LTE

Wie Sie mit dem Smartphone blitzschnell im Internet surfen

Das Wichtigste in Kürze

  • LTE steht als Abkürzung für den englischen Begriff Long Term Evolution (langfristige Entwicklung) und ist der vierte und neueste Mobilfunkstandard.
  • Die LTE-Geschwindigkeiten reichen in der Regel aus, um zu surfen, Musik online zu hören oder Filme im Internet zu gucken.
  • An belebten Orten, in Tunnel und bei schlechter Netzabdeckung kann der LTE-Empfang allerdings schlecht sein.
  • Ob aktuell LTE verfügbar ist, sehen Sie auf Ihrem Smartphone-Bildschirm an einem Symbol mit dem Schriftzug LTE oder 4G. Falls nicht, kann das am Handy, an Ihrem Tarif oder am Handynetz liegen.
  • LTE-Tarife gibt es für Smartphones, Tablets und für zu Hause.

So gehen Sie vor

  • Wollen Sie mit Ihrem Smartphone häufig ins Internet, haben Sie im LTE-Netz die stabilste und schnellste Verbindung.
  • Mit der LTE-Speedtest-App von der Bundesnetzagentur finden Sie heraus, wie schnell Ihre LTE-Verbindung ist.
  • Sind Sie nicht sicher, ob Ihr Smartphone LTE-fähig ist, werfen Sie einen Blick auf unsere Übersicht.
  • Gute und günstige LTE-Handytarife finden Sie mit unserem Handy-Tarifrechner und in unserem Ratgeber LTE-Tarife.

Auf dem Weg zur Arbeit online Zeitung lesen. Zwischendurch zum Zeitvertreib bei Facebook stöbern. Die lange Bahnfahrt mit der Lieblingsmusik aus dem Internet verkürzen. Ärgerlich, wenn dann die Website ewig zum Laden braucht, die Verbindung ständig abbricht oder die Musikwiedergabe ins Stocken gerät. Ohne guten Empfang macht das Surfen mit dem Smartphone nur halb so viel Spaß.

Die Mobilfunktechnologie LTE soll garantieren, dass Sie ohne lange Wartezeiten im mobilen Internet surfen können. Sie ist mittlerweile der Standard für schnelles Internet per Smartphone. Doch auch beim Telefonieren können die Daten heutzutage per LTE digital übermittelt werden und sorgen so für einen besseren Empfang.

Was ist LTE?

Die Abkürzung LTE steht für die englische Bezeichnung Long Term Evolution (langfristige Entwicklung). Dabei handelt es sich um den vierten und neuesten Handynetz-Standard. Statt LTE steht auf dem Handybildschirm deswegen manchmal auch 4G (vierte Generation). Gegenüber den älteren Handynetzen der dritten Generation (UMTS) und zweiten Generation (Edge), die auch noch in Betrieb sind, ist das LTE-Netz vor allem technisch fortgeschrittener. Dadurch können Sie schneller und stabiler im mobilen Internet surfen und telefonieren mit einer besseren Sprachqualität.

Einen Nachteil haben Sie mit LTE gegenüber den älteren Handynetzen nicht. Im Gegenteil: LTE-Nutzer bekommen vielmehr ein zusätzliches Handynetz und können darüber hinaus auch die Netze der zweiten und dritten Generation nutzen.

So finden Sie heraus, ob Sie LTE haben

Ob Sie LTE nutzen, erkennen Sie am Bildschirm Ihres Smartphones. Sind Sie in einem Handynetz eingewählt und haben Sie in den Einstellungen Ihres Geräts die Option „mobile Daten“ oder „mobiles Netz“ aktiviert, sehen Sie oben rechts ein kleines Symbol. Steht dort 4G, LTE, 4G+, LTE+ oder etwas Vergleichbares, dann surfen Sie im LTE-Netz. Sehen Sie dort kein Symbol, gibt es grundsätzlich drei Gründe, warum für Sie kein LTE verfügbar ist. Mehr dazu erfahren Sie weiter unten.

