Überweisung zurückholen

Wenn beim Bezahlen etwas schiefgeht

Josefine Lietzau Stand: 09. Juni 2017
Das Wichtigste in Kürze
  • Falls über eine Lastschrift fälschlicherweise Geld von einem Girokonto abgebucht wird, können Verbraucher das Geld acht Wochen lang zurückbuchen.
  • Wenn bei Überweisungen Fehler passieren, können Kunden mit Unterstützung der Banken das Geld zurückholen. Es gibt aber keine Garantie, dass das auch funktioniert.
  • Verbraucher können fehlerhafte Kreditkartenumsätze reklamieren. Dazu haben sie sechs oder acht Wochen Zeit.
  • Ist das Girokonto nicht gedeckt, wenn Kunden mit der Girocard bezahlen, fallen verschiedene Gebühren an.
So gehen Sie vor
  • Bemerken Sie eine falsche Lastschrift, buchen Sie diese entweder direkt über das Online-Banking zurück oder wenden sich an Ihre Bank.
  • Bei einer falschen Überweisung müssen Sie die Bank beauftragen, das Geld zurückzuholen.
  • Falls fehlerhafte Umsätze auf der Kreditkartenrechnung auftauchen, reklamieren Sie diese bei dem Kartenunternehmen.
  • Achten Sie beim Einkaufen auf ein gedecktes Girokonto, damit Ihnen keine Kosten entstehen, wenn der Händler versucht, sein Geld vom leeren Konto abzubuchen.

Online-Shopping, Reisebuchung, Wocheneinkauf: Bei vielen Dingen im Alltag müssen Verbraucher sich auf ihre Bank verlassen. Doch nicht immer laufen Bankgeschäfte glatt: Lastschriften werden doppelt abgebucht oder auf der Kreditkartenrechnung tauchen unerwartete Umsätze auf. Einiges können Verbraucher und Banken wieder geradebiegen, doch teilweise fallen dabei Gebühren an.

Lastschriften zurückbuchen

Läuft etwas bei einer Lastschrift schief, können Sie das Geld zurückholen – falls der Betrag doppelt abgebucht wird, zum Beispiel, oder die Summe zu hoch ist. Sie haben ab dem Abbuchen acht Wochen Zeit, das Geld zurückzuholen. Mehr Zeit bleibt Ihnen, sofern es kein Mandat – und damit keine Erlaubnis – für die Lastschrift gab: Dann sind es 13 Monate.

Sie können das Geld direkt über Ihren Online-Banking-Zugang zurückbuchen, zum Beispiel mit der Funktion „Lastschrift zurückgeben“. Oft wird die entsprechende Möglichkeit direkt neben den Daten zur Lastschrift bei der Umsatzliste des Girokontos angezeigt. Falls Sie keinen Online-Banking-Zugang haben, kontaktieren Sie Ihre Bank schriftlich und teilen ihr das Datum der Lastschrift, den Betrag und die abbuchende Person oder Firma mit.

Überweisungen zurückholen

Ein Zahlendreher bei der Kontonummer oder eine Null zu viel beim Betrag: Auch bei Überweisungen läuft es nicht immer wie gewünscht. Doch was mit Lastschriften klappt, funktioniert nicht bei Überweisungen. Diese können Sie in der Regel nicht einfach zurückholen.

Allerdings passieren solche Fehler heute seltener als früher: Tippen Sie etwa beim Online-Banking eine falsche IBAN-Nummer ein, so kann die falsche Nummer womöglich keinem Konto zugeordnet werden. Sie erhalten also eine Fehlermeldung und können die Überweisung gar nicht freigeben. Ähnlich ist es, wenn Sie einen solchen Fehler auf dem Überweisungsformular machen und die Überweisung anschließend elektronisch eingelesen wird. Auch in diesem Fall überweist die Bank das Geld nicht.

Haben Sie dagegen versehentlich eine gültige IBAN-Nummer eingegeben, sollten Sie sich sofort an Ihre Bank wenden. Womöglich kann sie die Überweisung noch stoppen. Am besten rufen Sie dort an. Bei beleghaften Überweisungen stehen die Chancen womöglich besser als beim Online-Banking; viel Zeit haben Sie aber bei keinem der beiden Fälle.

Wenn das Geld bereits einem anderen Konto gutgeschrieben wurde, ist es zu spät. Die Bank hat keinen Zugriff mehr auf den Betrag. In einem solchen Fall müssen Sie bei Ihrer Bank eine Rücküberweisung anfragen. Diese kontaktiert die andere Bank, und die Bank des falschen Empfängers wendet sich an ihren Kunden. Es gibt keine Garantie, dass das funktioniert. Erstatten muss Ihre Bank Ihnen das Geld nicht.

Banken dürfen für den Rückholservice Gebühren verlangen. Falls nur eine geringe Summe an den falschen Empfänger gegangen ist, lohnt sich der Aufwand eher nicht.

Gebühren für Rückholservice von Überweisungen

BankGebühr
Norisbank10 Euro
Comdirect14,90 Euro
Commerzbank11 Euro
Berliner Volksbank10 Euro
Postbank15,20 Euro
Targobank20 Euro
Deutsche Bank9,99 Euro
ING-Diba--
Netbank8,69 Euro
Augsburger Aktienbank10 Euro
Sparda-Banken Baden-Württemberg15 Euro
Santander Consumer Bank--
Hamburger Sparkasse

10 Euro + Auslagen (+ 2,50 Euro im Erfolgsfall)

Quelle: Angaben der Anbieter (Stand: Mai 2017)

Rechtlich gesehen muss der Empfänger das Geld zurückgeben, da er ohne Rechtsgrund bereichert ist (§ 812 BGB). Zahlt der Empfänger zum Beispiel mit dem falsch überwiesenen Geld seine Schulden ab, muss er das Geld an Sie zurückgeben, auch wenn er es nicht mehr hat. Es gibt jedoch Ausnahmen: Der Empfänger kann mit dem Geld auf Reisen gehen und argumentieren, dass er dies ohne den unverhofften Geldregen nicht getan hätte. Dann muss er das Geld womöglich nicht mehr zurückzahlen (§ 818 Abs. 3 BGB).

