Pressemitteilung

Weniger Kfz-Schäden durch Corona: Versicherte sollten nicht abwarten und auf Erstattungen hoffen

Berlin, 11.11.2020 – Vor allem der erste Lockdown im Frühjahr hat zu weniger Unfällen und damit auch zu weniger Kfz-Schäden geführt. Das zeigt auch eine aktuelle Umfrage unter 15 Kfz-Versicherungen des Geldratgebers Finanztip. Demnach verzeichneten alle befragten Anbieter weniger Schäden als in den Vorjahren. Die meisten Kunden werden von dieser Entwicklung wohl nicht automatisch profitieren. Einige Anbieter schließen Beitragserstattungen an ihre Versicherten grundsätzlich aus. Verbraucher müssen etwas tun, um jetzt Geld zu sparen.

Der Kfz-Versicherer Huk stellt Kunden derzeit Beitragserstattungen für das Jahr 2020 in Aussicht, weil das Schadensaufkommen wegen Corona gesunken sei. „Sicher sind diese Rückerstattungen allerdings noch nicht“, weiß Kathrin Gotthold, Versicherungsexpertin bei Finanztip. „Die Huk will erst das Versicherungsjahr abschließen, zeigt sich jedoch optimistisch, dass das Schadensaufkommen etwa 5 Prozent geringer als üblich ausfällt.“ Andere Versicherungen sind hinsichtlich möglicher Beitragserstattungen deutlich zurückhaltender. So will etwa die Ergo zunächst abwarten und dann den Schadensaufwand für das ganze Jahr 2020 erst einmal bewerten. Ähnlich äußert sich die VKB. Der Versicherer Verti schließt Beitragsreduzierungen für das laufenden Jahr von vornherein aus.  

Nicht hoffen und abwarten, sondern handeln   

„Hoffen und abwarten ist angesichts dieser Ankündigungen für Verbraucherinnen und Verbraucher keine gute Strategie,“ sagt Gotthold. Vielmehr gelte es erstens, die Tarife für das kommende Jahr zu vergleichen und zweitens, weniger gefahrene Kilometer noch in diesem Jahr dem aktuellen Versicherer zu melden. Finanztip empfiehlt, für den Vergleich ein großes Vergleichsportal in Kombination mit dem Direktversicherer Huk24 zu nutzen. „Stellt sich der aktuelle Vertrag als gut und günstig heraus, können Versicherte bleiben und gegebenenfalls einen Bonus für 2020 einstreichen“, sagt Gotthold. „Wer deutlich weniger Kilometer gefahren ist als sonst, sollte das in jedem Fall seiner Versicherung melden und kann so meist den Beitrag für 2020 noch drücken.“

Höhere Kosten durch Lieferengpässe

Dass die Versicherer mit dem Einsparbonus für ihre Kunden zurückhaltend sind, ist nicht nur mutwillig. Grundsätzlich bestätigen zwar alle von Finanztip befragten Versicherungen, dass die Zahl der Schäden niedriger als üblich war. Allerdings könne es trotz weniger Schäden für die Versicherungen auch teurer werden. „Einige Autoversicherer klagen über höhere Kosten für Ersatzteile, unter anderem auf Grund coronabedingter Lieferengpässe und erhöhter Hygieneanforderungen“, so Gotthold. Zudem stünden wegen dieser Lieferengpässe Autos teils auch länger in der Werkstatt – was dazu führen könne, dass über längere Zeiträume Kosten für Mietwägen anfallen würden.