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Cyberversicherungen versprechen, Risiken und damit einhergehende finanzielle Verluste durch die Internetnutzung abzusichern. Die Gefahr, Opfer von Cyberkriminalität zu werden, beispielsweise durch leergeräumte Konten, Lösegelderpressungen mit kompromittierenden Fotos oder gestohlene Kundendaten, wird für Unternehmen und Privatpersonen immer größer. Deshalb wächst auch das Angebot an Versicherungen, die diese Risiken abdecken.
Als Privatperson benötigst Du die Absicherung eher nicht. Das Risiko sehr hoher Schäden kannst Du anderweitig einschränken. Für Unternehmen und Selbstständige ist eine Cyberversicherung in vielen Fällen allerdings empfehlenswert.
Für Privatpersonen sind die potenziellen Gefahren aus dem Internet und die dadurch entstehenden Schäden wesentlich geringer als für Unternehmen. Wichtiger ist zunächst das eigene, umsichtige Verhalten. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat einfach verständliche Broschüren für den sicheren Umgang mit dem Internet für Smartphones und Computer zusammengestellt. Diese stehen als PDF zum Download als auch vielfach kostenfrei als Printversion zur Verfügung.
Zudem kannst Du als Privatperson verschiedene Cyberrisiken mithilfe gängiger Versicherungen abdecken. Vielleicht bist Du also schon abgesichert. Im Arbeitskontext ist Dein Arbeitgeber für Cybergefahren verantwortlich. Auch wenn Du im Homeoffice arbeitest, solltest Du über den Arbeitgeber abgesichert sein.
Als Privatperson bist Du zum Beispiel über Deine Privathaftpflichtversicherung gegen einen Schaden versichert, der entsteht, wenn Du unabsichtlich einen Virus an einen anderen Computer weiterleitest. Auch unsere aktuellen Empfehlungen decken solche Schäden ab:
Gegen Diebstahl Deiner Daten kannst Du Dich mit dem Abschluss einer Hausratversicherung schützen. In vielen Tarifen werden Schäden durch Identitätsdiebstahl, den Diebstahl persönlicher Daten durch Phishing oder ein leer geräumtes Konto abgesichert. Nicht alle Tarife bieten aber diese Leistungen an, Du musst also prüfen, ob sie enthalten sind. Viele der in unserem Test von Vergleichsportalen für Hausratversicherungen von uns betrachteten Tarife bieten diese Leistungen. Versichert sind jeweils 1.000 Euro bis 5.000 Euro.
Wenn wegen Deiner Internetnutzung ein Rechtsstreit entsteht, übernimmt die Kosten dafür eine private Rechtsschutzversicherung. Bist Du vielleicht schon Opfer von Betrügern geworden und Dein Konto wurde leergeräumt? Eine der häufigsten Formen des Online-Betrugs ist das Phishing. Wenn Du eine Rechtsschutzversicherung hast, stehen die Chancen gut, dass Du mit anwaltlicher Unterstützung Dein Geld von Banken zurückbekommen kannst. Wir haben auch entsprechende Anwälte getestet, die Dir dabei helfen können. Mehr Infos dazu findest Du in unserem Ratgeber zu Phishing.
Die Leistungen im Zusammenhang mit der Internetnutzung werden bei mehreren Anbietern immer umfangreicher. Mehr zu diesem Thema und unserem aktuellen Test erfährst Du in unserem Ratgeber zu Rechtsschutzversicherungen.
Sobald Informationstechnologie ein wichtiger Teil des Geschäftsprozesses Deines Unternehmens ist, solltest Du über eine Cyberversicherung nachdenken. So können zum Beispiel Angriffe auf die IT von Hotels oder Supermärkten die Kassensysteme lahmlegen und zu langen Betriebsunterbrechungen führen. Auch der Diebstahl von Kundendaten kann zu einem großen Problem werden. Im schlimmsten Fall ist das existenzbedrohend.
Unternehmen und Selbstständige haben ein erhöhtes Risiko, Opfer von Cyberkriminalität zu werden. In den letzten Jahren haben die Angriffe stark zugenommen. Deutsche Unternehmen sind laut Digitalverband Bitkom ein häufiges Ziel von Cyberkriminalität. Im Jahr 2025 seien mindestens 202 Milliarden Euro Schaden entstanden. Nicht nur große Konzerne oder Internetfirmen, auch kleine und mittelständische Unternehmen sind davon betroffen.