Kreditkartenumsatz reklamieren

Kontrollieren Sie Ihre Kreditkartenabrechnungen regelmäßig. Falls Ihnen dabei eine Abbuchung auffällt, die Sie sich nicht erklären können, reklamieren Sie diese bei der Bank. Zu solchen Fällen können zum Beispiel versehentliche Doppelabbuchungen gehören, aber auch Betrugsversuche. Falls Händler eine bereits bezahlte Ware nicht schicken, können Sie die Kartenzahlung ebenfalls reklamieren.

Zum Reklamieren wenden Sie sich an die kartenausgebende Bank, nicht an die Kartenunternehmen Mastercard und Visa. Diese haben mit dem Prozess nichts zu tun. Eine Ausnahme gilt bei den Kreditkarten von American Express, da das Unternehmen die Kreditkarten selber ausgibt.

Die fehlerhafte Buchung müssen Sie unverzüglich melden. Banken nennen in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen dafür Fristen von sechs oder acht Wochen ab der fehlerhaften Belastung.

Banken und Kartenanbieter stellen in der Regel passende Formulare zum Reklamieren auf ihren Websites zum Download bereit. Ob Reklamationen kostenlos sein müssen, ist noch nicht geklärt. Ein Urteil des Landgerichts Köln sah dies eigentlich vor (Urteil vom 16. August 2000, Az. 26 O 30/00); seitdem gab es aber gesetzliche Änderungen, ein neues Urteil fehlt.

Gebühren beim Reklamieren von Kreditkarten-Buchungen

BankGebühr

Postbank (erhebt Gebühr, falls

Kunde fälschlicherweise reklamiert hat)

10 Euro
Norisbankkeine
Comdirectkeine
Commerzbankkeine
Berliner Volksbankkeine
Targobankkeine
Deutsche Bankkeine
Netbankkeine
Augsburger Aktienbankkeine
ING-Dibakeine
Sparda-Banken Baden-Württembergkeine
Santander Consumer Bankkeine
Hamburger Sparkassekeine

Quelle: Angaben der Anbieter (Stand: Mai 2017)

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Ungedecktes Konto beim Einkauf

Auch beim Bezahlen mit der Girocard (früher: EC-Karte) kann es zu Problemen kommen. Denn wenn Sie etwa im Supermarkt mit Unterschrift statt mit der PIN die Zahlung bestätigen, steht noch nicht fest, ob genug Geld auf Ihrem Konto liegt. Die Händler überprüfen beim elektronischen Lastschrift-Verfahren (ELV) den Kontostand nicht.

Was im ersten Moment kein Problem zu sein scheint, kann sich später zu einem entwickeln: Denn die Bank verweigert das Einlösen der Lastschrift bei einem ungedeckten Konto womöglich, der Händler bekommt kein Geld.

Welche Händler das Verfahren mit Unterschrift oder das mit der PIN verwenden, zeigt die folgende Übersicht.

Zahlverfahren im Einzelhandel

UnternehmenELV oder PIN
Rossmannbeides, per Zufall
Pennybeides
H&Mbeides
Galerie KaufhofPIN
DM

ELV nur bei

technischen Störungen

NettoELV
Aldi SüdPIN
Aldi NordPIN
Kauflandbeides
LidlPIN, ELV bei Ausnahmen

Quelle: Angaben der Unternehmen (Stand: Mai 2017)

Einige Händler versuchen in diesem Fall ein zweites Mal, das Geld abzubuchen. Dann müssen Kunden zusätzlich zur Einkaufssumme die Kosten für die Rücklastschrift tragen. Es kann jedoch passieren, dass weitere Faktoren die Kosten in die Höhe treiben. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn ein Händler die Adresse des Kunden herausfinden musste, um die Mahnung zuzusenden.

Damit nicht genug: Händler ziehen auch Inkasso-Unternehmen hinzu, falls sie beim Geldeinzug scheitern. Es hängt vom Unternehmen ab, ob dies bereits nach dem ersten gescheiterten Versuch geschieht oder später. Durch die Inkasso-Unternehmen entstehen weitere Kosten.

Deshalb sollten Sie unbedingt darauf achten, dass vor einem Einkauf genug Geld auf Ihrem Konto ist. Falls Sie öfter und länger im Dispo sind, sollten Sie darüber nachdenken, wie Sie das Konto wieder ausgleichen können – zum Beispiel, indem Sie den Dispo umschulden.

Ihr monatlicher Geldeingang

Finanztip-Kommentar: Zum monatlichen Geldeingang gehören zum Beispiel Gehalt, Rente und Bafög. Der Geldeingang kann die Kontogebühren beeinflussen.

Brauchen Sie eine Kreditkarte?

Finanztip-Kommentar: Bei einigen Konten ist die Kreditkarte immer dabei, bei anderen buchen Sie die Karte auf Wunsch dazu.

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Autor
Josefine Lietzau

Stand: 09. Juni 2017


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