Vollkaskoversicherung

Rundum-Schutz für Dein neues Auto

Silke Kursawe
& Co-Autoren
Stand: 01. Oktober 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Eine Vollkasko lohnt sich für Dich, wenn Du ein neues oder wertvolles Auto fährst.
  • Sie zahlt für Schäden an Deinem Auto, die durch selbst verschuldete Unfälle und Vandalismus entstehen. Außerdem deckt sie alle Schäden ab, die auch die Teilkaskoversicherung umfasst.
  • Ein Wechsel in die Teilkasko lohnt sich häufig, wenn Dein Auto älter als fünf Jahre ist. Es sei denn Du hast einen hohen Schadenfreiheitsrabatt in der Vollkasko. Dann kann es sich rechnen, in der Vollkasko zu bleiben.
  • Mit einer Selbstbeteiligung kannst Du den Preis Deiner Vollkasko drücken.
So gehst Du vor
  • Finanztip-Empfehlung bei der Suche nach einer guten Autoversicherung: Am meisten kannst Du sparen, indem Du Vergleichsportal und Direktversicherer kombinierst. Berechne zunächst die günstigste Kfz-Versicherung auf Verivox oder Check24. Und lass Dir dann ein Angebot von der Huk24 machen.

Einen Rundum-Schutz für Dein Auto verspricht Dir eine Vollkaskoversicherung. Die Vollkasko versichert nämlich auch Schäden an Deinem eigenen Wagen, die Du selbst durch einen Unfall verursachst. Der Schutz ist recht teuer und eignet sich nicht für alle Autos.

Wenn Du einen Neuwagen hast, ist eine Vollkasko aber angebracht. Finanztip empfiehlt: Ist Dein Auto bis zu fünf Jahre alt oder sehr wertvoll, lohnt sich der Vollkaskoschutz. Bei älteren Wagen reicht die Teilkaskoversicherung. Ist das Fahrzeug nur noch wenig wert, genügt auch eine Kfz-Haftpflichtversicherung.

Wann zahlt die Vollkaskoversicherung?

Verursachst Du einen Unfall, zahlt Deine Kfz-Haftpflichtversicherung für die Schäden des Unfallgegners. Hast Du eine Vollkaskoversicherung, zahlt diese für die Schäden an Deinem eigenen Auto. So bleibst Du beispielsweise bei einem Auffahrunfall nicht auf den Reparaturkosten für die verbeulte Stoßstange Deines Wagens sitzen.

Außerdem übernimmt die Vollkasko Schäden an Deinem Auto, die durch Vandalismus entstehen – zum Beispiel wenn Deine Motorhaube mit einem Schlüssel zerkratzt wird. Sie leistet ebenfalls bei Fahrerflucht, etwa wenn jemand auf dem Supermarktparkplatz Dein Auto anfährt und dann abhaut, ohne auf Deine Rückkehr zu warten.

Die Vollkasko kommt außerdem für alle Schäden auf, die auch die Teilkasko übernimmt:

  • Diebstahl,
  • Raub und Unterschlagung
  • Brand und Explosion,
  • Unwetterschäden wie Sturm, Blitzschlag, Hagel und Überschwemmung,
  • Schäden durch Zusammenstöße mit Haarwild wie Rehen oder Wildschweinen,
  • Marderbisse an Kabeln, Schläuchen und Leitungen,
  • Kabelschäden durch Kurzschluss,
  • Glasbruch zum Beispiel durch Steinschlag.

Wann die Vollkasko nicht zahlt

Wie in jeder Versicherung gibt es auch in der Vollkasko einige Ausschlüsse, über die Du Bescheid wissen solltest. In den folgenden Fällen leistet die Vollkasko in der Regel nicht:

  • Unterschlagung: Du überlässt einer anderen Person Dein Auto etwa für eine Probefahrt und bekommst es von ihr nicht zurück;
  • Verhaltensbedingte Unwetterschäden: Du kommst auf einer verhagelten Straße ins Schleudern und verursachst einen Schaden an Deinem Auto;
  • Reine Reifenschäden: Du fährst auf der Autobahn über Schrauben und zerstörst nur die Reifen, ohne andere Schäden zu verursachen.

Mehr zur Kfz-Versicherung in unserem Ratgeber

  • Vergleiche jeden Herbst, ob Deine Kfz-Versicherung noch die günstigste ist.
  • Empfohlener Weg zum günstigsten Tarif: Erst bei Verivox oder Check24 vergleichen, dann Angebot bei der Huk24 einholen.

Zum Ratgeber 

Wie viel zahlt die Vollkaskoversicherung?

