Autostrom

Wie Du Dein E-Auto zu Hause günstig auflädst

Ines Rutschmann Stand: 11. September 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Willst Du Dein Elektroauto zuhause aufladen, solltest Du Dir dafür eine sogenannte Wallbox anschaffen. Ohne eine solche Wandladestation kannst Du nur sehr langsam über eine normale Steckdose laden – oder sogar Dein Hausnetz überlasten.
  • Am günstigsten lädst Du Dein Auto mit eigenem Solarstrom. Alternativ kannst Du Strom aus dem öffentlichen Netz nutzen – neben Haushaltsstrom gibt es spezielle Autostrom-Tarife.
So gehst Du vor
  • Beantrage Fördermittel für Kauf und Installation einer Wallbox, falls Du in Bayern, Sachsen oder Sachsen-Anhalt wohnst und neben dieser auch einen Stromspeicher anschaffen willst. In Nordrhein-Westfalen gibt es Fördermittel auch ohne Speicher.
  • Sofern Du eine eigene Solaranalage hast, lade Dein Auto so viel wie möglich darüber auf.
  • Nutze ansonsten normalen Haushaltsstrom, solange Du ein durchschnittliches Fahrverhalten an den Tag legst. Ein zusätzlicher Vertrag für Autostrom kann sich ab rund 14.000 gefahrenen Kilometern pro Jahr lohnen.
  • Hast Du bereits einen eigenen Zähler für Autostrom, dann nutze ihn weiter und wechsle gegebenenfalls zu einem günstigeren Anbieter. Du kannst Autostrom-Tarife über das Portal „Mut zum Wechseln“ vergleichen.

Was das Ladegerät für Dein Handy ist, ist die Wallbox für Dein Elektroauto. Mit einer solchen Wandladestation betankst Du Dein E-Auto einfach und schnell zuhause. Wie Du das besonders günstig machst, darum geht es in diesem Ratgeber.

Wie lädst Du Dein Elektroauto über eine eigene Wallbox auf?

Ein Elektroauto oder ein Plug-in-Hybrid kannst Du bequem zuhause laden – in den Stunden, in denen Du es nicht brauchst, etwa wenn Du im Garten arbeitest, kochst oder schläfst (Autos werden im Durchschnitt rund 23 Stunden am Tag nicht benutzt). Obendrein ist das Laden zuhause für Dich meist günstiger als an einer öffentlichen Ladesäule.

Grundsätzlich lässt sich jedes Elektroauto mit einem Adapter an eine Haushaltssteckdose koppeln. Das Laden dauert aber sehr lange, weil der Wagen dann höchstens magere 2,8 Kilowatt Leistung bezieht. Lädst Du das Auto beispielsweise zwölf Stunden, hat es gerade mal 33,6 Kilowattstunden getankt und könnte 140 bis 200 Kilometer weit fahren. Zugleich dürfte in diesen zwölf Stunden kein anderes großes Gerät über denselben Stromkreis Energie beanspruchen, ohne dass die Sicherung rausfliegt oder sich sogar ein Kabel überhitzt. Sinnvoll ist es daher, eine Ladestation für ein Elektroauto oder Plug-in-Hybrid installieren zu lassen – eine sogenannte Wallbox. 

Wallboxen gibt es mit unterschiedlichen Ladeleistungen. Die maximalen Ladeleistungen liegen zwischen 3,7 und 22 Kilowatt. Je höher die Leistung der Wandladestation, desto teurer ist sie, aber desto schneller ist Dein Auto geladen.

Aber: Nicht jedes Auto lässt sich mit bis zu 11 oder 22 Kilowatt laden. Die Leistung der Wallbox sollte daher zur Ladeleistung Deines Autos passen. Erlaubt ein mittelgroßer Pkw auch schnelles Laden, ist er an einer 3,7-Kilowatt-Wallbox nach etwa zwölf Stunden vollgeladen und bei 22 Kilowatt Ladeleistung nach nicht einmal drei Stunden. Bedenke dabei: Das Auto muss nicht vollgeladen sein, damit Du kurze bis mittellange Strecken fahren kannst. Um 100 Kilometer weit zu kommen, brauchen handelsübliche Elektroautos 16 bis 28 Kilowattstunden Strom, belegt ein Test des ADAC.

