Überweisung zurückholen

Wenn beim Bezahlen etwas schiefgeht

Josefine Lietzau Stand: 24. Juni 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Wird mit einer Lastschrift fälschlicherweise etwas von Ihrem Girokonto abgebucht, können Sie das Geld acht Wochen lang zurückbuchen.
  • Wenn Ihnen bei einer Überweisung ein Fehler passiert, haben Sie eher schlechte Karten.
  • Fehlerhafte Kreditkartenumsätze können Sie immer reklamieren.
  • Ist das Girokonto nicht gedeckt, wenn Sie mit der Girocard bezahlen, fallen Gebühren an.
So gehen Sie vor
  • Bemerken Sie eine falsche Lastschrift, buchen Sie diese entweder direkt über das Online-Banking zurück oder wenden sich an Ihre Bank.
  • Bei einer falschen Überweisung müssen Sie die Bank beauftragen, das Geld zurückzuholen.
  • Fehlerhafte Umsätze auf der Kreditkartenrechnung reklamieren Sie nicht beim Kartenunternehmen, sondern bei der kartenausgebenden Bank.

Online-Shopping, Reisebuchung, Wocheneinkauf: Bei vielen Dingen im Alltag müssen Sie sich auf Ihre Bank verlassen. Doch nicht immer laufen Bankgeschäfte glatt: Lastschriften werden doppelt abgebucht oder es tauchen auf der Kreditkartenrechnung unerwartete Umsätze auf. Einiges können Sie und Ihre Bank wieder geradebiegen – doch manchmal kostet das auch Geld.

Wie kann ich eine Lastschrift zurückbuchen?

Läuft etwas bei einer Lastschrift schief, können Sie das Geld zurückholen – falls zum Beispiel der Betrag doppelt abgebucht wurde oder die Summe zu hoch ist. Sie haben nach der Abbuchung acht Wochen Zeit, das Geld zurückzufordern. Mehr Zeit bleibt Ihnen, sofern es kein Mandat – und damit keine Erlaubnis – für die Lastschrift gab: Dann sind es 13 Monate.

Sie können das Geld direkt über Ihren Online-Banking-Zugang zurückbuchen, zum Beispiel mit der Funktion „Lastschrift zurückgeben“. Oft wird die entsprechende Möglichkeit direkt neben den Daten zur Lastschrift bei der Umsatzliste des Girokontos angezeigt. Falls Sie keinen Online-Banking-Zugang haben, kontaktieren Sie Ihre Bank schriftlich und teilen ihr das Datum der Lastschrift, den Betrag und die abbuchende Person oder Firma mit.

Kann ich Überweisungen zurückholen?

Ein Zahlendreher bei der Kontonummer oder eine Null zu viel beim Betrag: Auch bei Überweisungen läuft es nicht immer wie gewünscht. Doch was mit Lastschriften klappt, funktioniert nicht bei Überweisungen. Diese können Sie in der Regel nicht einfach zurückholen.

Allerdings passieren solche Fehler heute seltener als früher: Tippen Sie etwa beim Online-Banking eine falsche IBAN-Nummer ein, so kann die falsche Nummer womöglich keinem Konto zugeordnet werden. Sie erhalten eine Fehlermeldung und können die Überweisung gar nicht freigeben. Ähnlich ist es, wenn Sie einen solchen Fehler auf dem Überweisungsformular machen und die Überweisung anschließend elektronisch eingelesen wird. Auch in diesem Fall überweist die Bank das Geld nicht.

Haben Sie dagegen versehentlich eine gültige IBAN-Nummer eingegeben, sollten Sie sich sofort an Ihre Bank wenden. Womöglich kann sie die Überweisung noch stoppen. Am besten rufen Sie dort an. Bei beleghaften Überweisungen stehen die Chancen besser als beim Online-Banking. Viel Zeit haben Sie aber in keinem der Fälle.

Wenn das Geld bereits einem anderen Konto gutgeschrieben wurde, ist es zu spät. Die Bank hat dann keinen Zugriff mehr auf den Betrag. Sie können aber eine Rücküberweisung anfragen. Ihre Bank kontaktiert dann die andere Bank, und die Bank des falschen Empfängers wendet sich an ihren Kunden. Es gibt jedoch keine Garantie, dass das funktioniert. Erstatten muss Ihre Bank Ihnen das Geld nicht.

Außerdem dürfen die Banken für den Rückholservice Gebühren verlangen. Falls nur eine geringe Summe an den falschen Empfänger gegangen ist, lohnt sich der Aufwand eher nicht.

Gebühren für Rückholservice von Überweisungen

BankGebühr
Norisbank10 Euro
Comdirect14,90 Euro
Commerzbank25 Euro
Berliner Volksbank15 - 20 Euro
Postbank7,50 - 21 Euro
Targobank20 Euro
Deutsche Bank14,99 Euro
ING--
Sparda-Banken Baden-Württemberg15 Euro
Santander13 Euro
Hamburger Sparkasse

10 Euro + Auslagen (+ 2,50 Euro im Erfolgsfall)

Quelle: Angaben der Anbieter (Stand: 7. Juni 2020)

Rechtlich gesehen muss der Empfänger das Geld zurückgeben, da er ohne Rechtsgrund bereichert ist (§ 812 BGB). Zahlt der Empfänger zum Beispiel mit dem falsch überwiesenen Geld seine Schulden ab, muss er das Geld an Sie zurückgeben, auch wenn er es nicht mehr hat.

