Das Wichtigste in Kürze
- Wärmepumpen können auch in älteren Einfamilienhäusern gut funktionieren – entscheidend dafür ist, wie hoch die Temperatur Deines Heizsystems ist.
- Schon kleinere Maßnahmen können Dein Haus fit für eine Wärmepumpe machen. Manchmal reicht der Austausch einzelner Heizkörper.
- Für Wärmepumpen gibt es aktuell Zuschüsse von bis zu 80 Prozent, wenn Du gewisse Kriterien erfüllst.
So gehst Du vor
- Prüfe an einem kalten Tag, ob Dein Haus mit einer Vorlauftemperatur von etwa 50 bis 55 Grad noch ausreichend warm wird.
- Lass Dich vor einem Heizungstausch ausführlich beraten, am besten von qualifizierten Energieeffizienz-Experten oder den Energieberatern der Verbraucherzentralen.
- Mit unserem Wärmepumpen-Check prüfst Du Dein Haus, dokumentierst wichtige Werte und bereitest Dich auf den Angebotsvergleich vor.
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Inhalt
- Ist eine Wärmepumpe im Altbau sinnvoll?
- Wie kannst Du prüfen, ob eine Wärmepumpenheizung bei Dir funktioniert?
- Wie kannst Du Dein Haus für eine Wärmepumpe vorbereiten?
- Wie arbeitet eine Wärmepumpenheizung?
- Welche Wärmepumpe passt in Deinen Altbau?
- Was kostet eine Wärmepumpe für den Altbau?
- Welche Förderungen gibt es?
Ist eine Wärmepumpe im Altbau sinnvoll?
Ja, eine Wärmepumpe kann auch im Altbau effizient heizen. Entscheidend ist weniger das Alter Deines Hauses als die Frage, mit welcher Vorlauftemperatur es ausreichend warm wird und wie viel Wärme es benötigt.
Praxismessungen zeigen, dass Wärmepumpen in älteren Häusern gut funktionieren können. In einem Forschungsprojekt des Fraunhofer Instituts für solare Energiesysteme erreichten Wärmepumpen in Ein- bis Dreifamilienhäusern Jahresarbeitszahlen zwischen 2,6 und 5,4. Einen Zusammenhang zwischen dem Baujahr des Hauses und der Effizienz der Wärmepumpe konnten die Forscher nicht feststellen.
Im Neubau gelten Wärmepumpen inzwischen sogar als die Standardlösung. Rund drei Viertel der 2025 fertiggestellten Wohngebäude wurden laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes hauptsächlich mit einer Wärmepumpe beheizt.
Damit eine Wärmepumpe in Deinem Altbau sinnvoll läuft, muss das Gesamtsystem aus Gebäude und Heizung gut aufeinander abgestimmt sein. Welche Bedingungen Dein Haus erfüllen sollte, zeigen wir Dir im nächsten Abschnitt.
Muss Dein Haus für eine Wärmepumpe voll gedämmt sein?
Nein, Dein Haus muss für eine Wärmepumpe nicht vollständig saniert oder auf Neubaustandard gedämmt sein. Wichtig ist vor allem, dass Du es mit einer möglichst niedrigen Vorlauftemperatur ausreichend warm bekommst. Sie ist die Temperatur, die Dein Heizsystem benötigt, um Deine Räume ausreichend zu erwärmen.
Als guter Richtwert gelten etwa 55 Grad an kalten Wintertagen. Je niedriger die benötigte Temperatur ist, desto effizienter kann die Wärmepumpe arbeiten. Neben der Dämmung beeinflussen auch Deine Heizkörper, die Größe der Heizflächen und der Wärmebedarf des Hauses die nötige Vorlauftemperatur.
Deshalb kann eine Wärmepumpe auch in einem älteren Haus ohne umfassende Sanierung sinnvoll sein. Manchmal reichen kleinere Maßnahmen, zum Beispiel einzelne größere Heizkörper, die Dämmung der Heizungsrohre oder die Dämmung der obersten Geschossdecke.
Welche Rolle spielt das Baujahr Deines Hauses?
Das Baujahr gibt Dir nur einen ersten Hinweis darauf, wie gut Dein Haus energetisch aufgestellt sein könnte. Ob eine Wärmepumpe funktioniert, solltest Du daran aber nicht allein festmachen.
