Drillisch

Günstige Handytarife mit und ohne Stolperfallen

Arne Düsterhöft
& Co-Autoren
Stand: 13. Juni 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Drillisch ist vor allem ein Anbieter von Handytarifen, die das Unternehmen aber selten unter seinem eigenen Namen anbietet.
  • Der Discounter steht hinter zahlreichen Marken im O2-Netz wie Premiumsim, Winsim oder Yourfone.
  • Die meisten Handytarife von Drillisch sind preisgünstig. Sie können allerdings Stolperfallen enthalten.
  • Achten Sie auf Datenautomatik, Roaming-Option (Nationaltarif) und Neukundenrabatte.
  • Gemeinsam mit 1&1 will Drillisch ein eigenes Handynetz aufbauen. Bis aus der 1&1 Drillisch AG ein eigenständiger Netzbetreiber wird, dürfte es allerdings noch einige Jahre dauern.
So gehen Sie vor
  • Wollen Sie herausfinden, ob Ihr Handytarif zu Drillisch gehört, werfen Sie einen kurzen Blick auf unsere Übersicht.
  • Suchen Sie einen günstigen Handytarif, nutzen Sie am besten den Finanztip-Handyrechner oder nehmen Sie eine unserer Empfehlungen.

Zum Tarifrechner

  • Dabei stoßen Sie auch immer wieder auf günstige Angebote von Drillisch.
  • Vor allem mit starken Neukundenrabatten versucht der Anbieter seine Tarife an den Mann und an die Frau zu bringen. Der angebliche Normalpreis ist eher die Ausnahme.
  • Falls Sie Fallstricke im Kleingedruckten befürchten: Wir haben die sechs wichtigsten Warnhinweise zusammengetragen.

Drillisch ist Deutschlands größter Mobilfunk-Discounter. Jeder, der auf ein Mobilfunk-Schnäppchen aus ist, kennt die eine oder andere der 23 Marken, die zu Drillisch gehören. Denn hinter Premiumsim, Winsim oder Yourfone steckt ein und dieselbe Firma aus Hessen, die viele günstige Handytarife im Angebot hat. Doch ab und an versteckt sich in einem Tarif auch eine Stolperfalle, die das Schnäppchen schnell teuer werden lässt.

Um sich vom Telefónica-Netz (O2) unabhängiger zu machen, bereitet Drillisch vor, ein eigenes Handynetz aufzubauen.

Die wichtigsten Fakten über Drillisch

Drillisch hat im Juni 2019 eigene Mobilfunkfrequenzen ersteigert und macht damit den ersten Schritt für ihr eigenes Handynetz. Bis wir in Deutschland allerdings wieder ein eigenständiges viertes Handynetz bekommen, dürfte es noch einige Jahre dauern.

Bis dahin hat sich die 1&1 Drillisch AG eine Menge Kapazität im O2-Netz eingekauft (bis zu 30 Prozent). Diesen Netzanteil verteilt Drillisch an seine zahlreichen Marken und Kooperationspartner – unter den 23 Marken gehören Smartmobil, Winsim und Premiumsim zu den bekanntesten. Aber auch die Shops von Yourfone sind in vielen Einkaufscentern zu sehen. Ob Ihr Tarif zu Drillisch gehört, sehen Sie in unserer Übersicht:

Markennamen von Drillisch¹

BildconnectEteleonMaxximSimdiscount
BigsimExpressmobilMcsimSimply
DeutschlandsimGaleriamobilN-TV go!Smartmobil
DiscoplusGTComPhonexWinsim
DiscosurfHellomobilPremiumsimYourfone
DiscotelM2M-MobilSim.de 

¹ Einige Marken betreibt Drillisch selbst, andere sind Kooperationspartner.
Quelle: Anbieterangaben (Stand: 15. Mai 2018)

Die Angebote der einzelnen Marken sind vor allem online erhältlich. Im Laden finden Kunden ausschließlich Yourfone. Die Yourfone-eigenen Geschäfte hat Drillisch allerdings Anfang 2018 verkauft. Die Yourfone-Tarife können Sie weiterhin in den rund 1.000 Mobilfunkläden abschließen.

Drillisch schloss sich im Jahr 2017 mit dem Internetanbieter 1&1 zusammen – unter dem Dach des Mutterkonzerns United Internet. Mit rund 12 Millionen Handykunden ist die 1&1 Drillisch AG so zum viertgrößten Mobilfunkanbieter geworden. Dadurch hat der Konzern auch Kapazitäten im D-Netz von Vodafone dazugewonnen.

Wodurch zeichnen sich Drillisch-Tarife aus?

Die Marken von Drillisch machen immer wieder auf sich aufmerksam durch günstige Allnet-Flats und Tarife für Sparfüchse mit Freiminuten und Frei-SMS. Allerdings ist die Netzqualität im O2-Netz schlechter als bei Vodafone und Telekom. In größeren Städten ist der Empfang im O2-Netz aber meist kein Problem.

Die einzelnen Marken drehen sich regelrecht in einem Rabatt-Karussell. Gibt es das Angebot in einem Monat besonders günstig bei Winsim, können die größten Rabatte im nächsten schon bei Premiumsim sein. Einen Tarif des Drillisch-Discounters zum scheinbaren Normalpreis abzuschließen, lohnt sich in der Regel nicht.

