Drillisch

Günstige Handytarife mit und ohne Stolperfallen

Arne Düsterhöft
&Co-Autoren
20. Januar 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Drillisch ist der größte Mobilfunk-Discounter Deutschlands, der unter 19 verschiedenen Namen Handytarife vor allem im O2-Netz verkauft.
  • Drillisch hat so manches Schnäppchen auf Lager, bei dem es aber auch die ein oder andere Stolperfalle gibt. Vorsicht ist geboten bei der Datenautomatik, Nationaltarifen und steigenden Grundgebühren.
  • Gemeinsam mit 1&1 baut Drillisch ein eigenes Handynetz auf. Doch bis aus der 1&1 Drillisch AG ein Netzbetreiber wird, dürfte es noch ein paar Jahre dauern.
So gehst Du vor
  • Mit unserer Übersicht findest Du heraus, ob Dein Tarif zu Drillisch gehört.
  • Suchst Du einen günstigen Handytarif, hilft Dir unser Finanztip-Handy-Tarifrechner weiter.

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  • Wie Du die sechs größten Stolperfallen vermeidest, erklären wir Dir am Ende des Ratgebers. Achte auch auf den Finanztip-Kommentar im Tarifrechner.

Drillisch ist Deutschlands größter Mobilfunk-Discounter. Jeder, der auf ein Mobilfunk-Schnäppchen aus ist, kennt die eine oder andere der 19 Marken, die zu Drillisch gehören. Denn hinter Premiumsim, Winsim oder Yourfone steckt ein und dieselbe Firma aus Hessen.

Die Tarife sind gut und preiswert. Doch es gibt auch ein paar Stolperfallen, die das Schnäppchen schnell teuer werden lassen.

Vom Mobilfunk-Discounter zum Netzanbieter

Zu Drillisch gehört der Internetanbieter 1&1. Der volle Name heißt daher auch 1&1 Drillisch AG. Gemeinsam haben sie große Pläne und möchten ein eigenes Handynetz aufbauen. Der Startschuss ist dafür im Juni 2019 gefallen, indem Drillisch eigene Mobilfunkfrequenzen ersteigert hat. Doch bis Deutschland ein viertes Handynetz bekommt, dürfte es noch ein paar Jahre dauern.

Drillisch hat eine Menge Kapazität vor allem im O2-Netz eingekauft (bis zu 30 Prozent). Diesen Netzanteil verteilt der Anbieter an seine zahlreichen Marken und Kooperationspartner – von den 19 Marken sind Smartmobil, Winsim und Premiumsim die bekanntesten. Aber auch die Shops von Yourfone sind in vielen Einkaufscentern zu sehen. Ob Dein Tarif zu Drillisch gehört, siehst Du in unserer Übersicht:

Das sind die Marken und Kooperationspartner von Drillisch1

1&1Galaxy ExperteN-TV go!Smartmobil
BildconnectGMXPremiumsimWeb.de
DeutschlandsimHandyvertrag.deSim.deWinsim
EteleonM2M-MobilSimdiscount.deYourfone
Free-PrepaidMaxximSimplytel 

¹ Einige Marken betreibt Drillisch selbst, andere sind Kooperationspartner.
Quelle: Anbieterangaben (Stand: 18. Januar 2021) 

Die Angebote der einzelnen Marken sind vor allem online erhältlich. Im Laden findest Du ausschließlich Yourfone und 1&1. Die Yourfone-eigenen Geschäfte hat Drillisch allerdings Anfang 2018 verkauft. Diese Tarife kannst Du weiterhin in den rund 1.000 Mobilfunkläden abschließen.

Im Jahr 2017 hat sich Drillisch mit dem Internetanbieter 1&1 zusammengeschlossen – unter dem Dach des Mutterkonzerns United Internet. Mit rund 12 Millionen Handykunden ist die 1&1 Drillisch AG so zum viertgrößten Mobilfunkanbieter geworden. Dadurch hat der Konzern auch Kapazitäten im D-Netz von Vodafone bekommen.

Wodurch zeichnen sich Drillisch-Tarife aus?

Die Marken von Drillisch machen immer wieder auf sich aufmerksam durch günstige Allnet-Flats und Tarife für Sparfüchse mit Freiminuten und Frei-SMS. Allerdings ist die Netzqualität im O2-Netz schlechter als bei Vodafone und der Telekom. In größeren Städten ist der Empfang im O2-Netz aber meist kein Problem.

