Visa oder Mastercard

Die Wahl der Kreditkarte hängt von den Gebühren ab

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Kreditkarten von Visa und Mastercard funktionieren weitestgehend identisch. Im täglichen Gebrauch macht es kaum einen Unterschied, welche der beiden Karten Sie benutzen.
  • Für Verbraucher ist es viel wichtiger, zu welchen Konditionen die Kreditkarte angeboten wird. Die legt die jeweilige Bank fest. Die Kreditkartenunternehmen selbst geben keine Karten an Privatkunden aus.
  • Mit beiden Kreditkarten können Verbraucher weltweit bargeldlos zahlen, Geld abheben und im Internet einkaufen.
  • Mit den Karten können Verbraucher kontaktlos über die Funktechnik „Near Field Communication“ (NFC) bezahlen. Beim Online-Shopping können sich Kunden zusätzlich mit dem Sicherheitsverfahren „3D-Secure“ absichern.
  • Verliert ein Kunde seine Karte, muss er sie über die Notfall-Nummer 116 116 sperren lassen, egal ob Visa oder Mastercard. In vielen Fällen haftet der Inhaber nicht für den Missbrauch der Karte.

So gehen Sie vor

  • Überlegen Sie, welche Leistungen Ihnen wichtig sind und was Sie bereit sind, dafür zu zahlen.
  • Für die meisten Verbraucher empfehlen wir kostenlose Kreditkarten:

DKB (Visa), ING-Diba (Visa), Santander (Visa) und Barclaycard (Visa)

DKB (Visa)
Commerzbank (Mastercard und Visa)
Comdirect (Visa)
Wüstenrot Bank (Visa)
Payback (Visa)

  • Falls Sie sich für Gold- oder Platinkarten interessieren, sollten Sie prüfen, ob sich die ausgewählte Karte überhaupt für Sie lohnt. Das hängt davon ab, wie und wo Sie die Kreditkarte nutzen.

Die meisten Kreditkarten in Deutschland tragen das Logo der Anbieter Visa oder Mastercard. Ob beim Online-Shopping, um den nächsten Urlaub zu buchen oder im Ausland Geld abzuheben: Verbraucher kommen kaum um einen der beiden Platzhirsche herum. Doch macht es dabei eigentlich einen Unterschied, ob sie mit einer Kreditkarte von Visa bezahlen oder mit einer von Mastercard?

Die Frage ist schnell beantwortet: Visa und Mastercard bieten die gleichen Möglichkeiten und funktionieren auch technisch identisch.

Die Bank bestimmt die Kreditkarte

Die Unterschiede liegen in den Konditionen, zu denen Verbraucher die Kreditkarte nutzen können: Die Gebühren variieren teils erheblich. Allerdings legen die Banken diese Gebühren fest, unabhängig davon, ob der Kreditkartenanbieter Visa und Mastercard heißt. Auch bei den zusätzlichen Leistungen entscheidet die Bank.

Im Gegensatz zu Visa und Mastercard geben die Anbieter American Express und Diners Club auch selber Kreditkarten aus.

Es ist egal, ob Sie eine Kreditkarte von Mastercard oder Visa nehmen. Achten Sie stattdessen darauf, sich für die passende Kreditkarten-Sorte zu entscheiden:

  • Kostenlose Kreditkarte: Für eine Gratis-Kreditkarte müssen Sie keine Jahresgebühr zahlen. Bei guten Kreditkarten verlangen die Banken nur geringe Gebühren fürs Bezahlen oder Geldabheben. Zusatzleistungen wie Versicherungen oder Bonusprogramme sind in der Regel nicht enthalten.
  • Prepaid-Kreditkarte: Um mit einer Vorkasse-Karte zu zahlen oder Geld abzuheben, müssen Sie zuerst Guthaben auf das Kreditkartenkonto einzahlen. Die Karten sind häufig teuer, die Gebühren kompliziert. Daher sollten Sie nur auf eine Prepaid-Kreditkarte ausweichen, wenn Sie keine kostenlose „normale“ Variante bekommen – beispielsweise, wenn Sie eine schlechte Bewertung durch die Schufa haben oder noch ein Jugendlicher sind.
  • Gold- und Platinkarten: Diese Kreditkarten bieten die meisten Zusatzleistungen. Vom Versicherungsschutz, Rabattsysteme oder Zugang zu Flughafen-Lounges erhalten Sie einen Service über das bloße Bezahlen hinaus. Dafür verlangt die Bank jedoch hohe Gebühren. Prüfen Sie im Vorfeld genau, ob Sie die Zusatzleistungen wirklich benötigen.


