Vollkasko oder Teilkasko

DIE LEISTUNGEN MACHEN DEN UNTERSCHIED

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Vollkasko- oder Teilkaskoversicherung ist nicht gesetzlich vorgeschrieben: Die Kaskoversicherung ist ein Zusatzschutz zur Kfz-Haftpflichtversicherung.
  • Bei der Teilkasko haben Sie auch beim Diebstahl Ihres Autos sowie bei Glasbruch, Wildschaden und Brand Versicherungsschutz. In der Regel ersetzt die Teilkaskoversicherung den Zeitwert des Autos.
  • Bei der Vollkasko kommt die Versicherung zusätzlich auch für Schäden auf, die der Fahrzeughalter selbst verschuldet hat sowie für Vandalismus. Innerhalb der ersten Monate nach Erstzulassung zahlen fast alle Versicherer den Neupreis als Entschädigung, danach den Zeitwert. Gute Tarife zahlen den Neupreis sogar länger als zwölf Monate.
  • Einen Schadenfreiheitsrabatt mit sinkenden Beiträgen gibt es nur beim Vollkaskoschutz.

So gehen Sie vor

  • Ob eine Vollkasko oder Teilkasko die bessere Lösung ist, hängt besonders ab vom Typ, Alter und Wert Ihres Autos sowie von Ihrem Wohnort und Ihrem Schadenfreiheitsrabatt (SF-Klasse) in der Kaskoversicherung.
  • Als Grundregel gilt: Haben Sie ein neues oder sehr junges Fahrzeug sollten Sie in der Regel eine Vollkasko abschließen.
  • Bei mittelalten Fahrzeugen sollten Sie dagegen genau abwägen, ob sich der Zusatzschutz der Vollkasko im Vergleich zur Teilkasko lohnt.
  • Sparen Sie mit dem doppelten Vergleich: Machen Sie Ihre Angaben bei einem günstigen Anbieter und überprüfen Sie das Ergebnis bei einem zweiten. Wir empfehlen Check24, Verivox und die Huk24.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie zu Kfz-Versicherung immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

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Wer sich ein neues Auto zulegt, möchte das am liebsten in Watte packen und rundum absichern. Dazu gehört für viele auch der Abschluss einer Kaskoversicherung, die Schäden am eigenen Wagen bezahlt. Ob Vollkasko oder Teilkasko sinnvoll ist, hängt vor allem vom Alter und Wert des Fahrzeugs ab. Manchmal reicht auch der Abschluss einer Kfz-Haftpflichtversicherung.

Was ist versichert?

Der Teilkaskoschutz versichert in der Regel:

  • Brand und Explosion (zum Beispiel Kabelbrand);
  • Entwendung (Diebstahl einschließlich Diebstahl von Autoteilen sowie unbefugter Gebrauch), Raub und Unterschlagung;
  • Unwetterschäden (zum Beispiel Sturm ab Windstärke 8, Hagel, Blitzschlag, Überschwemmung);
  • Haarwildschäden (etwa durch Rehe oder Wildschweine) und Zusammenstoß mit anderen Tieren;
  • Marderschäden (meist sind nur kleine Kabelschäden versichert);
  • Kurzschlussschäden an der Verkabelung sowie
  • Glasbruch.

Nicht abgedeckt sind in der Teilkasko insbesondere Unfälle, die der Halter selbst verschuldet hat, und Schäden durch Vandalismus.

Die Vollkasko ersetzt dagegen alle Schäden am eigenen Fahrzeug. Das sind also die Schäden, die auch die Teilkasko versichert, und darüber hinaus Unfallschäden am eigenen Auto und Vandalismus.

Als Faustregel gilt: Eine Vollkaskoversicherung lohnt sich für Neuwagen während der ersten drei bis fünf Jahre. Prüfen Sie aber am besten genau, ob der bestehende Schadenfreiheitsrabatt nicht doch dafür spricht, die Vollkaskoversicherung weiterzuführen. Denn in der Teilkasko gibt es keinen Schadenfreiheitsrabatt. Finanzieren Sie ein Auto über Leasing oder einen Kredit, sollten Sie in der Regel eine Vollkaskoversicherung abschließen.

Vollkasko oder Teilkasko – wann lohnt welche?

In den Versicherungsbedingungen für Teilkasko ist in der Regel festgelegt, dass bei einem Schaden nur der Zeitwert ersetzt wird. Der ist umso niedriger, je älter das Auto und je schlechter sein Zustand. Eine Teilkasko empfiehlt sich daher nicht für sehr alte Autos. Für diese Fahrzeuge genügt eine Kfz-Haftpflichtversicherung. Sinnvoll ist die Teilkasko aber meist bei Fahrzeugen, für die sich eine Vollkaskoversicherung bereits nicht mehr lohnt, weil ihr Wert zu gering ist.

