Energieeffizienzklasse

So erkennst Du effiziente Elektrogeräte

Ines Rutschmann
Expertin für Energie
01. März 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Energieeffizienzlabels sollen Verbraucher in die Lage versetzen, energiesparende Geräte zu erwerben und die Umwelt zu schonen.
  • Die Energieeffizienz wird mit den Klassen A (hohe Effizienz) bis G (niedrige Effizienz) bezeichnet. Zusätzlich kann in der Kategorie A zwischen A+ bis A+++ unterschieden werden, etwa bei Backöfen oder Klimaanlagen.
  • Seit März 2021 gilt das neue Energielabel für Waschmaschinen, Kühlschränke oder Fernseher: Es reicht von A bis G – die Label A+ bis A+++ gibt es nicht mehr.
  • Ab September 2021 gilt das neue Energielabel auch für Lampen und Leuchten.
So gehst Du vor
  • Die Energieeffizienzklassen unterscheiden sich je nach Produktgruppe. 
  • Finde vor dem Kauf heraus, welche Effizienzklasse für die jeweilige Geräteart die beste ist, beispielsweise über die Internetplattform Ecotopten des Ökoinstituts.
  • Achte beim Kauf neben dem Energielabel noch auf weitere Geräteeigenschaften wie Lebensdauer und zusätzlichen Ressourcenverbrauch.

Ein neuer Gerätekauf steht an, und Du willst Energie und damit Geld sparen? Energieeffizienzlabel können Dir die Kaufentscheidung erleichtern und sollen den Absatz energiesparender Produkte erhöhen.

Welche Energieeffizienzklassen gibt es?

Seit Anfang der 1990er Jahre gibt es Energielabels für Haushaltsgeräte. Den Ausgangspunkt bildete eine EU-Richtlinie. Zunächst wurde der Energieverbrauch mit den Buchstaben A bis G gekennzeichnet. Die Kategorie A bekamen Geräte mit dem niedrigsten Energieverbrauch. Energiefresser landeten in der schlechtesten Kategorie G.

Unterschiede im Energieverbrauch wurden auch farblich kenntlich gemacht. Angelehnt an eine Verkehrsampel hat die beste Energieklasse A bis heute die Farbe Dunkelgrün, die schlechteste mit dem Buchstaben G die Farbe Rot.

Um zu bestimmen, welche Produkte der Kategorie A zugeordnet werden, wurde 1998 ein Referenzgerät festgelegt. Die mit dem Energielabel ausgezeichneten Produkte müssen seitdem einen geringeren Energieverbrauch als das Referenzgerät aufweisen. Da aufgrund des technischen Fortschritts bald viele Produkte die höchste Effizienzklasse erreichten, wurden diese schrittweise um die Einstufungen A+ bis A+++ ergänzt.

Darunter litt die Übersichtlichkeit des Energielabels. Denn für Verbraucher ist der Unterschied zwischen den einzelnen A-Niveaus nicht deutlich zu erkennen. Zusätzlich für Verwirrung sorgt, dass bei einzelnen Gerätegruppen die schlechten Energieklassen nicht mehr vorkommen. Bei Waschmaschinen beispielsweise gibt es nur noch die A-Labels.

Am 1. August 2017 trat die neue EU-Energielabel-Verordnung in Kraft. Sie legt die Rückkehr zur A- bis G-Kennzeichnung fest. Aber nicht nur das: Damit die beste Kategorie A nicht wieder durch +-Zeichen erweitert wird, wenn Geräte immer weniger Strom benötigen, dürfen die effizientesten Geräte zunächst lediglich ein B-Label aufweisen – das A-Label gibt es erst nach weiteren Effizienzverbesserungen.

Für Verbraucher sind diese Änderungen seit März 2021 im Handel sichtbar:  Waschmaschinen, Geschirrspüler, Fernseher und andere elektronische Displays, Trockner sowie Kühl- und Gefrierschränke tragen die neuen Labels. Bis 16. März 2021 haben die Händler Zeit, die neuen Label an den Geräten anzubringen und die alten zu entfernen. Während dieser rund zwei Wochen kann ein Gerät auch zwei Label tragen - das neue und das alte. 

Lampen und Leuchten sind mit der Umstellung später dran: Sie müssen erst ab September 2021 im Laden und beim Online-Händler das neue Label haben. Die weiteren Produktgruppen, die unter die Kennzeichnungspflicht fallen, sollen bis spätestens 2030 ein überarbeitetes Label erhalten. Zu diesen Produktgruppen gehören Backöfen, Dunstabzugshauben, Warmwasserspeicher, Klimaanlagen und kleinere Heizgeräte, die Du etwa an eine Steckdose anschließen kannst.