Seit der ersten Wärmeschutzverordnung von 1977 in Westdeutschland wurden die Anforderungen an den Wärmeschutz von Neubauten schrittweise verschärft. Auch in der DDR gab es zu dieser Zeit bereits gewisse Vorgaben und in den folgenden Jahren und Jahrzehnten kamen immer weitere Ergänzungen dazu. Jüngere Häuser sind deshalb im Durchschnitt besser gedämmt als sehr alte Gebäude. Auch ein Haus aus den 1950er- oder 1960er-Jahren kann aber inzwischen neue Fenster, ein gedämmtes Dach oder eine gedämmte Fassade haben.
Umgekehrt garantiert ein jüngeres Baujahr nicht automatisch einen besonders effizienten Wärmepumpenbetrieb. Entscheidend ist der heutige Zustand Deines Hauses und Heizsystems. Wie Du selbst grob prüfen kannst, ob Dein Haus geeignet ist, zeigen wir Dir im nächsten Kapitel.
Brauchst Du für die Wärmepumpe eine Fußbodenheizung?
Eine Flächenheizung wie zum Beispiel eine Fußbodenheizung ist für den Betrieb einer Wärmepumpe ideal, aber kein Muss. Also auch, wenn Du mit normalen Heizkörpern heizt, musst Du die Wärmepumpe für Dein Haus nicht abschreiben.
Die Lösung kann schon der Austausch einzelner Heizkörper sein, um Dein Heizsystem zu optimieren. Warum das sinnvoll ist und was Du außerdem tun kannst, erklären wir Dir im Kapitel Wie kannst Du Dein Haus für eine Wärmepumpe vorbereiten?
Ob das bei Dir nötig ist, lässt sich über eine Heizlastberechnung prüfen. Darauf gehen wir im Kapitel zur Vorbereitung Deines Hauses genauer ein.
Funktioniert eine Wärmepumpe in denkmalgeschützten Häusern?
Wohnhäuser, die unter Denkmalschutz stehen, stellen eine Herausforderung für die Wärmepumpe dar. Das geht schon dann los, wenn Du das Haus energetisch sanieren möchtest. Häufig darf keine Außendämmung angebracht oder alte Kastenfenster dürfen nicht getauscht werden. So bleibt in den meisten Fällen nur eine Innendämmung, die nicht ganz so effektiv ist und außerdem den Raum verkleinert.
Eventuell wird auch die Installation der Wärmepumpe durch die Vorschriften für Denkmäler erschwert, indem zum Beispiel kein Außengerät angebracht werden darf. Mit der Wahl des richtigen Aufstellortes und Wärmepumpentyps sollte es hier aber nicht zu Problemen kommen, da die Installation grundsätzlich nicht sehr stark in die Bausubstanz eingreift.
Besonders bei der Sanierung und Instandhaltung von denkmalgeschützten Wohngebäuden solltest Du Dich immer gut beraten lassen und auch Deine örtliche Denkmalbehörde mit einbeziehen, denn die Sanierung dieser Häuser ist immer genehmigungspflichtig.
Wie kannst Du prüfen, ob eine Wärmepumpenheizung bei Dir funktioniert?
Ob eine Wärmepumpe zu Deinem Haus passt, kannst Du mit einigen einfachen Checks grob selbst einschätzen. Besonders wichtig ist, mit welcher Vorlauftemperatur Deine Heizung an kalten Tagen auskommt.
Prüfe dafür vor allem:
- Wie hoch muss die Vorlauftemperatur Deiner Heizung sein?
- Werden alle Räume bei dieser Temperatur ausreichend warm?
- Wie hoch war Dein Energieverbrauch für Heizung und Warmwasser in den vergangenen Jahren?
Die endgültige Auslegung der Wärmepumpe solltest Du einem Fachbetrieb überlassen. Er berechnet unter anderem, wie viel Heizleistung Dein Haus und die einzelnen Räume tatsächlich benötigen.
Tipp: Mit unserem Wärmepumpen-Check kannst Du die folgenden Punkte Schritt für Schritt prüfen und Deine Ergebnisse direkt festhalten. Nimm die Checkliste auch zu Beratungsgesprächen mit und bewahre sie zur Dokumentation auf.
