Photovoltaik Versicherung

So schützt eine PV-Versicherung Deine Investition

10. August 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Eine Pho­to­vol­ta­ik­ver­si­che­rung sollte zahlen, wenn Deine Anlage durch Unwetter, Diebstahl oder Tierbisse beschädigt wird. PV-Versicherungen gibt es als Einzelversicherung oder innerhalb der Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung. Eine Versicherungspflicht gibt es nicht.
  • Überlege, ob Du auch den Ertragsausfall absichern möchtest, der Dir entsteht, wenn Deine Anlage wegen Beschädigung keinen Strom mehr erzeugt.
  • Eine Betreiberhaftpflicht musst Du nicht extra abschließen, Du kannst sie meist beitragsfrei in Deine Pri­vat­haft­pflicht­ver­si­che­rung einschließen.
So gehst Du vor
  • Wenn Du eine neue Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge bauen lässt, frag bei Deinem Wohngebäudeversicherer nach, was die Absicherung der Anlage kostet und was genau versichert ist.
  • Bekommst Du kein oder ein unpassendes Angebot, kannst Du kündigen und Dir einen anderen Versicherer suchen. Nutze dabei unsere Empfehlung. Eine andere Möglichkeit ist, Deine Anlage mit einer separaten PV-Versicherung abzusichern.

Deine Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge ist eine Investition für die Zukunft, die einige Tausend Euro kostet. Dementsprechend solltest Du Dich auch gegen den Ausfall der Anlage versichern, egal ob durch ein Unwetter, einen Brand, Vandalismus oder Tierbisse. Ver­si­che­rungs­schutz kannst Du auf verschiedene Wege erhalten. Aber nicht alles ist versicherbar oder empfehlenswert.

Wie musst Du eine Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge versichern?

Eine Versicherungspflicht für Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen gibt es zwar nicht, empfehlenswert ist die Absicherung aber dennoch. Denn der Versicherer sollte die Reparaturkosten übernehmen, wenn Deine Anlage durch bestimmte Ereignisse beschädigt oder zerstört wird. Durch diese Allgefahrenversicherung, ähnlich der Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung, sollten alle Teile der PV-Anlage gegen Schäden durch folgende Ereignisse versichert sein:

  • Sturm und Hagel
  • Brand
  • Überspannung durch Blitz
  • Kurzschluss
  • Schneedruck
  • Wasser und Frost
  • Diebstahl
  • Tierbisse
  • Bedienungsfehler
  • Grobe Fahrlässigkeit bis mindestens 2.500 Euro

Achte beim Versicherungsabschluss darauf, dass die Versicherung für diese Schadensursachen aufkommt. Im Schadensfall übernimmt die PV-Versicherung nicht nur die Reparaturkosten bis zur festgelegten Versicherungssumme. Auch Aufräum- und Entsorgungskosten, Feuerlöschkosten, Kosten für Gerüstaufstellung, Mehrkosten durch behördliche Auflagen oder Kosten für schadenbedingte Arbeiten am Haus (Dach, Fassade) sollte die Versicherung im vereinbarten Rahmen zahlen.

Wenn Du mit dem Strom Deiner Anlage auch Geld verdienst, sollte die Versicherung auch für den Ertragsausfall aufkommen. Denn nicht nur die Reparatur an Deiner Anlage kostet Geld, sondern auch der Ausfall an selbst erzeugtem und eingespeistem Strom.

Was sichert eine Pho­to­vol­ta­ik­ver­si­che­rung nicht ab?

Nicht jeder Versicherer versichert alles. Viele Anbieter von PV-Versicherungen haben Einschränkungen für den Ver­si­che­rungs­schutz. Eine davon betrifft die Bauart Deines Daches. Hast Du ein weiches Dach, beispielsweise aus Reet, ist eine Versicherung der Anlage nicht möglich. Das gilt ebenfalls, wenn Du feuergefährliche Stoffe auf dem Dachboden lagerst.

Bei den meisten Versicherern muss die Installation der Anlage nach anerkannten Regeln der Technik durch einen Fachbetrieb erfolgt sein. Eigenmontagen sind dann vom Ver­si­che­rungs­schutz ausgeschlossen. Einige Versicherungsanbieter bieten auch Schutz für eine selbst montierte PV-Anlage, wenn sie von einer Fachfirma abgenommen wurde.

Einige Anbieter versichern Deine Anlage zudem nur, wenn sie einen Überspannungsschutz hat. Allerdings muss eine PV-Anlage nach den anerkannten Regeln der Technik diesen haben. Wenn die Versicherung das also voraussetzt, erwartet sie lediglich, die fachlich korrekte Einrichtung der Anlage.

Die Frage nach einem vorhandenen Diebstahlschutz und ob Du das Haus ständig bewohnst, ist zumindest für die Beitragshöhe häufig entscheidend. Einige Versicherer verlangen einen Aufpreis, wenn Du es Dieben zu leicht machst. Ist ein Blitzschutz vorhanden, gewähren einige Anbieter wiederum einen Preisnachlass.

