.

Tipp 1: Versichern Sie das Auto als Zweitwagen Ihrer Eltern

Am einfachsten und billigsten ist es, wenn Ihre Eltern Ihr Auto als Zweitwagen versichern und Sie als Fahrer eintragen. Alternativ lässt sich das Auto auch über die Großeltern oder andere Verwandte versichern. Meist ist die Versicherung über die Eltern aber die günstigste Variante. Die Prämie für den Erstwagen der Eltern verteuert sich dadurch nicht.

Versicherungen stufen einen Zweitwagen mindestens in Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) ½ ein. Oft gewähren sie sogar eine noch höhere Klasse, im besten Fall gewähren sie Ihnen dieselbe Schadenfreiheitsklasse, mit der der Erstwagen versichert ist.

Eine Autoversicherung über die Eltern hat noch weitere Vorteile: Diese haben in der Regel bessere versicherungstechnische Werte, weil sie etwa Immobilien besitzen oder einen bestimmten Beruf ausüben. Dafür gewähren die Anbieter oft weitere Rabatte. So fällt die Prämie zwar niedriger aus, als wenn der Fahranfänger sich selbst versichern würde. Allerdings verteuert die Aufnahme des Fahranfängers in den Fahrerkreis die Prämie erheblich, wie wir in einer Finanztip-Studie 2018 herausgefunden haben.

Eltern müssen sich übrigens keine Sorgen machen, dass sich ihre SF-Klasse für den Erstwagen verschlechtert, wenn das Kind mit dem Zweitwagen einen Unfall baut. Die Rückstufung erfolgt in diesem Fall nur für den Zweitwagen.

Tipp 2: Nutzen Sie Familientarife

Nicht alle Eltern wollen das Auto ihres Kindes als Zweitwagen versichern und dafür Versicherungsnehmer sein. Was zunächst gemein klingt, muss kein Nachteil sein. So werden Sie als Fahranfänger von Anfang an selbst Versicherungsnehmer und haben einen eigenen Schadenfreiheitsrabatt. Dabei kann der Vertrag der Eltern außerdem doch noch sehr nützlich sein.

Viele Versicherer bieten jungen Fahrern die Möglichkeit, mit einer besseren Schadenfreiheitsklasse als Klasse 0 zu starten, wenn die Eltern ihr Auto beim selben Unternehmen versichert haben.

Bei dieser Variante versichern Sie sich selbst, die Versicherungspolice läuft dann auf Sie. Das ist in aller Regel teurer als die Zweitwagenversicherung über die Eltern. Aber Sie können damit immer noch sparen.

Im Rahmen unserer Untersuchung zu den Zweitwagentarifen haben wir etliche dieser Familientarife gefunden. Das sind besondere Zweitwagenregelungen, bei denen das Auto auf jemand anders als den Versicherungsnehmer zugelassen sein darf.

Lassen Sie sich als Halter eintragen und mit den schadenfreien Jahren einstufen, die der Dauer Ihres Führerscheinbesitzes entsprechen, mindestens aber die SF-Klasse ½. Das lohnt sich ganz besonders, wenn Sie vor dem Autoführerschein schon Moped oder Krad gefahren sind, denn diese Zeiten zählen auch.

Die Familientarife können Sie nicht bei Vergleichsportalen abschließen. Sie müssen direkt beim Versicherer Ihrer Eltern anfragen.

Tipp 3: Nehmen Sie am Begleiteten Fahren teil

Seit einigen Jahren können Jugendliche bereits mit 17 Jahren den Führerschein fürs Auto machen. Voraussetzung ist, dass sie sich im ersten Jahr immer von einem erfahrenen Fahrer begleiten lassen – sie sind also nicht allein unterwegs.

Fahranfänger, die am Begleiteten Fahren teilnehmen, verursachen statistisch gesehen weniger Unfälle – schließlich sitzen meist die Eltern auf dem Beifahrersitz und passen auf.

