Kfz-Versicherung für Fahranfänger

So sparen junge Fahrer bei der Autoversicherung

Max Mergenbaum
& Co-Autoren
26. November 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Als Fahranfänger und junger Fahrer zahlst Du die höchsten Versicherungsbeiträge. Doch Du kannst den Preis ordentlich drücken.
  • Versichere Dein Auto als Zweitwagen oder lass Dir einen Schadenfreiheitsrabatt aus der Verwandtschaft übertragen.
  • Mit Telematik-Tarifen kannst Du als junger Fahrer zusätzlich noch etwas sparen.
  • Wenn Du mit 17 am Begleiteten Fahren teilnimmst, profitierst Du davon auch später noch.
  • Die Wahl Deines Autos macht viel aus.
So gehst Du vor
  • Wenn möglich, wähle ein Auto, das kein klassisches Fahranfänger-Auto ist.
  • Prüfe, ob eine Versicherung über Deine Eltern oder die Übernahme der Schadenfreiheitsklasse von Verwandten möglich und sinnvoll ist, bevor Du Dich auf die Suche nach einer Kfz-Versicherung machst.
  • Finanztip-Empfehlung bei der Suche nach einer guten Autoversicherung: Am meisten kannst Du sparen, indem Du Vergleichsportal und Direktversicherer kombinierst. Berechne zunächst die günstigste Kfz-Versicherung auf Verivox oder Check24. Und lass Dir dann ein Angebot von der Huk24 machen.

Endlich: Der Führerschein ist geschafft, und das erste eigene Auto steht vor der Tür. Dann der Schock, wenn der Blick auf den Beitrag für die Kfz-Versicherung fällt. Ganz schön teuer. Doch der Preis muss gar nicht so hoch sein. Denn es gibt ein paar Tricks, mit denen Fahranfänger und junge Fahrer, die zum ersten Mal ein Auto versichern, ohne großen Aufwand Geld sparen können.

Warum zahlen Fahranfänger so viel mehr Beitrag?

Fahranfänger zahlen die höchsten Beiträge für die Kfz-Versicherung. Denn die Versicherungsprämie richtet sich nach dem individuellen Schadensrisiko – und das ist bei jungen Fahrern besonders hoch. Sie sind noch relativ unerfahren, schätzen Situationen im Straßenverkehr oft falsch ein und sind vergleichsweise häufig angetrunken unterwegs.

Das sind keine Vorurteile, sondern statistisch belegbare Tatsachen. Zahlen des Statistischen Bundesamtes zufolge geschehen die meisten Unfälle von Fahrern zwischen 18 und 24 Jahren, bei denen andere Menschen verletzt werden, wegen überhöhter Geschwindigkeit. Unfälle unter Alkoholeinfluss gingen leicht zurück. Waren es 2015 noch 1.849, sank die Zahl im Jahr 2016 auf 1.771.

Die Versicherer wappnen sich dagegen, für junge Fahrer häufiger Schäden bezahlen zu müssen und kalkulieren entsprechend. Sobald in der Autoversicherung Fahranfänger auf den Wagen der Eltern mitversichert werden, verdoppelt sich fast die Prämie im Durchschnitt, ergab eine Finanztip-Studie 2018.

So funktionieren Schadenfreiheitsklassen

Die Höhe der Versicherungsprämien hängt von vielen Faktoren ab. Neben der Unfallstatistik spielen auch Tarifmerkmale eine Rolle. Die Erkenntnisse aus den Statistiken setzt die Versicherungswirtschaft in die Typ- und Regionalklassen um. Auch zu den Tarifmerkmalen gibt es Erfahrungswerte aus der Vergangenheit, die zu Auf- oder Abschlägen auf den Beitrag führen können.

