Kündigungsdienste im Vergleich

So werden Sie Verträge mit wenigen Mausklicks los

Das Wichtigste in Kürze

  • Es lohnt sich meist, Verträge zu kündigen. Oft gibt es bessere Angebote, sodass sich ein Wechsel auszahlt. Manchmal meldet sich auch der bisherige Anbieter nach einer Kündigung und bietet bessere Konditionen an.
  • Mit Dienstleistern im Internet können Sie passende Kündigungsschreiben in wenigen Minuten erstellen und durch den Dienst sofort an die richtige Adresse schicken lassen.
  • Wir haben Kündigungsdienste verglichen und empfehlen vor allem Aboalarm. Für den Versand per Fax oder Brief berechnet der Dienst rund 1 Euro bis 3,50 Euro.
  • Für Sparfüchse empfehlenswert ist Volders. Der Fax-Versand ist dort kostenlos.
  • Verträge, die nach dem 30. September 2016 abgeschlossen wurden, können Verbraucher grundsätzlich einfach per E-Mail kündigen. Ausnahmen sind zum Beispiel Arbeits- und Mietverträge.
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Wer Verträge über die Jahre einfach laufen lässt, verschenkt wahrscheinlich viel Geld. Denn während sich die Unternehmen große Mühe geben, Neukunden mit Sonderangeboten anzulocken, bleiben die Konditionen für Stammkunden meist unverändert. Wollen Sie von Rabatten und gesunkenen Preisen profitieren, sollten Sie Ihre Verträge durchsehen und gegebenenfalls kündigen. Viele Unternehmen melden sich dann von selbst und bieten einen besseren Tarif an. Und wenn nicht, wechseln Sie eben zu einem günstigeren Anbieter.

Allerdings machen es die Unternehmen den Kunden nicht immer leicht mit der Kündigung. Oft ist die Angabe, wohin das entsprechende Schreiben geschickt werden soll, schwer zu finden. Und manchmal behaupten die Anbieter am Ende sogar, die Kündigung sei nie angekommen.

Tipp

Per Mail kündigen

Viele Verträge, die Sie nach dem 30. September 2016 abgeschlossen haben, können Sie ganz einfach selbst per E-Mail kündigen. Durch eine Gesetzesänderung dürfen Anbieter für Kündigungen nicht mehr Brief oder Fax verlangen. Das gilt aber nicht für alle Verträge, beispielsweise nicht für Arbeits- und Mietverträge.

Eine Lösung sind Kündigungsdienstleister im Internet. Damit werden Sie unliebsame Verträge mit wenigen Mausklicks los. Sie müssen Ihre Kündigung nicht mehr selbst formulieren, sondern greifen auf automatisch erstellte Schreiben zurück. Die Dienstleister können Ihnen auch den Gang zur Post oder den Faxversand ersparen und die Kündigung direkt für Sie verschicken. Sie erhalten einen Beweis, dass die Kündigung zugestellt worden ist. Darüber hinaus bieten manche Dienste eine Erinnerungsfunktion an, mit der Sie keine Kündigung mehr versäumen sollen. 

Wir haben sieben Kündigungsdienste unter die Lupe genommen und die allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) und Datenschutzbestimmungen juristisch geprüft. Außerdem haben wir die Unternehmen unter anderem zu Umfang und Aktualität ihrer Anbieter-Datenbank befragt.

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Datenschutz geht vor

Auf den Portalen müssen Sie sensible Daten wie Namen und Adresse eingeben. Anders geht es nicht, denn die Dienstleister könnten sonst nicht in Ihrem Namen kündigen. Andere Dienste – zum Beispiel Gewinnspiele – sind in der Vergangenheit negativ aufgefallen, weil sie sensible Datensätze weiterverkauft haben.

Der Schutz Ihrer Daten vor Weitergabe zu Werbezwecken ist ein wichtiges Kriterium. Deshalb haben unsere Rechtsexperten die AGB der Kündigungsdienste geprüft. Wir empfehlen keinen Kündigungsdienst, in dessen AGB eindeutige Angaben zum Datenschutz fehlen. Unsere juristische Prüfung bestanden haben Aboalarm, Contractix, kündigen.de und Volders. Unter diesen vier Anbietern haben sich zwei Empfehlungen herauskristallisiert.