Strombedarf für Elektroautos

ReichweiteStrombedarfLadezeit bei 7,4 Kilowatt Leistung
30 Kilometer4,8 bis 8,4 Kilowattstunden40 Minuten bis 1,1 Stunden
50 Kilometer8 bis 14 Kilowattstunden1,1 bis 2 Stunden
70 Kilometer11,2 bis 19,6 Kilowattstunden1,5 bis 2,7 Stunden
100 Kilometer16 bis 28 Kilowattstunden2,2 bis 3,8 Stunden
200 Kilometer32 bis 54 Kilowattstunden4,3 bis 7,3 Stunden

Quelle: eigene Berechnung (Stand: 31. August 2020)
Es handelt sich um den Strombedarf verschiedener Automodelle. Die Ladezeiten sind gerundet.

Willst Du Dein Auto mit Strom aus Deiner Photovoltaikanlage laden, gibt es dafür spezielle Wallboxen. Diese können das Auto mit Solarstrom betanken, aber auch mit Netzstrom, wenn gerade kein Solarstrom zur Verfügung steht. Eine intelligente Steuerung sorgt dafür, dass so viel eigener Strom wie möglich ins Auto fließt.

Lässt Du eine Wallbox aufstellen, musst Du dies Deinem Netzbetreiber mitteilen (§ 19 Absatz 2 Satz 2 NAV). In der Regel erledigt das der Elektriker gleich mit, der sie installiert. Welche Förderungen es für Ladestationen gibt, erfährst Du weiter unten.

Studie: Wann E-Auto-Fahrer laden

Wie lädst Du Dein Elektroauto zuhause günstig?

Am günstigsten lädst Du Dein Auto mit eigenem Strom. Etwa 10 bis 14 Cent kostet Dich eine Kilowattstunde aus einer neuen Photovoltaikanlage. Für den Strom aus dem öffentlichen Netz zahlst Du zwischen 26 und 29 Cent pro Kilowattstunde, haben wir in unserem Test ermittelt.

Ob Du Dein Auto komplett mit eigenem Solarstrom versorgen kannst, hängt vor allem davon ab, wann Du es lädst und ob Du einen Batteriespeicher besitzt. Wird der Solarstrom noch zwischengespeichert, ehe er in den Akku des Autos gelangt, liegen die Kosten für eine Kilowattstunde deutlich höher, auch aufgrund höherer Wandlungsverluste.

Musst Du auf Strom aus dem Netz zugreifen, um Dein Auto zu laden, hast Du die Wahl zwischen Haushaltsstrom und Autostrom. Nutzt Du Haushaltsstrom für Dein Auto, brauchst Du keinen zusätzlichen Stromvertrag. Deine Wallbox reiht sich dann in alle anderen Elektrogeräte ein, die Du in Deinem Haushalt hast. Ein einziger Stromzähler misst den Bezug aller Geräte, einschließlich der Wallbox. Dein Stromverbrauch steigt natürlich durch das Fahrzeug.

Daneben ist es möglich, einen Stromvertrag nur für das Auto zu schließen – Autostrom. Dazu brauchst Du einen zweiten Stromzähler, der den Bezug der Wallbox separat erfasst. Hast Du einen zweiten Zähler, kann Dir der Netzbetreiber günstigere Netzentgelte anbieten, wenn er auch noch den Strombezug der Wallbox in bestimmten Stunden unterbrechen darf. Welche Stunden das sind, legt jeder Netzbetreiber für sein Verteilnetz fest. Meist sind es Stunden am Abend. Aufgrund der niedrigeren Entgelte für den Transport der Energie ist Autostrom für Autos an steuerbaren Ladestationen günstiger als Haushaltsstrom. Ebenso verhält es sich mit anderen steuerbaren Verbrauchsgeräten wie Nachtspeicherheizungen und Wärmepumpen.

Warum lohnen sich Autostrom-Tarife noch nicht?