Grob gesagt gilt: Bei Neuwagen bis zu fünf Jahren sollten Sie über eine Vollkasko nachdenken, danach ist die Absicherung mit einer Teilkasko in der Regel ausreichend. Ist das Auto nur noch wenig wert, verzichten Sie ganz auf eine Kaskoversicherung.

Die Prämienunterschiede zwischen Voll- und Teilkasko sind häufig kleiner, als viele Fahrer vermuten. Je nach Fahrzeugtyp, dem Wohnort und SF-Klasse des Halters können die Preise eng beieinander liegen. Vergleichen Sie die Tarife deshalb unbedingt auf mehr als einem Vergleichsportal im Internet und nutzen Sie dazu die Tipps aus unserem Ratgeber Autoversicherung.

Wenn Sie eine Kaskoversicherung abschließen, prüfen Sie, ob Marderbisse mitversichert sind. Manche Anbieter übernehmen Schäden an Schläuchen, Bremsleitungen und der Verkabelung nur teilweise. Andere Tarife ersetzen alle Schäden durch Marderbisse in Gänze, einschließlich der Folgeschäden.

Wenn Sie Schäden durch Tiere aller Art versichern möchten, benötigen Sie eine Teilkaskoversicherung mit erweiterter Wildschadenklausel. Diese Erweiterung ist vor allem dann sinnvoll, wenn Sie in einer ländlichen Region leben. Wieviel der Zusatzschutz kostet, haben wir in einer Studie errechnet.

Wie hoch ist der Beitrag für die Kaskoversicherung?

Wie hoch die Prämie ausfällt, hängt in der Kaskoversicherung stark davon ab, in welche Typklasse das Fahrzeug eingestuft ist. So müssen Sie für einen BMW 3er deutlich höhere Beiträge zahlen als für einen Audi A4 mit vergleichbarer Motorisierung, obwohl beide Modelle zur Mittelklasse zählen. Wenn eine Typklasse für ein Modell bestimmt wird, fließen Statistiken beispielsweise dazu ein, wie oft das jeweilige Modell gestohlen wird.

Neben der Typklasse spielt für den Beitrag auch die Region eine Rolle, in der der Halter gemeldet ist – oder schlicht seine Postleitzahl. Denn je nach Region treten beispielsweise Unwetter oder Vandalismus häufiger oder seltener auf. Diese Statistiken werden mit der Regionalklasse berücksichtigt.

Während eine Teilkaskoversicherung keinen Schadenfreiheitsrabatt gewährt, können Sie in der Vollkaskoversicherung Schadenfreiheitsklassen sammeln. Dadurch sinkt die Prämie mit den unfallfreien Jahren.

Mit einer Selbstbeteiligung können Sie den Preis für Ihre Kaskoversicherung senken. So haben wir in einer Finanztip-Studie herausgefunden, wie sich die Beiträge durch einen Eigenbehalt je Schadenfall verringern: In der Teilkasko ist eine Selbstbeteiligung von 150 Euro sinnvoll, in der Vollkasko von 300 Euro.

Zwar können Sie Ihren Beitrag mit einer noch höheren Selbstbeteiligung weiter senken, aber in der Regel reduziert er sich dann nur noch geringfügig. Vergleichen Sie aber durchaus auch den Preis für höhere Selbstbeteiligungen, falls Sie sich diese leisten können.

Günstiger wird die Autoversicherung außerdem, wenn der Fahrer gewisse Merkmale besitzt, die für die Versicherung das Risiko eines Schadens senken. So erschwert eine Garage zum Beispiel den Diebstahl und verhindert Hagelschäden.

Ihr Weg zur günstigsten Autoversicherung

Um die günstigste Autoversicherung zu finden, sollten Sie sich nicht auf einen Anbieter allein verlassen. Unser großer Portaltest hat ergeben, dass Sie am besten mehrere Vergleiche kombinieren. Denn nicht alle Vergleichsportale listen alle Versicherungen. 

Sparen Sie mit dem doppelten Vergleich: Machen Sie Ihre Angaben bei einem günstigen Anbieter und überprüfen Sie das Ergebnis bei einem zweiten. Wir empfehlen Check24, Verivox und die Huk24. Damit erhalten Sie in allen Fällen ein sehr gutes Ergebnis und können auch direkt eine Police abschließen. Wie Sie die Vergleichsportale richtig einstellen, erklären wir in unserem Ratgeber zum Wechsel der Kfz-Versicherung.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Annika Krempel

Finanztip-Expertin für Versicherungen (bis Januar 2018)

Annika Krempel war Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Zuvor hatte sie bereits bei ZDF Wiso, dem RBB und der Stiftung Warentest Erfahrungen als Verbraucherjournalistin gesammelt.

Silke Kursawe

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Silke Kursawe ist bei Finanztip Expertin für Versicherungen. Sie ist Versicherungsbetriebswirtin und hat einen Master im Versicherungsrecht. Silke verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Branche und im Bereich der Sach- und Haftpflichtversicherungen. Außerdem absolvierte sie erfolgreich ein Studium der Wirtschaftspädagogik in Göttingen.