LTE

Wie der Blitz: mit dem Smartphone im Internet surfen

Arne Düsterhöft
&Co-Autor
23. Februar 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Mit LTE kannst Du surfen, online Musik hören oder sogar Filme im Internet gucken – alles am Handy. Außerdem verbessert LTE die Sprachqualität beim Telefonieren.
  • Um die neue Handynetz-Generation zu nutzen, muss sowohl Dein Smartphone als auch Dein Handytarif LTE unterstützen. Und der LTE-Empfang im Handynetz vor Ort muss gut genug sein.
  • 2019 hat der Ausbau der fünften Generation (5G) des Handynetzes begonnen. Der Nachfolger von LTE wird in den kommenden Jahren den aktuellen Mobilfunk-Standard mehr und mehr ergänzen.
So gehst Du vor
  • Ob Du gerade mit LTE surfst und telefonierst, siehst Du auf dem Smartphone-Bildschirm an einem Symbol mit dem Schriftzug LTE oder 4G.
  • Mit der LTE-Speedtest-App von der Bundesnetzagentur findest Du heraus, wie gut Deine LTE-Verbindung ist.
  • Hast Du noch kein LTE oder bist unzufrieden mit dem Empfang? Finanztip vergleicht regelmäßig die besten LTE-Handytarife. Unseren Tarifrechner kannst Du nach Deinen persönlichen Vorlieben einstellen.

Zum Rechner

  • 5G-Tarife lohnen sich im normalen Alltag noch nicht. Der LTE-Nachfolger funkt nur an wenigen Orten und nur sehr moderne Handys können 5G überhaupt empfangen.

Du willst auf dem Weg zur Arbeit online Zeitung lesen, zwischendurch bei Facebook stöbern oder auf der langen Bahnfahrt Musik streamen? Ärgerlich, wenn dann die Website ewig zum Laden braucht, die Verbindung ständig abbricht oder die Musikwiedergabe ins Stocken gerät. Ohne guten Empfang macht das Surfen mit dem Smartphone nur halb so viel Spaß. Wenn Du gern unterwegs im Internet surfst, ist LTE mittlerweile fast unverzichtbar.

Was ist LTE?

Die Mobilfunktechnologie LTE soll garantieren, dass Du ohne lange Wartezeiten im mobilen Internet surfen kannst. Sie ist mittlerweile der Standard für schnelles Internet per Smartphone. Doch auch beim Telefonieren können die Daten heutzutage per LTE digital übermittelt werden und sorgen so für einen besseren Empfang.

Die Abkürzung LTE steht für die englische Bezeichnung „Long Term Evolution“ (langfristige Entwicklung). Dabei handelt es sich um die vierte Handynetz-Generation. Statt LTE steht auf dem Handybildschirm deswegen manchmal auch 4G. Gegenüber den älteren Handynetzen der dritten Generation (UMTS) und zweiten Generation (Edge) ist das LTE-Netz vor allem technisch fortgeschrittener.

Das 3G-Netz wird im Laufe des Jahres 2021 bei allen drei Netzbetreibern abgeschaltet. Das ältere 2G-Netz bleibt quasi als Sicherungsnetz weiter bestehen. In den nächsten Jahren soll LTE durch einen neuen Mobilfunk-Standard abgelöst werden – momentan noch schlicht 5G (fünfte Generation) genannt. Bis es soweit ist, werden aber noch ein paar Jahre vergehen.

Seit dem Start im Jahr 2010 bauen die Netzbetreiber ihre LTE-Netze stetig mit mehreren Tausend Handymasten und Sendeantennen aus. Dabei werden oft auch bestehende Antennen zu Lasten der älteren Mobilfunk-Standards umgerüstet, weswegen sich die Netzqualität ohne LTE langsam verschlechtert. Mittlerweile erreicht das LTE-Netz mehr als 95 Prozent der Haushalte.

Doch warum ist dann der Handyempfang verschwunden, sobald Du in der Bahn sitzt oder raus auf das Land fährst? Ganz einfach: „Haushalte“ heißt explizit nicht Fläche; und nur weil Du neben einem Sendemast stehst, bedeutet das noch lange nicht, dass er auch in Deinem Handynetz funkt.

Wie findest Du heraus, ob Du LTE hast?

