Neuwagen günstig kaufen

Mehr als 20 Prozent Rabatt beim Autokauf

Annika Krempel
& Co-Autor
Stand: 31. Juli 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Online können Sie den gleichen Neuwagen viel billiger bekommen als in einem Autohaus.
  • Beim Online-Autokauf haben Sie die gleichen Garantien und Gewährleistungen wie beim Kauf im Autohaus.
  • Vermittlungsportale im Internet suchen von zahlreichen deutschen Händlern das beste Angebot heraus – ganz unverbindlich.
  • Auch Leasing oder eine Finanzierung ist über die Neuwagen-Plattform möglich.
  • Achtung: Zum Kaufpreis kommen immer noch die Überführungskosten hinzu.
So gehen Sie vor
  • Prüfen Sie den Preis für Ihr Wunschmodell auf mehreren Vermittlungsportalen.
  • Hat ein Online-Händler Ihnen ein personalisiertes Angebot gemacht, können Sie damit im Autohaus nachverhandeln.
  • Wählen Sie das attraktivste Angebot – ob beim Händler vor Ort oder über den Online-Vermittler.
  • Achten Sie darauf, dass im Kaufvertrag Preis und Ausstattung Ihres Autos genauso aufgeführt sind, wie Sie diese vereinbart haben.

Ein Neuwagen ist eine Investition. Doch oft gewähren Händler kräftige Rabatte auf den Listenpreis. Online lässt sich sogar noch mehr sparen als im Autohaus um die Ecke. Bis zu 30 Prozent Rabatt versprechen manche Vermittlungsportale. Dafür bekommen Sie das gleiche Auto und eine Beratung am Telefon. Sie können ebenfalls Ihr Wunschauto selbst zusammenstellen und haben die übliche gesetzliche Gewährleistung.

Selbst eine Finanzierung ist beim Online-Kauf möglich. Wie viel genau Sie sparen können, hängt von der Automarke ab, dem Modell, der Ausstattung und davon, was Sie beim Autohändler rausschlagen konnten.

Wie funktioniert der Autokauf online?

Im Internet lassen sich Neuwagen auf Vermittlungsportalen wie apl.de, Autohaus24, Carneoo oder meinauto.de kaufen. Diese Anbieter fungieren als Vermittler zu echten Autohändlern, mit denen Sie als Käufer dann einen Kaufvertrag schließen. Obwohl es sich dabei in der Regel um Händler handelt, die irgendwo in Deutschland ein Autohaus betreiben, erhalten Sie im Internet meist einen höheren Rabatt – und das, ohne verhandeln zu müssen.

Der ADAC hat 2017 in einer Untersuchung herausgefunden, dass Online-Angebote im Durchschnitt 6 Prozent günstiger sind als solche im Autohaus. Wie hoch die Rabatte im Einzelnen sind, hängt stark von der Automarke ab. Speziell ausländische Hersteller, etwa aus Asien, drängen in den deutschen Automarkt und bieten ihre Modelle stark verbilligt an. Auch Auslaufmodelle gibt es oft mit besonders hohen Rabatten.

So können einzelne Neuwagen bis zu 40 Prozent günstiger sein, als der Listenpreis angibt. Im Durchschnitt liegen die Wagen im Netz 18 Prozent unter dem Preis des Herstellers. Eine monatliche Untersuchung der Universität Duisburg-Essen kommt Mitte 2019 sogar auf durchschnittliche Nachlässe von rund 20 Prozent.

Durch das Internet haben Sie die Möglichkeit, sich nicht nur von zwei oder drei Autohäusern ein Angebot für Ihren Neuwagen machen zu lassen, sondern von Händlern aus ganz Deutschland. Und das funktioniert so: Die Online-Neuwagenvermittler finden für Sie den Händler, der auf Ihr personalisiertes Wunschfahrzeug gerade den höchsten Rabatt gibt. Dazu haben die Online-Makler ein großes Netzwerk an Autohändlern im ganzen Land.

