Kündigungsdienste im Vergleich

So werden Sie Verträge mit wenigen Mausklicks los

Daniel Pöhler
& Co-Autor
Stand: 17. August 2018
Das Wichtigste in Kürze
  • Es lohnt sich oft, Verträge zu kündigen: Oft gibt es bessere Angebote, sodass sich ein Wechsel auszahlt. Manchmal meldet sich auch der bisherige Anbieter nach einer Kündigung und bietet bessere Konditionen an.
  • Mit Dienstleistern im Internet können Sie passende Kündigungsschreiben in wenigen Minuten erstellen und durch den Anbieter sofort an die richtige Adresse schicken lassen.
  • 2016 haben wir solche Kündigungsdienste verglichen. Zum Testzeitpunkt haben Aboalarm und Volders überzeugt.
  • Die Konditionen unserer Empfehlungen haben wir 2018 erneut überprüft: Für den Versand per Fax oder Brief berechnet Aboalarm rund 2 Euro bis 5 Euro. Bei Volders ist der E-Mail- und Fax-Versand kostenlos.
  • Verträge, die nach dem 30. September 2016 abgeschlossen wurden, können Sie grundsätzlich auch per E-Mail kündigen. Ausnahmen sind zum Beispiel Arbeits- und Mietverträge.
So gehen Sie vor
  • Kündigen Sie einfach per E-Mail, falls Sie die Adresse des Anbieters zur Hand haben und kein Sendeprotokoll benötigen.
  • Können Sie die Kontaktdaten des Anbieters nicht finden oder ist die Kündigungsfrist fast abgelaufen, dann ist es sinnvoll, einen Kündigungsdienst zu nutzen. Dieser liefert Ihnen einen Beweis, dass Sie rechtzeitig gekündigt haben. Wir empfehlen Aboalarm und Volders.

Wer Verträge über die Jahre einfach laufen lässt, verschenkt wahrscheinlich viel Geld. Denn während sich die Unternehmen große Mühe geben, Neukunden mit Sonderangeboten anzulocken, bleiben die Konditionen für Stammkunden meist unverändert. Wollen Sie von Rabatten und gesunkenen Preisen profitieren, sollten Sie Ihre Verträge durchsehen und gegebenenfalls kündigen. Viele Unternehmen melden sich dann von selbst und bieten bessere Konditionen an. Und wenn nicht, wechseln Sie eben zu einem günstigeren Anbieter.

Wie kündigen Sie am besten?

Unternehmen machen es ihren Kunden nicht immer leicht mit der Kündigung. Oft ist die Angabe, wohin Sie das entsprechende Schreiben schicken müssen, schwer zu finden. Und manchmal behaupten die Anbieter am Ende sogar, die Kündigung sei nie angekommen.

Eine Lösung sind Kündigungsdienstleister im Internet. Damit werden Sie unliebsame Verträge mit wenigen Mausklicks los. Sie müssen Ihre Kündigung nicht mehr selbst formulieren, sondern greifen auf automatisch erstellte Schreiben zurück.

Die Dienstleister können Ihnen auch den Gang zur Post oder den Faxversand ersparen und die Kündigung direkt für Sie verschicken. Sie erhalten einen Beweis, dass die Kündigung zugestellt worden ist. Darüber hinaus bieten manche Dienste eine Erinnerungsfunktion an, mit der Sie keine Kündigung mehr versäumen sollen.

Tipp: Viele Verträge, die Sie nach dem 30. September 2016 abgeschlossen haben, können Sie ganz einfach selbst per E-Mail kündigen. Durch eine Gesetzesänderung dürfen Anbieter für Kündigungen nicht mehr ausschließlich Brief oder Fax verlangen. Das gilt aber nicht für alle Verträge, beispielsweise nicht für Arbeits- und Mietverträge.

Welche Kündigungsdienste können helfen?

2016 haben wir sieben Kündigungsdienste unter die Lupe genommen und die allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) und Datenschutzbestimmungen juristisch geprüft. Außerdem haben wir die Unternehmen unter anderem zu Umfang und Aktualität ihrer Anbieter-Datenbank befragt.

