Schufa-Selbstauskunft

Ist Ihr Schufa-Eintrag korrekt?

Josefine Lietzau
& Co-Autor
Stand: 06. März 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Schufa speichert unterschiedliche Daten über uns Verbraucher. Diese Informationen haben zum Beispiel Einfluss darauf, ob Sie einen Kredit bekommen.
  • Auch beim Anmieten einer Wohnung spielt die Auskunftei oft eine wichtige Rolle.
  • Wie die Schufa aus den Daten eine Bewertung zu Ihrer finanziellen Situation macht, ist ein Geschäftsgeheimnis des Unternehmens.
So gehen Sie vor
  • Prüfen Sie, ob die über Sie gespeicherten Informationen richtig sind. Das geht kostenlos über die sogenannte Datenkopie (früher: Schufa-Eigenauskunft). Diese ist für Sie kostenlos.
  • Fordern Sie die Schufa zu einer Korrektur auf, falls Sie Fehler entdecken.

Wissen Sie, was die Auskunftei Schufa über Sie gespeichert hat? Nein? Das sollten Sie aber. Denn in vielen Fällen entscheiden diese Daten darüber, ob Sie Geld bekommen, zum Beispiel, wenn Sie sich eine größere Geldsumme leihen wollen, vielleicht für ein Auto oder gar ein Haus. Die Banken nutzen unter anderem die Daten der Schufa für ihre Kreditentscheidung. Auch wenn Sie einen neuen Handyvertrag abschließen wollen, prüfen Telekom, Vodafone und Co. Ihre Schufa-Daten.

Ein Fehler in den Daten kann für Sie teuer werden – aber genau solche Fehler können Sie geradebiegen.

    Wie funktioniert die Schufa?

    Die 1927 gegründete Schufa ist eine privatwirtschaftlich organisierte Auskunftei, laut eigenen Worten die führende Auskunftei in Deutschland. Neben ihr sind zum Beispiel auch Bürgel, Arvato und Boniversum/Creditreform in Deutschland tätig. Die Schufa sammelt kundenbezogene Daten von mehr als 9.500 Vertragspartnern. Im Gegenzug erhalten diese Unternehmen Zugriff auf die von der Schufa gespeicherten Informationen. Mit denen können sie sich ein Bild über die finanzielle Situation der Verbraucher machen, besonders zur Kreditwürdigkeit. Neben Banken, Sparkassen und Leasingunternehmen nutzen auch Versandhändler, Stromanbieter und Telekommunikationsgesellschaften diese Datenquelle.

    Die Schufa hat nach eigenen Angaben Daten von mehr als 67 Millionen Bürgern gespeichert. Fragen muss sie dabei die Verbraucher nicht. Die Unternehmen, die die Daten weitergeben, müssen ihre Kunden darüber jedoch informieren. Die folgende Tabelle zeigt, welche Informationen die Schufa speichert.

    Überblick der gespeicherten Daten bei der Schufa

    allgemeine Angaben
    zur Person
    allgemeine Daten
    über die Finanzen
    Informationen zu
    Zahlungsstörungen
    Vorname, Nachnamebestehende Girokontengeplatzte Schecks
    GeburtsdatumKreditkartenMahnverfahren
    GeburtsortHandyverträgeVollstreckungsbescheide
    aktuelle AdresseLeasingverträgeprivate Konkurse
    frühere AdressenDaten über laufende oder abbezahlte KrediteInformationen über eidesstattliche Versicherungen
     Kredit- und Konditionsanfragen 

    Quelle: Schufa (Stand: Februar 2020)

    Die Schufa speichert keine Daten zu Familienstand, Nationalität, Arbeitgeber, Einkommen, Guthaben und Wertpapierdepots. Außerdem ist das Speichern von besonderen Daten wie Religion oder Herkunft verboten. Das regelt Artikel 9 der EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO).

    Die Schufa hebt die über Sie erfassten Daten auch nicht ewig auf. Sie werden in festen Abständen gelöscht, wie folgende Tabelle zeigt. Das Löschen erfolgt dabei taggenau. Die Fristen sind nicht gesetzlich geregelt, sondern über einen sogenannten Code of Conduct. Diese Verhaltensrichtlinien haben die Auskunfteien selbst für sich festgelegt.

    Fristen der Datenspeicherung bei der Schufa

    Art der InformationLöschungszeitpunkt
    Informationen über Kredite3 Jahre nach Rückzahlung des Kredits
    Informationen über Giro- und
    Kreditkartenkonten
    nach Benachrichtigung der Schufa
    über die Auflösung des Kontos
    Kreditanfragen12 Monate nach Anfrage
    Kreditkonditionen-Anfragen
    (nur für Verbraucher sichtbar)
    12 Monate nach Anfrage

    Quelle: Schufa (Stand: Februar 2020)

    Welche Informationen liefert die Schufa an Unternehmen?