Wie prüfst Du die Vorlauftemperatur in Deinem Haus?
Viele Heizungen sind unnötig hoch eingestellt. Deshalb lohnt sich ein einfacher Test:
- Wähle einen kalten Wintertag.
- Senke die Vorlauftemperatur auf 50 bis 55 Grad.
- Dreh die Thermostate voll auf.
Die Vorlauftemperatur wird über die Heizkurve eingestellt. Diese Kurve entscheidet darüber, ab welcher Temperatur Deine Heizung wie warm heizt. Je nach Modell kannst Du sie über das Bedienfeld, den Heizungsregler oder eine App verändern. Suche dort nach Einstellungen wie „Heizkurve“ oder „Heizkennlinie“ und senke sie schrittweise ab, bis die Vorlauftemperatur an einem kalten Tag bei etwa 50 bis 55 Grad liegt. Wie das bei Deiner Heizung genau funktioniert, steht in der Bedienungsanleitung. Bist Du Dir unsicher, lass Dir von einem Heizungsfachbetrieb helfen. Sonst stellst Du womöglich etwas falsch ein und Deine Heizung wird gar nicht mehr richtig warm.
Wenn Deine Räume bei aufgedrehten Heizkörper-Thermostaten weiterhin ausreichend warm werden, ist diese Vorlauftemperatur für Dein Haus ausreichend. Eine Wärmepumpe könnte also gut funktionieren.
Warum ist die Vorlauftemperatur für eine Wärmepumpe entscheidend?
Die Vorlauftemperatur Deines Heizsystems entscheidet maßgeblich, wie effizient eine Wärmepumpe bei Dir arbeitet. Als guter Richtwert für Bestandsgebäude gelten höchstens 55 Grad an kalten Wintertagen. Das ist kein zufällig gewählter Wert, sondern er hat sich bei Effizienzmessungen beispielsweise des Fraunhofer Instituts immer wieder als Orientierungswert bestätigt. Diesen Wert nutzt auch das Umweltbundesamt für seinen Gebäudecheck zur Wärmpumpen-Eignung.
Die Wärmepumpe muss die Umweltwärme auf die Temperatur Deines Heizsystems bringen. Je größer dieser Temperaturunterschied ist, desto mehr Strom benötigt sie dafür. Wie genau eine Wärmepumpe arbeitet, liest Du in unserem Ratgeber Funktionsweise Wärmepumpe.
Wie hoch die notwendige Vorlauftemperatur ist, hängt nicht nur von der Dämmung Deines Hauses ab. Entscheidend ist auch, wie viel Wärme Deine Heizkörper an die einzelnen Räume abgeben können.
Wie beeinflusst die Vorlauftemperatur die Effizienz?

Quelle: Finanztip-Darstellung (Stand: August 2026)
Die nötige Vorlauftemperatur wird von vielen unterschiedlichen Faktoren beeinflusst. So auch von Deinem Heizwärmebedarf oder der Art des Rohrsystems. Beide Punkte schauen wir uns als nächstes an.
Was ist der Unterschied zwischen Einrohr- oder Zweirohrsystem?

Quelle: Finanztip-Darstellung (Stand: August 2026)
Bei einer Einrohrheizung werden Deine Heizkörper über das sogenannte Vorlaufrohr der Reihe nach mit dem Heizwasser versorgt. Das abgekühlte Wasser aus den Heizkörpern fließt dann wieder in die Ringleitung und kühlt damit den Vorlauf immer weiter ab. Damit es auch beim letzten Heizkörper noch warm genug wird, braucht es höhere Vorlauftemperaturen.
Bei einer Zweirohrheizung haben der Vorlauf und der Rücklauf separate Rohre, wodurch eine geringere Vorlauftemperatur ausreicht. Das macht Deine Heizung effizienter und verschwendet weniger Brennstoff.
Da die Heizungsrohre häufig hinter Wänden verlaufen, ist es nicht immer einfach festzustellen, was für ein Rohrsystem Deine Heizung hat. Besonders für Laien ist das nicht so einfach zu sehen. Frage am besten bei einem Heizungstechniker nach.
