Gaspreisvergleich Test 2014

Auf diesen Vergleichsportalen finden Sie den besten Gastarif

Daniel Pöhler Stand: 22. Januar 2015
Das Wichtigste in Kürze
  • Mit Hilfe von Tarifrechnern im Internet können Sie den günstigsten Gasanbieter finden – aber nicht alle Vergleichsportale liefern gute Ergebnisse.
  • Finanztip hat acht Gastarifrechner getestet und miteinander verglichen. Zwei Portale sind empfehlenswert: Verivox und Check24.
  • Doch auch Verivox und Check24 zeigen nur dann verbraucherfreundliche Tarife, wenn Sie die richtigen Häkchen in den Sucheinstellungen setzen.

Weniger als ein Drittel der Gaskunden in Deutschland hat schon einmal den Gasversorger gewechselt. Doch ein Wechsel könnte sich in barer Münze auszahlen. Denn die Standardkonditionen, zu denen alle beliefert werden, die sich nicht um einen anderen Tarif kümmern, sind viel zu teuer. Beispielsweise entgehen einer Familie, die in Berlin auf 150 Quadratmetern wohnt und 18.000 Kilowattstunden verheizt, 340 Euro im Jahr 2015, wenn sie bei der Berliner Gaswerke AG (Gasag) im Grundtarif bleibt anstatt zum günstigsten empfehlenswerten Angebot Envitra Klimagas zu wechseln.

Einen neuen Gasversorger finden Sie am einfachsten mit Vergleichsportalen im Internet. Die Tarifrechner durchforsten in Sekundenschnelle mehr als 8.000 Angebote. Die Auswahl an Vergleichsseiten ist groß, es gibt mehr als ein halbes Dutzend: von Check24 über Prizewize bis hin zu Verivox. Finanztip hat acht Portale getestet.

Voreinstellungen nur teilweise verbraucherfreundlich

Zunächst haben wir unter die Lupe genommen, wie die Portale eingestellt sind, wenn der Anwender sie aufruft und nichts verändert. Die Voreinstellungen sind wichtig, weil es aufwendig sein kann, sie an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Das Problem: Wenn die Häkchen, Punkte und Aufklappmenüs nicht von vornherein gut eingestellt sind, können Nutzer unseriösen Anbietern in die Falle gehen. In unserem Test zeigte sich, dass die Portale nur bedingt verbraucherfreundlich voreingestellt sind. Keinen einzigen Gasrechner finden Sie so vor, dass Sie ihn direkt benutzen sollten.

Immerhin berücksichtigt keiner der getesteten Rechner in seinen Voreinstellungen Kilowattstunden-Pakete. Pakettarife enthalten eine festgelegte Menge Gas. Wir raten davon dringend ab, denn die Milde oder Härte des Winters lässt sich nicht voraussagen. Wenn sich das Paket am Ende als zu groß herausstellt, erhalten Sie trotzdem keine Erstattung. War es zu klein, dann lassen sich die Versorger die zusätzlich gelieferte Menge meist fürstlich bezahlen.

Außerdem lobenswert: Vorkasse-Tarife werden von allen getesteten Tarifrechnern von vornherein ausgeblendet. Das ist beruhigend, denn bei den spektakulären Pleiten der Energiediscounter Teldafax und Flexstrom in den Jahren 2011 und 2013 verloren Tausende Kunden ihre Vorauszahlungen. Durch die nunmehr sinnvolle Voreinstellung dürfte sich so etwas nicht so leicht wiederholen.

Doch eine andere Masche einiger unseriöser Anbieter unterbinden die Portale immer noch nicht: den Neukundenbonus. Mit Ausnahme der Website Energieverbraucherportal berücksichtigen alle Tarifrechner zunächst solche Bonuszahlungen. Wenn Sie diese Voreinstellung nicht ändern, erscheinen oft Angebote weit oben in der Ergebnisliste, die wegen des Bonus im ersten Jahr günstig sind. Wer jedoch vergisst, zu kündigen, zahlt ab dem zweiten Jahr oft überzogene Preise.

Neben dem Neukundenbonus gibt es weitere problematische Voreinstellungen. So präsentieren Ihnen die Vergleichsseiten zunächst nur solche Tarife, die Sie direkt über den jeweiligen Vergleichsrechner abschließen können. Erst wenn Sie die entsprechenden Haken wegklicken, erscheinen weitere günstige Tarife in der Ergebnisliste.

Mit diesen Einstellungen schließen Sie unseriöse Angebote aus

Eine Stichprobe in unserer Voruntersuchung zeigte, dass mit folgenden Einstellungen die meisten kundenunfreundlichen Tarife ausgeschlossen werden. Gleichzeitig kommen dadurch einige preiswerte Tarife hinzu, die mit den Standardeinstellungen nicht angezeigt werden. Im Normalfall verbleiben in der Ergebnisliste somit nur dauerhaft günstige Tarife ohne versteckte Nachteile.

