Auto verkaufen

Mit diesen Tipps wirst Du Deinen Gebrauchtwagen bequem los

Annika Krempel
& Co-Autor
15. Juli 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Wenn Du Dein Auto verkaufen willst, kannst Du nicht nur eine Annonce in der lokalen Tageszeitung, einem Anzeigenblatt oder auf Online-Verkaufsplattformen wie Ebay-Kleinanzeigen, mobile.de oder Autoscout24 schalten.
  • Es gibt andere Online-Portale, die den Gebrauchten selbst ankaufen oder an einen Händler vermitteln.
  • Der Verkauf an einen Händler ist bequemer, von Privatkäufern erhältst Du aber meist mehr Geld für Deinen Wagen.
So gehst Du vor
  • Nutze verschiedene Online-Portale für eine erste Preiseinschätzung.
  • Lass Dein Auto online bewerten: zum Beispiel bei der DAT (Deutsche Automobil Treuhand GmbH) oder beim ADAC.
  • Wenn Du ein Auto-Ankauf-Portal im Internet nutzt, solltest Du das Fahrzeug mehreren Portalen anbieten, um beim Preis nicht übervorteilt zu werden.
  • Nutze für einen privaten Verkauf unsere Checkliste. Außerdem stellen wir Dir einen Finanztip-Mustervertrag für private Verkäufer zur Verfügung.

Zum Mustervertrag 

Willst Du Deinen Gebrauchtwagen verkaufen, hast Du die Wahl: Du kannst entweder alles selbst erledigen, von der Annonce bis zur Probefahrt mit mehreren Interessenten. Oder Du bietest den Wagen einem professionellen Aufkäufer an. Neben den üblichen Autohändlern gibt es immer mehr Online-Händler, die sich auf den Ankauf von Gebrauchten spezialisiert haben.

Wie arbeiten Verkaufsportale für Gebrauchtwagen?

Die Online-Händler fungieren meist als Vermittler zu stationären Händlern, nur selten kauft der Anbieter selbst Fahrzeuge an. Gleich ist aber bei allen: Der Nutzer registriert sich und sein Auto auf einer Website. Er macht genaue Angaben zum Fahrzeug und lädt Fotos hoch. Anschließend erhält er bei einigen Portalen einen ersten Preis oder eine Preisspanne. Diese sind aber noch nicht sehr aussagekräftig.

Anschließend bietet das Portal den Wagen einem Kreis von Händlern zum Verkauf an. Diese nennen jeweils den Preis, den sie für das Auto zu zahlen bereit sind. Bei manchen Portalen bieten die Händler lediglich auf Grundlage der Angaben und der Fotos. Andere haben in größeren Städten ein Netz an Partnern. Bekundet einer dieser Partner Interesse an dem Wagen, musst Du mit diesem einen Termin ausmachen, damit er in seiner Werkstatt das Auto begutachten kann.

Gibt es ein Kaufangebot, kannst Du wählen, ob und welches Du annehmen willst und einen Kaufvertrag schließen. Der Händler holt den Wagen bei Dir ab und meldet ihn ab.

Erfahrungen mit Verkaufsportalen

So ist die Theorie. Finanztip hat vor einiger Zeit zwei Wagen auf verschiedenen Portalen testweise zum Verkauf angeboten. Einige der damals untersuchten Aufkäufer sind nicht mehr am Markt. Stattdessen sind neue dazugekommen. Bekannte Marken sind beispielsweise Carsale24, Easyautosale oder wirkaufendeinauto.de. Doch auch die beiden großen Verkaufsplattformen Autoscout24 und mobile.de bieten mittlerweile den sogenannten Direktkauf an.

Die Ergebnisse der damaligen Untersuchung sind durchwachsen. Einige Portale antworteten schnell mit vernünftigen Angeboten und waren freundlich im Kundenkontakt. Andere Portale dagegen reagierten gar nicht auf den Verkaufswunsch des Kunden. Bei wieder anderen klafften die zunächst genannte Preisspanne und der tatsächliche Ankaufpreis weit auseinander. Ein Anbieter bedrängte den Probekunden von Finanztip sogar, sein Auto zu einem sehr niedrigen Preis abzugeben.

Die genannten Ankaufpreise unterschieden sich je nach Anbieter also mitunter erheblich. Bei manchen Portalen lag der tatsächliche Ankaufpreis wesentlich niedriger als die Preisspanne, die nach der Eingabe der Daten auf der Website ursprünglich genannt wurde. So werden potenzielle Kunden angelockt.

Wenn Du Dein Auto verkaufen möchtest, solltest Du daher auch bei professionellen Aufkäufern im Netz immer mehrere Angebote einholen. Geh auf die ersten Angebote nicht ein, sondern warte das Ende der Bieterfrist ab. Achte außerdem darauf, ob gegebenenfalls eine Stornogebühr anfällt, falls Du einem Verkauf nicht zustimmst.

Welche Tipps solltest Du beim Verkauf an privat beachten?