Grundsätzlich nicht versichert sind Garantieschäden. Handelt es sich beim Schaden um einen Garantiefall, ist die Montagefirma für die Reparatur und deren Kosten zuständig. Abnutzungserscheinungen und Schäden an Teilen, die regelmäßig gewechselt werden müssen, sind grundsätzlich auch kein Versicherungsfall.

Pho­to­vol­ta­ik­ver­si­che­rung in der Ge­bäu­de­ver­si­che­rung

Eine Pho­to­vol­ta­ik­ver­si­che­rung funktioniert wie eine Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung. Wird Deine PV-Anlage durch Hagel und Sturm, Leitungswasser oder ein Feuer beschädigt oder vernichtet, zahlt Dir die Versicherung eine vereinbarte Summe.

Um diesen Schutz zu erhalten, kannst Du Deine Anlage direkt im Rahmen Deiner Ge­bäu­de­ver­si­che­rung absichern. Du musst eine PV-Anlage grundsätzlich beim Wohngebäudeversicherer mit angeben, denn die Anlage erhöht den Wert Deines Hauses und dieser bestimmt die Versicherungssumme. Gib also bei der Suche nach einer neuen Versicherung oder bei Deiner bestehenden Ge­bäu­de­ver­si­che­rung Deine Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge mit ihrem Neubauwert und der Leistung in Kilowatt an.

Der Vorteil einer Photovoltaik-Versicherung innerhalb der Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung: Du hast nur mit einer Versicherung zu tun. So musst Du im Schadensfall, der die Anlage und das Gebäude betrifft, nur mit einer Versicherung kommunizieren. Auch Zuständigkeiten müssen nicht geklärt werden. Zum Beispiel bei einem Hausbrand, bei dem geprüft werden muss, ob der Brand vom Haus auf die Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge überging oder umgekehrt. Zudem kostet Dich die Absicherung unter Umständen nichts. Bei manchen Anbietern musst Du für Deine Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge bis 30 Kilowatt keine höheren Beiträge zahlen.

Der Nachteil beim Schutz aus einer Hand: Du musst einen Tarif finden, der Dich sowohl im Bereich Ge­bäu­de­ver­si­che­rung als auch bei der PV-Anlage überzeugt. Einige Versicherer schließen den Schutz von Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen auch vollständig aus oder bieten nur einen geringen Schutz. Vor allem der Ertragsausfall wird nicht von allen Wohngebäudeversicherern übernommen. Bist Du mit Deinem Gebäudeversicherer grundsätzlich zufrieden, bekommst dort aber keinen guten Schutz für Deine Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge, kannst Du diese auch separat versichern.

Wie findest Du eine eigenständige Pho­to­vol­ta­ik­ver­si­che­rung?

Suchst Du eine separate Pho­to­vol­ta­ik­ver­si­che­rung, gelten die gleichen Kriterien wie beim Einschluss in die Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung.

Um passenden Schutz zu finden, kannst Du auch den Weg über ein Vergleichsportal gehen. Leider bieten viele Vergleichsportale keine separate Pho­to­vol­ta­ik­ver­si­che­rung an. Wir haben nur eine Handvoll Seiten gefunden, auf denen es einen entsprechenden Rechner gibt. Aber auch diese sind nur bedingt nützlich, da die meisten eine sehr kleine Anzahl an teilnehmenden Unternehmen berücksichtigen. Sie enthalten dann nur Tarife von zwei bis sechs Versicherern. Nur auf der Seite photovoltaikversicherung-vergleichen.de haben wir einen Vergleichsrechner gefunden, der Tarife von rund 20 Unternehmen beinhaltet.

Auch mit einer vergleichsweise kleinen Anzahl an Tarifen kann es sich lohnen, ein Vergleichsportal zu nutzen. So kannst Du Dir einen ersten Überblick über Leistungen und Betragshöhen machen.

Die Beiträge unterscheiden sich sehr stark. So fanden wir auf einem Vergleichsportal Jahresbeiträge von 50 Euro bis 250 Euro für eine neue Anlage mit einem Wert von 20.000 Euro und einer Leistung von 20 Kilowattstunden. Unsere Beispielanlage war auf einem Schrägdach mit Blitz- und Überspannungsschutz montiert, ein Ertragsausfall wurde für sechs Monate mitversichert. Die Selbstbeteiligung lag bei 0 bis 250 Euro, beim Ertragsausfall bei null bis drei Tagen.

Alternativ oder ergänzend zu Vergleichsportalen, kannst Du direkt bei Versicherern nachfragen, wie die Konditionen für eine Pho­to­vol­ta­ik­ver­si­che­rung sind.

Muss der Ertragsausfall versichert sein?