Ein weiterer wichtiger Baustein in der Prämienberechnung ist das Schadenfreiheitsklassen-System. Es funktioniert praktisch als Bonus; für jedes Jahr ohne Unfall sinkt der Beitrag, den Du zur Kfz-Versicherung zahlen musst. Das Prinzip ist denkbar einfach: Du startest mit Klasse 0 oder besser und steigst mit jedem unfallfreien Jahr eine Stufe auf. Mit jeder höheren Stufe sinkt der Beitragssatz – um wie viel, das hängt vom Versicherer ab. Bei Stufe 35 ist derzeit Schluss.

Und damit der Beitragssatz wirklich regelmäßig geringer wird, muss Dein Vertrag am besten über das ganze Kalenderjahr bestanden haben; für Saisonfahrzeuge gibt es gesonderte Regelungen.

Wenn Du nach einem Unfall Deine Versicherung in Anspruch nehmen musst, fällst Du um einige Stufen zurück – Du wirst zurückgestuft. Damit gehst Du praktisch zurück auf Los und kassierst keinen Bonus. Stattdessen steigt Dein Beitrag für die nächsten Jahre. Es dauert ungefähr zehn Jahre, bis Du diesen Nachteil wieder aufgeholt hast.

Um wie viele Schadenfreiheitsklassen Du zurückgestuft wirst, kannst Du den Versicherungsbedingungen entnehmen. Das handhabt jeder Versicherer anders, ein gezielter Vergleich ist praktisch unmöglich. Umso wichtiger ist es, dass Du bei einem Wechsel der neuen Versicherung mitteilst, wie viele schadenfreie Jahre Du zu Jahresbeginn hattest und wie viele Unfälle Dein Versicherer bezahlen musste. Dann rechnet Dein neuer Versicherer nach seiner Rückstufungstabelle aus, mit welchem Schadenfreiheitsrabatt Du bei ihm startest.

Der Beitrag in den niedrigen Klassen fällt dabei stärker als später in den hohen Schadenfreiheitsklassen, wie sich am Beispiel der Rabattstaffel der Huk-Coburg ganz anschaulich darstellt.

Startest Du als Fahranfänger in der Klasse 0, zahlst Du 100 Prozent, also den vollen Beitrag. Mit jedem schadenfreien Jahr sinkt der Beitragssatz. Nach zwei Jahren sind so durchschnittlich nur noch 56 Prozent in der Kraftfahrthaftpflicht und 45 Prozent in der Vollkasko fällig.

Es gibt aber ein paar Möglichkeiten, wie Du als Fahranfänger die Versicherung von vornherein etwas günstiger bekommst. Wir haben dazu zehn Tipps zusammengestellt.

Tipp 1: Versichere das Auto als Zweitwagen Deiner Eltern

Am einfachsten und billigsten ist es, wenn Deine Eltern Dein Auto als Zweitwagen versichern und Dich als Fahrer eintragen. Alternativ lässt sich das Auto auch über die Großeltern oder andere Verwandte versichern. Meist ist die Versicherung über die Eltern aber die günstigste Variante. Die Prämie für den Erstwagen der Eltern verteuert sich dadurch nicht.

Versicherungen stufen einen Zweitwagen mindestens in Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) ½ ein. Oft gewähren sie sogar eine noch höhere Klasse, im besten Fall gewähren sie Dir dieselbe Schadenfreiheitsklasse, mit der der Erstwagen versichert ist.

Eine Autoversicherung über die Eltern hat noch weitere Vorteile: Diese haben in der Regel bessere versicherungstechnische Werte, weil sie etwa Immobilien besitzen oder einen bestimmten Beruf ausüben. Dafür gewähren die Anbieter oft weitere Rabatte. So fällt die Prämie zwar niedriger aus, als wenn der Fahranfänger sich selbst versichern würde. Allerdings verteuert die Aufnahme des Fahranfängers in den Fahrerkreis die Prämie erheblich, wie wir in einer Finanztip-Studie 2018 herausgefunden haben.

