Kündigungsdienste im Vergleich

So werden Sie Verträge mit wenigen Mausklicks los

Das Wichtigste in Kürze

  • Es lohnt sich meist, Verträge zu kündigen. Oft gibt es bessere Angebote, sodass sich ein Wechsel auszahlt. Manchmal meldet sich auch der bisherige Anbieter nach einer Kündigung und bietet bessere Konditionen an.
  • Mit Dienstleistern im Internet können Sie passende Kündigungsschreiben in wenigen Minuten erstellen und durch den Dienst sofort an die richtige Adresse schicken lassen.
  • 2016 haben wir Kündigungsdienste verglichen: Damals haben Aboalarm und Volders überzeugt.
  • Die Konditionen unserer Empfehlungen haben wir 2018 erneut überprüft: Für den Versand per Fax oder Brief berechnet Aboalarm rund 2 Euro bis 5 Euro. Bei Volders ist der E-Mail- und Fax-Versand kostenlos.
  • Verträge, die nach dem 30. September 2016 abgeschlossen wurden, können Sie grundsätzlich per E-Mail kündigen. Ausnahmen sind zum Beispiel Arbeits- und Mietverträge.
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Wer Verträge über die Jahre einfach laufen lässt, verschenkt wahrscheinlich viel Geld. Denn während sich die Unternehmen große Mühe geben, Neukunden mit Sonderangeboten anzulocken, bleiben die Konditionen für Stammkunden meist unverändert. Wollen Sie von Rabatten und gesunkenen Preisen profitieren, sollten Sie Ihre Verträge durchsehen und gegebenenfalls kündigen. Viele Unternehmen melden sich dann von selbst und bieten einen besseren Tarif an. Und wenn nicht, wechseln Sie eben zu einem günstigeren Anbieter.

Wie kündigen Sie am besten?

Unternehmen machen es ihren Kunden nicht immer leicht mit der Kündigung. Oft ist die Angabe, wohin Sie das entsprechende Schreiben schicken müssen, schwer zu finden. Und manchmal behaupten die Anbieter am Ende sogar, die Kündigung sei nie angekommen.

Eine Lösung sind Kündigungsdienstleister im Internet. Damit werden Sie unliebsame Verträge mit wenigen Mausklicks los. Sie müssen Ihre Kündigung nicht mehr selbst formulieren, sondern greifen auf automatisch erstellte Schreiben zurück.

Die Dienstleister können Ihnen auch den Gang zur Post oder den Faxversand ersparen und die Kündigung direkt für Sie verschicken. Sie erhalten einen Beweis, dass die Kündigung zugestellt worden ist. Darüber hinaus bieten manche Dienste eine Erinnerungsfunktion an, mit der Sie keine Kündigung mehr versäumen sollen.

Tipp: Viele Verträge, die Sie nach dem 30. September 2016 abgeschlossen haben, können Sie ganz einfach selbst per E-Mail kündigen. Durch eine Gesetzesänderung dürfen Anbieter für Kündigungen nicht mehr Brief oder Fax verlangen. Das gilt aber nicht für alle Verträge, beispielsweise nicht für Arbeits- und Mietverträge.

Welche Kündigungsdienste können helfen?

2016 haben wir sieben Kündigungsdienste unter die Lupe genommen und die allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) und Datenschutzbestimmungen juristisch geprüft. Außerdem haben wir die Unternehmen unter anderem zu Umfang und Aktualität ihrer Anbieter-Datenbank befragt.

Datenschutz geht vor

Auf den Portalen müssen Sie sensible Daten wie Namen und Adresse eingeben. Anders geht es nicht, denn die Dienstleister könnten sonst nicht in Ihrem Namen kündigen. Andere Dienste – zum Beispiel Gewinnspiele – sind in der Vergangenheit negativ aufgefallen, weil sie sensible Datensätze weiterverkauft haben.

Der Schutz Ihrer Daten vor Weitergabe zu Werbezwecken ist ein wichtiges Kriterium. Deshalb haben unsere Rechtsexperten die AGB der Kündigungsdienste geprüft. Wir empfehlen keinen Kündigungsdienst, in dessen AGB eindeutige Angaben zum Datenschutz fehlen. Unsere juristische Prüfung bestanden haben Aboalarm, Contractix, kündigen.de und Volders. Unter diesen vier Anbietern haben sich zwei Empfehlungen herauskristallisiert.