Wenn Dein neues Auto in den ersten Monaten gestohlen wird oder einen Totalschaden hat, erstattet Dir der Versicherer den Neuwert. Gute Tarife zahlen ihn Dir bis zu 24 Monate nach Erstzulassung. Danach wird nur noch der Zeitwert ersetzt. Daher solltest Du beim Tarifvergleich darauf achten, dass der Versicherer möglichst lange den Neuwert Deines Autos zahlt. Wie Du einen passenden Tarif findest, erfährst Du in unserem Ratgeber Autoversicherung.

Was sollte die Vollkasko außerdem abdecken?

Auf einige Leistungen solltest Du bei der Vollkasko besonderen Wert legen. Verzichte nicht auf die folgenden Leistungen.

Keine Einrede grober Fahrlässigkeit – Hast Du diese Klausel vereinbart, zahlt die Versicherung auch dann in vollem Umfang, wenn Du einen Schaden an Deinem Auto grob fahrlässig verursachst. Sie verzichtet auf ihr Recht zur „Einrede der groben Fahrlässigkeit“. Beispiele: Du überfährst eine rote Ampel, fährst viel zu schnell oder schreibst Nachrichten auf dem Handy und verursachst dabei einen Unfall. Nicht versichert sind Fälle, in denen Du unter Alkohol- oder Drogeneinfluss einen Unfall baust oder wenn Du den Diebstahl Deines Wagens grob fahrlässig ermöglichst. In den meisten Tarifen ist die Klausel enthalten.

Marderbisse mit Folgeschäden – Besonders zur Paarungszeit im Frühjahr verkriechen sich Marder gerne in warmen Motorräumen. Dort knabbern sie dann an Schläuchen und Kabeln. Das kann zu teuren Schäden führen. Du solltest einen Tarif abschließen, der nicht nur die Kabel- sondern auch die Folgeschäden wie einen Motorschaden ersetzt. Häufig bekommst Du diesen Zusatzschutz kostenlos. Gibt es einen Aufpreis, ist dieser meist gering. Das zeigte eine Untersuchung von Finanztip.

Erweiterte Wildschadendeckung – Ohne diese Erweiterung zahlt die Kasko nur bei Unfällen mit Haarwild wie Rehen oder Wildschweinen. Mit ihr bist Du auch versichert, wenn Du mit anderen Tieren zusammenstößt – zum Beispiel mit Kühen oder Pferden auf der Landstraße. Die Erweiterung lohnt sich besonders, wenn Du häufig auf der Landstraße unterwegs bist. Sie ist inzwischen Standard.

Ein Tarif mit Werkstattbindung lohnt nicht immer

Viele Kfz-Versicherer bieten besondere Tarife mit Werkstattbindung an, um Verwaltungskosten zu sparen. Dafür wird Du mit einem Preisnachlass von durchschnittlich 10 Prozent belohnt. Bei einzelnen Tarifen bekommst Du sogar rund 15 Prozent. Das zeigte eine Finanztip-Studie im August 2020.

Oft sind auch noch weitere Serviceleistungen im Angebot wie Abhol- und Bringdienst oder ein Ersatzfahrzeug für die Dauer der Reparatur. Hast Du einen Neuwagen, kann es sinnvoll sein, dass Du auf die Werkstattbindung verzichtest. Dann gefährdest Du nicht die Herstellergarantie.

Was solltest Du bei geleasten oder finanzierten Autos beachten?

Hast Du Dein Auto geleast oder mit einem Kredit finanziert, solltest Du zusätzlich zur Vollkasko eine GAP-Deckung (oder Differenz-Deckung) abschließen. Das erspart Dir bei einem Totalschaden, dass Du einen Teil der Kosten selbst tragen musst. Und zwar die Differenz zwischen dem, was die Versicherung Dir erstattet und dem, was Du dem Leasing- oder Kreditgeber noch zahlen musst.

Wird Dein Auto bei einem Unfall so stark beschädigt, dass sich eine Reparatur wirtschaftlich nicht mehr lohnt, handelt es sich aus Sicht Deines Versicherers um einen Totalschaden. Die Reparaturkosten wären höher als der Restwert des Wagens. Die Vollkaskoversicherung erstattet Dir deshalb den Betrag, den Du brauchst, um Dir ein gleichwertiges Auto zu kaufen (Wiederbeschaffungswert). Diesen Betrag kürzt sie zusätzlich um den Restwert, den Dein Auto noch hat.

Ohne GAP-Deckung hättest Du dann wahrscheinlich folgendes Problem: Du musst noch den Leasing-Restwert oder weitere Kreditraten zahlen, hast von der Versicherung aber nur den Wiederbeschaffungswert bekommen. Und der kann niedriger sein als das, was Du Leasing- oder Kreditgeber noch zahlen musst. Ohne Gap-Deckung würdest Du dann für ein Auto zahlen, dass Du nicht mehr fahren kannst. Hast Du allerdings eine GAP-Deckung vereinbart, zahlt Dir Dein Versicherer die Differenz zwischen Restwert und Wiederbeschaffungswert.