Dieses kontrollierte Fahren zahlt sich aus. In einer Stichprobe haben wir 2016 die Prämie für eine Kfz-Versicherung für drei verschiedene Szenarien durchgerechnet: Der Fahranfänger benutzt im ersten Fall das Auto der Eltern, im zweiten einen Zweitwagen der Eltern und im dritten Fall ein eigenes Auto:

Ersparnis durch ein Jahr Begleitetes Fahren

Fahranfänger
fährt mit …
Fahranfänger
mit 17 im
Vergleich
zum Fahranfänger 
mit 18
18-Jähriger mit
einem Jahr
Fahrpraxis im
Vergleich zu
Führerschein mit 18
20-Jähriger mit
vier Jahren
Fahrpraxis im
Vergleich
zu drei Jahren
Fahrpraxis
... dem Auto der Eltern-38 %-10 %-6 %
... dem Zweitwagen der Eltern-37 %-12 %-5 %
... dem eigenen Auto-18 %-20 %-10 %
im Durchschnitt-31 %-14 %-7 %

Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: Juli 2016)

So kostete die Versicherung in der Stichprobe für das erste Jahr nach dem Führerschein beim Begleiteten Fahren im Schnitt 31 Prozent weniger als nach dem Erwerb der Fahrerlaubnis mit 18 Jahren. Besonders hoch ist die Ersparnis, wenn der Führerschein-Neuling auf ein Auto der Eltern angemeldet wird. Dann spart die Familie sogar gut 38 Prozent gegenüber dem Führerschein mit 18 Jahren.

In den folgenden Jahren schlug sich unserer Untersuchung zufolge das zusätzliche Jahr Fahrpraxis in günstigeren Prämien nieder. Darf der 18-Jährige nach einem Jahr ohne Begleitung der Eltern fahren, kostete die Kfz-Versicherung im Schnitt 14 Prozent weniger, als wenn der 18-Jährige ohne Fahrpraxis loslegen würde.

Besonders beim eigenen Auto sparte der 18-Jährige durch Erfahrung. 20 Prozent Rabatt gewährten Anbieter im Schnitt. Wer den Wagen nur mit einer Haftpflicht absichern wollte, sparte in der Finanztip-Stichprobe 2016 sogar knapp ein Viertel der Prämie.

Wer sich schon früh selbst ein Auto anschaffen möchte, sollte mit 17 Jahren noch den Wagen der Eltern benutzen und sich erst danach ein eigenes Auto zulegen. Nach den Finanztip-Berechnungen zahlte sich der Führerschein mit 17 dann aus, obwohl ein Jahr früher Kosten für die Versicherung anfallen. Mehr zu unserem Vorgehen bei der Stichprobe erfahren Sie am Ende dieses Textes.

Tipp 4: Nehmen Sie die SF-Klassen aus dem Vertrag Ihrer Eltern mit

Aller Anfang ist schwer – und Autoversicherungen kosten gerade in den ersten Jahren nach dem Führerscheinerwerb schon deshalb so viel Prämie, weil der Beitragssatz noch hoch ist. Mit der Zeit aber wird die Versicherung günstiger, wenn Sie schadenfrei bleiben.

Dann ist auch ein guter Moment gekommen, selbst als Versicherungsnehmer in den Autoversicherungsvertrag einzusteigen. Sie können sich im besten Fall den Schadenfreiheitsrabatt aus dem Zweitwagenvertrag Ihrer Eltern übertragen lassen. Das gilt natürlich immer nur für die Anzahl der schadenfreien Jahre, die der Dauer des Führerscheinbesitzes entspricht. Wichtig aber ist, dass Sie die Hürde der Klasse 0 beziehungsweise SF-Klasse ½ überspringen.

Geben Sie beim Abschluss der neuen Versicherung an, dass Sie den Schadenfreiheitsrabatt Ihrer Eltern übernehmen wollen. Der versicherte Elternteil muss dieser Übernahme schriftlich zustimmen. Sie starten dann bei der neuen Versicherung mit Ihrem eigenen Schadenfreiheitsrabatt. Dabei können Sie auch zu einem neuen Versicherer wechseln und müssen nicht beim vorherigen Versicherungsunternehmen bleiben. Wie das geht, erfahren Sie in unserem Ratgeber zum Wechsel der Kfz-Versicherung.