Ob Sie LTE nutzen können, kommt auf Ihr Smartphone an, sowie Ihren Handytarif und Ihr Handynetz vor Ort. Sie können LTE oder 4G auch mit Surfsticks und Tablets nutzen – dazu muss beim Gerät allerdings explizit angegeben sein, dass es LTE-fähig ist.

Das Surftempo kann mit LTE sehr stark schwanken, wie in den anderen Handynetzen auch. Wie schnell Sie mit 4G surfen, hängt davon ab, wer in Ihrer Nähe gerade noch alles das LTE-Netz Ihres Netzbetreibers nutzt.

Wie schnell ist mein LTE?

Die Höchstgeschwindigkeiten in allen drei deutschen LTE-Netzen sind mittlerweile um ein Vielfaches schneller als das Internettempo aus der Telefondose zu Hause. Die Maximalgeschwindigkeiten von LTE zeigen allerdings eher, was technisch möglich ist, und nicht, womit ein Smartphone-Nutzer im Alltag rechnen kann. Denn je mehr Menschen ein und dieselbe LTE-Funkzelle beanspruchen, desto langsamer wird das mobile Internet für alle. Das liegt daran, dass sich alle Teilnehmer die Kapazität der LTE-Antenne teilen.

LTE-Geschwindigkeiten

Netzbetreiber maximales Tempo
Telekom 300 Mbit/s
Vodafone 500 Mbit/s
Telefónica 225 Mbit/s

Quelle: Anbieterseiten (Stand: 30. Mai 2018)

Auch wenn Sie einen Tarif bei einem Mobilfunk-Discounter haben, surfen Sie in dem 4G-Netz eines Netzbetreibers. Zwar ist bei den Discountern die maximale LTE-Geschwindigkeit meist langsamer als beim Netzbetreiber selbst. Davon merken Sie im Alltag jedoch so gut wie nichts.

Auch ein gedrosseltes Maximaltempo von beispielsweise 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s), wie es bei Discountern häufig zu finden ist, erreichen Smartphone-Nutzer nur sehr selten. Bei kleineren Geschwindigkeiten haben Discounter-Kunden normalerweise keine nennenswerten Nachteile gegenüber Kunden eines der großen Netzbetreiber, können aber oftmals einige Euro im Monat sparen.

Kleinere LTE-Geschwindigkeiten reichen meistens aus, um zu surfen, Musik online zu hören oder sogar Filme im Internet zu gucken – ein Film auf dem Smartphone braucht etwa 3 bis 4 Mbit/s, um stabil zu laufen. Viel wichtiger ist es, darauf zu achten, genügend Datenvolumen im Smartphone-Tarif zu haben. Waren Sie mit dem Handy zu viel im Internet unterwegs, müssen Sie schlimmstenfalls den Rest des Monats im Schneckentempo surfen.

Auf dem Land müssen Sie stellenweise ganz auf LTE verzichten, weil das Netz noch nicht gut genug ausgebaut ist. Da kann es helfen, den Anbieter zu wechseln. Sie können nämlich nicht auf alle LTE-Antennen zugreifen, sondern immer nur auf die Ihres Netzanbieters.

So finden Sie günstige LTE-Tarife

Nicht jeder Smartphone-Tarif ermöglicht es Ihnen, LTE zu nutzen. Günstige LTE-Tarife und die wichtigsten Informationen bei der Tarifsuche finden Sie mit unserem Handy-Tarifrechner und in unserem Ratgeber LTE-Tarife.

Auch für die eigenen vier Wände zu Hause hat Finanztip LTE-Tarife herausgesucht. Das kann sinnvoll sein, falls an Ihrem Wohnort kein Kabel-Internet und nur sehr langsames DSL verfügbar ist.

