Auf Geldreise - Podcast #77

Zulässig oder nicht? Klauseln im Arbeitsvertrag

Shownotes

Überstunden sind mit dem Fixgehalt abgegolten. Oder: Der Arbeitnehmer darf nicht mit Kollegen oder Dritten über den Inhalt des Vertrages sprechen, einschließlich des Gehalts. Diese oder ähnliche Klauseln lassen sich in jedem Arbeitsvertrag finden. Doch sind die eigentlich erlaubt?

Und was können Angestellte unternehmen, wenn sie von solchen Formulierungen benachteiligt werden? Das thematisieren Anja und Finanztip-Rechts-Expertin Britta Schön in der aktuellen Folge.

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Die wichtigsten Punkte im Überblick

  • Der Arbeitsvertrag regelt alle wichtigen Bedingungen Deiner beruflichen Tätigkeit. Er kann mündlich oder schriftlich geschlossen werden.
  • Er ist die rechtliche Basis für Dein Arbeitsleben und ist deshalb sowohl für Dich als Arbeitnehmer, aber auch für den Arbeitgeber sehr wichtig.
  • Im Vertrag stehen als Hauptpflichten, dass Du arbeiten musst und der Arbeitgeber Dir dafür ein Gehalt zahlt.
  • Es gibt aber noch weitere Mindestanforderungen, die zwingend in den Arbeitsvertrag gehören, wie der Beginn und das Ende des Arbeitsverhältnisses oder die Kündigungsfristen.
  • Damit Du Dir sicher sein kannst, dass Dein Arbeitsvertrag alle wichtigen Punkte enthält, kannst Du ihn mit einem Muster vergleichen. Finanztip hat für Dich einen solchen Mustervertrag aufgesetzt. 
  • Arbeitsverträge sind flexibel: So wie sich Deine Arbeit im Arbeitsleben verändert, verändert sich auch der Vertrag. Hart erkämpfte Zugeständnisse wie Homeoffice oder Weiterbildungen solltest Du daher unbedingt im Arbeitsvertrag schriftlich ergänzen lassen.
  • Unterschreibst Du einen Arbeitsvertrag, gilt grundsätzlich erst einmal alles darin.
  • Arbeitsverträge können aber auch unwirksame Klauseln enthalten, zum Beispiel zur pauschalen Abgeltung von Überstunden oder zur Versetzung.
  • Klauseln sind unwirksam, wenn sie Dich benachteiligen oder überraschend sind, weil sie beispielsweise im Kleingedruckten versteckt sind.
  • Da sich Arbeitgeber nicht auf solche Klauseln berufen dürfen, musst Du sie vorab auch nicht aus dem Arbeitsvertrag rausverhandeln. 
  •  Der Teil des Arbeitsvertrags, der eine unwirksame Klausel enthält, ist unzulässig. Er kann auch nicht ohne Weiteres durch die sogenannte salvatorische Klausel geheilt werden – auch wenn das so in Deinem Vertrag stehen mag.
  • Anstatt unwirksame Formulierungen aus Deinem Vertrag streichen zu lassen, ist es viel wichtiger ist, dass Du Dein Gehalt ordentlich verhandelst, den Arbeitsort und gegebenenfalls das Recht auf Homeoffice.
  • Solltest Du doch durch eine solche Formulierung benachteiligt sein, Dich ungerecht behandelt fühlen oder sollte es anderweitig knirschen, kann es sich für Dich lohnen, wenn Du Dir juristischen Beistand suchst.
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08. Juli 2021