Klären Sie unbedingt vorher mit dem Versicherer der Eltern, unter welchen Voraussetzungen sich der Rabatt übertragen lässt. Fragen Sie vor allem, welchen Schadenfreiheitsrabatt er Ihnen abgibt. Viele Versicherer sind in dieser Hinsicht unkompliziert.

Einige Anbieter erlauben aber nicht immer die Abgabe von Schadenfreiheitsklassen, wenn Sie zu einem anderen Versicherer wechseln. Dann müssen Sie rechnen, ob es günstiger ist, mit dem möglichen Rabatt beim alten Versicherer zu bleiben oder bei einem anderen mit der SF-Klasse ½ zu starten – denn die nötigen drei Jahre Führerscheindauer haben Sie dann.

Video: Günstige Autoversicherung für Fahranfänger

Tipp 5: Übernehmen Sie die SF-Klassen von Verwandten

SF-Klassen können Sie in der Regel auch von Verwandten und Lebenspartnern übernehmen. Diese Variante lohnt sich vor allem für Fahrer, die schon etliche Jahre einen Führerschein haben, aber noch nie eine eigene Autoversicherung besaßen. Fragen Sie bei Ihren Verwandten nach, ob sie in jüngster Zeit ein Fahrzeug abgemeldet haben oder es planen. Besonders lohnt sich das, wenn die Großeltern nicht mehr Auto fahren können oder wollen und Ihnen ihren hohen Rabatt abtreten können. Nicht alle, aber viele Versicherer gewähren diesen Übertrag.

Bei der Übernahme eines Schadenfreiheitsrabatts verliert der alte Versicherungsnehmer alle seine SF-Klassen in diesem Vertrag. Das lohnt sich also nur, wenn ein Vertrag gar nicht mehr benötigt wird. Wenn sich zum Beispiel eine 83-jährige Fahrerin aus Ihrer Verwandtschaft entschließt, zukünftig auf das Autofahren zu verzichten, könnten Sie das für sich nutzen und die schadenfreien Jahre der Verwandten übernehmen.

Es können aber immer nur so viele schadenfreie Jahre übertragen werden, wie der Empfänger bereits den Führerschein besitzt.

Beispiel: Ein 25-jähriger Fahrer, der mit 18 Jahren den Führerschein gemacht hat, kann maximal sieben SF-Klassen übernehmen. Im Alter von 21 Jahren erwarb er sein erstes Auto und versicherte es als Zweitwagen über seine Eltern. Aus diesem Vertrag kann er also vier schadenfreie Jahre übernehmen.

Falls gleichzeitig aber die Möglichkeit besteht, mehr als vier SF-Klassen aus dem Vertrag eines Verwandten zu übernehmen, ist diese Variante günstiger für ihn.

Das Beispiel zeigt: Sie können nur so viele Klassen übernehmen, wie Sie selbst erreicht hätten, wenn Sie direkt nach Bestehen der Führerscheinprüfung ein Auto selbst versichert hätten. Die SF-Klassen können Sie meist noch sechs bis zwölf Monate nach der Abmeldung einer Kfz-Versicherung übernehmen. Prüfen Sie deswegen auch, ob in Ihrer Verwandtschaft vor einiger Zeit Fahrzeuge abgemeldet wurden.

Tipp 6: Nutzen Sie die SF-Klassen von Rollern und Motorrädern

Sie können nicht nur die SF-Klassen von einem Auto auf das andere übertragen, sondern auch von Motorrädern und Rollern auf ein Auto. Dabei muss es sich mindestens um einen Roller ab 50 Kubikzentimeter handeln. Vielleicht hatten sogar Ihre Eltern vor einigen Jahren ein Motorrad oder Ähnliches versichert, so dass Sie nun deren Rabatt übernehmen können.

