Kreditkarten für Studenten

Die passende Kreditkarte für Studenten

Josefine Lietzau Stand: 28. Juli 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Auch wenn Sie als Student wenig oder kein Geld verdienen, können Sie eine Kreditkarte bekommen.
  • Einige Studenten-Kreditkarten kosten etwas. Wir haben gute kostenlose Kreditkarten herausgesucht, die auch nach Ende des Studiums gratis bleiben.
  • Es gibt Unterschiede, wie die Banken das Geld abbuchen, das Sie mit der Karte ausgeben. Einige Anbieter ziehen monatlich die komplette Summe von Ihrem Konto ein, andere erst nach und nach in hoch verzinsten Raten. Teils können Sie zwischen beiden Optionen wählen.
  • Nutzen Sie die Ratenoption nicht und sorgen Sie dafür, dass Sie immer Ihre gesamten Kartenschulden auf einen Schlag abzahlen.
Finanztip empfiehlt diese Kreditkarten für Studenten
  • Bei allen von uns empfohlenen Karten zahlen Sie keine Jahresgebühr. Außerdem verlangen die Banken keine Gebühren beim Geldabheben.
  • Für monatliche Abbuchung empfehlen wir die DKB Visa Card (ab 700 Euro monatlichem Geldeingang weltweit kostenloses Abheben).
  • Mit Ratenzahlung sind empfehlenswert: Genialcard der Hanseatic Bank (teure Ratenzahlung lässt sich ausschalten), Barclaycard Visa (Ratenzahlung können Sie nur per Überweisung umgehen) und Payback Visa Flex (teure Ratenzahlung lässt sich ausschalten).

Ob im Auslandssemester, während einer Reise in den Semesterferien oder einfach zum Bestellen in Online-Shops – auch für Studenten können Kreditkarten praktisch sein. Bei einigen Banken bekommen sie die Kreditkarte kostenlos.

Bekommen Studenten eine Kreditkarte?

Nicht jeder bekommt eine Kreditkarte, egal ob Student, Festangestellter oder Freelancer. Bei einigen winken die Banken einfach ab. Entscheidend ist, wie gut es um die Finanzen der jeweiligen Kunden steht, die sogenannte Bonität. Ist die Bank von Ihrer Finanzkraft nicht überzeugt, lehnt sie den Antrag auf eine Kreditkarte ab. Schließlich gewährt die Bank über viele der Karten einen kurzen Kredit, zum Beispiel wenn sie die Ausgaben erst einen Monat später vom Konto abbucht. Erklären muss sie die Absage nicht.

Trotzdem können auch Studenten ohne regelmäßiges Einkommen eine Kreditkarte bekommen. Denn falls es mit der „echten“ Kreditkarte nicht klappt, gibt es weitere Karten, die etwas anders funktionieren, sich aber trotzdem zum Bezahlen und Geldabheben im In- und Ausland eignen.

Wir erklären die Vor- und Nachteile der verschiedenen Kartenarten:

Charge - Charge-Karten gehören zu den „echten“ Kreditkarten. Das bedeutet, die Bank sammelt die Umsätze und bucht sie auf einen Schlag ab, meist einmal im Monat. Über diesen Zeitraum erhalten Sie also einen kostenlosen Kredit. So lässt sich zum Beispiel der Dispo umgehen, indem Sie statt der Girocard die Kreditkarte nutzen, wenn das Geld auf dem Konto knapp wird. Allerdings klappt das nur, wenn Sie pünktlich zum Buchungszeitpunkt wieder genug Geld auf dem Konto haben.

Revolving - Auch bei Revolving-Kreditkarten bekommen Sie einen kurzen Kredit. Sie können den Kartenumsatz zudem in Raten zurückzahlen. Finanztip empfiehlt, diese Möglichkeit nicht zu nutzen, denn die Anbieter verlangen hohe Zinsen. So wird die Ratenzahlung schnell teuer. Zahlen Sie die Kartenschulden besser immer auf einen Schlag zurück. Einige Anbieter buchen den Umsatz auf Wunsch automatisch ab, bei anderen müssen Sie selbst aktiv werden und das Geld überweisen.

