Schufa-Auskunft: Datenkopie nach DSGVO

Ist Ihr Schufa-Eintrag korrekt?

Das Wichtigste in Kürze

  • Die bei der Schufa gespeicherten Daten haben Einfluss darauf, ob Sie einen Kredit von einer Bank bekommen und zu welchem Zinssatz.
  • Auch beim Anmieten einer Wohnung spielt die Auskunftei Schufa oft eine wichtige Rolle.
  • Wie genau der Score, also Ihre Kreditwürdigkeit, berechnet wird, ist ein Geschäftsgeheimnis des Unternehmens.
  • Sie sollten allerdings von Ihrem Recht Gebrauch machen und die Daten kontrollieren, die die Schufa über Sie gespeichert hat.

So gehen Sie vor

  • Prüfen Sie, ob die über Sie gespeicherten Informationen richtig sind. Das geht kostenlos über die sogenannte Datenkopie (früher: Schufa-Eigenauskunft). Die Datenkopie können Sie kostenlos mehrmals im Jahr anfordern.
  • Fordern Sie die Schufa zu einer Korrektur auf, falls Sie Fehler entdecken.
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Wissen Sie, was die Auskunftei Schufa über Sie gespeichert hat? Das sollten Sie unbedingt – spätestens dann, wenn Sie darüber nachdenken, einen Kredit oder eine Baufinanzierung zu beantragen. Denn die Banken nutzen unter anderem die Daten der Schufa für ihre Kreditentscheidung.

Daher sollten Sie sicherstellen, dass die Daten der Auskunftei korrekt sind, bevor Sie sich auf die Suche nach einer passenden Finanzierung machen. Das geht einfacher, als Sie womöglich denken. Denn die Schufa ist verpflichtet,

  • Ihnen eine kostenlose Kopie der personenbezogenen Daten auszustellen (Art. 15 DSGVO) sowie
  • unstrittig fehlerhafte Angaben umgehend zu korrigieren.

Wie funktioniert die Schufa?

Die 1927 gegründete Schufa ist eine privatwirtschaftlich organisierte Auskunftei, laut eigenen Worten die führende Auskunftei in Deutschland. Neben ihr sind zum Beispiel Bürgel, Arvato und Deltavista in Deutschland tätig. Die Schufa sammelt kundenbezogene Daten von mehr 9.000 Vertragspartnern. Im Gegenzug erhalten diese Unternehmen Zugriff auf die von der Schufa gespeicherten Informationen, um sich ein Bild über die Kreditwürdigkeit eines potenziellen Kunden zu machen. Neben Banken, Sparkassen und Leasingunternehmen nutzen auch Versandhändler, Stromanbieter und Telekommunikationsgesellschaften diese Datenquelle.

Die Schufa hat nach eigenen Angaben Daten von mehr als 67 Millionen Bürgern gespeichert. Fragen muss sie dabei die Verbraucher nicht. Die Unternehmen, die die Daten weitergeben, müssen ihre Kunden darüber jedoch informieren.

Die folgende Tabelle zeigt, welche Informationen die Schufa speichert.

Überblick der gespeicherten Daten bei der Schufa

allgemeine Angaben zur Person allgemeine Daten über die Finanzen Informationen zu Zahlungsstörungen
Vorname, Nachname bestehende Girokonten geplatzte Schecks
Geburtsdatum Kreditkarten Mahnverfahren
Geburtsort Handyverträge Vollstreckungsbescheide
aktuelle Adresse Leasingverträge private Konkurse
frühere Adressen Daten über laufende oder abbezahlte Kredite Informationen über eidesstattliche Versicherungen
Kredit- und Konditionsanfragen

Quelle: Schufa (Stand: Juni 2018)

Die Schufa speichert keine Daten zu Familienstand, Nationalität, Arbeitgeber, Einkommen, Guthaben und Wertpapierdepots. Außerdem ist das Speichern von besonderen Daten wie Religion oder Herkunft verboten. Das regelt Artikel 9 der seit Ende Mai 2018 geltenden EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).