    Wenn ein Kreditgeber Ihre Schufa-Daten abfragt, interessiert er sich unter anderem für Negativmerkmale. Häufig spricht man von einer „negativen Schufa“. Dazu gehören beispielsweise Einträge über Kredite, die eine Bank ihrem Kunden gekündigt hat, weil der nicht mehr zahlt, andere Zahlungsausfälle und Einträge aus öffentlichen Schuldnerverzeichnissen.

    Ebenso wichtig sind mittlerweile die sogenannten Score-Werte. Sie sind das Ergebnis eines statistisch-mathematischen Verfahrens, mit dem die Schufa alle ihr über einen Menschen bekannten Daten analysiert und mit anderen Kreditnehmern und deren Ausfallquoten vergleicht. Daraus wird eine Wahrscheinlichkeit zwischen 0 und 100 Prozent errechnet, dass ein Kredit auch zurückgezahlt wird.

    Die Banken nutzen diese spezifischen Score-Werte, um darüber zu entscheiden, ob sie Ihnen einen Kredit gewähren und zu welchem Zinssatz. Die Logik dahinter ist einfach: Je niedriger der Score-Wert, desto geringer die von der Schufa ermittelte Rückzahlwahrscheinlichkeit – und desto höher womöglich der Zinssatz, den die Bank von Ihnen einfordert, um das Ausfallrisiko abzusichern.

    Banken nutzen aber nicht allein den Schufa-Score, um die Kreditwürdigkeit eines Kunden zu beurteilen. Sie ziehen weitere Daten für ihre eigene Risikoeinschätzung heran, zum Beispiel das Gehalt. Das teilen Sie der Bank beim Kreditantrag mit.

    Wie kommen Sie an Ihre Datenkopie?

    Die Schufa ist verpflichtet, Ihnen eine kostenlose Datenkopie zur Verfügung zu stellen (Art. 15 DSGVO). Die DSGVO schränkt die Anzahl nicht ein. Exzessiv und grundlos können Sie die Datenkopie jedoch nicht anfordern. Die Datenkopie muss dann innerhalb eines Monats bei Ihnen ankommen, in der Regel dürfte dies jedoch schneller gehen. Den Antrag dazu finden Sie etwas versteckt auf der Website.

    Sie füllen den Antrag online aus und laden eine Kopie Ihres Ausweises hoch. Die Schufa schickt Ihnen die Datenkopie dann per Post. Das Bestellen der Datenkopie hat keinen Einfluss auf Ihre Schufa-Bewertung.

    Überprüfen Sie die Daten und stellen Sie sicher, dass sie korrekt sind. Sie haben ein Recht darauf, dass die Schufa etwaige Fehler kostenlos und sofort korrigiert.

    Die Schufa weist darauf hin, dass die Datenkopie vertrauliche Informationen enthält, über die zum Beispiel ein möglicher Vermieter keine Auskunft erhalten muss. Für den Fall, dass Sie Ihre Zahlungsfähigkeit in Mietangelegenheiten nachweisen wollen, empfiehlt die Schufa die kostenpflichtige Bonitätsauskunft (29,95 Euro).

    Was steht in der Datenkopie?

    Auf Blatt 1 des Antwortschreibens sehen Sie, welche aktuelle Adresse und welche früheren Anschriften die Schufa notiert hat, sowie Ihr Geburtsdatum. Überprüfen Sie auch Ihren Geburtsnamen und den Geburtsort, um sicherzugehen, dass die Schufa keine fehlerhaften Daten von Ihnen verwendet.

    Auf den nächsten Seiten finden Sie die kreditrelevanten Daten, die Anfragen von Unternehmen und die Score-Werte, die die Schufa in den vergangenen zwölf Monaten an ihre Vertragspartner gesendet hat. Außerdem ist der Basis-Score vermerkt, den die Schufa quartalsweise berechnet. Das steht im Detail in den Unterlagen:

    Kreditrelevante Daten - Hier sehen Sie alle Einträge, die die Schufa von Ihnen aufgrund von Unternehmensanfragen oder Vertragsabschlüssen gespeichert hat. Dazu gehören beispielsweise Einträge über Ihre Girokonten und Kreditkarten.

    Anfragen von Unternehmen - Das sind die Bonitäts- oder Identitätsabfragen, wie sie vor Vertragsabschlüssen üblich sind.

    Basis-Score - Der Basis-Score ist von den bei der Schufa über Sie gespeicherten Daten abhängig und wird vierteljährlich neu berechnet. Er dient Ihnen als Orientierung und wird nicht an Unternehmen übermittelt.

    Übermittelte Score-Werte der vergangenen zwölf Monate - Bei diesen Wahrscheinlichkeitswerten erfahren Sie, welchen Unternehmen die Schufa in den vergangenen zwölf Monaten eine Bonitätsauskunft über Sie erteilt hat. Anders als bei Ihrem Basis-Score finden Sie an dieser Stelle verschiedene Werte für unterschiedliche Branchen und Unternehmen. Der Hintergrund ist, dass beispielsweise Sparkassen zusammen mit der Schufa ein anderes Bewertungsmodell entwickelt haben als Telekommunikationsunternehmen.

