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Tipps & Tricks

Starkregen & Hochwasser: Bist Du gegen Elementarschäden versichert?

Viele Hausbesitzer unterschätzen das Risiko durch Naturgefahren. Nur rund 50% besitzen eine Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung mit Elementarschadenschutz. Wieso das ein Fehler ist, liest Du hier.

Henriette Neubert
Finanztip-Expertin für Ver­si­che­rungen

Schon zum dritten Mal in sechs Monaten hat Starkregen in mehreren Regionen Deutschlands für Hochwasser und Überschwemmungen gesorgt. Klimawissenschaftler wissen: Solche Wetterextreme werden uns auch in Zukunft immer öfter begleiten und immer mehr Menschen betreffen. Umso wichtiger ist es also, dass Du ausreichend abgesichert bist und im Schadensfall weißt, was zu tun ist.

Wer dringend eine Ver­si­che­rung gegen Elementarschäden braucht

Unabhängig vom Wohnort sollte jeder Immobilienbesitzer zumindest darüber nachdenken, sich gegen Schäden durch Naturgefahren abzusichern. Eine Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung allein reicht dafür nämlich nicht aus. Du brauchst einen extra Elementarschadenschutz. Ohne diesen Zusatzbaustein bist Du nicht geschützt, falls Dein Keller vollläuft oder Dein Wohnzimmer geflutet wird.

Du wohnst in einer Region, die von Überschwemmungen bisher verschont geblieben ist? Dann hattest Du Glück. Im Gegensatz zu vielen Geschädigten, die vom aktuellen Unwetter betroffen sind – obwohl sie gar nicht in einer Risikozone oder direkt am Flussufer wohnen. Denn auch wenn Du "sicher" auf einem Berg wohnst, bist Du zwar vor Hochwasser geschützt, vor einem Erdrutsch durch Starkregen aber nicht.  

Selbst kleine Nassschäden können bereits viele Tausend Euro kosten. Wer keine Ele­men­tar­scha­den­ver­si­che­rung hat, bleibt auf den Sanierungskosten sitzen – und kann nur auf staatliche Hilfe hoffen.  

Tipp: Um das eigene Risiko besser einzuschätzen, bietet der GDV einen Hochwassercheck an. Dort kannst Du Deine Wohnadresse eingeben und prüfen, wie hoch die Gefahr ist, von einer Überschwemmung durch Flüsse oder Starkregen betroffen zu sein.

Naturgefahren werden stark unterschätzt

Dass viel zu viele die Gefahr unterschätzen, durch Unwetter ihr Eigenheim zu verlieren, zeigen auch die aktuellen Zahlen: Laut Gesamtverband der Versicherer (GDV) sind nur 54% der Gebäude in Deutschland tatsächlich gegen Elementarschäden versichert. Die meisten Immobilienbesitzer haben nur eine "einfache" Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung. Auch die Neuverträge sind in den letzten Jahren nur minimal gestiegen, obwohl Wetterextreme immer häufiger vorkommen – mit verheerenden, in vielen Fällen existenziellen Folgen (bestes Beispiel: Ahrtal).

Übrigens: Du hast eine Ele­men­tar­scha­den­ver­si­che­rung und bist von den jüngsten Unwettern betroffen? Dann rette, was zu retten ist. Aber bring Dich dabei nicht selbst in Gefahr. Hier liest Du, wie Du Dich im Schadensfall verhalten solltest, um die Zahlungen durch Deine Ver­si­che­rung nicht zu gefährden.

Elementarschäden trotz steigender Beiträge absichern

Der Zusatzschutz für Elementarschäden wird voraussichtlich immer teurer. Das ergab auch unsere Testabfrage: Die Preisaufschläge für Elementarabsicherungen liegen im Jahr 2024 bei 38% oder wesentlich mehr – abhängig von Adresse und Gefahrenzone. 2022 begann dieser Aufschlag noch bei 8%, also ein Anstieg um 30 Prozentpunkte. Trotzdem werden Unwetter mit Starkregen und Überschwemmungen künftig häufiger vorkommen – dagegen solltest Du abgesichert sein und nicht an der falschen Stelle sparen.

Schon jetzt bieten viele Versicherer in Hochrisikogebieten (Gefahrenklasse 4) gar keinen Elementarschadenschutz mehr an – oder nur mit hohen Jahresprämien und Selbstbeteiligung im Schadensfall. Solange Du Dich gegen Elementarschäden versichern kannst, solltest Du es auch tun. Sobald sich die Risikoeinschätzung für Deinen Standort ändert, wird es nur noch teurer.

Was kostet es, Elementarschäden abzusichern?

Welche Kosten konkret auf Dich zukommen, ist individuell und hängt u. a. von Gebäude(alter), Standort, Versicherer und der Ver­si­che­rungs­sum­me ab.

Zum Beispiel: Für ein 20 Jahre altes Einfamilienhaus mit 200 qm Fläche und niedrigem Hochwasser-Risiko kostet eine Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung mit Elementarschadenschutz rund 550€ im Jahr. In gefährdeten Gebieten kannst Du schon mit ca. 900€ rechnen.

Da die Beiträge stark variieren können, solltest Du vor Abschluss unbedingt Preise und Leistungen genau vergleichen. Sonst zahlst Du schnell zu viel oder bekommst nur einen unzureichenden Schutz. Wir empfehlen dafür das Vergleichsportal Mr-Money. Dort findest Du gute Tarife zum günstigen Preis. Welche Mindestkriterien ein guter Schutz erfüllen sollte, liest Du in unserem Ratgeber zur Wohn­ge­bäu­de­ver­si­che­rung.

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