O2 Telefónica-Netz

Das O2-Netz ist günstig – hat aber viele Lücken

Arne Düsterhöft
& Co-Autor
Stand: 20. Februar 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Telefónica betreibt mit dem O2-Netz das günstigste Handynetz in Deutschland. Es wird auch E-Netz genannt.
  • In Netztests landet das O2-Netz wegen schlechter Netzabdeckung regelmäßig auf dem letzten Platz. Noch. Denn das Unternehmen holt Jahr für Jahr zu Telekom und Vodafone auf.
  • In den Großstädten können die Handytarife im Telefónica-Netz schon fast mit denen der Konkurrenten mithalten. Auf dem Land aber ist die Netzabdeckung vielerorts unzureichend.
So gehen Sie vor
  • Handynetz prüfen: Testen Sie die Netzabdeckung in Ihrer Heimatstadt und an Orten, an denen Sie sich häufig aufhalten. Machen Sie das zum Beispiel mit der Funkloch-Karte der Bundesnetzagentur.
  • Tarif heraussuchen: Ist Ihr Empfang bei Telefónica gut, finden Sie im O2-Netz die günstigsten Tarife. Unseren Handy-Tarifrechner können Sie bequem auf Ihre Wünsche anpassen.

Zum Tarifrechner

Die günstigsten Handytarife am Markt nutzen fast alle das O2-Netz. Wer aufs Geld schaut oder schauen muss, fragt sich da schnell: Wie gut ist das O2-Netz eigentlich? Reicht die O2-Netzabdeckung in meiner Nachbarschaft aus?

Das ist entscheidend dafür, ob Sie mit einem günstigen O2-Handytarif zufrieden sein werden. Denn gerade in Großstädten kann das O2-Netz durchaus mit der teuren Konkurrenz mithalten.

Reicht mir ein günstiger O2-Tarif?

Eine ordentliche Allnet-Flat im O2-Netz bekommen Sie bereits für unter 10 Euro im Monat. In den D-Netzen kostet ein vergleichbarer Handytarif schnell 10 bis 20 Euro mehr. Gerade in den Städten hat O2 die Netzabdeckung in den vergangenen Jahren wesentlich verbessert. Sofern Sie an Ihrem Wohn- und Arbeitsort mit O2 guten Empfang haben und sich nur selten auf dem Land aufhalten, spricht einiges dafür, einen günstigen O2-Handytarif zu wählen. Verbraucherfreundliche Angebote finden Sie mit unserem Handy-Tarifrechner.

Mehr dazu im Artikel über unseren Handy-Tarifrechner:

Zum Ratgeber

O2-Netzabdeckung ist lückenhaft

Viele Handytarife im O2-Netz sind deutlich günstiger als entsprechende Angebote in den D-Netzen. Nicht ohne Grund: Die Netzqualität bei Telefónica ist niedriger als beim D1-Netz von der Telekom und dem D2-Netz von Vodafone.

Telefónica konzentriert seinen Netzausbau auf die Filetstücke mit besonders vielen potentiellen Kunden. Dadurch hat Telefónica in vielen Großstädten fast zu Telekom und Vodafone aufgeschlossen.

In ländlichen Regionen, auf Zugstrecken und Autobahnen ist der Handyempfang im O2-Netz, auch E-Netz genannt, allerdings noch sehr lückenhaft. Wenn Sie sich jedoch nur selten auf diesen weißen Flecken der O2-Landkarte aufhalten, werden Sie kaum Nachteile wegen der fehlenden O2-Netzabdeckung haben.

Kein Tarif im O2-Netz ist ohne LTE

Egal bei welchem Anbieter Sie sind, sie surfen und telefonieren immer in einem der drei deutschen Handynetze von O2 (Telefónica), Vodafone oder Telekom. Diese Netze unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich der Netzabdeckung.

Telefónica war etwa einer der ersten Netzbetreiber, der auch seinen Discount-Anbietern Zugang zum LTE-Netz gewährt hat. Das bedeutet für Sie als Verbraucher, dass die noch günstigeren Discount-Angebote im O2-Netz annähernd die gleiche Qualität haben wie die Premiumtarife von O2. Discounter-Kunden im O2-Netz merken daher im Alltag kaum einen Unterschied. Sie zahlen zudem nicht drauf – im Gegensatz zu vielen Kunden im D-Netzen, die für den besseren LTE-Empfang noch extra zahlen müssen.