Der beste Kündigungsdienst ist Aboalarm

Aboalarm ist seit 2009 tätig und hat damit von allen verglichenen Plattformen die meiste Erfahrung. Nach eigenen Angaben enthält die Datenbank 16.500 Unternehmen und umfasst damit mehr Einträge als die meisten anderen untersuchten Kündigungsdienste. Nur Contractix listet noch mehr Firmen auf. Aboalarm erklärte auf Finanztip-Anfrage, eine Redaktion prüfe die Daten regelmäßig auf Richtigkeit.

Kündigungswillige können Aboalarm schnell und unkompliziert nutzen; eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Wenn der Nutzer seine Kündigung von Aboalarm versenden lässt, wird sie per Fax oder Brief übermittelt – je nachdem, was der angeschriebene Anbieter fordert. Das Versandprotokoll lässt sich als PDF-Datei herunterladen. Damit können Sie beweisen, dass die Kündigung zugestellt wurde, falls das gekündigte Unternehmen dies abstreitet.

Für Versand und Protokoll berechnet Aboalarm nur 99 Cent, sofern Sie eine der Apps dafür verwenden. Die Programme sind für alle gängigen Systeme erhältlich: Android, iOS, Windows und Amazon Kindle Fire. Wer über die Website kündigt, muss je nach Zahlungsmethode tiefer in die Tasche greifen und bezahlt 2,49 Euro (PayPal, Kreditkarte, Amazon) oder 3,49 Euro (Lastschrift, Handyrechnung).

Aboalarm
Kündigungsdienst

  • kostenlose Kündigungsvorlagen
  • keine Registrierung nötig
  • Erinnerung an Kündigung
  • hoher Datenschutz laut AGB
  • Fax/Brief-Versand gegen Gebühr

Volders ermöglicht kostenlosen Fax-Versand

Volders ist 2014 mit dem Namen Vertragslotse gestartet und damit der jüngste Anbieter im Vergleich. Das Start-up ist der einzige unter den betrachteten Dienstleistern, der Kündigungen per Fax kostenlos versendet. Ohne Registrierung ist das jedoch nicht möglich; mit Versand der Kündigung wird automatisch ein Nutzerkonto erstellt. Alternativ versendet Volders Kündigungsschreiben gegen Gebühr per einfachem Brief (2,50 Euro) oder per Einschreiben (5 Euro). Wenn Sie ein kostenloses Fax versenden wollen, achten Sie darauf, dass nicht der Briefversand eingestellt ist, bevor Sie auf absenden klicken.

Nutzer erhalten in jedem Fall eine kostenlose Versandbestätigung. Wurde als Versandmethode Fax gewählt, steht dem Nutzer anschließend das Sendeprotokoll als Nachweis in seinem Account zum Download zur Verfügung. Im Fall eines Briefs oder Einschreibens informiert Volders den Nutzer per E-Mail über den Versand der Kündigung. Bei einem Einschreiben enthält diese E-Mail zusätzlich die Sendungsnummer zur Nachverfolgung bei der Deutschen Post. Kosten in Höhe von 2,50 Euro werden fällig, falls der Nutzer das Sendeprotokoll zusätzlich per Post erhalten möchte.  

Der Umfang der Datenbank ist mit 13.000 Einträgen sehr ordentlich, reicht aber nicht ganz an Aboalarm heran. Eine App gibt es für iOS, nicht jedoch für Android und Windows. Die Volders-Website sieht aber auf fast allen mobilen Geräten gut aus und steht der App in nichts nach. Neben der reinen Kündigungsfunktion bietet Volders eine umfangreiche Vertragsverwaltung an.

Volders
Kündigungsdienst

  • kostenlose Kündigungsvorlagen
  • Fax-Versand kostenlos
  • Erinnerung an Kündigung
  • hoher Datenschutz laut AGB
  • Versand per Brief gegen Gebühr
  • Registrierung erforderlich

So haben wir verglichen

Vergleich Kündigungsdienste 2016
Anfang 2016 haben wir auf Google nach „Vertrag online kündigen“ gesucht und die Ergebnisse bis einschließlich der zehnten Seite geprüft. In den Vergleich einbezogen haben wir sieben Dienstleister, die das Erstellen und direkte Verschicken von Kündigungen anbieten: Aboalarm, abo-manager.de, Contractix, kundabo.de, kündigen.de, vertragsmanager24.de und Volders. Reine Anbieter von Musterschreiben blieben außen vor.