Ob Du LTE nutzt, erkennst Du am Bildschirm Deines Smartphones. Vorausgesetzt, Du bist in ein Handynetz eingewählt und hast in den Einstellungen Deines Smartphones die „mobilen Daten“ aktiviert. Wenn Du LTE-Empfang hast, siehst Du oben rechts ein kleines Symbol. Steht dort 4G, LTE, 4G+, LTE+ oder etwas Vergleichbares, dann surfst Du im LTE-Netz. Siehst Du dort kein Symbol, gibt es grundsätzlich drei Gründe, warum für Dich kein LTE verfügbar ist:

  1. Sehr alte Smartphones können einfach kein LTE.
  2. Einige Prepaid-Tarife und Handytarife von Discountern haben immer noch keinen LTE-Zugang.
  3. Es könnte auch sein, dass Dein Handynetz vor Ort zu schlecht ist.

Selbst wenn Du grundsätzlich LTE hast, kann das Surftempo sehr stark schwanken. Wie schnell Du mit 4G surfst, hängt davon ab, wer in Deiner Nähe gerade noch alles das LTE-Netz Deines Netzbetreibers nutzt und ob große Hindernisse zwischen Dir und dem Sendemast stehen. Weitere Einzelheiten zu den möglichen Ursachen erfährst Du weiter unten.

Hast Du noch kein LTE oder leidest unter chronisch schlechtem Empfang? Finanztip vergleicht regelmäßig die besten LTE-Handytarife. Selbst stöbern kannst Du mit unserem Tarifrechner.

So schnell surfst Du mit LTE

Die Höchstgeschwindigkeiten in allen drei deutschen LTE-Netzen sind mittlerweile um ein Vielfaches schneller als das Internettempo aus der Telefondose zuhause. Die Maximalgeschwindigkeiten von LTE zeigen allerdings eher, was technisch möglich ist, und nicht, womit Smartphone-Nutzer im Alltag rechnen können. Denn je mehr Menschen ein und dieselbe LTE-Funkzelle beanspruchen, desto langsamer wird das mobile Internet für alle. Das liegt daran, dass sich alle Teilnehmer die Kapazität der LTE-Antenne teilen.

Selbst wenn Du einen Tarif bei einem Mobilfunk-Discounter hast, surfst Du in dem 4G-Netz eines der drei Netzbetreiber Telekom, Vodafone oder Telefónica. Zwar ist bei den Discountern die maximale LTE-Geschwindigkeit meist niedriger als beim Netzbetreiber selbst. Davon merkst Du im Alltag jedoch so gut wie nichts.

Auch ein gedrosseltes Maximaltempo von beispielsweise 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s), wie es bei Discountern häufig zu finden ist, erreichen Smartphone-Nutzer nur sehr selten. Bei kleineren Geschwindigkeiten haben Discounter-Kunden normalerweise keine nennenswerten Nachteile, können aber oftmals einige Euro im Monat sparen.

Einen wirklichen Nachteil haben jedoch einige Discounter im Vodafone-Netz. Viele Tarife der Drittanbieter können LTE immer noch nicht für das Telefonieren nutzen, sondern nur für das Internet. Das sogenannte Voice over LTE (kurz Volte, Sprache per LTE) verbessert die Sprachqualität und sorgt für einen schnelleren Verbindungsaufbau.

LTE-Geschwindigkeiten

NetzbetreiberTelekom

Vodafone

Telefónica

maximales Tempo300 Mbit/s1.000 Mbit/s

225 Mbit/s

Quelle: Anbieterseiten (Stand: 22. Mai 2020)

Kleinere LTE-Geschwindigkeiten reichen meistens aus, um zu surfen, Musik online zu hören oder sogar Filme im Internet zu schauen – ein Film auf dem Smartphone braucht nicht mehr als 8 Mbit/s, um stabil zu laufen. Viel wichtiger ist es, darauf zu achten, genügend Datenvolumen im Smartphone-Tarif zu haben. Warst Du mit dem Handy zu viel im Internet unterwegs, musst Du schlimmstenfalls den Rest des Monats im Schneckentempo surfen.

Auf dem Land oder in der Bahn hast Du stellenweise noch kein LTE, weil das Netz noch nicht gut genug ausgebaut ist. Da kann es helfen, den Anbieter zu wechseln. Du kannst nämlich nicht auf alle LTE-Antennen zugreifen, sondern immer nur auf die Deines Netzanbieters.

Wie findest Du einen günstigen LTE-Tarif?

Fast jeder Smartphone-Tarif erlaubt mittlerweile LTE-Empfang. Günstige LTE-Tarife und die wichtigsten Informationen bei der Tarifsuche findest Du mit unserem Handy-Tarifrechner und in unserem Ratgeber LTE-Tarife. In unserem Ratgeber zu Datentarifen wird fündig, wer einen reinen Datentarif für Surfstick und Tablet sucht.