Übernahme der SF-Klasse möglichÜbernahme der SF-Klassen nicht möglich
Leichtkrafträder (50 – 125 ccm), Krafträder, Pkw, CampingfahrzeugeKleinkrafträder (bis 50 ccm)

Sie können auch immer die Schadenfreiheitsrabatte zwischen Ihren Fahrzeugen tauschen. Der Fall, dass Sie bereits mit dem Motorrad etliche schadenfreie Jahre gesammelt haben, bietet eine gute Ausgangslage für diesen Tausch. Die Rabattstaffel für Motorräder ist nicht so lang wie die von Autos, sie geht aktuell nur bis zur SF-Klasse 20 und verläuft deutlich flacher: Sie fängt in der Klasse 0 auch bereits bei 90 Prozent in der Kfz-Haftpflichtversicherung an, nach einem schadenfreien Jahr sinkt der Beitragssatz auf 50 Prozent.

Mit dem Tausch übertragen Sie eine sehr gute Schadenfreiheitsklasse auf das Auto und senken dort den Beitragssatz kräftig. Und Ihr Motorrad wird als Zweitfahrzeug in die Schadenfreiheitsklasse ½ eingestuft. Bei der Huk-Coburg beispielsweise werden dann 65 Prozent Beitragssatz in der Kfz-Haftpflicht und 85 Prozent in der Vollkasko fällig.

Tipp 7: Nutzen Sie die Zeiten des Carsharings

Wenn Sie am Carsharing teilnehmen, fahren Sie regelmäßig Auto, ohne es selbst zu besitzen. Das ist gerade für Fahranfänger eine sehr gute Möglichkeit, an Fahrpraxis zu kommen, ohne für Auto und Versicherung tief in die Tasche greifen zu müssen.

Wenn Sie aber dann doch irgendwann ein eigenes Auto brauchen, weil Sie zur Arbeit pendeln oder unabhängiger sein wollen, müssen Sie bei der Versicherung nicht bei null anfangen. So wie einige Versicherer die unfallfreien Zeiten des Dienstwagens als Vorversicherungszeiten anrechnen, kommen einige Anbieter auch Carsharing-Nutzern entgegen. Das haben wir im Rahmen unserer Untersuchung zu den Zweitwagenversicherungen herausgefunden.

Haben Sie die geforderte Zahl an gefahrenen Tagen und Kilometern zusammen, bekommen Sie dafür entsprechend schadenfreie Jahre gutgeschrieben. Der Carsharing-Anbieter muss Ihnen diese Daten aber schriftlich bestätigen.

Gerade wenn Sie mit Carsharing die kritischen Jahre zwischen Schadenfreiheitsklasse ½ und 4 überbrücken können, lohnt sich das. Dann können Sie nach diesen vier Jahren Führerscheinbesitz statt mit SF-Klasse ½ mit der SF-Klasse 4 einsteigen.

Tipp 8: Nutzen Sie Telematik-Tarife

Mit Telematik-Tarifen bieten Autoversicherer Rabatte für einen sicheren Fahrstil. Meist in Kombination mit einem Stecker oder Sensor wertet eine App auf dem Smartphone beispielsweise Beschleunigung, Bremsverhalten und Geschwindigkeit aus. Bei sehr guter Fahrweise können Fahranfänger so 20-30 Prozent sparen. Doch die höchsten Rabatte erreicht selbst ein erfahrener Autofahrer kaum, auch weil oft schwer beeinflussbare Faktoren mit in den Punktestand eingehen, etwa Fahrten in größeren Städten im Berufsverkehr.

Trotzdem kann der Telematik-Rabatt den Nachteil der fehlenden Schadenfreiheitsklasse bei jungen Fahrern zumindest etwas abfedern. Schauen Sie also ruhig nach, ob Ihre Versicherung auch eine Telematik-Option anbietet.

Sie sollten sich allerdings darüber bewusst sein, dass Sie mit Telematik eine Vielzahl Ihrer Fahrdaten an die Versicherung weitergeben.

Tipp 9: Wählen Sie kein typisches Fahranfänger-Auto

Ob VW Polo, Opel Adam oder Ford Fiesta: Diese Wagen empfehlen Autohändler gern Führerschein-Neulingen, die auf der Suche nach dem ersten eigenen Wagen sind. Diese Modelle sind allerdings häufiger in Unfälle verwickelt. Das schlägt sich in hohen Typklassen nieder – und verteuert die Versicherung. Grundsätzlich gilt: Je höher die Typklasse, desto höher das Schadensrisiko und desto höher die Versicherungsprämie.

