Netzabdeckung Deutschland

Immer im besten Handynetz unterwegs

Arne Düsterhöft
Experte für Telekommunikation
08. Dezember 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Du surfst und telefonierst in Deutschland immer in einem von drei Handynetzen: Telekom, Vodafone oder Telefónica.
  • Die beste Netzabdeckung hat nach wie vor die Telekom, knapp gefolgt von Vodafone. Telefónica (O2-Netz) kommt mit etwas Abstand an dritter Stelle.
  • Mit der Telekom steckst Du am seltensten im Funkloch, zahlst aber auch ordentlich drauf. Bei Vodafone halten sich Qualität und Preis die Waage. Tarife im O2-Netz sind oft wesentlich billiger, schwächeln aber besonders auf dem Land.
So gehst Du vor
  • Mit der Mobilfunk-Karte der Bundesnetzagentur kannst Du die Netzabdeckung an Deinem Wohnort überprüfen.
  • Entscheidend ist vor allem das LTE-Netz. Die älteren Handynetze 3G und 2G dienen immer häufiger nur noch als Sicherungsnetz.
  • Im Finanztip-Handyrechner kannst Du das passende Netz direkt auswählen:

Zum Tarifrechner

„Ich kann Dich leider nicht verstehen. Der Empfang ist wirklich sehr schlecht!“ – solche Aussagen in einem Handygespräch gehören zum Glück mehr und mehr der Vergangenheit an. An so manch einsamer Landstraße, Bahnstrecke oder abgelegenem Landstrich lässt guter Handyempfang allerdings immer noch auf sich warten. Mit dem richtigen Handynetz kannst Du aber so manches Funkloch umgehen.

Warum ist die Frage nach dem Netz so wichtig?

In Deutschland gibt es drei Mobilfunknetze: Die Deutsche Telekom betreibt das D1-Netz, Vodafone das D2-Netz und Telefónica Deutschland das O2-Netz (E-Netz). Das bedeutet: Egal, bei welchem Anbieter Du Deinen Vertrag hast, Du telefonierst und surfst immer in einem dieser drei Handynetze. Die Netze unterscheiden sich erheblich in ihrer Qualität.

In manchen ländlichen Regionen liegen Welten zwischen den Netzen: Während D1-Netz-Nutzer der Telekom wunderbar telefonieren und surfen können, haben O2-Netz-Nutzern oft schlechten Empfang. Andernorts hingegen hast Du in allen drei Netzen glasklaren Empfang. In vielen Großstädten zum Beispiel hat Telefónica fast zu Telekom und Vodafone aufgeschlossen.

Auch wenn Du Deinen neuen Tarif nicht direkt bei einem der drei Netzbetreiber abschließt, sondern bei einem Mobilfunk-Discounter, bist Du immer in einem der drei Handynetze unterwegs. Der Grund: Mobilfunk-Discounter verkaufen lediglich Leistungen weiter – Minuten, SMS und Daten –, die sie selbst zuvor bei den Netzbetreibern eingekauft haben.

Um herauszufinden, welches Handynetz Du aktuell verwendest, kannst Du Deine Nummer etwa bei netz-abfrage.de eingeben.

Ein viertes Handynetz plant der Mobilfunk-Discounter Drillisch aufzubauen. Allerdings dürfte Drillisch noch einige Jahre brauchen, um Tausende Handymasten und Antennen aufzustellen, die für ein eigenes Handynetz nötig sind.

So gut sind die einzelnen Netze

Netzabdeckung selbst testen

Um herauszufinden, welches Netz für Dich am besten ist, mache unbedingt den Netz-Test: Prüfe die Netzabdeckung an Deinem Wohnort und an Orten, an denen Du Dich häufig aufhältst. Den Handyempfang vor Ort kannst Du mit der offiziellen Mobilfunk-Karte der Bundesnetzagentur (BnetzA) prüfen.

Hast Du auch im O2-Netz guten Empfang, kann es sein, dass Du 10 bis 20 Euro im Monat weniger für Deinen Handytarif ausgeben musst. Doch sei Dir bei all dem Sparpotenzial bewusst: Das Handynetz ist eines der wichtigsten Qualitätsmerkmale für einen Handytarif. Du solltest es daher sorgfältig auswählen.

Die Bundesnetzagentur nutzt für ihre Karte die Mobilfunkdaten der Netzbetreiber und überprüft diese zusätzlich mit der Funkloch-App. Möchtest Du der Behörde bei der Überwachung der Netzbetreiber helfen, kannst Du Dir die Funkloch-App auf Dein Smartphone laden und Funklöcher melden. Mit der App kannst Du außerdem die Internetgeschwindigkeit auf Deinem Smartphone testen.

Welches ist das beste Netz?

Die Fachzeitschriften „Connect“ und „Chip“ schicken einmal im Jahr ihre Tester quer durchs Land. Die Tester führen Telefonate und prüfen die Internetverbindung. Dabei berücksichtigen sie städtische wie ländliche Gebiete, sie testen auf der Autobahn und bei Fahrten mit der Bahn.

Beide Fachzeitschriften sehen das Netz der Telekom auf Platz 1, sowohl bei der Sprachqualität als auch bei der Datenverbindung. Mit nur wenig Abstand folgt auf dem zweiten Platz das Mobilfunknetz von Vodafone. Diese Handynetze heißen auch D1-Netz beziehungsweise D2-Netz und werden manchmal zusammengefasst als D-Netz bezeichnet.