Wie die neuen Energieeffizienzlabel aussehen, hat das Bundeswirtschaftsministerium in einem Leitfaden dargestellt. 

Muster eines bis Februar 2021 gültigen Labels für Waschmaschinen

Muster eines seit März 2021 gültigen Labels für Waschmaschinen

Welche Produkte sind mit Energieeffizienzklassen gekennzeichnet?

In Deutschland regeln das Energieverbrauchskennzeichnungsgesetz (EnVKG) und die Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung (EnVKV) die Vorgaben aus den EU-Richtlinien. Wichtig: Die Effizienzklassen werden für jede Gerätegruppe einzeln festgelegt.

Je geringer der Verbrauch im Vergleich zum jeweiligen Referenzgerät ausfällt, desto höher ist die Energieeffizienzklasse, in die das Gerät eingestuft wird. Verbraucher können dadurch Geräte innerhalb einer Produktgruppe miteinander vergleichen. Die Energieeffizienz verschiedener Gerätetypen lässt sich dagegen nicht miteinander ins Verhältnis setzen.

Außer der Energieeffizienzklasse enthält das Energielabel noch weitere Informationen über das betreffende Produkt. Neben der Angabe des jährlichen Stromverbrauchs sind meist auch Größe und Geräuschentwicklung ausgewiesen. Braucht das Gerät neben Strom noch weitere Energieträger wie Gas oder Wasser, ist deren Verbrauch ebenfalls aufgeführt.

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Welche Haushaltsgeräte mit Energieeffizienzklassen gekennzeichnet werden, haben wir in der folgenden Tabelle für Dich zusammengefasst.

Energieeffizienzklassen Haushaltsgeräte

HaushaltsgerätEffizienzklassenZusatzinformationen
auf den Labels
WaschmaschineA bis GStromverbrauch, Wasserverbrauch, maximale Beladung im Eco-Modus, Geräuschemission, Dauer eines Waschgangs im Eco-Modus, Schleuderwirkungsklasse
WaschtrocknerA bis GEnergieverbrauch, maximale Beladung, Geräuschemission, Wasserverbrauch, Schleuderwirkungsklasse, Dauer eines Wasch- oder Trockengangs
Kühl- oder GefrierschrankA bis GStromverbrauch, Kühl- bzw. Gefriervolumen, Geräuschemission
GeschirrspülerA bis GStromverbrauch, Wasserverbrauch, Standardbeladung, Geräuschemission, Dauer eines Trockengangs im Eco-Modus
Fernseher und MonitoreA bis GStromverbrauch im aktiven Modus, sichtbare Bildschirmdiagonale, Auflösung
elektrische Lampen und Leuchtenbis August 2021: A++ bis ELeuchtmittel (Fachbegriff: Lampe): Stromverbrauch bei 1.000 Stunden Nutzungsdauer; Lampe (Fachbegriff: Leuchte): Einsatzzweck, Fassung für Leuchtmittel und deren Energieeffizienzklasse, wenn mitgeliefert.
ElektrobacköfenA+++ bis DGröße des Garraumes, durchschnittlicher Energieverbrauch pro Zyklus (Umluft oder konventionelle Beheizung)
DunstabzugshaubenA++ bis E,
ab 2019: A++ bis D
jährlicher Stromverbrauch in kWh, Fettabscheidegrad, Geräuschentwicklung
HeizgeräteA+ bis G,
ab 2019: A+++ bis D
Energieeinsatz, Heizleistung, Geräuschentwicklung
Warmwasserbereiter und -speicherVerbundanlage: A+++ bis G, (Solar-) Warmwasserbereiter A bis G, Warmwasserspeicher A+ bis Gjährlicher Stromverbrauch, Geräuschentwicklung, Eignung für den ausschließlichen Betrieb zu Schwachlastzeiten
Wohnraumlüftungsgeräte / RaumklimageräteA+++ bis GKühl- und Heizleistung Geräuschentwicklung Stromverbrauch bei 60 Minuten Volllastbetrieb

Quellen: Umweltbundesamt (Stand: 2013 bis 2018), BMWi (Stand: März 2021)

Staubsauger vorerst ohne Energielabel im Handel

Seit Ende Januar 2019 kommen Staubsauger ohne Energielabel in den Handel. Grund dafür ist ein Rechtsstreit der EU-Kommission mit dem Unternehmen Dyson, welches beutellose Staubsauger herstellt. Die britische Firma hatte gegen das Testverfahren für die Vergabe des Energie-Labels Einspruch erhoben. Dabei wurden die Staubsauger mit leerem Beutel gemessen. Der Energieverbrauch der Geräte sei mit vollem Beutel höher, argumentierte Dyson und sah sich dadurch im Nachteil. Das Gericht der Europäischen Union gab dem Hersteller im November 2018 Recht.

