Wer eine Nachtspeicherheizung betreibt, kann sich einen beliebigen Stromversorger dafür suchen. Die Zahl der Anbieter und Tarife wächst. Bei der jüngsten Erhebung des Bundeskartellamts gab es rund 1.000 Lieferanten von Heizstrom in Deutschland – sowohl für Nachtspeicherheizungen als auch für Wärmepumpen. Zunehmend mehr Versorger bieten ihre Tarife bundesweit an. Auch die Zahl der Wechsel bei Heizstrom erhöht sich: Rund 310.000 Kunden suchten sich 2020 einen neuen Lieferanten. Das entspricht rund 15 Prozent. Wie sich die Zahl der Wechsel auf Speicherheizungen und Wärmepumpen aufteilt, wird nicht erhoben.
Bei einem Stromanbieterwechsel musst Du Dir keine Sorgen machen, dass die Heizung ausfällt. Es gelten die gleichen gesetzlichen Regelungen wie bei der Versorgung mit Haushaltsstrom. Sollte der neue Versorger nicht rechtzeitig mit der Lieferung beginnen, übernimmt der Grundversorger: Ersatzversorgung heißt das und erfolgt so lange, bis der neue Anbieter lieferfähig ist.
Portalabfrage: Daten heraussuchen und Einstellungen wählen
Bevor Du eine Abfrage nach günstigen Tarifen in einem Vergleichsportal startest, solltest Du aber folgende Informationen parat haben:
- Ist ein separater zweiter Zähler für Deine Nachtspeicherheizung installiert für eine getrennte Messung des Nachtstroms vom Haushaltsstrom?
- Handelt es sich um einen Doppeltarifzähler oder um einen Eintarifzähler?
- Wie hoch war der Nachtstromverbrauch zuletzt?
Alle Informationen kannst Du Deiner Stromrechnung entnehmen. Bei einem Doppeltarifzähler finden sich Angaben zum Strombezug in Hochtarif- und Niedertarif-Zeiten; bei einem Eintarifzähler gibt es keine Unterscheidung. Abgesehen davon, kannst Du auch am Zähler selbst erkennen, um welchen Typ es sich handelt: Ein Doppeltarifzähler hat zwei Zählscheiben, die mit „HT“ und „NT“ beschriftet sind; ein Eintarifzähler hat nur eine Zählscheibe.
Die Angebote, die Du angezeigt bekommst, kannst Du in den Portalen noch einmal nach bestimmten Kriterien filtern, etwa Laufzeit, Kündigungsfrist oder ob Bonuszahlungen einberechnet sein sollen. Wir empfehlen, folgende verbraucherfreundliche Einstellungen zu wählen:
- keine Pakettarife und Tarife mit Kaution
- Laufzeit von maximal zwölf Monaten
- Kündigungsfrist von mindestens zwei Wochen
- Preisgarantie von mindestens zwölf Monaten
Bei Check24 sind die genannten Parameter von Haus aus eingestellt; Verivox schließt standardmäßig lediglich Pakettarife und Tarife mit Kaution aus. Wenn Du auf „Verivox Empfehlungen“ klickst, sind auch alle anderen der oben genannten Bedingungen eingestellt.
Wir empfehlen diese Kriterien, weil Du auf diese Weise zunächst ein Jahr lang mit konstanten Preisen rechnen kannst. Zusätzlich empfehlen wir, keine Bonuszahlungen einrechnen zu lassen – häufig lassen Boni einen Tarif im ersten Jahr günstig aussehen, aber der Strompreis selbst ist dann eher teuer. Einen seit März 2022 neu geschlossenen Vertrag darfst Du nach Ablauf der Erstvertragszeit jederzeit mit maximal einem Monat Kündigungsfrist beenden (§ 309 Nr. BGB). Ist die vereinbarte Kündigungsfrist kürzer als ein Monat, kommst Du sogar noch schneller aus dem Vertrag heraus. Wir empfehlen aber, bei der Kündigungsfrist mindestens zwei Wochen zu vereinbaren – sollte Dich nämlich der Anbieter ordentlich kündigen, hast Du genug Zeit, die Stromlieferung über einen neuen Vertrag nahtlos anzuschließen.
Einige der angezeigten Tarife in den Portalen lassen sich auch über diese abschließen. Manche kannst Du nur direkt beim Anbieter auswählen. Hast Du noch nicht gekündigt, übernimmt das der neue Anbieter für Dich. Die Vergleichsportale zeigen nicht immer alle verfügbaren Tarife an Deinem Wohngebiet an. Es kann daher nicht schaden, zusätzlich das Angebot beim lokalen Versorger für Nachtstrom einzuholen, wenn es nicht in der Ergebnisliste auftaucht. Der lokale Versorger kann deutlich teurer sein als die günstigsten Anbieter für Nachtstrom. Er kann aber auch der Versorger mit den besten Konditionen sein.
Die Portale ordnen Deinen Anforderungen automatisch einen Vergleichstarif zu und zeigen Dir eine Ersparnis an, wenn Du aus diesem Vergleichstarif in ein angezeigtes Angebot wechselst. In der Regel handelt es sich bei den Vergleichstarifen um einen Heizstromtarif des Grundversorgers. Check24 zeigte bei unserem Test 2019 in manchen Orten auch Tarife von anderen Lieferanten als Vergleichstarife an. Diese waren mitunter so teuer, dass die angezeigte Ersparnis – etwa in Fulda, München und Hannover – mehr als 600 oder 700 Euro pro Jahr bei 10.000 Kilowattstunden Verbrauch betragen hätte. Das ist unrealistisch hoch. Achte daher darauf, welcher Vergleichstarif eingestellt ist und wähle Deinen tatsächlichen aktuellen Tarif aus, wenn ein anderer angezeigt wird.