Ob Du den Ertragsausfall durch Deine defekte Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge versichern solltest, hängt davon ab, wieviel Strom Deine Anlage produziert und wie Du den Strom nutzt. Dient Deine Anlage nur der Eigenversorgung, lohnt sich der Ausfallschutz in der Regel nicht, da Du nur geringe Zusatzkosten durch den Ausfall Deiner Anlage zu erwarten hast. Selbst wenn Du für sechs Monate auf externen Strom angewiesen bist, liegt der Schaden bei wenigen Hundert Euro.

Anders ist es, wenn Du mit Deiner Anlage Strom ins Netz einspeist und dafür eine Einspeisevergütung erhältst. Dann kannst Du die Vergütung, die Dir durch Deine kaputte Anlage entgeht, durch eine Ertragsausfallversicherung zahlen lassen. Die Versicherung orientiert sich an der Leistung Deiner PV-Anlage und zahlt Dir dann die entsprechende Summe, die Dir im Ausfallzeitraum entgangen ist. Die Versicherungssumme für den Ertragsausfall sollte sich also an dieser Leistung orientieren und nicht zu hoch sein. Denn Du darfst durch den Schaden nicht besser gestellt werden, als Du es ohne Schaden wärst.

Eine eigenständige Ertragsausfallversicherung gibt es nicht. Du kannst das Risiko aber innerhalb der Pho­to­vol­ta­ik­ver­si­che­rung abschließen. In separaten PV-Versicherungen kannst Du den Schutz immer mit absichern. Du musst nur überlegen, ob Du den Ertragsausfall für drei, sechs oder zwölf Monate wählst. Bei drei oder sechs Monaten unterscheiden sich die Beiträge in der Regel kaum oder gar nicht. Daher empfehlen wir, sechs Monate zu wählen.

Nicht alle Wohngebäudeversicherer bieten eine Ertragsausfallversicherung in der PV-Versicherung an. Frage bei Deinem Wohngebäudeversicherer nach, welches Angebot er Dir machen kann.

Was ist eine Betreiberhaftpflicht für Photovoltaik?

Als Betreiber einer Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge haftest Du unter Umständen für Schäden bei Dritten, die durch Deine Anlange entstanden sind. Kommt es zu einem Schaden, für den Du haften musst, kann das teuer werden. Aber nicht jeder denkbare Schaden durch Deine PV-Anlage ist ein für Dich relevanter Haftpflichtschaden: Sind zum Beispiel Module durch einen Sturm auf dem Autodach des Nachbarn gelandet und haben den Wagen zerstört, ist der Schaden in der Wohngebäude- beziehungsweise Pho­to­vol­ta­ik­ver­si­che­rung mitversichert. Ist die Ursache des Schadens durch einen Montagefehler ausgelöst, beispielsweise weil Teile der Anlage nicht richtig befestigt waren, haftet die Montagefirma dafür.

Kommt es doch zu einem Schaden, für den Du haftest, übernimmt die Betreiberhaftpflicht-Versicherung entstandene Kosten, wenn Du eine hast. Wurde die Anlage durch einen Dachbetrieb montiert und wurden entsprechende Schutzmaßnahmen eingehalten (Blitzschutz), ist das Risiko einer Schadenshaftung sehr gering, weshalb eine Betreiberhaftpflicht nicht unbedingt notwendig ist. Allerdings kannst Du das Haftpflichtrisiko einer Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge in neueren Pri­vat­haft­pflicht­ver­si­che­rungen mit einschließen. In den meisten sogar ohne zusätzliche Beiträge, wie bei unseren Empfehlungen für gute Pri­vat­haft­pflicht­ver­si­che­rungen: Haftpflichtkasse, VHV und Bayerische.

Die Betreiberhaftpflicht kann auch in der Allgefahrenversicherung für Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen mitversichert werden. Die Beiträge steigen dann um knapp das Doppelte, womit die Haft­pflicht­ver­si­che­rung etwa 50 bis 60 Euro kostet. Das Geld kannst Du Dir sparen.

Brauchst Du eine Montageversicherung?

Die Montageversicherung ist der Allgefahrenversicherung ähnlich und sichert Risiken durch Feuer oder Unwetter, aber auch Diebstahl ab – allerdings nur während der Montagezeit. Denn erst, wenn die Anlage fertig montiert und in Betrieb ist, ist sie über die Wohngebäude- oder Pho­to­vol­ta­ik­ver­si­che­rung abgesichert. Zusätzlich übernimmt die Montageversicherung auch die Kosten von Schäden, die durch die Montage am Gebäude entstehen.

Wer seine Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge von einem Fachbetrieb komplett bauen lässt (inklusive Elemente), benötigt diese Versicherung nicht. Die Montage sowie die Module sind über die Firma abgesichert, bis die Arbeiten abgeschlossen sind. Bis dahin haftet sie für die Schäden, die sie verursacht. Wichtig ist, dass Du einen Fachbetrieb beauftragst.

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