Vollkaskoversicherung

Rundum-Schutz fürs Auto

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Vollkaskoversicherung bezahlt Schäden durch selbst verschuldete Unfälle und durch Vandalismus an Ihrem eigenen Pkw.
  • Ansonsten deckt sie alle Schäden ab, die auch die Teilkaskoversicherung versichert.
  • Sie ist anders als die Kfz-Haftpflichtversicherung nicht gesetzlich vorgeschrieben.
  • Sie lohnt sich vor allem bei neueren Autos.
  • Eine Selbstbeteiligung von mindestens 300 Euro ist sinnvoll, um den Preis zu senken.
  • Der Tarif sollte auf die „Einrede grober Fahrlässigkeit“ verzichten.

So gehen Sie vor

  • Überlegen Sie, ob Sie eine Vollkaskoversicherung brauchen oder ob eine Teilkasko reicht. Vereinbaren Sie immer eine Selbstbeteiligung.
  • Machen Sie immer zwei Vergleiche. Nutzen Sie dafür mindestens ein Vergleichsportal. Auch der Vergleich mit dem Preis eines Direktversicherers kann sinnvoll sein.
  • Wir empfehlen die Vergleichsportale Verivox und Check24. Nicht ganz so gut, aber immer noch empfehlenswert ist autoversicherung.de.
  • Die günstigen Direktversicherer, die nicht auf den Portalen vertreten sind und bei denen sich der Vergleich auch lohnt, sind vor allem Hannoversche Direkt und Huk24.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie zu Kfz-Versicherung immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

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Einen Rundum-Schutz für das Auto bietet nur die Vollkaskoversicherung. Die Vollkasko versichert auch Schäden am eigenen Wagen, die der Besitzer selbst durch einen Unfall verursacht. Der Schutz ist recht teuer und eignet sich nicht für alle Autos.

Besonders bei Neuwagen ist eine Vollkasko aber angebracht. Als Faustregel gilt: Ist das Auto bis zu fünf Jahre alt oder recht teuer, lohnt der Vollkaskoschutz. Bei älteren Wagen reicht die Teilkaskoversicherung. Ist das Fahrzeug nur noch wenig wert, genügt eine Kfz-Haftpflichtversicherung.

Mehr zur Kfz-Versicherung in unserem Ratgeber

Annika Krempel
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

Mindestens zwei Internetportale nutzen

  • Vollkasko kann billiger als Teilkasko sein.
  • Versichern Sie grobe Fahrlässigkeit und Mallorca-Police.
  • Werkstattbindung ist sinnvoll und spart Geld.

» Zum Ratgeber

Empfohlene Vergleichsportale und Anbieter:

Was leistet die Vollkaskoversicherung?

Verursachen Sie einen Unfall, haften Sie mit Ihrer Kfz-Haftpflichtversicherung für die entstandenen Schäden beim Unfallgegner. Haben Sie außerdem eine Vollkaskoversicherung abgeschlossen, zahlt diese auch für Schäden an Ihrem eigenen Auto.

Die Vollkasko kommt grundsätzlich für alle Schäden auf, die auch die Teilkasko übernimmt:

  • Brand und Explosion (zum Beispiel Kabelbrand),
  • Diebstahl (einschließlich Demontage von Autoteilen sowie unbefugter Gebrauch), Raub und Unterschlagung,
  • Unwetterschäden (Sturm ab Windstärke 8, Hagel, Blitzschlag, Überschwemmung),
  • Zusammenstoß mit Haarwild (hauptsächlich Rehe und Wildschweine, aber nicht Kühe, Vögel, Hunde oder Katzen),
  • Marderschäden (meist nur kleine Kabelschäden),
  • Glasbruch (etwa durch Steinschlag),
  • Schäden durch Kurzschluss an der Verkabelung.

Zusätzlich übernimmt die Vollkasko Schäden an Ihrem eigenen Auto durch Vandalismus.

Außerdem reguliert sie Schäden an Ihrem Wagen, falls Ihr Unfallgegner Fahrerflucht begeht. Ausgeschlossen hingegen sind:

  • Unterschlagung (Fahrzeug wurde vom Versicherungsnehmer zum Gebrauch oder zum Verkauf überlassen);
  • Schäden, die auf ein Verhalten des Fahrers zurückzuführen sind, das durch wetterbedingte Naturgewalten veranlasst war;
  • Reifenschäden (es sei denn, sie sind eine Folge eines der versicherten Ereignisse).

Selbstbeteiligung und Schadenfreiheitsrabatt senken den Beitrag

Eine Selbstbeteiligung in Höhe von 300 bis 500 Euro lohnt sich meistens, weil die Versicherungen entsprechende Rabatte geben, um sich Verwaltungskosten für die Abwicklung kleinerer Blechschäden zu sparen. Probieren Sie bei einem Versicherungsvergleich verschiedene Varianten der Selbstbeteiligung aus.