  • Bonuszahlungen nicht berücksichtigt
  • keine Vorkasse
  • keine Kilowattstunden-Pakete
  • Vertragslaufzeit höchstens zwölf Monate
  • Vertragsverlängerung/Anschlusslaufzeit maximal einen Monat
  • Kündigungsfrist höchstens sechs Wochen
  • Preisgarantie mindestens zwölf Monate
  • Wechsel über das Portal nicht zwingend
  • Portalrichtlinien und Empfehlungen nicht berücksichtigt

Voreinstellungen auf Verivox

Voreinstellungen auf Check24

Kurze Anschlusslaufzeit nur bei Check24 und Verivox möglich

Von den acht untersuchten Portalen lassen sich nur Check24 und Verivox so einstellen, dass alle Schlupflöcher zweifelhafter Gasanbieter wie das Unternehmen 365 AG geschlossen und diese aus der Tarifliste entfernt werden. Insbesondere die Vertragsverlängerung oder Anschlusslaufzeit können Nutzer nur bei den beiden Portalen vorgeben. Die Anschlusslaufzeit gibt an, um wie viele Monate sich der Vertrag nach Ablauf der Erstlaufzeit verlängert, falls er nicht gekündigt wird. Eine kurze Vertragsverlängerung ist wichtig, damit Kunden nach Ablauf der Preisgarantie schnell und unkompliziert erneut wechseln können.

Verivox und Check24 sind fast gleich gut

Finanztip hat Verivox und Check24 im Detail untersucht und dort die Gastarife in 14 Postleitzahlen-Regionen abgerufen. Eingegeben haben wir jeweils den typischen Verbrauch eines Single-Haushalts (3.800 Kilowattstunden) sowie denjenigen einer größeren Familie (18.000 Kilowattstunden).

Beide Portale liefern gute Ergebnisse und liegen dabei fast gleichauf. Lediglich in zwei Fällen konnte Verivox einen besseren Gastarif als Check24 präsentieren. Die Preise lagen dabei 41 und 6 Euro unter den Angeboten bei Check24. Das Münchner Unternehmen Check24 präsentierte einmal ein besseres Ergebnis als Verivox. Der Preisvorteil beträgt dabei 19 Euro.

Unsere Empfehlung: Nutzen Sie entweder Verivox oder Check24. Sparfüchse kombinieren die Portale und fragen die Tarife auf beiden Portalen ab.

Verivox
Gaspreisvergleich
  • vergleicht sehr viele Tarife
  • findet oft das günstigste Angebot
  • zuoberst kann ein Tarif erscheinen, der nicht der günstigste ist
Nur beim Anbieter abschließbar
Check24
Gaspreisvergleich
  • vergleicht sehr viele Tarife
  • findet oft das günstigste Angebot
  • zuoberst kann ein Tarif erscheinen, der nicht der günstigste ist
Nur beim Anbieter abschließbar

So haben wir getestet

Gastarifrechner 2014

Finanztip hat die Gastarifrechner Anfang Dezember 2014 getestet. Eine Voruntersuchung, bei der wir auch Screenshots der Voreinstellungen anfertigten, haben wir im November 2014 durchgeführt. Im Vordergrund des Tests stand die Frage, welches Portal die günstigsten Tarife findet. Diese acht Websites haben wir betrachtet:

  • Check24
  • Energieverbraucherportal
  • Hauspilot
  • Preisvergleich.de
  • Prizewize
  • Gastipp
  • Toptarif
  • Verivox

Vergleichsseiten, die lediglich einen der obigen Anbieter einbinden, haben wir nicht untersucht, da sie dasselbe Ergebnis liefern wie die Originalseite. Das betrifft etwa die Website Wechseljetzt.de, die Check24 eingebunden hat. Transparo ist inzwischen von Verivox übernommen worden und verweist direkt auf die Rechner von Verivox.

Einige Gasversorger locken mit einem günstigen Einstiegspreis, den sie nach Ablauf der Preisgarantie erhöhen. Deshalb ist es wichtig, dass der Kunde nach der Mindestlaufzeit den Anbieter schnell und unkompliziert erneut wechseln kann. Daher empfehlen wir eine Vertragsverlängerung von nur einem Monat.

Portalrichtlinien und Weiterempfehlungsquoten haben wir in unserem Test deaktiviert, um eine höchstmögliche Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Denn die Richtlinien und Empfehlungen unterscheiden sich von Portal zu Portal.

Lediglich Verivox und Check24 ermöglichen es, die Anschlusslaufzeit auf einen Monat zu beschränken. Auf diesen Portalen haben wir daher am 8. Dezember 2014 Tarife in 14 Postleitzahlen-Regionen abgerufen. Unter den Orten sind Dörfer, Kleinstädte und Großstädte, die im ganzen Bundesgebiet verteilt sind. Eingegeben haben wir jeweils zwei Verbrauchsmengen: 3.800 Kilowattstunden, was einer Singlewohnung mit etwa 30 Quadratmetern entspricht, sowie 18.000 Kilowattstunden, was dem Verbrauch einer Familie in einem Haus mit 150 Quadratmetern nahekommt. Welche Tarife die Vergleichsrechner im Test ausgegeben haben, können Sie der folgenden Tabelle entnehmen.

Autor
Daniel Pöhler

Stand: 22. Januar 2015


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