Da die EU-Kommission darauf verzichtet hat, gegen das Urteil Rechtsmittel einzulegen, ist die Verordnung, die die Kennzeichnung von Staubsaugern mit einem Energielabel vorsieht, Ende Januar 2019 ausgelaufen. Bis eine Neuregelung gefunden wird, können ab sofort auch Geräte ohne eine Kennzeichnung in den Handel kommen. Verbrauchern bleibt nichts anderes übrig, als Geräte mittels der vorhandenen Herstellerangaben zu vergleichen oder sich anhand von Produkttests im Internet zu informieren.

Auch Gebäude, Heizungen und Pkw werden gekennzeichnet

Das Energielabel findet sich nicht nur auf Haushaltsgeräten, sondern mittlerweile auch in anderen Bereichen. So sieht die Energieeinsparverordnung (EnEV) in bestimmten Fällen vor, dass die Energieeffizienz von Gebäuden anhand eines Energieausweises bewertet wird. Den brauchst Du zum Beispiel, wenn Du Dein Haus verkaufen willst. Ausstellen lassen musst Du Dir den Ausweis auch nach einer Modernisierung – etwa im Zuge einer energetischen Sanierung. Durch einen solchen Umbau lassen sich langfristig Energieverbrauch und Kosten senken.

Seit Herbst 2015 gibt es außerdem Energielabels für Heizungen. Die meisten neuen Anlagen müssen ein Label tragen. Falls Du Dich zu einer neuen Heizanlage beraten lässt, sollte Dich Dein Ansprechpartner auf die Energieeffizienzklasse der Anlage hinweisen.

Mittlerweile werden auch Kraftfahrzeuge mit dem Energielabel versehen. Kriterien für sparsame und klimaschonende Pkw sind der Kohlendioxid-Ausstoß (CO2-Ausstoß) und das Gewicht des Fahrzeugs. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) kritisiert, dass das Label schwere Fahrzeuge bevorzuge und damit für Verbraucher als Informationsquelle ungeeignet sei.

Händler stufen Geräte selbst ein

Das EU-Energielabel wird nicht durch eine unabhängige Institution vergeben, sondern die Hersteller stufen die Geräte selbst ein. Die Verbraucherzentralen stellen regelmäßig Mängel bei der Kennzeichnung fest, wenn sie diese stichprobenartig überprüfen. Und die Stiftung Warentest fand 2017 heraus, dass das Energielabel bei Waschmaschinen nur die Effektivität des Eco-Programms angebe. Dabei unterschreiten viele Maschinen im Sparprogramm die angegebene Temperatur von 60 Grad und erreichen so gute Verbrauchswerte. Als erste Orientierungshilfe im Hinblick auf den Energieverbrauch ist das EU-Energielabel dennoch sinnvoll.

Worauf sollte ich beim Kauf eines neuen Gerätes achten?

Wenn Du Dir ein neues Gerät anschaffen willst, achte unbedingt auf ein gutes Energieeffizienzlabel innerhalb der jeweiligen Produktgruppe. Wenn ein sparsames Gerät etwas mehr kostet als ein weniger sparsames, lohnt sich die Mehrausgabe über die Jahre in den meisten Fällen, weil Du ja weniger Energiekosten hast – und nebenbei leistest Du noch einen Beitrag zum Klimaschutz. Auf der Internetplattform Ecotopten des Öko-Instituts findest Du Empfehlungen für besonders energiesparende Geräte.

Berücksichtige bei Deiner Kaufentscheidung am besten auch noch andere Faktoren wie die Lebensdauer und den Verbrauch weiterer Energieträger beim Betrieb des Produktes. Auch die Herstellungsweise kann eine Rolle spielen, etwa, ob recycelte Materialien zum Einsatz gekommen sind.

Doch die effizienteste Technik hilft nichts, wenn sie nicht auch umweltbewusst genutzt wird. Wie Du nicht nur durch den Kauf von Haushaltsgeräten, sondern auch bei deren Gebrauch im Alltag Strom­kos­ten sparen kannst, haben wir in unseren Stromspartipps zusammengefasst.

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