Auch für die eigenen vier Wände zuhause haben wir Tarife herausgesucht. Diese können sinnvoll sein, falls an Deinem Wohnort kein Kabel-Internet und nur sehr langsames DSL verfügbar ist. Aber auch für die Ferienwohnung ist ein LTE-Zuhause-Tarif oft die beste Lösung.

Mehr dazu im Artikel über unseren Handy-Tarifrechner:

Zum Ratgeber

Mit LTE-Speedtest herausfinden, wie schnell Deine LTE-Verbindung ist

Ein LTE-Speedtest zeigt Dir, wie schnell Du mit Deinem Smartphone gerade surfst. Als App bietet die Bundesnetzagentur einen solchen Test für LTE an. Mit der Anwendung kannst Du auch herausfinden, wie lückenhaft das LTE-Netz in Deiner Nachbarschaft ist, indem Du die Netzverfügbarkeit misst.

Wenn Du Deine Surf-Geschwindigkeit lieber direkt im Internet messen möchtest, ohne ein Programm herunterzuladen, kannst Du zum Beispiel den Speedtest von lte-anbieter.info nutzen.

Achtung: Ein Speedtest kann ordentlich Datenvolumen verbrauchen. Schließlich muss das Programm einmal Daten mit der maximalen Geschwindigkeit herunterladen. Damit verbraucht der Test zwischen 10 und 30 Megabyte des Datenvolumens. Unser Rat: Mach nicht jeden Tag vor dem Surfen einen LTE-Speedtest.

Warum hast Du keinen LTE-Empfang?

Drei Gründe kommen infrage, wenn Du keinen LTE-Empfang hast. Es kann zum einen an Deinem Smartphone oder zum anderen an Deinem Handytarif liegen. Bist Du Dir sicher, dass Handy und Tarif eigentlich LTE unterstützen, dann ist sehr wahrscheinlich die LTE-Netzabdeckung vor Ort zu schlecht.

So prüfst Du die LTE-Netzabdeckung

Um 4G-Empfang zu haben, muss irgendwo im Umkreis von rund zehn Kilometern ein Sendemast für LTE stehen. Weiter reichen die Funkstrahlen in der Regel nicht. Das führt gerade auf dem Land zu Lücken im LTE-Netz. Auch in Tunneln und großen Gebäuden kann der 4G-Empfang beeinträchtigt sein.

Wie gut Dein LTE-Netz ist, hängt davon ab, bei welchem der drei Netzbetreiber Du bist. Die Netze von Telekom (D1-Netz), Vodafone (D2-Netz) und O2 (E-Netz) sind unterschiedlich gut ausgebaut. Das beste LTE-Netz hat die Telekom, danach folgt Vodafone und mit einigem Abstand dahinter O2 (Telefónica). Mit Deinem Smartphone hast Du also eine unterschiedlich gute LTE-Abdeckung, je nachdem, für welchen Netzbetreiber Du Dich entscheidest. Um eine genauere Empfangsprognose zu bekommen, prüfst Du die LTE-Abdeckung an Orten, an denen Du Dich häufig aufhältst.

Sehr alte Smartphones können kein LTE

Wenn Du Dein Smartphone nach 2014 gekauft hast, hast Du mit ziemlicher Sicherheit auch LTE. Möglicherweise musst Du LTE jedoch zunächst in den Einstellungen Deines Smartphones aktivieren. Sobald sich das Handy in sein Netz eingebucht hat, steht im Normalfall oben im Display LTE, L oder 4G. Genaueres findest Du in der Gebrauchsanweisung Deines Handys.

Bei Tablets und Surfsticks hingegen ist LTE keine Selbstverständlichkeit. Es sollte beim Gerät explizit angegeben sein, dass es LTE-fähig ist.

Als Anhaltspunkt: Folgende Smartphones und ihre Nachfolger sind LTE-fähig:

  • iPhone ab 5S (das iPhone 5 ist nur mit Einschränkungen LTE-fähig)
  • Samsung Galaxy ab S4 (oder die spezielle LTE-Version des S3)
  • Lumia von Nokia/Microsoft ab Modellnummer 625
  • Sony Xperia Z-Reihe ab Z1
  • Huawei P8, P9, P10 in allen Varianten

Die jeweiligen Nachfolgermodelle aus dem Folgejahr (etwa 2015/2016) können noch einige weitere Feinheiten wie Telefonieren per LTE (Voice over LTE) und LTE+. Diese Erweiterung von LTE – Long Term Evolution Advanced, kurz LTE Advanced oder 4G+ nutzt die Frequenzen effektiver, was eine stabilere LTE-Nutzung ermöglicht.