Eltern müssen sich übrigens keine Sorgen machen, dass sich ihre SF-Klasse für den Erstwagen verschlechtert, wenn das Kind mit dem Zweitwagen einen Unfall baut. Die Rückstufung erfolgt in diesem Fall nur für den Zweitwagen.

Tipp 2: Nutze Familientarife

Nicht alle Eltern wollen das Auto ihres Kindes als Zweitwagen versichern und dafür Versicherungsnehmer sein. Was zunächst gemein klingt, muss kein Nachteil sein. So wirst Du als Fahranfänger von Anfang an selbst Versicherungsnehmer und hast einen eigenen Schadenfreiheitsrabatt. Dabei kann der Vertrag der Eltern außerdem doch noch sehr nützlich sein.

Viele Versicherer bieten jungen Fahrern die Möglichkeit, mit einer besseren Schadenfreiheitsklasse als Klasse 0 zu starten, wenn die Eltern ihr Auto beim selben Unternehmen versichert haben.

Bei dieser Variante versicherst Du Dich selbst, die Versicherungspolice läuft dann auf Dich. Das ist in aller Regel teurer als die Zweitwagenversicherung über die Eltern. Aber Du kannst damit immer noch sparen.

Im Rahmen unserer Untersuchung zu den Zweitwagentarifen haben wir etliche dieser Familientarife gefunden. Das sind besondere Zweitwagenregelungen, bei denen das Auto auf jemand anders als den Versicherungsnehmer zugelassen sein darf.

Lass Dich als Halter eintragen und mit den schadenfreien Jahren einstufen, die der Dauer Deines Führerscheinbesitzes entsprechen, mindestens aber die SF-Klasse ½. Das lohnt sich ganz besonders, wenn Du vor dem Autoführerschein schon Moped oder Krad gefahren bist, denn diese Zeiten zählen auch.

Die Familientarife kannst Du nicht bei Vergleichsportalen abschließen. Du musst direkt beim Versicherer Deiner Eltern anfragen.

Tipp 3: Nimm am Begleiteten Fahren teil

Seit einigen Jahren können Jugendliche bereits mit 17 Jahren den Führerschein fürs Auto machen. Voraussetzung ist, dass sie sich im ersten Jahr immer von einem erfahrenen Fahrer begleiten lassen – sie sind also nicht allein unterwegs.

Fahranfänger, die am Begleiteten Fahren teilnehmen, verursachen statistisch gesehen weniger Unfälle – schließlich sitzen meist die Eltern auf dem Beifahrersitz und passen auf.

Dieses kontrollierte Fahren zahlt sich aus. In einer Stichprobe haben wir 2016 die Prämie für eine Kfz-Versicherung für drei verschiedene Szenarien durchgerechnet: Der Fahranfänger benutzt im ersten Fall das Auto der Eltern, im zweiten einen Zweitwagen der Eltern und im dritten Fall ein eigenes Auto:

Ersparnis durch ein Jahr Begleitetes Fahren

Fahranfänger
fährt mit …
Fahranfänger
mit 17 im
Vergleich
zum Fahranfänger 
mit 18
18-Jähriger mit
einem Jahr
Fahrpraxis im
Vergleich zu
Führerschein mit 18
20-Jähriger mit
vier Jahren
Fahrpraxis im
Vergleich
zu drei Jahren
Fahrpraxis
... dem Auto der Eltern-38 %-10 %-6 %
... dem Zweitwagen der Eltern-37 %-12 %-5 %
... dem eigenen Auto-18 %-20 %-10 %
im Durchschnitt-31 %-14 %-7 %

Quelle: Finanztip-Berechnung (Stand: Juli 2016)

So kostete die Versicherung in der Stichprobe für das erste Jahr nach dem Führerschein beim Begleiteten Fahren im Schnitt 31 Prozent weniger als nach dem Erwerb der Fahrerlaubnis mit 18 Jahren. Besonders hoch ist die Ersparnis, wenn der Führerschein-Neuling auf ein Auto der Eltern angemeldet wird. Dann spart die Familie sogar gut 38 Prozent gegenüber dem Führerschein mit 18 Jahren.