In der Vollkaskoversicherung gibt es wie in der Haftpflichtversicherung Schadenfreiheitsklassen. Mit jedem unfallfreien Jahr gewähren Versicherungen einen größeren Rabatt auf den Beitrag. Die Schadenfreiheitsklasse in der Vollkasko kann sich von der in der Haftpflichtversicherung unterscheiden, sie sind nicht aneinander gekoppelt. Wer beispielsweise bei der Versicherung meldet, dass Unbekannte den Lack zerkratzt haben, wird in der Vollkaskoversicherung herabgestuft. Da es kein Haftpflichtschaden ist, bleibt der Schadenfreiheitsrabatt dort aber unberührt.

In der Kaskoversicherung werden die Autos zwar ebenfalls nach Regionen und Typklassen eingestuft. Es können dabei aber andere Regionen und Typklassen als bei der Kfz-Haftpflichtversicherung herauskommen, und – um es noch komplizierter zu machen – die Typklassen in der Vollkasko können andere sein als in der Teilkasko. Zusätzlich zur Typklasse werden Merkmale wie gefahrene Kilometer im Jahr oder Garage berücksichtigt, um die Höhe des Beitrags zu bestimmen.

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Wie viel zahlt die Autoversicherung nach einem Vollkaskoschaden?

Die Versicherer ersetzen mit der Neuwertentschädigung dem Kunden nach Diebstahl des Autos oder bei einem Totalschaden den Neuwert des Fahrzeugs, wenn das Alter die festgelegte Altersgrenze noch nicht überschritten hat. Danach wird nur der Zeitwert erstattet.

Bei einem Schaden, der durch grobe Fahrlässigkeit verursacht wurde, kann die Versicherung ihre Leistung kürzen.

Was sollte ein sinnvoller Vollkaskoschutz enthalten?

Einige Zusatzklauseln bei der Vollkaskoversicherung sind unnötig und teuer. Es gibt aber auch sinnvolle und preisgünstige Optionen:

Verzicht auf Einrede der groben Fahrlässigkeit - Haben Sie Schäden durch grobe Fahrlässigkeit eingeschlossen, dann sind Sie auch versichert, falls Sie beispielsweise zu schnell gefahren sind. In einer Finanztip-Stichprobe haben wir herausgefunden, dass diese Klausel kaum einen Aufpreis kostet. Die meisten Tarife haben „grobe Fahrlässigkeit“ bereits standardmäßig mitversichert.

Marderbisse mit Folgeschäden - Diese Klausel deckt einen eventuellen Motorschaden durch Nager ab. Nicht allein der direkte Schaden wird dann bezahlt, sondern auch Defekte, die als Folge der Knabberei entstehen. Nicht nur auf dem Land ist der Schutz sinnvoll. Marder sind auch in Städten aktiv. Dieses Merkmal schließen allerdings die meisten Tarife kostenlos in ihren Schutz mit ein. Die wenigen Anbieter, die Tarife mit und ohne Schutz vor Folgeschäden anbieten, verlangten laut unserer Studie im Durchschnitt einen Aufpreis von nur 2,9 Prozent.

Erweiterte Wildschäden mit „Tieren aller Art" - Bei diesem Schutz bezahlt die Versicherung auch Schäden durch Zusammenstöße etwa mit Hunden, Kühen, Schafen und Pferden. Die Klausel ist bereits Standard. Die wenigen Versicherungen, die laut unserer Stichprobe dafür einen Aufschlag verlangten, nahmen im Schnitt 2,2 Prozent Aufpreis für den Zusatzschutz.

Wichtig bei Leasing: Die zusätzliche GAP-Deckung

Die GAP-Deckung (oder Differenz-Deckung) sollten Sie zusätzlich zur Vollkasko abschließen, wenn Sie Ihr Fahrzeug geleast haben: Wird das Leasingfahrzeug gestohlen oder bei einem Unfall so stark beschädigt, dass sich eine Reparatur wirtschaftlich nicht lohnt (Totalschaden), kommt es bei diesen Verträgen zu einer finanziellen Lücke (Englisch: „gap“) zwischen verschiedenen Erstattungsbeträgen.

Der eine Betrag ist der Restwert. Dieser Wert ist im Leasingvertrag festgeschrieben. Den Restwert müssen Sie an den Leasinggeber zahlen, wenn der Vertrag (wie im Falle eines Totalschadens) vorzeitig abgerechnet wird.

Der andere (meistens niedrigere) Betrag ist der Wiederbeschaffungswert. Da das neue Fahrzeug in der Regel vollkaskoversichert ist, erhalten Sie im Fall eines Totalschadens oder Diebstahls den aktuellen Wert eines gleichwertigen Fahrzeugs als Entschädigung aus der Vollkaskoversicherung. Lässt sich das zerstörte Fahrzeug noch zu Geld machen, zieht der Versicherer allerdings diesen Restwert zusätzlich auch noch von der Entschädigung ab.

Ohne GAP-Deckung besteht also die Gefahr, dass Sie auf der Differenz zwischen der finanziellen Verpflichtung aus dem Leasingvertrag und der Erstattung aus der Vollkaskoversicherung sitzen bleiben. Haben Sie dagegen eine GAP-Deckung (oder Differenz-Deckung) vereinbart, zahlt der Versicherer den Unterschiedsbetrag zwischen Restwert und Wiederbeschaffungswert an Sie aus.

