Mehrwertsteuerrechner

Nicht nur für Selbstständige: So berechnest Du die Umsatzsteuer

Henriette Neubert
&Co-Autor
14. September 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Mehrwertsteuer heißt im Steuerrecht Umsatzsteuer. Der Verkäufer stellt sie dem Käufer zusätzlich zum Nettopreis der Ware oder der Dienstleistung in Rechnung.
  • Bevor Du die Mehrwertsteuer berechnest, musst Du wissen, welchen Steuersatz Du verwenden musst. Du kannst den Standardsatz (normalerweise 19 Prozent, bis Jahresende 2020 16 Prozent), den ermäßigten Satz (7 oder 5 Prozent) oder andere, zum Beispiel im Ausland geltende Steuersätze im Rechner eingeben.
So gehst Du vor
  • Gib den Nettopreis und den geltenden Mehrwertsteuersatz ein. Der Rechner ermittelt den Mehrwertsteuerbetrag und den Bruttopreis (Endkundenpreis).
  • Oder verwende den Bruttopreis, um die Mehrwertsteuer und den Nettopreis zu berechnen. Das ist hilfreich für umsatzsteuerpflichtige Selbstständige, die die Vorsteuer aus einer Kleinbetragsrechnung ermitteln wollen.
  • Mit den Ergebnissen kannst Du selbst Rechnungen erstellen, erhaltene Rechnungen auf Richtigkeit prüfen oder Preise vergleichen.

Als Konsument musst Du eher selten die Mehrwertsteuer eines Produkts oder einer Dienstleistung berechnen. Bist Du selbstständig, gehört dies zu Deinem Arbeitsalltag. Unser Mehrwertsteuerrechner ist dafür ein gutes Hilfsmittel. Aber auch als Verbraucher, der letztlich die Mehrwertsteuer zahlen muss, kann der Rechner für Dich nützlich sein. Bevor Du ihn nutzt, sollten einige Begriffe geklärt sein.

Berechne den Netto-, Brutto- und Mehrwertsteuerbetrag

Was solltest Du über die Mehrwertsteuer wissen?

Im Steuerrecht heißt sie Umsatzsteuer (USt), im normalen Sprachgebrauch Mehrwertsteuer (MwSt). Sie kommt als Zuschlag auf den Nettopreis der meisten Produkte und Dienstleistungen. Nettopreis und Mehrwertsteuerbetrag ergeben dann den Bruttopreis, den Du beispielsweise an den Händler oder Handwerker zahlen musst. Letztlich zahlt ausschließlich der Verbraucher die Mehrwertsteuer.

Umsatzsteuerpflichtige Unternehmer stellen die Mehrwertsteuer in Rechnung und müssen sie ans Finanzamt weiterleiten. Erhalten sie selbst für ihr Unternehmen eine Rechnung, dürfen sie aber die bezahlte Umsatzsteuer als Vorsteuer abziehen. Unterm Strich zahlen sie also nur die Differenz oder bekommen vom Finanzamt sogar Umsatzsteuer erstattet. Und zwar, nachdem sie ihre in der Regel monatliche Umsatzsteuer-Voranmeldung beim Finanzamt abgegeben haben.

Dafür müssen die Unternehmer zuvor sowohl die zu zahlende Umsatzsteuer als auch die Vorsteuer ermitteln und miteinander verrechnen. In vielen Kleinbetragsrechnungen steht jedoch nur der Bruttobetrag, manchmal fehlt sogar der Umsatzsteuersatz. In solchen Fällen muss der Unternehmer den Vorsteuerbetrag aus diesem Beleg selbst berechnen. Hierbei und auch in vielen weiteren Fällen hilft unser Mehrwertsteuerrechner.

Selbstständige mit geringen Umsätzen können sich beim Finanzamt von der Umsatzsteuerpflicht befreien lassen. Dafür müssen sie zwei Voraussetzungen erfüllen:

  • Der (hochgerechnete) Umsatz des vergangenen Jahres muss unter 22.000 Euro liegen und
  • im laufenden Jahr höchstens 50.000 Euro betragen.