In den folgenden Jahren schlug sich unserer Untersuchung zufolge das zusätzliche Jahr Fahrpraxis in günstigeren Prämien nieder. Darf der 18-Jährige nach einem Jahr ohne Begleitung der Eltern fahren, kostete die Kfz-Versicherung im Schnitt 14 Prozent weniger, als wenn der 18-Jährige ohne Fahrpraxis loslegen würde.

Besonders beim eigenen Auto sparte der 18-Jährige durch Erfahrung. 20 Prozent Rabatt gewährten Anbieter im Schnitt. Wer den Wagen nur mit einer Haftpflicht absichern wollte, sparte in der Finanztip-Stichprobe 2016 sogar knapp ein Viertel der Prämie.

Wer sich schon früh selbst ein Auto anschaffen möchte, sollte mit 17 Jahren noch den Wagen der Eltern benutzen und sich erst danach ein eigenes Auto zulegen. Nach den Finanztip-Berechnungen zahlte sich der Führerschein mit 17 dann aus, obwohl ein Jahr früher Kosten für die Versicherung anfallen. Mehr zu unserem Vorgehen bei der Stichprobe erfährst Du am Ende dieses Textes.

Tipp 4: Nimm die SF-Klassen aus dem Vertrag Deiner Eltern mit

Aller Anfang ist schwer – und Autoversicherungen kosten gerade in den ersten Jahren nach dem Führerscheinerwerb schon deshalb so viel Prämie, weil der Beitragssatz noch hoch ist. Mit der Zeit aber wird die Versicherung günstiger, wenn Du schadenfrei bleibst.

Dann ist auch ein guter Moment gekommen, selbst als Versicherungsnehmer in den Autoversicherungsvertrag einzusteigen. Du kannst Dir im besten Fall den Schadenfreiheitsrabatt aus dem Zweitwagenvertrag Deiner Eltern übertragen lassen. Das gilt natürlich immer nur für die Anzahl der schadenfreien Jahre, die der Dauer des Führerscheinbesitzes entspricht. Wichtig aber ist, dass Du die Hürde der Klasse 0 beziehungsweise SF-Klasse ½ überspringst.

Gib beim Abschluss der neuen Versicherung an, dass Du den Schadenfreiheitsrabatt Deiner Eltern übernehmen willst. Der versicherte Elternteil muss dieser Übernahme schriftlich zustimmen. Du startest dann bei der neuen Versicherung mit Deinem eigenen Schadenfreiheitsrabatt. Dabei kannst Du auch zu einem neuen Versicherer wechseln und musst nicht beim vorherigen Versicherungsunternehmen bleiben. Wie das geht, erfährst Du in unserem Ratgeber zum Wechsel der Kfz-Versicherung.

Kläre unbedingt vorher mit dem Versicherer der Eltern, unter welchen Voraussetzungen sich der Rabatt übertragen lässt. Frage vor allem, welchen Schadenfreiheitsrabatt er Dir abgibt. Viele Versicherer sind in dieser Hinsicht unkompliziert.

Einige Anbieter erlauben aber nicht immer die Abgabe von Schadenfreiheitsklassen, wenn Du zu einem anderen Versicherer wechselst. Dann musst Du rechnen, ob es günstiger ist, mit dem möglichen Rabatt beim alten Versicherer zu bleiben oder bei einem anderen mit der SF-Klasse ½ zu starten – denn die nötigen drei Jahre Führerscheindauer hast Du dann.