Die Schufa hebt die über Sie erfassten Daten auch nicht ewig auf. Sie werden in festen Abständen gelöscht, wie folgende Tabelle zeigt. Das Löschen erfolgt dabei taggenau. Die Fristen stehen seit Mai 2018 nicht mehr im Gesetz. Die Auskunfteien haben sie in einem sogenannten Code of Conduct festgelegt, also in Verhaltensrichtlinien, die sich die Schufa und andere Auskunfteien selbst auferlegt habe.

Fristen der Datenspeicherung bei der Schufa

Art der Information Löschungszeitpunkt
Informationen über Kredite 3 Jahre nach Rückzahlung des Kredits
Informationen über Giro- und Kreditkartenkonten nach Benachrichtigung der Schufa über die Auflösung des Kontos
Kreditanfragen 12 Monate nach Anfrage
Kreditkonditionen-Anfragen (nur für Verbraucher sichtbar) 12 Monate nach Anfrage

Quelle: Schufa (Stand: Juni 2018)

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Welche Informationen liefert die Schufa an Unternehmen?

Wenn ein Kreditgeber Ihre Schufa-Daten abfragt, interessiert er sich unter anderem für Negativmerkmale. Häufig spricht man von einer „negativen Schufa“. Dazu gehören beispielsweise Einträge über Kredite, die eine Bank ihrem Kunden gekündigt hat, Zahlungsausfälle und Einträge aus öffentlichen Schuldnerverzeichnissen.

Ebenso wichtig sind mittlerweile die sogenannten Score-Werte. Sie sind das Ergebnis eines komplexen statistisch-mathematischen Verfahrens, mit dem die Schufa alle ihr über einen Menschen bekannten Daten analysiert und mit anderen Kreditnehmern und deren Ausfallquoten vergleicht. Daraus wird eine Wahrscheinlichkeit zwischen 0 und 100 Prozent errechnet, dass ein Kredit auch zurückgezahlt wird.

Die spezifischen Score-Werte bilden zunehmend die Grundlage für die Berechnung des Zinssatzes, den Ihnen ein Kreditinstitut anbietet, wenn Sie eine Kreditanfrage stellen. Die Logik ist einfach: Je niedriger der Score-Wert, desto geringer die von der Schufa ermittelte Rückzahlwahrscheinlichkeit – und desto höher womöglich der Zinssatz, den die Bank von Ihnen einfordert, um das Ausfallrisiko abzusichern.

Was das für Sie als Kreditnehmer bedeutet

  • Erkundigen Sie sich, welche Daten die Schufa über Sie gespeichert hat. Fordern Sie dazu regelmäßig eine Datenkopie (früher: Schufa-Eigenauskunft) an. Die erhalten Sie kostenlos – und das auch mehrmals im Jahr. Exzessiv und grundlos können Sie die Datenkopie jedoch nicht anfordern. Der Basis-Score wird Ihnen im Rahmen der Eigenauskunft mitgeteilt und jedes Vierteljahr aktualisiert.
  • Überprüfen Sie die Daten und stellen Sie sicher, dass sie korrekt sind. Sie haben das Recht, dass die Schufa etwaige Fehler kostenlos und sofort korrigiert.

Wie kommen Sie an Ihre Datenkopie?

Die Schufa ist dazu verpflichtet, Ihnen eine kostenlose Datenkopie zur Verfügung zu stellen (Art. 15 DSGVO). Das geht mehrmals im Jahr. Die Datenkopie muss dann innerhalb eines Monats bei Ihnen ankommen, in der Regel dürfte dies jedoch schneller gehen. Den Antrag dazu finden Sie etwas versteckt auf der Website.

Sie füllen den Antrag online aus und laden eine Kopie Ihres Ausweises hoch. Die Schufa schickt Ihnen die Datenkopie dann per Post. Das Bestellen der Datenkopie hat keinen Einfluss auf Ihre Schufa-Bewertung.