Die Typklassen reichen in der Haftpflichtversicherung von 10 bis 25. Welcher Typklasse ein Fahrzeug zugeordnet wird, hängt von vielen Faktoren ab, zum Beispiel vom jeweiligen Baujahr und der Motorisierung.

Prüfen Sie vor einem Autokauf auf autoampel.de oder auf den Seiten des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) die jeweilige Typklasse Ihres Autos und vergleichen Sie diese mit ähnlichen Fahrzeugen. Achten Sie besonders auf die genaue Typbezeichnung Ihres Autos, denn es unterscheiden sich beispielsweise die Typklassen eines Golf IV um bis zu vier Stufen, je nach PS-Zahl und Baujahr. Wählen Sie ein Auto mit einer niedrigeren Typklasse, um bei der Versicherungsprämie Geld zu sparen.

Tipp 10: Verzichten Sie auf die Kasko bei sehr alten Autos

Eine Haftpflichtversicherung ist für jedes Auto in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. Kaskoversicherungen hingegen sind freiwillig. Der Abschluss einer Vollkaskoversicherung hat bei älteren Autos mit geringem Restwert keinen Sinn. Sie lohnt sich meist nur, wenn das Auto jünger als fünf Jahre ist. Bleibt die Frage nach der Teilkaskoversicherung. Dabei sollten Sie vor allem drei Faktoren beachten: den Restwert Ihres Autos, den Preis der Teilkaskoversicherung und die Frage, ob Sie in finanzielle Schwierigkeiten kommen, wenn es gestohlen wurde.

Vergleichen Sie Angebote mit und ohne Teilkaskoversicherung. Und wägen Sie ab, ob die zusätzlichen Kosten in einem vertretbaren Verhältnis zum Restwert Ihres Autos stehen. Überlegen Sie außerdem, ob Sie eine höhere Selbstbeteiligung wählen können, um die Prämie zu senken. In einer Finanztip-Untersuchung von 2018 haben wir festgestellt, dass ein Eigenbehalt von 500 Euro je Schadensfall ordentlich Beitrag spart. Wenn jetzt der Restwert des Fahrzeugs noch deutlich über dem liegt, was Sie im Schadensfall ohnehin selbst tragen müssen, dann lohnt die Teilkasko durchaus.

Beachten Sie, dass eine Teilkaskoversicherung in der Regel nur für folgende Schadensfälle aufkommt:

  • Diebstahl,
  • Brand, Explosion,
  • Sturm, Hagel, Überschwemmung,
  • Zusammenstöße mit Haarwild.

Wie finde ich die günstigste Autoversicherung?

Die günstigste Autoversicherung finden Sie nur, wenn Sie mehrere Anbieter vergleichen. Wie das am besten geht, haben wir in unserem großen Kfz-Versicherungstest für Sie untersucht. Das Ergebnis: machen Sie immer zwei Vergleiche! Sparen können Sie am meisten mit einer Kombination von Vergleichsportal und Direktversicherer.

Unsere Empfehlung lautet daher:Berechnen Sie zunächst ein Angebot auf Verivox oder auf Check24. Machen Sie dann zusätzlich eine Abfrage bei der Huk24, um zu sehen, ob es dort einen noch günstigeren Tarif gibt. und schließen Sie dann den günstigsten Tarif ab.

Zwei Vergleiche zu machen, mag Ihnen aufwendig vorkommen. Doch es lohnt sich. Sie finden auf diesem Weg einen Tarif, der entweder bereits der günstigste am Markt ist oder zumindest sehr nah am günstigsten Tarif liegt. Denn durch die von uns empfohlene Kombination von Portal und Direktanbieter minimieren Sie zwei Risiken:

  • Wenn Sie sich bei Ihrer Suche auf nur eine Preisabfrage bei nur einem Portal verlassen, zahlen Sie schnell zu hohe Beiträge. Schließlich listet kein gängiges Vergleichsportal alle Anbieter.
  • Setzen Sie hingegen nur auf einzelne Anbieter – auch wenn diese insgesamt günstig sind – laufen Sie immer Gefahr, einen ausnahmsweise schlechteren Tarif zu erwischen. Unsere Testreihen zeigen, dass Sie mit zwei Vergleichen dieses Risiko von Tarifausreißern senken.