Je teurer Dein Auto ist, desto wichtiger ist die GAP-Deckung: Gerade Fahrzeuge der gehobenen Mittelklasse und Oberklasse verlieren schnell an Wert: Der Wiederbeschaffungswert sinkt dann unter Umständen sehr viel schneller als der vereinbarte Leasing-Restwert oder die verbleibenden Kreditraten.

Wie kannst Du bei der Vollkasko sparen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten bei der Vollkasko zu sparen. Einige kannst Du direkt beeinflussen, andere nur bedingt.

Eine Selbstbeteiligung drückt den Preis

Mit einer Selbstbeteiligung in Höhe von 300 bis 500 Euro kannst Du den Preis für Deine Vollkasko noch deutlich reduzieren. Die Versicherer geben Dir einen Nachlass, um sich die Verwaltungskosten für kleinere Blechschäden zu sparen. Probiere einfach beim Tarifvergleich mehrere Varianten der Selbstbeteiligung aus. Wie Du am besten vergleichst, liest Du im Ratgeber Autoversicherung.

Ohne Schaden wird die Vollkasko jedes Jahr günstiger

In der Vollkaskoversicherung gibt es wie in der Kfz-Haftpflichtversicherung Schadenfreiheitsklassen. Mit jedem unfallfreien Jahr zahlst Du weniger Beitrag. Das unterscheidet die Vollkasko übrigens auch von der Teilkasko. Da in der Teilkasko nur Schäden versichert sind, die Du nicht selbst verursachst wie Diebstahl oder Unwetter, kannst Du den Preis dort nicht durch Schadenfreiheit senken. In der Vollkaskoversicherung zahlst Du im besten Fall jedes Jahr weniger.

Bist Du in der Vollkasko schon lange schadenfrei unterwegs, kann es sein, dass sie dank einer hohen Schadenfreiheitsklasse kaum teurer ist als die Teilkasko – oder sogar günstiger. Selbst wenn Dein Auto schon etwas älter ist, solltest Du daher genau ausrechnen, ob sich ein Wechsel in die Teilkasko lohnt.

Deine Schadenfreiheitsklasse der Vollkasko unterscheidet sich von der in der Haftpflichtversicherung, sie sind nicht gekoppelt. Bist Du schon seit zehn Jahren schadenfrei in der Haftpflicht unterwegs, hast aber erst seit fünf Jahren eine Vollkasko, bist Du in der Vollkasko in einer niedrigeren Klasse. Meldest Du der Vollkasko zum Beispiel einen Schaden wegen Vandalismus, wirst Du in der Vollkasko zurückgestuft, in der Haftpflicht nicht.

Je nach Wohnort und Automodell kostet die Vollkasko mehr

Auch in der Kaskoversicherung werden Autos nach Regionen und Typklassen eingestuft. Das können aber andere Regionen und Typklassen sein als bei der Kfz-Haftpflichtversicherung. Außerdem können sich die Typklassen in der Vollkasko von denen in der Teilkasko unterscheiden. Fährst Du ein Auto, das besonders häufig in Unfälle verwickelt ist und wohnst gleichzeitig an einem Ort mit einer hohen Unfallrate, zahlst Du daher besonders viel für deine Vollkasko.

Zusätzlich nutzen Versicherer Merkmale wie gefahrene Kilometer im Jahr oder ob Du eine Garage hast, um die Höhe Deines Beitrags zu bestimmen. Steht Dein Auto geschützt in einer Garage, ist es unwahrscheinlicher, dass Dein Auto gestohlen oder von einem Unwetter beschädigt wird. Auch ist das Risiko eines Unfalls geringer, wenn Du pro Jahr nur 5.000 statt 15.000 Kilometer fährst.

Dein Weg zur günstigsten Autoversicherung

Die günstigste Autoversicherung findest Du nur, wenn Du mehrere Anbieter vergleichst. Unsere große Untersuchung zur Kfz-Versicherung zeigt, dass Du am besten mindestens zwei Vergleiche kombinierst. Denn nicht alle Versicherer sind auch auf allen Vergleichsportalen vertreten.

Spar mit einer Kombination von Vergleichsportal und Direktversicherer. Berechne zunächst einfach die günstigste passende Kfz-Versicherung entweder auf Verivox oder Check24. Hol Dir danach ein Angebot bei der Huk24. Und schließ den Vertrag dann beim günstigsten Anbieter. Wie Du auf einem Vergleichsportal die passende Kfz-Versicherung findest, erklären wir in unserem Ratgeber zum Wechsel der Kfz-Versicherung.

Autor
Silke Kursawe
& Co-Autoren
Annika Krempel , Nicolas Heronymus

Stand: 01. Oktober 2020


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