Weil die stationären Händler bestimmte Absatzziele und Vorgaben erreichen wollen, ist jedes zusätzlich verkaufte Auto für sie sehr wichtig. Je mehr sie verkaufen, desto größere Rabatte bekommen sie wiederum von den Herstellern.

Gerade in Regionen mit schwächerer Kaufkraft stehen viele Händler unter Druck, ihre Stückzahlen zu erreichen. Daher bieten sie Autos nicht nur in den Verkaufsräumen an, sondern auch online.

Diesel-Abgasskandal drückt die Preise

Ein Grund für die hohen Preisnachlässe auch im Jahr 2019 ist aber auch der Diesel-Abgasskandal. Die Autohersteller bieten verschiedene Umtausch- oder Umweltprämien an. Mit den Rabatten wollen sie Autobesitzer animieren, ihre alten Diesel gegen neue Modelle einzutauschen.

Wie finden Sie ein gutes Angebot?

Im Internet gibt es zahlreiche Plattformen für den Kauf neuer Autos. Die einzelnen Portale bieten unterschiedliche Marken an und arbeiten mit verschiedenen Händlern zusammen. Deshalb lohnt es sich immer, auf mehreren Plattformen zu vergleichen, um den besten Preis herauszuschlagen. Neben dem Kauf gibt es auch Angebote für Leasing.

Genauso wie beim stationären Autohändler lässt sich der Neuwagen online individuell konfigurieren. Wenn Sie nicht festgelegt sind, können Sie mit Modell, Motor, Farbe und Ausstattung herumprobieren, um den besten Preis zu finden.

In der Regel weisen die Portale für jeden Posten die Mehrkosten aus – so wie es im Katalog des Händlers auch der Fall ist. Dadurch können Sie entscheiden, ob Ihnen die Ausstattung den Aufpreis wert ist. Bei Fragen hilft das Service-Telefon der Portale weiter.

Wenn Sie ganz genau wissen möchten, wie das Fahrzeug ausgestattet ist, können Sie sich Ihr Wunschmodell auf der Website des Herstellers ansehen. Diese sind meist anschaulicher als die Darstellungen der Portale.

Auch bei Online-Geschäften nehmen viele Händler das alte Auto in Zahlung. Ist Ihnen das wichtig, sollten Sie auf diese Möglichkeit achten. Manche Angebote setzen das sogar für den ausgewiesenen Rabatt voraus. Falls Sie keinen Wagen eintauschen möchten, sollten Sie das daher ebenfalls unbedingt prüfen.

Das richtige Auto finden

Viele Auto-Enthusiasten wissen genau, welches Fahrzeug sie mit welcher Ausstattung haben möchten. Falls Sie nicht dazu zählen, können Sie zum Beispiel die Wunschauto-Suche des ADAC nutzen. Dort können Sie mit verschiedenen Einstellungen nach Modellen suchen, die zu Ihnen passen. Gute Hinweise geben außerdem Fachzeitschriften, die regelmäßig Neuwagen testen.

Achten Sie bei der Auswahl eines Modells auch auf die anfallenden Beiträge für eine Kfz-Versicherung. Mitunter unterscheiden sich die Kosten für ähnliche Modelle erheblich.

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  • Empfohlene Vergleichsportale und Anbieter: Verivox, Check24, Huk24

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Worauf sollten Sie achten, wenn Sie ein Auto online kaufen?

Bevor Sie Ihren Wagen bestellen, sollten Sie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Online-Portals durchlesen. Für Sie als Käufer sollte die Vermittlung nichts kosten. Die Provision trägt in der Regel der Händler. Leisten Sie keine Anzahlung und bezahlen Sie auch nicht im Voraus. Solche Angebote sind selten seriös.

Zusatzkosten fallen für die Auslieferung des Fahrzeugs an – genauso wie bei einer Bestellung im Autohaus. Sie können das Auto entweder im Werk abholen oder beim Händler. Rechnen Sie dafür mit Überführungskosten zwischen 320 und 1.200 Euro. Die Werksabholung ist im Normalfall günstiger als die Lieferung zum Händler, verursacht aber Fahrtkosten für die Anreise.