Während sich Tarife für Nachtstrom und Wärmepumpen häufig lohnen, haben wir in unserer Untersuchung festgestellt, dass sich Autostrom-Tarife bei einem Verbrauch von bis zu 2.700 Kilowattstunden im Jahr – für rund 13.500 Fahrkilometer im Jahr – nicht rechnen. Das hat drei Gründe:

  1. Der zweite Zähler und das Steuerungsgerät verursachen zusätzliche Kosten, die den Vorteil der niedrigen Netzentgelte mindern.
  2. Die Preise für Haushaltsstrom sind pro Kilowattstunde umso niedriger, je höher der Verbrauch ist. Läuft der Strom fürs Auto über den normalen Stromzähler, erhöht sich der Verbrauch von Haushaltsstrom – aber pro Kilowattstunde sinken die Kosten.
  3. Autostrom ist kein Heizstrom: Für Autostrom gilt eine deutlich höhere Konzessionsabgabe als zumeist für Nachtstrom und Wärmepumpenstrom.

Teurere Stromzähler für steuerbare Wallboxen kommen

Wie vergleichst Du Tarife, wenn Du einen Zähler für Autostrom hast?

Hast Du schon einen zweiten Stromzähler für Deine steuerbare Wallbox, kannst Du Autostrom-Tarife abschließen. Diese sind zwar in Summe meist nicht günstiger als Haushaltsstrom. Aber: Hast Du schon den zweiten Zähler, solltest Du ihn nicht ausbauen lassen. Denn das kostet wieder etwas. Zudem ist eine neue gesetzliche Regelung zu erwarten, die vielleicht den Betrieb einer steuerbaren Wallbox lukrativer macht. Fährst Du überdurchschnittlich viel Auto, sollte sich ein Autostrom-Tarif für Dich auch schon jetzt auszahlen.

Für einen Vergleich von Autostrom-Tarifen haben wir bei unserer Recherche nur ein einziges noch aktives Portal gefunden: Mut zum Wechseln. Das Portal zeigte für jeden unserer zehn Musterhaushalte mindestens zehn Tarife an, für konventionellen Strom und für Ökostrom. Weitere Parameter wie Laufzeit, Kündigungsfrist oder Preisgarantie lassen sich einstellen. Etwaige Bonuszahlungen rechnet das Portal in die Kosten nicht ein.

Finanztip empfiehlt folgende Vertragsbedingungen:

  • Erste Vertragslaufzeit: maximal zwölf Monate
  • Kündigungsfrist: maximal sechs Wochen
  • Preisgarantie: mindestens zwölf Monate
  • Vertragsverlängerung: maximal einen Monat

Unter diesen Bedingungen hast Du mindestens ein Jahr lang stabile Preise und kannst den Vertrag anschließend auch schnell wieder kündigen, wenn Du einen anderen Tarif abschließen oder den zweiten Stromzähler für die Wallbox wieder ausbauen willst. Wie der Wechsel des Stromtarifs abläuft und worauf Du nach Abschluss des Vertrags achten solltest, erklären wir im Ratgeber Stromanbieter wechseln.

Heizstrom ist nichts für die steuerbare Wallbox

Was Du unter keinen Umständen machen solltest, ist, einen Tarif für Nachtstrom oder Wärmepumpenstrom für Dein Elektroauto abzuschließen. Das ist nicht erlaubt. Heizstrom ist in der Regel günstiger als Autostrom, es gilt eine geringere Konzessionsabgabe für Heizstrom. Manche Netzbetreiber nehmen auch geringere Netzentgelte für eine steuerbare Nachtspeicherheizung als für eine steuerbare Wallbox. Um günstigere Preise zu bekommen, darfst Du aber keine falschen Angaben machen.