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Aboalarm - der gradlinige Kündigungsdienst

Aboalarm ist seit 2009 tätig und hat damit von allen verglichenen Plattformen die meiste Erfahrung. Nach eigenen Angaben enthält die Datenbank über 25.000 Unternehmen. Aboalarm erklärte auf Finanztip-Anfrage, eine Redaktion prüfe die Daten regelmäßig auf Richtigkeit.

Kündigungswillige können Aboalarm schnell und unkompliziert nutzen; eine langwierige Anmeldung ist nicht erforderlich. Wenn Sie Ihre Kündigung von Aboalarm versenden lassen, wird sie per Brief, Fax oder E-Mail übermittelt – je nachdem, was der angeschriebene Anbieter fordert. Das Versandprotokoll lässt sich als PDF-Datei herunterladen. Damit können Sie beweisen, dass die Kündigung zugestellt wurde, falls das gekündigte Unternehmen dies abstreitet.

Für Versand und Protokoll berechnet Aboalarm nur 1,99 Euro, sofern Sie eine der Apps dafür verwenden. Sie gibt es für Android und iOS. Wer über die Website kündigt, muss tiefer in die Tasche greifen und bezahlt je nach Anbieter zwischen 3,99 Euro und 4,99 Euro.

Aboalarm
Kündigungsdienst

  • kostenlose Kündigungsvorlagen
  • keine gesonderte Registrierung nötig
  • Erinnerung an Kündigung
  • hoher Datenschutz laut AGB
  • E-Mail/Fax/Brief-Versand gegen Gebühr

Volders wandelt sich vom Kündigungsdienst zum Vertragsverwalter

Volders ist 2014 unter dem Namen Vertragslotse gestartet und war damit der jüngste Anbieter in unserem Vergleich 2016. Das Unternehmen versendet Kündigungen per Fax und E-Mail auch kostenlos. Dazu müssen Sie sich jedoch auch für die Assistenzfunktion von Volders registrieren. Ansonsten verschickt Volders Kündigungsschreiben gegen Gebühr per einfachem Brief (2,50 Euro) oder per Einschreiben (5 Euro).

Als Nutzer erhalten Sie in jedem Fall eine kostenlose Versandbestätigung. Bei einem Einschreiben enthält diese E-Mail zusätzlich die Sendungsnummer zur Nachverfolgung bei der Deutschen Post. Weitere Kosten in Höhe von 2,50 Euro fallen an, falls Sie das Sendeprotokoll zusätzlich per Post erhalten möchte. Für zusätzliche 2,50 Euro kümmert sich Volders um eine Expressbestätigung.

Der Umfang der Datenbank ist mit 23.000 Einträgen sehr groß. Eine App gibt es für iOS und Android. Die Volders-Website sieht aber auf fast allen mobilen Geräten gut aus und steht der App in nichts nach.

Seit unserem Test 2016 hat sich Volders vom reinen Kündigungsdienst zum umfassenden „Vertragsassistenten“ entwickelt. Verbraucher finden dort inzwischen eine digitale Plattform, um ihre Verträge zu verwalten: von Strom über Handy bis hin zur Versicherung.

Nähert sich die Vertragslaufzeit dem Ende, überprüft das Unternehmen den Vertrag und empfiehlt dem Kunden gegebenenfalls zu wechseln. Dabei finanziert es sich über eine Provision der Unternehmen für Neukunden. Volders lässt sich allerdings auch weiterhin als einfacher Kündigungsdienst nutzen.

Volders
Kündigungsdienst

  • kostenlose Kündigungsvorlagen
  • E-Mail und Fax-Versand kostenlos
  • Erinnerung an Kündigung
  • hoher Datenschutz laut AGB
  • Versand per Brief gegen Gebühr
  • Registrierung erforderlich

So haben wir verglichen

Vergleich Kündigungsdienste 2016
Anfang 2016 haben wir auf Google nach „Vertrag online kündigen“ gesucht und die Ergebnisse bis einschließlich der zehnten Seite geprüft. In den Vergleich einbezogen haben wir sieben Dienstleister, die das Erstellen und direkte Verschicken von Kündigungen anbieten: Aboalarm, abo-manager.de, Contractix, kundabo.de, kündigen.de, vertragsmanager24.de und Volders. Reine Anbieter von Musterschreiben blieben außen vor.