Aktuell erwischen Sie durch die Kombination von Verivox und Huk24 meist den günstigsten Tarif – die durchschnittliche Abweichung liegt bei 1 Prozent. Mit der Kombination des Portals Check24 und des Direktversicherers Huk24 haben wir in unserer aktuellen Auswertung eine leicht höhere durchschnittliche Abweichung von 2 Prozent zum besten Preis ausgemacht.

Mehr Ergebnisse zu der Untersuchungs können Sie in unserem Testartikel Kfz-Versicherung nachlesen.

Verivox
Vergleich Kfz-Versicherungen
  • geringe durchschnittliche Abweichung im Test
  • Abschluss direkt auf dem Portal möglich
  • deckt nicht den gesamten Markt ab
  • oberster angezeigter Tarif ist Werbung
Check24
Vergleich Kfz-Versicherungen
  • geringe durchschnittliche Abweichung im Test
  • Abschlussmöglichkeit direkt auf dem Portal
  • deckt nicht den gesamten Markt ab
  • ganz oben angezeigtes Ergebnis ist teure „Maklerempfehlung“
Huk24
Kfz-Versicherung
  • zeigte in der Finanztip-Untersuchung im Oktober 2019 in 14 von 32 Fällen den niedrigsten Preis
  • Abschlussmöglichkeit direkt beim Anbieter
  • einfache Preisabfrage
  • alle Voreinstellungen erfüllen die Finanztip-Mindestanforderungen
  • ist nicht auf den gängigen Vergleichsportalen vertreten
  • hohe Aufschläge bei einzelnen Beispiel-Kunden
  • ein zusätzlicher Preisvergleich auf einem Vergleichsportal ist daher nötig

Sie können mit den Portalen nicht gleichzeitig Angebote für mehrere Fahrzeuge abrufen. Falls Sie also die Beiträge für mehrere Autos berechnen wollen, um eine Familienversicherung abzuschließen, müssen Sie sich die Angebote individuell von Ihrem Versicherer einholen.

So haben wir gerechnet

Für unsere Stichprobe „Führerschein mit 17“ im Juli 2016 haben wir Preise für neun verschiedene Fahrerprofile erhoben. Drei waren auf das Auto der Eltern versichert, drei versicherten einen Zweitwagen über die Eltern und drei Fahrer versicherten ein eigenes Auto. Für alle Profile haben wir auf dem Portal Nafi-Auto Preise abgefragt. Dabei haben wir das Alter variiert und Preise für Fahrer im Alter zwischen 17 und 21 Jahren ermittelt – jeweils mit der Option Führerschein mit 17 oder Führerschein mit 18 Jahren.

Anhand der zehn günstigsten Ergebnisse pro Abfrage haben wir Durchschnittswerte und Abweichungen errechnet. Die obige Tabelle ist ein Auszug aus den Ergebnissen.

Autor
Silke Kursawe
& Co-Autoren
Dirk Eilinghoff , Arne Düsterhöft , Max Mergenbaum

Stand: 26. November 2019


* Was der Stern bedeutet:

Wir wollen mit unseren unabhängig recherchierten Empfehlungen möglichst viele Menschen erreichen und ihnen mehr finanzielle Freiheit ermöglichen. Daher sind unsere Inhalte kostenlos und anzeigenfrei im Internet verfügbar. Unsere aufwendige redaktionelle Arbeit finanzieren wir so:

Unsere unabhängigen Experten untersuchen regelmäßig Produkte und Dienstleister. Nur wenn sie dann ein besonders verbraucherfreundliches Angebot empfehlen, kann der entsprechende Anbieter einen Link zu diesem Angebot setzen lassen. Solche Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen (*). Geld erhalten wir, wenn Sie diesen Link z.B. klicken oder beim Anbieter dann einen Vertrag abschließen. Ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet, hat keinerlei Einfluss auf unsere Empfehlungen. Was Ihnen unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Sie als Verbraucher ist.

Mehr zu unserer Arbeitsweise lesen Sie hier.