Wo Sie mit Visa und Mastercard bezahlen können

Banken haben oft unterschiedliche Kreditkarten im Programm; einige bieten ihren Kunden sowohl Mastercard als auch Visa an. Bei manchen Banken erhalten Kunden sogar beide Kreditkarten gleichzeitig. Kreditkarten von unterschiedlichen Anbietern zu haben, lohnt sich in erster Linie für Reisen in exotische Gebiete. Nicht überall werden sowohl Mastercard als auch Visa akzeptiert.

Händler in 200 Ländern akzeptieren Visa und Mastercard. Visa hat ungefähr 40 Millionen Akzeptanzstellen fürs Bezahlen, Mastercard rund 36 Millionen. Das Abheben klappt bei etwa zwei Millionen Geldautomaten weltweit. Für Deutschland nennen die Unternehmen keine genauen Zahlen.

NFC-Logo auf Kreditkarten

Neue Technik zum schnellen Bezahlen an der Kasse
Mit neueren Karten von Visa und Mastercard können Kunden kontaktlos bezahlen – und zwar mittels der Nahfunktechnik Near Field Communication (NFC). Dabei halten Kunden die Kreditkarte an das Kassengerät. Da die Karte nicht ins Lesegerät gesteckt werden muss, ist das Bezahlen per NFC etwas schneller und bequemer. Bis zu einem Einkaufswert von 25 Euro (Mastercard) oder 50 Euro (Visa) müssen Kunden weder unterschreiben noch eine Pin eingeben. Ob Verbraucher kontaktlos bezahlen können, erkennen sie am Funksymbol (siehe Abbildung) auf der eigenen Karte und an der Kasse.

Abgesichert bei Verlust und Betrug

Geht die Kreditkarte verloren oder wurde sie gestohlen, muss der Kunde die Karte sperren. Am einfachsten geht das per Telefon über die Notfall-Nummer 116 116. Diese Nummer ist sowohl für Visa als auch für Mastercard gültig und im Inland kostenlos. Bis der Kartenbesitzer den Verlust gemeldet hat, haftet er für die finanziellen Verluste, maximal allerdings 50 Euro. Einige Banken verzichten ganz auf die Haftung des Kunden.

Auch Visa und Mastercard unterstützen Verbraucher in solchen Fällen. Die sogenannte „Zero Liability Protection“ garantiert dem Kunden, dass er bei einem Kreditkartenbetrug für den Verlust nicht aufkommen muss. Allerdings darf der Inhaber dafür nicht fahrlässig mit der Kreditkarte umgehen. Sollte Ihre Bank trotzdem von Ihnen verlangen, für einen entsprechenden Verlust selbst aufzukommen, weisen Sie sie auf die Vorgaben von Mastercard und Visa hin – die Bank darf sich nicht darüber hinwegsetzen.

Um für größere Sicherheit beim Einkaufen im Internet zu sorgen, setzen beide Kreditkartenunternehmen auf das „3D Secure“-Sicherheitsverfahren: Neben den Karteninformationen müssen Online-Shopper ein persönliches Kennwort eingeben. Um die zusätzliche Sicherheitsoption nutzen zu können, muss sich der Kreditkartenbesitzer im Vorfeld bei seiner Bank anmelden.

Mehr dazu im Ratgeber Kreditkarten

Josefine Lietzau
Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Kostenlose Kreditkarte als Basisausstattung

  • Bei Kreditkarten fallen oft hohe Kosten an.
  • Achten Sie auf Gebühren beim Abheben.
  • Auch das Bezahlen im Ausland ist oft teuer.
  • Einige Anbieter verlangen nur geringe Gebühren.