Einrohrheizungen wurden vor allem in den 1970er- und 1980er-Jahren eingebaut, um Material zu sparen. Da das auch bei einer Heizungsmodernisierung nur selten mit modernisiert wird, kann es gut sein, dass bei Dir ein Einrohrsystem vorliegt.
Du musst deshalb aber nicht automatisch Dein komplettes Rohrsystem austauschen. Entscheidend ist, ob Deine vorhandene Heizung alle Räume mit einer ausreichend niedrigen Vorlauftemperatur warm bekommt. Ein Fachbetrieb kann prüfen, ob einzelne Anpassungen ausreichen.
Was sagt Dein bisheriger Energieverbrauch aus?
Dein bisheriger Energieverbrauch gibt Dir einen ersten Hinweis darauf, wie viel Wärme Dein Haus benötigt. Er allein entscheidet aber nicht darüber, ob eine Wärmepumpe sinnvoll ist.
Für eine grobe Einschätzung kannst Du Deinen durchschnittlichen Verbrauch der vergangenen drei Jahre berechnen. Nutze dafür möglichst vergleichbare Abrechnungszeiträume.
So gehst Du dabei vor:
- Beheizte Wohnfläche berechnen
- Zähle alle Räume zusammen, die beheizt werden. Auch Dachboden oder Keller, wenn sie beheizt sind. Die gesamten Quadratmeter notierst Du Dir.
- Durchschnittlichen Energieverbrauch ermitteln
- Such die letzten drei Verbrauchswerte heraus.
Addiere die Verbrauchswerte und teile durch drei.
Die Jahresverbräuche findest Du in den Verbrauchsabrechnungen Deiner Heizung, zum Beispiel für Erdgas oder Fernwärme.
- Spezifischen Verbrauch berechnen
- Teile den durchschnittlichen Jahresverbrauch durch die beheizte Wohnfläche. Das ergibt den spezifischen Verbrauch in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/m²a).
Beispiel: Du beheizt 150 Quadratmeter und hast im Durchschnitt 18.000 Kilowattstunden Gas pro Jahr verbraucht. Dein spezifischer Verbrauch liegt damit bei rund 120 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr.
Der Wert ist nur eine Orientierung. Dein tatsächlicher Verbrauch hängt unter anderem vom Wetter und davon ab, wie stark Du heizt.
Tipp bei Heizöl: Als grobe Umrechnung kannst Du für einen Liter Heizöl etwa zehn Kilowattstunden (kWh) ansetzen. Zweitausend Liter Heizöl pro Jahr ergeben also rund 20.000 kWh. Entscheidend ist dabei die tatsächlich verbrauchte und nicht die bestellte Ölmenge.
Lass von einem Fachunternehmen oder einem Energieberater prüfen, ob der Betrieb einer Wärmepumpe möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist. Vielleicht ist er mit ein paar Anpassungen an Deinem Haus realisierbar. Welche das sind, erfährst Du im nächsten Kapitel.
Wie kannst Du Dein Haus für eine Wärmepumpe vorbereiten?
Bevor Du Maßnahmen planst oder Geld in Dämmung und Technik steckst, solltest Du Dir fachliche Unterstützung holen. Nicht jedes Haus braucht die gleichen Umbauten, und manche Investitionen rechnen sich nicht. Folgende Schritte solltest Du bei der Planung gehen:
Schritt 1: Lass Dich beraten
Sprich zuerst mit einem qualifizierten Energieeffizienz-Experten oder einem erfahrenen Wärmepumpen-Fachbetrieb. Sie können einschätzen, ob Deine vorhandenen Heizkörper ausreichen und welche Maßnahmen die Vorlauftemperatur oder den Wärmebedarf Deines Hauses senken können.
Qualifizierte Energieeffizienz-Experten findest Du auf dem Portal der Deutschen Energie-Agentur Dena. Heizungstechniker, die Erfahrung beim Einbau von Wärmepumpen haben, sind in der Fachpartnersuche des Bundesverbandes Wärmepumpe e.V. gelistet.
Tipp: Mit dem kostenlosen Gebäudecheck Wärmepumpe des Umweltbundesamts kannst Du vorab selbst prüfen, welche Räume bei niedrigen Vorlauftemperaturen problematisch sein könnten. Das ersetzt die fachgerechte Planung aber nicht.
