D1-Netz Anbieter

Handytarife im Telekom-Netz sind gut und teuer

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Deutsche Telekom betreibt das bestbewertete Handynetz in Deutschland. Es wird auch D1-Netz genannt.
  • Handytarife im Telekom-Netz sind vergleichsweise teuer.
  • Die Netztests beziehen sich auf Tarife mit LTE-Empfang. Auf das Handynetz der vierten Generation (4G) sollten Sie in Ihrem Handytarif nur verzichten, wenn Sie sehr selten im Internet surfen.
  • Auch D1-Tarife von Mobilfunk-Discountern wie Congstar verfügen mittlerweile über LTE-Zugang und sind ein paar Euro günstiger als Tarife der Telekom selbst.

So gehen Sie vor

  • Handynetz prüfen: Vergleichen Sie, ob Sie nicht auch mit der Netzabdeckung von Telefónica (O2) oder Vodafone (D2) auskommen. Tarife in diesen Netzen sind tendenziell günstiger als D1-Tarife im Telekom-Netz.

  • Tarif raussuchen: Ist der Empfang an für Sie wichtigen Orten nur im Telekom-Netz gut, dann stellen Sie unseren Handy-Tarifrechner so ein, dass er ausschließlich D1-Anbieter anzeigt.

  • LTE-Empfang: Wir empfehlen einen Tarif mit der schnellen Netztechnik LTE. Unser Handy-Tarifrechner ist bereits entsprechend eingestellt.

Das beste Netz – damit wirbt die Deutsche Telekom. Und offenbar stimmt das: Laut mehrerer Vergleichstests renommierter Fachmedien hat die Telekom die beste Netzqualität. Der Konzern betreibt in Deutschland ein Mobilfunknetz, das auch unter dem Namen D1-Netz bekannt ist, und räumt seit Jahren einen Testsieg nach dem anderen ab.

Doch es lohnt sich, einen genaueren Blick auf die Ergebnisse zu werfen. Nicht für jeden Verbraucher ist ein Handytarif von einem D1-Anbieter die richtige Wahl.

Wie schneidet das D1-Netz im Vergleich ab?

Die Fachzeitschriften „Connect“ und „Chip“ schicken einmal im Jahr ihre Tester quer durchs Land. Außerdem prüft die Stiftung Warentest die Qualität der Handynetze in Deutschland. Die Tester führen Telefonate und prüfen die Internetverbindung. Dabei berücksichtigen sie städtische wie ländliche Gebiete, sie testen auf der Autobahn und bei Fahrten mit der Bahn.

Beide Fachzeitschriften sowie die Stiftung Warentest sehen das Netz der Deutschen Telekom vor den Konkurrenten, sowohl bei der Sprachqualität als auch bei der Datenverbindung. Mit nur wenig Abstand folgt auf dem zweiten Platz das Handynetz von Vodafone. Die Netze werden manchmal zusammengefasst als D-Netz bezeichnet.

Auf dem dritten Platz landet das Telefónica-Netz (O2). Es verringerte 2018 den Abstand zu seinen Konkurrenten: Das O2-Netz schneidet mittlerweile gerade in Großstädten ordentlich ab, weil die Zusammenschaltung des O2- und E-Plus-Netzes weitgehend abgeschlossen ist.

LTE ist bei der Telekom mittlerweile Standard

Die Telekom baut vor allem ihr LTE-Netz aus. Auch die Netztests beziehen sich vor allem auf die Mobilfunktechnologie der vierten Generation (4G). Diese bestimmt nicht nur maßgeblich, wie schnell Sie surfen, sondern auch die Qualität beim Telefonieren. Einen Tarif ohne LTE-Zugang sollten Sie nur wählen, wenn Sie das Handy selten nutzen.

Connect-Netztest 2018/2019

Netz Note Gesamtpunkte (von 1.000) Internet (510) Telefonieren (340) Crowd (150)
1. Telekom (D1) sehr gut 888 461 316 111
2. Vodafone (D2) gut 810 408 304 98
3. Telefónica (O2) befriedigend 680 349 263 68

Quelle: Connect (Stand: Dezember 2018)

Chip-Netztest 2018/2019

Netz Note Gesamturteil (Schulnote) Internet (Schulnote) Telefonieren (Schulnote)
1. Telekom (D1) sehr gut 1,36 1,39 1,3
2. Vodafone (D2) sehr gut 1,46 1,55 1,35
3. Telefónica (O2) gut 2,22 2,26 2,16

Quelle: Chip (Stand: Dezember 2018)

Netztest der Stiftung Warentest 2017

NetzNoteGesamturteil (Schulnote)Internet (Schulnote)Telefonieren (Schulnote)
1.Telekom (D1)gut1,91,91,9
2.Vodafone (D2)gut2,22,22,2
3.Telefónica (O2)befriedigend2,62,62,6

Quelle: Stiftung Warentest (Stand: 16. Juni 2017)

Wie Sie Ihren Handyempfang selbst testen können

Den aktuellen Handyempfang in Ihrem Netz können Sie mit der offiziellen Test-App von der Bundesnetzagentur prüfen. Aber Vorsicht: Wenn Sie Ihre Surfgeschwindigkeit zu oft testen, kann das gehörig Ihr Datenvolumen belasten. Die Bundesnetzagentur nutzt die erhobenen Daten langfristig für einen ausführlichen Netzvergleich.