» Zum Ratgeber

Empfehlungen für kostenlose Kreditkarten

Als kostenlose Kreditkarten eignen sich besonders folgende Angebote:

Deutsche Kreditbank (DKB)
Kombination von Girokonto mit Visa-Karte

  • keine Jahresgebühr
  • monatliche Abrechnung
  • bessere Konditionen im ersten Jahr und ab 700 Euro Geldeingang im Monat (Aktivkunden)
  • kostenlos Bargeld abheben in der Eurozone (Aktivkunden: weltweit)
  • 1,75 Prozent Fremdwährungsgebühr beim Bezahlen und Abheben (Aktivkunden: keine Gebühr)
  • Bargeldabhebungen erst ab 50 Euro

ING-Diba
Kombination von Girokonto mit Visa-Karte

  • keine Jahresgebühr
  • kostenloses Abheben in der Eurozone
  • Deferred-Debit-Karte: Abbuchung erst nach drei Tagen
  • 1,75 Prozent Fremdwährungsgebühr beim Bezahlen und Abheben
  • Bargeldabhebungen erst ab 50 Euro

Santander
1-plus-Visa-Card

  • keine Jahresgebühr
  • weltweit kostenlos Bargeld abheben
  • weltweit kostenlos bezahlen
  • Bank bucht Schulden in Raten ab
  • Kunden müssen ganzen Betrag überweisen, um Zinsen zu vermeiden

Barclaycard
Visa

  • keine Jahresgebühr
  • weltweit kostenlos Bargeld abheben
  • weltweit kostenlos bezahlen
  • Bank bucht Schulden in Raten ab
  • Kunden müssen ganzen Betrag überweisen, um Zinsen zu vermeiden

Empfehlungen für Menschen mit schlechter Schufa und Jugendliche

Falls Minderjährige, Selbstständige und Menschen mit schlechter Schufa-Bewertung eine Kreditkarte brauchen, empfehlen wir folgende Angebote:

DKB
DKB Cash U18

  • ab Geburt des Kindes erhältlich
  • keine Jahresgebühr
  • weltweit kostenlos abheben
  • keine Fremdwährungsgebühr beim Bezahlen oder Abheben in einer anderen Währung
  • ein gesetzlicher Vertreter muss ein DKB-Girokonto haben

Commerzbank
Prepaid-Karte für Minderjährige

  • keine Jahresgebühr
  • weltweit kostenlos abheben
  • keine Fremdwährungsgebühr beim Bezahlen oder Abheben in einer anderen Währung
  • erst für Kinder ab 14 Jahren erhältlich
  • ab 18 Jahren Jahresgebühren von 39,90 €

Comdirect
Juniorgiro

  • für Kinder ab sieben Jahren erhältlich
  • keine Jahresgebühr
  • weltweit kostenlos abheben
  • Fremdwährungsgebühr von 1,75 Prozent beim Bezahlen in Fremdwährung
  • hohe Kosten beim Geldabheben in Deutschland mit Kreditkarte

Wüstenrot Bank - Top Giro Young
Visa Prepaid-Karte in Kombination mit Girokonto

  • für Kinder ab sieben Jahren erhältlich
  • keine Jahresgebühr
  • bis zu 24 Mal kostenlos Bargeld abheben an Automaten mit Visa-Zeichen im In- und Ausland
  • Schufa-Bonitätsprüfung für Girokonto erforderlich
  • hohe Gebühr für Notfall-Ersatzkarte

PAYBACK Kreditkarte
Prepaid-Visa-Karte der BW Bank

  • kostenlos Bargeld abheben im Inland
  • keine Schufa-Prüfung
  • Fremdwährungsgebühr von 1,75 % außerhalb der Eurozone
  • Jahresgebühr von 29 € (im ersten Jahr kostenlos)
  • tägliches Abhebelimit von 250 €

Gold- und Platinkarten

Abhängig vom jeweiligen Verhalten kann sich auch eine Gold- oder Platinkarte lohnen. Schauen Sie sich die Zusatzleistungen genau an und entscheiden Sie, ob diese für Sie passen.

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Artikel verfasst von

Arne Düsterhöft

Finanztip-Experte für Telekommunikation

Arne Düsterhöft ist Redakteur für Telekommunikation und Digitales. Zuvor war er Volontär in der Redaktion von Finanztip. Erste praktische Erfahrungen sammelte er in der Online-Redaktion von teltarif.de, wo er ebenfalls über digitale Technologien und Telekommunikation geschrieben hat. Nach Auslandssemestern in Dublin und New York hat Arne Düsterhöft seinen Masterabschluss in Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin gemacht.