Wie kannst Du mit LTE telefonieren?

LTE-Smartphones können auch Anrufe digital als Datenpakete zu einem anderen Telefon schicken. Genannt wird das auf Englisch „Voice over LTE“ (kurz Volte), der Begriff bedeutet „Sprache per LTE“. Die Technologie ermöglicht sowohl eine bessere Sprachqualität als auch einen geringeren Stromverbrauch beim Telefonieren. LTE-Anrufe zehren dabei nicht am Datenvolumen und werden gegenüber anderer Internetnutzung bevorzugt. Dadurch bleibt die Qualität auch gut, wenn viele Smartphone-Nutzer in derselben Funkzelle surfen.

Ob Du digital mit LTE telefonierst, erkennst Du, indem Du beim Anrufen auf Deinen Smartphone-Bildschirm schaust. Bei Voice over LTE bleibt das LTE-Symbol am oberen Bildschirmrand eingeblendet. Andernfalls wechselt das Symbol in das 3G- oder 2G-Netz. Es kann sein, dass Du Volte erst in den Handyeinstellungen aktivieren musst.

Damit Du tatsächlich mit Voice over LTE telefonieren kannst, muss auch das Telefon Deines Gesprächspartners die Technik unterstützen. Bei neueren Festnetztelefonen ist das so gut wie immer der Fall. Mittlerweile ist bei den meisten Tarifen die LTE-Telefonie freigeschaltet. Leider hinken die Discounter im Vodafone-Netz da noch etwas hinterher. Hier solltest Du genau hinschauen, ob Du mit LTE auch telefonieren kannst.

Kannst Du auch schon mit 5G surfen?

Im Juni 2019 haben die Netzbetreiber (Telekom, Vodafone und Telefónica) und United Internet dem Staat 6,5 Milliarden Euro für die Frequenzen des Highspeed-Internet gezahlt – mehr als erwartet. Damit ist der Startschuss für die neue Netz-Generation gefallen, momentan noch schlicht 5G (fünfte Generation) genannt.

Das 5G-Netz wird nach und nach das LTE-Netz ergänzen. Für das Smartphone bringt 5G vor allem schnelleres Internet und wahrscheinlich auch höhere Datenvolumina. Doch für 5G gelten ähnlich verzögernde Voraussetzungen wie in den Anfängen von LTE:

2019 kamen die ersten Smartphones auf den Markt, die 5G überhaupt empfangen können. Auch das 5G-Netz muss erst (aus)gebaut werden. Denn die 5G-Übertragungstechnik braucht neue Antennen und Sendemasten. Es dauert daher noch mehrere Jahre, bis 5G vielerorts verfügbar ist. Schließlich wird auch am LTE-Netz bereits seit 2010 gebaut.

Mittlerweile bieten die drei großen Netzbetreiber eigene 5G-Tarife an, oder 5G-Optionen. Die Orte, an denen 5G auch tatsächlich funkt, sind jedoch noch begrenzt. 5G-Tarife lohnen sich im normalen Alltag daher noch nicht.

Auf lange Sicht ist 5G wesentlich vielseitiger einsetzbar als nur mit dem Handy. Als Festnetz-Ersatz dürfte das Handynetz von morgen um einiges besser funktionieren als die LTE-Router von heute. Aber auch vernetzte Autos, automatisierte Fabriken bis hin zu Operationen per Bildschirm könnten von 5G profitieren.

Mobilfunk-Standards

Generation2G (Edge)

3G (UMTS)

4G (LTE)

5G

Geschwindigkeit

300 kbit/s42 Mbit/s1 Gbit/s

10 Gbit/s

Quelle: Finanztip-Recherche (Stand: 22. Mai 2020)

Das kam vor LTE und 5G

Vor der Long Term Evolution gab es das UMTS-Netz (3G) und davor das GSM-Netz (2G). Das noch ältere A/B/C-Netz (1G) ist mittlerweile abgeschaltet. 2021 beginnen die Netzbetreiber auch das UMTS-Netz abzuschalten. Zu oft bremst das in die Jahre gekommene 3G das neuere LTE-Netz aus. 2G bleibt als Sicherheitsnetz zum Telefonieren und SMS schreiben weiter bestehen.

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