Die Websites der gefundenen Kündigungsdienste haben wir untersucht und die Eckdaten des Angebots erfasst. Anschließend haben wir die Unternehmen angeschrieben und ergänzende Fragen gestellt. Wer auf mehrmalige schriftliche und telefonische Anfragen nicht antwortete, wurde ausgeschlossen.

Außerdem haben wir die AGB und Datenschutzerklärungen der Firmen juristisch geprüft. In die Endauswahl kamen vier Anbieter: Aboalarm, Contractix, kündigen.de und Volders. Für die Wahl der Empfehlungen Aboalarm und Volders waren ausschlaggebend: der Umfang der Datenbank, angebotene Apps, Preise, Zahlungsmethoden und Preistransparenz.

Preistransparenz bedeutet: Wie schnell erkennen die Nutzer, dass und wie viel sie für den Kündigungsdienst zahlen müssen? Ideal wäre es, wenn gleich auf der Startseite des Angebots auf die Preise hingewiesen würde. Als geeignet bewerteten wir auch einen eigenen Punkt in der Navigation mit der Bezeichnung „Preise“. Falls die Konditionen gut sichtbar auf der Hilfe-Seite stehen, wie es bei Aboalarm und Volders der Fall ist, sahen wir das als akzeptable Preistransparenz an. Sofern wir die Preise in angemessener Zeit überhaupt nicht finden konnten, beurteilen wir die Preistransparenz als unzureichend.

Kündigungsdienste im Vergleich

Aboalarm Contractix kündigen.de Volders
Gründung, Firmensitz 2008, München 2011, Berlin 2012, Amsterdam 2014, Berlin
Anzahl Anbieter (Vorjahr) 16.500 (16.500) 18.000 (20.000) 900 (500) 13.000 (11.500)
Aktualisierung täglich „laufend“, mindestens einmal im Monat „durchgängig“ wöchentlich
ohne Registrierung nutzbar ja ja ja nein
Preise 0,99 € (via App); 2,49 € oder 3,49 € (Website) 2,89 € (Fax), 3,49 € (Brief), 4,89 € (Einschreiben) 2,99 € kostenlos (Fax), 2,50 € (Brief), 5 € (Einschreiben)
Preistransparenz befriedigend unzureichend unzureichend befriedigend
Zahlungsmethoden Paypal, Amazon, Kreditkarte, Lastschrift, Handyrechnung, In-App-Kauf Kreditkarte, Paypal, Lastschrift Paypal, Sofortüberweisung, Kreditkarte, Giropay Lastschrift, Rechnung, Kreditkarte
Erinnerungsfunktion ja ja nein ja
mobile Nutzung Apps für Android, iOS, Windows, Amazon; mobile Website mobile Website mobile Website App für iOS, mobile Website
Datenschutz laut AGB sehr gut befriedigend sehr gut gut

Quelle: Finanztip-Recherche, Unternehmensangaben (Stand: 10. Februar 2016)

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Daniel Pöhler

Finanztip-Redakteur

Daniel Pöhler arbeitet hauptsächlich am Finanztip-Newsletter. Seine Schwerpunkte sind Mobilität und digitale Themen. Wie die Telekommunikations-Branche tickt, hat er durch seine Arbeit bei der Fachzeitung Telecom Handel gelernt. Daniel ist Diplom-Kaufmann und lernte das journalistische Handwerk unter anderem an der Akademie der Bayerischen Presse.

Finanztip-Redaktion

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Die Finanztip-Redaktion besteht aus einem Team von Experten, die völlig unabhängig für Sie recherchieren, damit Sie die beste Entscheidung treffen können. Die Experten arbeiten in den Teams Bank & Geldanlage, Versicherung & Vorsorge, Recht & Steuern sowie Energie/Reise/ Mobilität & Medien. Bei der Wahl der Zeitschrift „Wirtschaftsjournalist“ zur Wirtschaftsredaktion des Jahres belegte die Redaktion 2015 den zweiten Platz.