Die GAP-Deckung ist umso wichtiger, je teurer Ihr Fahrzeug ist: Gerade Fahrzeuge der gehobenen Mittelklasse (und darüber) verlieren schnell an Wert: Der Wiederbeschaffungswert sinkt dann unter Umständen sehr viel schneller als der vereinbarte Restwert aus dem Leasingvertrag.

Ein Tarif mit Werkstattbindung lohnt nicht für jeden

Viele Kfz-Versicherer bieten besondere Tarife mit Werkstattbindung an, um Verwaltungskosten zu sparen. Der Kunde wird dafür laut Finanztip-Studie von 2018 mit einem Preisnachlass von durchschnittlich 10 Prozent belohnt. Bei einzelnen Tarifen ist auch ein Nachlass von fast 20 Prozent möglich.

Oft sind auch noch weitere Serviceleistungen im Angebot wie Abhol- und Bringdienst oder die Stellung eines Ersatzfahrzeugs für die Dauer der Reparatur. Haben Sie einen Neuwagen, kann es sinnvoll sein, auf die Werkstattbindung zu verzichten, um die Herstellergarantie nicht zu gefährden.

Ihr Weg zur günstigsten Autoversicherung

Um die günstigste Autoversicherung zu finden, sollten Sie sich nicht auf einen Anbieter allein verlassen. Unser großer Portaltest hat ergeben, dass Sie am besten mehrere Vergleiche kombinieren. Denn Vergleichsportale listen nicht alle Versicherungen. Und günstige Direktversicherer ziehen sich zunehmend von den Portalen zurück.

Vergleichen Sie am besten auf zweien der empfohlenen Portale: Verivox, Check24 oder autoversicherung.de. Zusätzlich können Sie auch bei der Hannoverschen Direkt oder bei der Huk24 Preise abfragen. Damit erhalten Sie in allen Fällen ein sehr gutes Ergebnis und können auch direkt eine Police abschließen. Wie Sie die Vergleichsportale richtig einstellen, erklären wir in unserem Ratgeber zum Wechsel der Kfz-Versicherung.

Check24
Vergleich Kfz-Versicherungen

  • geringe durchschnittliche Abweichung im Test
  • laut eigener Angabe 60 Versicherer im Angebot
  • Abschlussmöglichkeit direkt auf Portal
  • deckt nicht den gesamten Markt ab
  • ganz oben angezeigtes Ergebnis ist „Maklerempfehlung“

Verivox
Vergleich Kfz-Versicherungen

  • geringe durchschnittliche Abweichung im Test
  • laut eigener Angabe 54 Versicherer im Angebot
  • Abschluss direkt auf dem Portal möglich
  • bietet nur Tarife mit erhöhter Deckungssumme an
  • deckt nicht den gesamten Markt ab
  • oberster angezeigter Tarif ist Werbung

autoversicherung.de
Vergleich Kfz-Versicherungen

  • Abschlussmöglichkeit direkt beim Anbieter
  • aufwendige Dateneingabe
  • hohe maximale Abweichung im Test
  • keine Support-Hotline
  • laut eigener Angabe 12 Versicherer im Angebot
autoversicherung.de

Die Hannoversche und Huk24 bieten sowohl günstige als auch gute Tarife an. Bei ihnen erfüllen alle Voreinstellungen des Tarifrechners die Finanztip-Mindestanforderungen an einen guten Tarif. Wer weniger Schutz will, muss dies aktiv anwählen.

Hannoversche Direkt
Kfz-Versicherung

  • günstige Tarife
  • Abschlussmöglichkeit direkt beim Anbieter
  • einfache Preisabfrage
  • alle Voreinstellungen erfüllen die Finanztip-Mindestanforderungen
  • nicht mehr auf den empfohlenen Vergleichsportalen vertreten
  • zusätzlicher Vergleich auf Vergleichsportal sinnvoll
Hannoversche Direkt

Huk24
Kfz-Versicherung

  • günstige Tarife
  • Abschlussmöglichkeit direkt beim Anbieter
  • einfache Preisabfrage
  • alle Voreinstellungen erfüllen die Finanztip-Mindestanforderungen
  • nicht mehr auf den empfohlenen Vergleichsportalen vertreten
  • zusätzlicher Vergleich auf Vergleichsportal sinnvoll
  • keine Support-Hotline
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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Silke Kursawe

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Silke Kursawe ist bei Finanztip Expertin für Versicherungen. Sie ist Versicherungsbetriebswirtin und hat einen Master im Versicherungsrecht. Silke verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Branche und im Bereich der Sach- und Haftpflichtversicherungen. Außerdem absolvierte sie erfolgreich ein Studium der Wirtschaftspädagogik in Göttingen.

Annika Krempel

Finanztip-Expertin für Versicherungen (bis Januar 2018)

Annika Krempel war Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Zuvor hatte sie bereits bei ZDF Wiso, dem RBB und der Stiftung Warentest Erfahrungen als Verbraucherjournalistin gesammelt.