Kredit­karten für Studenten Die besten Karten für Campus und Auslandssemester

Josefine Lietzau
Finanztip-Expertin für Bank und Kredit

Das Wichtigste in Kürze

  • Als Studi bekommst Du reichlich Angebote für Kredit­karten. Meist versprechen die Anbieter dabei satte Rabatte.
  • Diese Rechnung geht aber nur selten auf: Kostengünstige normale Kredit­karten sind oft die bessere Wahl.
  • Die Banken holen sich das Geld, das Du mit der Karte ausgibst, unterschiedlich schnell von Dir zurück. Für eine Teilzahlung verlangen die Anbieter hohe Zinsen.

Finanztip empfiehlt diese Kredit­karten für Studenten

  • Bei allen von uns emp­foh­lenen Karten zahlst Du keine Jahresgebühr. Die Banken verlangen auch keine Gebühren beim Geldabheben. 
  • Unsere Emp­feh­lungen: Hanseatic Bank Genialcard (Abheben weltweit kostenlos) – ebenso als Awa7 oder Deutschland Kredit­karte Classic abschließbar.
  • Bei diesen Revolving-Karten solltest Du die vollständige Abbuchung einschalten.

Kredit­karten sind nicht nur im Berufsleben praktische Begleiter, sondern schon während Deiner Studentenzeit. Dabei ist es egal, ob Du für ein Semester oder auf Reisen im Ausland unterwegs bist oder einfach in Onlineshops bestellst.

Wann bekommst Du als Student eine Kredit­karte?

Bevor Dir eine Bank eine Kredit­karte gibt, schaut sie sich an, wie es um Deine Finanzen steht. Dafür wirft sie einen Blick auf die Daten, die die Auskunftei Schufa über Dich gespeichert hat. Außerdem fragt sie einige Informationen bei der Kontoeröffnung ab, zum Beispiel zum Gehalt. Sieht es eher mau aus, wird sie Deinen Kartenantrag ablehnen. Schließlich gewährt sie über viele der Karten einen kurzzeitigen Kredit, zum Beispiel wenn sie die Ausgaben erst einen Monat später vom Konto abbucht. Erklären muss sie die Absage nicht.

Trotzdem kannst Du auch als Student ohne regelmäßiges Einkommen eine Kredit­karte bekommen. Wie leicht das für Dich ist, hängt einfach davon ab, wie gut die Bank Deine restliche finanzielle Situation einschätzt. Und falls es mit der echten Kredit­karte nicht klappt, gibt es weitere Karten, die etwas anders funktionieren, sich aber trotzdem zum Bezahlen und Geldabheben im In- und Ausland eignen.

Wir erklären die Vor- und Nachteile der verschiedenen Kartenarten:

Charge - Charge-Karten gehören zu den echten Kredit­karten. Das bedeutet, die Bank sammelt die Umsätze und bucht sie auf einen Schlag ab, meist einmal im Monat. Über diesen Zeitraum erhältst Du also einen kostenlosen Kredit. Du kannst also zum Beispiel den Dispo umgehen, indem Du statt der Girocard die Kredit­karte nutzt, wenn das Geld auf dem Konto knapp wird. Allerdings klappt das nur, wenn Du pünktlich zum Buchungszeitpunkt wieder genug Geld auf dem Konto hast.

Revolving - Auch bei Revolving-Kreditkarten bekommst Du einen kurzzeitigen Kredit. Du kannst den Kartenumsatz zudem in Raten zurückzahlen. Das solltest Du aber unbedingt vermeiden. Denn für die Raten verlangen die Banken Zinsen, und die sind sehr hoch. Einige Anbieter buchen den Umsatz auf Wunsch automatisch ab, bei anderen musst Du Dich selbst darum kümmern und das Geld auf das Kartenkonto überweisen.

Bei Revolving- und Charge-Karten achten die Banken eher auf die Zahlungskraft ihrer Kunden als bei Debit- oder Prepaid-Karten. Solltest Du also Probleme haben, eine „echte“ Kredit­karte zu bekommen, versuch es mit einer Debit- oder einer Prepaid-Karte:

Debit - Bei diesen Karten wird das Geld zeitnah vom Konto abgebucht, so wie Du es von der Girocard (früher: EC-Karte) kennst. Das hilft, die Umsätze im Blick zu behalten. Allerdings kann es beim Buchen von Hotels und Mietwagen zu Problemen kommen, da solche Unternehmen Debitkarten nicht immer akzeptieren. Frag besser nach – nicht nur beim Vergleichsportal, über das Du das Zimmer oder Auto gemietet hast, sondern direkt beim Anbieter.

Prepaid - Bei Prepaid-Karten musst Du das Geld auf das Kartenkonto überweisen, bevor Du die Karte nutzen kannst. Mehr als das überwiesene Geld kannst Du dann auch nicht ausgeben. Wie bei Debitkarten kann es bei Mietwagenfirmen und Hotels zu Problemen kommen.

