Familienversicherung Einkommensgrenze

So viel dürfen mitversicherte Familienmitglieder verdienen

Julia Rieder
& Co-Autoren
Stand: 13. Januar 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Versichern Sie Ihre Kinder, Ihren Ehepartner oder eingetragenen Lebenspartner in der gesetzlichen Krankenversicherung beitragsfrei mit.
  • Das Gesamteinkommen des mitversicherten Kindes oder Partners darf monatlich nicht höher als 538,33 Euro (Stand: 2020) sein.
  • Bei Minijobbern liegt die Grenze meist bei 455 Euro monatlich.
  • Für Stief- und Enkelkinder gelten besondere Regelungen.
So gehen Sie vor
  • Prüfen Sie, ob Ihr Kind oder Partner alle Voraussetzungen für eine Familienversicherung erfüllt.
  • Beantragen Sie bei Ihrer Krankenkasse die Familienversicherung. Ein Formular dafür haben die meisten Kassen auf ihrer Website.
  • Krankenkassen prüfen meist jährlich das Familieneinkommen. Dafür müssen Sie regelmäßig einen Fragebogen ausfüllen.

Im Prinzip sind Kinder oder Partner in der gesetzlichen Krankenversicherung kostenfrei mitversichert, sofern sie kein oder nur ein geringes eigenes Einkommen haben. Sobald sie aber zu viel verdienen, fallen sie aus der Familienversicherung heraus und müssen sich selbst versichern. Zum Einkommen zählen zum Beispiel auch Mieteinnahmen oder Zinsen. Eltern müssen daher bei der Geldanlage für ihre Sprösslinge auf gewisse Einkommensgrenzen achten.

Wie hoch sind die Verdienstgrenzen für Kinder und Partner?

Familienversicherte Angehörige dürfen nur ein geringes Einkommen haben, sonst müssen sie sich selbst um Versicherungsschutz kümmern. Das gilt sowohl für den mitversicherten Partner als auch für die Kinder.

Die Einkommensgrenze für die Familienversicherung liegt 2020 bei 455 Euro im Monat. Allerdings handelt es sich bei dem maßgeblichen Gesamteinkommen um die Summe der Einkünfte im Sinne des Einkommensteuerrechts (§ 16 SGB IV). Deshalb können regulär Angestellte von ihren Bruttoeinnahmen noch ihre Werbungskosten oder den entsprechenden Pauschbetrag abziehen.

Das führt dazu, dass sich ein Gesamteinkommen bis zu 538,33 Euro im Monat (Stand: 2020) nicht negativ auf die Familienversicherung auswirkt. Dieser Wert setzt sich zusammen aus der Einkommensgrenze für die Familienversicherung von 455 Euro und der Werbungskostenpauschale von monatlich 83,33 Euro (1.000 Euro im Jahr). Das Höchsteinkommen liegt somit bei 6.460 Euro jährlich

Für Familienmitglieder mit einem Minijob gilt stattdessen eine Grenze von 455 Euro monatlich und 5.460 Euro jährlich. Sie ist niedriger als bei regulär Angestellten, da bei dieser Art der Beschäftigung meist keine Werbungskosten absetzbar sind. Dies ist nur möglich, wenn der Minijob nach den individuellen Lohnsteuermerkmalen des Beschäftigten abgerechnet wird. Dann gilt die Grenze in Höhe von 538,33 Euro auch für Minijobber.

Was noch zum Gesamteinkommen zählt

Das Gesamteinkommen ergibt sich nicht nur aus Lohn- und Gehaltszahlungen. Auch Renten, zum Beispiel die Hinterbliebenenrente, sowie Miet- und Pachteinnahmen gehören dazu. 

Ebenfalls eingerechnet werden Kapitalerträge, etwa Zinsen und Renditen auf Sparbücher und Aktienfonds. Für diese gibt es allerdings einen Sparerfreibetrag von 801 Euro pro Jahr. Einkünfte bis zu diesem Betrag haben daher keinen Einfluss auf das Gesamteinkommen. 

Wann können Stief- und Enkelkinder mitversichert werden?

Auch Stief- und Enkelkinder können kostenfrei familienversichert werden (§ 10 Abs. 4 SGB V). Bisher gab es dafür besondere Voraussetzungen. Die hat die Bundesregierung mit Inkrafttreten des Terminservice- und Versorgungsgesetzes (TSVG) im Mai 2019 jedoch gelockert. Stief- und Enkelkinder dürfen nun zu den gleichen Bedingungen wie leibliche Kinder in die Familienversicherung – sofern sie bei dem Krankenkassenmitglied wohnen, über das sie versichert werden sollen. 

Wohnen der Versicherte und das Stief- oder Enkelkind nicht in einem Haushalt, gilt die Regel: Derjenige, bei dem das Kind mitversichert werden soll, muss für den Großteil des Unterhaltsbedarfs des Kindes aufkommen. Ob das Kind selbst über Einkünfte verfügt oder andere Unterhaltszahlungen erhält, spielt für die Berechnung seit der Gesetzesänderung keine Rolle mehr.

Der Unterhaltsbedarf richtet sich nunmehr ausschließlich nach dem gesetzlich definierten Existenzminimum und der Mindestunterhaltsverordnung (§ 1612a BGB). Im Jahr 2020 sind die folgenden Werte maßgeblich:

  • bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres 369 Euro;
  • bis zur Vollendung des 12. Lebensjahres 424 Euro;
  • bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres 497 Euro;
  • nach der Vollendung des 18. Lebensjahres 530 Euro.

Beispiel: Ein Versicherter möchte sein zehnjähriges Stiefkind familienversichern, dieses wohnt jedoch nicht in seinem Haushalt. Er zahlt dem Kind jeden Monat 250 Euro Unterhalt. Da dies mehr als die Hälfte des Bedarfs von 424 Euro ist, kann der Versicherte das Kind mitversichern.

Was tun, wenn das Einkommen zu hoch ist?

Überschreitet Ihr Nachwuchs oder Partner die Einkommensgrenze, sind Sie verpflichtet, das der Krankenkasse zu melden. Ihr Angehöriger muss sich dann selbst versichern – zum Beispiel als freiwilliges Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung. 

Meist verschickt die Krankenkasse einmal pro Jahr einen Fragebogen, auf dem Familien ihre Einkommensverhältnisse angeben müssen. Mit Hilfe dieser Informationen prüft die Kasse dann, ob noch alle Voraussetzungen für die Familienversicherung erfüllt sind. Trotzdem ist es sinnvoll, sich selbst bei der Kasse zu melden, sobald das Einkommen die festgelegten Grenzen übersteigt. Haben Sie die Änderung verschwiegen, kann es passieren, dass die Kasse die Familienversicherung rückwirkend beendet und Beiträge nachfordert
 

Autor
Julia Rieder
& Co-Autoren
Nicolas Heronymus , Max Mergenbaum

Stand: 13. Januar 2020


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