Connect-Netztest 2019/2020

NetzNotePunktzahl
gesamt
(von 1.000)
Internet
(480)
Telefon
(320)
Crowd

(200)

1. Telekom (D1)sehr gut900

432

304164
2. Vodafone (D2)gut834380295159
3. Telefónica (O2)gut758342267149

Quelle: Connect (Stand: Dezember 2019)

Chip-Netztest 2019/2020

NetzNoteinsgesamt
(Schulnote)
InternetTelefo-
nieren

Verfüg-

barkeit

1. Telekom (D1)sehr gut1,31,31,31,4
2. Vodafone (D2)sehr gut1,51,51,31,9
3. Telefónica (O2)gut2,32,21,94,0

Quelle: Chip (Stand: Dezember 2019)

Netztest der Stiftung Warentest 2017

NetzNoteGesamt
(Schulnote)
InternetTelefonieren
1. Telekom (D1)gut1,91,91,9
2. Vodafone (D2)gut2,22,22,2
3. Telefónica (O2)befriedigend2,62,62,6

Quelle: Stiftung Warentest (Stand: 16. Juni 2017)

Wie können Sie Ihren Handyempfang selber testen?

Den Handyempfang vor Ort können Sie mit der offiziellen Funkloch-Karte von der Bundesnetzagentur prüfen. Mit der Test-App können Sie außerdem Ihren aktuellen Handyempfang testen und Funklöcher melden. Die Bundesnetzagentur nutzt die erhobenen Daten langfristig für einen ausführlichen Netzvergleich.

Um herauszufinden, welches Handynetz Sie aktuell verwenden, können Sie Ihre Nummer etwa bei netz-abfrage.de eingeben.

Ein Prepaid-Tarif ist eine gute Möglichkeit, mal ein, zwei Monate unverbindlich die Netzabdeckung im O2-Netz auszutesten. Falls Sie dabei bemerken, dass Sie mit dem Handyempfang unzufrieden sind, haben Sie wahrscheinlich mehr Erfolg im D2-Netz von Vodafone. Wenn auch das nicht reicht, wechseln Sie ins beste – und teuerste – Netz: zur Telekom mit dem D1-Netz.

Einen Überblick über die Netzabdeckung vor Ort – mit und ohne LTE – bieten auch der Mobilfunk-Atlas „Computer Bild“ und die Netztest-Karte von „Connect“. Diese geben einen kritischeren Einblick als die Netzkarte auf der Website von O2.

Netzabdeckung anhand der Funkloch-Karte

Gibt es noch einen Unterschied zwischen E-Plus und O2?

Seit 2014 legt Telefónica die Netze von E-Plus und O2 zusammen. Wer also noch einen alten Handytarif von E-Plus hat, nutzt auch das O2-Netz. Der Zusammenschluss der beiden Netze ist mittlerweile weitestgehend abgeschlossen.

Neben O2 und E-Plus gibt es noch eine Vielzahl weiterer Drittanbieter, die auch das O2-Netz von Telefónica nutzen. Denn der Netzbetreiber vermietet Kapazitäten seines O2-Netzes an Billiganbieter wie Aldi Talk oder Galeriamobil, die damit ihrerseits günstige Mobilfunktarife vertreiben.

Darüber hinaus besitzt der Mobilfunkanbieter Drillisch eigene Netzkapazitäten im O2-Netz. Der Discounter arbeitet momentan daran, sich von O2 unabhängig zu machen und ein eigenes, viertes Handynetz aufzubauen.

Autor
Arne Düsterhöft
& Co-Autor
Daniel Pöhler

Stand: 20. Februar 2020


Weitere Themen

* Was der Stern bedeutet:

Wir wollen mit unseren unabhängig recherchierten Empfehlungen möglichst viele Menschen erreichen und ihnen mehr finanzielle Freiheit ermöglichen. Daher sind unsere Inhalte kostenlos im Internet verfügbar. Unsere aufwendige redaktionelle Arbeit finanzieren wir so:

Unsere unabhängigen Experten untersuchen regelmäßig Produkte und Dienstleister. Nur wenn sie dann ein besonders verbraucherfreundliches Angebot empfehlen, kann der entsprechende Anbieter einen Link zu diesem Angebot setzen lassen. Solche Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen (*). Geld erhalten wir, wenn Sie diesen Link z.B. klicken oder beim Anbieter dann einen Vertrag abschließen. Ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet, hat keinerlei Einfluss auf unsere Empfehlungen. Was Ihnen unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Sie als Verbraucher ist.

Mehr zu unserer Arbeitsweise lesen Sie hier.