Mehr dazu im Artikel über unseren Handy-Tarifrechner

Daniel Pöhler
von Finanztip, Mobilfunk-Experte

Den richtigen Handytarif finden

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Mit einem LTE-Speedtest herausfinden, wie schnell Ihre LTE-Verbindung ist

Ein LTE-Speedtest zeigt Ihnen, wie schnell Sie mit Ihrem Smartphone gerade surfen. Als App bietet die Bundesnetzagentur einen Speedtest für LTE an. Wer seine Geschwindigkeit lieber direkt im Internet messen möchte, ohne ein Programm herunterzuladen, kann zum Beispiel den Speedtest von lte-anbieter.info nutzen.

Achtung: Ein Speedtest kann ordentlich Datenvolumen verbrauchen. Schließlich muss das Programm einmal Daten mit der maximalen Geschwindigkeit herunterladen. Damit verbraucht der Test zwischen 10 und 30 Megabyte des Datenvolumens. Unser Rat: Machen Sie nicht jeden Tag vor dem Surfen einen LTE-Speedtest.

Warum habe ich keinen LTE-Empfang?

Drei Gründe kommen infrage, wenn Sie keinen LTE-Empfang haben. Es kann zum einen an Ihrem Smartphone oder zum anderen an Ihrem Handytarif liegen. Sind Sie sich sicher, dass Handy und Tarif eigentlich LTE unterstützen, dann ist sehr wahrscheinlich die LTE-Netzabdeckung vor Ort zu schlecht.

So prüfen Sie die LTE-Netzabdeckung

Um 4G-Empfang zu haben, muss irgendwo im Umkreis von rund zehn Kilometern ein Sendemast für LTE stehen. Weiter reichen die Funkstrahlen in der Regel nicht. Das führt gerade auf dem Land zu Lücken im LTE-Netz. Auch in Tunneln und großen Gebäuden kann der 4G-Empfang beeinträchtigt sein.

Die LTE-Netze der drei deutschen Netzbetreiber Telekom, Vodafone und O2 sind unterschiedlich gut ausgebaut. Das beste LTE-Netz hat Vodafone, danach folgt die Telekom und mit deutlichem Abstand dahinter O2 (Telefónica). Mit Ihrem LTE-Smartphone haben Sie also eine unterschiedlich gute LTE-Abdeckung, je nachdem, für welchen Netzbetreiber Sie sich entscheiden. Um eine genauere Empfangsprognose zu bekommen, prüfen Sie die LTE-Abdeckung an Orten, an denen Sie sich häufig aufhalten.

 

Diese Smartphones sind LTE-fähig

Für Vorzeigemodelle der führenden Handyhersteller ist LTE bereits seit 2013 verfügbar. Mittelklassemodelle haben wenig später nachgezogen. Ist Ihr Smartphone jünger als vier Jahre, können Sie sich ziemlich sicher sein, dass es LTE unterstützt. Möglicherweise müssen Sie LTE jedoch zunächst in den Einstellungen Ihres Smartphones aktivieren. Sobald sich das Handy eingebucht hat, steht im Normalfall oben im Display LTE, L oder 4G. Genaueres finden Sie in der Gebrauchsanweisung Ihres Handys.

Als Anhaltspunkt: Folgende Smartphones und ihre Nachfolger sind LTE-fähig:

  • iPhone ab 5S (das iPhone 5 ist nur mit Einschränkungen LTE-fähig),
  • Samsung Galaxy ab S4 (oder die spezielle LTE-Version des S3),
  • Lumia von Nokia/Microsoft ab Modellnummer 625,
  • Sony Xperia Z-Reihe ab Z1,
  • Huawei P8, P9, P10 in allen Varianten.

Die Nachfolgemodelle, die 2014 und 2015 auf dem Markt gekommen sind, können darüber hinaus oft auch die Erweiterung von LTE nutzen – Long Term Evolution Advanced, kurz LTE Advanced oder 4G+. LTE Advanced nutzt die Frequenzen der Funkstrahlen effektiver, womit die Netzbetreiber eine stabilere LTE-Abdeckung erreichen.

Wie kann ich mit LTE telefonieren?