Welche Kredit­karten empfiehlt Finanztip für Studenten?

Wir haben uns Anfang 2023 zahlreiche Kredit­karten angeschaut, um die passenden Angebote für Studenten zu finden. Wie wir dabei vorgegangen sind, liest Du weiter unten im Text. Folgenden Kredit­karten halten wir für empfehlenswert:

Hanseatic Bank Genialcard: Karte mit optionaler Ratenzahlung

Bei der Genialcard fallen weder Gebühren für die Karte noch für das Abheben und Bezahlen an – egal in welcher Währung. Es gibt auch keine Mindestsumme beim Geldabheben.

Die Bank bucht das Geld standardmäßig nicht automatisch ab. Damit Du nicht aus Versehen die Ratenoption nutzt, solltest Du diese Option ausschalten. Das geht über die App, aber auch über den Kunden-Support der Bank – telefonisch oder schriftlich. Dann wird das Geld, das Du ausgibst, immer gesammelt am Ende des Monats abgebucht.

Die Karte der Hanseatic Bank gibt es auch als White-Label-Option. Dabei handelt es sich um Kopien der Karte, bei denen aber ein zweiter Anbieter noch Extras anbietet. Bei der Hanseatic Bank sind das Awa7 und die Deutschland Kredit­karte Classic.

Awa7 versucht, sich beim Thema Umweltschutz hervorzutun, bei der Deutschland Kredit­karte bekommst Du Rabatte, wenn Du den Urlaub über ein bestimmtes Portal buchst. Bei beiden Angeboten kannst Du die App der Hanseatic Bank nutzen und hast es bei Fragen mit dem Support der Bank zu tun.

In unserem Anbietertext zur Genialcard liest Du alle Details zur Karte.
 

Hanseatic Bank
Genialcard / Visa (Revolving) / Awa7 / Deutschland Kredit­karte Classic
  • keine Jahresgebühr
  • komplettes, automatisches Abbuchen des offenen Betrages möglich
  • weltweit kostenlos Bargeld abheben
  • weltweit kostenlos bezahlen
  • Kartenkonto kann nicht im Plus geführt werden
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Solltest Du keine der genannten Kredit­karten erhalten, weil die Banken Deine Bonität als zu schlecht dafür einschätzen, kannst Du es auch auf anderen Wegen probieren: Girokonten, Prepaid-Karten und Regionalbanken sind mögliche Alternativen.

Bei einigen Girokonten gehört eine Karte von Visa oder Mastercard dazu. Inzwischen handelt es sich oft um Debitkarten. Brauchst Du die Karte vielleicht nur fürs Online-Shoppen oder zum Bezahlen und Geldabheben im Ausland, dann kann es Dir egal sein, dass die Debitkarte bei Mietwagen vielleicht Probleme macht.

In unserem Gi­ro­kon­to­rech­ner findest Du gute Konten mit solchen Karten. Wenn Du keinen Dispo beantragst, schauen die Banken womöglich nicht so streng auf Deine Finanzen.

Hauptparameter für die Sortierung der Angebote im Finanztip-Girokontorechner sind die von uns berechneten jährlichen Gesamtkosten. Mit der Auswahl der Filterkriterien verändern sich die Konten, die erscheinen.

Finanztip-Kommentar: Zum monatlichen Geldeingang gehören zum Beispiel Gehalt, Rente und Bafög. Der Geldeingang kann die Kontogebühren beeinflussen.

 

Finanztip-Kommentar: Bei einigen Konten ist die Kredit­karte immer dabei, bei anderen buchst Du die Karte auf Wunsch dazu.

Hier klicken: Hinweise zu Daten im Gi­ro­kon­to­rech­ner

Du kannst es auch mit einer der von uns emp­foh­lenen Prepaid-Kreditkarten probieren.

Sparkassen und Volksbanken als Alternative

Außer bei den genannten Anbietern kannst Du natürlich auch bei den großen Bankengruppen der Sparkassen und Genossenschaftsbanken ein Girokonto mit Kredit­karte beantragen. Sei Dir aber bewusst, dass Du dort ab einem bestimmten Alter oder nach Ende des Studiums die normalen Kontogebühren zahlst. Gerade dann, wenn Du ein Kontomodell mit Filialservice wählst, wird es teuer. Wir haben diese Karten nicht in den Test aufgenommen, da es sich um regionale Angebote handelt und wir auf Karten setzen, die jedem zugänglich sind.

Worauf sollten Studenten bei Kredit­karten achten?

Kredit­karten sind in vielen Fällen einfach zu handhaben. Trotzdem gibt es ein paar Dinge, die Du wissen solltest.

Mastercard oder Visa

Die bekanntesten Kredit­kartenunternehmen sind wohl Mastercard und Visa. Die Karten von beiden Unternehmen werden weltweit akzeptiert, es kann aber passieren, dass Du in einem Land mit der Karte einer bestimmten Marke besser fährst. Wenn Du viel unterwegs bist, kann es sich also lohnen, kostenlose Karten von beiden Unternehmen zu haben.