Es gibt jedoch Ausnahmen: Der Empfänger kann mit dem Geld auf Reisen gehen und argumentieren, dass er dies ohne den unverhofften Geldregen nicht getan hätte. Dann muss er das Geld womöglich nicht mehr zurückzahlen (§ 818 Abs. 3 BGB).

Wie kann ich Kreditkartenumsätze reklamieren?

Kontrollieren Sie Ihre Kreditkartenabrechnungen regelmäßig. Falls Ihnen dabei eine Abbuchung auffällt, die Sie sich nicht erklären können, reklamieren Sie diese bei der Bank. Dabei kann es sich um eine versehentliche Doppelabbuchung handeln oder um einen Betrugsversuch. Falls Händler eine bereits bezahlte Ware nicht schicken, können Sie die Kartenzahlung ebenfalls reklamieren.

Zum Reklamieren wenden Sie sich an die kartenausgebende Bank, nicht an das Kartenunternehmen Mastercard oder Visa. Diese haben mit dem Prozess nichts zu tun. Bei den Kreditkarten von American Express kontaktieren Sie das Unternehmen direkt, weil es die Kreditkarten selber ausgibt. Die fehlerhafte Buchung müssen Sie unverzüglich melden.

Banken und Kartenanbieter stellen in der Regel Formulare zum Reklamieren auf ihren Websites zum Download bereit. Ob Reklamationen kostenlos sein müssen, ist noch nicht geklärt. Ein Urteil des Landgerichts Köln sah dies eigentlich vor (Urteil vom 16. August 2000, Az. 26 O 30/00); seitdem gab es aber gesetzliche Änderungen, ein neues Urteil fehlt.

Gebühren beim Reklamieren von Kreditkarten-Buchungen

BankGebühr

Postbank (erhebt Gebühr, falls

Kunde fälschlicherweise reklamiert hat)

10 Euro
Norisbankkeine
Comdirectkeine
Commerzbankkeine
Berliner Volksbankkeine
Targobankkeine
Deutsche Bankkeine
INGkeine
Sparda-Banken Baden-Württembergkeine
Santanderkeine
Hamburger Sparkassekeine

Quelle: Angaben der Anbieter (Stand:Juni 2020)

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Was passiert, wenn mein Konto nicht gedeckt ist?

Auch beim Bezahlen mit der Girocard (früher: EC-Karte) kann es zu Problemen kommen. Denn wenn Sie etwa im Supermarkt mit Unterschrift statt mit der PIN die Zahlung bestätigen, ist nicht garantiert, dass genug Geld auf Ihrem Konto liegt. Die Händler überprüfen beim elektronischen Lastschrift-Verfahren (ELV) den Kontostand nicht.

Was im ersten Moment kein Problem zu sein scheint, kann sich später zu einem entwickeln: Denn die Bank wird bei einem ungedeckten Konto wahrscheinlich das Einlösen der Lastschrift verweigern. Dann bekommt der Händler kein Geld.

Einige Händler setzte deshalb auf das Online-Lastschrift-Verfahren (OLV). Dabei werden die Kartendaten mit einer Sperrliste verglichen. In der werden zum Beispiel offene Lastschriftverfahren aufgelistet.

Welche Händler das Verfahren mit Unterschrift oder das mit der PIN verwenden, zeigt die folgende Übersicht.

Zahlverfahren im Einzelhandel

UnternehmenELV oder PIN
Rossmannbeides (OLV statt ELV), per Zufall
PennyPIN
DM

ELV nur bei

technischen Störungen

NettoELV/OLV/PIN
Aldi SüdPIN
Aldi NordPIN
KauflandPIN
LidlPIN

Quelle: Angaben der Unternehmen (Stand: März 2020)

Einige Händler starten nach erfolgloser Abbuchung einen zweiten Versuch. Die Kunden tragen dann zusätzlich zur Einkaufssumme auch die Kosten für die Rücklastschrift. Es kann jedoch passieren, dass noch weitere Kosten entstehen, zum Beispiel, wenn ein Händler erst die Adresse des Kunden herausfinden musste.

Damit nicht genug: Händler ziehen auch Inkasso-Unternehmen hinzu, falls sie beim Geldeinzug scheitern. Es hängt vom Unternehmen ab, ob dies bereits nach dem ersten fehlgeschlagenen Versuch geschieht oder später. Durch die Inkasso-Unternehmen entstehen weitere Kosten.

Deshalb sollten Sie unbedingt darauf achten, dass beim Einkauf genug Geld auf Ihrem Konto ist. Falls Sie öfter und länger im Dispo sind, sollten Sie darüber nachdenken, wie Sie das Konto wieder ausgleichen können – zum Beispiel, indem Sie den Dispo umschulden.

Ihr monatlicher Geldeingang

Finanztip-Kommentar: Zum monatlichen Geldeingang gehören zum Beispiel Gehalt, Rente und Bafög. Der Geldeingang kann die Kontogebühren beeinflussen.

Brauchen Sie eine Kreditkarte?

Finanztip-Kommentar: Bei einigen Konten ist die Kreditkarte immer dabei, bei anderen buchen Sie die Karte auf Wunsch dazu.

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Autor
Josefine Lietzau

Stand: 24. Juni 2020


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