Erbverzicht

Was versteht man unter einem Erbverzicht?

Stand: 13. Dezember 2012

Erbverzicht

Verwandte sowie der Ehegatte des Erblassers können durch Vertrag mit dem Erblasser auf ihr gesetzliches Erbrecht verzichten. Der Verzichtende ist von der gesetzlichen Erbfolge ausgeschlossen, wie wenn er zur Zeit des Erbfalls nicht mehr lebte; er hat kein Pflichtteilsrecht (§ 2346 BGB). Der Verzichtende fällt somit als Erbe weg und er kann auch keinen Pflichtteil beanspruchen.

Der Erbverzicht wirkt sich auch auf das Erbrecht der eigenen Kinder aus. „Verzichtet ein Abkömmling oder ein Seitenverwandter des Erblassers auf das gesetzliche Erbrecht, so erstreckt sich die Wirkung des Verzichts auf seine Abkömmlinge, sofern nicht ein anderes bestimmt wird.“ (§ 2349 BGB).

In der Praxis erfolgt ein Erbverzicht häufig gegen eine Abfindung und zumeist wird auch auf den Pflichtteil verzichtet, denn der Erbverzicht kann auf das Pflichtteilsrecht beschränkt werden. Schließlich kann ein potenzieller Erbe einfach durch Testament oder Erbvertrag enterbt werden. Durch einen rechtswirksamen Erbverzicht lässt sich Familienvermögen besser zusammenhalten. Der Erbverzicht ist daher auch ein geeignetes Instrument, wenn es um den Erhalt eines Familienunternehmens geht.

Der Erbverzichtsvertrag bedarf der notariellen Form (§ 2348 BGB) und er wird mit dem Erblasser geschlossen. Abzugrenzen ist hiervon der Verzichtsvertrag, der zwischen gesetzlichen Erben vor dem Ableben des Erblassers geschlossen wird. In diesem Fall wird der Verzichtende zwar zunächst Erbe; er muss aber sein Erbteil entsprechend der getroffenen Verzichtsvereinbarung abgeben. Auch dieser Verzichtsvertrag bedarf der notariellen Beurkundung.

Stand: 13. Dezember 2012


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