Schwierig kann es bei den Kredit­karten von American Express oder Diners Club werden, diese werden insgesamt seltener akzeptiert. Deshalb empfehlen wir keine Karten dieser Anbieter.

Übrigens: Bei Problemen mit Deiner Kredit­karte wendest Du Dich nicht an Mastercard oder Visa, sondern an die Bank, von der Du die Karte hast. Anders sieht es bei American Express und Diners Club aus. Diese Unternehmen geben ihre Karten selbst aus und sind in der Regel dann auch der richtige Ansprechpartner bei Problemen.

Beim Geldabheben die richtige Währung wählen

Beim Geldabheben außerhalb der Eurozone solltest Du vorsichtig sein. Denn Du kannst dabei oft wählen, ob der Automat das Geld beim Abbuchen vom Konto schon in Euro umrechnen soll oder ob Du bei der Landeswährung bleibst. Hier gilt: Wähle in jedem Fall die Landeswährung! Die Anbieter langen nämlich für den scheinbaren Service der Umrechnung in Euro kräftig zu. Deine Bank nutzt meist einen wesentlich besseren Wechselkurs.

Geld zurückholen

Sollte etwas beim Bezahlen mit der Kredit­karte schiefgehen, kannst Du Dir das Geld zurückholen. Das klappt zum Beispiel, wenn ein Händler das Geld doppelt abbucht oder einen zu hohen Betrag. Auch bei Betrügereien oder Insolvenzen kannst Du Kartenzahlungen reklamieren. Du musst dafür lediglich ein Formular ausfüllen und zusammen mit den Nachweisen für den jeweiligen Reklamationsgrund an die Bank schicken. Wie das genau funktioniert, erklären wir in unserem Ratgeber zum sogenannten Chargeback-Verfahren.

So haben wir getestet

Vergleich Kredit­karten für Studenten 2023

Wir haben uns zwischen März und April 2023 zahlreiche Kredit­karten angeschaut, um die passenden Kredit­karten für Studenten zu finden. Dabei haben wir kostenlose Kredit­karten berücksichtigt.

Spezifische Angebote für Studenten schauen wir uns nicht mehr genauer an. Der Grund dafür: In unseren vorherigen Tests haben wir festgestellt, dass Kartenangebote, die sich direkt an Studenten richten, nicht die kostenlosen Standard-Karten schlagen. Die Rabatte für Studenten machten zudem die zusätzlichen Kosten dieser Angebote nicht wett.

Deshalb empfehlen wir für Studenten die Karten, die es beim Test zu kostenlosen Kredit­karten 2023 zur Emp­feh­lung schafften. Für Studenten ist es vielleicht etwas schwieriger, die Kriterien für die Ausgabe zu erreichen, die Karten werden aber prinzipiell auch an Studenten ausgegeben.

Wir untersuchten 116 Karten nach den folgenden Kriterien:

  • keine Grundgebühr
  • wenn ein Konto oder eine Mitgliedschaft zur Karte gehört, durften für Konto oder Mitgliedschaft keine Gebühren anfallen
  • Abheben muss zumindest in Deutschland und der Eurozone kostenlos für Beträge über 50 Euro sein
  • kostenloses Abheben ist nicht auf eine bestimmte Anzahl oder Maximalsumme begrenzt
  • überregionale Angebote, die für jeden zugänglich sind
  • deutscher Vertrag
  • bei Revolving-Karten ist es möglich, die Ratenoption auszuschalten.

Es blieben dabei vier Karten übrig. Bei zwei davon handelt es sich um White-Label-Kopien einer anderen Karte.

Wichtig: Am 7. Dezember 2023 führte Barclays eine Gebühr für Neukunden ein. Schaltest Du nun die Volltilgung ein, musst Du dafür 2 Euro pro Monat zahlen. Damit ist Barclays zunächste keine Emp­feh­lung mehr.

Von Finanztip 2023 emp­foh­lene Kredit­karten

Bank /

Kredit­karte

Abbuchung

Fremd­wäh­rungs­ge­bühr

beim Bezahlen

kostenlos

Abheben

Barclays (Visa)1Revolving0 %weltweit
Hanseatic Bank (Genialcard)Revolving0 %weltweit
Hanseatic Bank (Awa7)Revolving0 %weltweit
Hanseatic Bank (Deutschland Kredit­karte Classic)Revolving0 %weltweit

1 keine Emp­feh­lung mehr seit Dezember 2023
Quelle: Websites der Anbieter (Stand: 9. Mai 2023)

Die wichtigsten Fragen zusammengefasst

Kriegen Studenten Kredit­karten?

Muss ich Geld verdienen, um eine Kredit­karte zu bekommen?

Welche Kredit­karte passt für Studenten?

* Was der Stern bedeutet:

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