Schritt 2: Prüfe Dämmung und neue Fenster
Du musst Dein Haus nicht vollständig dämmen, bevor Du eine Wärmepumpe einbaust. Verliert Dein Haus allerdings viel Wärme, können einzelne Sanierungsmaßnahmen die Wärmepumpe effizienter machen.
Dazu gehören zum Beispiel:
- neue Fenster,
- eine Dachdämmung,
- eine gedämmte oberste Geschossdecke oder
- die Dämmung der Heizungsrohre
können den Heizbedarf deutlich senken.
Ohnehin ist es immer sinnvoll, das Haus zu einem gewissen Grad zu dämmen, denn das spart bei jeder Heizungstechnologie viel Geld ein. Grundsätzlich gilt: Die beste Energie ist die, die Du nicht verbrauchst.
Tipp: Dämmmaßnahmen werden staatlich gefördert. Du kannst hier bis zu 20 Prozent der Kosten über einen Zuschuss wieder erstattet bekommen. Wie Du die Zuschüsse beantragst, liest Du in unserem Ratgeber zur Förderung von Einzelmaßnahmen.
Schritt 3: Tausche einzelne Heizkörper
Um Dein Haus effizient mit einer Wärmepumpe beheizen zu können, genügen womöglich schon kleine Maßnahmen wie der Austausch einzelner Heizkörper.
Ein Fachbetrieb führt bei der Planung einer Wärmepumpe eine Heizlastberechnung durch. Dabei wird für die einzelnen Räume ermittelt, wie viel Wärme sie an kalten Tagen benötigen. Anschließend lässt sich prüfen, ob Deine Heizkörper diese Wärme auch bei einer niedrigen Vorlauftemperatur abgeben können.
Reicht ihre Leistung nicht aus, können größere Heizkörper oder spezielle Niedertemperaturheizkörper helfen. Je größer die Heizfläche ist, desto mehr Wärme kann sie bei niedrigen Temperaturen an den Raum abgeben und desto niedriger kann die Vorlauftemperatur eingestellt werden.
Aus diesem Grund eignen sich Fußbodenheizungen besonders gut für den Betrieb einer Wärmepumpe, da die Fläche hier sehr groß ist. Wenn Du aber keine Fußbodenheizung hast, musst Du jetzt nicht Deine Böden rausreißen, um eine einzubauen.
Schritt 4: Lass Dein Heizsystem abgleichen
Ist Dein Heizsystem nicht abgeglichen, heizen einige Heizkörper womöglich zu viel und andere zu wenig. Das ist ineffizient und treibt die Vorlauftemperatur in die Höhe.
Ein hydraulischer Abgleich Deines ganzen Systems kann Abhilfe schaffen, da er für einen gleichmäßigen Wärmedurchfluss Deiner bestehenden Heizkörper sorgt.
Beim Einbau einer geförderten Wärmepumpe gehört der hydraulische Abgleich zu den technischen Voraussetzungen der Förderung. Wie die Wärmepumpenförderung funktioniert, erklären wir Dir im Kapitel zu den Fördermöglichkeiten.
Wie arbeitet eine Wärmepumpenheizung?
Wärmepumpen nutzen Energie aus der Umwelt, um Dein Haus zu heizen. Je nach Typ ziehen sie die Wärme aus der Luft, dem Erdreich oder dem Grundwasser.
Dafür zirkuliert ein Kältemittel in der Wärmepumpe. Es nimmt Wärme aus der Umwelt auf und verdampft dabei. Anschließend verdichtet ein elektrisch betriebener Verdichter den Dampf, wodurch seine Temperatur weiter steigt. Diese Wärme wird schließlich an Dein Heizsystem abgegeben.
Damit der Prozess funktioniert, braucht die Wärmepumpe etwas Strom, vor allem zum Verdichten des Kältemittels.
Eine ausführliche Beschreibung zum Wärmepumpenprozess findest Du in unserem Ratgeber zur Wärmepumpe.
Wie viel Strom braucht die Wärmepumpe?
Wie viel Strom eine Wärmepumpe benötigt, hängt vor allem davon ab, wie effizient sie arbeitet. Einen wichtigen Anhaltspunkt dafür liefert die Jahresarbeitszahl (JAZ): Sie gibt an, wie viel Wärme Du aus einer Kilowattstunde Strom gewinnst.