Bei Revolving- und Charge-Karten achten die Banken eher auf die Zahlungskraft ihrer Kunden als bei Debit- oder Prepaid-Karten. Sollten Sie also Probleme haben, eine „echte“ Kreditkarte zu bekommen, stehen Ihnen noch die folgenden Möglichkeiten offen:

Debit - Bei diesen Karten wird das Geld zeitnah vom Konto abgebucht, so wie Sie es von der Girocard (früher: EC-Karte) kennen. Das hilft, die Umsätze im Blick zu behalten. Allerdings kann es beim Buchen von Hotels und Mietwagen zu Problemen kommen, da solche Unternehmen Debit-Karten nicht immer akzeptieren.

Prepaid - Bei Prepaid-Karten müssen Sie Geld auf das Kartenkonto überweisen, bevor Sie die Karte nutzen können. Sie können dann auch nur den Betrag ausgeben, den Sie vorab aufgeladen haben. Wie bei Debit-Karten akzeptieren Mietwagenfirmen und Hotels die Karten unter Umständen nicht.

Welche Kreditkarten empfiehlt Finanztip für Studenten?

Im Juni 2019 haben wir 29 Kreditkarten untersucht, die den Anbietern zufolge auch Studenten bekommen. Wie wir dabei vorgegangen sind, lesen Sie weiter unten im Text. Unser Vergleich zeigte, mit einer guten kostenlosen Kreditkarte fahren Studenten besser als mit speziell auf sie zugeschnittenen Angeboten. Die folgenden Kreditkarten halten wir für empfehlenswert:

DKB: Karte mit monatlicher Abbuchung

Bei der DKB erhalten Studenten und Studentinnen ein kostenloses Girokonto samt Kreditkarte. Sie können mit der Kreditkarte in der Eurozone kostenlos Geld abheben, im Rest der Welt fällt dafür eine Gebühr von 2,2 Prozent an. Das gilt auch beim Bezahlen in einer anderen Währung als dem Euro.

Sofern monatlich mindestens 700 Euro auf dem Konto eingehen, bekommen Sie bessere Konditionen. Sie können dann weltweit kostenlos Geld abheben und das Bezahlen mit der Kreditkarte ist auch außerhalb der Eurozone kostenfrei. Falls nicht genug Geld auf Ihrem Konto eingeht, erhalten Sie diese Vergünstigungen nur im ersten Jahr nach der Kontoeröffnung.

Im ersten Jahr bekommen Sie außerdem einen Gutschein für eine virtuelle ISIC-Karte, eine Art internationaler Studentenausweis. Mit dem Ausweis gibt es Rabatte, zum Beispiel bei Flixbus, Microsoft oder Babbel.

Deutsche Kreditbank (DKB)
Kombination von Girokonto mit Visa-Karte
  • keine Jahresgebühr
  • monatliche Abrechnung
  • bessere Konditionen im ersten Jahr und ab 700 Euro Geldeingang im Monat (Aktivkunden)
  • kostenlos Bargeld abheben in der Eurozone (Aktivkunden: weltweit)
  • 2,2 Prozent Fremdwährungsgebühr beim Bezahlen und Abheben (Aktivkunden: keine Gebühr)
  • Bargeldabhebungen erst ab 50 Euro

Hanseatic Bank – Genialcard: Karte mit optionaler Ratenzahlung

Bei der Genialcard fallen weder Gebühren für die Karte selbst, noch für das Abheben und Bezahlen an – egal in welcher Währung. Es gibt auch keine Mindestsumme beim Geldabheben.

Die Bank bucht das Geld standardmäßig nicht automatisch ab. Damit Sie nicht aus Versehen die Ratenoption nutzen, sollten Sie diese ausschalten. Das können Sie über die App machen, aber auch über den Kundensupport der Bank – telefonisch oder schriftlich. Dann wird das Geld, das Sie ausgegeben haben, immer gesammelt am Ende des Monats abgebucht.

  • keine Jahresgebühr
  • komplettes, automatisches Abbuchen des offenen Betrages möglich
  • weltweit gebührenfrei Bargeld abheben
  • weltweit kostenlos bezahlen
  • Kartenkonto kann nicht im Plus geführt werden

Barclaycard: Karte mit optionaler Ratenzahlung

Barclaycard bietet unterschiedliche Kreditkarten an, darunter auch eine Karte für Studenten. Für diese verlangt die Bank allerdings Jahresgebühren. Wir empfehlen stattdessen die kostenlose Barclaycard Visa. Geld abheben und bezahlen ist mit der Karte weltweit kostenlos.