Gegen Aufpreis ist oft auch eine Lieferung bis vor die Haustür möglich. Die Liefermöglichkeiten und die genauen Kosten bekommen Sie bei der Bestellung angezeigt. Übrigens: Der Preis für Auslieferung oder Werksabholung kommt auch beim Kauf im Autohaus dazu.

Beim Kauf im Internet haben Sie die gleichen Rechte bei Gewährleistung und Service wie im Autohaus. Zusätzlich gelten außerdem Bestimmungen des Fernabsatzgeschäfts, wie bei allen Online-Käufen. Sie haben daher 14 Tage nach Kauf ein Widerrufsrecht für den Vertrag.

Lesen Sie den endgültigen Kaufvertrag noch einmal genau durch, bevor Sie ihn unterschreiben. Es können Fehler bei Ihrer Auswahl und in den Daten entstanden sein. Gehen Sie am besten mit einem Ausdruck der ursprünglichen Konfiguration die Ausstattungsliste durch.

Was ist beim Kauf beim Händler vor Ort anders?

Einen großen Nachteil hat der Kauf im Internet: Sie können sich den Wagen dort vorher nicht anschauen, und auch eine Probefahrt ist nicht möglich. Das bieten nur Autohäuser. Nutzen Sie die Möglichkeit und lassen Sie sich auch dort ein Angebot machen.

Der ADAC hat in seiner Untersuchung 2017 herausgefunden, dass viele Händler nochmal mit sich handeln lassen, wenn ein Kunde sie mit einem Online-Angebot konfrontiert. Lassen Sie sich allerdings nicht zum Kauf vor Ort drängen. Auch nach einer ausführlichen Beratung sind Sie dem Händler nichts schuldig. Argumente wie eine angebliche Spezial-Sonderausstattung, kürzere Lieferzeiten oder bessere Garantieleistungen sind oft aus der Luft gegriffen.

Bedenken Sie: Der Händler, über den Sie online den Neuwagen kaufen, ist genauso ein Vertragshändler der Marke, wie derjenige bei Ihnen vor Ort. Er bestellt das neue Auto beim selben Hersteller und Werk.

Welche Garantie- und Serviceleistungen gibt es für das neue Auto?

Ein Verkäufer ist gesetzlich dazu verpflichtet, eine zweijährige Gewährleistungsfrist einzuhalten (§ 437 BGB). Treten in diesem Zeitraum bestimmte Schäden auf, zum Beispiel Rost, muss der Verkäufer dafür aufkommen. Die Reparatur erfolgt dann in der nächstgelegenen Werkstatt des Herstellers. Sie sind also nicht an den Händler gebunden, bei dem Sie das Auto gekauft haben.

Außerdem gewähren Hersteller in der Regel eine Neuwagen-Garantie, die mehr umfasst als die gesetzliche Gewährleistung. Diese gilt beim stationären Händler genauso wie beim Kauf im Internet.

Wie finanzieren Sie Ihr neues Auto?

Nur Bares ist Wahres – bei Autohändlern gilt das auf jeden Fall. Dafür müssen Sie aber nicht mit dem Geldkoffer ins Autohaus kommen. In der Regel räumen die Händler einen Rabatt ein, wenn Sie Ihren Wagen auf einen Schlag bezahlen.

Sofern Sie eine solch große Summe nicht griffbereit auf Ihrem Konto liegen haben, können Sie das Auto auch finanzieren. Viele Händler – auch online – haben zum Fahrzeug gleich ein Angebot in petto. Vergleichen Sie auf jeden Fall mehrere Offerten. Worauf Sie dabei achten sollten, lesen Sie in unserem Ratgeber Autokredit.

Mehr dazu im Ratgeber Autokredit

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Autor
Annika Krempel
& Co-Autor
Jens Tartler

Stand: 31. Juli 2019


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