Zunächst dürfte der Netzbetreiber erkennen, dass zur gemeldeten Zählernummer eine Wallbox gehört und kein Heizgerät. Dann lehnt er den Netznutzungsvertrag mit dem gewählten Lieferanten ab und dieser teilt Dir mit, dass er Dich nicht zu den gewählten Preisen beliefern kann. Bemerkt der Netzbetreiber nicht sofort, dass ein Auto mit Heizstrom betankt werden soll, kann es ihm später auffallen –, weil Du beispielsweise ganz anders Strom beziehst, als es für den Betrieb einer Nachtspeicherheizung oder Wärmepumpe typisch ist. Was der Netzbetreiber dann macht, kann von der rückwirkenden Berechnung höherer Netzentgelte und Abgaben über die Kündigung des Netzanschlussvertrags für die Wallbox bis hin zu juristischen Schritten gegen Dich reichen.

Welche Fördermittel gibt es für Elektroautos und Wallboxen?

Im Zuge der Energiewende sollen Autos mit Verbrennungsmotor allmählich durch Fahrzeuge mit anderen Antrieben ersetzt werden. Hoch im Kurs stehen bei der Bundesregierung Elektroautos. Die E-Auto-Prämien sind im Juni 2020 noch einmal gestiegen. Aktuell gibt es diese Zuschüsse, die Du aber nicht mit anderen Fördermitteln kombinieren darfst:

ZuschussAutoNettolistenpreis
9.000 EuroElektroauto oder Brennstoffzellenautounter 40.000 Euro
7.500 EuroElektroauto oder Brennstoffzellenautoüber 40.000 Euro
6.750 EuroPlug-in-Hybrid-Autounter 40.000 Euro
5.625 EuroPlug-in-Hybrid-Autoüber 40.000 Euro

Fahrzeuge, deren Nettolistenpreis bei mehr als 65.000 Euro liegt, sind von der Prämie ausgenommen. Einen Zuschuss beantragst Du beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) nach Kauf und Zulassung des Autos. Die Behörde hat eine Liste mit fast 600 Fahrzeugmodellen auf ihre Internetseite gestellt, für die eine Förderung in Frage kommt. Du kannst die Förderung beantragen, wenn Dein Neuwagen nach dem 3. Juni 2020 oder Dein Gebrauchtwagen erstmals nach dem 4. November 2019 und auf Dich ab 4. Juni 2020 zugelassen wurde. Ein Gebrauchtwagen darf dabei natürlich noch keine Prämie erhalten haben, maximal einen Kilometerstand von 15.000 Kilometern aufweisen und seit der Erstzulassung dürfen höchstens 12 Monate vergangen sein. Für Gebrauchtwagen gilt dabei einheitlich die Prämie nach Nettolistenpreis über 40.000 Euro, unabhängig davon, was er neu gekostet hat. Die Antragstellung für die seit Juni 2020 höheren Prämien ist bis zum 31. Dezember 2021 befristet. Danach gelten wieder die niedrigeren Zuschüsse.

Zuschüsse für eine Wallbox

Darüber hinaus fördern manche Bundesländer die Anschaffung einer Wallbox.

  • Nordrhein-Westfalen übernimmt 60 Prozent der Kosten für eine private Wallbox – maximal 2.000 Euro. Ist das Gerät steuerbar, sind es bis zu 3.500 Euro. Lädst Du das Auto mit Solarstrom aus einer neuen Photovoltaikanlage mit mindestens 2 Kilowatt Leistung, erhöht sich der Bonus um 500 Euro. Ist auch ein Batteriespeicher installiert, kannst Du weitere 200 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität zusätzlich bekommen.

In drei weiteren Bundesländern gibt es einen Zuschuss nur in Verbindung mit der Anschaffung eines Batteriespeichers

  • Sachsen zahlt einen Zuschuss, wenn ein Betreiber einer Photovoltaikanlage einen Batteriespeicher kauft und zusätzlich noch eine Ladestation. Der Zuschuss für die Wallbox beträgt 400 oder 1.500 Euro. 
  • Bayern gibt 200 Euro dazu, wenn jemand einen Batteriespeicher anschafft und fördern lässt und diesen mit einer neuen Wallbox verknüpft.
  • Sachsen-Anhalt bezuschusst eine Ladestation zuhause mit 1.000 Euro, wenn diese mit einem neuen Batteriespeicher verbunden ist.

Wo kannst Du unterwegs laden?