Video: Günstige Autoversicherung für Fahranfänger

Tipp 5: Übernimm die SF-Klassen von Verwandten

SF-Klassen kannst Du in der Regel auch von Verwandten und Lebenspartnern übernehmen. Diese Variante lohnt sich vor allem für Fahrer, die schon etliche Jahre einen Führerschein haben, aber noch nie eine eigene Autoversicherung besaßen. Frage bei Deinen Verwandten nach, ob sie in jüngster Zeit ein Fahrzeug abgemeldet haben oder es planen. Besonders lohnt sich das, wenn die Großeltern nicht mehr Auto fahren können oder wollen und Dir ihren hohen Rabatt abtreten können. Nicht alle, aber viele Versicherer gewähren diesen Übertrag.

Bei der Übernahme eines Schadenfreiheitsrabatts verliert der alte Versicherungsnehmer alle seine SF-Klassen in diesem Vertrag. Das lohnt sich also nur, wenn ein Vertrag gar nicht mehr benötigt wird. Wenn sich zum Beispiel eine 83-jährige Fahrerin aus Deiner Verwandtschaft entschließt, zukünftig auf das Autofahren zu verzichten, kannst Du das für Dich nutzen und die schadenfreien Jahre der Verwandten übernehmen.

Es können aber immer nur so viele schadenfreie Jahre übertragen werden, wie der Empfänger bereits den Führerschein besitzt.

Beispiel: Ein 25-jähriger Fahrer, der mit 18 Jahren den Führerschein gemacht hat, kann maximal sieben SF-Klassen übernehmen. Im Alter von 21 Jahren erwarb er sein erstes Auto und versicherte es als Zweitwagen über seine Eltern. Aus diesem Vertrag kann er also vier schadenfreie Jahre übernehmen.

Falls gleichzeitig aber die Möglichkeit besteht, mehr als vier SF-Klassen aus dem Vertrag eines Verwandten zu übernehmen, ist diese Variante günstiger für ihn.

Das Beispiel zeigt: Du kannst nur so viele Klassen übernehmen, wie Du selbst erreicht hättest, wenn Du direkt nach Bestehen der Führerscheinprüfung ein Auto selbst versichert hättest. Die SF-Klassen kannst Du meist noch sechs bis zwölf Monate nach der Abmeldung einer Kfz-Versicherung übernehmen. Prüfe deswegen auch, ob in Deiner Verwandtschaft vor einiger Zeit Fahrzeuge abgemeldet wurden.

Tipp 6: Nutze die SF-Klassen von Rollern und Motorrädern

Du kannst nicht nur die SF-Klassen von einem Auto auf das andere übertragen, sondern auch von Motorrädern und Rollern auf ein Auto. Dabei muss es sich mindestens um einen Roller ab 50 Kubikzentimeter handeln. Vielleicht hatten sogar Deine Eltern vor einigen Jahren ein Motorrad oder Ähnliches versichert, so dass Du nun deren Rabatt übernehmen kannst.

Übernahme der SF-Klasse möglichÜbernahme der SF-Klassen nicht möglich
Leichtkrafträder (50 – 125 ccm), Krafträder, Pkw, CampingfahrzeugeKleinkrafträder (bis 50 ccm)

Du kannst auch immer die Schadenfreiheitsrabatte zwischen Deinen Fahrzeugen tauschen. Der Fall, dass Du bereits mit dem Motorrad etliche schadenfreie Jahre gesammelt hast, bietet eine gute Ausgangslage für diesen Tausch. Die Rabattstaffel für Motorräder ist nicht so lang wie die von Autos, sie geht aktuell nur bis zur SF-Klasse 20 und verläuft deutlich flacher: Sie fängt in der Klasse 0 auch bereits bei 90 Prozent in der Kfz-Haftpflichtversicherung an, nach einem schadenfreien Jahr sinkt der Beitragssatz auf 50 Prozent.