Die Websites der gefundenen Kündigungsdienste haben wir untersucht und die Eckdaten des Angebots erfasst. Anschließend haben wir die Unternehmen angeschrieben und ergänzende Fragen gestellt. Wer auf mehrmalige schriftliche und telefonische Anfragen nicht antwortete, wurde ausgeschlossen.

Außerdem haben wir die AGB und Datenschutzerklärungen der Firmen juristisch geprüft. In die Endauswahl kamen vier Anbieter: Aboalarm, Contractix, kündigen.de und Volders. Für die Wahl der Empfehlungen Aboalarm und Volders waren ausschlaggebend: der Umfang der Datenbank, angebotene Apps, Preise, Zahlungsmethoden und Preistransparenz.

Preistransparenz bedeutet: Wie schnell erkennen die Nutzer, dass und wie viel sie für den Kündigungsdienst zahlen müssen? Ideal wäre es, wenn gleich auf der Startseite des Angebots auf die Preise hingewiesen würde. Als geeignet bewerten wir auch einen eigenen Punkt in der Navigation mit der Bezeichnung „Preise“. Falls die Konditionen gut sichtbar auf der Hilfe-Seite stehen, wie es bei Aboalarm und Volders der Fall ist, sehen wir das als akzeptable Preistransparenz an. Sofern wir die Preise in angemessener Zeit überhaupt nicht finden konnten, beurteilen wir die Preistransparenz als unzureichend.

Kündigungsdienste im Vergleich

Aboalarm Contractix kündigen.de Volders
Gründung, Firmensitz 2008, München 2011, Berlin 2012, Amsterdam 2014, Berlin
Anzahl Anbieter (Vorjahr) 16.500 (16.500) 18.000 (20.000) 900 (500) 13.000 (11.500)
Aktualisierung täglich „laufend“, mindestens einmal im Monat „durchgängig“ wöchentlich
ohne Registrierung nutzbar ja ja ja nein
Preise 0,99 € (via App); 2,49 € oder 3,49 € (Website) 2,89 € (Fax), 3,49 € (Brief), 4,89 € (Einschreiben) 2,99 € kostenlos (Fax), 2,50 € (Brief), 5 € (Einschreiben)
Preistransparenz befriedigend unzureichend unzureichend befriedigend
Zahlungsmethoden Paypal, Amazon, Kreditkarte, Lastschrift, Handyrechnung, In-App-Kauf Kreditkarte, Paypal, Lastschrift Paypal, Sofortüberweisung, Kreditkarte, Giropay Lastschrift, Rechnung, Kreditkarte
Erinnerungsfunktion ja ja nein ja
mobile Nutzung Apps für Android, iOS, Windows, Amazon; mobile Website mobile Website mobile Website App für iOS, mobile Website
Datenschutz laut AGB sehr gut befriedigend sehr gut gut

Quelle: Finanztip-Recherche, Unternehmensangaben (Stand: 10. Februar 2016)

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Daniel Pöhler

Finanztip-Experte für Mobilität & Digitales

Daniel Pöhler arbeitet hauptsächlich am Finanztip-Newsletter. Seine Schwerpunkte sind Mobilität und digitale Themen. Wie die Telekommunikations-Branche tickt, hat er durch seine Arbeit bei der Fachzeitung Telecom Handel gelernt. Daniel ist Diplom-Kaufmann und lernte das journalistische Handwerk unter anderem an der Akademie der Bayerischen Presse.

Dr. Britta Beate Schön

Finanztip-Expertin für Recht

Britta Beate Schön ist bei Finanztip für sämtliche Rechtsthemen zuständig. Die promovierte Juristin und Rechtsanwältin war als Leiterin der Rechtsabteilung bei Finanzdienstleistern wie der Telis Finanz AG und der Interhyp tätig. Vorher lehrte und forschte sie in Japan als DAAD-Junior-Professorin für deutsches und Europarecht. Ihr Studium absolvierte sie in Münster, Genf, Regensburg und Leipzig. Die Autorin erreichen Sie unter britta.schoen@finanztip.de.