Teilkasko

Wann Du eine Teilkaskoversicherung brauchst

Silke Kursawe
& Co-Autoren
Stand: 01. Oktober 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Eine Teilkaskoversicherung deckt Schäden an Deinem eigenen Auto ab, die beispielsweise durch Brand, Diebstahl oder auch Unwetter verursacht werden.
  • Sie ist die richtige Absicherung für Dich, wenn Du ein älteres Auto fährst, das aber noch ein paar Tausend Euro wert ist.
  • Besitzt Du einen Neuwagen oder ein wertvolles, altes Auto solltest Du über eine Vollkaskoversicherung nachdenken. Sie zahlt auch bei Unfällen, die Du selbst verschuldest, sowie Vandalismus.
  • Mit einer Selbstbeteiligung in der richtigen Höhe kannst Du Deinen Beitrag senken.
So gehst Du vor
  • Finanztip-Empfehlung bei der Suche nach einer guten Autoversicherung: Am meisten kannst Du sparen, indem Du Vergleichsportal und Direktversicherer kombinierst. Berechne zunächst die günstigste Kfz-Versicherung auf Verivox oder Check24. Und lass Dir dann ein Angebot von der Huk24 machen.

Wenn Du Dir ein Auto für viel Geld zulegst, willst Du wahrscheinlich abgesichert sein im Fall eines Schadens. Die Teilkaskoversicherung verhindert Schäden zwar nicht, entschädigt Dich zumindest aber finanziell. Was sie zahlt und wann sie sich für Dich lohnt, liest Du in diesem Ratgeber.

Wann zahlt die Teilkaskoversicherung?

Die Teilkasko zahlt bei Schäden, die Du nicht selbst verursachst. In der Regel gehören dazu:

  • Diebstahl,
  • Raub und Unterschlagung,
  • Brand und Explosion,
  • Unwetterschäden wie Sturm, Blitzschlag, Hagel und Überschwemmung,
  • Schäden durch Zusammenstöße mit Haarwild wie Rehen oder Wildschweinen,
  • Marderbisse an Kabeln, Schläuchen und Leitungen,
  • Kabelschäden durch Kurzschluss,
  • Glasbruch zum Beispiel durch Steinschlag.

Willst Du auch bei selbstverschuldeten Unfällen und Vandalismus abgesichert sein, brauchst Du eine Vollkasko. Entsprechende Schäden zahlt die Teilkasko nicht. Im Vollkaskoschutz ist der Teilkaskoschutz enthalten.

Was sollte die Teilkasko außerdem abdecken?

Auf einige Leistungen solltest Du bei der Teilkasko besonderen Wert legen. Auf die folgenden solltest Du nicht verzichten.

Keine Einrede grober Fahrlässigkeit - Wenn Dein Versicherungsvertrag diese Klausel enthält, leistet der Versicherer auch dann in vollem Umfang, wenn Du einen Schaden an Deinem Auto grob fahrlässig verursachst. Er verzichtet auf sein Recht zur „Einrede der groben Fahrlässigkeit“. Beispiele: Du überfährst eine rote Ampel, fährst viel zu schnell oder schreibst Nachrichten auf dem Handy und verursachst dabei einen Unfall. Nicht versichert sind Fälle, in denen Du unter Alkohol- oder Drogeneinfluss einen Unfall baust oder wenn Du den Diebstahl Deines Wagens grob fahrlässig ermöglichst. In den meisten Tarifen ist die Klausel enthalten.

Marderbisse mit Folgeschäden -Besonders zur Paarungszeit im Frühjahr verkriechen sich Marder gerne in warmen Motorräumen. Dort knabbern sie dann an Schläuchen und Kabeln. Das kann zu teuren Schäden führen. Du solltest einen Tarif abschließen, der nicht nur die Kabel- sondern auch die Folgeschäden wie einen Motorschaden ersetzt. Eine Untersuchung, die wir für Dich gemacht haben zeigt: Häufig bekommst Du diesen Zusatzschutz kostenlos. Gibt es einen Aufpreis, ist dieser meist gering.

Erweiterte Wildschadendeckung - Diese Erweiterung ist inzwischen Standard. Ohne hat die Kasko nur bei Unfällen mit Haarwild wie Rehen oder Wildschweinen gezahlt. Mit ihr bist Du auch versichert, wenn Du mit anderen Tieren zusammenstößt – zum Beispiel mit Kühen oder Pferden auf der Landstraße.

Viele der Klauseln sind in guten und günstigen Tarifen bereits enthalten. Ein Vergleich lohnt sich daher. Wie Du dabei am besten vorgehst, liest Du in unserem Ratgeber Autoversicherung.

Wann lohnt sich die Teilkaskoversicherung für Dich?

Die Teilkaskoversicherung ist eine freiwillige Versicherung – im Gegensatz zur Kfz-Haftpflicht, die Du haben musst, wenn Du mit Deinem Auto fahren möchtest.

Die Teilkasko lohnt sich für ältere Autos

Verbreitet ist die Teilkasko vor allem bei Haltern, die ein älteres Auto fahren, das noch einen Wert von mehr als 4.000 Euro hat. Liegt er darunter, verzichten viele auf den Kaskoschutz. Letztlich hängt es von Deiner individuellen Situation ab, ob Du Dir eine Kaskoversicherung leisten möchtest oder nicht.

Schau Dir dafür an, wie viel Du für eine Teilkasko draufzahlen musst. Rechne Dir dann aus, ob Du es Dir leisten kannst und willst, bei einem Diebstahl ein neues Auto zu kaufen. Oder ob Du die Reparatur eines Unwetterschadens zahlen kannst und willst. Danach wägst Du ab, ob der Aufpreis für die Kaskoversicherung im Verhältnis zum Wagenwert in Ordnung ist.