Sofern Du Dir die Mühe machst, den Verkauf Deines Wagens selbst in die Hand zu nehmen, hast Du die Chance auf einen deutlich höheren Preis. Denn es ist kein Händler dazwischen, der mit dem Verkauf noch einen Gewinn erzielen muss. Ob wirklich mehr rausspringt, hängt am Ende aber auch von Deinem eigenen Verhandlungsgeschick ab.

Die kostenlose Online-Bewertung der DAT, der Deutschen Automobil Treuhand GmbH, oder beim ADAC liefern Dir einen guten Anhaltspunkt, was Dein Auto wert sein könnte. Allerdings berücksichtigen diese nicht den tatsächlichen Zustand des Wagens. Einen ersten Eindruck, was für ähnliche Wagen am Markt zurzeit verlangt wird, kannst Du Dir auch auf Online-Portalen verschaffen, zum Beispiel auf Autouncle, Autoscout24, Ebay oder mobile.de.

Wenn Du es ganz genau wissen möchtest, musst Du etwas Geld investieren. Prüfinstitute und Vereine wie der ADAC, der TÜV oder die Dekra prüfen und bewerten Gebrauchtwagen. Mit einem solchen Zertifikat hast Du als Verkäufer eine gute Argumentationsgrundlage, wenn es in die Preisverhandlung geht. Und auch für den Käufer bietet eine solche Bestätigung zusätzliche Sicherheit beim Gebrauchtwagenkauf.

Nutze zur Vorbereitung des Verkaufs unsere Checkliste, die Du hier herunterladen kannst:

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Wie gehst Du beim Privatverkauf am besten vor?

Kommt ein Interessent zur Probefahrt, solltest Du Dir vorher den Führerschein zeigen lassen. Außerdem ist es sinnvoll, vorher bei Deiner eigenen Kfz-Versicherung nachzufragen, ob ein Interessent versichert ist. Wenn Du möchtest, kannst Du auch einen Vertrag aufsetzen, in dem sich der Interessent verpflichtet, für eventulle Schäden durch die Fahrt und eine etwaige Rückstufung oder Selbstbeteiligung in der Kfz-Versicherung zu haften.

Lass den möglichen Käufer nicht alleine fahren, begleite ihn auf der Probefahrt lieber. Der Fahrzeugbrief sollte als Besitzurkunde während der Fahrt nicht im Handschuhfach liegen.

In der Annonce und auch später im Gespräch mit Kunden müssen auch private Verkäufer Mängel ehrlich angeben. Falls Du also Mängel verschwiegen oder den Käufer bewusst getäuscht hast, haftest Du für Sachmängel. Mehr dazu erfährst Du in unserem Ratgeber Gewährleistung beim Gebrauchtwagenkauf.

Ansonsten ist es üblich, dass Privatverkäufer im Vertrag die gesetzliche Gewährleistung ausschließen.

Nutze den Finanztip-Mustervertrag für einen privaten Gebrauchtwagenverkauf, den Du Dir hier herunterladen kannst:

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Üblich ist, dass der Käufer den Wagen bei der Zulassungsbehörde abmeldet. Bis dahin zahlst Du als Vorbesitzer allerdings Steuern und auch mögliche Bußgelder. Wenn Du Ärger vermeiden möchtest, melde das Auto deshalb vor dem Verkauf besser selbst ab. Dann braucht der Käufer allerdings für die Überführungsfahrt ein Kurzkennzeichen oder einen Anhänger.

Andernfalls solltest Du als Verkäufer im Vertrag wenigstens eine Frist setzen, bis wann der Käufer den Wagen ummelden muss. In jedem Fall solltest Du aber den Verkauf der Zulassungsstelle und der Kfz-Versicherung melden. Mit der Abmeldung erlischt auch die Kfz-Versicherung.

Übergib die Fahrzeug-Papiere erst, wenn Du das Geld erhalten hast. Am besten in bar.

Was musst Du zum Fahrzeug-Verkauf ins Ausland wissen?

Ältere oder defekte Autos, die hierzulande keine Abnehmer finden, lassen sich mitunter noch ins Ausland verkaufen. Derzeit finden auch viele ältere Diesel-Autos dort Abnehmer. Bei einem Verkauf innerhalb der EU fällt für Privatverkäufer in der Regel keine Mehrwertsteuer an.

Lediglich bei Autos, die weniger als sechs Monate alt oder weniger als 6.000 Kilometer gelaufen sind, musst Du die Mehrwertsteuer ausweisen. Diese erhältst Du aber vom Finanzamt zurückerstattet.

Beim Verkauf ins Ausland solltest Du das Auto unbedingt selbst abmelden, denn die Abmeldung ist nur in Deutschland möglich. Außerdem ist es sinnvoll, den Ausweis des Käufers zu kopieren. Bei einem Verkauf in Nicht-EU-Länder gelten die jeweiligen Vorschriften der Staaten.

Mehr zur Kfz-Versicherung in unserem Ratgeber

  • Vergleiche jeden Herbst, ob Deine Kfz-Versicherung noch die günstigste ist.
  • Empfohlener Weg zum günstigsten Tarif: Erst bei Verivox oder Check24 vergleichen, dann Angebot bei der Huk24 einholen.

Zum Ratgeber 

Autor
Annika Krempel
& Co-Autor
Jens Tartler

15. Juli 2019


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