LTE-Smartphones können auch Anrufe digital als Datenpakete zu einem anderen Telefon schicken. Zahlreiche Smartphones, die 2015 oder später auf den Markt gekommen sind, unterstützen Voice over LTE. Der Begriff bedeutet „Sprache per LTE“ (kurz Volte). Die Technologie ermöglicht sowohl eine bessere Sprachqualität als auch einen geringeren Stromverbrauch beim Telefonieren. LTE-Anrufe zehren dabei nicht am Datenvolumen und werden gegenüber anderer Internetnutzung bevorzugt weitergeleitet. Dadurch bleibt die Qualität auch gut, wenn viele Smartphone-Nutzer in derselben Funkzelle surfen.

Ob Sie digital mit LTE telefonieren, erkennen Sie, indem Sie beim Anrufen auf Ihren Smartphone-Bildschirm schauen. Bei Voice over LTE bleibt das LTE-Symbol am oberen Bildschirmrand eingeblendet. Andernfalls wechselt das Symbol in das 3G- oder 2G-Netz. Es kann sein, dass Sie Voice over LTE erst in den Handyeinstellungen aktivieren müssen.

Damit Sie tatsächlich mit Voice over LTE telefonieren können, muss auch das Telefon Ihres Gesprächspartners die Technik unterstützen. Bei neueren Festnetztelefonen ist das so gut wie immer der Fall. Jedoch erlaubt noch nicht jeder Smartphone-Tarif die LTE-Telefonie.

Telefónica hat Anfang 2018 auch bei den Discountern weitestgehend alle Tarife für Voice over LTE freigeschaltet. Prepaid-Kunden bei der Telekom und Vodafone müssen hingegen noch ohne LTE-Telefonie auskommen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber Prepaid-Tarife.

Was kam vor LTE, was kommt danach?

Vor der Long Term Evolution gab es das UMTS-Netz (3G) und davor das GSM-Netz (2G). Das noch ältere A/B/C-Netz (1G) ist mittlerweile abgeschaltet. Auch heute gibt es noch viele Discounter-Tarife, die nur Internet per UMTS-Verbindung erlauben. Ist LTE im Tarif verfügbar, ist das nur vorteilhaft. Das 4G-Netz ist nicht so schnell ausgelastet wie das UMTS-Netz. Außerdem bietet es dem Nutzer eine bessere Internetverbindung, da er auf ein zusätzliches Netz zugreifen kann.

Mobilfunk-Standards

Generation Geschwindigkeit
2G (Edge) 300 kbit/s
3G (UMTS) 42 Mbit/s
4G (LTE) 500 Mbit/s

2020 soll LTE durch einen neuen Mobilfunk-Standard abgelöst werden – momentan noch schlicht 5G (fünfte Generation) genannt. Auch diese Übertragungstechnik wird wieder eigene Antennen und Funkzellen benötigen, weswegen es auch nach 2020 noch mehrere Jahre brauchen wird, bis 5G flächendeckend verfügbar ist. Auf lange Sicht soll 5G wesentlich vielseitiger eingesetzt werden. Neben Smartphones sollen dann zum Beispiel auch Ampeln, Stromzähler und selbstfahrende Autos mit dem mobilen Internet verbunden sein.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Arne Düsterhöft

Finanztip-Volontär

Arne Düsterhöft ist Volontär in der Redaktion von Finanztip und unterstützt die unterschiedlichen Experten-Teams. Zuvor berichtete er über digitale Technologien und Telekommunikation in der Online-Redaktion von teltarif.de. Nach Auslandssemestern in Dublin und New York hat Arne Düsterhöft seinen Masterabschluss in Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin gemacht.

Daniel Pöhler

Finanztip-Experte für Mobilität & Digitales

Daniel Pöhler arbeitet hauptsächlich am Finanztip-Newsletter. Seine Schwerpunkte sind Mobilität und digitale Themen. Wie die Telekommunikations-Branche tickt, hat er durch seine Arbeit bei der Fachzeitung Telecom Handel gelernt. Daniel ist Diplom-Kaufmann und lernte das journalistische Handwerk unter anderem an der Akademie der Bayerischen Presse.