Beispiel: Ist Dein Auto noch 5.000 Euro wert und kostet die Teilkaskoversicherung pro Jahr etwa 100 Euro Aufpreis, ist die Kasko durchaus sinnvoll – ganz gleich, ob Du Schäden auch selbst zahlen würdest.

Wann solltest Du von der Voll- in die Teilkasko wechseln?

Der Hauptunterschied zwischen Vollkasko und Teilkasko besteht darin, dass die Vollkasko auch bei Schäden zahlt, die Du selbst verursacht hast, sowie bei Vandalismus. Es gibt allerdings auch noch andere Punkte, die Du bei Deiner Entscheidung über einen Wechsel beachten solltest.

Kein Schadenfreiheitsrabatt bei der Teilkasko

In der Teilkaskoversicherung gibt es im Unterschied zur Kfz-Haftpflicht und zur Vollkasko keinen Schadensfreiheitsrabatt. Das bedeutet, dass der Beitrag gleich bleibt, auch wenn Du schadenfrei fährst. Der Grund dafür: Der Schadenfreiheitsrabatt ist ein persönlicher Rabatt – den Dir die Versicherung für umsichtiges und sicheres Fahren gibt. Da die Teilkasko aber nur Schäden abdeckt, die Du nicht selbst verursachst, ist Dein persönliches Fahrverhalten für sie relativ egal.

In der Vollkasko, die auch bei selbstverschuldeten Schäden einspringt, baust Du über die (unfallfreien) Jahre hingegen einen Schadenfreiheitsrabatt auf. Der senkt den Beitrag. Wenn Du in der Vollkasko lange schadenfrei unterwegs bist, kann es daher sein, dass dieser Rundumschutz dank hoher Schadenfreiheitsklasse kaum teurer ist als die Teilkasko – vielleicht sogar billiger. In Orten mit einer günstigen Regionalklasse, in denen wenig Kaskoschäden auftreten, steigt die Wahrscheinlichkeit zusätzlich.

In der Teilkasko gibt es nur den Zeitwert

Außerdem unterscheidet die beiden Varianten, dass Du in der Vollkasko bei einem Totalschaden mehrere Monate nach der Erstzulassung den Neuwert Deines Autos erstattet bekommst – in sehr guten Tarifen bis zu 24 Monate. Die Teilkasko dagegen zahlt in der Regel nur den Zeitwert – also so viel, wie das Auto vor dem Schaden noch wert war. Je älter also das Auto, umso weniger erstattet die Versicherung im Schadensfall. Daher lohnt sich eine Teilkasko nicht mehr bei sehr alten Autos, die kaum noch Wert haben. Dann reicht die gesetzlich vorgeschriebene Kfz-Haftpflichtversicherung.

Bei neuen und sehr alten Autos solltest Du abwägen

Bei einem jüngeren Fahrzeug solltest Du deshalb genau prüfen, wann es sinnvoll ist, von der Vollkasko zur Teilkasko zu wechseln. Bei einem sehr alten Auto mit kaum Restwert solltest Du abwägen, ob Du irgendwann ganz auf den Kasko-Schutz verzichtest.

Wie kannst Du bei der Teilkasko sparen?

In der Teilkasko sind 150 Euro Selbstbeteiligung praktisch Standard. Damit hältst Du Deinen Beitrag niedrig, weil die Versicherung nicht für kleinere Schäden aufkommen muss. Dadurch spart sie sich einiges an Verwaltungsaufwand und Du zahlst deutlich weniger. Wir untersuchen für Dich regelmäßig, wie hoch das Sparpotential ist: zuletzt in unserer Studie im August 2020. Wir empfehlen Dir in der Teilkasko eine Selbstbeteiligung in Höhe von 150 oder 300 Euro zu vereinbaren. In unserer Untersuchung konnten wir die Beiträge durch 150 Euro Selbstbehalt im Schnitt um 18 Prozent senken, durch 300 Euro sogar um 25 Prozent.

Außerdem beeinflussen Regionalklassen den Preis. Versicherer bewerten einen Wohnort danach, wie häufig dort Unfälle passieren oder Fahrzeuge gestohlen werden. Wer zum Beispiel in Köln wohnt, muss deshalb mehr zahlen als jemand, der in Paderborn oder Münster lebt. Daneben beeinflussen auch Typklassen den Preis. Sie geben Auskunft darüber, ob bestimmte Modelle häufiger gestohlen oder in Unfälle verwickelt sind.

Dein Weg zur günstigsten Autoversicherung

Die günstigste Autoversicherung findest Du nur, wenn Du mehrere Anbieter vergleichst. Unsere große Untersuchung zur Kfz-Versicherung zeigt, dass Du am besten mindestens zwei Vergleiche kombinierst. Denn nicht alle Versicherer sind auch auf allen Vergleichsportalen vertreten.

Spar mit einer Kombination von Vergleichsportal und Direktversicherer. Berechne zunächst einfach die günstigste passende Kfz-Versicherung entweder auf Verivox oder Check24. Hol Dir danach ein Angebot bei der Huk24. Und schließ den Vertrag dann beim günstigsten Anbieter. Wie Du auf einem Vergleichsportal die passende Kfz-Versicherung findest, erklären wir in unserem Ratgeber zum Wechsel der Kfz-Versicherung.

Autor
Silke Kursawe
& Co-Autoren
Annika Krempel , Nicolas Heronymus

Stand: 01. Oktober 2020


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