Datenschutz geht vor

Auf den Portalen müssen Sie sensible Daten wie Namen und Adresse eingeben. Anders geht es nicht, denn die Dienstleister könnten sonst nicht in Ihrem Namen kündigen. Andere Dienste – zum Beispiel Gewinnspiele – sind in der Vergangenheit negativ aufgefallen, weil sie sensible Datensätze weiterverkauft haben.

Der Schutz Ihrer Daten vor Weitergabe zu Werbezwecken ist ein wichtiges Kriterium. Deshalb haben unsere Rechtsexperten die AGB der Kündigungsdienste geprüft. Wir empfehlen keinen Kündigungsdienst, in dessen AGB eindeutige Angaben zum Datenschutz fehlen. Unsere juristische Prüfung bestanden haben Aboalarm, Contractix, kündigen.de und Volders. Unter diesen vier Anbietern haben sich zwei Empfehlungen herauskristallisiert.

Aboalarm: Der geradlinie Kündigungsdienst

Aboalarm ist seit 2009 tätig und hat damit von allen verglichenen Plattformen die meiste Erfahrung. Nach eigenen Angaben enthält die Datenbank über 25.000 Unternehmen. Aboalarm erklärte auf Finanztip-Anfrage, eine Redaktion prüfe die Daten regelmäßig auf Richtigkeit.

Kündigungswillige können Aboalarm schnell und unkompliziert nutzen; eine langwierige Anmeldung ist nicht erforderlich. Wenn Sie Ihre Kündigung von Aboalarm versenden lassen, wird sie per Brief, Fax oder E-Mail übermittelt – je nachdem, was der angeschriebene Anbieter fordert. Das Versandprotokoll lässt sich als PDF-Datei herunterladen. Damit können Sie beweisen, dass die Kündigung zugestellt wurde, falls das gekündigte Unternehmen dies abstreitet.

Aboalarm
Kündigungsdienst
  • kostenlose Kündigungsvorlagen
  • keine gesonderte Registrierung nötig
  • Erinnerung an Kündigung
  • hoher Datenschutz laut AGB
  • E-Mail/Fax/Brief-Versand gegen Gebühr

Volders: Vom Kündigungsdienst zum Vertragsverwalter

Volders ist 2014 unter dem Namen „Vertragslotse“ gestartet und war damit der jüngste Anbieter in unserem Vergleich von 2016. Das Unternehmen versendet Kündigungen per Fax und E-Mail auch kostenlos. Dazu müssen Sie sich jedoch auch für die Assistenzfunktion von Volders registrieren. Ansonsten verschickt Volders Kündigungsschreiben gegen Gebühr per einfachem Brief (2,50 Euro) oder per Einschreiben (5 Euro).

Als Nutzer erhalten Sie in jedem Fall eine kostenlose Versandbestätigung. Bei einem Einschreiben enthält diese E-Mail zusätzlich die Sendungsnummer zur Nachverfolgung bei der Deutschen Post. Weitere Kosten in Höhe von 2,50 Euro fallen an, falls Sie das Sendeprotokoll zusätzlich per Post erhalten möchte. Für zusätzliche 2,50 Euro kümmert sich Volders um eine Expressbestätigung.

Der Umfang der Datenbank ist mit 23.000 Einträgen sehr groß. Eine App gibt es für iOS und Android. Die Volders-Website sieht aber auf fast allen mobilen Geräten gut aus und steht der App in nichts nach.

Seit unserem Test 2016 hat sich Volders vom reinen Kündigungsdienst zum umfassenden „Vertragsassistenten“ entwickelt. Verbraucher finden dort inzwischen eine digitale Plattform, um ihre Verträge zu verwalten: von Strom über Handy bis hin zur Versicherung.

Nähert sich die Vertragslaufzeit dem Ende, überprüft das Unternehmen den Vertrag und empfiehlt dem Kunden gegebenenfalls zu wechseln. Dabei finanziert es sich über eine Provision der Unternehmen für Neukunden. Volders lässt sich allerdings auch weiterhin als einfacher Kündigungsdienst nutzen.