Private E-Autos werden überwiegend zuhause geladen. Dennoch kann es sein, dass Du auch mal unterwegs eine Ladesäule brauchst. Rund 24.000 öffentliche Ladesäulen gibt es in Deutschland, die meisten in München. Über das Ladesäulenregister des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) kannst Du die nächstgelegene Ladesäule zu Deinem Standort suchen.

Das Register zeigt Dir auch an,

  • wer die Ladesäule betreibt,
  • welche Leistung sie hat,
  • ob Du konventionellen oder Ökostrom kaufen kannst,
  • welche Stecker zur Verfügung stehen,
  • wie abgerechnet wird – nach Zeit, nach Verbrauch oder nach einem Mix beider Kriterien und
  • wie Du bezahlen kannst – über Girocard, Kreditkarte, RFID-Karte, Smartphone-App oder durch Plug and Charge.

Du kannst diese Kriterien bei Deiner Suchanfrage auch einstellen.

Die Preise an den öffentlichen Ladesäulen sind sehr unterschiedlich. Der Ökostromanbieter Lichtblick hat gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Statista bislang dreimal die Preise der zwölf größten Betreiber von öffentlichen Ladesäulen erhoben. In der jüngsten Untersuchung im Juni 2019 reichten diese von 13 bis 53 Cent pro Kilowattstunde. Zum Vergleich: Im Schnitt kostet eine Kilowattstunde Haushaltsstrom 31 Cent. Am günstigsten boten Mainova und die Stadtwerke Dresden Autostrom an Ladesäulen an. Bei den Stadtwerken Leipzig und bei Rheinenergie war das Laden sogar kostenfrei – inzwischen verlangen aber beide Stromanbieter Geld fürs Tanken.

So lief unsere Untersuchung ab

Für unsere Abfrage von Autostrom-Tarifen führten wir zunächst eine Google-Recherche durch und fanden zwei voneinander unabhängige Vergleichsrechner für Autostrom. Beide Rechner nutzten wir für unsere Abfragen Ende Juli 2020. Als wir nach den Abfragen die Betreiber beider Rechner kontaktierten, erfuhren wir, dass einer davon nicht mehr gepflegt wird. Bei dem anderen Autostromrechner handelt es sich um „Mut zum Wechseln“, einer Ausgründung des „Energieverbraucherportals“. Den Autostromrechner gibt es seit Anfang 2019.

Bei allen Abfragen setzten wir einen Eintarifzähler voraus. Für die Vertragslaufzeit stellten wir maximal zwölf Monate ein. Etwaige Bonuszahlungen ließen wir unberücksichtigt. Als Musterhaushalte wählten wir für unsere Abfragen zehn Klein- und Großstädte. Für die fünf kleineren fragten wir einen Autostromverbrauch von 2.700 Kilowattstunden ab und 1.400 Kilowattstunden (kWh) für die fünf größten Städte.

Laut Kraftfahrt-Bundesamt liegt die durchschnittliche Fahrleistung für Pkw mit „sonstigem Antrieb“, zu denen Elektrofahrzeuge und Plug-in-Hybrid-Autos zählen, bei rund 13.500 Kilometern im Jahr. Bei einem Stromverbrauch von 20 kWh auf 100 Kilometern entspricht das einem Strombedarf von rund 2.700 kWh. Wer kürzere Wege im Jahr zurücklegt, wie dies in Großstädten eher der Fall ist, für den sind wir von 7.000 Kilometern Fahrleistung im Jahr und dem dafür benötigten Strom von rund 1.400 kWh ausgegangen. Beim Haushaltsstrombedarf haben wir 3.300 Kilowattstunden angenommen – das ist der Mittelwert des Verbrauchs in Ein- und Zweifamilienhäusern bei zwei bis drei Mitgliedern im Haushalt laut aktuellem Stromspiegel.