Den Umsatz können Sie nicht automatisch abbuchen lassen. Stattdessen sollten Sie zum Buchungszeitpunkt selbst aktiv werden und das Geld überweisen. Tun Sie dies nicht, fallen hohe Zinsen an. 

Wenn Sie die App nutzen, geht das Ausgleichen der Schulden recht einfach: Gehen Sie in den Menüpunkt „Kontoauszug und Rückzahlung“ und dort auf den einmaligen Soforteinzug. Dann können Sie den aktuellen Saldo eingeben und das Geld vom Girokonto abbuchen lassen.

Barclaycard
Visa-Karte
  • keine Jahresgebühr
  • weltweit gebührenfrei Bargeld abheben
  • weltweit kostenlos bezahlen
  • Bank bucht offenen Betrag in Raten ab
  • Kunden müssen ganzen Betrag manuell überweisen, um Zinsen zu vermeiden

Payback Visa Flex: Karte mit optionaler Ratenzahlung

Auch die Visa Flex-Karte von Payback ist kostenlos. Sie heben weltweit ohne Gebühren ab und können auch kostenfrei in anderen Währungen als dem Euro zahlen.

Um die teure Ratenzahlung auszuschalten, müssen Sie sich schriftlich an den Kundensupport der BW Bank wenden und verlangen, dass Ihre gesamten Schulden monatlich komplett von der Bank abgebucht werden. Am besten behalten Sie Ihre Kartenrechnungen danach im Blick, falls die Umstellung nicht geklappt hat.

Zudem nehmen Sie bei dieser Karte am Payback-Programm teil: Damit sammeln Sie Rabattpunkte, gleichzeitig sammelt Payback jedoch Daten über Sie.

Payback
Visa Flex
  • keine Jahresgebühr
  • komplettes, automatisches Abbuchen des offenen Betrags möglich
  • weltweit gebührenfrei Bargeld abheben
  • weltweit kostenlos bezahlen
  • Daten werden durch Payback gesammelt
Nur beim Anbieter abschließbar

Sollten Sie keine der genannten Kreditkarten erhalten, weil die Banken Ihre Bonität als schlecht einschätzen, können Sie auch eine der von uns empfohlenen Prepaid-Kreditkarten wählen.

Sparkassen und Volksbanken als Alternative

Neben den genannten Anbietern haben auch Sparkassen und Volksbanken gute Konten und Karten im Programm. Seien Sie sich aber bewusst, dass die Banken die Gebühren ab einem bestimmten Alter oder nach Ende des Studiums erhöhen. Wir haben diese Karten nicht in den Test aufgenommen, da es sich um regionale Angebote handelt. So können sich die Konditionen für die Karten von Sparkasse zu Sparkasse unterscheiden, dies gilt auch für die Volksbanken. Die jeweilige Karte wird immer nur in einer bestimmten Region ausgegeben, wir empfehlen aber nur Karten, die alle Studenten beantragen können.

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Auf welche Punkte sollten Studenten bei Kreditkarten achten?

Kreditkarten sind einfach zu handhaben. Trotzdem gibt es paar Dinge, die Sie wissen sollten.

Mastercard oder Visa

Die bekanntesten Kreditkartenunternehmen sind wohl Mastercard und Visa. Die Karten von beiden Unternehmen werden weltweit akzeptiert, große Unterschiede gibt es dabei nicht.  Deshalb spielt die Wahl zwischen Mastercard oder Visa keine große Rolle. Schwieriger wird es bei den Kreditkarten von American Express oder Diners Club, diese werden seltener akzeptiert. Deshalb empfehlen wir keine Karten dieser Anbieter.

Übrigens: Bei Problemen mit Ihrer Kreditkarte wenden Sie sich nicht an Mastercard oder Visa, sondern an die Bank, von der Sie die Karte haben. Anders sieht es aus bei American Express und Diners Club. Diese geben ihre Karten selbst aus und sind in der Regel der richtige Ansprechpartner bei Problemen.

Die richtige Währung wählen

Beim Geldabheben außerhalb der Eurozone sollten Sie vorsichtig sein. Denn Sie können dabei oft wählen, ob der Automat das Geld beim Abbuchen vom Konto schon in Euro umrechnen soll. Verzichten Sie darauf! Die Anbieter nutzen dafür in der Regel schlechtere Wechselkurse als Ihre Bank.