Die Schufa weist darauf hin, dass die Datenkopie vertrauliche Informationen enthält, über die zum Beispiel ein möglicher Vermieter keine Auskunft erhalten muss. Deshalb empfiehlt sie für Mietangelegenheiten die kostenpflichtige Bonitätsauskunft (29,95 Euro).

Was steht in der Datenkopie?

Auf Blatt 1 des Antwortschreibens sehen Sie, welche aktuelle Adresse und welche früheren Anschriften die Schufa notiert hat sowie Ihr Geburtsdatum. Überprüfen Sie auch Ihren Geburtsnamen und den Geburtsort, um sicherzugehen, dass die Schufa keine fehlerhaften Daten von Ihnen verwendet.

Auf den nächsten Seiten finden Sie die kreditrelevanten Daten, die Anfragen von Unternehmen und die Score-Werte, die die Schufa in den vergangenen zwölf Monaten an ihre Vertragspartner gesendet hat. Außerdem ist der Basis-Score vermerkt, den die Schufa quartalsweise berechnet. Das steht im Detail in den Unterlagen:

Kreditrelevante Daten - Hier sehen Sie alle Einträge, die die Schufa von Ihnen aufgrund von Unternehmensanfragen oder Vertragsabschlüssen gespeichert hat. Dazu gehören beispielsweise Einträge über Ihre Girokonten und Kreditkarten.

Anfragen von Unternehmen -  Das sind die Bonitäts- oder Identitätsabfragen, wie sie vor Vertragsabschlüssen üblich sind.

Basis-Score -  Der Basis-Score ist von den bei der Schufa über Sie gespeicherten Daten abhängig. Daher wird Ihr Score-Wert vierteljährlich neu berechnet. Er dient Ihnen als Orientierung und wird nicht an Unternehmen übermittelt.

Übermittelte Score-Werte (Wahrscheinlichkeitswerte) der vergangenen zwölf Monate - Hier erfahren Sie, welchen Unternehmen die Schufa in den vergangenen zwölf Monaten eine Bonitätsauskunft über Sie erteilt hat. Anders als bei Ihrem Basis-Score finden Sie an dieser Stelle verschiedene Werte für unterschiedliche Industrien und Unternehmen. Der Hintergrund ist, dass beispielsweise Sparkassen zusammen mit der Schufa ein anderes Bewertungsmodell entwickelt haben als Telekommunikationsunternehmen.

Wie lässt sich der Schufa-Basis-Score verbessern?

Wie die Schufa ihre Bewertung errechnet, ist Geschäftsgeheimnis. Das hat der Bundesgerichtshof 2014 entschieden (Urteil vom 28. Januar 2014, Az. VI ZR 156/13). Das bleibt auch nach Inkrafttreten der DSGVO so: Da die Schufa die von ihr erhobenen Daten nicht selbst nutzt, um etwa zu beurteilen, ob jemanden einen Kredit bekommt, sondern ihre Daten lediglich an andere Unternehmen weitergibt, muss sie ihre Berechnungsmethoden nicht offen legen. Sie ist also nicht von Artikel 22 DSGVO betroffen.

Ein paar Tipps können Sie jedoch befolgen:

Vorsicht beim Dispo

Banken können der Schufa melden, ob und in welcher Höhe sie ihrem Girokonto-Kunden einen Dispo-Kredit einräumen; sie sind dazu aber nicht verpflichtet. Die Höhe werde deshalb nicht in die Berechnung des Bonitäts-Scores einbezogen, erklärt die Schufa. Anders sieht es aus, falls jemand den Dispo überzieht und die Bank diesen Kredit schließlich kündigt. Vermeiden Sie es daher, mit Ihrem Girokonto zu stark ins Minus zu rutschen.

Zahlen Sie alle Rechnungen immer pünktlich

Achten Sie darauf, dass Sie nicht nur Kreditraten, sondern auch Handy- oder Stromrechnungen immer pünktlich begleichen. Mit dem Lastschriftverfahren senken Sie den Aufwand und das Risiko, dass Sie mal eine Rechnung übersehen. Nicht jeden Verzug darf ein Gläubiger allerdings gleich an die Schufa weitergeben. Er muss Sie mindestens zweimal schriftlich gemahnt haben. Außerdem müssen zwischen der ersten Mahnung und der Übermittlung an die Schufa mindestens vier Wochen liegen (§ 31 Abs. 2 Nr. 4b BDSG neu).