Eine JAZ von drei bedeutet zum Beispiel: Die Wärmepumpe erzeugt im Jahresdurchschnitt aus einer Kilowattstunde Strom drei Kilowattstunden Wärme. Je höher die JAZ ist, desto effizienter arbeitet die Anlage.
Wie hoch die JAZ tatsächlich ausfällt, hängt unter anderem von der Wärmequelle, der benötigten Vorlauftemperatur und der richtigen Auslegung der Wärmepumpe ab.
An sehr kalten Tagen kann ein elektrischer Heizstab zusätzlich einspringen. Das ist nicht grundsätzlich problematisch. Er sollte aber bei einer gut geplanten Anlage nur einen kleinen Teil der Wärme liefern, weil er deutlich mehr Strom für die gleiche Wärmemenge benötigt.
Was eine gute Planung ausmacht, liest Du in unserem Ratgeber zum Stromverbrauch der Wärmepumpe.
Welche Wärmepumpe passt in Deinen Altbau?
Wärmepumpen können Wärme aus der Luft, dem Erdreich oder dem Grundwasser gewinnen. Welche Variante für Dein Haus geeignet ist, hängt davon ab, wie alt und gut gedämmt es ist und wie viel Aufwand Du treiben willst.
| Wärmepumpenart | Vorteil | Kosten im Vergleich | Das solltest Du beachten | Wann sinnvoll? |
|---|---|---|---|---|
| Luft-Wasser | vergleichsweise einfach zu installieren | niedrig | geringere Effizienz als Erdreich oder Grundwasser, ggf. Schallschutz nötig | für viele Einfamilienhäuser |
| Erdwärme (Sonde/Kollektor) | hohe und stabile Effizienz | hoch | Erdarbeiten oder Bohrung notwendig | wenn Grundstück und Budget passen |
| Grundwasser | effiziente Wärmequelle | sehr hoch | zwei Brunnen und wasserrechtliche Prüfung nötig | Nischenlösung bei besonders günstigen Standortbedingungen |
| Hochtemperatur | kann hohe Vorlauftemperaturen bereitstellen | hoch | höhere Vorlauftemperaturen senken die Effizienz | wenn sich die Vorlauftemperatur kaum reduzieren lässt |
| Hybrid (Gas + WP) | bestehender Heizkessel kann unterstützen | mittel | höhere Komplexität und weiterhin Kosten für einen zweiten Energieträger | wenn eine Wärmepumpe allein noch nicht sinnvoll ist |
Quelle: Finanztip-Darstellung (Stand: August 2026)
Warum ist die Luftwärmepumpe meist die einfachste Wahl?
Luftwärmepumpen sind vergleichsweise günstig und einfach zu installieren. Deswegen werden sie am häufigsten in Altbauten eingebaut. Sie entziehen der Außenluft Wärme und geben diese an Dein Heizsystem ab. Dafür wird in der Regel ein Außengerät auf dem Grundstück oder am Gebäude aufgestellt.
Du brauchst keine Erdarbeiten oder Brunnen. Dafür solltest Du den Aufstellort sorgfältig wählen, damit die Geräusche des Außengeräts möglichst wenig stören. Je nach Modell und Aufstellort ist gegebenenfalls ein gesonderter Schallschutz nötig.
Weil die Außenluft im Winter kälter ist als das Erdreich oder Grundwasser, arbeitet eine Luft-Wasser-Wärmepumpe im Durchschnitt etwas weniger effizient als Wärmepumpen mit diesen Wärmequellen. Auch im Altbau kann sie aber gute Jahresarbeitszahlen erreichen, wenn Anlage und Heizsystem gut aufeinander abgestimmt sind.
Für die meisten Bestandsgebäude ist die Luftwärmepumpe die einfachste Lösung. Die unterschiedlichen Varianten der Luftwärmepumpe und alles, was Du außerdem wissen solltest, erfährst Du in unserem Ratgeber zu Luftwärmepumpen.
Wann lohnt sich eine Erdwärmepumpe?
Eine Erdwärmepumpe kann sich lohnen, wenn Du höhere Investitionskosten nicht scheust. Außerdem musst Du auf Deinem Grundstück entweder genug Fläche für Erdkollektoren haben oder tief bohren können. Willst Du langfristig auf besonders niedrige Heizkosten setzen, ist sie eine bessere Wahl als die Luftwärmepumpe.