Sie gelten dann als Kleinunternehmer gemäß § 19 Umsatzsteuergesetz. Sie dürfen dann keine Umsatzsteuer in Rechnungen ausweisen und auch keine Vorsteuer abziehen.

Wie benutzt Du den Rechner richtig?

Es gibt in Deutschland verschiedene Umsatzsteuersätze. Wenn Du den Mehrwertsteuerrechner nutzt, musst Du bei der Eingabe des Steuersatzes darauf achten, dass Du den richtigen verwendest. Der Regelsteuersatz liegt bei 19 Prozent, der aber für den Zeitraum Juli bis Ende Dezember 2020 auf 16 Prozent reduziert wurde. Er gilt für die meisten Dienstleistungen und sehr viele Konsumgüter.

Es gibt aber viele Ausnahmen: Während Du für eine Reise in einem Fernbus für das Ticket den normalen Umsatzsteuersatz zahlen musst, gilt für einen Fahrschein der Deutschen Bahn nur der ermäßigte Steuersatz. Dieser beträgt normalerweise 7 Prozent, ist aber ebenfalls temporär bis Ende 2020 gesenkt worden, nämlich auf 5 Prozent. Dies ist auch der Mehrwertsteuersatz für Bücher, viele Kulturleistungen, Übernachtungen und die meisten Lebensmittel – nicht aber beispielsweise für Getränke.

Neben diesen beiden bekannten Mehrwertsteuersätzen gibt es noch zwei weitere, die für die Land- und Forstwirtschaft gelten: 5,5 und 10,7 Prozent.

In verschiedenen Situationen ist es nützlich oder sogar wichtig, Nettopreis, Höhe der Mehrwertsteuer und Bruttopreis zu kennen. Umsatzsteuerpflichtige Unternehmer dürfen die Umsatzsteuer in ihrer Rechnung ausweisen, nicht jedoch Kleinunternehmer. Wer eine Umsatzsteuer ausweist, schuldet diese dem Finanzamt.

Wenn Du selbst eine Rechnung schreiben möchtest, verwende dazu den Umsatzsteuerrechner. Gib Deinen Nettopreis und den entsprechenden Umsatzsteuersatz ein und berechne die Umsatzsteuerhöhe und den Bruttopreis. Natürlich kannst Du auch anhand eines Bruttopreises die Mehrwertsteuer herausrechnen, um den Nettopreis zu berechnen.

Als Verbraucher kannst Du mit dem Rechner schnell prüfen, ob eine Rechnung, die Du zahlen musst, zum Beispiel dem Umzugsunternehmen oder einen Malerbetrieb, korrekt ist.

Neben dem Schreiben und Korrigieren von Rechnungen kannst Du mit dem Mwst-Rechner auch Bruttopreise vergleichen, welche eine unterschiedliche Mehrwertsteuer haben. Zum Beispiel wenn Du überlegst, Dir jetzt oder erst in einem halben Jahr ein neues Smartphone oder Auto zu kaufen, kannst Du ausrechnen, wie viel Du durch die aktuelle Mehrwertsteuersenkung sparen würdest.

Da Du in unserem Umsatzsteuerrechner den Steuersatz selbst eingeben kannst, hast Du natürlich auch die Möglichkeit, mit Steuersätzen aus anderen Ländern zu rechnen. So findest Du schnell heraus, ob der Preis, den Du am Ende zahlen musst, im Ausland günstiger ist. Allerdings musst Du auch einkalkulieren, dass bei einem Kauf im Ausland möglicherweise Einfuhrumsatzsteuer und Zoll fällig sein kann. 

Gibt es weitere hilfreiche Finanztip-Rechner?

Wir haben weitere Rechner, die Dich bei Deiner Finanzplanung unterstützen können. Mit unserem Stundenlohnrechner kannst Du beispielsweise Deinen Lohn mit dem gesetzlichen Mindestlohn vergleichen, auch unter Berücksichtigung von Überstunden. Der Haushaltsrechner hilft Dir dabei, Deine monatlichen Einnahmen und Ausgaben im Blick zu behalten und Sparpotenzial zu erkennen.

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