Achten Sie auf Ihre Kredite

Falls Sie Ihre Kreditraten nicht ordentlich begleichen können, sollten Sie unbedingt mit Ihrer Bank reden. Denn wenn die Bank Ihren Kredit kündigt, kann das negativen Einfluss auf Ihre Schufa-Bewertung haben.

Auch kleine Fehler in Ihren Schufa-Daten sofort korrigieren lassen

Auch wenn es nur die falsche Hausnummer ist: Stellen Sie sicher, dass Ihre Schufa-Daten immer korrekt sind. Sie haben Anspruch auf Berichtigung von falschen Angaben.

Tipp: Nicht nur die Schufa sammelt Ihre Daten. Es gibt auch andere Auskunfteien wie Bürgel oder Infoscore, die Ihre Bonität bewerten und dabei womöglich andere Daten und Partner nutzen als die Schufa. Fordern Sie auch hier regelmäßig eine Datenkopie an.

Im Übrigen nutzen Banken nicht allein den Schufa-Score, um die Kreditwürdigkeit eines Kunden zu beurteilen. Sie ziehen weitere Daten für ihre eigene Risikoeinschätzung heran, zum Beispiel das Gehalt.

Register für Opfer von Internetkriminalität

Seit September 2016 können sich Verbraucher, die schon einmal Opfer von Identitätsdiebstahl im Internet geworden sind, bei der Schufa melden. Betrüger bestellen dabei auf falschen Namen im Internet Ware auf Rechnung. Verbraucher bekommen die Ware, die Rechnung und auch die Mahnungen oft nicht zu Gesicht – denn sie werden an eine abweichende Lieferanschrift versandt.

Im schlimmsten Fall erhalten Verbraucher dadurch einen negativen Schufa-Eintrag, weil sie ihre Rechnungen nicht bezahlt haben – obwohl sie sich nichts zu Schulden haben kommen lassen. Im besseren Fall müssen Verbraucher mit Mahnungen hantieren und beweisen, dass sie nicht Besteller der Internet-Ware waren.

Wenn Ihnen so etwas passiert ist, können Sie sich über ein Formular bei der Schufa melden. Voraussetzung ist, dass Sie zuvor Strafanzeige bei der Polizei gestellt hat.

Die Schufa speichert die Information. Sollten Sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder etwas im Internet bestellen und der Händler stellt eine Schufa-Anfrage, würde er informiert, dass Sie Opfer von Identitätsdiebstahl waren. Der Händler würde Sie dann kontaktieren und fragen, ob Sie wirklich die Bestellung aufgegeben haben. So soll sich Betrug vermeiden werden. Der Eintrag in dieser Datenbank hat keinen Einfluss auf Ihre Bonitätsbewertung.

Mehr dazu im Ratgeber Kredit

Josefine Lietzau
Finanztip-Expertin für Kredit

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  • Die Anfrage hat keine negativen Folgen bei der Schufa.

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Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Josefine Lietzau

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Josefine Lietzau ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Bereits während ihres Studiums der Germanistik und Anglistik war sie für die Redaktionen der Grünen Liga, der Jüdischen Zeitung und der Superillu tätig. Nach ihrem Magister-Abschluss absolvierte Josefine Lietzau ein Volontariat bei den Online-Verbraucherportalen Banktip und Posttip, wo sie im Anschluss als Redakteurin arbeitete.

Sara Zinnecker

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Sara Zinnecker ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Nach ihrem Volontariat an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten schrieb sie beim Handelsblatt über Geldanlage und Altersvorsorge. Zuvor studierte Sara Zinnecker in Nürnberg, Italien und Portugal internationale Volkswirtschaftslehre mit Diplom-Abschluss, arbeitete bei Lokalzeitungen sowie der Süddeutschen Zeitung.