Mit dem Tausch überträgst Du eine sehr gute Schadenfreiheitsklasse auf das Auto und senkst dort den Beitragssatz kräftig. Und Dein Motorrad wird als Zweitfahrzeug in die Schadenfreiheitsklasse ½ eingestuft. Bei der Huk-Coburg beispielsweise werden dann 65 Prozent Beitragssatz in der Kfz-Haftpflicht und 85 Prozent in der Vollkasko fällig.

Tipp 7: Nutze die Zeiten des Carsharings

Wenn Du am Carsharing teilnimmst, fährst Du regelmäßig Auto, ohne es selbst zu besitzen. Das ist gerade für Fahranfänger eine sehr gute Möglichkeit, an Fahrpraxis zu kommen, ohne für Auto und Versicherung tief in die Tasche greifen zu müssen.

Wenn Du aber dann doch irgendwann ein eigenes Auto brauchst, weil Du zur Arbeit pendeln oder unabhängiger sein willst, musst Du bei der Versicherung nicht bei null anfangen. So wie einige Versicherer die unfallfreien Zeiten des Dienstwagens als Vorversicherungszeiten anrechnen, kommen einige Anbieter auch Carsharing-Nutzern entgegen. Das haben wir im Rahmen unserer Untersuchung zu den Zweitwagenversicherungen herausgefunden.

Hast Du die geforderte Zahl an gefahrenen Tagen und Kilometern zusammen, bekommst Du dafür entsprechend schadenfreie Jahre gutgeschrieben. Der Carsharing-Anbieter muss Dir diese Daten aber schriftlich bestätigen.

Gerade wenn Du mit Carsharing die kritischen Jahre zwischen Schadenfreiheitsklasse ½ und 4 überbrücken kannst, lohnt sich das. Dann kannst Du nach diesen vier Jahren Führerscheinbesitz statt mit SF-Klasse ½ mit der SF-Klasse 4 einsteigen.

Tipp 8: Nutze Telematik-Tarife

Mit Telematik-Tarifen bieten Autoversicherer Rabatte für einen sicheren Fahrstil. Meist in Kombination mit einem Stecker oder Sensor wertet eine App auf dem Smartphone beispielsweise Beschleunigung, Bremsverhalten und Geschwindigkeit aus. Bei sehr guter Fahrweise können Fahranfänger so 20-30 Prozent sparen. Doch die höchsten Rabatte erreicht selbst ein erfahrener Autofahrer kaum, auch weil oft schwer beeinflussbare Faktoren mit in den Punktestand eingehen, etwa Fahrten in größeren Städten im Berufsverkehr.

Trotzdem kann der Telematik-Rabatt den Nachteil der fehlenden Schadenfreiheitsklasse bei jungen Fahrern zumindest etwas abfedern. Schaue also ruhig nach, ob Deine Versicherung auch eine Telematik-Option anbietet.

Du solltest Dir allerdings darüber bewusst sein, dass Du mit Telematik eine Vielzahl Deiner Fahrdaten an die Versicherung weitergibst.

Tipp 9: Wähle kein typisches Fahranfänger-Auto

Ob VW Polo, Opel Adam oder Ford Fiesta: Diese Wagen empfehlen Autohändler gern Führerschein-Neulingen, die auf der Suche nach dem ersten eigenen Wagen sind. Diese Modelle sind allerdings häufiger in Unfälle verwickelt. Das schlägt sich in hohen Typklassen nieder – und verteuert die Versicherung. Grundsätzlich gilt: Je höher die Typklasse, desto höher das Schadensrisiko und desto höher die Versicherungsprämie.

Die Typklassen reichen in der Haftpflichtversicherung von 10 bis 25. Welcher Typklasse ein Fahrzeug zugeordnet wird, hängt von vielen Faktoren ab, zum Beispiel vom jeweiligen Baujahr und der Motorisierung.

