Kündigungsdienste

Richtig kündigen: So kommst Du schnell aus teuren Verträgen

Arne Düsterhöft
Experte für Telekommunikation
18. März 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Neuere Verträge kannst Du schnell und einfach selbst kündigen. Das geht per E-Mail, Brief oder Fax. Auf einen Kündigungsdienst kannst Du meist verzichten.
  • Die Kündigung sollte Deine wichtigsten Daten enthalten. Achte darauf, dass Du eine schriftliche Bestätigung für Deine Kündigung bekommst. 
So gehst Du vor
  • Kündigst Du per E-Mail, solltest Du die E-Mailadresse nutzen, die Dein Anbieter bereits von Dir kennt. Die automatische Empfangsbestätigung ist bereits ein erster Nachweis für die Kündigung. 
  • Beim Kündigen hat das altmodische Faxgerät immer noch eine echte Daseinsberechtigung, da das automatische Sendeprotokoll auch als Nachweis ausreicht. Beim Brief gehst Du mit einem Einwurfeinschreiben auf Nummer sicher. 
  • Den genauen Text für die Kündigung findest Du in unserem Musterschreiben.

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Wer seine Verträge nicht ab und zu prüft, lässt so manchen Rabatt ungenutzt verstreichen. Denn während sich viele Unternehmen große Mühe geben, Neukunden mit Sonderaktionen anzulocken, gehen die Stammkunden meist leer aus. Möchtest Du Dir einen besseren Preis sichern, oder bist unzufrieden mit Deinem Anbieter, kannst Du die meisten Verträge sehr einfach selbst kündigen. Wenn es schnell gehen muss, kann ein Kündigungsdienst helfen. Er kostet aber auch verhältnismäßig viel. 

Wie kannst Du am besten selbst kündigen?

Finanztip ist überzeugt, dass jeder seine Finanzen selbst in die Hand nehmen kann. Und dafür ist das Kündigen von Verträgen ein sehr gutes Beispiel. Egal ob Zeitungsabo, Stromvertrag oder Deine Mitgliedschaft im Fitnessstudio, neuere Verträge kannst Du einfach per E-Mail kündigen. Seit Oktober 2016 müssen die Anbieter eine Kündigung per E-Mail grundsätzlich akzeptieren. Ausgenommen davon sind beispielsweise Arbeits- und Mietverträge. Ansonsten stehen Dir natürlich auch Brief und Fax zur Auswahl. Kündigungsdienste schicken oft auch nur eine E-Mail in Deinem Namen an das Unternehmen, verlangen dafür aber gut und gerne 5 Euro von Dir. 

So sollte Deine Kündigung aussehen 

Lass Dich nicht verunsichern, falls Du nicht genau weißt, wie das Kündigungsschreiben aussehen muss. In der Regel reicht ein formloses Schreiben mit den wichtigsten Randdaten aus: Name, Adresse, Datum und Deine Vertragsnummer sollte das Schreiben schon enthalten, damit sich der Anbieter später nicht herausreden kann. Kündigst Du per E-Mail, kannst Du auf eine Unterschrift verzichten.

Für den konkreten Text der Kündigung stellen wir Dir auch gern unser Musterschreiben zur Verfügung.

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Du brauchst eine schriftliche Bestätigung, dass Du gekündigt hast

Achte unbedingt darauf, dass Dir Dein Vertragspartner schriftlich bestätigt, dass er die Kündigung erhalten hat. Wenn Du zum Beispiel Deinen Internetvertrag per E-Mail kündigst, bekommst Du in der Regel wenige Minuten später eine automatische Empfangsbestätigung. Diese ist bereits ein erster Nachweis, dass der Anbieter Deine Kündigungs erhalten hat.

Am besten schreibst Du die Kündigung übrigens von einer E-Mailadresse, die der Anbieter schon von Dir kennt. Sonst kann er am Ende behaupten, er habe geglaubt, dass jemand anderes versucht hätte, Deinen Vertrag zu kündigen. Kündigst Du per Brief, hast Du mit dem Einwurfeinschreiben einen sicheren, wenn auch langsamen Kündigungsweg. 