Die genaue Netzabdeckung im D1-Netz – mit und ohne LTE – können Sie auf der Website der Telekom einsehen. Wir empfehlen, mindestens Ihren Wohnort und Arbeitsplatz abzufragen.

Wo gibt es die günstigsten Tarife im besten Netz?

Während die Telekom in der Gesamtbetrachtung das beste Handynetz hat, zeigt sich ein anderes Bild beim Blick auf die einzelnen Teilnetze LTE, UMTS und GSM. Laut Netztest von „Computerbild“ ist das LTE-Netz der Telekom hervorragend ausgebaut – in der Stadt und auf dem Land. Das UMTS-Netz hingegen ist deutlich schwächer und verschlechtert sich sogar tendenziell, da die Telekom kontinuierlich mehr Antennen für LTE nutzt.

Für die Wahl eines Tarifs im Telekom-Netz hat diese Erkenntnis eine wichtige Auswirkung: Nehmen Sie möglichst keinen Tarif ohne LTE. Denn sonst steht Ihnen im D1-Netz zu oft nur langsames GSM zur Verfügung. Zum Telefonieren ist das okay, doch Surfen macht damit keinen Spaß. Das Gleiche gilt, wenn Sie ein älteres Handy ohne LTE-Fähigkeit besitzen. Auch dann sollten Sie von einem Tarif im Telekom-Netz Abstand nehmen. UMTS im D2-Netz von Vodafone ist besser ausgebaut.

Mittlerweile beinhalten alle Tarife der Telekom einen LTE-Zugang. Doch anders sieht es bei den Discountern aus. Anbieter wie Klarmobil, Congstar oder Freenetmobile bieten regelmäßig günstige Tarif im D1-Netz, doch müssen Sie für LTE dabei häufig extra zahlen. Wer in den D-Netzen momentan den günstigsten Tarif hat, überprüfen wir regelmäßig in unseren Finanztip-Empfehlungen und in unserem Newsletter.

Greifen Sie nur selten zum Handy, kann sich auch ein Prepaid-Tarif von der Telekom lohnen. Die Magentamobil-Tarife mit Vertragslaufzeit sind hingegen zu teuer, bieten aber interessante Extras wie eine Flatrate für die W-Lan-Hotspots der Telekom oder Musik- und Video-Streaming, das das Datenvolumen nicht belastet („Streamon“).

Gutes Netz oder günstiges Netz
Wollen Sie alle Netzanbieter berücksichtigen oder bestimmte ausschließen?
Telekom
gut, teuer
Vodafone
ganz gut, relativ günstig
O2
E-Plus
ok, günstig

Mehr dazu im Artikel über unseren Handy-Tarifrechner

Arne Düsterhöft
von Finanztip, Experte für Telekommunikation

Den richtigen Handytarif finden

  • Handytarif mit Vergleichsrechner suchen oder Finanztip-Empfehlung wählen.
  • Günstigste Allnet-Flats nutzen das O2-Netz.
  • Allnet-Flats im D-Netz kosten doppelt so viel.

» Zum Ratgeber Handytarife

Vergleichsrechner:
Finanztip-Handy-Tarifrechner

Beste Allnet-Flats:
LTE All 3 GB von Winsim (O2-Netz)
Callya Allnet-Flat von Vodafone (D2-Netz)
Allnet Flat 4 GB von Congstar (D1-Netz)

Was ist besser: D1-Netz oder D2-Netz?

Das D1-Netz der Telekom liegt in den Netztests knapp vor dem D2-Netz von Vodafone. Der Unterschied ist aber nicht so gravierend. Deutlicher ist der Abstand der beiden D-Netze zum O2-Netz des dritten Netzbetreibers in Deutschland, Telefónica. Wenn man LTE weglässt, ist das Vodafone-Netz wiederum viel besser als das Telekom-Netz. Auf dem Land telefoniert es sich hingegen mit der Telekom besser, in der Bahn hat Vodafone noch am ehesten Empfang. Alle Einzelheiten erfahren Sie auch in unserem ausführlichen Netzvergleich.

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Artikel verfasst von

Daniel Pöhler

Finanztip-Redakteur

Daniel Pöhler arbeitet hauptsächlich am Finanztip-Newsletter und wirkt als stellvertretender Textchef an der sprachlichen Qualität aller Finanztip-Texte mit. Seine redaktionellen Schwerpunkte sind Mobilität und Digitales. In seinem Volontariat bei der Fachzeitung Telecom Handel hat er gelernt, wie die Telekommunikations-Branche und der Handel ticken. Daniel hat ein Diplom in Betriebswirtschaft von der Universität Bayreuth.

Arne Düsterhöft

Finanztip-Experte für Telekommunikation

Arne Düsterhöft ist Redakteur für Telekommunikation und Digitales. Zuvor war er Volontär in der Redaktion von Finanztip. Erste praktische Erfahrungen sammelte er in der Online-Redaktion von teltarif.de, wo er ebenfalls über digitale Technologien und Telekommunikation geschrieben hat. Nach Auslandssemestern in Dublin und New York hat Arne Düsterhöft seinen Masterabschluss in Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin gemacht.