Außerdem ist wichtig, dass eine eventuell vorhandene Datenautomatik, die zusätzliche Kosten verursachen kann, abschaltbar ist. Oder aber das enthaltene Datenvolumen ist so großzügig dimensioniert, dass Sie keine Gefahr laufen, mehr zu bezahlen.

Mit unseren Handytarif-Empfehlungen und unserem Handyrechner finden Sie ohne viel Aufwand die günstigsten Angebote von Drillisch.

Mehr dazu im Artikel über unseren Handy-Tarifrechner:

Zum Ratgeber

Auf welche Stolperfallen muss ich bei Drillisch-Tarifen aufpassen?

Einige Drillisch-Tarife können so ihre Tücken haben. Achten Sie daher auf Klauseln, die nicht verbraucherfreundlich sind. Wichtige Infos stehen meist in den Fußnoten oder sind auf Detailseiten versteckt.

  1. Hohe Einmalkosten - Drillisch verlangt für viele seiner Tarife eine Startgebühr von rund 30 Euro. Auch wenn Kunden ihre alte Nummer mitnehmen wollen, zahlen Sie ungefähr 30 Euro (bei dem alten Anbieter). Im umkämpften Markt der Handy-Discounter machen diese 60 Euro schnell einen gewaltigen Unterschied. In zahlreichen Rabattaktionen werden diese Einmalkosten regelmäßig gestrichen. Kaufen Sie einen Drillisch-Tarif daher nicht zum vermeintlichen Normalpreis.
  2. Grundgebühr wird teurer - Immer wieder gibt es Aktionen, in denen ein Anbieter den monatlichen Preis senkt. So lassen sich dauerhafte Schnäppchen machen. Doch umso stärker müssen Sie darauf aufpassen, dass die Grundgebühr nicht nach einem oder zwei Jahren teurer wird. Solche Lockangebote lassen einen Tarif besser aussehen als er langfristig ist. Yourfone warb zum Untersuchungszeitpunkt im Mai 2018 beispielsweise mit monatlich 2 Euro Rabatt – aber nur im ersten Jahr.
  3. Flexible Laufzeit mit Aufpreis - Mit einem monatlich kündbaren Vertrag bleiben Sie flexibel. Dafür verlangt Drillisch ab und an einen Aufpreis. So bot Winsim im Mai 2018 seine Verträge mit einer Laufzeit von einem Monat an, wofür Kunden allerdings monatlich 2 Euro mehr zahlen müssen. Da sollten Sie schon etwas genauer überlegen, ob Sie für die kurze Kündigungsfrist mehr zahlen wollen.
  4. Roaming-Sperre und Nationaltarife - Seit Juni 2017 können Sie in Europa mit Ihrem Handy telefonieren und surfen, als wären Sie in Deutschland – der EU-Roaming-Verordnung sei Dank. Dafür müssen die Mobilfunkanbieter aber Kapazitäten in den ausländischen Netzen kaufen. Günstiger ist es für die Anbieter, wenn sie den Tarif im Ausland einfach ganz abschalten. Mit der Marke Deutschlandsim war Drillisch der Erste, der seine Angebote als Nationaltarif ein paar Euro im Monat günstiger angeboten hat. Im Urlaub bleibt das Handy bei Deutschlandsim natürlich stumm, sofern es Sie ins Ausland zieht.

    Außerdem sperrt Drillisch bis zu acht Wochen nach Vertragsabschluss die Auslandsnutzung, um Missbrauch vorzubeugen. Mit einem Anruf bei der Hotline oder online im Servicebereich können Kunden die Sperre aber auch früher aufheben lassen.
  5. Surfgeschwindigkeit - Die Geschwindigkeit der Datenübertragung variiert in den verschiedenen Tarifen. Auch wenn überall LTE draufsteht, surfen Sie bei einigen Angeboten mit 21,6 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) und bei anderen mit 50 Mbit/s. Nur selten können Kunden von Drillisch die Maximalgeschwindigkeit im O2-Netz von 225 Mbit/s nutzen.

    Bei vielen Marken verringert Drillisch die Surfgeschwindigkeit nach Erreichen des Inklusiv-Volumens auf mickrige 16 Kilobit pro Sekunde (Kbit/s). Üblich ist eigentlich eine Drosselung auf 64 Kbit/s oder 32 Kbit/s. Letztlich ist das alles sehr langsam und reicht beispielsweise höchstens zum Verschicken von Whatsapp-Nachrichten.
  6. Datenautomatik - Manche Drillisch-Marken verkaufen nach Verbrauch des Inklusiv-Volumens automatisch zusätzliches Volumen. Höchstens dreimal werden meist 200 Megabyte (MB) für 2 Euro als „Datenautomatik“ dazu gebucht. Dieses Extravolumen ist unserer Ansicht nach zu teuer. Bei einigen Tarifen können Kunden den Mechanismus nicht abschalten. Eine „flexible Datenautomatik“ lässt sich hingegen im Online-Kundenbereich abwählen – oder mit einem Anruf bei der Kundenhotline.

Welche Erfahrungen mit Drillisch haben Finanztip-Leser gemacht?

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Autor
Arne Düsterhöft
& Co-Autoren
Daniel Pöhler , Eric Brandmayer

Stand: 13. Juni 2019


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