Auf dem dritten Platz landet mit etwas Abstand das Telefónica-Netz. In diesem hat Telefónica die Handynetze von O2 und E-Plus zusammengelegt. Das O2-Netz schneidet deutlich besser ab als in den Vorjahren und hat im Jahr 2020 einen beachtlichen Sprung nach vorne gemacht.

Die Telekom liegt vor allem bei dem Ausbau des neuen 5G-Netzes vor den anderen Netzbetreibern. Allerdings steckt das Netz der Zukunft auch bei der Telekom heute noch in den Kinderschuhen. Vodafone konnte besonders in der Fläche aufschließen (in den Tabellen als Verfügbarkeit bezeichnet). Nach den Testergebnissen von Chip deckt die Telekom etwa 94 Prozent Deutschlands mit LTE ab, Vodafone 93 Prozent und Telefónica nur 83 Prozent. Das O2-Netz ist aber nun in zahlreichen kleineren Städten konkurrenzfähig.

So schneiden die Handynetze im Netztest von Connect ab

NetzNotegesamt
(von 1.000)
Internet
(von 480)
Telefon
(von 320)

Verfügbarkeit

(von 200)

1. Telekom (D1)sehr gut926435312179
2. Vodafone (D2)sehr gut876398303175
3.Telefónica (O2)sehr gut852399291162

Quelle: Connect (Stand: Dezember 2020)

So schneiden die Handynetze im Netztest von Chip ab

NetzNotegesamt
(Schulnote)
InternetTelefonVerfügbarkeit
1. Telekom (D1)sehr gut1,31,31,21,3
2. Vodafone (D2)sehr gut1,41,41,31,5
3. Telefónica (O2)gut1,61,41,41,9

Quelle: Chip (Stand: Dezember 2020)

Wie findest Du den passenden Tarif?

Bist Du auf der Suche nach einem Handytarif mit guter Netzabdeckung, dann hilft Dir unser Handy-Tarifrechner weiter – darin kannst Du die Tarife direkt nach Deinem Wunschnetz filtern. Stell den Rechner einfach so ein, dass er ausschließlich Angebote in einem bestimmten Mobilfunknetz anzeigt.

Achte auch darauf, dass der Tarif LTE-Empfang hat (4G). Alle drei Netzbetreiber stellen ihre Handynetze mehr und mehr auf die neuen Technologien LTE und 5G um, zum Nachteil der älteren Mobilfunkstandards. Zum Glück ist bei den meisten neuen Handytarifen LTE bereits inklusive.

Preis und Qualität abwägen

Wenn Du in Sachen Handyempfang auf Nummer sicher gehen willst, dann solltest Du Dir einen Handytarif im Netz der Deutschen Telekom (D1) suchen. Die Auswahl an D1-Tarifen ist jedoch begrenzt und die Angebote im besten Netz sind relativ teuer.

Weniger kosten die Tarife im ebenfalls sehr guten Netz von Vodafone (D2). Sie bieten ein ordentliches Preis-Leistungsverhältnis. Beim Telefonieren liegt die Qualität des Vodafone-Netzes etwas näher an der Telekom, beim Internet etwas näher an Telefónica.

Wenn Du vor allem auf den Preis achtest, wirst Du aller Wahrscheinlichkeit nach im Mobilfunknetz von Telefónica (O2) landen. Das muss nicht heißen, dass Du im Alltag schlechten Empfang hast. Das O2-Handynetz kann zwar bei der Gesamtqualität nicht mit den D-Netzen mithalten. Doch gerade in vielen Städten hast Du auch mit O2 guten Handyempfang.

E-Plus und O2 sind zu einem Netz zusammengewachsen

Der Netzbetreiber Telefónica (O2) hat 2013 den Konkurrenten E-Plus übernommen. In den folgenden Jahren hat er die beiden Mobilfunknetze zusammengelegt. Wer noch einen alten E-Plus-Vertrag hat, nutzt mittlerweile das O2-Netz. Durch den Zusammenschluss konnte Telefónica seine Netzqualität in den vergangenen Jahren deutlich verbessern.

Unser Podcast zum Thema

Finanztip-Handyrechner: Hier findest Du das beste Handynetz

Welche Netzanbieter bevorzugst Du?

Wir haben die Netze nach ihrer durchschnittlichen Leistungsfähigkeit sortiert. Die Netzqualität unterscheidet sich lokal. Prüfe die Abdeckung an Orten, wo Du Dich häufig aufhältst.

Was ist Dir wichtiger: Flexibilität oder Preis?

Eine kürzere Vertragslaufzeit kann die Kosten etwas erhöhen. Prepaid-Karten eignen sich etwa für Kinder.

Wie viele Minuten telefonierst Du monatlich?
Allnet-Flat

Hinweis: Finanztip empfiehlt eine Allnet-Flat ab etwa 250 Minuten.

Wie viel Datenvolumen benötigst Du?
LTE / 4G

Hinweis: Für Smartphones empfiehlt Finanztip grundsätzlich LTE.

Der Finanztip-Handy-Tarifrechner basiert auf Daten des Dienstleisters Tariffuxx aus Fuchstal (Bayern), da der Dienstleister in unserem Vergleich gut abgeschnitten hat. Diese Daten filtern wir mit unseren Parametern so, dass Du ein ver­brau­cher­freund­liches Ergebnis nach Finanztip-Kriterien bekommst.

Die Auswahl der angebotenen Tarife erhebt keinen Anspruch auf einen vollständigen Marktüberblick. Wir übernehmen keine Gewähr für die Richtigkeit und Aktualität der hier bereitgestellten Informationen. Für Schäden aus fehlerhaften Daten oder durch die Nutzung des Rechners übernehmen wir ebenfalls keine Haftung.

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