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Tarife für Privatpersonen beinhalten meist den Schutz vor dem Missbrauch persönlicher Daten im Internet, Datenrettung oder auch Unterstützung bei Cybermobbing. Die Versicherungssummen sind abhängig vom Tarif, aber in der Regel höher als in der Hausratversicherung. Für Privatpersonen ist diese Absicherung jedoch nicht nötig. Die Gefahren können günstiger minimiert werden, durch achtsames Verhalten und entsprechenden Virenschutz.
Für Unternehmen und Selbstständige gibt es eigene, gewerbliche Versicherungsangebote. Verschiedene Tarife mit optional wählbaren Bausteinen decken unterschiedliche Anforderungen ab und richten sich an Unternehmen unterschiedlicher Größe sowie an Freiberufler.
Zu den verschiedenen Leistungen, die Versicherer anbieten, gehören unter anderem:
Die jeweiligen Versicherungssummen berechnen sich neben den unterschiedlichen Leistungsbausteinen aus den individuellen Unternehmensmerkmalen. Hinzu kommt variabel dabei auch: Abgesichert werden können alle Mitarbeiter, aber auch freie Mitarbeiter, Subunternehmer und die Arbeit im Homeoffice – und das weltweit.
Da es sich bei der Cyberversicherung um eine reine Vermögensschadenversicherung handelt, sind Personen- und Sachschäden nicht mitversichert, wie sie beispielsweise durch Unfälle entstehen können. Diese sind etwa über die Kfz-Haftpflichtversicherung abgesichert oder über die Unfallversicherung.
Sachschäden wiederum sind direkte Beschädigungen oder Zerstörungen an materiellen Gütern. Wenn Du beispielsweise die Kamera einer anderen Person fallen lässt und diese kaputtgeht, ist dieser Sachschaden über Deine Haftpflichtversicherung abgedeckt. Diese springt auch ein, wenn die Kamera einem professionellen Fotografen gehörte, dem dadurch Aufträge und damit Einnahmen entgehen werden und daher zu den Vermögensschäden gezählt wird.
Ansprüche von versicherten Personen untereinander sind ebenfalls nicht mit abgedeckt, wie beispielsweise Ansprüche des Arbeitgebers gegenüber seinen Mitarbeitern. Auch Schäden durch Vorsatz, Krieg, Streik oder Terror sind nicht versicherbar.
Abhängig vom Anbieter, dem Leistungspaket und unter Umständen individuellen Faktoren wie Deinem Wohnort, bekommst Du private Tarife für etwa 60 Euro bis 90 Euro im Jahr.
Die Kosten für den Versicherungsschutz für Unternehmen und Selbstständige sind pauschal schwerer zu beziffern. Wir haben Beiträge ab etwa 20 Euro pro Monat gefunden.
Die Beiträge variieren jedoch, abhängig von vielen verschiedenen Faktoren wie zum Beispiel:
Über diese Faktoren bewerten die Versicherer unterschiedlich hohe Risiken. Die meisten Anbieter nennen Beiträge dementsprechend erst nach einer Beratung und der genauen Analyse der individuellen Risikofaktoren.
Die größte digitale Bedrohung für Unternehmen ist der Diebstahl von Geschäftsdaten. Ziel der Angriffe ist neben Geld auch die Schädigung des Unternehmens und Wirtschaftsspionage. Bei Privatpersonen haben es Kriminelle in der Regel auf Geld abgesehen.
Laut einer Studie des Digitalverbands Bitkom waren 2025 bereits 66 Prozent der befragten Unternehmen davon betroffen, 73 Prozent von digitaler Sabotage. Angriffe mit Schadsoftware nannten rund 31 Prozent der Unternehmen, darunter insbesondere Attacken mit sogenannter Ransomware.
Die Schadsoftware gelangt beispielsweise über E-Mail-Anhänge oder Downloads auf den Computer. Dort verschlüsselt oder sperrt sie Dateien, sodass Betroffene nicht mehr auf ihre Daten zugreifen können. Anschließend erhalten sie meist eine Nachricht mit einer Forderung – häufig nach der Zahlung eines Lösegelds. Erst wenn diese erfüllt wird, stellen die Täter unter Umständen den Entschlüsselungscode zur Verfügung.
Von Phishing waren 26 Prozent der Unternehmen betroffen. Hierbei handelt es sich um gefälschte E-Mails, in welchen Angreifer falsche Identitäten vortäuschen, um an sensible Daten wie Kontodaten oder Passwörter zu gelangen.
Weitere mögliche Gefahren sind DDoS Attacken (Distributed-Denial-of-Service): Angreifer überlasten durch gezielte Anfragen die Server, wodurch Internetseiten nicht mehr erreichbar sind.
Die Befragung für die Bitkom-Studie erfolgte im Sommer 2024 und darin erhoben wurden Vorfälle in den letzten zwölf Monaten.
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