Erdwärmepumpen nutzen die gleichbleibende Temperatur im Boden. Dafür brauchst Du entweder eine Tiefenbohrung oder genügend freie Fläche im Garten für Erdkollektoren. Die Bohrung ist genehmigungspflichtig und nicht überall erlaubt.
Das spricht für eine Erdwärmepumpe:
- hohe Effizienz, auch bei Frost
- geringer Stromverbrauch
Das solltest Du beachten:
- aufwendige und teure Installation
- Bohrung oder große Gartenfläche erforderlich
Welche Erdarbeiten genau nötig sind und was Du beachten musst, liest Du in unserem Ratgeber zur zur Erdwärmepumpe.
Wann kommt eine Grundwasserwärmepumpe infrage?
Eine Grundwasserwärmepumpe kann sehr effizient sein, kommt aber nur infrage, wenn auf Deinem Grundstück ausreichend geeignetes Grundwasser vorhanden ist.
Sie gewinnen ihre Energie über Brunnenbohrungen aus dem Grundwasser. Die Technik ist sehr effizient, aber kompliziert in der Umsetzung: Du brauchst eine Genehmigung und musst sicherstellen, dass Wasserqualität und Grundwasserspiegel geeignet sind. In vielen Regionen ist das gar nicht erlaubt.
Das lohnt sich nur:
- bei großen Grundstücken
- in Gegenden ohne Wasserschutzauflagen
- für größere Wohngebäude
Für die meisten Einfamilienhäuser ist diese Variante zu aufwendig und teuer.
Wann brauchst Du eine Hochtemperatur-Wärmepumpe?
Eine Hochtemperatur-Wärmepumpe kann eine Möglichkeit sein, wenn Dein Heizsystem auch nach sinnvollen Anpassungen noch relativ hohe Vorlauftemperaturen benötigt.
Moderne Wärmepumpen können auch Temperaturen oberhalb von 55 Grad bereitstellen. Je höher die benötigte Vorlauftemperatur ist, desto mehr Strom braucht die Wärmepumpe aber in der Regel.
Prüfe deshalb zuerst, ob Du die Temperatur mit kleineren Maßnahmen senken kannst. Dazu können größere Heizkörper, ein hydraulischer Abgleich oder einzelne Dämmmaßnahmen gehören.
Erst wenn das nicht ausreicht oder nicht möglich ist, solltest Du prüfen lassen, ob eine Hochtemperatur-Wärmepumpe wirtschaftlich sinnvoll ist.
Kannst Du eine Wärmepumpe und Deine alte Heizung kombinieren?
Ja, Du kannst eine Wärmepumpe mit einem zweiten Wärmeerzeuger kombinieren. Eine solche Wärmepumpen-Hybridheizung ist auch nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz ausdrücklich möglich (§ 42 GModG).
Zum Beispiel kann eine Wärmepumpe den größten Teil des Jahres heizen, während eine Gas- oder Ölheizung bei besonders hoher Heizlast unterstützt – also, wenn es sehr kalt ist. Ob sich das lohnt, solltest Du aber genau prüfen. Du bezahlst und wartest weiterhin zwei Heiztechniken und benötigst zusätzlich einen zweiten Energieträger.
Bevor Du Deine alte Heizung mit einer Wärmepumpe kombinierst, solltest Du deshalb prüfen lassen, ob die Wärmepumpe Dein Haus nicht bereits allein versorgen kann.
Für neu eingebaute Hybridheizungen mit Gas, Öl oder Flüssiggas gelten außerdem bestimmte Anforderungen an die Leistung der Wärmepumpe (§ 43 GModG). Welche Vorgaben gelten und wann eine Hybridheizung sinnvoll sein kann, liest Du in unserem Ratgeber zur Hybridheizung.
Was kostet eine Wärmepumpe für den Altbau?
Für eine Wärmepumpe im Einfamilienhaus solltest Du laut der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online grob mit Gesamtkosten ab etwa 11.000 Euro rechnen. Je nach Wärmepumpentyp und Aufwand können die Kosten aber deutlich höher liegen.