Geld zurückholen

Sollte etwas beim Bezahlen mit der Kreditkarte schiefgehen, können Sie Ihr Geld zurückholen. Das klappt zum Beispiel, wenn ein Händler das Geld doppelt abbucht oder einen zu hohen Betrag. Auch bei Betrügereien oder Insolvenzen können Sie Kartenzahlungen reklamieren. Sie müssen dafür lediglich ein Formular ausfüllen und zusammen mit den Nachweisen für den jeweiligen Reklamationsgrund an die Bank schicken. Wie das genau funktioniert, erklären wir in unserem Ratgeber zum sogenannten Chargeback-Verfahren.

So haben wir getestet

Vergleich Kreditkarten für Studenten 2019

Wir haben uns im Juni 2019 über Google mit dem Suchbegriff „Kreditkarten für Studenten“ einen Überblick über den Markt für Studenten-Kreditkarten verschafft. In unsere Analyse miteinbezogen haben wir sowohl die gefundenen Anbieter als auch Karten, die auf den gefundenen Portalen vertreten waren.

Wir haben folgende Karten aus der weiteren Analyse ausgeschlossen:

  • Karten mit Jahresgebühren
  • Karten, die von regionalen Anbietern ausgegeben werden
  • Businesskarten

So blieben 29 Kreditkarten übrig. Alle Karten, bei denen das Abheben in der Eurozone (inklusive Deutschland) kostenpflichtig war, haben wir nicht weiter beachtet. Dazu gehören auch Karten, bei denen Verbraucher ein paar Mal im Monat kostenlos abheben können und danach Gebühren zahlen müssen. Außerdem haben wir Karten ausgeschlossen, bei denen die Mindestabhebesumme höher als 50 Euro ist. Auch Karten, bei denen Kunden niedrige Summen abheben können, dafür aber Gebühren zahlen müssen, haben wir nicht weiter untersucht.

Die verbleibenden Karten haben wir auf folgende Punkte hin analysiert:

  • Gebühren für das Abheben
  • Gebühren für das Bezahlen
  • Rabatte für Studenten
  • Abschlussmöglichkeiten
  • Gebühren nach dem Studium

Wir haben die Karten von Barclaycard, Santander, DKB, ING, Apobank und MLP näher untersucht. Am besten abgeschnitten haben in unserem Vergleich folgende Karten: DKB Visa Card, ING Visa, Barclaycard Visa und die Santander 1Plus Card . Diese vier Angebote haben wir im Juni 2019 empfohlen.

Das Angebot der Apobank richtet sich hingegen ausschließlich an Studierende medizinischer Berufe. Zudem verlangt die Bank nach Abschluss des Studiums Gebühren für die Karte. Beim Finanzvertrieb MLP ist es nicht möglich, die Karte komplett online zu beantragen, Kunden müssen immer in eine Filiale. Außerdem fallen nach dem Studium auch hier Gebühren an. Deshalb empfehlen wir diese Karten nicht. Für Studenten, die bei den von uns empfohlenen Banken keine Kreditkarte bekommen, können sie eventuell eine Alternative sein. Denn diese Angebote richten sich gezielt an Studenten und die Zugangshürden sind gegebenenfalls etwas niedriger. 

Die Kreditkarte der ING gehört seit März 2020 nicht mehr zu unseren Empfehlungen. Seitdem verlangt die Bank Gebühren, wenn Kunden über 28 Jahre alt sind und weniger als 700 Euro monatlich auf dem Konto eingehen. 

Santander verlangt seit Juni 2020 Gebühren beim Geldabheben, weshalb wir diese Karte ebenfalls nicht mehr empfehlen.

Insgesamt haben wir in unserer Untersuchung festgestellt: Speziell auf Studenten ausgerichtete Angebote schneiden in der Regel nicht besser ab als kostenlose Kreditkarten, die wir auch ganz allgemein für empfehlenswert halten. 

Deshalb haben wir im Juni 2020 auch bei unseren neuen, allgemeinen Kreditkartenempfehlungen geprüft, ob sie sich ebenfalls für Studenten eignen. Sowohl die Genialcard der Hanseatic Bank als auch die Payback Visa Flex sind für Studenten zugänglich und entsprechen unseren Kriterien für Studenten-Kreditkarten. Diese Karten sind also für Studenten ebenfalls empfehlenswert (Stand: Juli 2020).

Autor
Josefine Lietzau

Stand: 28. Juli 2020


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