Um zu prüfen, ob sich ein Autostrom-Tarif gegenüber einem Haushaltsstrom-Tarif lohnt, haben wir über unseren eigenen Stromrechner Tarife für den einmaligen Wechsel – also ohne die Berücksichtigung von Bonuszahlungen bei den Kosten – abgerufen. Und zwar für drei unterschiedliche Mengen:

  1. 3.300 kWh, nur für die Geräte im Haushalt
  2. 6.000 kWh, davon 3.300 kWh für die Geräte im Haushalt und 2.700 kWh für das Elektroauto
  3. 4.700 kWh, davon 3.300 kWh für die Geräte im Haushalt und 1.400 kWh für das Elektroauto

Damit sich ein Autostrom-Tarif lohnt, muss er nicht nur günstiger als Haushaltsstrom sein. Vielmehr muss die Summe der Kosten aus beiden Verträgen niedriger sein, als wenn der gesamte Strombedarf über einen Vertrag gedeckt wird. Welche Kosten sich für einen Verbraucher insgesamt ergeben, ist der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen.

Stromkosten bei 2.700 kWh Autostrom und 3.300 kWh Haushaltsstrom

Ort und Postleitzahl

Kosten

gemeinsame

Messung

(6.000 kWh)

Summe

Kosten

getrennte

Messung

(6.000 kWh)

Vorteil

getrennter

Messung 

Tübingen, 720741.569 Euro1.624 Eurokein Vorteil
Bonn, 531171.471 Euro1.488 Eurokein Vorteil
Ingolstadt, 850531.556 Euro1.568 Eurokein Vorteil
Potsdam, 144781.568 Euro1.552 Euro16 Euro
Darmstadt, 642971.594 Euro1.615 Euro

kein Vorteil

Quelle: Finanztip-Untersuchung (Stand: 27. Juli 2020)
Alle Zahlen sind auf volle Euro gerundet. Aufgeführt sind jeweils die Kosten im günstigsten Vertrag.

Stromkosten bei 1.400 kWh Autostrom und 3.300 kWh Haushaltsstrom

Ort und Postleitzahl

Kosten

gemeinsame

Messung

(4.700 kWh) 

Summe

Kosten

getrennte

Messung

(4.700 kWh)

Vorteil

getrennter

Messung

Köln, 509991.236 Euro1.402 Eurokein Vorteil
Stuttgart, 705971.285 Euro1.320 Eurokein Vorteil
Hamburg, 202511.361 Euro1.390 Eurokein Vorteil
Berlin, 107071.238 Euro1.258 Eurokein Vorteil
München, 818251.241 Euro1.277 Eurokein Vorteil

Quelle: Finanztip-Untersuchung (Stand: 27. Juli 2020)
Alle Zahlen sind auf volle Euro gerundet. Aufgeführt sind jeweils die Kosten im günstigsten Vertrag.

Die Untersuchung zeigt, dass es lediglich in einem Ort – nämlich Potsdam – günstiger ist, Autostrom über einen eigenen Zähler zu beziehen und die Wallbox steuerbar zu machen. Dem Vorteil von 16 Euro im Jahr stehen aber die Kosten für den Einbau des zweiten Zählers und der Steuereinrichtung von mehr als 100 Euro gegenüber. In allen anderen Orten hast Du als Halter eines strombetriebenen Autos keinen finanziellen Vorteil, wenn es Autostrom tankt.

So muss es auch nicht wundern, dass in vielen Städten die Zahl der steuerbaren Wallboxen in Privathaushalten bislang recht überschaubar ist. Wie wir von Netzbetreibern erfuhren, sind es in Berlin gerade einmal 3, in Stuttgart 33, in Köln immerhin mehr als 300. Daten, wie viele private steuerbare Wallboxen es in Deutschland gibt, erhebt die Bundesnetzagentur bislang nicht. Die Zahl der gewerblich genutzten steuerbaren Ladeeinrichtungen beträgt rund 4.000.

Wie sich die Kosten an Deinem Wohnort darstellen, solltest Du unbedingt prüfen, ehe Du Dir einen zweiten Zähler setzen lässt. Möglicherweise ergeben sich zudem finanzielle Vorteile, wenn Du überdurchschnittlich viel mit Deinem Elektroauto fährst – mehr als 14.000 Kilometer im Jahr.

Autor
Ines Rutschmann

Stand: 11. September 2020


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