Prüfe vor einem Autokauf auf autoampel.de oder auf den Seiten des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) die jeweilige Typklasse Deines Autos und vergleiche diese mit ähnlichen Fahrzeugen. Achte besonders auf die genaue Typbezeichnung Deines Autos, denn es unterscheiden sich beispielsweise die Typklassen eines Golf IV um bis zu vier Stufen, je nach PS-Zahl und Baujahr. Wähle ein Auto mit einer niedrigeren Typklasse, um bei der Versicherungsprämie Geld zu sparen.

Tipp 10: Verzichte auf die Kasko bei sehr alten Autos

Eine Haftpflichtversicherung ist für jedes Auto in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. Kaskoversicherungen hingegen sind freiwillig. Der Abschluss einer Vollkaskoversicherung hat bei älteren Autos mit geringem Restwert keinen Sinn. Sie lohnt sich meist nur, wenn das Auto jünger als fünf Jahre ist. Bleibt die Frage nach der Teilkaskoversicherung. Dabei solltest Du vor allem drei Faktoren beachten: den Restwert Deines Autos, den Preis der Teilkaskoversicherung und die Frage, ob Du in finanzielle Schwierigkeiten kommst, wenn es gestohlen wurde.

Vergleiche Angebote mit und ohne Teilkaskoversicherung. Und wäge ab, ob die zusätzlichen Kosten in einem vertretbaren Verhältnis zum Restwert Deines Autos stehen. Überlege außerdem, ob Du eine höhere Selbstbeteiligung wählen kannst, um die Prämie zu senken. In einer Finanztip-Untersuchung von 2018 haben wir festgestellt, dass ein Eigenbehalt von 500 Euro je Schadensfall ordentlich Beitrag spart. Wenn jetzt der Restwert des Fahrzeugs noch deutlich über dem liegt, was Du im Schadensfall ohnehin selbst tragen musst, dann lohnt die Teilkasko durchaus.

Beachte, dass eine Teilkaskoversicherung in der Regel nur für folgende Schadensfälle aufkommt:

  • Diebstahl,
  • Brand, Explosion,
  • Sturm, Hagel, Überschwemmung,
  • Zusammenstöße mit Haarwild.

Wie finde ich die günstigste Autoversicherung?

Die günstigste Autoversicherung finden Sie nur, wenn Sie mehrere Anbieter vergleichen. Wie das am besten geht, haben wir in unserem großen Kfz-Versicherungstest für Sie untersucht. Das Ergebnis: machen Sie immer zwei Vergleiche! Sparen können Sie am meisten mit einer Kombination von Vergleichsportal und Direktversicherer.

Unsere Empfehlung lautet daher:Berechnen Sie zunächst ein Angebot auf Verivox oder auf Check24. Machen Sie dann zusätzlich eine Abfrage bei der Huk24, um zu sehen, ob es dort einen noch günstigeren Tarif gibt. und schließen Sie dann den günstigsten Tarif ab.

Zwei Vergleiche zu machen, mag Ihnen aufwendig vorkommen. Doch es lohnt sich. Sie finden auf diesem Weg einen Tarif, der entweder bereits der günstigste am Markt ist oder zumindest sehr nah am günstigsten Tarif liegt. Denn durch die von uns empfohlene Kombination von Portal und Direktanbieter minimieren Sie zwei Risiken:

  • Wenn Sie sich bei Ihrer Suche auf nur eine Preisabfrage bei nur einem Portal verlassen, zahlen Sie schnell zu hohe Beiträge. Schließlich listet kein gängiges Vergleichsportal alle Anbieter.
  • Setzen Sie hingegen nur auf einzelne Anbieter – auch wenn diese insgesamt günstig sind – laufen Sie immer Gefahr, einen ausnahmsweise schlechteren Tarif zu erwischen. Unsere Testreihen zeigen, dass Sie mit zwei Vergleichen dieses Risiko von Tarifausreißern senken.