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ist meist am günstigsten, weil keine Erdarbeiten oder Brunnen nötig sind. Für eine komplett installierte Anlage kannst Du grob mit etwa 11.000 bis 35.000 Euro rechnen.
Erdwärmepumpen sind teurer, weil zusätzlich das Erdreich erschlossen werden muss. Mit Flächenkollektoren liegen die Gesamtkosten häufig bei etwa 11.000 bis 40.000 Euro. Bei einer Erdsonde können sie durch die Bohrung auch 47.000 Euro oder mehr erreichen.
Grundwasserwärmepumpen können ebenfalls hohe Erschließungskosten verursachen und sind für Ein- und Zweifamilienhäuser eher eine Nischenlösung.
Beachte aber: Die Kosten für eine neue Heizungsanlage sind grundsätzlich sehr individuell. Erst durch eine gute Beratung und Planung durch einen Energieeffizienz-Experten oder einen auf Wärmepumpen spezialisierten Heizungsinstallateur wirst Du genau wissen, was auf Dich zukommt.
Wie sich die Kosten genau zusammensetzen, liest Du in unserem Ratgeber Wärmepumpe Kosten.
Welche zusätzlichen Kosten können im Altbau entstehen?
Im Altbau können neben der Wärmepumpe weitere Arbeiten nötig sein. Das solltest Du bei Angeboten von Anfang an berücksichtigen.
Zusätzliche Kosten können zum Beispiel entstehen für:
- den Ausbau und die Entsorgung Deiner alten Heizung,
- ein Fundament oder eine Aufstellfläche für die Außeneinheit,
- Anpassungen am Stromanschluss,
- einen neuen Warmwasserspeicher,
- größere oder neue Heizkörper und
- den hydraulischen Abgleich des Heizsystems.
Bei einer Erdwärmepumpe kommen außerdem die Kosten für Bohrungen oder Erdarbeiten hinzu.
Tipp: Hol möglichst mehrere vollständige Angebote ein. Mit unserem Wärmepumpen-Check kannst Du bis zu drei Angebote vergleichen und prüfen, welche Zusatzarbeiten bereits im Preis enthalten sind.
Beachte außerdem: Die Preise können grundsätzlich je nach Anbieter und Region variieren.
Für den Einbau einer Wärmepumpe kannst Du staatliche Zuschüsse bekommen. Wie hoch die Förderung aktuell ist, erklären wir Dir im nächsten Kapitel.
Welche Förderungen gibt es?
Für den Einbau einer Wärmepumpe gibt es staatliche und regionale Förderzuschüsse und -kredite. Der wichtigste: Über das Förderprogramm 458 der staatlichen Förderbank KfW kannst Du durch eine Grundförderung und diverse Förderboni mit Zuschüssen von bis zu 80 Prozent der Kosten für Deine neue Wärmepumpe rechnen. So kannst Du die hohen Anschaffungskosten etwas dämpfen.
Wie kommst Du an staatliche Zuschüsse?
Vor dem Einbau Deiner Wärmepumpe musst Du bei der staatlichen Förderbank KfW online einen Antrag für das Förderprogramm 458 stellen.
Da Zuschüsse grundsätzlich nachträglich ausgezahlt werden, gibt es passend zur Förderung auch einen zinsgünstigen Ergänzungskredit, mit dem Du die Kosten für Deine neue Heizung oder andere Sanierungsmaßnahmen erst einmal bezahlen kannst.
Alle Details zur neuen Förderung und dem Ergänzungskredit findest Du in unserem Ratgeber zur Förderung von Wärmepumpen.
Welche weiteren Fördermöglichkeiten gibt es?
Möglicherweise musst Du Dein Haus noch energetisch sanieren, bevor Du eine Wärmepumpe effizient betreiben kannst. Manchmal reichen dafür einzelne Maßnahmen, aber womöglich ist eine umfassende Sanierung sinnvoller. Beides kannst Du Dir fördern lassen.
Für die schrittweise Sanierung kannst Du die Förderung für Einzelmaßnahmen nutzen. Sanierst Du gleich komplett, ist der Förderkredit 261 der KfW interessant für Dich.
Alternativ zu den Förderprogrammen kannst Du auch alle energetischen Maßnahmen steuerlich absetzen.
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