Die einzelnen Marken drehen sich regelrecht in einem Rabatt-Karussell. Gibt es das Angebot in einem Monat besonders günstig bei Winsim, können die größten Rabatte im nächsten schon bei Premiumsim sein. Einen Tarif des Drillisch-Discounters zum scheinbaren Normalpreis abzuschließen, lohnt sich in der Regel nicht.

Wenn Du einen Drillisch-Tarif abschließst, schau genau hin, ob er eine Datenautomatik enthält – und schalte sie am besten gleich zu Vertragsbeginn ab. Durch eine Datenautomatik musst Du extra zahlen, wenn Du im Monat mehr im Internet surfst, als Deine Daten-Flatrate enthält.

Bei unseren Handytarif-Empfehlungen und unserem Handy-Tarifrechner weisen wir Dich darauf hin, wenn ein Tarif eine Datenautomatik enthält. 

Mehr dazu im Artikel über unseren Handy-Tarifrechner:

Zum Ratgeber

Auf welche Stolperfallen musst Du bei Drillisch-Tarifen aufpassen?

Einige der Drillisch-Tarife haben ihre Tücken. Achte daher auf Klauseln, die nicht verbraucherfreundlich sind. Wichtige Infos stehen meist in den Fußnoten oder sind auf Detailseiten versteckt.

  1. Hohe Einmalkosten - Drillisch verlangt für viele seiner Tarife eine Startgebühr von etwa 20 Euro. Auch wenn Du Deine alte Nummer mitnehmen möchtest, zahlst Du oft nochmal rund 7 Euro (an den alten Anbieter). Im umkämpften Markt der Handytarif-Discounter machen die knapp 27 Euro schnell einen Unterschied. In zahlreichen Rabattaktionen werden die Einmalkosten regelmäßig gestrichen. Kaufe einen Drillisch-Tarif daher nicht zum vermeintlichen Normalpreis.
  2. Grundgebühr wird teurer - Immer wieder gibt es Aktionen, in denen ein Anbieter den monatlichen Preis senkt. Dabei kannst Du besonders günstige Schnäppchen finden. Doch bei den Grundgebühr-Aktionen musst Du darauf achten, dass der Monatspreis auch dauerhaft günstig bleibt und nicht nach einem oder zwei Jahren teurer wird. Solche Lockangebote lassen einen Tarif besser aussehen, als er langfristig ist.
  3. Flexible Laufzeit mit Aufpreis - Mit einem monatlich kündbaren Vertrag bleibst Du flexibel. Dafür verlangt Drillisch oftmals einen Aufpreis. Mal sind die Tarife 1 oder 2 Euro im Monat teurer, mal musst Du 20 Euro Einmalgebühr zahlen. Wir finden einen Aufpreis von bis zu 20 Euro für einen Ein-Monats-Tarif akzeptabel.
  4. Nationaltarife und Roaming-Sperre - Damit Du auch im Ausland telefonieren und surfen kannst, müssen die Mobilfunkanbieter Kapazitäten in den ausländischen Handynetzen kaufen. Günstiger ist es für die Anbieter, wenn sie den Tarif im Ausland einfach ganz abschalten. Solche Nationaltarife findest Du zum Beispiel bei der Handymarke Deutschlandsim. Auf Auslandsreisen bleibt Dein Handy dann stumm.

    Außerdem sperrt Drillisch bei allen Tarifen bis zu acht Wochen nach Vertragsabschluss die Auslandsnutzung, um Missbrauch vorzubeugen. Mit einem Anruf bei der Hotline oder online im Servicebereich kannst Du die Sperre aber auch früher aufheben lassen.
  5. Surfgeschwindigkeit - Viele Mobilfunk-Discounter, darunter auch Drillisch, drosseln das Internet-Tempo auf 21,6 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) oder 50 Mbit/s. Eigentlich wären im O2-Netz bis zu 225 Mbit/s möglich. Allerdings machen diese verschiedenen Maximalgeschwindigkeiten im Alltag kaum einen Unterschied und selbst 21,6 Mbit/s sind im Normalfall mehr als genug.
  6. Datenautomatik - Hast Du Deine Daten-Flatrate bereits vor Monatsende aufgebraucht, buchen einige Drillisch-Tarife automatisch zusätzliches Datenvolumen nach. Und das zu einem stolzen Preis. So zahlst Du schnell 6 Euro mehr im Monat. Unser Tipp: Schalte die Datenautomatik gleich bei Vertragsbeginn ab. Du kannst das im Online-Kundenbereich machen – oder mit einem Anruf bei der Kunden-Hotline.

Welche Erfahrungen mit Drillisch haben Finanztip-Leser gemacht?

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