Aktuell erwischen Sie durch die Kombination von Verivox und Huk24 meist den günstigsten Tarif – die durchschnittliche Abweichung liegt bei 1 Prozent. Mit der Kombination des Portals Check24 und des Direktversicherers Huk24 haben wir in unserer aktuellen Auswertung eine leicht höhere durchschnittliche Abweichung von 2 Prozent zum besten Preis ausgemacht.

Mehr Ergebnisse zu der Untersuchungs können Sie in unserem Testartikel Kfz-Versicherung nachlesen.

Verivox
Vergleich Kfz-Versicherungen
  • In der Finanztip-Untersuchung 2020: in 9 bzw. 12 von 32 Abfragen günstigsten Tarif angezeigt (September/Oktober)
  • geringe Aufschläge gegenüber günstigen Preisen anderer Anbieter
  • Abschluss direkt auf dem Portal möglich
  • deckt nicht den gesamten Markt ab
Check24
Vergleich Kfz-Versicherungen
  • In der Finanztip-Untersuchung 2020: in 4 bzw. 5 von 32 Abfragen günstigsten Tarif angezeigt (September/Oktober)
  • geringe Aufschläge gegenüber günstigen Preisen anderer Anbieter
  • Abschluss direkt auf dem Portal möglich
  • deckt nicht den gesamten Markt ab
Huk24
Kfz-Versicherung
  • In der Finanztip-Untersuchung 2020: in 15 bzw. 16 von 32 Anfragen den günstigsten Tarif angezeigt (September/Oktober)
  • Abschlussmöglichkeit direkt beim Anbieter
  • ist nicht auf den gängigen Vergleichsportalen vertreten
  • hohe Aufschläge bei einzelnen Abfragen: zusätzlicher Preisvergleich auf Vergleichsportal ist daher nötig

Du kannst mit den Portalen nicht gleichzeitig Angebote für mehrere Fahrzeuge abrufen. Falls Du also die Beiträge für mehrere Autos berechnen willst, um eine Familienversicherung abzuschließen, musst Du Dir die Angebote individuell von Deinem Versicherer einholen.

So haben wir gerechnet

Für unsere Stichprobe „Führerschein mit 17“ im Juli 2016 haben wir Preise für neun verschiedene Fahrerprofile erhoben. Drei waren auf das Auto der Eltern versichert, drei versicherten einen Zweitwagen über die Eltern und drei Fahrer versicherten ein eigenes Auto. Für alle Profile haben wir auf dem Portal Nafi-Auto Preise abgefragt. Dabei haben wir das Alter variiert und Preise für Fahrer im Alter zwischen 17 und 21 Jahren ermittelt – jeweils mit der Option Führerschein mit 17 oder Führerschein mit 18 Jahren.

Anhand der zehn günstigsten Ergebnisse pro Abfrage haben wir Durchschnittswerte und Abweichungen errechnet. Die obige Tabelle ist ein Auszug aus den Ergebnissen.

Autor
Max Mergenbaum
& Co-Autoren
Nicolas Heronymus , Silke Kursawe

26. November 2019


* Was der Stern bedeutet:

Wir wollen mit unseren Empfehlungen möglichst vielen Menschen helfen, ihre Finanzen selber zu machen. Daher sind unsere Inhalte kostenlos im Netz verfügbar. Wir finanzieren unsere aufwändige Arbeit mit sogenannten Affiliate Links. Diese Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen (*).

Bei Finanztip handhaben wir Affiliate Links aber anders als andere Websites. Wir verlinken ausschließlich auf Produkte, die vorher von unserer unabhängigen Experten-Redaktion empfohlen wurden. Nur dann kann der entsprechende Anbieter einen Link zu diesem Angebot setzen lassen. Geld bekommen wir, wenn Du auf einen solchen Link klickst oder beim Anbieter einen Vertrag abschließt.

Ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet, hat keinerlei Einfluss auf unsere Empfehlungen. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Verbraucher ist.

Mehr Informationen über unsere Arbeitsweise findest Du auf unserer Über-uns-Seite.