Volders
Kündigungsdienst
  • kostenlose Kündigungsvorlagen
  • E-Mail und Fax-Versand kostenlos
  • Erinnerung an Kündigung
  • hoher Datenschutz laut AGB
  • Versand per Brief gegen Gebühr
  • Registrierung erforderlich

So haben wir verglichen

Vergleich Kündigungsdienste 2016

Anfang 2016 haben wir auf Google nach „Vertrag online kündigen“ gesucht und die Ergebnisse bis einschließlich der zehnten Seite geprüft. In den Vergleich einbezogen haben wir sieben Dienstleister, die das Erstellen und direkte Verschicken von Kündigungen anbieten: Aboalarm, abo-manager.de, Contractix, kundabo.de, kündigen.de, vertragsmanager24.de und Volders. Reine Anbieter von Musterschreiben blieben außen vor.

Die Websites der gefundenen Kündigungsdienste haben wir untersucht und die Eckdaten des Angebots erfasst. Anschließend haben wir die Unternehmen angeschrieben und ergänzende Fragen gestellt. Wer auf mehrmalige schriftliche und telefonische Anfragen nicht antwortete, wurde ausgeschlossen.

Außerdem haben wir die AGB und Datenschutzerklärungen der Firmen juristisch geprüft. In die Endauswahl kamen vier Anbieter: Aboalarm, Contractix, kündigen.de und Volders. Für die Wahl der Empfehlungen Aboalarm und Volders waren ausschlaggebend: der Umfang der Datenbank, angebotene Apps, Preise, Zahlungsmethoden und Preistransparenz.

Preistransparenz bedeutet: Wie schnell erkennen die Nutzer, dass und wie viel sie für den Kündigungsdienst zahlen müssen? Ideal wäre es, wenn gleich auf der Startseite des Angebots auf die Preise hingewiesen würde. Als geeignet bewerteten wir auch einen eigenen Punkt in der Navigation mit der Bezeichnung „Preise“. Falls die Konditionen gut sichtbar auf der Hilfe-Seite stehen, wie es bei Aboalarm und Volders der Fall ist, sahen wir das als akzeptable Preistransparenz an. Sofern wir die Preise in angemessener Zeit überhaupt nicht finden konnten, beurteilen wir die Preistransparenz als unzureichend.

Kündigungsdienste im Vergleich

 AboalarmContractixkündigen.deVolders
Gründung, Firmensitz2008, München2011, Berlin2012, Amsterdam2014, Berlin
Anzahl Anbieter (Vorjahr)16.500 (16.500)18.000 (20.000)900 (500)13.000 (11.500)
Aktualisierungtäglich„laufend“, mindestens einmal im Monat„durchgängig“wöchentlich
ohne
Registrierung nutzbar
jajajanein
Preise0,99 € (via App); 2,49 € oder 3,49 € (Website)2,89 € (Fax), 3,49 € (Brief), 4,89 € (Einschreiben)2,99 €kostenlos (Fax), 2,50 € (Brief), 5 € (Einschreiben)
Preis-transparenzbefriedigendunzureichendunzureichendbefriedigend
Zahlungs-
methoden
Paypal, Amazon, Kreditkarte, Lastschrift, Handyrechnung, In-App-KaufKreditkarte, Paypal, LastschriftPaypal, Sofortüberweisung, Kreditkarte, GiropayLastschrift, Rechnung, Kreditkarte
Erinnerungs-
funktion
jajaneinja
mobile
Nutzung
Apps für Android, iOS, Windows, Amazon; mobile Websitemobile Websitemobile WebsiteApp für iOS, mobile Website
Datenschutz
laut AGB
sehr gutbefriedigendsehr gutgut

Quelle: Finanztip-Recherche, Unternehmensangaben (Stand: 10. Februar 2016; Preise 2018 nacherhoben)

Autor
Daniel Pöhler
& Co-Autor
Arne Düsterhöft

Stand: 17. August 2018


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