Beim Kündigen hat das altmodische Faxgerät immer noch eine echte Daseinsberechtigung. Denn auch das automatische Sendeprotokoll reicht als Nachweis der Kündigung aus. Daher ist das Fax bei Kündigungsdiensten sehr beliebt. Um ein Fax zu versenden, brauchst Du heutzutage kein eigenes Faxgerät mehr. Wenn Du zum Beispiel auf der Internetseite Deiner Haft­pflicht­ver­si­che­rung noch eine Faxnummer findest, kannst Du ihr die Kündigung per Fax auch online zuschicken. Das geht zum Beispiel über Simple-fax.de, Alltofax.de oder PDF24.

Übrigens: Der Zeitpunkt, an dem der Anbieter Deine Kündigung erhalten hat, gilt als Stichtag, an dem Du gekündigt hast. Das spielt immer dann eine Rolle, wenn das Ende der Kündigungsfrist kurz bevorsteht.

Wann ist ein Kündigungsdienst nützlich?

Um es noch einmal klar vorweg zu nehmen: Finanztip empfiehlt grundsätzlich keine Kündigungsdienste. Dafür ist der Mehrwert, den Dir ihr Service bietet, zu gering. Doch wenn es schnell gehen muss, kann ein Kündigungsdienst ein wenig helfen. 

Bei einem guten Kündigungsdienst kannst Du die Adressen der geläufigsten Unternehmen einsehen und musst sie nicht selbst heraussuchen. Die Datenbank von Aboalarm zum Beispiel enthält über 25.000 Adressen und Telefonnummern von Versicherern wie der Huk-Coburg, über PayTV-Anbieter wie Sky bis hin zu kleinen Handymarken wie Easytel.

Einige Dienstleister bieten Dir auch an, Deine Vertragsdaten bei ihnen einzugeben und Dir das Kündigungsschreiben kostenlos per PDF zur Verfügung zu stellen. Außerdem können Kündigungsdienste von Vorteil sein, wenn das Ende der Kündigungsfrist kurz bevorsteht, oder Du schon vermutest, dass Dir der Anbieter Ärger mit der Kündigung machen könnte. Denn einige Kündigungsdienste garantieren Dir, dass die Kündigung rechtzeitig beim Adressaten ankommt.

Die wichtigsten Kündigungsdienste in der Übersicht 

AnbieterPreise1Besonderheit
Aboalarm

E-Mail 3,99 €

Einschreiben 8,99 €

Verträge verwalten

kostenloses PDF

Volders

Fax / E-Mail 5,99 €

Einschreiben 9,99 €

Verträge verwalten
SmartkündigenkostenlosVerträge verwalten
Kündigen.de

Fax / E-Mail 4,99 €

Einschreiben 6,99 €

kostenloses PDF
Kuendigung.org

Fax 3,79 €

Brief 4,99 €

Einschreiben 7,99 €

kostenloses PDF

1Beispielhafte Preise auf der Internetseite des Kündigungsdienstes: In der Anbieter-App und je nach Vertragspartner können die Preise abweichen. 

Quelle: Anbieterseiten (Stand: 26. Februar 2021)

Wir haben uns sieben Kündigungsdienste näher angeschaut. Leider wiesen zwei veraltete Informationen auf, weswegen wir sie nicht in unsere Übersicht aufgenommen haben. 

Wann ein Kündigungsdienst hinderlich ist

In der Vergangenheit kam es durchaus vor, dass Unternehmen Kündigungen über einen Dienstleister abgelehnt haben. Denn viele Kündigungsdienste gehen eher nachlässig mit der Art und Weise Deiner Unterschrift bei der Kündigung um. 

Viele Kündigungsdienste speichern Deine E-Mailadresse und Deine Handynummer. Deinen Namen und Deine Adresse bekommen sie bereits durch das Kündigungsschreiben. Und in Bezug auf den Datenschutz konnten viele Kündigungsdienste in der Vergangenheit nicht immer glänzen. 

Ein Kündigungsdienst als Vertragsassistent: Volders beispielsweise versteht sich eher als umfassender Vertragsassistent denn als Kündigungsdienst. Am liebsten wäre es Volders, wenn Du Deine Verträge über das Unternehmen verwaltest und sie Dir kurz vor Vertragsende neue Verträge empfehlen dürfen. Dabei kassiert Volders eine Provision für Neukunden. Wie diese Empfehlungen zustande kommen, ist leider nur schwer nachzuvollziehen.

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