    Wie lässt sich der Schufa-Basis-Score verbessern?

    Wie die Schufa ihre Bewertung errechnet, ist Geschäftsgeheimnis. Das hat der Bundesgerichtshof 2014 entschieden (Urteil vom 28. Januar 2014, Az. VI ZR 156/13). Das bleibt auch nach Inkrafttreten der DSGVO so: Da die Schufa die von ihr erhobenen Daten nicht selbst nutzt, um etwa zu beurteilen, ob jemanden einen Kredit bekommt, sondern ihre Daten lediglich an andere Unternehmen weitergibt, muss sie ihre Berechnungsmethoden nicht offenlegen.

    Die Schufa ist also nicht von Artikel 22 DSGVO betroffen. Ein paar Tipps gibt es jedoch, wie Sie Ihren Basis-Score verbessern können.

    Vorsicht beim Dispo

    Banken können der Schufa melden, ob und in welcher Höhe sie ihrem Girokonto-Kunden einen Dispo-Kredit einräumen; sie sind dazu aber nicht verpflichtet. Die Höhe werde deshalb nicht in die Berechnung des Bonitäts-Scores einbezogen, erklärt die Schufa. Anders sieht es aus, falls jemand den Dispo überzieht und die Bank diesen Kredit schließlich kündigt. Vermeiden Sie es daher, mit Ihrem Girokonto zu stark ins Minus zu rutschen.

    Zahlen Sie alle Rechnungen immer pünktlich

    Achten Sie darauf, dass Sie nicht nur Kreditraten, sondern auch Handy- oder Stromrechnungen immer pünktlich begleichen. Mit dem Lastschriftverfahren senken Sie den Aufwand und das Risiko, dass Sie mal eine Rechnung übersehen. Ein Gläubiger darf jedoch nicht jeden Verzug gleich an die Schufa weitergeben. Er muss Sie mindestens zweimal schriftlich gemahnt haben. Außerdem müssen zwischen der ersten Mahnung und der Übermittlung an die Schufa mindestens vier Wochen liegen (§ 31 Abs. 2 Nr. 4b BDSG neu).

    Achten Sie auf Ihre Kredite

    Falls Sie Ihre Kreditraten nicht pünktlich bedienen können, sollten Sie unbedingt mit Ihrer Bank reden. Denn wenn die Bank Ihren Kredit kündigt, kann das negativen Einfluss auf Ihre Schufa-Bewertung haben.

    Auch kleine Fehler in den Daten sofort korrigieren lassen 

    Auch wenn es nur die falsche Hausnummer ist: Stellen Sie sicher, dass Ihre Schufa-Daten immer korrekt sind. Sie haben Anspruch auf Berichtigung von falschen Angaben.

    Tipp: Nicht nur die Schufa sammelt Ihre Daten. Es gibt auch andere Auskunfteien wie Bürgel oder Infoscore, die Ihre Bonität bewerten und dabei womöglich andere Daten und Partner nutzen als die Schufa. Fordern Sie auch hier regelmäßig eine Datenkopie an.

    Im Übrigen nutzen Banken nicht allein den Schufa-Score, um die Kreditwürdigkeit eines Kunden zu beurteilen. Sie ziehen weitere Daten für ihre eigene Risikoeinschätzung heran, zum Beispiel das Gehalt.

    Register für Opfer von Internetkriminalität

    Falls Betrüger Ihre Identität missbraucht haben, um zum Beispiel in Ihrem Namen im Internet einzukaufen, hat das womöglich noch mehr Folgen als den einen konkreten Betrugsfall. Sie bekommen weder die Ware noch die Rechnung oder die Mahnung zu Gesicht – denn sie werden an eine abweichende Lieferanschrift versandt.

    Das kann zu Mahnungen führen, zu Ärger mit einem Inkasso-Unternehmen und zu negativen Schufa-Einträgen. Obwohl Sie sich nichts zu Schulden haben kommen lassen. Wenn Ihnen so etwas passiert ist, können Sie sich über ein Formular bei der Schufa melden. Voraussetzung ist, dass Sie zuvor Strafanzeige bei der Polizei gestellt haben.

    Die Schufa speichert diese Information. Sollten Sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder etwas im Internet bestellen und der Händler stellt eine Schufa-Anfrage, wird er darüber informiert, dass Sie Opfer von Identitätsdiebstahl waren. Der Händler wird Sie dann kontaktieren und fragen, ob Sie wirklich die Bestellung aufgegeben haben. So soll Betrug vermieden werden. Der Eintrag in dieser Datenbank hat keinen Einfluss auf Ihre Bonitätsbewertung.

    Autor
    Josefine Lietzau
    & Co-Autor
    Sara Zinnecker

    Stand: 06. März 2020


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